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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber:

Liebesgeschichte: ja Psychologischer Thriller: nein

Der Abgrund in dir von Lehane Dennis

D

er erste Teil beginnt spannend und der Aufbau der Geschichte macht zum Teil atemlos. Aber was ist mit dem zweiten Teil passiert? Unwillkürlich hatte ich das Gefühl, das hat jemand anderer geschrieben, denn die Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen und weit entfernt von einem Thriller oder ist es schon ein Thriller, wenn es viel Blut und einige Tote gibt?

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Rezensionen von Lotta:

Emanzipation fehlgeschlagen

Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan

Parker Ellis leitet mit seinen beiden Freunden die Agentur International Guy, welche Frauen hilft erfolgreicher zu werden. Dazu besucht er die Frauen und lernt sie sehr genau kennen.

Nachdem ich Calendar Girl teilweise verschlungen hatte, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Es klingt vom System her ähnlich, nur ein Tausch der Geschlechter wurde vorgenommen.

Im Großen und Ganzen kann man es auch so beschreiben, aber die besuchten Frauen werden meist nur Oberflächlich beschrieben und ohne diese tollen männlichen Geschöpfe würden sie wohl untergehen und das in Sachen Finanzen, Liebe, Kleidung, Haar und Make up. Einmal rundum Programm bitte!
Emanzipation fehlgeschlagen kann ich dazu nur sagen.

Der Schreibstil war mir daher schon bekannt, lässt sich locker leicht lesen, jedoch glaube ich, dass die Übersetzerinnen teilweise etwas daneben gegriffen haben in ihrer Wortwahl. So finde ich es unpassend wenn Männer Ende 20 sich mit feinster Jugendsprache unterhalten und der Kosename "mein Hübscher" klingt auch eher nach einem Pferd.

Paris war wirklich noch interessant, da es ab und zu tiefere Einblicke in den Charakter und das Leben von Sophie gab.
Bei Skyler aus New York sieht das ganze schon etwas anders aus, hier bleibt es recht oberflächlich und gefühlt kommen die beiden gar nicht aus dem Bett heraus.
Kopenhagen war dann zum Ende hin einfach überflüssig, kitschig und ich war wirklich kurz davor Christina mal den Hals umzudrehen.

Insgesamt eine wirkliche Enttäuschung. Nicht nur, dass diese Reihe als Calendar Girl Abklatsch gelten kann, sondern auch, wie die Frau in diesen Büchern dargestellt wird. So vergebe ich 2 Sterne.

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Rezensionen von Booo:

Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan

Rezensionen von heinoko:

Zeitgeschichte unterhaltsam verpackt

Das Jahrhundertversprechen von Richard Dübell

Leider kannte ich die beiden Vorgängerbände dieser Trilogie bislang nicht, was ich im Nachhinein sehr bedauere. Dennoch konnte ich mich sofort gut in diesem dritten Band mit seinen Personen zurechtfinden. Dem Autor ist es gut gelungen, auch „Neulesern“ den Einstieg problemlos zu ermöglichen.

Es geht um die Familie Briest in der Zeit der Weimarer Republik 1921.

Obwohl der erste Weltkrieg bereits seit 3 Jahren zu Ende ist, herrschen Not und Elend. Hohe Reparationszahlungen zwingen das Land in die Knie. Hunger ist Alltag. Wirre politische Strömungen schaffen Angst und Unsicherheit. Otto und Hermine Briest stehen kurz vor dem Bankrott, die Tochter Luise hofft auf eine Filmkarriere. Die Menschen suchen Ablenkung von ihrer Not, und so boomt alles, was kurzzeitig Vergnügen bereitet, Filmtheater, Varietés und Autorennen. Max, der Ziehsohn der Familie Briest, der einst Luisa das Leben gerettet hatte, versucht sich als Rennfahrer zu beweisen, doch ein Erzfeind der Familie von Briest nutzt die Politik der Zeit, um den Untergang der Familie von Briest voranzutreiben.

