Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LEXI:
Der Beobachter sieht vom Spiel das meiste
Dreizehn Gäste von J. Jefferson Farjeon
John Foss bricht aufgrund eines aufwühlenden Briefes völlig unverhofft zu einer Reise mit unbekanntem Ziel auf. Als er sich auf dem Bahnsteig eine Fußverletzung zuzieht, wird er kurzerhand von der reizenden Witwe Nadine Leveridge mitgenommen. Sie ist unterwegs nach Bragley Court, dem Sitz der Familie Aveling.
Lord und Lady Aveling haben zu ihrer Hausparty zwölf Gäste geladen – mit dem unverhofft eintreffenden John Foss sind es jedoch auf einmal dreizehn Gäste. Als eine Leiche entdeckt wird, ist es mit der Ruhe auf dem friedvollen und atmosphärischen Landsitz vorbei. Der Täter könnte im Grunde jeder gewesen sein, und als der clevere Detective-Inspector Kendall die Ermittlungen aufnimmt, muss er mürrisch feststellen, dass einige der anwesenden Gäste bereits auf eigene Faust Untersuchungen angestellt haben.
Mit dem Buch „Dreizehn Gäste“ durfte ich mein erstes Werk des erfolgreichen Krimiautors Joseph Jefferson Farjeon aus dem Jahre 1936 kennenlernen. Die gewählte Ausdrucksweise hat mich sofort in den Bann gezogen, und ich schätzte den ruhigen, auf die handelnden Figuren und auf die Ermittlungen fokussierten Schreibstil des Autors. Die Personen dieses Buches wurden detailliert beschrieben, sowohl Charakterzeichnung als auch Handlung punktete mit Authentizität. Der unerwartete Gast John Foss ist stiller Beobachter, er verfolgt die Aktivitäten von Lord und Lady Aveling, ihrer Tochter, der Ehrenwerten Anne, deren Verehrer, den Cricketspieler Harold Taverley und den restlichen Gästen. Die betörend schöne Witwe Nadine Leveridge fühlt sich zum freundlichen und empfindsamen John Foss hingezogen, der linkische Portraitmaler Leicester Pratt scheint den berühmten Klatschreporter Lionel Bultin ausnehmend gut zu kennen. Sir James Earnshaw ist liberaler Abgeordneter, aufgrund seiner Empfehlung wurde auch das Ehepaar Chater eingeladen, von dem im Grunde keiner der Anwesenden etwas weiß. Die ehrgeizige Schriftstellerin Edyth Fermoy-Jones präsentiert den Ermittlern nach dem Mord ihre eigene Theorie, während die lebhafte und aufgeweckte Schauspielerin Zena Wilding eine seltsame Unruhe an den Tag legt. Von der Familie Rowe hört man nur wenig, und schließlich ziehen auch das hübsche Hausmädchen Bessie Hill, der Butler Thomas Newson und der chinesische Koch Leng gewisse Aufmerksamkeit auf sich. Letztendlich mischt auch ein Unbekannter in diesem Spiel mit, dessen Identität bis zuletzt nicht preisgegeben wird – und Inspector Kendall hat alle Hände voll zu tun, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Mit großer Liebe zum Detail wird dem Leser zu Beginn des Buches ein ausführlicher Einblick in die einzelnen Charaktere gegeben, während die eigentliche Kriminalhandlung erst nach und nach ins Laufen kommt. Kleine Beobachtungen stellten sich am Ende als wichtige Hinweise heraus, und der Autor verstand es, ein Gefühl für seine Figuren und die Atmosphäre auf Bragley Court zu vermitteln. Eine leichte Spannung setzt mit der Entdeckung eines Toten ein und bleibt bis zum Ende des Buches konstant aufrecht.
FAZIT: „Dreizehn Gäste“ war eine sehr interessante und anregende Lektüre – ein Kriminalfall, der mich sehr gut unterhalten hat. Ich kann dieses Buch Krimiliebhabern und insbesondere Fans von Agatha Christie wirklich ans Herz legen. Eine komplexe Handlung, das gemächliche Erzähltempo und interessante Figuren vor der Atmosphäre des Landsitzes der Avelings machen den Reiz dieses beschaulichen Kriminalfalles aus.
