Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Reise durch das zaristische Russland
Die Russland-Expedition von Alexander von Humboldt
Alexander von Humboldt (1769-1859) ist spätestens seit Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ in der Welt der Literatur kein Unbekannter. Im Gegensatz zu Kehlmanns fiktivem Zusammentreffen mit Carl Friedrich Gauss können wir hier Humboldts Briefe lesen, die er während seiner Russland-Expedition an seinen Bruder Wilhelm, seinen Freund Francois Arago, den russischen Finanzminister Cancrin, dessen Frau sowie an den preußischen Gesandten von Schöler schreibt.
Mit dieser Reise erfüllt sich Alexander von Humboldt im reifen Alter von 60 Jahren einen Jugendtraum. Er nimmt die Einladung von Zar Nikolaus I. 1829 an und reist mit den forschenden Kollegen wie Gottfried Ehrenberg und Gustav Rose mehr als 19.000 Kilometer durch Eurasien bis zur chinesischen Mauer. Doch so ganz uneigennützig ist die vom Zaren finanzierte Reise nicht: Nikolaus I. Erwartet Aufschluss über die vermuteten Gold- und Diamantenvorkommen im Ural.
Gleich zu Beginn der Reise trifft Humboldt noch einen alten Bekannten, dessen Name mein Vermesserherz ein wenig höher schlagen lässt: Friedrich Wilhelm Bessel, ein Astronom, Mathematiker, Physiker und Geodät, der das nach ihm benannte und heute noch gültige Erdellipsoid berechnete. Und überhaupt Geodäsie - Humboldt berichtet über barometrische Höhenmessungen und andere Vermessungen (leider viel zu wenig für mich), erwähnt die Markscheider und ihre Bemühungen, die in diese Expedition gesetzten Erwartungen, bezüglich Erzlagerstätten zu erfüllen.
Die Reisenden sind ständig von russischen Truppen eskortiert und sollen/dürfen keinen Meter von der vorgegebenen Route abweichen. So lernen sie die wahren Zustände im Zarenreich nicht wirklich kennen. Nur ab und zu erhaschen sie einen Blick auf die russische Wirklichkeit.
„Auf diesem Wege sahen wir zum ersten Mal einen Transport von Verbannten, die nach Sibirien geschickt wurden. Er bestand aus Frauen und Mädchen, etwa 60 – 80 an der Zahl. Sie gingen frei, waren also nur leichtere Verbrecher; …“
Welche Schlüsse Humboldt daraus zieht? Da einige der Briefe gekürzt sind, ist dies nicht eindeutig auszumachen. Allerdings versucht er zu helfen, so gut das unter der Bewachung der kaiserlichen Eskorte geht.
Sehr interessant zu lesen, sind die Beobachtungen von Stadt und Land, von Sitten und Gebräuchen, von Kleidung und Speisen, die nicht immer ganz so bekömmlich sind. Hier spricht der erfahrene Beobachter und Forscher aus seinen Briefen. Humboldt verschweigt auch die Mühsal der Reisen nicht, obwohl er ja durch zaristische Ukas ja privilegiert reist, können Schlechtwetter, Hitze oder sonstige Verzögerungen nicht ausgeschlossen werden.
Sehr interessant sind die nur ganz behutsam redigierten Briefe zu lesen. Die Orthografie und die Beistrichsetzung sind Großteils wie im Original beibehalten. Die damalige Sprache ist für unsere Verhältnisse blumig und poetisch.
Die in Inneren der Buchdeckel abgedruckten Karten erleichtern die Orientierung und lassen uns die Entfernungen, die Alexander von Humboldt mit seiner Reisegruppe zurückgelegt hat, besser einschätzen.
Fazit:
Ein Reisebericht, der mir sehr gut gefallen hat und dem ich gerne 5 Stern gebe.
Rezensionen von re.maier-henze@web.de:
Wie gehen Sie mit Armut um?
