Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Prägnante Satire!
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Juri Zipit, ein einfältiger Junge, wird mit seinem Vater, einem Tierarzt, eines Nachts in Stalins Datscha gebracht. Dieser ist körperlich krank und paranoid, weswegen Juris Vater, wie alle Ärzte zuvor, bald verschwindet. Juri verbringt getrennt von seinem Vater mehrere Wochen mit dem „Stählernen“, wird zu seinem Vorkoster.
Und plötzlich ist er mittendrin im sowjetischen Machtzentrum. Er erlebt politische Intrigen, bekommt Einblicke in Stalins verquere Weltsicht und dessen körperlichen und geistigen Abbau.
Eine verworrene und absurde Geschichte, die Christopher Wilson in „Guten Morgen, Genosse Elefant“ geschrieben hat. Auf spannende Weise erzählt Wilson von politischen Absurditäten, einem paranoiden und wahnsinnigen Mächtigen und gleichzeitig von brutaler und menschenverachtender Realität. Eine gelungene und vielschichtige Erzählung.
Seine überzeichneten Charaktere werden immer wieder durch den Kakao gezogen, lächerlich gemacht und wirken dabei so einschüchternd und real. Die Geschichte wird in ihrer ganzen Tragik und Komik erlebbar. Neben den anderen Akteuren spielt Juri eine übergeordnete Rolle. Dieser naive Junge, mit seinen banalen Einschätzungen, seinen entwaffnenden Beobachtungen macht die Geschichte erlebbar. Er wirkt sympathisch und drollig. Die Geschichte aus der Sicht dieses Jungen zu erzählen macht den besonderen Reiz des Romans aus. Er bietet in dieser wahnwitzigen Geschichte Halt.
Wilson schreibt seine Geschichte mit viel Witz. Eine ganz große Satire, die all die brutale Realität enthält. Die Ereignisse gehen nahe und erschüttern. Er überzeichnet, verdeutlicht und schreibt leichtfüßig. Insgesamt ein gut lesbarer Text, der mitnimmt und begeistert. Seine Dialoge sind absurd und lustig, bieten kluge Einsichten, gehen ins poetische und sind vulgär. Der Autor erschafft über diese besondere Ausdrucksweise eine spürbare Atmosphäre.
Eine sehr prägnante und eindrückliche Satire. Leichtfüßig aus der Sicht des Jungen Juri erzählt. Spannende Einsichten in die Sowjetunion zu Zeiten Stalins. Insgesamt sehr gelungen!
Rezensionen von Biest:
Eine tolle und emotionale Geschichte
Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamin
Inhalt:
"Was auch immer du sagen willst, mach den Mund auf und sag es einfach. Das rate ich dir. Lass die Welt wissen, was du denkst."
Dieses preisgekrönte Debüt erforscht feinfühlig, was es heißt, am Leben zu sein. Eine ergreifende Geschichte der Selbstfindung und ein goßer Blick auf unsere Existenz.
Dass Dinge einfach passieren, kann Suzy nicht akzeptieren. Sie macht sich über vieles Gedanken: den Schlafrhythmus von Schnecken, die jährliche Zahl der Quallenstiche oder wie alt man ist, wenn das Herz 412 Millionen Mal geschlagen hat – gerade mal 12 Jahre. In dem Alter ist Suzys Freundin Franny im Sommer ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. Suzy muss herausfinden, wie das geschehen konnte. Es ist ein weiter, erkenntnisreicher Weg in einer Welt voller Wunder, bis sie begreift, dass der einzige Trost manchmal ist, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann. Doch als sie es begreift, sieht sie auch die Welt und ihre Wunder, die nur darauf gewartet haben, gesehen zu werden.
Meine Meinung:
Eine tolle Geschichte, die einen zum Lächeln bringen und zu Tränen rühren kann.