Rezensionen von jiskett:
An sich schöne und unterhaltsame Liebesgeschichte
Roomies von Christina Lauren
"Weil es Liebe ist" erzählt eine an sich schöne Liebesgeschichte, aber ich muss sagen, dass ich von der Inhaltsangabe her etwas anderes erwartet hatte. Ich war natürlich neugierig darauf, wieso Holland und Calvin sich eine Wohnung teilen würden, doch den Grund, der dahinter steckt, hätte ich nie vermutet; die englische Zusammenfassung geht darauf ein, die deutsche jedoch nicht, weshalb ich sehr davon überrascht war, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt hat.
Meiner Meinung nach sind die Autorinnen zunächst gut mit den Problemen umgegangen, die sich durch die Entscheidung der Protagonisten ergeben haben, doch dafür, dass es schwerwiegende Konsequenzen hätte geben können, wurde mir das ganze viel zu leicht aufgelöst. Natürlich wollte ich, dass für die Charaktere alles gut wird, aber das war mir leider zu einfach und dadurch unrealistisch.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Missverständnisse, die sich im letzten Drittel häufen. Mir hat sehr gut gefallen, dass Holland und Calvin oft miteinander kommuniziert und auch thematisiert haben, was sie belastet, doch dann passierte in den letzten Kapiteln sehr viel auf einmal und das war für mich ein bisschen überflüssig, insbesondere, da mir das eigentliche Ende dann zu abrupt vorkam. Zudem ist es mir schwer gefallen, Calvins Verhalten zu verstehen, da das Buch ausschließlich aus Hollands Sicht erzählt wird. Es wäre gut gewesen, auch ein paar Einblicke in das Denken und Fühlen ihres potentiellen Partners zu bekommen, da er mir zwar sehr sympathisch war, ich aber gerne mehr darüber erfahren hätte, was in ihm vor sich geht.
Davon abgesehen habe ich das Buch gerne gelesen. Der Schreibstil passt gut zur Handlung, die Charaktere sind alles in allem gut ausgearbeitet und wie bereits erwähnt ist es eine wirklich schöne Liebesgeschichte. Ich fand auch, dass die Protagonisten sehr gut zusammen passen. Ich mochte, dass es zwar zwischen ihnen geknistert hat, der Fokus jedoch darauf lag, wie sie sich besser kennen gelernt haben und einander emotional näher gekommen sind. Es wurde deutlich, dass sie sich sehr gut verstehen und die Entwicklung ihrer Beziehung kam mir trotz der ungewöhnlichen Umstände glaubwürdig vor. Außerdem gab es humorvolle Momente, die die Geschichte aufgelockert haben, und die Nebencharaktere haben die Erzählung bereichert, vor allem die Onkel von Holland.
"Weil es Liebe ist" bekommt von mir knappe 3,5 Sterne. Das Buch hat mich gut unterhalten und mir angenehme Lesestunden beschert, allerdings konnte die Handlung mich im letzten Drittel mich nicht mehr hundertprozentig überzeugen und ich fand es schade, dass nach all den Konflikten das Ende recht knapp war.
Rezensionen von Ele:
Die Machete im Park
Abgeschlagen von Tsokos Michael
Abgeschlagen, Thriller von Michael Tsokos, 416 Seiten erschienen bei Droemer Knaur.
„Abgeschlagen“ basiert auf echten Fällen, authentischen Ermittlungen und der jahrelangen Erfahrung des bekanntesten deutschen Rechtsmediziners Michael Tsokos. Es handelt sich um die Vorgeschichte von Paul Herzfeld und spielt 10 Jahre vor „Abgeschnitten“.