Vom Buchumfang von mehr als 650 Seiten zu Anfang etwas verschreckt, nahm mich die Geschichte jedoch nach kurzem Einlesen restlos gefangen, und ich las mich mit großer Freude und kurzweilig unterhalten durch die Zeit von 1921 bis 1928. Richard Dübell versteht es meisterhaft, eine Zeitspanne lebendig werden zu lassen, deren Schattenseiten mir bislang in dieser geschilderten Eindrücklichkeit nicht bewusst waren. Die Zwanziger Jahre waren mir als Zeit der überschäumenden Lust an Ablenkung, an Unterhaltung, an Tanz und Champagner im Gedächtnis. Die unendliche Not, der zu entfliehen die Menschen versuchten, wurde mir erst durch dieses Buch augenfällig, nachspürbar, erschreckend nah. Dem Autor gelingt es auf großartige Weise, politisches, gut recherchiertes Hintergrundwissen so mit der erzählten Handlung zu verweben, dass man keinen Moment der Langeweile erlebt, aber dennoch diese gespenstisch anmutende Zeit der Tristesse, der Orientierungslosigkeit, des aufkommenden Nationalsozialismus und all der damit verbundenen Ängste stets als leise Drohung im Hintergrund grollen hört. Bedeutende Namen lernen wir kennen wie Fritz Lang, den Stummfilm-Regisseur, oder den Politiker Walter Rathenau, der als Reichsaußenminister einem Attentat zum Opfer fiel. Die anständige Familie von Briest und Max mit seiner liebenswerten Berliner Schnauze sind mir im Buch ans Herz gewachsen, und so beende ich diesen dritten Band der Trilogie etwas traurig, insgesamt jedoch bereichert und mit einer unbedingten Leseempfehlung.

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Rezensionen von Meli:

Das Feuer dieser Königin brennt eher schwach

Fire Queen von Sangue Vanessa

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Sie hat ihre Regeln gebrochen und ihn viel zu nah an sich heran gelassen, und nun zahlt sie den Preis ...
Saphira hat Madox vertraut, doch er hat sich als Feind entpuppt. Wie konnte sie so blind sein und warum schmerzt sein Verrat so sehr? Nun will sie die Vargas mehr denn je besiegen und sich vor allem an Madox rächen.

Doch während andere Gegner sich auf Saphiras Vernichtung vorbereiten, will Madox eigentlich nur wieder bei ihr sein ...

Cover und Titel
Da der Titel des ersten Buches so gut gepasst hat, hatte ich mich schon auf eine furiose, kraftvolle Saphira gefreut und die Rachegelüste am Anfang schienen vielversprechend. Doch leider konnte Saphira diesem Titel nicht ganz gerecht werden und daher finde ich den Titel auch nicht so perfekt wie im ersten Teil.

Protagonisten
Leider konnte Saphira meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Nach ihrem starken, dominanten Auftreten im ersten Band habe ich hier sogar noch mehr von ihr erhofft, da sie nun ja auch einen neuen Antrieb hat: Rache. Und ja, sie ist verletzt und nimmt Madox seinen schrecklichen Verrat zu Recht übel, aber sie unternimmt nur wenig und beweist leider an keiner Stelle, dass sie dem Titel Capo gerecht wird.
Durch ihre emotionale Verwirrung erkennt sie, dass ihr Madox wohl doch eine Menge bedeutet und dieser empfindet das ähnlich. Trotz seines Verrats sorgt er sich sehr um ihr Wohl, vermisst sie und zeigt das auch immer wieder. Unser gefährlicher Attentäter wurde in diesem Buch ziemlich weich und ließ oft Gefühle durchscheinen.
Zwar finde ich es gut, dass sich die Charaktere in emotionaler Hinsicht weiterentwickelt haben, aber gleichzeitig finde ich es auch schade, wie viel von ihrer herrischen Persönlichkeit gleichzeitig verloren ging. Gerade das hatte mir im ersten Buch so gut gefallen und hier hat mir sehr gefehlt.

Handlung und Schreibstil
Mein Problem mit Fire Queen war vor allem, dass es nicht annähernd an den Vorgänger rankam. Wir haben hier eigentlich eine interessante Kulisse, die dann aber kaum genutzt wird und keinerlei Tiefe hat, sondern nebenbei lief. Man hat wenig über das Leben der Charaktere in diesem Umfeld erfahren und auch wenig darüber, wie die aktuelle Lage so ist. Die Mitglieder der Famiglia waren eher unscheinbare Spielfiguren und obwohl betont wird, wie wichtig die Famiglia ist, konnte man das nicht spüren.
Von Madox, Saphira und anderen hohen Tieren würde man angesichts ihrer Vorgeschichte ja erwarten, dass sie misstrauisch sind, sich aber auch mit Intrigen auskennen und vieles durchschauen. Zwar ist ihnen das auch manchmal gelungen, aber dann waren mir die geschmiedeten Pläne immer viel zu simpel gestrickt und waren kaum mehr als direkte Angriffe. Zwar brutal, aber ziemlich langweilig.
Die Liebesgeschichte zwischen Saphira und Madox hat mir gut gefallen, doch ansonsten haben mir an einigen Stellen mehr Gefühle gefehlt. Es kommt oft zu Toden und diese sind sowohl in der Ausführung als auch in der Verarbeitung schnell abgehakt. Man könnte auch sagen, dass die Leute der Cosa Nostra daran gewohnt sind, aber doch nicht bei jedem.

