Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
Gänsehaut pur
Liebes Kind Thriller. 28.02.2019. Paperback / softback. von Hausmann Romy
Eine einsame Hütte, versteckt im Wald, die Fenster vernagelt, die Tür immer abgeschlossen, Luft gibt es durch einen Zirkulationsapparat. Hier versorgt ein Mann seine zwei Kinder mit Lebensmitteln und er sorgt dafür, dass sie immer eine Mutter haben. Lernen, Essen, Toilettengänge: Alles folgt einem strengen Zeitplan.
Jahr für Jahr! Dann gelingt ihnen die Flucht. Doch damit ist das Grauen noch lange nicht vorbei.
Das Buch beginnt mit einem Zeitungsartikel, in dem vom Verschwinden der 23-jährigen Lena Beck berichtet wird. Abwechselnd erzählen dann die 13-jährige Hannah, Lena und Matthias Beck, ihr Vater. Es ist unfassbar, mit welcher Präzision gerade Hannah aus ihrem Leben erzählt. Dadurch hat die Autorin das Asperger-Syndrom sehr deutlich beschrieben. Matthias Beck vermisst auch nach 14 Jahren seine Tochter wie am ersten Tag. Er will endlich Klarheit und versucht das auf seine eigene Art. Und Lena?
Schon das Cover – obwohl so einfach gestaltet – lässt schreckliche Gefühle aufkommen. Die Geschichte, die dort beginnt, wo das Grauen am schlimmsten zu sein scheint, bleibt auch im weiteren Verlauf gleichbleibend spannend. Und immer bleibt ein beklemmendes Gefühl. Wie sollen die Kinder, wie soll die Mutter in der Welt da draußen jemals wieder klarkommen? Und wie soll ihre Psyche gesunden?
Ein Thriller zum „In-einem-Rutsch-Lesen“, weil die gleichbleibende Spannung kaum Gelegenheit bietet, das Buch zur Seite zu legen. Ein Wahnsinns-Thriller-Debüt!
Rezensionen von LEXI:
Es gibt Momente im Leben, in denen Zögern keine Option ist
Blind von Brand Christine
Nathaniel Brenner ist seit seinem elften Lebensjahr blind. Der attraktive Mann arbeitet in der Erlebnisgastronomie, seinen Alltag erleichtern ihm seine Blindenhündin Alisha und eine App namens „Be my eyes“. Als er eines Tages über diese App Unterstützung durch eine sehende Person anfordert, wird er mit einer jungen Frau namens Carole verbunden.
Das Gespräch nimmt ein böses Ende – der blinde Mann wird Zeuge eines Verbrechens. Doch seine akustischen Wahrnehmungen während dieses Telefongespräches werden weder von seiner Familie, noch von der Polizei ernst genommen, niemand schenkt seinen Worten Glauben. Nathaniel stellt auf eigene Faust Recherchen an und kontaktiert seine Bekannte Milla Nova, die als TV-Reporterin tätig ist. Zugleich sickern Informationen zu einem äußerst spektakulären Verbrechen durch, und Milla kommt ihrem Lebensgefährten empfindlich in die Quere. Sandro Bandini ist nämlich Leiter des Dezernats Leib und Leben bei der Kantonspolizei Bern und schätzt die Einmischungen seiner Reporterfreundin in keiner Weise. Doch manchmal gibt es Momente im Leben, in denen Zögern keine Option ist…
Christine Brand erzählt im vorliegenden Krimi die Geschichte eines Blinden, der über sein Smartphone Zeuge eines Verbrechens wird. In eindrucksvollen Worten und durch einen hervorragend charakterisierten Hauptdarsteller lässt sie ihre Leser in den Alltag eines Blinden eintauchen. Nathaniel trägt schwer an einem furchtbaren Ereignis aus seiner Vergangenheit, welches auch die Ursache für seine Erblindung war. Die Autorin erlaubt dem Leser Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt und nach und nach wird dabei auch die Vergangenheit aufgerollt. In diesem Buch spielt zudem eine eigenwillige langhaarige Schäferhündin namens Alisha eine wichtige Rolle, die als Nathaniels Blindenhündin stets an seiner Seite ist. Die Protagonisten dieses Buches sind authentisch dargestellt. Milla bringt sich mit ihrer chaotischen Art und ihrem Eigensinn manchmal in Misskredit, macht dies aber durch ihre Arbeitsergebnisse, aber auch durch ihre Liebenswürdigkeit und ihren Charme wett. Sandro hingegen punktet durch sein ruhiges und beherrschtes Verhalten und seine Bemühungen, das Privatleben von seinen Ermittlungen zu trennen. Das Rätsel um den Verbleib von Carole Stein stellt den eigentlichen Kriminalfall dar. Zugleich aber werden der „rasenden Reporterin Milla“ brisante Informationen in die Hände gespielt, die auf ein unfassbares Verbrechen hinweisen.
