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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Die 10 biblischen Plagen

Heidefluch von Kathrin Hanke; Claudia Kröger

Giftfrösche in zwei verschiedenen Bio-Supermärkten, Killerbienen, die einen Imker umbringen, eine Fliegenplage in einem italienischen Restaurant, Brandstiftung auf einem Feld und ein Pferd auf einem Reiterhof, dem der Bauch aufgeschlitzt wurde.
Kommissar Benjamin „Ben“ Rehder und seine Kollegin Katharina von Hagemann haben viel zu tun.

Seit ihr Kollege Tobias Schneider nach einem Unfall im Koma liegt, versuchen sie, das Arbeitspensum zu zweit zu bewältigen, was nicht immer gelingt. Dann bekommen Sie Vivien Rimkus zugeteilt, die bereits bei vergangenen Fällen ausgeholfen hat. Sie soll Tobias ersetzen, solange, bis er wieder einsatz- und arbeitsfähig ist.


Wieder bei der Kripo Lüneburg zu Gast zu sein, ist für mich, wie Freunde besuchen. Da ich die Rehder-Zwillinge Ben und Bene und Katharina schon seit ihrem ersten Fall aus 2013 kenne, freue ich mich jedes Jahr auf ein wiederlesen.

In diesem Fall bzw. in diese einzelnen Fälle, die sehr stark ins Private der Ermittler eindringen, sind sehr unblutig. Nichtsdestotrotz steigt die Spannung von einem Fall zum nächsten, wobei nicht klar ist, ob die einzelnen Fälle zusammenhängen. Bis Katharinas Bauchgefühl sie auf eine heiße Spur führt. Hat das alles mit den 10 Plagen zu tun, deren Ausstellung sich Katharina vor kurzem angeschaut hatte?

Da ich wie Katharina nicht bibelfest bin, habe auch ich etwas länger gebraucht, um hinter das Geheimnis der 10 Plagen zu kommen. Doch als ein bestimmter Name fällt, war ich mir sicher, den bzw. die Fälle lösen zu können. Sehr geschickt gemacht von den Autorinnen.

Wie immer lässt sich die Geschichte, die sich K. Hanke und C. Kröger diesmal ausgedacht haben, flüssig und locker weg lesen. Ich hatte wie immer meinen Spaß beim mit ermitteln. Leider war auch dieser Fall wieder viel zu schnell gelöst und damit aus. Ausserdem gibt es für Katharina und Bene eine tolle Nachricht. Und eine Textnachricht freut mich ganz besonders. Aber mehr wird nicht verraten.

Auch in diesen Fall hat mich das Autorenduo hineingezogen und erst wieder freigelassen, als der Fall auch für mich glaubhaft und nachvollziehbar gelöst war. Und nun kann ich mich hoffentlich auf den 8. Fall der Kripo Lüneburg freuen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ohne Plastik geht's auch

Plastikfrei für Einsteiger von Christoph Schulz

Autor Christoph Schulz versucht, mit seinem Buch Bewusstsein zu schaffen, dass wir mit unserem täglich anfallenden Plastikmüll, die Umwelt und uns selbst nachhaltig schädigen. Dabei geht er nicht unangenehm sektiererisch vor, sondern bietet eine Anleitung, die es den Lesern ermöglicht, in kleinen Schritten auf Plastik zu verzichten,

In drei Kapiteln kann jeder (s)einen Beitrag leisten:

Der neue Lebensstil
Gewohnheiten ändern
Plastikfrei-Experte

Auf Seite 45 bietet er folgende plastikfreie Alternativen: Ausleihen, wiederverwenden, hinterfragen, ablehnen, reparieren, umgestalten, Selbermachen, ersetzen und recyclen.

Nach jedem Kapitel ist auf ein paar Zeilen Platz, das neu erworbene Wissen in die Tat umzusetzen.

Manches klingt einfach, manches nicht so sehr. Statt Teebeutel losen Tee verwenden, der entweder in einem Stahlei oder einem Papierfilter gebrüht wird - das lässt sich gut bewerkstelligen. Doch die Kunststoff-Spülbürste gegen ein Exemplar aus Holz und Fibre (Fasern der Agave) zu tauschen, scheint gewöhnungsbedürftig.

