Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Es ist nicht alles so, wie es scheint
Goldene Hochzeit von Hammer
Helga Hammers erster Roman Durch alle Zeit war eine gute Unterhaltung. Der neue Roman „Goldene Hochzeit“ beschreibt die Familie und das Leben der Johanne Mertz.
Der Beginn wurde mir etwas nüchtern erzählt. Johanne plant ihre goldene Hochzeit. Die Ehe war glücklich angefangen. Ihr Mann Ulrich kann nicht treu sein, er bleibt bei ihr, aber er ändert sich nicht.
So beginnt Johanne einen Briefwechsel mit Andreas, seine erotischen Briefe, gaukeln ihr eine neue Liebe vor. Irgendwie ist es hauptsächlich Sex.
Besonders gefesselt und mitgenommen hat mich das traurige Sterben ihres ältesten Sohnes Michael.
Die Autorin hat da viel Gefühl hineingelegt. Man erfährt, Untreue, die Männer dürfen, Frauen aber nicht. Gur wie Helga Hammer die Geschichte angeht. Mir hat der Roman gefallen.
Rezensionen von begine:
Bonn
Rheinblick von Glaser
Von Brigitte Glaser habe ich schon Bühlerhöhe gerne gelesen. Da musste ich den neuen Roman „Rheinblick“ unbedingt lesen. Der Stil ist wieder realistisch und fesselnd.
In diesem Roman geht es um ein paar Tage ab 18. November 1972 in Bonn. Der Rheinblick ist ein Lokal im Regierungsviertel. Die Wirtin ist Hilde Kessel, sie wird von einem dubiosen Regierungsangestellten ausgefragt, da sie Schulden hat, ist sie ein leichtes Opfer.
Dann ist da die Logopädin Sonja Engel, deren Patient Willy Brand ist. Der hat nach der Wahl seine Stimme verloren, der Krankenhausaufenthalt, von ihm ist belegt.
Beide Protagonisten sind sympathisch
Brigitte versteht es perfekt, bekannte Persönlichkeiten und erdachte Personen miteinander zu verknüpfen. Die politische Atmosphäre und die Intrigen sind gut mit zu erleben.
Rheinblick ist ein interessanter Roman.
Rezensionen von Petra Sch.:
Ein pferdstarkes Pony Abenteuer!
Rheinblick von Glaser
Pferdestarker Ponyspaß, auch für Jungs und Mädels, die nicht extrem pferdeverrückt sind - denn es geht nicht nur um Ponys, sondern um eine geheimnisvolle Verwandlung und vor allem um Freundschaft und Zusammenhalt!
Außerdem ist der Comic-Stil einfach toll, und die Geschichte extrem witzig - daher auch für alle Mamas und Papas geeignet!! :)
Kurz zum Inhalt:
Pia hat ihren ersten Reitkurs! Am Ponyhof Hopperweide.
Und zwar nicht auf irgendeinem Pony, sondern auf ihrer besten Freundin Penny! Jawoll - denn die verwandelt sich einmal im Monat für eine Woche in ein Pony. Oder immer dann, wenn sie ein Wiehern hört.
Pias andere Freundin Moppie will natürlich auch mit zum Reitkurs - doch das muss Pia verhindern! Denn Moppie weiß nichts von Pennys Geheimnis, und so soll es auch bleiben.
Und dann geht da auch noch ein geheimnisvoller Schrank-Mann auf dem Ponyhof um. Will der etwa die Pferde stehlen?!?
Unsere Meinung:
"Aufs falsche Pferd gesetzt" ist der dritte Teil der Reihe um Pia, Penny und Moppie, und er hat meiner Tochter und mir am besten gefallen, denn die Geschichte ist nicht nur comic-stark witzig, sondern auch sehr spannend! Immerhin muss verhindert werden, dass Penny vom Pferdedieb geklaut wird! Und es muss herausgefunden werden, was dieser eigenartige Schrank-Mann am Ponyhof will.
Die vielen Illustration und das Handlettering machen dieses Buch zu einem echten Lesespaß! Die Bilder sind einfach nur genial und extrem witzig!
Auch für nicht so geübte Leser eignet sich dass Buch hervorragend zum gemeinsamen Lesen, denn das Kind kann die Wörter in Comic-Schrift vorlesen, von denen es viele gibt!
Das Cover ist sehr farbenfroh; es zeigt Pia und Penny, die ein Geheimnis teilen und die lauschende Moppie. Dann ist noch ein geheimnisvoller Schatten abgebildet, der Lust macht, hinter das Rätsel zu kommen.