Paul Herzfeld assistiert seinem Vorgesetzten Professor Schneider bei der Obduktion einer zerstückelten weiblichen Leiche. Schneider legt sich ziemlich schnell auf eine Machete als Tatwaffe fest. Dieses Mordwerkzeug wird kurz darauf in dem Kieler Park gefunden, in dem die Leiche entdeckt wurde. Der Hausmeister der Rechtmedizin macht Herzfeld darauf aufmerksam, dass es sich bei der Machete um ein Beweisstück aus dem Archiv der Rechtsmedizin handelt, welches verschwunden ist. Derweil Schneider durch seine Kompetenz auf dem besten Weg ist, zum nächsten Direktor des Instituts aufzusteigen. Herzfeld und seine italienische Kollegin Tattoli wollen Licht ins Dunkel bringen und somit gefährdet Herzfeld nicht nur seine Karriere sondern auch das Leben seiner Familie.
Dieser True-Crime Thriller aus der Feder des bekannten Professors für Rechtsmedizin und rechtsmedizinischen Leiters der Berliner Charité hat mich absolut überzeugen können. In den fiktiven Fall sind wahre Begebenheiten integriert, was die Lektüre absolut glaubhaft und umso interessanter macht. Der spannende, rasante Schreibstil lässt das Blut in den Adern gefrieren. Durch die am Anfang ständig wechselnden Personen und auch Handlungsorte, hatte ich einige Mühe in Lesefluss zu kommen. Doch schon bald klärte sich der der Plot und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, die Handlung blieb bis zum fulminanten Ende gleichbleibend spannend. Gerade die letzten 50 Seiten fand ich besonders nervenaufreibend, da habe ich kaum noch Luft bekommen. Die Geschichte gliedert sich in drei Teile und die Kapitel sind mit Ortsangaben, Datum und sogar Uhrzeit versehen, dadurch kann der Überblick zu jeder Zeit gewahrt bleiben. Die kurzen Kapitel und die schnellen Perspektivenwechsel sorgten für ein hohes Lesetempo. Die Personen handelten glaubhaft und die Handlung war zu jeder Zeit nachvollziehbar. Obwohl der Protagonist m. M. nach doch manchmal etwas zu vorschnell gehandelt hat, wodurch er seine Verlobte und auch eine weitere Person gefährdet hat. Auch dem Täter seine Recherchen und Vermutungen ins Gesicht zu sagen, war für meinen Geschmack, schlichtweg einfach dumm. Tsokos schreibt in diesem Thriller wirklich schonungslos, was ihm im wirklichen Leben so alles auf den Obduktionstisch kommt. Man merkt von der ersten Zeile an, dass der Autor weiß wovon er schreibt. Deshalb ist dieser Thriller nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet. Gerade diese spektakulären Begebenheiten, die der Autor beschrieben hat, haben mich fasziniert. Toll gemacht. Ständig hatte ich das Gefühl den Akteuren über die Schulter zu spähen. Die Figur „Tattoli“ hat mir überaus gut gefallen und hat der Geschichte gutgetan, ich hoffe der sympathischen italienischen Rechtsmedizinerin, wieder einmal in einem Herzfeld-Thriller zu begegnen. Auch die Einblicke ins „Privatleben“ des Protagonisten haben die Story aufgelockert. Mein Lieblingscharakter war der schrullige Hausmeister und Seebär Hansen, auch die anderen Handelnden sind gut gezeichnet und haben Tiefgang, mehr hätte Tsokos aus den Figuren nicht mehr herausholen können.
Eine Leseempfehlung für die Fans von True-Crime-Thrillern und für alle Tsokos Fans. Voller Spannung warte ich schon auf den nächsten Fall für Paul Herzfeld und gebe 5 Sterne, volle Punktzahl.
Rezensionen von Nepomurks:
Sehr interessant und lesenswert!
Was Tiere können von Pouydebat Emmanuelle
Dr. Emmanuelle Pouydebat hat sich beruflich als Tier-Verhaltensforscherin einen Namen gemacht und legt mit „Was Tiere können“ nun erstmals eine Zusammenfassung ihrer Studien und Erkenntnisse vor. Ich fand das Buch trotz einiger Fachbegriffe und -themen sehr verständlich gschrieben und inhaltlich auch sehr interessant, selbst wenn es stellenweise doch ein wenig in die Tiefe geht.
