Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Baerbel82:
Die Vergangenheit holt einen immer ein
Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly
Um es gleich vorwegzunehmen, „Vier.Zwei.Eins“ ist mein erstes Buch der englischen Autorin Erin Kelly und hat mich begeistert. Doch worum geht es?
Im Sommer 1999 reisen Kit und Laura zu einem Festival nach Cornwall, um eine totale Sonnenfinsternis zu erleben. Kit hat seit 1991, da war er gerade mal 12 Jahre alt, schon viele Sonnenfinsternisse erlebt.
Laura dagegen hat noch nie zuvor eine gesehen.
Kit und Laura sind jung und verliebt, scheinbar füreinander gemacht. Aber im fahlen Licht danach, stolpert Laura über einen Mann und eine Frau. Jamie und Beth. Schlagartig ist ihr klar, dass sie etwas Schreckliches gesehen hat. Jamie wird wegen Vergewaltigung angeklagt - und verurteilt. Eines Tages steht Beth vor Kit und Lauras Tür.
15 Jahre später leben Kit und Laura in ständiger Angst, verbergen ihre Identität und sind auch nicht in den sozialen Medien aktiv. Was war damals geschehen? Als Laura schwanger ist, reist Kit alleine zu einer Sonnenfinsternis auf die Färöer Inseln…
„Vier.Zwei.Eins“ gliedert sich in fünf Teile. So wie eine totale Sonnenfinsternis aus fünf Phasen besteht. Wobei die dritte Phase, die Totalität, die dramatischste und unheimlichste ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen mit wechselnden Perspektiven aus Sicht von Kit und Laura erzählt. Zudem punktet die Geschichte mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns, mit denen die Autorin die Handlung voran und die Spannung in die Höhe treibt.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Laura ist eher der emotionale Typ, Kit rational und logisch. Allerdings hüten beide ein dunkles Geheimnis. Und wie das so ist, bleibt es nicht bei einer Lüge. Auf die erste folgt die zweite, und so weiter.
Eine Sonnenfinsternis als Metapher für Wahrheit und Lüge. Licht und Dunkel. Doch es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern Vielschichtigkeit. Der Leser kann nie sicher sein, wer im Recht ist und wer im Unrecht, bis zur allerletzten Seite.
Fazit: Atmosphärisch, soghaft und von höchster Spannung. Ein Psychothriller, der einen am Ende sprachlos zurücklässt. Hammer!
Rezensionen von heinoko:
Was haben Wolken und Männer gemeinsam?
Witwendramen von Kusz Fitzgerald
„Was haben Wolken und Männer gemeinsam? - - Wenn sie sich verziehen, wird es ein schöner Tag.“
Als gebürtige Nürnbergerin ist mir Fitzgerald Kusz ein Begriff. Sein legendäres Theaterstück „Schweig Bub“, das 1976 im Staatstheater Nürnberg Erstaufführung hatte, war sein größter Erfolg und ist mir bis heute ins Gedächtnis gebrannt.
Die Kombination Kusz und drei Generationen Thalbach weckten in mir lachmuskeltechnisch die höchsten Erwartungen an das Hörbuch.
Fitzgerald Kusz legt ein Konglomerat aus allen möglichen Textgattungen zum Thema Witwe vor, urkomisch, fromm, derb, ordinär, abgedroschen, ernsthaft, traurig in einer wild gemixten Mischung. Viel Klischees werden aufgefahren, so mancher platte Witz wird gerissen, aber zwischendrin, ganz unscheinbar, scheint auch eine verhaltene Tragik durch das mehrfach geleerte Schnapsglas.
So genial auch die Vortragenden, allen voran deutlich herausragend Katharina Thalbach, in dieser szenischen Lesung der Vielfalt der Texte gerecht werden und sich in ihrem Zusammenspiel in großem Tempo die Textbälle zuwerfen - mir fehlte ganz eindeutig die Dimension des Sehens. Dazu sind die drei „Witwen“ viel zu sehr Schauspielerinnen, als dass sie sich nicht in Haltung, Gestik und Mimik zusätzlich ausdrücken würden, insbesondere da es sich ja um einen Live-Mitschnitt handelt und die Reaktionen des Publikums eine Interaktion zwischen ihnen und den Lesenden geradezu herausfordern. Dennoch hatte ich auch beim „Nur-Hören“ durchaus Vergnügen.