Franziskus - In der Schule der Armut von Luis Höfer; Willibald Hopfgartner
Während der Nachkriegszeit (1947-1952) lernte der damalige Kunststudent Luis Höfer die „faszinierende Gestalt“ des Franziskus kennen. Anhand der von einem Hochschullehrer empfohlenen Lektüre eines „Franziskus“ titulierten Buches skizzierte Höfer mit Bleistift einige dort festgehaltene Lebensereignisse.
Eine weitere Anregung erhielt er durch ein „Bruder Franz“ genanntes literarisches Werk. Die Umsetzung der bis jetzt nur mit Bleistift angefertigten „Franziskus-Szenen“ in einen 50-teiligen Zyklus von Linolschnitten wird in dem vorliegenden Lesebuch als „Bilderzyklus aus dem Leben des Heiligen von Assisi“ vorgestellt und von dem Ordensmann Hopfgartner OFM in Form von Meditationen theologisch zur Betrachtung angeboten.
Unser gegenwärtiger Hl. Vater wählte in einer „programmatischen Intuition“ für sein Pontifikat den Namen Franziskus. Mit Hilfe von 21 zum jeweiligen Bild als passend empfundene Impulse, meist dem Apostolischen Sendschreiben „Evangelii gaudium“ entnommen, wird der interessierte Leser auf das Anliegen des Hl. Vaters, der Armut gegenzusteuern, hingewiesen.
Das Bild Nr. 22 (71) wurde als Buchtitelbild ausgewählt: Warum gerade dieses?
Alle Figuren stehen symbolisch für den Umgang des Menschen mit dem Phänomen Armut. Voller Erbarmen und Mitleid beugt sich Franziskus zum am Boden knieenden jungen Mann, ergreift seine Hände, schmiegt seinen Kopf an. Die drei hinter ihm stehenden Gestalten signalisieren Verlegenheit, Ratlosigkeit und Gleichgültigkeit. Die Szene macht deutlich, dass nicht nur die Armut, sondern auch Mitleid, Erbarmen und Interesselosigkeit ein Gesicht haben. Der Leser erfährt eine großartige Anregung, über seine Einstellung zur Armut und ihrer Linderung nachzudenken.
Wegen der 50 Linolschnitte und der Zusammenarbeit von Hopfgartner OFM mit Papst Franziskus verdient das vorliegende Werk den Namen „Buch-Kunstprojekt“ zu recht.
Weil die Vita des Heiligen (155) nicht immer mit den Texten im „Franziskus“ titulierten Buch übereinstimmt, ist das Buch-Kunstprojekt für den geneigten Leser eine fabelhafte Ergänzung.
Rezensionen von manu63:
Kate und Sawyer
Ein bisschen Vertrauen, bitte! (Verliebt in Eden Bay 2) (Chick-Lit;Liebesroman) von Saskia Louis
Ein bisschen Vertrauen, bitte ist der zweite Liebesroman der Verliebt in Eden Bay Reihe der Autorin Saskia Louis. Kate und Sawyer verbindet etwas aus ihrer Jugend, immer wenn sie aufeinander treffen knistert die Luft vor Anspannung und unterdrückten Gefühlen. Werden sie es schaffen sich ihrer Vergangenheit zu stellen oder gibt es für beide keine Zukunft? Diese Frage beantwortet die Autorin auf unterhaltsame Weise und entwirft eine Geschichte mit Herz und Charme.
Der Schreibstil ist locker und leicht, wobei die Gefühle der beiden gut getroffen werden. Beide Charaktere kenne ich schon aus dem ersten Teil der Reihe und es gibt auch ein Wiedersehen mit weiteren Figuren des ersten Bandes, wobei der Hauptaugenmerk auf Kate und Sawyer liegt und die anderen eher schmückendes Beiwerk sind.