Die Themen sind vielfältig und zeigen auf, wie komplex und unerwartet das Verhalten der Tiere doch ist und wie wenig der Mensch bisher überhaupt darüber auszusagen vermag. Die Autorin beschreibt verschiedene Blickwinkel, also Forschungsbereiche in einzelnen Kapiteln und geht damit auf psycho-soziale Beziehungen, aber vor allem auch auf das Faktum Intelligenz ein. Wie kann der Mensch tierische Intelligenz erfassen und wie sehr hindern menschliche Assoziationen die Forschung daran, tierische Verhaltensweisen überhaupt erfassen und „messen“ zu können. Zu diversen fachlichen Auseinandersetzungen und Erläuterungen lässt Dr. Emmanuelle Pouydebat hier auch vor allem den ethischen und kulturellen Aspekt nicht außer Acht. Insgesamt liest sich das Buch durch die große Vielfalt an Themen und die unterschiedlichsten Perspektiven sehr gut, es ist aufschlussreich und durchweg informativ. Es werden in nahezu jedem Kapitel Denkweisen hinterfragt und neue Sichtweisen provoziert. Mir gefiel das Buch genau aus diesen Gründen besonders gut! Deshalb würde ich es auch uneingeschränkt weiterempfehlen und mit guten 5 Sternen bewerten.
Rezensionen von manu63:
Sündenkammer
Sündenkammer von Catherine Shepherd
Sündenkammer ist der neunte Band aus der Zons-Thriller Reihe der Autorin Catherine Shepherd. Wieder erzählt sie eine Geschichte die auf zwei Zeitebenen angelegt ist. In der Gegenwart hat es Kommissar Oliver Bergmann mit einer Serie von Morden zu tun bei der junge Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.
In der Vergangenheit muss der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg den Tod mehrere Novizen des Franziskanerklosters aufklären. Vergangenheit und Gegenwart sind dabei miteinander verknüpft.
Wieder gelingt es der Autorin ein spannendes Szenario aufzubauen und verschiedenen Spuren zu legen denen man als Leser willig folgt um dann überraschende Wendungen zu erfahren. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und die beiden Zeitebenen sind gut gekennzeichnet, so das ich als Leserin immer wusste in welcher Zeit ich mich gerade bewegte. Wer die vorherigen Bände nicht kennt, wird sich über die Verbindung zwischen Anna und Bastian wundern und sie nicht ganz verstehen, deshalb ist es ratsam die Bände in chronologischer Folge zu lesen oder es einfach hinzunehmen, das es eine Verbindung gibt. Zum Verständnis der Geschichte ist es nicht unbedingt erforderlich die Vorbände zu kennen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind, lediglich die Entwicklung der einzelnen Charaktere und ihre Verbindungen zueinander sind deutlicher wenn man die Vorbände kennt.
Insgesamt ein Thriller der mich mit Spannung und gut beschriebenen Charakteren einige Stunden gut unterhalten hat, die Perspektivenwechsel waren interessant und ergaben so ein rundes Bild der Geschichte.
Rezensionen von rewareni:
Die große, böse Welt!
Heinz und sein Herrl von Eva Woska-Nimmervoll
Eigentlich könnten Heinz und sein Herrl so wie bisher ruhig und unauffällig in einem Wiener Gemeindebau ihre Gassi Runden drehen, wenn es nicht den unfreundlichen Nachbar geben würde. Als dieser sich sehr grob gegenüber Heinz verhält, reicht es seinem Herrl und schon ist es passiert, dass der Nachbar plötzlich zu Boden geht und kurz darauf im Krankenhaus verstirbt.