Rezensionen von manu63:
Die Macht der Worte
Die Bücherjäger von Husemann Dirk
Die Bücherjäger ist ein historischer Roman des Autors Dirk Husemann, erzählt wird die Jagd nach Büchern welche die damalige Welt ändern könnten. Poggio Bracciolini ist ein erfolgreicher Jäger nach antiken Schriften. Während des Konstanzer Konzil im Jahr 1417 bricht er mit Oskar von Wolkenstein auf, um in einem Bergkloster nach Buchschätzen zu suchen.
Damit setzen beide Ereignisse in Gang welche die gesamte abendländische Welt in Frage stellen könnten.
Das Buch wirft den Leser mitten ins Geschehen und geht mit guter Spannung weiter welche jedoch in Teilen nachlässt wenn der Autor Poggio über die antiken Schriften schwärmen lässt. Auch die zarte Liebesgeschichte hemmt immer wieder meinen Lesefluss. Einige Passagen hätten straffer erzählt werden können um die Spannung zu erhalten. Auch die Charaktere sind in Teilen relativ flach, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht um die Protagonisten besser einschätzen zu können. Poggio verliert sich zuweilen zu stark in seinen Schriften und Agnes wird mir nicht sympathisch. Sie ist eine der schwächeren Nebenfiguren. Der Hauptteil der Geschichte wird aus Poggios Sicht erzählt und die Nebenfiguren geben nur wenig Einblick in ihre Gedankenwelt.
Gut gelungen ist die Einteilung des Buches und die eingeschobenen Rückblicke auf Poggios Leben. Am Ende des Buches findet man ein Nachwort über Personen die tatsächlich gelebt haben und eine kurze Lebensbeschreibung sowie ein Personenverzeichnis mit Hinweisen auf historische Persönlichkeiten, ein Glossar mit Erklärungen rundet das Buch ab.
Mein Fazit, eine ganz gut erzählte Geschichte die Längen und kleine Schwächen aufweist. Liebhaber historischer Romane werden dennoch auf ihre Kosten kommen, da der Autor das mittelalterliche Leben gut einfängt.
Rezensionen von jiskett:
Ein guter Krimi
Souffle of Suspicion von Daryl Wood Gerber
"A Soufflé of Suspicion" ist das zweite Buch über Mimi Rousseau, die Besitzerin eines Bistros, deren Leben erneut durch einen Mordfall durcheinandergebracht wird. Zwar wird sie dieses Mal nicht selbst verdächtigt, aber dafür eine ihrer Angestellten und Freundinnen, weshalb sie versucht, den Fall zu lösen.
Mir hat gefallen, dass die Autorin einen guten Grund gefunden hat, um die Protagonistin zum zweiten Mal in Ermittlungen zu involvieren, da ich mich nach dem Lesen des ersten Bandes gefragt hatte, wie sie das tun würde. Die Serie ist nach dem Bistro benannt und somit ist das Setting mehr oder weniger darauf beschränkt, weshalb ich gespannt bin, wie es sich in den nächsten Bänden ergeben wird, aber hier war Mimis Arbeit am Verbrechen definitiv plausibel. Der Fall selbst war interessant; es gab viele verschiedene Theorien und die meisten der involvierten Personen hatten sowohl ein starkes Motiv als auch die Gelegenheit zur Tat, weshalb es nicht leicht war die Wahrheit herauszufinden. Ich habe die ganze Zeit versucht den Täter zu erraten und ich mochte, dass die Auflösung erst kurz vor dem Ende deutlich wurde, da es einige gute Verdächtige gab. Die falschen Fährten waren überzeugend und die Protagonistin musste ihre Theorien mit jedem neuen Hinweis, den sie entdeckte, in Frage stellen. Das hat mir gefallen, umso mehr, da der Konflikt zwischen dem Glauben an die Unschuld der Freundin und dem Versuch, objektiv zu sein, schön dargestellt war.
Obwohl ich das Buch insgesamt gut fand gab es doch ein paar Aspekte, die mir nicht gefallen haben. Schon beim ersten Band hatte ich kritisiert, dass Mimi manchmal zu leicht an Informationen kam und dass der Sheriff keine große Rolle gespielt hatte. Das ist hier leider wieder der Fall, auch wenn ich sagen muss, dass der Sheriff für mich wichtiger zu sein schien, was ich mochte. Es ist ebenfalls anzumerken, dass es Zeugen gab, die wütend auf ihre Anschuldigungen oder Fragen reagiert haben und nicht jeder bereit war, ihr alles zu erzählen. Trotzdem gab es Szenen, in denen jemand ihr einfach so jede Menge Informationen gegeben hat. Es ist nur ein kleiner Kritikpunkt, hat mich aber gestört.