Fazit
Insgesamt konnte "Fire Queen" dem Vorgänger einfach nicht gerecht werden. Die Charaktere waren nur ein Schatten ihrer früheren Persönlichkeit, die Handlung war eher einfach gestrickt und das Setting war auch nicht mehr wirklich überzeugend. Schade!

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Rezensionen von rewareni:

Utopische Geschichten

Die letzte Fahrt der Enora Time von Andreas Gruber

,, Die letzte Fahrt der Enora Time´´ bietet uns 11 utopische Kurzgeschichten, geschrieben von dem phantasievollen Autor Andreas Gruber. Der mit seinem seltsamen Vorwort gleich eine Schockstarre bei seinen Lesern auslöst und dafür aber im Nachwort dafür büßen muss!!!!
In seinen Geschichten kann man eintauchen in die Weiten des Weltraumes und hautnah dabei sein wenn der Bordcomputer mit seinem Raumschiff etwas anderes vor hat, als die Crewmitglieder.

Da bekommt man SF in seiner Reinkultur und Erinnerungen an ,,Raumschiff Enterprice´´ werden dabei wach.

Aber auch humorvoll gelingt es Andreas Gruber in der Geschichte ,, Heimkehr nach Algata´´ mit originellen Wortschöpfungen und Situationskomik eine SF Story seinen Lesern näher zu bringen.

Dass er aber auch düstere Dystopien auf Lager hat beschreibt er in der Geschichte
,, Ecke 57th Street´´, wo Kabeln, Datenleitungen, Glasfaserstränge… sich nicht mehr dort befinden, wo man sie eigentlich vermuten würde.

Schön ist wie immer bei seinen Erzählbänden, dass man vor jeder Geschichte eine kurze Einleitung findet, wo der Autor über die Entstehungsgeschichte, persönliche Erinnerungen…. berichtet.

So ist ,, Joyce´´ eine ,,zeitreisende´´ Liebesgeschichte, an deren Entstehung seine Frau nicht ganz unbeteiligt war.

Eine bunte Mischung also, wo man zu den Geschichten einmal mehr und einmal weniger Zugang findet, aber trotzdem gut unterhalten wird. Für Andreas Gruber Fans wieder ein weiterer Erzählband aus dem Luzifer Verlag.

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Rezensionen von rewareni:

Ein Kampf, um Leben und Tod

Amurante von Rico Forwerk

Kayleigh ist froh, ihre furchtbaren Erlebnisse, die sie vor Monaten in der Waldhütte erleben musste, so halbwegs verarbeitet zu haben. Ihre Sitzungen bei einem Psychotherapeuten helfen ihr dabei und ihr Arbeitskollege Max, der sich auffallend um sie bemüht, lassen sie endlich so etwas wie Normalität verspüren.

Doch plötzlich hat sie seltsame Träume, in der auch wieder der Vogelmann auftaucht, der ihr damals geholfen hat und ihre Traumreise führt sie in die Vergangenheit zu ihrem Vorfahren, der Andeutungen macht über schreckliche Dinge, die unterhalb in den Gänge von London passieren. Als Kayleigh erfährt, dass gerade in dieser Stadt plötzlich Menschen verschwinden, die sich zuvor krankhaft verändert haben, weiß sie, dass sie eine Aufgabe bekommen hat, die nur sie erfüllen kann. In London trifft sie auf ihre früheren Freunde Ben und Miranda und als diese ebenfalls verschwindet macht sie sich auf die Suche nach ihr. Das Tagebuch ihres Vorfahrens, das sie heimlich aus einem Grab gestohlen hatte, macht ihr nicht viel Mut, denn die Geschehnisse unterhalb Londons, sind für den normalen Verstand kaum greifbar. Aber Kayleigh ist bereit den Kampf aufzunehmen und sie erlebt Dinge, die keinem Menschen zu wünschen sind.