Die chaotische Gefühlswelt der Protagonisten ließ mich manches Mal verzweifeln, möchte man ihnen doch zurufen: redet einfach mal Klartext miteinander. Aber dann wäre die Geschichte ja sofort zu Ende erzählt. Explizite Szenen werden gut eingebaut und sind nicht Hauptteil der Geschichte. Teil zwei kann unabhängig von Teil eins gelesen werden, aber ich finde es immer schöner eine Reihe Band für Band zu lesen und es würde einem eine weitere gut erzählte Geschichte entgehen.
Rezensionen von manu63:
Willkommen in Eden Bay
Ein bisschen Abenteuer, bitte! von Saskia Louis
Verliebt in Enden Bay Ein bisschen Abenteuer, bitte ist der Auftaktband einer neuen Reihe der Autorin Saskia Louis.
Mayas Leben ist überschaubar, ohne Abenteuer und eigentlich ein bisschen Langweilig. Als Maya erkennt das sich das ändern muss flieht sie nach Eden Bay um dort ihr Leben neu zu sortieren.
Dabei trifft sie gleich zu Anfang auf Nathan für den das Leben nur aus helfen uns arbeiten besteht sowie daraus, sich Sorgen um seinen neuerdings kriminellen Bruder zu machen. Dann macht Maya Nathan noch ein unmoralisches Angebot und beider Leben ist danach nicht mehr wie zuvor.
Die Autorin erzählt eine romantisch angehauchte Liebesgeschichte mit einigen Ecken und Kanten, die Nebencharakter sind liebevoll angelegt und werden in den nächsten Bänden sicherlich die eine oder andere Hauptrolle annehmen. Erzählt wird aus der Perspektive von Maya und Nathan und es war teilweise köstlich und witzig den Gedankengängen der beiden zu folgen. Der Schreibstil ist schnörkellos und gut lesbar, die Dialoge mal witzig und munter und dann wieder tiefschürfend und einfühlsam. Einzig die Seniorinnen, die in Nebenrollen mitwirken finde ich nicht gut dargestellt, sie sind übergriffige Damen die keinen der Kerle in Ruhe lassen. Für mich ein Teil der Geschichte der durchaus entfallen könnten in den noch kommenden Bänden, da sie für mich nicht komisch sind sondern nervend und in Teilen auch abstoßend. Zum Glück sind die Szenen rar gesät.
Rezensionen von manu63:
Mysteriös
Ein bisschen Abenteuer, bitte! von Saskia Louis
Die Melodie der Schatten ist ein historischer Roman der Autorin Maria W. Peter. Fiona Hemington ist mit ihrer Tante unterwegs in den Highlands als ihre Kutsche überfallen wird, nur Fiona gelingt es zu entkommen und sie sucht Zuflucht in einem abgelegenen Herrenhaus, das sie mit einer unheimlichen Atmosphäre empfängt.
Auch der Hausherr ist unheimlich und Fiona hat seltsame Träume und hört immer wieder eine Melodie. Ist das Haus verflucht oder liegt es an Fiona selber das sie unheimliche Dinge hört und sieht?
Das Buch benötigt ein wenig bis die Geschichte an Fahrt gewinnt, so sind die ersten rund 200 Seiten bestimmt von den Eindrücken die Fiona hat und von ihrem täglichen Leben im Haus. Im Nachwort hat die Autorin dazu einiges erklärt, sie selber empfiehlt das Nachwort wirklich erst nach dem Ende der Geschichte zu lesen, ich habe mich nicht daran gehalten und verstand nach dem lesen einiges besser was in der Geschichte passiert. Mehr Spannung kommt im weitere Teil der Geschichte auf, als so langsam aufgedeckt wird wieso sich die einzelnen Akteure so verhalten. Die Auflösung der Geschichte brachte dann die endgültige Klarheit und beantwortete alle Fragen die sich aufgestaut hatten.
Der Schreibstil weist für mich einige Längen auf, da gerade im ersten Teil Fionas Empfindungen zu oft geschildert werden und sich das Szenario etwas abnutzt, da hätte ich mir eine straffere Erzählweise gewünscht. Die Charaktere selber entwickeln sich gut und auch die Nebenakteure passen sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Insgesamt eine Geschichte die etwas straffer hätte ausfallen können, die mir aber dennoch gefallen hat.