Suzy ist ein tolles Mädchen. Ihr Charakter hat mir sehr gut gefallen. Da sie die Story aus der Ich-Perspektive erzählt, kann man sich super in sie hineinversetzen und ihren Gedanken und Gefühlen ohne Probleme folgen.
Sie ist ein sehr wissbegieriges Mädchen. Sie liest viel und interessiert sich sehr für die Natur und ihre Lebewesen, die Naturwissenschaft ist ihr größtes Hobby.
Durch den Verlust ihrer Freundin heufen sich ihre negativen Gedanken und sie empfindet jedes weiter Wort als überflüssig. Desshalb schweigt sie.
Ich stelle mir das als äußerst schwierig vor, kein einziges Wort zu sagen und sich so durch den Alltag zu kämpfen. Aber Suzy ist eine starke und mutige Persönlichkeit.
Der Aufbau der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ist in 7 Teile aufgeteilt, jedes davon ist in kurze Kapitel mit jeweils eigener Überschrift aufgeteilt. Jedem Teil geht eine Definition voraus, die zum jeweiligen Teil passt.
Auch finden sich immer wieder ein paar Zeilen, die Suzy sich in ihr Notizbuch schreibt.
Die kurzen, knackigen Kapitel lassen einen nur so durchs Buch fliegen. Der Schreibstil ist total angenehm und lässt sich super lesen.
Das Cover gefällt mir mit seinen verschiedenen Blautönen und dem Titel in knalligem gelb auch sehr gut.
Fazit:
Ein tolles Jugendbuch, welches ich ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann. Eine tolle, emotionale Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Der 2. Fall für die Staatsanwältin und den Kommissar
Schwarze Roben von Stefanie Gregg; Paul Schenke
Bombenattentat in Kiel. 12 Mitarbeiter der Anwaltskanzlei "Bartelsen & Partner", die mit dem Kleinbus in den Schwarzwald in ein exclusives Golfhotel fahren wollten, werden in der Tiefgarage kurz vor der Abfahrt in die Luft gesprengt. Markus Lohmann, der sich etwas verspätet hat, kommt mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Klinik.
Alle anderen Mitarbeiter sind tot.
Staatsanwältin Elena Karinoglous will diesen Fall unbedingt selbst übernehmen. Zusammen mit Hauptkommissar Sven Fricke, mit dem sie schon mal einen Fall gelöst hat, macht sie sich auf Spurensuche. Fricke, der sich nach Eckernföhrde hatte versetzen lassen, kehrt zusammen mit Lars Oppermann, seinem kurzfristigen Partner, nicht nur wegen dem neuen Fall nach Kiel zurück.
Bei ihrem Fall "Blutvilla" habe ich Elena Karinoglous und Sven Fricke schon über die Schulter schauen dürfen und ihre kleinen Reibereien mitbekommen. Das ist auch bei diesem Fall nicht anders. Immernoch finden sie Gefallen aneinander, schleichen um einander herum, wie die Katze um den heißen Brei. Aber wer weiß, dieser Fall scheint sie wieder ein Stück näher zueinander geführt zu haben. Ich habe die Beiden richtig lieb gewonnen.
Ich lerne sehr viele verschiedene Menschen kennen, die in diesen Fall in irgendeiner Form verstrickt sind. Manche werden sehr detailliert beschrieben. Sie habe ich sofort gut im Kopf. Bei anderen kann ich meine Fantasie spielen lassen um sie mir vorzustellen. Das gefällt mir besonders gut.
Bei den Fahrten durch den Kieler Stadtteil Düsternbrook und bei denen Blicken aus den Fenstern der Anwaltskanzlei kommt der Lokalkolorid richtig gut rüber. Ich würde gerne stundenlang dort am Fenster stehen und über die Ostsee schauen.
Frust, Wut oder wenn Fricke eine Riesenlaus über die Leber gelaufen ist – die verschiedenen Gefühle der Protagonisten kommen sehr gut vorstellbar rüber. Sie scheinen richtiggehend auf mich überzuschwappen.