,, Amurante- Die Krankheit´´ ist ein 582 Seiten starker Wälzer aus der Feder von Rico Forwerk. Es handelt sie hierbei um den 2. Teil der Amurante Reihe. Man kann der Handlung problem folgen, auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben. Wer sich natürlich für die voran gegangene Entführung von Kayleigh interessiert, dem kann ich den 1. Band ,, Amurante- Der Wald´´ auch empfehlen.
Der Autor schafft es mit seiner spannenden, unheimlichen und bildgewaltigen Geschichte den Leser von Beginn weg in Atem zu halten. Er hat einen angenehmen Schreibstil und verwendet oft auch Wörter, die im Sprachgebrauch selten vorkommen wie z.B. invatierend, erratisch, Invasor… Dadurch erzeugt er immer wieder eine ,,vornehme´´ und besondere Stimmung.
Seiner Protagonistin macht er wie schon im ersten Band, das Leben sehr schwer. Als Leser leidet man mit ihr, man begibt sich auf spannende Reisen in die Vergangenheit oder in die grauenvolle Unterwelt. Kaum denkt man, dass Kayleigh einen Schritt nach vorne geschafft hat, fällt sie schon wieder zwei Schritte zurück. Der Autor lässt seine Leser mit seiner detailierten Bildbeschreibung ein Kopfkino erleben, wo man sowohl die gruseligen Szenen, als auch die farbenprächtigen Bilder vor sich sieht.
Eine spannende Geschichte, die immer wieder mit Überraschungen aufwartet und ein Ende, mit dem man als Leser nicht rechnet.
Rico Forwerk hat sich schreibtechnisch gut weiter entwickelt und ich bin schon neugierig, wie die ,,Amurante Reihe´´ weitergeht.

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Rezensionen von liesmal:

Miteinander in einer Welt

Sprichst du Schokolade? von Lester Cas

Die Geschichte spielt in England. Als Nadima als „Neue“ in Josies Klasse kommt, ist es mit der Verständigung nicht ganz einfach. Über die Sprache gibt es jedenfalls zunächst keine Möglichkeit, denn Nadima spricht kein Englisch. Doch die Sprachbarriere wird durchbrochen, als Josie Nadima ein Stück Schokolade anbietet und dazu die Frage stellt: „Sprichst du Schokolade?“ Auch Nadima hat etwas zum Naschen dabei – und schon klappt es zwischen den beiden Mädchen mit der Verständigung.

Immer wieder finden sie Wege, wie sie „ohne Worte“ miteinander kommunizieren können.
Allerdings ist die Sprache nicht das einzige, was die Mädchen voneinander unterscheidet. Nadima, ihre Eltern und Geschwister kommen aus einem anderen Kulturkreis, sind als Flüchtlinge nach England gekommen und versuchen hier ein neues Leben zu beginnen.
Ganz langsam nähern sich Josie und Nadima an. Feinfühligkeit und Fingerspitzengefühl sind notwendig. Das ist für Josie nicht immer ganz einfach. Sie hat zwar ein großes Herz, einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und setzt sich für andere ein, allerdings kommen die Worte oft schneller aus ihrem Mund, als dass sie sich Gedanken darüber macht, was unüberlegte Worte anrichten können.
Das Cover sieht fremdartig und sehr ansprechend aus. Viele Geschichten aus dem Buch tauchen dort in Bildern auf. Die einzelnen Kapitel, die im Schnitt fünf Seiten lang sind, sind mit Überschriften versehen. Themen sind Legasthenie, Essen aus anderer Kultur, Katastrophen, die manchmal durch Unüberlegtheit entstehen, es geht um Ausraster, um Wut, Tränen und Eifersucht, aber auch um Verständnis füreinander, um Freundschaft und Einsicht, um Armut und um Stolz.
Was viele Menschen nicht bedenken, wird in diesem Buch, das sicherlich nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene lesenswert ist, sehr einfühlsam beschrieben: was einzelne Menschen und Familien erlebt haben, die ihre Heimat sicherlich nicht gern verlassen haben, aber dennoch als Flüchtlinge in einem für sie fremden Land versuchen, sich ein neues – ein sicheres – Leben aufzubauen.

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Rezensionen von heinoko:

Manches bleibt im Dschungel-Dunkel

Ins Dunkel von Jane Harper

Ein unglaublich fesselndes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann!

Es wirkt fast wie ein Schulausflug: Eine Männer- und eine Frauengruppe, jeweils zu fünft, fröhlich-aufgeregt, haben als teambildende Maßnahme von ihrer Firma eine mehrtägige Wanderung durch den australischen Busch zu absolvieren, nur mit Landkarte, Kompass und ihrem Rucksack versehen.

Kein Handy. Beide Gruppen haben unterschiedliche Routen, Treffpunkt am vierten Tag 12 Uhr wieder zurück am Ausgangspunkt. Die Männer sind pünktlich da. Viele Stunden später tauchen auch die Frauen auf, verletzt, nach Hilfe schreiend – und es sind nur vier! Der Ermittler Aaron Falk und seine Kollegin müssen Alice, die vermisste Frau, unbedingt finden, denn sie ist eine wichtige Information.