Der Spannungsbogen wurde in diesem geschickt konstruierten Kriminalfall einerseits durch die Fragen nach dem Verbleib der jungen Grafikerin, andererseits durch meine Neugier hinsichtlich einer angedeuteten Familientragödie hochgehalten. Ich muss zugeben, dass es der Autorin auch gelungen ist, mich im Zuge der Ermittlungen kurzzeitig auf eine falsche Fährte zu locken. Dieser Kriminalroman hat mich sehr gut unterhalten und mir spannende Lesestunden bereitet. Besonders hervorheben möchte ich die lesefreundliche Schriftgröße, die angenehm kurzen Kapitel und den stets wechselnden Fokus auf die verschiedenen handelnden Figuren.
Das Buch ist mit einer hochwertigen Broschur ausgestattet und stellt auch optisch eine Augenweide dar. Die Abbildung eines nachdenklich wirkenden Mannes vor einer offenen Türe hat mir in der Vergrößerung auf der ersten Innenseite sogar noch besser gefallen als auf dem Coverfoto. Der an den Rändern leicht aufgeraut wirkende Buchumschlag sorgte für eine überraschende Haptik, die dunkle Hintergrundfarbe des Umschlags vermittelt einen düsteren und bedrohlichen Eindruck.
Fazit: Die Lektüre dieses Buches bescherte mir großes Lesevergnügen und hat alle meine Erwartungen an einen Krimi erfüllt: ein gut konstruierter Fall, interessante Ermittlungsarbeiten, überzeugende Charaktere und nicht zu vergessen ein hoher Spannungsfaktor.
„Blind“ von Christine Brand hat mir ausgezeichnet gefallen – es war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht mein letztes Buch dieser Autorin.
Rezensionen von KimVi:
Spannender Pageturner!
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Stella lebt mit ihrem Mann Paul in einer ruhigen Wohngegend. In der Straße kennt man sich. Wobei Stella keinen großen Wert auf freundschaftliche Beziehungen zu den Nachbarn legt. Das liegt auch daran, dass Pauls Ex-Frau bei einem Autounfall ums Leben kam, und Stella den Eindruck hat, dass die Nachbarn denken, dass Stella sich ins gemachte Nest gesetzt hat.
Dennoch fühlt sie sich in der Straße sicher. Das ändert sich allerdings schlagartig, als plötzlich ein unbekannter Wagen in der Straße parkt. Die Insassen steigen nicht aus, sondern beobachten die Umgebung und nicht nur für eine Weile, sondern tagelang! Dieses merkwürdige Verhalten macht die Bewohner der Straße langsam nervös. Stella hat allerdings den Verdacht, dass sie selbst das Ziel der unermüdlichen Beobachtung ist. Wissen die Insassen etwa, was damals wirklich bei dem Unfall geschah? Ausgerechnet jetzt ist Paul nicht daheim. Er ist Pilot, noch tagelang unterwegs und nur sporadisch zu erreichen. Stella hat Angst! Welches Ziel verfolgen die geheimnisvollen Beobachter?
Wiebke Lorenz beginnt ihren Psychothriller mit dem Ende. Das weckt sofort das Interesse an der Handlung, denn die Szenen lösen ein beklemmendes Gefühl aus, das dafür sorgt, dass von Anfang an eine unterschwellige Anspannung zwischen den Zeilen schwebt. Hier wird auch nicht zu viel verraten, sondern der Grundstein zu einem atemlos spannenden Psychothriller gelegt.