Auf S. 115 empfiehlt der Autor, aus einer alten Zeitung einen Müllsack für den Müllkübel zu falten. Diese Idee gefällt mir grundsätzlich gut, die Skizze einer Faltanleitung (oder einen link hierzu) vermisse ich.

Das Buch ist leicht zu lesen, und bietet Anregungen, den eigenen Plastikmüll zu verringern. Natürlich geht es nicht von heute auf morgen. Doch wie heißt es so schön? „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt“. Umgemünzt auf unser Leben: Verzichte als erstes einmal auf die Plastiksackerl beim Einkauf.

Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Der Adel als willfähriger Helfer der Nazis

Hitlers heimliche Helfer von Urbach Karina

Die britische Historikerin Karina Urbach hat in diesem Buch die Rolle des Adels als inoffizielle Botschafter des Deutschen Reichs untersucht.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:

„Heimliche Helfer in der Ära VOR Hitler“
„Hitlers heimliche Helfer“

Im ersten Teil, der recht lang ausfällt, wird der Begriff „Go-Betweens“ genau erklärt, der sich von (Berufs)Diplomaten und Geheimdiensten unterscheidet.

Diesen „Go-Betweens“ kommt in der Zeit vom Ersten bis weit in den Zweiten Weltkrieg eine große geopolitische Bedeutung zu. Vornehmlich Mitglieder von europäischen Adelshäusern engagieren sich als Vermittler und Türöffner. Die adeligen Familien Europas sind untereinander mehrfach verwandt und verschwägert und können auf ein weitverzweigtes Netzwerk verfügen. Wer würde hinter einem gemütlichen Familienbesuch eine diplomatische Mission vermuten? Eben!

Auch die diversen Netzwerke der Frauen sind nicht zu unterschätzen. Oft als literarische Zirkel getarnt, wird dennoch handfeste Politik gemacht (S.149).

Dass das manchmal auch schiefgehen kann, beweist die als „Sixtus-Affäre“ bekannten Bemühungen von Kaiserin Zita von Österreich-Ungarn, die ihre Brüder mit ihrem Ersuchen um einen Separatfrieden nach Frankreich entsendet hat. Damit hat sie nicht nur ihren Ehemann Kaiser Karl desavouiert, sondern den Untergang der Habsburger-Monarchie beschleunigt.

Auch nach dem Ende der großen europäischen Monarchien sind die Netzwerke aktiv.
Von Durchlaucht zu Durchlaucht redet es sich einfach besser. Man ist unter sich und kennt die diversen Sprachregelungen.
Außerdem haben die Adelsfamilien eine weitere Gemeinsamkeit: Die Angst vor den Bolschewiki. Die Ermordung und Enteignung von Mitgliedern der Adelshäuser in Russland versetzen auch ihre Verwandten in Angst und Schrecken.
„Der Faschismus ist zwar auch eine Gewaltherrschaft, aber immerhin lässt er Raum für Fortschritt, Schönheit, Kunst, Literatur, für ein Heim und für das gesellschaftliche Leben, für gute Sitten und Sauberkeit; der Bolschewismus hingegen macht das alles zunichte.“ (S. 213).
Damit haben wir gleich die Überleitung zu Teil zwei. Warum haben sich viele Adelige den Nazis so bereitwillig angedient?
Zum einen liegt es wohl daran, dass viele männliche Adelige keinen zivilen Beruf erlernt haben, sondern als Offiziere in den diversen Armeen im Ersten Weltkrieg kämpften. Zum anderen scheint die NS-Diktatur anfangs Stabilität in das Staatsgefüge zu bringen. Nach den diversen Experimenten wie Weimarer Republik oder der
Bayrischen Räterepublik in Deutschland und dem Ständestaat in Österreich, glauben einige Mitglieder an eine Wiedererstarkung des Adels.