Stefanie Gregg und Paul Schenke haben sich auch bei dieser Geschichte einen spannenden Plott und interessante Protagonisten ausgedacht. Leider kommt bei dem ganzen Auf und Ab für mich die Spannung etwas zu kurz. Trotzdem habe ich gut mitfiebern und mit recherchieren können. Die absolut schlüssige Auflösung kam mit einem Täter, den ich nicht auf dem Flipchart hatte, für mich etwas unverhofft um die Ecke.
Wer Krimis mag, die nicht vor Blut strotzen; mit einem Ermittlerpärchen, das sich nicht entscheiden kann, aber sehr gut zusammen arbeitet; einer interessanten Geschichte und einer sehenswertenb Umgebung – der ist hier genau richtig. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Staatsanwaltschaft und der Kripo Kiel.
Ein interessanter, unterhaltsamer Krimi, der mir 4,5 Sterne wert ist.
Rezensionen von Biest:
Unterhaltsam und berührend
Sprichst du Schokolade? von Lester Cas
Inhalt:
"Ich wusste, dass wir Freundinnen werden würden, auch wenn keine von uns ein Wort von dem verstand, was die andere sagte. Keine Ahnung, woher ich das wusste."
Nadima ist die Neue in der Klasse. Eine gute Nachricht für Josie, die endlich eine Banknachbarin bekommt! Das einzige Problem: Nadima spricht kein einziges Wort Englisch.
Doch die selbsbewusste Josie weiß sich schnell zu helfen: Manchmal kann eine Tafel Schokolade der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Und außerdem – wer braucht schon Worte, wenn man sich mithilfe von Emojis verständigen kann?
Meine Meinung:
Mit "Sprichst du Schokolade?" ist Cas Lester hier ein ganz besonderes Jugendbuch gelungen. Integration kann so einfach sein, wenn man ohne Vorurteile an die Sache herangeht. Ein wichtiges und aktuelles Thema, welches hier in eine wundervolle Geschichte gepackt wird. Leicht verständlich und doch sehr aussagekräftig.
Josie gefällt mir als Protagonistin richtig gut. Sie ist selbstbewusst, bemüht, herzerwärmend, vorlaut und Legasthenikerin. Die Art, wie sie mit Nadima umgeht, sich mit ihr unterhält und schließlich anfreundet, ist wirklich total süß. Sie nimmt sie, wie sie ist und versucht ihr und ihrer Familie zu helfen wo es nur geht. Damit tritt sie leider des Öfteren auch in ein Fettnäpfchen.
Nadima ist ebenfalls ein kluges Mädchen und eine echte Kämpferin. Sie musste mit ihrer Familie aus Syrien flüchten und viele Familienmitglieder und Freunde zurücklassen. Trotzdem verliert sie nicht die Hoffnung, sieht in allem etwas Positives und ist total lebensfroh, wirklich bewundernswert.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Neben einer gelungenen Integration gehts um Freundschaft, Hoffnung und Familie. Eine berührende, traurige aber auch eine hoffnungsvolle und teils witzige Story.
Der Schreibstil ist locker und lässt sich super lesen.
Das Cover ist toll, mit seinen vielen liebevollen Details, wovon man viele erst auf den zweiten Blick erkennt, ein echter Hingucker.
Fazit:
Ein Jugendbuch mit einem aktuellen, ernsten Thema, welches wundervoll in eine packende Story integriert wurde.
Eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Biest:
Geheimnisvoll und spannend
Zurück auf Gestern von Lankers Katrin
Inhalt:
Claire und Lulu sind »Herzenszwillinge«: Sie machen alles gemeinsam, seit sie sich kennen. Auf die große Schulparty freuen sie sich seit Wochen, aber dann blamieren sie sich dort bis auf die Knochen – ausgerechnet vor den beiden Jungs, in die sie heimlich verliebt sind. Wenn sie doch bloß die Zeit
zurückdrehen könnten! Die Freundinnen staunen nicht schlecht, als ihnen genau das mithilfe eines geerbten Schmuckstücks gelingt.