Der Einstieg gelingt dadurch mühelos. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihr hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen sofort vor Augen hat und sich ganz auf das Geschehen einlassen kann. Im Zentrum der Handlung steht Stella. Sie ist alleine im Haus und hat von Anfang an ein ungutes Gefühl, als sie das parkende Auto entdeckt. Dieses Gefühl wird glaubhaft beschrieben. Man kann nachvollziehen, dass sie sich immer weiter hineinsteigert. Denn plötzlich geschehen auch in den Nachbarschaft geheimnisvolle Dinge. Man weiß nicht, was man glauben soll und wem man, oder vielmehr wem Stella, vertrauen kann. Reagiert sie über oder geht von den Insassen des Wagens tatsächlich eine Gefahr aus? Man erfährt, dass Stella und Paul viele Jahre lang etwas über den Unfallhergang verschwiegen haben. Sollte jemand das Geheimnis kennen? Diese Ungewissheit ist beim Lesen regelrecht spürbar und sorgt dafür, dass man früh in den Sog der Handlung gerät. Man stellt eigene Überlegungen an, die man allerdings komplett überdenken muss, da es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und verfolgt angespannt das Geschehen. Das Ganze gipfelt in einem nervenaufreibenden Finale, das nicht nur überraschend, sondern vollkommen schlüssig ist.
Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers ausgesprochen gut unterhalten. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die unterschwellige Bedrohung schwebte für mich greifbar zwischen den Zeilen. Ich war hin- und hergerissen, wusste nicht was ich glauben soll und hatte keine Ahnung wohin das Ganze steuern würde. Dadurch geriet ich in den Sog der Ereignisse und mochte kaum glauben, was am Ende ans Tageslicht kam. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.
Rezensionen von liesmal:
Und erstens kommt es anders ...
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Das ist ja wohl das Letzte! Eine Sprachreise nach England – ohne Freundin – und dann bekommt Rebecca auch noch eine Unterkunft bei der schrecklichen Mrs Lydia auf Schloss Blackhill. Dort ist es nicht nur dunkel und unheimlich, sondern Rebecca merkt bald, dass ein Fluch auf dem Schloss liegt. Ihre anfängliche Abneigung zu ihrer Bleibe wandelt sich jedoch, nachdem sie in zwei Mitschülern, Carlo aus Rom und Sander aus den Niederlanden, Freunde findet, die sich mit ihr auf Spurensuche begeben.
Es geschieht Abenteuerliches und die Freunde leisten Detektivarbeit vom Feinsten.
Obwohl „Rebecca“ ein Kinderbuch ist, hat mich die Geschichte unglaublich gefesselt. Nicht nur, dass ich sie ohne Unterbrechung in einem Stück gelesen habe, hat sie mich auch an meine lange zurückliegende Kindheit erinnert, in der ich Bücher dieser Art ebenfalls regelrecht verschlungen habe.
Das Buch ist leicht verständlich, gut durchdacht, geheimnisvoll und spannend geschrieben. Es liegt angenehm in der Hand und ist versehen mit kleinen Illustrationen zu Beginn der Kapitel. Ein tolles Lesevergnügen der Autorin Barbara Laban und des Verlags Chicken House.
Meine Leseempfehlung: Die Geschichte ist für Kinder ab 12 Jahre geeignet – mit einer nach oben offenen Altersgrenze!
Rezensionen von Pink Anemone:
So viel mehr als nur DIY-Projekte und Hygge-Deko
Handmade Hygge von Wedeland Carmen; Sander Barbara; Seitter Manuela; Scharnowski Eva
"Hygge ist eine Stimmung, eine Situation, sie verbindet Gemütlichkeit, Wohlfühlen, Entspannung und Heimeligkeit."
(S. 6)
Für manche ist der Hygge-Trend schon ein alter Hut, während ich diesen gerade erst für mich entdeckt habe. Das liegt daran, dass bei mir allgemein gerne Trends sang- und klanglos an mir vorbei marschieren.
Bei manchen Trends ist das durchaus nicht verkehrt, wie z.B. der Trend von Karottenhosen in Hochwasser-Länge oder die Bücher im Regal nach Farben zu sortieren. Kurz gesagt - Trends sind für mich nicht immer nachvollziehbar und werden daher von mir auch gerne mal ignoriert.
Diesem Hygge-Trend kann ich jedoch durchaus etwas abgewinnen, da dies endlich einmal ein nützlicher Trend ist. Es ist ein Trend, der uns lernt das Leben zu genießen, es zu entschleunigen und mehr auf uns zu achten. Das wir dafür einen Trend aus Dänemark brauchen, welcher bei diesen ein einfaches Lebensgefühl ist, ist zwar in gewisser Weise traurig, aber wenn's hilft kann man nun echt nichts dagegen sagen.
"Hygge ist wunderbar im Winter, sie ist Weihnachtsduft und Schnemmannbauen.
Hygge fühlst du im Frühling, wenn du Ostereier bemalst und Beete anlegst.
Und Hügge schmeckt herrlich im Sommer: nach Grill, nach Bowle und Blumenduft..."