Fazit:
Siehe oben - eindeutige wiehermäßige ponystarke Leseempfehlung!!
Rezensionen von begine:
Berührend
Mein Leben mit Martha von Bergmann Martina
Martina Bergmann beschreibt mit klarer liebevoller Stimme ihr Leben mit einer älteren Dame. Der Roman „Mein Leben mit Martha“ ist eine beeindruckende Geschichte, aus ihren Erfahrungen.
Martha ist 84 Jahre alt und leidet an Demenz. Ihr Lebensgefährte ist gestorben und Martina nimmt sich ihrer an, Martina ist im mittleren Alter, als Buchhändlerin voll berufstätig, Alle Achtung.
Ihre Kämpfe mit dem Pflegestatus und besonders mit missgünstigen Nachbarn sind schwer. Am Schlimmsten ist, das Martha verunsichert wird. Sonst ist deren Verfassung noch annehmbar, sie kann den Tag über alleine verbringen. Besonders schön ist Ausdruck ihrer Krankheit, ihrer Poetischen Verfassung.
Martina, das Portrait der beiden Frauen ist eindrucksvoll.
Ich bin in den Roman getaucht und konnte die jeweilige Stimmung nachvollziehen. Es ist doch Bewunderungswert, das Martina die Aufgabe übernommen hat, Martha ein würdiges Altern zu sichern.
Der Roman lässt sich gut lesen, man bekommt ein gutes Bild dieser Krankheit. Ich wünsche Martina und Martha noch viel Kraft.
Ich möchte das Buch unbedingt weiter empfehlen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannend, interessant und wendungsreich
Mach was Böses von Barbara Wendelken
In Bremen geht der „Drosselmörder“, wie die Presse ihn nennt, um. Junge, blonde Frauen sind im Moment beim Joggen nicht sicher. Zusammen mit seinen Kollegen Konstanze Schaffer und Florian Gercke versucht Hauptkommissar Nikolai König den Serienmörder zu fassen. Als dann eine gute Freundin von Nikolai an ihrer Wohnungstür erstochen wird, ist er sich sicher, dass es hier einen Zusammenhang gibt.
In ihrer Geschichte lässt Barbara Wendelken die handelnden Personen abwechselnd aus ihrer Sicht Blicke auf den Kriminalfall werfen und von ihren persönlichen Problemen erzählen. Gerade diese Abwechslung erzeugt von Anfang an eine Spannung, die stetig steigt. Ich bekomme also nicht nur einen spannenden Fall, der gelöst werden muss, sondern ich bin auch dabei, wie nach einem ersten Aus eine Liebesgeschichte neu entwickelt und Konstanze Schaffer lernen muss ohne ihren Mann Adam auszukommen.
Ich mag es sehr, wenn ich die Kommissare auch privat besser kennenlerne. Hier finde ich die Mischung zwischen Kriminalfall und Persönlichem sehr gut getroffen. Vor allem auch, weil das Persönliche plötzlich ebenfalls in Richtung Kriminalität ausstrahlt.
Ich mag die meisten der hier vorkommenden Personen mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Zweifeln und ihrem Glauben an das Gute. Alle sind gut vorstellbar , menschlich und authentisch beschrieben. Mein Kopfkino ist hier mal wieder im Dauereinsatz. Besonders Finja Michaelis, die Psychologin, mit ihrer Labradorhündin China habe ich schnell ins Herz geschlossen. Und Florian Gercke, der nervt am Anfang einfach nur. Aber ich bin sicher, auch aus ihm wird mit der Zeit ein guter Kriminaler werden.
Die Kriminalfälle, die es hier zu lösen gibt, zeigen auch auf, wie mühsam es für die Polizei teilweise ist, kleinste Puzzleteilchen an die richtigen Stellen zu setzen. Und wie sich alles entwickelt, sollten sie falsch gesetzt worden sein. Nach ca. zweidrittel der Geschichte war mir fast klar, wer der Drosselmörder ist. Aber durch immer neue Wendungen und immer neue Tatsachen hat mich das beim Lesen überhaupt nicht mehr gestört. Im Gegenteil: Ich wollte nun genau wissen, ob und wie die Polizei diesem Täter auf die Spur kommt.
Fake News, auch dieses Thema wird hier kurz angesprochen und zeigt, was daraus entstehen kann, wenn sich eine Reporterin nicht an die Spielregeln hält.
Ein spannender und interessanter Fall, menschliche Protagonisten und ein Schreibstil, der fesselt. Ich hoffe, dass Nikolai, Konstanze und „der Kleine“ Florian bald einen neuen Fall zu lösen bekommen.