Schnell stellen sie fest: So ein Zeitumkehrer ist ziemlich praktisch. Zum Beispiel wenn man dringend eine missratene Mathearbeit ausbügeln muss. In ihrer Begeisterung bemerken sie jedoch nicht die drohende Gefahr: Denn es gibt jemanden, der den Zeitumkehrer um jeden Preis besitzen will. Fast zu spät erkennen Claire und Lulu, dass nicht nur ihre Freundschaft auf dem Spiel steht …
Meine Meinung:
Der Autorin ist hier ein wundervoller Jugendroman über Freundschaft, Familie, Gier und Familiengeheimnisse gelungen.
Claire und Lulu sind beide 15 Jahre alt. Sie sind authentisch und sympathisch dargestellt.
Claire ist eher die ruhigere der beiden, Lulu, manchmal etwas stur, ziemlich gerade heraus und abenteuerlustig. Die beiden ergänzen sich super und man kann sich total gut in sie hineinversetzen.
Auch die anderen Charaktere sind toll und realistisch dargestellt. Die beschriebenen Szenen lassen sich gut verfolgen.
In erster Linie geht es in diesem Roman um Freundschaft. In der Geschichte gibt es zwischen Claire und Lulu ein auf und ab genau dieser, sie streiten sich und vertragen sich wieder. Man spürt auch deutlich ihre Gefühle zu jedem Zeitpunkt. Diese hat die Autorin sehr schön rübergebracht.
Die Beschreibungen in der Story sind bildhaft und detailliert. Das Schmuckstück zieht einen sofort in seinen Bann und man beginnt zu träumen, was damit alles möglich wäre.
Die Euphorie von Lulu und Claire ist absolut ansteckend.
Gemeinsam mit den beiden versucht man dem Geheimnis Stück für Stück auf die Spur zu kommen.
Durch einen erneuten Streit gerät alles außer Kontrolle, die Lage spitzt sich zu. Gegen Ende hin wird es nocheinmal verdammt spannend. Man fieber regelrecht mit und kann nicht mehr aufhören zu Lesen.
Am Schluss wurden alle meine Fragen, die sich während der Geschichte aufgetan haben beantwortet und ich fand das Ende richtig gelungen.
Der Schreibstil war toll und ließ sich super lesen. Das Cover ist einfach ein Traum. Der goldene Titel und die Zeiger schimmern so schön. Ein echter Hingucker.
Fazit:
Ein gelungener und spannender Jugendroman rund um Freundschaft und ein geheimnisvolles Familienerbstück. Unbedingt lesen!
Rezensionen von Biest:
Undurchsichtig, myseriös und unglaublich spannend
Sommernachtstod von de la Motte Anders
Inhalt:
Der vierjährige Billy Nilsson jagt im Garten seines Elternhauses einem Kaninchen hinterher – und verschwindet. Wie vom Erdboden verschluckt an diesem lauen Sommerabend. Die Polizei sucht vergeblich nach dem Kind und legt den Fall schließlich zu den Akten. Billys Familie zerbricht an dem Verlust.
Zwanzig Jahre später, inzwischen Therapeutin, kehrt Billys Schwester Vera in das Dorf ihrer Kindheit zurück. Zu verstörend sind die Details, die ihr Isak, ihr neuer Patient, über einen verschwundenen Jungen berichtet hat. Seine Schilderungen erinnern Vera stark an den Fall ihres kleinen Bruders. Könnte er noch am Leben sein?
Um endlich Gewissheit zu haben, will Vera auf eine Faust herausfinden, was sich damals zugetragen hat – und stößt auf eine Mauer des Schweigens.
Meine Meinung:
Anders de la Motte versteht es, seine Leser von der ersten Seite an zu fesseln.