(S. 22)
Das vorliegende Buch ist aus dem Frech-/Topp-Verlag und daher speziell für Selbermacher angelegt. Vor allem für diejenigen, welche gerne die Strick- und Häkelnadeln schwingen und sich hinter der Nähmaschine entspannen. Das Buch beinhaltet 40 (!!) Näh-, Strick- und Häkelprojekte, für Anfänger ebenso, wie auch für Profis.
Zugegeben, wenn man sich als DIY-Anhänger oft im Internet Anregungen holt, stolpert man hin und wieder über Altbekanntes, aber die Aufmachung dieses DIY-Hygge-Buches macht dies allemal wieder wett.
Die Projekte sind nach Wohnraum eingeteilt.
Z. B.: Topflappen und Sitzkissen für die Küche, Decke und Sitzhocker für das Wohnzimmer, Haustierbett und Kissen für das Schlafzimmer, Badematte und Körbchen für das Bad.
Hiebei bekommt man auch gleichzeitig Tipps, wie man diese Räume behaglich gestalten kann. Auch DIY-Anleitung für Kleidung und Accessoires sind vorhanden, wie z.B. für Pullover, Fäustlinge und natürlich Socken. Für die Nähprojekte sind natürlich auch Schnittmusterbögen vorhanden. Die Anleitungen sind übrigens wirklich sehr leicht verständlich beschrieben.
Man erhält hier jedoch nicht nur DIY-Anleitungen, sondern es wird einem zu Beginn auch der Begriff Hygge näher gebracht und wie man dieses dänische Feeling bei sich einziehen lassen kann. Es ist nämlich kein Deko-Trend, sondern wirklich ein Gefühl und bedeutet für jeden etwas anderes. Man wird angeregt, die Einfachheit schätzen zu lernen, dieses Hygge-Gefühl in sich zu entdecken, es zu zelebrieren und zu feiern - individuell und vor allem das ganze Jahr hindurch.
Von Jul bis zum Johannisfeuer, Sommer wie Winter. Es ist also ein Buch, in welchem man das ganze Jahr hindurch schmökern kann.
Was Hygge für die Dänen bedeutet, liest man an den vielen Zitaten, welche ebenfalls ihren Weg in dieses Buch gefunden haben.
">>Hygge lässt sich genauso schwer definieren wie Liebe.
Wir alle wissen, was es ist, aber der Begriff ist so luftig und weit,
dass jeder seine persönliche Erklärung dafür findet.<<"
(Kaj Jessen - S. 101)
Die stimmungsvollen und wunderschönen Bilder machen das Schmökern zusätzlich zu einem wahren Genuß und man kann diese Bilder wunderbar auf sich wirken lassen.
Fazit:
Dieses Buch löst alleine beim Durchblättern schon ein gewissen Hygge-Gefühl in einem aus.
Ich habe schon zwei Projekte daraus nachgemacht - die Untersetzer und die Socken. Da dieses Buch aber noch viele weitere wunderschöne und vor allem auch nützliche Wollprojekte beinhaltet, werde ich sicher noch einiges mehr daraus nachstricken- und häkeln (Nähen ist nicht so mein Ding).
Ich stöbere aber auch immer wieder gerne einfach nur so durch dieses Buch, sei es, um etwas vom Alltagsstress herunterzukommen, indem ich darin schmökere und einfach nur die Bilder betrachte, oder um mein nächstes DIY-Projekt zu planen. Das nächste Projekt wird wohl die kuschelige Strickweste.
Es ist ein Buch für alle Strick- und Häkellieseln und Nähmaschinen-Treter, welche es sich hyggelig machen wollen.
© Pink Anemone
Rezensionen von zenzi:
Freiheitskampf und Liebesabenteuer
Handmade Hygge von Wedeland Carmen; Sander Barbara; Seitter Manuela; Scharnowski Eva
Ein sehr interessanter Roman über das Problem des Freiheitskampfes und der Autonomiebestrebungen der Basken aus der Zeit 2001 und 2002. Dies war für mich sehr lehrreich und ich kann nun die Probleme der Bevölkerung und auch der Polizei besser verstehen. Wunderbar der letzte Abschnitt, dass die ETA nun ihre terroristischen Aktionen einstellt.