3,5 Sterne
Rezensionen von Lotta:
Wichtiges Thema, aber etwas zu viel des Guten
Spinster Girls - Was ist schon normal? von Holly Bourne
Evie möchte nichts anderes als ein normales Leben führen. Schließlich hat sie die letzten drei Jahre eher weniger normal mit einer Krankheit voller Zwänge inklusive Aufenthalt in einer Psychiatrie verbracht. So ist es für sie einfach nur Klasse auf der neuen Schule direkt Anschluss zu finden.
Der Schreibstil lässt sich sehr leicht und angenehm lesen, die kurzen Kapitel verleiten einen schnell dazu weiter zu lesen als eigentlich zeitlich geplant.
Gerade den Erzählstil finde ich erwähnenswert, da Evie aus ihrer Sicht erzählt und zeitweise auch eher Tagebuch führt. Ihre Gedanken, Gefühlte und Probleme kommen so viel deutlicher hervor, als in anderen Büchern aus der Ich-Perspektive. Was natürlich auch dazu führt, dass man sich manchmal fragt, wo eben dieser Gedanke oder jener nun herkommt und wie man da bitte schön drauf kommt. Doch mit einer noch nicht überwundenen Krankheit ist das alles nicht so einfach...
Eigentlich gibt es nicht nur ein wichtiges Thema in diesem Buch, sondern gleich zwei, zum einen, dass Normalsein wirklich schwierig ist und es fraglich ist, ob es überhaupt ein Normal gibt. Dies wird besonders durch die verschiedenen Charaktere und ihre Art zu Handeln dargestellt.
Das zweite wäre dann Feminismus, jedoch durch die erst 16 Jahre alten Charaktere sehr auf ihren Alltag bezogen. Dahinter stecken Ideen, auf die ich persönlich so nie gekommen wäre.
Leider hat sich Evies Story die letzten etwa 100 Seiten etwas gezogen, die Handlung war nicht immer fesselnd, da oftmals sehr identische Dinge passiert sind. So komme ich insgesamt auf 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von jiskett:
Eine nicht unbedingt realistische, aber unterhaltsame Lektüre
Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan
Da ich "Calendar Girl" und "Trinity" gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die neue Reihe von Audrey Carlan. Ihr Konzept ist dem von "Calendar Girl" sehr ähnlich - es gibt zwölf Geschichten, der Protagonist/die Protagonistin erlebt in jeder etwas ganz Neues und natürlich gibt es auch erotische Szenen.
Der erste Sammelband der "Dream Maker"-Reihe hat mich aber nicht ganz so sehr überzeugt wie "Calendar Girl: Verführt".
Die Idee der Agentur 'International Guy', die ihren Kunden dabei helfen will, ihr Leben zu verbessern und bereit ist, sie in jeder Hinsicht zu beraten, fand ich interessant und ich mochte, dass die drei vorgestellten Aufträge alle unterschiedlich waren. Obwohl "Paris" eine gute Einleitung war, muss ich sagen, dass ich diese Erzählung von den drei hier enthaltenen am wenigsten überzeugend fand. Ich mochte die Kundin selbst, aber irgendetwas hat mir gefehlt, alles blieb ein bisschen oberflächlich und die Geschichte hat mich deshalb nicht gepackt. Die anderen beiden Geschichten haben mir dagegen insgesamt gefallen; die Arbeit mit den Kunden war schön dargestellt und ich fand diesen Aspekt des Buches eigentlich am interessantesten. Mir ging die Erfüllung der Aufträge zwar immer ein bisschen zu leicht und alles war irgendwie unrealistisch, was vor allem der kurzen Zeitspanne geschuldet ist, die das Team an einem Ort verbringt, doch letztlich geht es - wie der Titel schon sagt - darum, die Träume der Kundinnen zu ermöglichen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Deshalb hat es mich nicht gestört, wenn genau dies am Ende eingetreten ist, obwohl ich gerne mehr Details und stellenweise einen größeren Fokus auf der Arbeit des Protagonisten gehabt hätte. Ich fände es gut, wenn Band 2 komplexere Aufträge behandeln würde, da die Probleme der Kunden hier keine große Herausforderung zu sein schienen.