Bereits der Prolog hat mich gepackt, und so ist es das gesamte Buch über geblieben. Ich hing an den Seiten, konnte nicht mehr aufhören. Jane Harper hat einen unglaublich intensiven Sprachstil, dessen Bilderwelt einen regelrecht verfolgt. Geradezu filmreif sieht man das Geschehen vor sich, man wird hineingestoßen in eine Welt, in der die Natur die wahre Herrscherin ist, ihren eigenen Gesetzen folgend, die uns Menschen in ihrer Gewalt Angst macht. Man erlebt hautnah die Kälte, die in jede Pore zieht, und spürt den eisigen Regen, der überall eindringt. Man erlebt, wie Dunkelheit und seltsame Geräusche die Angst steigern. Und wie vor allen Dingen die fünf Frauen in ihrer Unterschiedlichkeit sich erst einmal mit halbwegs freundlicher Bereitschaft bemühen, miteinander auszukommen, aber je mehr Angst und Verzweiflung Raum gewinnen, fällt diese Fassade ab und harte Wahrheiten brechen auf.
Man tut gut daran, das Buch möglichst zeitnah von Anfang bis Ende zu lesen (wozu einen die Spannung sowieso bringt). So stören die nach rückwärts unterschiedlich zeitversetzten Perspektivwechsel etwas weniger. Diese verhackstückte Erzählweise ist leider ein derzeit gerne benutztes Stilmittel zur Spannungsverdichtung, wobei das vorliegende Buch dies absolut nicht gebraucht hätte, denn die Geschichte ist richtig gut, absolut packend, sie spielt intensiv mit unseren Ängsten und sie schildert psychologisch nachvollziehbar extrem unterschiedliche Charaktere und deren Reaktion in einer Ausnahmesituation.

Bis fast zum Schluss bleibt man als Leser im Ungewissen. Nicht alles findet letztlich im unerwarteten Ende der Geschichte eine schlüssige Erklärung, auch bleibt mir persönlich absolut rätselhaft, weswegen sich die Frauen beharrlich siezen. Dennoch bleibt mein Fazit: Ein großartig geschriebener Thriller, fesselnd bis zur letzten Seite, in seiner Intensität lange nachwirkend.

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Rezensionen von zenzi:

Paris - Probleme - Paris

Ins Dunkel von Jane Harper

Dieser Roman ließ sich leicht und gut lesen - erst die Wochenendreise mit dem Kind Evi des geschiedenen Partners Bastian nach Paris - da kommt schon Sehnsucht nach dieser Stadt auf. Aber dann gehen die Probleme nach den schönen Momenten in Frankfurt weiter. Die Ex von Bastian ist furchtbar böse auf Jenny, auch und weil sie allein mit dem Kind diesen netten Ausflug gemacht hat.

Überhaupt will sie Bastian wieder verwöhnen und zurückgewinnen? Der innere Zwiespalt von Bastian mit seiner neuen Frau Jenny eine harmonische Beziehung führen, ihre Schwangerschaft zu erleichtern, sein Kind Evi möglichst bestens zubetreuen, aber auch den Eltern am Bauernhof zuhelfen, weil sein Bruder einen schweren Unfall hatte - diese Figur war sehr aus dem Leben gegriffen, weil es vielen Männern so geht und es kaum möglich ist, allen Beteiligten gerecht zu werden, noch dazu muss er zwischen den einzelnen Beteiligten hunderte Kilometer fahren!
Jenny will das Studium abschließen - der betreuende Professor kümmert sich sehr intensiv um Jennny - da werden Bastian von seiner Ex Gerüchte in Ohr gesetzt, sodass dieser die Geburt und die ersten Tage seines Kindes mit Jenny verpasst und berufsmäßig im mexikanischen Unwetter lange verschollen bleibt....aber zum Schluss ist er doch der Retter in Not bei der Klassenfahrt nach Paris.
Eine andere Geschichte ist das Geheimnis, das den Vater von Jenny umspinnt, diese Suche nach der kompletten Familie habe ich gerne gelesen, geschmunzelt, war auch berührend.

In diesem Roman werden viele familiäre Probleme angesprochen, die sehr häufig in unserer Gesellschaft herrschen. Den Zwiespalt, die Gedankengänge, die Handlungsweisen und Reaktionen konnte ich meist gut nachvollziehen, aber nicht immer habe ich verstanden, warum der gerade Weg so schwierig ist zu gehen.
Jedenfalls eine nette Urlaubsgeschichte.

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