Historische Fakten werden mit 2 aufregenden Liebesbeziehungen von der deutschen Sofie verbunden - sie verliebt sich in die beiden Hauptkontrahenten und wird auch als Spion von der Polizei und der Freiheitskämpfer ausgenützt, obwohl sie eigentlich nichts mit diesem blutigen Kampf in der Baskenregion zutun haben will. Deshalb war es für mich sehr verwunderlich, dass sie sofort ihr neues Cafe an der Costa Brava aufgegeben hat, als Diego Jiménez, Capitán der Guardia Civil um sie geworben hat und sich dann einige Wochen später in einem ganz anderen Typen aus dem Volk verliebt hat. Dass der durch und durch Baske Garbi sich auch in eine Deutsche verliebt, konnte ich auch nicht verstehen, wo der doch so um sein Volk kämpft.
Trotzdem habe ich diesen Roman mit viel Interesse und Freude gelesen, da man beide Seiten gut kennenlernt. Außerdem werden die Bevölkerung, die wilde Landschaft gut beschrieben.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Angenehmer Schmöker
Handmade Hygge von Wedeland Carmen; Sander Barbara; Seitter Manuela; Scharnowski Eva
Frankreich im 17. Jahrhundert. Die junge Lianne hat das Herz am rechten Fleck, fristet jedoch ein unerfülltes Leben als Dienstmagd einer reichen Familie. Von der gehässigen Tochter erntet sie nur Spott und ist Opfer ihrer Gemeinheiten, vom Hausherrn wird sie sexuell genötigt. Ihre scheinbar aussichtslose Position erinnert entfernt an Cinderella, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass Liannes leibliche Mutter keineswegs tot ist.
Den Begriff 'Mutter' hat dieses giftige Wesen kaum verdient – sie scheint Lianne zu hassen und erwartet lediglich, dass diese ihr regelmäßig Geld vorbeibringt…selbst wenn dies bedeuten würde, dass ihre Tochter sich dafür prostituieren müsste. Kein Wunder also, dass Lianne die Flucht ergreift, als sich eines Tages eine unverhoffte Gelegenheit bietet - als blinde Passagierin an Bord eines Handelsschiffes mit ungewissem Ziel. Als sie Luc kennenlernt, scheint sich ihr Schicksal endlich zum Guten zu wenden. Doch ihr ehemaliger Besitzer kann diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen und schwört Rache… Robina war einst selbst Tochter aus einem reichen Hause und als sie verarmt, scheint die arrangierte Ehe mit dem wohlhabenden Lexius ein sinnvolles Arrangement. Doch Robinas Stolz kann es nicht verwinden, von ihrer eigenen Mutter verkauft worden zu sein. Sie schwört sich, Lexius niemals an sich heranzulassen und begeht bald einen folgenschweren Fehler. Beide jungen Frauen träumen von der wahren Liebe. Aber dies ist nicht das Einzige, was sie miteinander verbindet. Das farbenfrohe Cover fängt wundervoll den Zauber des Meeres und das Gefühl der Sehnsucht ein.
Erzählt wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich Liannes und Robinas, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen bewegen. Anfangs war dies ein wenig verwirrend, weil man genau aufpassen musste, in welchem Jahr man sich mit dem neuen Kapitel nun wieder befindet. Beide Frauen werden anfangs sehr sympathisch dargestellt, sodass man als Leser mit ihnen mitfiebert und sich über das Unrecht, das ihnen widerfährt, empört. Hinsichtlich der charakterlichen Entwicklung gibt es jedoch eine unerwartete Wendung, die sicherlich hilfreich ist, um die Story voranzutreiben bzw. um die Grundlage für einen gewissen Handlungsstrang zu bilden, allerdings meine Lesefreude letztlich aufgrund der Negativität ein wenig getrübt hat. Obwohl es der erste Teil einer Reihe ist, kann dieser Roman sehr gut als in sich geschlossenes Werk gelesen werden, da keine Fragen offenbleiben. Das Ende war mir persönlich ein wenig zu weichgespült und in mancher Hinsicht eher unglaubwürdig, weil mir das Verhalten der Charaktere nicht stimmig erschien.
Der flüssige Schreibstil besticht vor allem durch die bildreichen Beschreibungen der Locations; man fühlt sich sofort in Meeresnähe und spürt beinahe das Salz auf den Lippen. Besonders La Rochelle, das einst für lange Zeit der größte Hafen Frankreichs an der atlantischen Küste war, wird überaus anschaulich geschildert.
Fazit: Ein angenehmer Schmöker für zwischendurch für Fans von historischen Frauenromanen.
Rezensionen von PFIFF:
Dantes Göttliche Komödie führt zu einem Wunder
Das Pfingstwunder von Sibylle Lewitscharoff
34 Experten der "Göttlichen Komödie" von Dante treffen sich zu einem Kongress in Rom und tagen im Saal der Malteser auf dem Aventin mit Blick auf den Petersdom.