Er nimmt den Leser mit in den Sommer 1983, in dem sich das Szenario des Schreckens abgespielt hat.
Noch mehr Spannung wird dadurch aufgebaut, dass sich die kurzen Kapitel immer abwechseln. Eines im Sommer 1983, daurauf folgt dann wieder eins in der Gegenwart.
So kann man mit dem Lesen kaum noch aufhören, denn fast jedes Kapitel endet mit einem richtig fiesen Cliffhanger.
Vera, jetzt Veronica, Therapeutin und Billys ältere Schwester, leidet noch immer sehr unter dem Verlust. Man spürt deutlich, dass sie von den Geistern ihrer Kindheit getrieben wird. Sie wirkte in der ganzen Story leicht labil auf mich und ich rechnete jeder Zeit mit einem völligen Zusammenbruch. Auf der anderen Seite ist sie trotz allem eine starke und kluge Frau. Sie begibt sich auf die Suche nach Billy und dem, was damals wirklich geschah.
Man versucht natürlich sich immer selbst vorzustellen, was damals passiert sein könnte. Der Leser bekommt auch hier eine leichte Richtung gewiesen und es werden kleine Hinweise gestreut.
Was mich dann aber am Ende erwartete, darauf war ich nicht vorbereitet.
Spannend von Anfang bis Ende, undurchsichtig, mysteriös und unglaublich spannend.
Die Beschreibungen des Autors fand ich absolut klasse. Man konnte sich alles super vorstellen, sehr bildhaft und detailliert.
Auch der Schreibstil war sehr angenehm und ließ sich flott lesen.
Das Cover mutet bereits unheimlich an. Es ist düster und neblig. Genau wie auf dem Cover, so liegt auch die Vergangenheit im Nebel. Von daher passt es perfekt zur Story.
Fazit:
Eine klare Leseempfehlung für alle Fans skandinavischer Krimis. Auch dieser hier ist wieder super atmosphärisch und ähnelt einer Reise nach Schweden.
Rezensionen von Biest:
Interessant, humorvoll und traurig
Sommernachtstod von de la Motte Anders
"Wer ich bin? Gute Frage! Sonny Anderson, 21, Filmfreak, Neurotiker und neuerdings Millionär."
Inhalt:
Sonny hat eine Menge Neurosen, und es erscheint ihm völlig normal, die Flucht zu ergreifen, wenn Menschen in seiner Gegenwart diese seltsamen Knutsch- und Sauge-Geräusche mit ihren Mündern machen.
Und dann ist da noch seine Umschlagophobie, die Riesenangst vor Briefumschlägen! Leider erbt Sonny an seinem 21. Geburtstag nicht nur ein Vermögen, sondern bekommt auch fünf geheimnisvolle Briefe. Nur sie können ihm helfen, endlich mehr über sich und seine merkwürdige Familie herauszufinden. Doch wie soll er anfangen, wenn er sich noch nicht einmal traut, die Umschläge zu öffnen?
Meine Meinung:
Ein Buch ganz nach meinem Geschmack, abwechslungsreich, tolle Charaktere, wenn diese auch überwiegend nicht sehr nett waren, modern und mit einem herrlichen Schuss sarkastischen Humors.
Sonny kann einem schon richtig leidtun, wenn man sich sein früheres Umfeld betrachtet.
Auch für seine Neurosen und sein restliches Verhalten bekommt man im Verlauf der Geschichte immer mehr Verständnis, wenn es auch anfänglich eher befremdlich auf einen wirkt.
Mir war Sonny sehr sympathisch, sein Humor einfach köstlich und er hat das Herz am rechten Fleck. Auch Thomas, sein gesetzlicher Vormund ist ein klasse Typ.
Mit jeder Seite lernt man neue Leute aus Sonnys Vergangenheit kennen. Diese erzählen jeweils ihre Geschichte. So bekommt man aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln eine am Ende plausible, schockierende und verwirrende Story zu hören.