Dass sie dabei bei Hitler auf Granit beißen, der ja den Adel hasst, ist vielen erst später bewusst. Natürlich bedient sich das Regime der (salopp ausgedrückt) „nützlichen Idioten“, die sich geradezu aufdrängen.

Als Beispiel führt die Autorin u.a. Carl Eduard, den Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha (ein Enkel Königin Victorias), Max von Hohenlohe-Langenburg, Lord Rothermere und Prinzessin Stephanie von Hohenlohe an. Als Stephanie Richter in Wien geboren, umgibt sich die ehrgeizige junge Frau bald mit einflussreichen, meist verheirateten Männern. Nach der Heirat mit Friedrich Franz Augustin Maria Prinz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst hat sie Zugang in adelige Kreise. Schon kurz nach der Scheidung 1920 begibt sie sich als Geheimdiplomatin des ungarischen Reichsverwesers Miklos Horthy nach England und macht die Bekanntschaft mit Lord Rothermere. Einige Mitglieder des britischen Königshauses haben, wie wir ja wissen, gewisse Sympathien für Hitler und Nazi-Deutschland. Diese Konstellation beleuchtet Karina Urbach ebenso, wie den Umstand, dass Hohenlohe sich dann ein wenig später mit Fritz Wiedemann verbündet und ein eigenes Süppchen kocht. Das lässt wiederum den Minister des Auswärtigen Amtes, Joachim von Ribbentrop, im Quadrat springen (S.345). Nicht einmal die Tatsache, dass Hohenlohe eigentlich Jüdin ist, kann ihren Umtrieben etwas anhaben.

Ein interessantes Kapitel ist auch dem Abgesang“ der „Go-Betweens“ gewidmet. Was ist mit ihnen nach dem Ende der NS-Zeit passiert?
Stephanie Hohenlohe reist schon in den 1940 in die USA, um Wiedemann zu folgen, der Botschafter wird. Allerdings wird sie mit Unterbrechungen bis 1945 interniert. Später trifft sie sich mit Männern wie Harry Truman, John F. Kennedy oder Lyndon B. Johnson. Sie wird ihre Schäfchen ins Trockene bringen und mit dem Axel-Springer-Verlag einen lukrativen Vertrag abschließen.
Offiziell werden die Go-Betweens heute nicht mehr eingesetzt, doch wenn man die aktiven Lobbyisten z.B. bei der EU in Brüssel oder zwischen großen Firmen genauer betrachtet, wird der eine oder andere illustre Namen wieder aufscheinen.

Was die Autorin auch nicht verschweigt, sind Schwierigkeiten, die sie bei der Recherche und Akteneinsicht für dieses Buch hatte. Viele Familienarchive sind nicht zugänglich, und die die es sind, sind häufig einem „Reinigungsprozess“ unterworfen worden, bei dem allzu kompromittierende Stellen entfernt worden sind. Hier z.B. die Biografie von Stephanie von Hohenlohe („Stephanie. Meine Mutter“) zu nennen, die ihr Sohn Franz von belastendem Material gesäubert hat. Martha Schads Biografie „Stephanie. Hitlers Spionin“ dagegen ist sauber recherchiert und bringt auch ein paar unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht.

Viele bislang unbekannte Fotos, ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis lassen die Herzen der Sachbuchleser höher schlagen.

Fazit:
Dieses Buch ist penibel recherchiert, informativ, aufschlussreich, spannend und gut strukturiert. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Rezensionen von rewareni:

Ein aufregendes Parasitenleben

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Er lebt schon seit hunderten von Jahren. Sein Zuhause waren Menschen, aber auch alle Arten von Tieren. Damit er leben konnte, mussten seine Wirte sterben. Die Rede ist von einem Parasit namens Toxoplasma gondii (ToGo), der sich im Nervensystem seiner menschlichen und tierischen Wirte einnistet und sie von dort aus manipuliert.