Der Universitätsprofessor Gottlieb Elsheimer erzählt von den Vorträgen, bei denen jeder Redner ein anderes Kapitel interpretiert.
Frauen und Männer aus aller Herren Länder behandeln die Übersetzungen in viele Sprachen und die verschiedenen Auslegungen. Überaus engagiert steigern sich die Gelehrten in eine übernatürliche Stimmung.
Letztendlich kommt es zu einem Wunder, dem Verschwinden von 33 Teilnehmern, das Elsheimer der Polizei zu beschreiben versucht.
Interessant für Kenner der "Göttlichen Komödie" von Dante.
Rezensionen von PFIFF:
4x was wäre gewesen, wenn..
4 3 2 1 von Paul Auster
Archies Großvater, Isaac Reznikoff, musste sich bei seiner Einwanderung aus Minsk nach Amerika einen neuen Namen einfallen lassen. Ein Missverständnis verschaffte ihm den neuen Namen Ferguson, den seine Nachfahren beibehielten.
Archie Fergusons Leben, das 1947 begann, wird von Paul Auster in 4 Varianten beschrieben.
Drei der Jungs sterben mit 13, 20 und 24 Jahren. Nur Nr. 4 überlebt seine Jugend und wird Schriftsteller. Doch da hört die Erzählung auf.
Paul Auster arbeitet in diesem gewaltigen Epos auf über 1200 Seiten seine eigene Kindheit und Jugend auf, oder was hätte unter anderen Umständen sein können. Er erzählt von seinen sexuellen Erfahrungen mit Männlein und Weiblein, seinen finanziellen Sorgen, Erfolgen und Misserfolgen während seines Studiums.
Etwas Durchhaltevermögen und kräftige Arme braucht man schon beim Lesen. Aber die Erzählkunst Austers fasziniert und fesselt immer wieder, sodass man das Buch nicht weglegen möchte.
Rezensionen von Streiflicht:
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Fettnäpfchenführer USA von Blum Kai
Autor Kai Blum hat mich schon mit seinen Auswandererromanen begeistert, daher war ich sehr gespannt und neugierig auf dieses Buch von ihm. Ein ganz anderer Ansatz, ein ganz anderes Genre und dabei genauso gelungen und genau recherchiert wie alles, was ich bisher von ihm kenne! Auch hier im Fettnäpfchenreiseführer hat Kai Blum hier wieder genau den richtigen Ton getroffen.
Durch die geniale Idee des fiktiven Reisetagebuches hat er eine gute Basis gefunden. So kann der Autor berichten, was dem Paar alles bei seinem Amerikabesuch widerfährt und wie man es hätte besser machen können. Vieles ist für uns Deutsche und Europäer nur schwer nachvollziehbar, denn hier zeigen sich dann doch immer wieder die Barrieren und kulturellen Unterschiede. Kai Blum zeigt die Probleme und Fettnäpfchen gekonnt und facettenreich auf – aber nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf eine nette, witzige Art und Weise. Da er als gebürtiger Deutscher selbst schon seit vielen Jahren in den USA lebt, kennt er beide Mentalitäten und damit auch die Fallstricke und Fettnäpfchen, die quasi am Wegesrand lauern.
Sehr gut gefällt mir auch die Aufmachung des Buches. Dass immer eine Geschichte erzählt wird und dann anhand des Geschehenen beschrieben wird, was falsch gelaufen ist, was aus Sicht der Amerikaner seltsam oder beleidigend ist und warum es so ist. Auch die Infokästen, die noch mehr Hinweise und Auskünfte geben, finde ich sehr gut. Man merkt, dass der Autor sich in Amerika auskennt und einfach weiß, wie die Menschen dort ticken, welche informellen Regeln gelten, was man besser nicht tut und warum wir oft so anders denken.
Dieses Buch ist eine gelungene Mischung, die gute Unterhaltung bietet, vor allem aber auch viele interessante Informationen über Amerika, die man so meistens gar nicht kennt. Das Ganze verpackt in eine interessante Geschichte, die sich leicht lesen lässt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und macht das Buch zu einem Lesevergnügen. Ein rundum gelungenes Buch, das Unterhaltung, Humor und Information auf beste Weise verbindet – hier macht das Lernen Spaß. Und nach dieser Lektüre sollte es jeder schaffen, neben das Fettnäpfchen zu springen! ;o)