Dieses Buch ist ein Brief von Sonny, der an seine Mutter gerichtet ist. Immer wieder streut er seine Gedanken und Überlegungen ein, man hat das Gefühl er würde einen persönlich ansprechen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch die Briefe die er nach und nach öffnet und liest, erzeugen Spannung.
Das Cover mit den Familienbildern ist toll. Es passt auch zur Geschichte, denn auch da tauchen immer wieder Fotos auf.
Der Schreibstil war modern, flüssig und ließ sich super lesen.
Fazit:
Ein toller Roman über Identität, Abhängigkeit, Narzissmus, Neurotik und eine Familie der etwas anderen Art. Dennoch eine interessante und amüsante Story, mit einer super Portion Sarkasmus. Mir hats sehr gut gefallen und deshalb kann ich dieses Buch auch nur weiterempfehlen.
Rezensionen von niknak:
Eine verbotene Liebe
Sommernachtstod von de la Motte Anders
Inhalt:
Emma träumt davon Schauspielerin zu werden und dieser Traum hilft ihr ihren schweren Schicksalsschlag zu verkraften und nie den Mut zu verlieren. Außerdem träumt sie von einer Zukunft mit Julian, ihrem heimlichen Schwarm. Doch dieser Liebe darf nicht sein, da Julian ihr Lehrer ist und eine Liebe somit tabu ist.
Auch Julian hatte Träume und nachdem es mit seiner Karriere als Theaterregisseur nichts wurde, ist er Lehrer geworden. Er ist sehr realistisch und hat in seinem Leben keinen Platz für unerfüllte Träume, bis er auf die lebenslustige Emma trifft, die in ihm etwas berührt, das er eigentlich nicht mehr zulassen wollte.
Als dann plötzlich etwas Unerwartetes passiert, werden ihre Gefühle auf eine harte Probe gestellt. Haben sie dennoch eine Chance für die Liebe oder müssen sie sich der Realität stellen, dass es keinen Ausweg gibt?
Mein Kommentar:
Dies ist der zweite Teil der “Keiner - Reihe” der Autorin Jana von Bergner, die insgesamt drei Teile beinhaltet. Obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, gab es keine Verständnisprobleme für mich. Nur zu Beginn habe ich mich noch ein wenig schwer getan, da ziemlich viele Namen vorkamen. Ich musste erst herausfiltern, wer wichtig war und wer nicht. Da wäre sicher eine kurze Namensaufstellung hilfreich gewesen, um die Schüler und Familienmitglieder zu unterscheiden. Aber ab dem zweiten Kapitel war ich voll in der Geschichte drinnen und konnte auch alle richtig zuordnen.
Von den Vorkenntnissen her, habe ich keinerlei Probleme, da wichtige Details im Buch erwähnt werden und man so ungefähr weiß, was sich vorher ereignet hat.
Die Autorin hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil und die Perspektive wechselt zwischen Emma und Julian. So erfährt man die Geschichte aus beiden Sichtweisen und kann sich ein gutes Bild von beiden machen.
Die Schauplätze sind gut gewählt und auch schön beschrieben. Durch die genaue Beschreibung kann man sich alles bildlich vorstellen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die beiden Hauptprotagonisten sehr detailliert und genau beschrieben wurden und auch genug Tiefe hatten. So etwas kommt in einem Jugendbuch leider oft zu kurz.
Emma zum Beispiel wirkt sehr reif für ihr Alter und weiß auch ganz genau was sie will. Sie ist eine starke Persönlichkeit, trotz ihrer 16 Jahre und hat den Mut ihren Willen durchzusetzen. Sie stellt sich ihren Problemen und versucht ihre Träume zu verwirklichen. Dabei macht sie sich nicht nur Gedanken darüber, was sie erreichen will, und den Weg dorthin, sondern achtet auch sehr genau auf ihre Umwelt, damit dabei keiner zu Schaden kommt.