Rezensionen von manu63:
Was wäre wenn
Ein bisschen Abenteuer, bitte! von Saskia Louis
Die verschollene Rasse Mensch ist ein Roman der Autorin Celeste Ealain und sie erzählt eine Geschichte über die Fiktion das es eine weitere Linie der Rasse Mensch gibt, vergessen und vor den Augen der restlichen Menschheit verborgen. Die Journalistin Linnea Samson vermutet hinter der Geschichte von einer Frauengruppe die einsam auf einer Insel lebt eine große Story, die sie als Journalistin bekannt machen soll.
Auf der Jagd nach der ultimativen Reportage dringt sie jedoch in ein Gebiet ein in dem ihr Leben in Gefahr ist. Aber nicht nur ihr Leben, auch ihr ganzes bisheriges Leben gerät durcheinander und Linnea muss erkennen das man nicht immer alles analysieren und begutachten muss, um seine Neugierde zu befriedigen.
Die Begegnung von Linnea mit der verschollenen Rasse wird auf eindringliche Art erzählt und beleuchtet so manche Facette des Denkens und des Trachten nach Erkenntnis, die manches Mal die Grenzen überschreiten. Die charakterlichen Veränderungen von Linnea werden gut geschildert, ebenso wie die Wandlung im Denken der Angehörigen der verschollenen Rasse. Missverständnisse bleiben nicht aus und führen zu etlichen Episoden, bei denen ich durchaus auch mal schmunzeln musste. Gerade Idris, als Vertreter der Rasse der die meiste Zeit mit Linnea verbringt, macht eine große Veränderung mit, aber auch Linnea erkennt das es wichtigeres gibt als die gute Story mit der man bekannt wird.
Die Hauptcharaktere werden gut gezeichnet, wobei die Nebenrollen als gute Ergänzung agieren. Die Welt von Idris wird anschaulich beschrieben und als Leser wurde ich in den Bann der Tiefe gezogen in der Idris und seine Brüder leben. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz und explizite Stellen kommen kaum vor.
Insgesamt ein Buch auf das man sich einlassen sollte, die Gedankengänge und Veränderungen der Charaktere ist interessant geschildert und der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die Spannungsbögen sind gut gesetzt und ich habe mich keine Minute gelangweilt.
Rezensionen von manu63:
Zauberhaft
True North - Kein Für immer ohne dich von Sarina Bowen
True North Kein für immer ohne dich ist der vierte Band der Vermont Reihe der Autorin Sarina Bowen. Die Geschichte kann einzeln gelesen werden und man muss die Reihenfolge der Bände nicht einhalten.
Die Autorin lässt die Leser/innen teilhaben an der zauberhaften Liebesgeschichte zwischen Zara und Dave, eigentlich sollte es nur eine unverbindliche Sommerromanze sein, aber dann bemerkt Zara nach Daves Abreise das sie schwanger ist.
Da sie ihn nicht ausfindig machen kann, hat sie sich ihr Leben als Alleinerziehende Mutter eingerichtet. Doch dann taucht Dave, der Zara nie vergessen konnte, plötzlich wieder auf und sieht sich damit konfrontiert das er Vater ist. Eine Rolle in der er sich nie gesehen hat.
Auf warmherzige Art erzählt die Autorin wie sich die Geschichte zwischen Zara und Dave entwickelt und die Gedankengänge von Dave haben mich mehr als einmal schmunzeln lassen. Seine Reaktion auf sein Kind und auch die verbale Unterstützung durch seine Teamkollegen werden gut erzählt und die Veränderungen der Charaktere sind stimmig. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, etliche explizite Szenen werden harmonisch eingebaut. Der Alltag mit Baby wird nicht geschönt und die Probleme mit den Zara kämpfen muss sind nicht aus der Luft gegriffen. Für mich eine schöne und gut erzählte Liebesgeschichte, mit einem Ende das mich zufrieden zurück lässt.