Doch er spürt nun, dass es Zeit ist selbst zu sterben, da er schon alles gesehen und jede Freude und Tragödie miterlebt hat. Gerne erinnert er sich an Damian, mit dem er sinnliche und sexuelle Freuden erleben durfte. Aber auch die Zeit im Schwein namens Sam bleibt ihm in Erinnerung, weil er zeigen konnte, wie klug und treu so ein Tier doch sein kann. Sein erstes Erlebnis unter Wasser, wo er in Oma Orca die Schönheiten der Unterwasserwelt kennen lernen durfte, haben großen Eindruck auf ihn gemacht. Doch erst als er sich in der alten Japanerin Miyuki einnistet beginnt er sein Leben zu hinterfragen und spürt Empfindungen in sich, die ihm bisher fremd waren.

,,Parasit ToGo - Die geheimen Wirtschaften eines Urtierchens´´ ist das originelle, spannende und vor allem gut unterhaltende Buch der Autorin Claudia Klingenschmid. Auf die Idee eine skurrile Geschichte über einen Parasiten zu schreiben wird noch keiner gehabt haben. Deshalb war ich schon sehr gespannt, was mich erwarten würde und ich kann sagen, dass ich es nicht bereut habe.
In 8 Kapiteln darf ,,ToGo´´ selbst über seine Erlebnisse berichten und er kommt weit in der Welt herum. Sei es in Wien, wo er hofft, dass die Katze endlich sein totes Frauchen anknabbert, oder in Chicago, wo er sich in einem Frettchen namens Ashes, todesmutig Einbrechern stellt, immer muss er es schaffen rechtzeitig einen neuen Wirt zu finden, damit sein Überleben gesichert ist. Auf humorvolle Art und Weise beschreibt die Autorin viele witzige und slapstick artige Szenen, wo man als Leser immer wieder ob der Originalität schmunzeln muss. Ihr frecher Parasit manipuliert und steuert seine Wirte, wo er aber auch immer wieder seinen Ehrgeiz zeigt, wenn er spürt, dass jemanden Unrecht geschieht oder Hilfe braucht. Aber es geht nicht immer alles gut aus, denn dass die Tiere jedesmal sterben, muss man dabei in Kauf nehmen. Trotz der humorvollen Geschichten, gibt es aber vieles das zum Nachdenken anregt und berührend ist. Der Parasit stellt sich letztendlich die Frage nach dem Sinn des Lebens. War es für ihn wichtig, dass er jedes sexuelle Erlebnis miterleben konnte, dass gefeiert wurde bis zum Umfallen und immer das Streben nach mehr die Erfüllung war, war es zum Schluss ausgerechnet eine alte Frau, die ihm gezeigt hat, dass man auch mit wenig zufrieden sein kann, wenn man bereit ist sich auch an kleinen Dingen zu erfreuen. Sehr schön hat hier die Autorin einen ruhigen und berührenden Abschluss für ihren Roman gefunden.
Ein witziges und schönes Leseerlebnis, wo man nun endlich weiß, wem man die Schuld geben kann, wenn man manchmal dumme Dinge tut, die man eigentlich nicht tun wollte.

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Rezensionen von Vicky:

Ich bin gekommen, um zu bleiben

The One Right Man von Piper Rayne

‘The One Right Man‘ ist der zweite Teil der ‘Love and Order‘-Reihe der Autorinnen Piper Rayne. Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist toll gestaltet und passt super zu den anderen der Reihe.

Mittlerweile ist Piper Rayne auf meiner Wunschliste ganz oben zu finden und ich halte immer Ausschau nach neuen Büchern! Dass es sich dabei um das Pseudonym zweier Autorinnen handelt sehe ich mittlerweile nicht mehr negativ – ich hatte bisher, muss ich gestehen, ein Vorurteil gegenüber von Pseudonymen aber das Autorinnen-Team hat mir geholfen diese zu überwinden!

Unter 'Das Buch' kann man sich bereits einen kurzen aber recht guten Vorgeschmack auf den Roman holen.

Die Geschichte erstreckt sich über vierunddreißig Kapitel und einen Epilog der eine Vorschau auf den nächsten Band gibt.

