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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:

Über Versuch und Scheitern...

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Ich habe es wirklich versucht - bis zum Schluss - des Buches:
- versucht zu verstehen, worum es dem Autor in seinem Roman geht, wenn er uns mit seinen autobiographischen Ausführungen "behelligt"
- versucht, in die Sprache des Erzählens und ihren Stilmitteln hineinzufinden (imaginärer Richter.

..)
-versucht, Gefallen zu finden an einzelnen Episoden der Erzählung...
Aber es ist mir nicht gelungen!

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

Zwischen zwei Kulturen...

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Amitava Kumar erzählt die Geschichte von Kailash, einem jungen Inder, der in die USA auswandert, um zu studieren – Literatur, das Leben und vor allem Frauen.

Es ist kein chronologisch erzählter Roman, sondern eine bunte Mischung aus Texten, Bildern, Erinnerungen, Zeitungsausschnitten, Tagebucheintragungen und Anekdoten.

Außerdem neigt der Autor dazu, sehr ausschweifend zu erzählen, er kommt wirklich vom Hundertsten ins Tausendste – so erfährt man einiges über Indiens Geschichte, Politik oder Literatur und natürlich auch über die verschiedenen Lieben von Kailash.

Aber was als Plauderei bei einem Glas Wein amüsant und informativ wäre, ist in einem Buch manchmal recht langatmig. Zahlreiche Fußnoten und Nebenbemerkungen mögen ja durchaus aufschlussreich sein, stören den Lesefluss aber ungemein und ich gestehe, dass die Erzählung mich nicht wirklich fesseln konnte, folglich waren manche Passagen für mich recht mühsam. Und das obwohl der Stil angenehm nüchtern, intelligent und teilweise amüsant-ironisch ist.

Beeindruckend hingegen fand ich die subtile Darstellung der inneren Heimatlosigkeit – Kailash ist nicht mehr in Indien zu Hause und in den USA auch noch nicht. Im Epilog wird auch deutlich, dass der Autor dieses Gefühl selbst nach Jahrzehnten noch so erlebt. Der Originaltitel lautet nicht umsonst „Immigrant, Montana“.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Grandios! Außergewöhnlicher Plot. Einfach nur toll!

Liebes Kind Thriller. 28.02.2019. Paperback / softback. von Hausmann Romy

Kurz zum Inhalt:
Die 23jährige Studentin Lena Beck verschwindet eines Abends spurlos nach einer Party. Ihr Vater Matthias setzt alles daran, seine Tochter wiederzufinden. Er wendet sich sogar an die Medien. Doch Lena bleibt verschwunden.
Lena erwacht in einer Hütte im Wald. Die Hütte selbst und alle Fenster sind mit Holzplatten verschlossen.

Sie hat plötzlich zwei Kinder, die 13jährige Hannah und den 11jährigen Jonathan, und einen Mann, der sich um die Familie kümmert und sie vor den Gefahren draußen beschützt. Die Tagesabläufe sind streng geregelt - wehe, sie hält sich nicht daran!
Doch eines Tages gelingt ihr die Flucht...


Meine Meinung:
"Liebes Kind" ist das Thrillerdebüt der Autorin Romy Hausmann. Bisher habe ich noch keinen Roman von ihr gelesen, aber dieser Thriller hat mich mehr als überrascht. Die Geschichte ist außergewöhnlich, innovativ, mitreißend und fesselnd. Man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte beginnt mit einem Zeitungsauschnitt, in dem von der plötzlich verschwundenen 23jährigen Lena Beck berichtet wird. Und dann erfährt man von Lena, die plötzlich in einer verschlossenen Hütte aufwacht. Und zwei Kinder hat. Und einen Mann...
Die Beschreibungen der Tagesabläufe in der Hütte sind einfach emotional mitreißend. Es ist unvorstellbar, nur zu vier festen Zeiten auf die Toilette gehen zu dürfen. Und wehe, man hält sich nicht an alle Regeln! Das ist ein unglaubliches Ausmaß an psychischer und physischer Gewalt.
Und Lenas Vater Matthias gibt die Suche nach seiner Tochter nicht auf.
Die psychischen Auswirkungen einer jahrelangen Gefangenschaft und die starke Bezugsperson und das Oberhaupt - der Vater - auf die Kinder ist hervorragend und authentisch dargestellt. So wie sich Hannah verhält, hätte ich sie viel jünger als 13 geschätzt.
Und die Autorin schafft es auch ganz toll, einen in die Irre zu führen. Ich brauchte länger, bis ich die Zusammenhänge begriffen habe. Und auf den Täter wäre ich auch nicht gekommen!

"Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken.
Und durch die Worte "Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott." kommt einem das Gruseln. Man muss einfach mit Lena mitfiebern und nach und nach wird die ganze Geschichte aufgedeckt. Unglaublich toll!
Ich bin schon sehr auf die Verfilmung gespannt, und wie dabei alles umgesetzt wird!

Das minimalistische Cover zeigt nebst Titel und Autorin bloß die Hütte in schwarzen Strichen auf weißem Hintergrund. Das ist aussagekräftig genug, und diese Zurückhaltung im Design gefällt mir sehr gut und passt perfekt.


Fazit:
So einen außergewöhnlichen Plot habe ich noch nie gelesen. "Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken; mehr gibt es nicht zu sagen. Leider kann man nicht mehr als 5 Sterne vergeben, ich hätte es gerne getan. Meine Bewertung somit: 5 Sterne Plus!!

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Rezensionen von mamaofhannah07:

3. Fall auf der verschneiten Höri am Bodensee

Der Wolf vom Bodensee von Tina Schlegel

Der Wolf vom Bodensee ein Kriminalroman von Tina Schlegel aus dem Emons Verlag

Kommissar Sito folgt der Einladung von Rosa Eckert, der Sekretärin von Sitos Dienststelle und ihrem Mann Herbert, ein paar Tage in ihrer Pension auf der Halbinsel Höri in Gaienhofen am Bodensee auszuspannen. Schon die gemeinsame Anfahrt mit Freundin Miriam fühlt sich abenteuerlich und krotesk an.

Immer wieder manövriert sich der Ermittler, wie auch schon in den beiden Vorgängerbänden, ungewollt in unwegsame Situationen. Kommissar Paul Sito scheint tragische, vom Schicksal bestimmte Begebenheiten anzuziehen. Auf diesem steinigen Weg entwickelt er eine gewisse Vorsicht um nicht zu viel von sich und seinem Leben verraten zu müssen. Daher scheint Sito auch in dem 3. Teil geheimnisvoll und für manchen "Neuleser" leicht schwierig und die Story verwirrend. Da ich den Kommissar von Anfang an begleiten durfte, fällt es mir vielleicht leichter, Sito und seine in sich gekehrte Gefühlswelt einzuordnen. Denn hier auf der verschneiten Halbinsel Höri gibt er sich zum ersten Mal gelöst, ja befreit und leise. Mag sein, dass es an dem weißen Wolf liegt, der scheinbar Sito und sein Inneres versinnbildlicht. Sie ähneln sich und der Wolf tritt eher als eine Metapher, als reale Gestalt auf die Bildfläche. Ein friedvoller, ja verhaltener Sito, anders als in den beiden vorangegangenen Kriminalfällen präsentiert die Autorin hier ihren Hauptprotagonisten. Er rückt neben den beiden Verantwortlichen auf der Höri, dem ehemaligen LKA-Beamten Kommissar Wint und seiner jungen, charismatischen Partnerin Christine Fane´, ermittlertechnisch fast ein wenig in den Hintergrund.
Der annähernd lyrische, bildhafte Schreibstil der Autorin wird durch die spürbare Anwesenheit von Hermann Hesse unterstrichen. In die Geschichte eingebauten Gedichte und lyrischen Aussagen, historisch sehr gut rechergierten Hintergründe und Örtlichkeiten geben diesem Kriminallfall den passenden Rahmen und machen ihn zu einer brillanten Erzählung. Neben den Ermittlungen um eine tote Schriftstellerin und ein verschwundenes Kind spielen Sitos Emotionen und Miriams Zweifel eine Rolle. Auch in diesem Band bleiben manche Dinge im Verborgenen und Sito verschwindet für den Leser symbolisch im undurchdringbaren Schneegestöber. Den Kontrast dazu bieten die handfesten Charaktere und deren nachvollziehbare Aktionen sowie die klare Auflösung der tödlichen Begebenheiten auf der Höri.
Fazit: Tina Schlegel hat einen anspruchsvollen, einfach völlig anderen 3. Fall von Paul Sito vorgelegt. Trotz der auklärenden Ermittlungsarbeit der interessanten, teils neuen Protagonisten lassen die Zeilen der Autorin Spielraum in mehrere Richtungen. Ich habe ihn gern gelesen, den sanften Sito, der ein Stück weit seine Vergangenheit hinter sich lassen kann und freue mich auf kommende Ermittlungen und Befragungen. Ich hoffe, er kommt irgendwann zur Ruhe und vollkommen ins Reine mit sich!? Ich spreche eine klare Lesempfehlung aus für Leser, die gern einen niveauvollen Kriminalroman lesen.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Silvia Grutze:

Ein Mensch der lacht ist schwierig zu küssen.

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Ein affiger Ein- und Auswanderungsroman. Die Hauptfigur Kailash dieses Romans, der in der Ich-Form geschrieben ist, ist ein Einwanderer... von Indien nach New York.  Zum Studieren ausgewandert nach Amerika lässt er uns teilhaben an schwierigen Zeiten...der Distanz zu seinen Wurzeln aber auch am Heranreifen zu einem Mann.

Was wir aus Bravo oder Rennbahnexpress erfuhren, lernt K.  zuerst von einem Jugendfreund aus Indien und dann durch Dr. Ruth und Dr. Wasta. In seinen Beziehungsgeschichten schildert er ausführlich sein Leben. Nachdem man sich an die vielen Fußnoten und die wechselnde Schrift (was für mich sehr anstrengend war) gewöhnt hat, liest es sich. Und auch das anführen einiger Fotos im Roman finde ich auflockernd. Die Liebeleien sind sehr amüsant beschrieben und nicht kitschig- und seine anfängliche Zurückhaltung gefällt mir obwohl es in seiner Vorstellung bereits ein Kopf-Kino gibt. Es ist aber zeitweise sehr verworren und wechselt ziemlich schnell an Eindrücken- von Vergewaltigung zu erlebtem erfüllten Sex – Eifersucht- Zweifel – kleinen Lügen… Es war – es ist – es wird...
Obwohl es auch witzige Anmerkungen gibt wie z. B. der Wortwechsel zwischen Charles und Camila auf Seite 160 – wo es wiederum humorvoll wird in den Redewendungen. Cool fand ich auch den Namen der Katze von Maya „Frida Kahlo“
Der Roman hat sehr viele geschichtliche und historische Anmerkungen, was mich zeitweise so gelangweilt hat, dass ich das Buch öfters zur Seite legen musste. Trotzdem hat mich die Skurrilität mitgerissen den Roman fertigzulesen.
So zum Ende hin –frage ich mich: Ist es ein Liebes- oder Geschichtsroman im Sachbuchstil? Eine journalistische Erzählung? Von mir 2 Sterne weil ich es fertiggelesen habe und Kailash seine Masterarbeit fertig geschrieben hat. ;-)

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein unwahrscheinlich mitreißendes, eindrucksvolles und dramatisches Jugendbuch!

Über die Berge und über das Meer von Dirk Reinhardt

Wir finden das Buch „Über die Berge und über das Meer“ von Dirk Reinhardt wieder absolut lesenswert. Es gelingt ihm in jedem seiner Bücher Geschichte – sei sie nun aktuell oder auch vergangen – erlebbar zu machen und seine Leser so mitzunehmen, dass man sich nur mit Mühe wieder losreißen kann.

Auch bei seinem neuen Buch „Über die Berge und über das Meer“ ist ihm dies wieder wunderbar und sehr überzeugend gelungen. Die Geschichte ist sehr gut recherchiert und absolut überzeugend dargestellt und man merkt, dass der Autor mit ganz viel Herzblut geschrieben hat
Das Buch ist im Gerstenberg Verlag 2019 erschienen und umfasst 272 Seiten.

Soraya und Tarek sind zwei afghanische Jugendliche und haben sich angefreundet. Doch nun sind sie aus unterschiedlichen Gründen gezwungen, ihr Land zu verlassen. Ihre Väter müssen sie an Schlepper übergeben und so beginnt für die Jugendlichen eine sehr beschwerliche Flucht. Jeder der beiden ist zunächst völlig auf sich gestellt und muss Entscheidungen treffen. Beide lernen schnell und hoffen, sich eines Tages wieder zu treffen.