Mir hat gut gefallen, dass der Auftrag in der ersten Geschichte so bedeutsam war, dass alle drei Partner - darunter Parker Ellis, der Protagonist - beteiligt waren, da man so die Charaktere und ihre Dynamik kennen lernen konnte. Royce und Bo sind auf jeden Fall interessant und ich hoffe, sie werden in den nächsten Bänden eine etwas größere Rolle spielen. Was ich von Parker selbst halten soll, weiß ich noch nicht genau. Er ist mir nicht unsympathisch, doch ich fand irgendwie fragwürdig, dass es ihm im Umgang mit den im Buch behandelten Kundinnen oft um Sex zu gehen schien - selbst wenn die Frauen damit einverstanden waren - und gerade in "Kopenhagen" war sein Verhalten für mich oft nicht verständlich, besonders am Ende. Die in der Inhaltsangabe angedeutete Liebesgeschichte hat allerdings durchaus Potential; die Chemie zwischen den beiden stimmt und Skyler ist toll, sodass die Erzählung, in der es um sie geht, mir von den dreien am besten gefallen hat.
"Dream Maker: Sehnsucht" hat mich, obwohl es in vielerlei Hinsicht unrealistisch ist, gut unterhalten. Ich fand die verschiedenen Aufträge der Agentur interessant und besonders die letzten beiden Geschichten haben mir gefallen. Meiner Meinung nach ist aber die Balance zwischen der Arbeit von 'International Guy' und der sexuellen Spannung mit den Klientinnen nicht hundertprozentig gelungen, da Parker dadurch gelegentlich unprofessionell wirkte, selbst wenn seine Methoden Erfolg hatten.
3,5 Sterne
Rezensionen von Gaby 2707:
Tragik, Satire und Humor toll vereint
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
"Es gibt Schlimmeres im Leben"
1953 ist Juri Zipit zwölfeinhalb Jahre alt, hat aber in seinem Leben schon viel mitgemacht, was ihn auch geprägt hat. Er wurde vor sechs Jahren von einem Milchlaster angefahren und anschließend von einer Straßenbahn überfahren. Er hat einen, wie er es beschreibt, beschädigten Körper und geschädigten Verstand, aber eine starke ungebrochene Seele.
Vor allem sagt er immer, was er gerade denkt. Er wird immer anders sein. Aber gerade diese Andersartigkeit, der Ausdruck, der auf seinem Gesicht liegt, macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Die Menschen lieben ihn und dieses Gesicht und vertrauen ihm ihre geheimsten Gedanken an. Obwohl sie dies oft nicht wollen. Und Juri hat gelernt, damit umzugehen.
Zusammen mit seinem Vater Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit, einem weltberühmten, allseits respektierten Veterinärarzt lebt er in einer Personalwohnung des Zoos in Moskau gegenüber dem Elefantengehege. Als sein Vater eines Tages zu einer geheimen Behandlung eines geheimen Kranken abgeholt wird und Juri mitnimmt, gerät der Junge als Stalins Vorkoster bald mitten hinein in die Machtkämpfe und politischen Intrigen auf Stalins Datscha.
Christopher Wilson lässt Juri in seiner altersmäßig einfachen, kindlich naiven und langsamen Sprache erzählen. Sich selbst beschreibt Juri sehr intensiv und richtet auch immer mal wieder das Wort an uns, den Leser. "Das was ich erzähle, ist alles wahr. Absolut, komplett, total wahr. Bis auf ein paar Kleinigkeite, die ich ändern musste. Aber nur, was Zeiten, Orte, Namen und Ereignisse angeht." Kennt man die Geschehnisse um Stalins letzte Wochen herum, so kann man diese Änderungen aber schnell zuordnen.
Obwohl immer wieder auch von Greuel und Schrecklichem erzählt wird – durch die Erzählung von Juri nimmt es an Schrecken ab und wirkt wie leicht daher erzählt. Diese Leichtigkeit durchzieht die ganze Geschichte. Trotzdem empfand ich es beim Lesen schon hier und da als schwere Kost, eingewickelt in einen Mantel aus Humor, Satire und Tragik, die nachwirkt und genügend Spielraum für eigene Gedanken lässt.
Ich habe hier und da schmunzeln müssen, einige Male auch laut gelacht, an anderen Stellen nicht glauben wollen, was dort steht. Aber durch die vielen Dialoge, die sich manchmal über Seiten hinziehen, war ich auch mal etwas gelangweilt.