Rezensionen von manu63:
Mad Crush
True North - Kein Für immer ohne dich von Sarina Bowen
Mad Crush Strider's Secret ist eine Geschichte der Autorin Ava Innings die in der Surferszene spielt. Für Strider Sinclair zählt nur schneller Sex und perfekte Wellen, die Jounalistin Patricia dagegen kämpft mit einem Fehler in ihrer Vergangenheit, der ihre Karriere bei einem Surfermagazin zerstört hat.
Sie hat Strider Sinclair in schlechter Erinnerung und muss nun feststellen, das er sich wohl grundlegend geändert hat, als er ihr in einer Notlage überraschend zur Hilfe kommt. Beide kommen sich näher, doch ein Geheimnis das Sinclair hütet droht beider Glück zu zerstören.
Die Autorin erzählt die Geschichte mit leichter Hand und lebendigen Schreibstil. Zeitwechsel werden gut angezeigt, ebenso wie die veränderten Perspektiven aus denen erzählt wird. Die Gedankengänge der Protagonisten lassen die Handlungsweise gut nach vollziehen und ziehen den Leser mit in die Geschichte hinein. Bekannte Charaktere aus der Waves of Love Reihe treten immer wieder auf und geben der Geschichte weitere Impulse. Auch wenn man die Waves of Love Reihe nicht kennt, kann man das Buch gut lesen, wobei ich für das volle Lesevergnügen die Waves of Love Reihe zum vorher lesen empfehlen würde. Die Geschichte habe ich mit großem Vergnügen gelesen und wurde gut unterhalten mit Liebe, Gefühl und etwas Drama.
Rezensionen von manu63:
Leider der letze Band
True North - Kein Für immer ohne dich von Sarina Bowen
Die Basball Love Reihe der Autorin Saskia Louis endet mit Home run zu dir. Dieses mal können die Leserinnen Jake Braker auf seinem Weg zu Glück begleiten. Jake interessiert sich nur für Baseball und seine Frauengeschichten sollen möglichst unkompliziert und ohne Verpflichtungen sein. Dann wird Jake zu Sozialstunden in einem Kindergarten verurteilt und er trifft auf die Erzieherin Olivia Green in deren Gruppe er die Stunden ableisten soll.
Sie lässt sich weder von seinem Geld noch seinem Aussehen beeindrucken. Außerdem mag Jake keine Kinder, sie sind für ihn kleine nervige Bazillenschleudern.
Olivia hat kaum Geld und jede Menge Familienprobleme und weder Zeit noch Lust sich mit Jake auseinander zu setzen. Doch im Laufe der Sozialstunden muss sie erkennen, dass sich hinter Jakes Maske ein Mann befindet, den sie wohl unterschätzt hat.
Gewohnt unterhaltsam gestaltet die Autorin ihre Geschichte rund um Olivia und Jake, die Dialoge sind witzig und gut lesbar. Der Schreibstil flüssig und ohne unnötige Schnörkel. Explizite Szenen sind dezent eingebaut und lassen die eigentliche Geschichte nicht in den Hintergrund treten. Bekannte und beliebte Charaktere aus den Vorbänden tauchen immer wieder auf und treiben die Geschichte voran. Die Wandlung der Charaktere wird glaubhaft geschildert und die Gedankenwelt der Protagonisten unterstützt die Geschichte dabei. Insgesamt ein schöner Abschluss der Reihe, wobei ich noch gerne weitere Bände gelesen hätte. Für den vollen Lesegenuss wäre es gut die Vorbände zu kennen, vor allen Dingen um den letzten Dialog in seiner Gänze zu verstehen und den darin versteckten Humor. Aber auch ohne Vorkenntnisse ist die Geschichte unterhaltsam und verständlich.