Fazit:
Von meinen Kindern und mir gibt es eine absolute Lese- und Kaufempfehlung.
Dirk Reinhardt hat uns mit Tarek und Soraya und ihrer Flucht einen wunderbaren Einblick in verschiedene Kulturen gegeben und wir haben das Buch mit viel Interesse und großer Freude gelesen. Es hat uns gepackt und nicht mehr losgelassen und wir fänden es ganz wunderbar, wenn es einen festen Platz in Büchereien und Klassenzimmer finden würde. Und sicherlich ist es nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern auch für interessierte Erwachsene – ein All-Ager eben.

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Rezensionen von Harakiri:

Auf der Mauer, auf der Lauer

Die Mauer von John Lanchester

Bundeswehr in der Zukunft: Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die ganz Großbritannien umgibt, um sich vor den „Anderen“ zu schützen. Doch als das Reich angegriffen und einige Soldaten getötet werden, gibt man auch Joseph die Schuld daran und verbannt ihn zur Strafe aufs Meer.

Harte Zeiten brechen an für den jungen Mann. Zum Glück ist immer Hifa an seiner Seite…
Ein etwas düsterer Blick in die Zukunft.
Keiner deutet an, wer „die Anderen“ sind, dennoch scheinen sie eine riesige Bedrohung darzustellen. Josephs Dienst auf der Mauer mit all seiner Härte wird sehr drastisch geschildert und man ist als Leser mitten drin in Kälte und Angst. Aber auch im kleinen Pflänzchen Liebe und Zuneigung.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die Charaktere waren sympathisch und der Schreibstil sehr flüssig. Das Ende fand ich etwas offen, vielleicht gibt es ja einmal eine Fortsetzung.

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Rezensionen von Heyn Leserunde, Nico Strahl:

Nichts für mich!

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Dieses Buch hat mir überhaupt nicht gefallen, weder sprachlich noch inhaltlich.
Die vielen Fussnoten haben genervt und man hätte ein Lexikon bei der Hand haben müssen, um die zahlreichen indischen Begriffe zu verstehen.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein meisterhafter Noir-Krimi auf typisch schottische Art und Weise.

Blutiger Januar von Alan Parks

Januar 1973: Mitten in Glasgow erschießt am helllichten Tag ein Jugendlicher auf offener Straße eine junge Frau, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor im Gefängnis von einem psychotischen Gefangenen angekündigt wurde, steht vor einem Rätsel.

Zumal der Gefangene selbst um die Ecke gebracht wird. McCoy nutzt seine alten Verbindungen zu Glasgows Unterwelt, um in den Ermittlungen voranzukommen, legt sich dabei aber schnell mit den Dunlops an, der mächtigsten Familie der Stadt. Und auch sein Boss pfeift ihn zurück. Aber McCoy lässt sich nicht beirren....(Klappentext)

♟♟♟♟♟

"Denn jede Stadt besteht aus einer Vielzahl von Städten.
Mindestens zwei stehen einander feindlich gegenüber,
die Stadt der Reichen und die der Armen."
(Nach Platon)

Der Januar im Jahr 1973 war ein Monat der in Glasgow in Erinnerung blieb, vor allem in Polizisten- und Ermittlerkreisen. Sechs Opfer in einer Woche. Die meisten Polizisten und Ermittler hatten keine Ahnung was da wirklich vor sich ging. Sechs Opfer, viele Verdächtige, aber keine Verhaftung.
Nur einige wenige von ihnen wissen Bescheid - Detective Harry McCoy von der Glasgow Police Force ist einer von ihnen. Wir, die Leser, dürfen mit McCoy dabei sein, begeben uns in die 70er Jahre Glasgows, sehe wie alles begann und vor allem wie dieser blutige Januar endete...