Ein tolles Buch voller Tragik, Satire und Humor, aber auch mit einem tiefen Ernst. Ich habe es sehr gerne gelesen und das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne..
Rezensionen von Nepomurks:
Überraschend einfache, aber sehr effektive Übungen!
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Günther Bisges hat auf seiner CD „Feldenkrais - Mund und Kiefer ganz entspannt“ eine MP3-Folge zusammengestellt, mit der man sich im Grunde die Kopfpartie in ihrer gesamten Anatomie bewusst machen kann und gut umzusetzende Übungs-Anleitungen zur Entspannung der Mund-, Kiefer- und Nackenmuskulatur erhält.
Ich fand zunächst einmal die Stimme des Sprechers sehr angenehm und eingängig. Es wird sehr ruhig und gut verständlich gesprochen, zwischen den einzelnen Übungen gibt es dazu immer wieder nützliche Pausen. Der inhaltliche Aufbau der Übungen zum Verständnis der betreffenden Muskulatur-Bereiche des Kopfes war für mich persönlich sehr gut gestaltet und sogar ziemlich interessant. Die Abläufe der Übungen bauen zwar im Grunde aufeinander auf, können aber auch im Einzelnen zur Anwendung kommen. Die jeweiligen Kapitel (Gesamtdauer mit Einführung ca. 60 Minuten) waren alle sehr leicht nachzuvollziehen, bzw. mitzumachen. Ich hatte zuvor noch keinerlei Kontakt mit der „Feldenkrais-Methode“, war aber positiv überrascht von den merkbaren Auswirkungen. Die Übungen sind sicherlich kein „Allheilmittel“, aber bei mir als typischer „Zähne-Knirscher“ ist es im Kiefer-Bereich und auch im Nackenbereich tatsächlich wesentlich besser geworden. Schön finde ich zudem, dass man die Übungen überall anwenden kann und sie in der Gestaltung und in der Art der Durchführung einfach gehalten sind. Das Einzige, was man benötigt, ist wohl etwas Ruhe.
Ich kann die CD aus meiner Sicht jedenfalls absolut uneingeschränkt weiterempfehlen, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von rewareni:
Die Macht der Liebe
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Im 13. Jahrhundert, in dem Hexenverbrennung und Aberglaube eine große Rolle spielen, begegnen sich zwei Menschen, die beide eine tragische Lebensgeschichte hinter sich haben. Der Herzogssohn Alexander, der bei einem furchtbaren Brand, nicht nur Freunde bei seiner Rettungsaktion verliert, sondern auch schreckliche Brandnarben davon trägt, wird von diesem Moment an nur mehr der Kapuzenmann genannt.
Da kommt es seiner verhassten Stiefmutter Otilia recht, dass man ihn für die furchtbare Tragödie verantwortlich macht und ein jahrelanger Fluch wird von nun an Alexander begleiten. Sein Zufluchtsort ist eine verlassene Burgfeste, wo er ein einsames und zurück gezogenes Leben führt. Bis zu dem Tag als er im Wald Flötentöne hört, die sein Herz berühren. Die Flötenspielerin Leah ist selbst eine Vertriebene, der man als Kind, nachdem eine Frau bei der Geburt ihren Sohn verloren hat, den bösen Blick zugeschrieben hat und sie der Hexerei angeklagt werden sollte. Nach ihrer Flucht in dem Dorf gelandet, ist für sie das Flötenspiel ein Ausdruck für all ihre Empfindungen, egal ob fröhlich oder traurig. Zwei Menschen, die beide eine schwere Last tragen, finden langsam, aber sicher zusammen. Viele Ängste und Hürden müssen sie überwinden, wo die Schatten der Vergangenheit immer wieder drohen sie zu umhüllen. Kämpfe um Leben und Tod werden immer wieder ihr Begleiter sein, wo sich zeigen wird, dass die Kraft der Liebe ein starkes Schwert ist, das nie aufhört zu kämpfen.