So hat es zum Beispiel einige Stellen gegeben, in denen die Beziehung zwischen ihr und Julian aufzuführen die und immer hätte sie die rettende Idee, um es weiter geheim zu halten. Normalerweise würde man das eher von Julian, dem Erwachsenen, erwarten, doch der ist im Buch eher der zurückhaltende. Er lässt sich gerne von Emma führen und ich oft unschlüssig in seinen Entscheidungen. Dennoch kann man bei beiden eine tolle Entwicklung mitverfolgen, wie sie durch ihre Erfahrungen mit der Zeit wachsen und stärker werden.
So viel Tiefe gibt es nicht in jedem Jugendbuch und deshalb ist es mir hier besonders positiv aufgefallen.
Aber auch Themen, die Jugendliche oft in der Schule betreffen, wurden im Buch aufgegriffen und behandelt. So wird das Thema Mobbing, aber auch eine Teenager - Schwangerschaft erläutert und die Folgen davon behandelt. So werden sicher viele auch zum Nachdenken angeregt, was ich sehr toll finde und auch wichtig. Dadurch dass diese Themen so gekonnt in die Geschichte eingebaut waren, bekommt sie jeder mit, und kann so vom Buch etwas mitnehmen. Dadurch regt es denn Leser auch zum Nachdenken an.
Mein Fazit:
Ein tolles Jugendbuch über eine ungewöhnliche Liebe, die versucht zu bestehen trotz aller Probleme. Dabei wird der Leser auch über wichtige Themen zum Nachdenken angeregt, ohne dass dabei die Unterhaltung zu kurz kommt.
Ein Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von BarbaraM:
Eine ehrliche, sehr berührende und offene Geschichte
Sommernachtstod von de la Motte Anders
„Nur zu Zweit“ von Monika Kramer ist 2017 im Verlag Braumüller erschienen. Es umfasst 270 Seiten.
Lindas Beziehung zu Rolf geht in die Brüche, da die Alkoholprobleme ihres Mannes nicht nur die Ehe kaputt macht, sondern auch die Vater-Sohn-Beziehung. Linda verlässt ihren Ehemann und beginnt mit ihrem Sohn nochmals neu.
Doch sie merkt bald, wie schwierig es für sie ist, eine echte, langfristige Beziehung aufzubauen, da die Schwierigkeit, ihren autistischen Sohn zu akzeptieren für viele Männer zu groß ist. Lindas Beziehung zu ihrem Sohn ist felsenfest und sie kämpft für ihn, für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft und bessere Lebensbedingungen. Eines Tages tritt Martin in ihr Leben. Er interessiert sich auch für Rudi und Linda schöpft wieder Hoffnung, doch noch eine gemeinsame Zukunft mit einem Partner und ihrem autistischen Kind zu haben.
„Nur zu zweit“ ist für mich ein sehr eindrückliches und ehrliches Buch. Monika Karner beschreibt hier die Geschichte von Linda ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich musste das Buch oftmals zur Seite legen, um über einzelne Passagen nochmals genau zu reflektieren: die geschilderte Situation ihres autistischen Sohnes Rudi im Heim mit nur unzulänglicher Betreuung und auch die schwierige Beziehung zu ihrem alkoholsüchtigen Mann. All dies hat mich sehr berührt. Letztendlich schließt das Buch mit einem hoffnungsvollen Ausblick und dies freut mich ungemein.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair:
Vertrauen
Der Abgrund in dir von Lehane Dennis
E
ine turbulente Reise durch das Psychogramm einer jungen, scheinbar selbstbewussten und erfolgreichen jungen Frau, ihren Rückzug in die innere Emigration und letztendlich ihre Rückkehr ins Leben. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, ein Lesevergnügen für den Sommer oder lange Nachmittage- Spannend bis zum Ende!