Rezensionen von niknak:
Eine Frau zeichnet Leichen
True North - Kein Für immer ohne dich von Sarina Bowen
Inhalt:
1919: Minna Dahl arbeitet in einem Krankenhaus, bis sie von ihrem Chef dabei erwischt wird, wie sie Leichen zeichnet. Um sie zu bestrafen und davon abzubringen wird sie nach Mühldorf am Breitbach, einem kleinen Dorf in Bayern, geschickt, um dort einen der zahlreichen Kriegsversehrten zu pflegen.
Doch kurz nachdem sie dort ankommt, wird eine Leiche gefunden. Minna kann der Versuchung nicht wiederstehen und zeichnet die Leiche. Doch schnell wird ihr klar, dass es kein Unfall gewesen sein kann. Also begibt sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und weiß mit der Zeit nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Bis sie dem Mörder dann gefährlich nahe kommt...
Mein Kommentar:
Dies ist mein erstes Buch des Autors Raika Oldenettel und er hat einen interessanten Schreibstil. Die Geschichte wird aus Minnas Sicht erzählt, aber von einem Erzähler. Dabei könnte man meinen, dass man Minna gut kennenlernt, was mir aber leider ein wenig zu kurz gekommen ist. Als Leser erfährt man zwar von ihrem Hobby Leichen zu zeichnen und was sie dazu führt, aber ansonsten lernt man sie leider so gut wie gar nicht kennen. Ich wurde auch während des gesamten Buches nicht warm mit ihr und konnte keine Bindung aufbauen.
Es war sehr interessant beschrieben, dass Minna ein so besonderes Hobby hat und ich finde die Idee richtig klasse. Doch leider fehlte mir in der Umsetzung etwas. Die Geschichte konnte mich nicht richtig fesseln und ich brauchte auch relativ lange, um das Buch zu lesen. Auch wenn viele spannende Szenen eingebaut waren, konnte sich bei mir kein richtiger Spannungsbogen aufbauen und ich bin eigentlich eher so von Kapitel zu Kapitel weitergewandert. Dabei haben mich manche mehr und manche weniger gepackt.
Sehr schön beschrieben fand ich die Dorfgemeinschaft. Dabei kam klar zum Ausdruck, dass sie Zusammenhalten und Fremden gegenüber sehr misstrauisch sind. Ich fand es auch spannend zu lesen, dass sich die Dorfbewohner selbst auf die Suche machen und der Polizei eigentlich nicht so richtig trauen, auch wenn sie dabei nicht immer ganz korrekte Wege gehen und mit Verdächtigen keine Gnade kennen.
Aber auch hier blieben für mich noch so manche Fragen offen. So konnte ich Eva, die Haushälterin, nie so richtig zuordnen und wusste nicht so genau welche Rolle sie eigentlich spielt. Aber das passierte mir bei mehreren Personen.
Für mich war es oft schwierig Minnas Beweggründe nachzuvollziehen. Sie wird zwangsversetzt und dann bricht sie erst recht wieder in ein Gebäude ein, um eine Leiche zu zeichnen. Das passt meiner Meinung auch nicht so ganz in die Zeit in der die Geschichte spielt. Würde die Geschichte in einer anderen Zeit spielen, wäre es eher nachvollziehbar.
Außerdem kommt bei mir in der Geschichte nicht klar zum Ausdruck, dass sie im Jahr 1919 spielt. Es steht zwar zu Beginn eines jeden Kapitels die Zeitangabe, was ich sehr schön fand. So weiß man immer wieviel Zeit inzwischen vergangen ist. Doch ansonsten merkte man nicht viel von der historischen Zeit. Da kam meiner Meinung nach zu wenig beim Leser an. Das hätte man noch besser ausarbeiten können. So weiß man beim Lesen selbst eigentlich nie, dass dies ein historischer Krimi sein sollte. Das fand ich schade.
Mein Fazit:
Eine interessante Geschichte, die aber noch viel Potential nach oben hat und mich leider nicht ganz überzeugen konnte.
Trotzdem war das Thema spannend gewählt, auch wenn ich mir mehr erwartet hätte.
Ganz liebe Grüße,
Niknak