Die Autorin Hilga Höfkens hat mit ,, Die Flötenspielerin´´ einen historischen Roman geschrieben wo man als Leser eintauchen kann in Turnierkämpfe, edle Ritter und Aberglaube. Es ist eine romantische Liebesgeschichte, wo man zwar schon Beginn weg weiß, dass sich die zwei Liebenden finden werden, aber es ist trotzdem schön zu lesen, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen. Fast schon märchenähnlich wird die Geschichte erzählt, wo man als Leser eintauchen kann in Empfindungen, die das Flötenspiel auslösen, wo es schöne Beschreibungen des Zusammentreffens der beiden gibt und wo man auch eine Einführung in die Kräuerkunde bekommt. Leah kennt sprichwörtlich für jede Krankheit und für alle Beschwerden ,,ein Kraut´´ , wo man selbst einen spannenden Einblick bekommt. Die Geschichte ist locker geschrieben und man kann für ein paar Stunden eintauchen in eine Zeit wo tapfere Ritter um die Gunst ihrer Dame buhlen, wo das Aderlassen eine gängige, aber kaum hilfreiche Methode war einen Kranken zu heilen und wo zum Glück das Gute über das Böse siegt.
Rezensionen von heinoko:
Explodierendes Oma-Glück
Kidnapping Oma von Morgenroth Matthias
Was für eine wunderbare Beschreibung: Oma-Glück, das in der Achterbahn geradezu explodiert… Ein Autor, der so ein intensives Gefühl beschreiben kann, dem konnte nur ein richtig, richtig gutes Kinderbuch gelingen!
Leni und Jonas sind viel allein, denn die Mutter muss immerzu arbeiten, manchmal auch am Wochenende.
Die beiden Kinder sind sehr selbstständig, Mama kann sich auf sie immer verlassen. Der Vater ist weit weggezogen. Großeltern gibt es nicht, wie die Mutter ihnen erzählt hatte. Traurig und etwas ratlos wird Leni, als sie in der Schule einen Aufsatz schreiben soll über einen Tag mit Oma oder Opa. Wie sollte sie das schaffen, ohne je einen solchen Tag erlebt zu haben? Eine seltsame Begegnung am Spielplatz wirft plötzlich viele Fragen auf. Wer ist diese alte Frau, die mit ihrem Shetlandpony auf der Wiese sitzt? Warum hat sie einen so seltsamen Akzent? Warum versteckt sie sich im Gebüsch, mit einem Fernglas vor den Augen? Nach und nach kommt Leni und Jonas ein Verdacht. Könnte es sein, dass diese alte Frau mit Pony, die ihnen so viele Fragen stellt, tatsächlich ihre Oma ist? Wenn das so ist, darf Oma keinesfalls wieder entwischen, notfalls muss man sie entführen! Und so beginnt ein großartiges Abenteuer, denn Oma lässt sich tatsächlich von Leni und Jonas kidnappen, und die drei erleben mit Campingbus, Pony und gemeinsamer Zeit das beste Wochenende ihres Lebens, denn Oma fährt mit in der Achterbahn, spielt endlos Mensch-ärgere-dich-nicht und beim Schwimmen im Badesee. Als sie allerdings bemerken, dass sie von der Polizei gesucht werden, wird aus dem Spiel schnell Ernst…
Für 8- bis 10-jährige Leseratten bietet das Buch allerbestes Lesefutter. Es ist ausgesprochen spannend und mit ganz großem Humor erzählt. Kurzweilig und mit viel, viel Herz wird das Leben von zwei Kindern erzählt, wie es inzwischen so viele Kinder aus ihrem eigenen Umfeld kennen: Vater oder Mutter alleinerziehend mit Beruf, sodass die Ansprüche der Kinder auf der Strecke bleiben müssen. Es wird auch thematisiert, wie alte Streitigkeiten unausgesprochen auf der Familie, besonders auf den Kindern lasten. Und wie feinfühlig Kinder spüren, wenn sie belogen werden. Die vielen überraschenden Ereignisse und Wendungen im Buch machen das Lesen oder Vorlesen zu einem wahren Vergnügen, insbesondere das wohltuend warmherzige Ende lässt alle vorherigen Spannungen und Entbehrungen vergessen. Miteinander reden hilft. Versprechen muss man halten. Es braucht nicht viel, um zufrieden zu sein. Alles Botschaften, die in der fröhlichen Handlung so ganz nebenbei verpackt sind. Und die wichtigste aller Botschaften natürlich: Habt Zeit für einander. Es gibt nichts Wichtigeres, als gemeinsame Zeit mit der Familie zu verbringen. Und allein schon wegen dieser Botschaft sollten auch Erwachsene dieses zauberhafte Kinderbuch lesen! Die karikaturhaften Illustrationen von Marloes de Vries passen meiner Meinung nach sehr gut zum humorvollen, vergnüglichen Schreibstil des Buches.