Damals in den 70ern, als Detectives noch in Anzügen, Hüten und Trenchcoats herum liefen, als Gangs noch als Clans bezeichnet wurden - zwar mit wesentlich mehr Stil als die heutigen Kriminellen, jedoch auch brutaler. Damals, als einem Musik von Rod Stewart und David Bowie genauso um die Ohren flogen, wie Pistolenkugeln aus den Knarren der rivalisierenden Clans. Tja, damals herrschten noch andere Gesetze und Regeln. Das Letztere gilt vor allem für Glasgow. Hier nimmt auch alles seinen Anfang und zwar mit einem Anruf aus dem Gefängnis.

Howie Nairn, ein Krimineller, möchte unbedingt mit Detective McCoy sprechen - persönlich! Als dieser auf diesen Wunsch eingeht, sagt ihm dieser, dass am nächsten Tag ein Mädchen ermordet wird und McCoy soll dies unbedingt verhindern. Den Vornamen und wo das zukünftige Opfer höchstwahrscheinlich arbeitet sind die einzigen Infos die McCoy von ihm erhält. Er konnte diesen Mord nicht verhindern und das Mädchen wird erschossen. Das 1. Opfer von sechs und die Zeit läuft.

Der Protagonist McCoy ist führender Detectiv und bewegt sich selbst am Rande der Legalität. Er ist Drogen, Alkohol und Nutten nicht abgeneigt und pflegt eine etwas bizarre Freundschaft mit einem Gangsterboss. Er selbst wurde seit der Kindheit vom Leben ordentlich durchgebeutelt, hat aber den Absprung auf die richtige Seite geschafft...mehr oder weniger. Er hat jedoch das Herz am rechten Fleck und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, agiert meist besonnen und ruhig, außer er ist besoffen und auf Drogen. Er muss hier ziemlich viel einstecken und läuft auch nicht gerade selten mit einem Kater und einem blauen Auge herum. Er trägt auch durchaus nachdenkliche Züge in sich und ist somit ein melancholischer Hard-boiled Detectiv wie er im Buche steht.
Detectiv Wattie ist sein Partner, der ihm aufs Auge gedrückt wurde und diese Figur könnte kontrastreicher nicht sein. Wattie ist noch ziemlich grün hinter den Ohren, hat von der Straße und ihren eigenen Regeln und Gesetzen noch nicht viel Ahnung, ist idealistisch, noch hoch motiviert und agiert streng nach Lehrbuch. Das er so nicht weiter kommt wird ihm schnell klar und in McCoy hat er dafür den idealen Mentor gefunden.

">>Mal gucken wir weg, erstatten keine Anzeige oder drücken ein Auge zu,
dafür liefern die uns irgendeinen beschissenen Sexualverbrecher aus, an den wir sonst nicht rankgekommen wären.
Verstehst du? [...]
Wir lassen ihn von der Bildfläche verschwinden, schicken ihn dorthin zurück, wo er herkam, und das Leben geht weiter seinen gewohnte Gang.
Ist einfacher für alle.<<"
(S. 103)

Erzählt wird aus der Sicht von McCoy und daher enthält dieser Krimi auch melancholische Züge. Der Schreibstil ist typisch schottisch - flüssig und fesselnd, aber auch durchaus derb, rau und direkt. Dabei schafft es der Autor die Atmosphäre der 70er Jahre hervorragend einzufangen und gleichzeitig eine Milieustudie von damals zu kreieren. Hier taucht man wirklich in den tiefsten Moloch von Glasgow ab.

Normalerweise habe ich genug von privat durchgebeutelten Ermittlern, bei denen die Privatprobleme den Kriminalfall überlagern und das ständige Mimimi mich spätestens nach der Hälfte des Buches nervt. Dem ist hier nicht so, da es hier zum Gesamtkonzept passt und alles auf unaufdringliche Weise miteinander verwoben wird.
Obwohl dieser Krimi auch ruhige und melancholische Züge trägt, ist es spannend die Story und vor allem die Ermittlungen zu verfolgen, auch wenn zwischendurch viel geflucht, gesoffen und Drogen eingeworfen werden. Auch Gewalt ist hier an der Tagesordnung und das nicht zu knapp. Da der Schreibstil auch sehr plastisch ist, ist dieser Krimi nicht unbedingt für sensible Gemüter geeignet. Aber wie schon erwähnt - hier würde überhaupt nichts anderes passen.