Ab jetzt ist für das Herrl jeder Tag ein furchtbarer, wo er fürchtet, als Mörder verhaftet zu werden, wo er sicher ist dass er an seiner ,,Krebserkrankung´´ sowieso bald sterben wird. Als er aber bei einer Tierdemo eine interessante Frau namens Magritta kennen lernt , sollte gerade diese Bekanntschaft sich für ihn als ein Glücksfall herausstellen, denn Magritta, die eigentlich Irene heißt, hilft ihm so manch schwere Hürde zu überwinden und selbst als er Drohbriefe bekommt und er verzweifelt nach einem Ausweg sucht, steht sie ihm genauso wie eine frühere Liebschaft, zur Seite und dem Herrl wird klar, dass man gemeinsam vieles erreichen kann.
,, Heinz und sein Herrl´´ ist ein humorvoller und vor allem mit einem Augenzinkern zu lesender Roman von Eva Woska-Nimmervoll. Das namenlose ,, Herrl´´ wird als verschrobener, eingebrödlerischer und auch ein wenig hilflos wirkender Mann beschrieben, dem seine Liebe seinem Hund Heinz gilt und durch ein unglückliches Ereignis gezwungen wird, seine bisher sicheren vier Wände zu verlassen und sich der ,,bösen´´ Welt zu stellen. Dabei nimmt die Autorin den Leser auf eine amüsante Reise mit, wo man sich typisch wienerische Ausdrücke auf der Zunge zergehen lassen kann, wo man einen leicht neurotischen Mann begleiten darf, der himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ist und wo es Menschen gibt, die alle ihre speziellen Eigenheiten haben. Für Nicht- Österreicher wäre ein Glossar sicher hilfreich, da es doch einige spezielle Ausdrücke gibt, die nicht leicht zu verstehen sind. Die Handlung wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart und Erinnerungen des Protagonisten an frühere Ereignisse ab. Dabei lässt die Autorin auch tatsächliche Begebenheiten wie z.b der Einsturz der Reichsbrücke in Wien , mit einfließen. Ihr Schreibstil ist flott und bietet dem Leser viele witzige und auch zum Nachdenken anregende Sätze. Manch ihrer Wortschöpfungen sind so originell, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.
Seite 8: Die Frau des Nachbarn ist faltig und grau wie ein altes Ausreibtuch, oft ausgewrungen, nicht mehr aufnahmefähig, im Kübel zu Hause.
Seite 22: Ich erkenne am Ende des Tages den Anfang von etwas.
Seite 49: Die Glühbirne ist noch ganz, wäre aber egal, sie ist ja schon durchgebrannt.
Die Geschichte von Heinz und seinem Herrl ist eine liebevolle, manchmal auch ein wenig melancholische Beschreibung eines einsamen Menschen, der auf seiner Suche zu sich selbst einige Hürden zu überwinden hat. Nicht nur der Inhalt, sondern auch das Cover und die kleinen bildnerischen Schmankerln im Inneren des Buches zeigen viel Liebe zum Detail. Ein Lesevergnügen nicht nur für Wiener.
Rezensionen von mamaofhannah07:
Im Auge des Betrachters
Das Kino des Lebens von Jimmy Liao
Das Kino des Lebens ein Bilderbuch für Erwachsene von Jimmy Liao
Ich verstehe die Beweggründe des Autors zu diesem Buch. Durch seine intensive, kunstvolle Art des Zeichnens und der Gestalltung transportiert er seine Liebe zum Kino an den Betrachter heran. Er sagt, dass er in einem Kinosaal seinen Kummer vergessen kann.
Dies bezeugt jedes einzelne seiner grandiosen Bilder. Diese werden durch kurze Texte ergänzt. Ich glaube,ich hätte das Buch ohne den Text noch einleuchtender und schöner. Denn in seiner Gesamtheit ist es sehr melancholisch und macht mich einfach nur traurig. Ich habe darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es am Text liegen muss. Die Bilder sind es nicht, es ist die Ergänzung, das Gesagte. Das ist mir einfach zu viel. Hätte ich meinen eigenen Spielraum zur Interpretation der fabelhaften Illustrationen nutzen können, wäre ein durchaus positives Erlebnis die Folge gewesen.