Piper Rayne überzeugt wie immer durch einen tollen und angenehmen Schreibstil wodurch die Geschichte flüssig zu lesen ist und die Seiten nur so dahinfliegen. Ich kann mit Recht behaupten: lieben diesen Schreibstil! Die Kapitel haben genau die richtige Länge sodass man schnell und gut voran kommt. Ich mag die drei weiblichen (Haupt)Figuren sehr und freue mich bereits auf die nächsten Band mit Hannah. Aber auch die Nebenfiguren konnten mich voll und ganz überzeugen, auch die Entwicklung der Geschichte finde ich gut und glaubwürdig. Es ist spannend zu sehen wie sich die Figuren im Verlauf der Geschichte (weiter)entwickeln. Nett fand ich auch dass wir wieder auf die Figuren des ersten Bandes treffen durften – das war sehr gelungen, auch die Vorschau auf den nächsten Band ist super! Zum Schluss gab es noch eine tolle Überraschung, ich fand das unerwartete Auftreten sehr toll gelungen!

Fazit:
Tolles Ende und sehr toller zweiter Band! Ich freue mich bereits auf den nächsten Teil mit den Freundinnen/Arbeitskolleginnen! Chelsea erinnert mich mit ihrer offenen und direkten Art sehr an Lennon - meine Lieblingsfigur aus der ‘San Francisco Hearts‘-Reihe. Diese Reihe kann ich hier an dieser Stelle auch jedem wärmstens empfehlen!

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Rezensionen von rewareni:

Albrecht Dürer und seine Venus

The One Right Man von Piper Rayne

Der berühmte und für seine Perfektion bekannte Albrecht Dürer kann es nicht fassen, als er bemerkt, dass sein Kollege Lucas Cranach seine Venus Skizze gestohlen hat. Als er zwei Jahre später mit seiner Frau Agnes zu einer Ehrung von Cranach nach Wittenberg fährt passiert das Unglaubliche. Ein heller Lichtstrahl scheint Dürer zu umhüllen und er landet im Jahr 2019 in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach.

Für Nele wird es eine besondere Nacht mit ihm, da sie die Möglichkeit bekommt viele Fragen an den großen Künstler zu stellen und ihm verspricht, dass sie ihm hilft, seine Signatur in das Venusbild zu ritzen, das Lucas Cranach als sein Werk ausgegeben hat. Es folgen sinnliche und gesprächsintensive Stunden, wo sowohl Nele als auch Albrecht viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen werden.

,,Venus AD´´ ist das literarische Debüt der Autorin Gabriele Borgmann. Ihre Novelle berichtet über das Zusammentreffen und den philosophischen Gedankenaustauch zwischen dem Künstler Albrecht Dürer und der jungen Nele. Man wechselt als Leser immer wieder zwischen den Zeiten als Dürer gelebt und gearbeitet hat und seinem ,,Zeitsprung´´ wo er die Möglichkeit bekommen soll, das berühmte Venusbild mit seinem Monogramm zu kennzeichnen.
Die Autorin bedient sich dabei eines angenehmen und ruhigen Schreibstils, wo man bildhaft Dürer vor sich sehen kann, wie er in seiner Malerei aufgeht und was es ihm bedeutet, die Frauenbilder mit einer mathematischen Genauigkeit darzustellen. Es ist ein Roman, der poetisch und auch ein wenig skurril ist. Auch wenn unter anderem politische Themen angesprochen werden oder die Eitelkeit der Menschen einen Teil der Geschichte ausmacht, hat mich der Roman leider nicht wirklich begeistern können. Kunstliebhaber werden aber sicher ihre Freude an dem Roman haben, wenn sie Eintauchen können in die Welt der Farben und der Begeisterung Albrecht Dürers lauschen können, wenn er von seinen Werken schwärmt.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Dezenz ist Schwäche

Tante Poldi und die Schwarze Madonna von Giordano Mario

Poldis Geburtstag steht vor der Tür, aber so recht Lust es krachen zu lassen hat Poldi gar nicht. In Torre Archirafi scheint es nicht mehr so schön zu sein. Fast täglich muss sie Schmierereien an ihrer Hauswand übermalen, „Krazze ab“ ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Dann findet in Rom ein Exorzismus statt und die Besessene schreit in bestem Bayerisch und mit Poldis Stimme ihre unflätigen Verwünschungen, kurz danach wird eine junge Nonne, die bei diesem Ritual anwesend war, tot aufgefunden.