Rezensionen von begine:
Guter Krimi
Mitternachtsmädchen von Jonas Moström
Von Jonas Moström gibt es schon Romane mit der Protagonistin der Psychiaterin Natalie Svensson. Für mich war der Krimi „Mitternachtsmädchen“ das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe. Es wurde von Dagmar Mißfeld ins Deutsche Übersetzt.
Der Schauplatz ist Uppsala. Blonde Studentinnen sind in Gefahr.
Ein junger Mann würgt sie und nimmt dann den linken Schuh mit. Jetzt ist die erste Frau erwürgt worden, das Opfer ist die Tochter einer guten Freundin Natalies. Die Polizei hat 3 Männer in Verdacht. Natalie kennt 2 von ihnen, sie waren schon mal bei ihrin Behandlung. Alle sind total engagiert.
Nebenbei gibt es bei den Ermittlern noch private Probleme. Natalie kämpft um das Sorgerecht ihrer Kinder.
Der Autor lässt uns an der Ermittlung teilnehmen, das ist äußerst spannend. Sein Schreibstil ist beeindruckend, gleichmäßig fesselnd bis ans Ende.
Das ist ein Krimi der mir total gefallen hat und ich kann ihn empfehlen.
Rezensionen von yellowdog:
Bestechend gut geschrieben!
Mr. Booker und ich von Taylor
Mr.Booker und Ich von Cory Taylor besticht durch die Erzählweise. Rückblickend berichtet die junge Martha von ihrer Affäre mit dem verheirateten Mr.Booker. Der Erzählton ist sachlich, aber man spürt die Emotionen der 16jährigen. Martha ist ein zurückhaltendes Mädchen, das eigentlich keine Freunde in ihrem Alter hat.
Sie fühlt sich reifer und Erwachsener als ihre Mitschüler und befand sich in einem Zustand des Wartens, das etwas in ihrem Leben passiert. Als das englische Ehepaar Booker nach Australien kommt, freunden sie sich an. Die Bookers sind locker, lebenslustig und dem Alkohol zugetan. Auch da spürt man etwas Verzweifeltes hinter den Kulissen. Mrs. Booker leidet darunter, nicht schwanger werden zu können. Das ihr Mann etwas mit Martha anfängt, nimmt sie nicht zur Kenntnis. Vermutlich will sie es nicht wissen.
Dennoch ist Martha die interessanteste Figur im Roman. Die australische Kleinstadt bietet nicht viel. Es ist nicht ländlich, aber auch nicht gerade Sidney. Dabei träumt Martha von einem Leben in Paris.
Das Familienleben ist zerrüttet. Ihr bipolar gestörter, gewalttätiger Vater hat schon früh die Familie verlassen, ist aber dennoch oft anwesend und Marthas labile Mutter schafft es nicht, sich endgültig von ihm zu lösen. Immer wieder taucht er auf und lässt seiner unkontrollierten Wut freien Lauf. Sogar einen Selbstmordversuch startet er.
Klar, dass Martha darunter leidet, auch wenn sie sich nach Außen nichts anmerken lässt. Vermutlich ist deswegen, Mr.Booker ihr zentraler Lebensmittelpunkt. Doch echte Nähe ist das nicht. Bis zuletzt nennt sie ihn in Gedanken immer noch Mr.Booker, nicht beim Vornamen. Die vorgebliche Liebe ist chancenlos.
Der Roman nimmt den Leser gefangen und ist stilistisch außergewöhnlich gut gearbeitet. Tragisch, dass die Autorin Cory Taylor schon 2016 an Krebs gestorben ist.
Rezensionen von jiskett:
An sich schöne Liebesgeschichte mit einer schwierigen Protagonistin
Wenn Liebe Wunden heilt von Emily Bold
Da mir "Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt" und "Wenn Liebe Cowboystiefel trägt" ziemlich gut gefallen hatten, war ich schon sehr auf die neue Liebesgeschichte der Autorin gespannt. Die Inhaltsangabe von "Wenn Liebe Wunden heilt" klang auch wirklich interessant und ich mag es, wenn Musik für ein Buch eine große Rolle spielt, sodass meine Erwartungen recht hoch waren.
Leider wurden diese nicht hundertprozentig erfüllt, was vor allem daran lag, dass ich lange nicht viel mit der Protagonistin anfangen konnte.