"Dieses Mal war das Geräusch gedämpft, kein Knall.
Roter Dunst trat auf der anderen Seite des Kopfes aus, Knochensplitter, ein dicker Blutstrahl spritzte schräg empor.
Er schwankte, die Augen ins Schädelinnere verdreht, und fiel auf die Knie,
verharrte ungefähr eine Sekunde in dieser Haltung,
dann kippte er vornüber."
(S. 36)

Fazit:
Ich bin begeistert! Alan Parks hat mit seinem Debüt einen meisterhaften Noir-Krimi erschaffen und das auf typisch schottische Art und Weise. Diesen habe ich mit Freude verschlungen, um mich am Ende zufrieden zurückzulehnen. Wieder einmal muss ich erwähnen, dass schottische Autoren eine ganz eigene Art zu schreiben haben und ich liebe diesen Stil. Diesen Autor werde ich im Auge behalten und freue mich schon auf den nächsten Teil der McCoy-Reihe, denn nicht viele Autoren schaffen es, einen Noir-Krimi zu erschaffen, der einem in die damalige Zeit eintauchen und versinken lässt und man dadurch gleichzeitig einen klassischen Detectiv begleitet - rau, derb, authentisch.

© Pink Anemone (mit Bildern, Autoren-Info, Buchtrailer und Leseprobe)

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Rezensionen von LadyIceTea:

Toller Pferde-Roman für Erwachsene

Ein Mustang, ein Muli und die Liebe von Tina Wolff

In diesem Liebesroman geht es um Annie Parker, 25 Jahre alt, von ihrem Ex-Verlobten verlassen, Tagebuchschreiberin und auf der Suche nach sich selbst. Frustriert beginnt Annie eine Reise, die anders verläuft, als sie es geplant hat.
Unter dubiosen Umständen kauft sie bei einem Rodeo die Mustangstute Sixteen, um sie vor dem Schlachter zu retten.

Ratlos und mit dem halbwilden Pferd überfordert, beginnt Annie zu wandern. Ihr Ziel ist die Sweet Water Ranch in Montana.
Am Highway begegnet ihr Luke Milers, der nicht nur an ihr, sondern auch an Sixteen ein geheimnisvolles Interesse hat. Er wird zu ihrem Guardian Angel, überläßt ihr sein Muli - den legendären Dexter - und sorgt dafür, dass Annie ihre Wanderung gefahrlos fortsetzen kann.
Doch Luke hat ihr verschwiegen, dass Sixteen bei einem Wettbewerb, dem Mustang Show Off, versteigert werden soll.
Kann Annie ihrem Herzen folgen und Luke vertrauen?

Wer „Pferdefrauen ticken anders“ gelesen hat, kennt Tina Wolffs Schreibstil und schätzt ihn vermutlich genauso sehr wie ich. Sie hat eine so lockere und leichte Art die Situationen zu beschreiben, dass man einfach durch die Seiten fliegt. Mir gefällt besonders, dass irgendwie immer eine Prise Humor mitschwingt, egal wie verzwickt die Sache grade ist, und es trotzdem nie ins Alberne abrutscht.
Auch „Ein Mustang, ein Muli und die Liebe“ beinhaltet unglaublich viele sympathische Figuren. Bei Tina Wolff gefällt es mir, dass sie sehr wenig Personenbeschreibungen gibt, so dass viel der Fantasie des Lesers überlassen bleibt. Hier und da gibt es mal Anhaltspunkte zum Aussehen der Personen und der Rest bleibt jedem selbst überlassen. Dabei charakterisiert sie die Figuren jedoch so gut, dass (wie man in einer Leserunde feststellen konnte) viele trotzdem ein ähnliches Bild im Kopf entwickelten.
Die ganze Geschichte um Annie und Sixteen ist wirklich abenteuerlich und auch spannend. Ich habe gerne jeden Schritt am Highway und in den Bergen verfolgt und jeden Ausbildungsfortschritt gespannt begleitet. Man merkt, dass Tina Wolff selbst eine Pferdefrau ist, denn mir als Pferdebesitzer sind keine Laienfehler aufgefallen, die man sonst oft in Pferdebüchern findet, wenn die Autoren eigentlich keinen Schimmer von Pferden haben.
Das Buch ist rundum wirklich gut gelungen und ich hatte bis zum wirklich passenden Ende sehr viel Freude an diesem Buch.

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