Was bleibt der Poldi denn anderes übrig als zu ermitteln, zumal sie plötzlich selbst noch unter Mordverdacht steht.
Das neueste Abenteuer der Tante Poldina ist wieder eine Tour force. Weder von Todesdrohungen, noch Mordverdacht oder sogar Haft lassen sich Poldi und ihr schneidiger Commissario Montana vom Ermitteln abbringen. Ja ganz richtig, Montana macht gemeinsame Sache mit Poldi, denn er scheint jemandem auf die Füße getreten zu sein und ist vom Dienst suspendiert. Aber er hat auch noch überall den einen oder anderen Gefallen einzufordern, so klappt das mit den Ermittlungen auch in Rom ganz gut.
Poldi lässt nichts aus, sie wirbelt im Nonnenhabit im Vatikan reichlich Staub auf, liefert sich in Rom heiße Verfolgungsfahrten und mischt zurück in Sizilien das Dorf auf. Kein Stein bleibt auf dem anderen, denn wenn Poldi sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann brennt die Hütte!
Es gibt bei den Lesern der Poldi Krimis nur zwei Meinungen, entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Dazwischen gibt es nichts. Ich gehöre zur „Mag sie“ Fraktion, weil ich mich immer köstlich amüsiere. Ich liebe die überzogenen Abenteuer, ich liebe ihre derbe, bayerische Ausdrucksweise und wenn sie das Götz Zitat verwendet, klingeln mir die Ohren. Damit es zwischen den Abenteuern kleine Erholungspausen für die Leser gibt, kommentiert der nette, aber ein wenig tapsige Neffe die Ereignisse. Wenn er nicht den Lesern seinen eigenen Romanentwurf ans Herz legt, denn eigentlich hält er sich ja für einen begnadeten Schriftsteller, doch sein Opus Magnum – der große italienisch-deutsche Familienroman – will ihm nicht so recht aus der Feder fließen. Aber er soll besser weiterhin Poldis Abenteuer aufschreiben, das macht mir mehr Spaß.
Eine verrückte und abgedreht Geschichte und ich bin immer wieder überrascht, dass sich Poldi noch steigern lässt.

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Rezensionen von jiskett:

Eine angenehme Lektüre, aber...

Tante Poldi und die Schwarze Madonna von Giordano Mario

Da ich den Film "Schlaflos in Seattle" gerne gesehen habe und die Idee, die Geschichte neu zu interpretieren interessant fand, war ich sehr gespannt auf "Sleepless in San Francisco". Der Anfang hat mir auch gut gefallen; ich mochte die Parallelen zu dem Film, aber ebenso, wie Field gewisse Aspekte der bekannten Handlung verändert und an seine eigene Erzählung angepasst hat.

Zudem fand ich die Charaktere sympathisch und die Trauer von Ed um seinen verstorbenen Partner war wirklich gut dargestellt, sodass es leicht war, mit ihm zu fühlen und ihm und seinem Sohn ein neues Glück zu wünschen. Als der kleine Noah dann Jonathan kontaktiert hat, damit er ihnen im Zuge seiner Fernsehsendung dabei hilft, ihr Traumhaus zu bauen, war ich gespannt auf die erste Begegnung der beiden und habe mich darauf gefreut zu sehen, wie ihre Liebesgeschichte verlaufen würde.