In der Geschichte selbst wird beschrieben, dass Brooke nicht unsympathisch ist, aber ihr Job sie dazu macht und das würde ich auf jeden Fall unterschreiben. Es wird sehr gut herausgearbeitet, dass sie in ihrem Inneren verletzlich ist und ebenso wie viele andere mit Unsicherheiten und persönlichen Problemen zu kämpfen hat, sodass es oft leicht ist, mit ihr zu fühlen... doch zugleich gibt es etliche Momente, in denen ich sie gar nicht verstehen konnte und ihr Verhalten unmöglich fand. Im Zug der PR-Kampagne für Fynn war sie völlig darauf fokussiert, ihn als 'neues Produkt' anzupreisen und Schlagzeilen zu generieren, ungeachtet dessen was sie tun musste, ob er damit einverstanden war oder wie sehr ihre Anweisungen ihm widerstrebten. In gewissem Maße war dies sogar nachvollziehbar - es ist ihre Arbeit und sie könnte entlassen werden, wenn ihr Vorgesetzter nicht mit ihrer Leistung zufrieden ist, was sie natürlich vermeiden möchte. Bold hat hier verdeutlicht, wie hart Erfolg in dieser Branche erkämpft werden und dass man zu unlauteren Mitteln greifen muss, was mir leider realistisch vorkam, aber dennoch agierte Brooke oftmals so berechnend und kalt, dass es mir schwer fiel, ihr Sympathien entgegen zu bringen.
Fynn dagegen mochte ich sehr. Ich konnte mich leicht in ihn hineinversetzen, da das ganze Star-Leben für ihn völlig neu war und er sich damit überfordert fühlte, was in seiner Lage wohl fast jedem so gehen würde. Zwar handelt auch er nicht immer richtig, doch er schien ein toller Mann zu sein und ich mochte, dass sowohl die positiven als auch die negativen Seiten seines plötzlich Ruhmes beleuchtet wurden, da dies glaubwürdiger war als eine einseitige Darstellung. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant und ich mochte, wie dieser Handlungsstrang aufgelöst wurde, da es gut zu dem Protagonisten und seiner Situation gepasst hat.
Die Liebesgeschichte selbst betrachte ich ein wenig zwiespältig. Einerseits ist sie emotional und komplex, vor allem, weil beide Figuren Fehler machen und sie nicht immer die gleichen Interessen vertreten, ganz zu schweigen davon, dass die Anforderungen ihrer jeweiligen Jobs ihnen oft im Weg zu stehen scheinen. Andererseits war für mich zwar die körperliche Anziehungskraft sehr offensichtlich und das Knistern beinahe greifbar, doch die emotionale Verbundenheit kam mir persönlich zu kurz. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass ich Probleme mit Brookes Charakterisierung hatte; da sie und Fynn wirklich sehr unterschiedliche Menschen sind, ist es mir schwer gefallen zu verstehen, was sie ineinander gesehen haben und aus diesem Grund konnte ich mich leider nicht hundertprozentig auf ihre Romanze einlassen. Ich fand aber definitiv, dass die Entwicklung ihrer Beziehung den Umständen entsprechend realistisch dargestellt wurde und mir hat sehr gut gefallen, dass sie ihre Konflikte ausgetragen haben und ihre teilweise fragwürdigen Entscheidungen ernsthafte Konsequenzen hatten.
"Wenn Liebe Wunden heilt" bekommt von mir 3 Sterne. Das Buch hat mich gut unterhalten und ich habe es weitgehend gerne gelesen, doch obwohl ich verstehen konnte, dass die Protagonistin nur ihrer Arbeit nachgegangen ist, fand ich nicht gut, wie extrem ihr Handeln sein konnte, weshalb ich Schwierigkeiten damit hatte, mit ihr zu sympathisieren. Allerdings gab es Momente, in denen ich mit ihr fühlen konnte und mir hat gefallen, dass die Auswirkungen dieses Verhaltens auf die Entwicklung der Liebesgeschichte eine große Rolle gespielt haben.
Rezensionen von nil_liest:
Wer zuletzt lacht, lacht am besten
Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre
Mir liegen Romane am Herzen die einfach toll erzählt sind, ganz unabhängig vom Inhalt. Passen Inhalt und Schreibstil zusammen ist es natürlich ein Volltreffer -wie in diesem Fall.
„Die Farbe des Feuers“ war der erste Roman, den ich von Pierre Lemaitre gelesen habe und der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut.
Sicherlich auch der formidablen Übersetzung von Tobias Scheffel geschuldet. Eine tolle Übersetzung die das französische Flair beibehalten hat.