Leider muss ich sagen, dass meine Erwartungen ab dieser Stelle nicht mehr vollständig erfüllt wurden. Dies lag hauptsächlich daran, dass der körperliche Aspekt ihrer sich entwickelnden Beziehung meiner Meinung nach im Vergleich zu ihrer emotionalen Annäherung eine viel zu große Rolle spielte. Da der Verlag, bei dem das Buch neu aufgelegt wurde, für erotische Geschichten steht, hatte ich einige entsprechende Szenen erwartet, doch die große Häufigkeit hat mich überrascht. Es gab in beinahe jedem Kapitel vergleichsweise ausführlich beschriebene sexuelle Momente und deshalb hatte ich nach einer Weile das Gefühl, das sie einen Großteil der 139 Seiten ausgemacht haben. Nebenbei wurde durchaus dargestellt, wie sich die Protagonisten emotional näher gekommen sind, aber für mich kam dies einfach zu kurz, da sie oft miteinander schlafen, aber kaum über eine Zukunft oder darüber sprechen, dass zwischen ihnen mehr sein könnte. Das fand ich schade, denn die emotionalen Szenen, die es gab, haben mir sehr gefallen, vor allem, dass Jonathan sich ebenfalls um Eds Sohn bemüht hat und die beiden sich gut verstanden haben. Ich mochte ebenfalls, dass sie ihre Probleme offen angesprochen haben. Sowohl Eds Trauer als auch Jonathans Unwohlsein mit der Situation waren nachvollziehbar und aufgrund dieser Konstellation war es realistisch, dass sie es vermieden haben, ihre Beziehung zu definieren, doch als Leser hatte ich mir hier etwas mehr erhofft und ein größerer Fokus darauf wäre toll gewesen.

Davon abgesehen hat das Buch mir ganz gut gefallen. Es lässt sich (trotz einiger Rechtschreibfehler) gut lesen, die Protagonisten sind weitgehend sympathisch und ich mochte vor allem die Rolle, die Noah gespielt hat, während ich die anderen Nebencharaktere fast schon unnötig fand. Auch die Konflikte fühlten sich authentisch an, weil Eds Unsicherheit bezüglich einer neuen Beziehung ebenso verständlich war wie Jonathans Wunsch danach, seine Gefühle offen zeigen zu können Meiner Meinung nach hätte die Handlung ein wenig gestreckt und ausgebaut werden sollen, um die Annäherung der beiden hervorzuheben, doch die Szenen, die es gab, waren schön und gerade das Ende war wirklich anrührend, auch wenn ich es zugleich schade fand, dass die Geschichte in diesem Moment schon vorbei war - es wäre toll gewesen, hier noch mehr zu erfahren.

Bei der Bewertung von "Sleepless in San Francisco" habe ich mich sehr schwer getan. Mich hat gestört, dass die sexuelle Beziehung der Charaktere das Buch zu dominieren schien, was ich in diesem Extrem nicht erwartet hatte, und die Entwicklung der Liebesgeschichte hätte ausgebaut werden können; zugleich habe ich die Geschichte aber gerne gelesen und vor allem die Parallelen zu "Schlaflos in Seattle" sind wirklich gelungen, weshalb ich mich letztlich für knappe 3 Sterne entschieden habe.

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Rezensionen von dorli:

Grado im Sturm

Grado im Sturm von Andrea Nagele

Grado. Emmanuele Mieli wird in einem Supermarkt zufällig Zeuge eines Mordkomplotts. Der Teenager befürchtet, dass einer der potentiellen Mörder ihn gesehen hat und prescht davon. Er geht zur Polizei, doch man glaubt ihm seine Geschichte nicht. Am nächsten Tag ist Emmanuele spurlos verschwunden. Für Commissaria Maddalena Degrassi und ihr Team beginnt eine fieberhafte Suche, während sich am Himmel über Grado etwas zusammenbraut…

In weiteren Handlungssträngen lernt der Leser ganz unterschiedliche Menschen kennen.

Neben dem Meteorologe Giuseppe, dem niemand Glauben schenkt, als er einen schweren Sturm vorhersagt und der Krankenschwester Beatrice, die mit Dämonen aus der Vergangenheit zu kämpfen hat, sind in den Tagen vor dem verhängnisvollen Sommertag noch viele weitere Personen mit ihren ganz eigenen Problemen beschäftigt. Dann bricht der Sturm los und plötzlich ist in Grado nichts mehr, wie es vorher war…

„Grado im Sturm“ ist bereits der vierte Fall für Maddalena Degrassi, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Andrea Nagele zeigt auch in diesem auf einer wahren Begebenheit basierenden Roman wieder, dass sie ein gutes Händchen für psychologisch ausgefeilte Geschichten hat. Fesselnd und wirklichkeitsnah schildert sie die unterschiedlichen Schicksale ihrer Akteure und deren Erlebnisse vor dem Unwetter. Als dann die Katastrophe in Form eines Tornados über die Stadt an der Adria hereinbricht, werden die Beschreibungen der Autorin noch intensiver – man fühlt sich mittendrin in diesem furchtbaren Chaos aus Regenfluten, umherfliegenden Dachziegeln und umstürzenden Bäumen und kann das Entsetzen und die Angst der Menschen deutlich spüren.

„Grado im Sturm“ hat mir sehr gut gefallen – eine mitreißend erzählte Geschichte, die mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat.

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Rezensionen von KimVi:

Ein echter Wohlfühl-Roman

Bleib doch, wo ich bin von Lisa Keil

Kaya ist mit ihrem Leben mehr als zufrieden. Sie wohnt in dem Ort, in dem sie bereits ihre Kindheit verbracht hat, hat sich dort mit einer kleinen Buchhandlung eine Existenz aufgebaut, trifft sich gerne mit ihren Freunden, hat außerdem genug Zeit für ihr kleines Shetlandpony und genießt die Tage, an denen sie sich um ihre Nichte Milli kümmern darf.

Dem richtigen Mann ist Kaya bisher nicht begegnet. Doch das erwartet und vermisst sie auch gar nicht. Eines Tages gesteht Milli Kaya, dass sie sich bei ihrem Schulpraktikum in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hat, von denen ihre Mutter unter keinen Umständen etwas erfahren darf. Sie fleht Kaya deshalb an, sich als ihre Mutter auszugeben und an deren Stelle zum Elterngespräch in die Schule zu gehen. Kaya kann Milli diesen Wunsch nicht abschlagen und stimmt schließlich zu. Sie ahnt nicht, welche Folgen das haben wird.....

Der Einstieg in die Geschichte gelingt mühelos, denn Lisa Keils Schreibstil ist nicht nur flüssig und sehr angenehm lesbar, sondern überzeugt durch Spritzig- und Lebendigkeit. Das Geschehen wird dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, wobei jeweils die Ich-Perspektive verwendet wird. Hier kommen Kaya, Millis neuer Klassenlehrer Lasse und Kayas Sandkastenfreund Rob zu Wort. Die Wechsel der Perspektiven sind leider nicht ganz deutlich zu erkennen, doch nach wenigen Sätzen weiß man sofort, aus welchem Blickwinkel man das Ganze gerade betrachtet.

Die Charaktere wirken sympathisch und äußerst lebendig. Es macht von Anfang an Spaß, der Handlung zu folgen. Obwohl es sich um einen Liebesroman handelt, braucht man sich hier nicht vor einer klischeehaften und kitschigen Geschichte zu fürchten. Denn Lisa Keil gelingt es einfach hervorragend, die Handlung so zu beschreiben, dass man mitten im Geschehen ist und die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten glaubhaft nachvollziehen kann. Man kann nicht nur das Kribbeln zwischen den beiden förmlich zwischen den Zeilen spüren, sondern eine einzigartige Wohlfühlatmosphäre, die durch humorvolle Szenen aufgelockert wird, genießen. Und deshalb gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch nur ungern aus der Hand legen.

Obwohl ich sonst nur unter Protest und mit äußerstem Widerwillen zu Liebesromanen greife, da mir solche Handlungen meist zu vorhersehbar und zuckersüß sind, konnte mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Der spritzige Schreibstil, die lebendigen Charaktere und die einzigartige Wohlfühlatmosphäre haben dafür gesorgt, dass ich das Buch beinahe in einem Rutsch verschlungen habe und es erst aus der Hand legen konnte, als ich am Ende angekommen war.

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