Wir starten im Jahr 1927 in der obersten Pariser Schicht, der Bankier Péricourt stirbt und hinterlässt seiner Tochter Madeleine das Bankhaus mit der ganzen Verantwortung. Zunächst zögerlich durch eine weitere Tragödie, die sie einnimmt, beginnt Madeleine sich den Geschäften zu widmen. Vor allem schafft es Pierre Lemaitre gut herauszuarbeiten wie Frauen zu dieser Zeit betrachtet wurden und wie Madeleine kämpfen muss. Dann kommt natürlich noch die veränderte Lage in Europe dazu vor dem zweiten Weltkrieg und ihr Geschick erblüht – auch wenn es nicht immer Rechtens ist…
Ich habe nochmals den Buchrücken gelesen und die Marketing-Texte vom Verlag. Der Roman ist sehr viel leiser als die die reißerischen Zusammenfassungen. Es sind keine falschen Darstellung, aber doch der Roman ist feiner und baut sich langsam in der Spannung auf. Umfasst der Roman doch mehr als 400 kleinbedruckte Seiten. Wer also auf ein schnell getakteten historischen „Reißer“ aus ist, wird hiermit nicht glücklich, obwohl viel passiert und das immer ordentlich durchorchestriert.
Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen, insbesondere da die handelnden Personen so plastisch und nachvollziehbar aufgebaut sind. Viel Potential sich diebisch zu freuen.
Auch kann man sich so gut in die Geschichte vertiefen, eintauchen & weg, in ein Paris ganz anderer Zeiten. Wunderbar!
Rezensionen von C. P.:
Welche Person steckt hinter der Maske, die du trägst?
Shadows von Mae Olivia
Selbstmord? Ein Mitschüler von uns? Wie hieß der überhaupt? Aussenseiter Jakob wird tot aufgefunden. Diagnose: Selbstmord. Die Reaktionen seiner Klassenkameraden sind unterschiedlich, reichen von Entsetzen über Ratlosigkeit bis Desinteresse. Als seinen letzten Wunsch bat Jakob seine Sitznachbarin, eine Art Tagebuch von ihm vor den Mitschülern vorzulesen.
Natascha ist selbst eine Aussenseiterin, gilt als stiller Gruftie und wird besonders von der führenden Klassenclique gemieden. Als Natascha beginnt, Jakobs Aufzeichnungen vorzulesen, werden die Jugendlichen jedoch mit Wahrheiten konfrontiert, mit welchen sie nie gerechnet hätten. Und was sie nicht ahnen: Das alles ist Teil eines perfiden Plans, der wahre Täter versteckt sich in den Schatten und wartet nur darauf, erneut zuzuschlagen.
Der Roman zeigt deutlich, was oftmals Realität ist: Viele Schüler der Abschlussklasse tragen eine Maske, hinter welcher sie sich verstecken. Die Gründe dazu sind unterschiedlich, hinter einigen stecken tragische Schicksale. Als die Schüler mit Wahrheiten und Peinlichkeiten konfrontiert werden, fallen langsam die Masken. Nicht jeder kann damit umgehen, wogegen sich andere dadurch wie befreit fühlen. Recht gut werden die unterschiedlichen Reaktionen der Protagonisten beschrieben, als sie mit Themen wie Lüge und Verrat, Gewalt und Missbrauch konfrontiert werden, ihnen im Spiegel die Ignoranz entgegen blickt. Doch auch positive Themen wie Mitgefühl und Verständnis, Freundschaft und Familie finden ihren Weg, führen zum Nachdenken in den Köpfen der Protagonisten wie auch des Lesers.
Thematisch ist „Shadows“ ein sehr gelungener Roman, welcher den Protagonisten ihre Masken entreißt und die wahren Personen dahinter aufdeckt. Dadurch wird deutlich aufgezeigt, dass Schein nicht zwangsläufig auch Sein ist und dass man gerade bei subtilen Anzeichen von Missbrauch oder psychischen Problemen aufmerksamer sein sollte. Hier hat die Autorin gezeigt, dass sie unterschiedliche Charaktere vielschichtig und glaubhaft herausarbeiten kann. Stilistisch ist der Roman recht flüssig zu lesen. Verwirrend waren jedoch manchmal abrupte Szenenwechsel mitten im Satz: Ein Satz oder Dialog beginnt in einer Szene und wird in einer weiteren Szene mit anderen Personen passend fortgeführt. Das war für meinen Geschmack eine sehr schöne Idee, jedoch nicht immer sofort erkennbar.
Zusammengefasst ist „Shadows“ ein emotional durchdachter und mitreissender Roman, der durch die Perfidie des Täters im Schatten recht lange spannend bleibt.