Ich finde die Idee ganz zaubehaft, Bilderbücher für Erwachsene zu gestalten. Gerade das Surreale spricht mich sehr an. Ich bin in den Bildern regelrecht versunken. Gern möchte ich 5 Sterne vergeben, doch meine Traurigkeit erlauben nur 3. Schade, denn hier hält man Kunst in Buchform in den Händen!
Rezensionen von mamaofhannah07:
Begegnungen jenseits der Klischees
111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss von Jimmy Liao
111 Orte für Kinder in Wien die man gesehen haben muss der etwas andere Reiseführer von Bernadette Nemeth, erschienen im Emons Verlag
Wien mit Kindern? Ja, unbedingt! Und mit diesem bunten, quirligen Buch voll fantsievoller Empfehlungen und machbaren Abenteuern, erst recht!
Ein Inhaltsverzeichnis und ein Stadtplan mit allen nummerierten Sehenswürdigkeiten sowie Plätzen zum Toben und Verweilen rahmen die Empfehlungen auch abseits der Touristenzentren ein.
Viele Tipps , Öffnungszeiten und Erreichbarkeit runden die detailierten Informationen ab. Farbe spielt eine grosse Rolle im Buch. Alles ist abgesetzt, gekennzeichnet, comicartig markiert und in 111 lebendige Schauplätze mit je einer Doppelseite unterteilt. Das Geschriebene zeugt von einer präzisen Recherche und vermittelt Wissen, gibt Einblicke in zahlreiche, historische Hintergründe. Ganz viele tolle, passende Fotos und Anmerkungen runden den informativen Text ab. Auf 230 Seiten kommt man der äußerst lebenswerten Stadt, Wien unheimlich nah. Verschiedene Interessen von Gross und Klein werden hier unter einen Hut gebracht. Lust auf Abenteuer und Aktivsein werden beim Lesen unmittelbar geweckt. Entspannungs- und Ruhepole im Kinder-Spiel-Cafe, Natur für Aktive und Entdecker, Kunst und Malerei zum Anfassen für Atelierliebhaber, Museen, Bademöglichkeiten, verschiedenste Spielplätze, kulinarische Höhepunkte auch für kleine Kindergaumen, skurrile Kuriositäten und ganz banale Einfachheiten finden sich gebündelt zwischen zwei lustigen Buchdeckeln.
Mit diesen wertvollen Tipps, Geheimnissen und dem Ideenreichtum von Bernadette Nemeth wird die Frage: "Und was machen wir heute?" für kleine und große Kindern ganz schnell beantwortet. Das ist die Lektüre gegen Langeweile. Schon beim Anschauen bekommt man Lust auf diese einmalig schöne Stadt. Man ist bestens gerüstet und möchte am liebsten gleich alles ausprobieren. Auch mich hat es gepackt und unsere Familie wird Wien einen Besuch abstatten, in eine Metropole, die auch dem Nachwuchs so viel zu bieten hat. Bernadette Nemeth und ihre 111 kindgerechten Orte sind natürlich mit dabei!
Rezensionen von zenzi:
111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss von Jimmy Liao
Als Bewohner am Rand des Wienerwaldes an der Donau habe ich sehr gerne diese Leserreise in den fernen Norden auf eine Nordseeinsel unternommen und mich auch inforniert, wo diese Insel genau liegt.
Die Anreise der Protagonisten Lilly und Bresniak zu ihrem ruhigen, erholsamen Urlaub nach Juist fand ich schon einmal lustig - eine laute Jugendgruppe im Abteil.
Solche Überraschungen gabs dann auch auf der kleinen Insel - ein abgetrennter Arm wird in den Salzwiesen gefunden und für Bresniak beginnt als Ermittler hier wieder seine geliebte Arbeit, sehr zum Ärger von Lilly. Aber auch sie erforscht die Gesellschaft auf der insel und erfährt manches Interessantes. so lernt man die Bevölkerung, ihr Umfeld, ihre Lebensweise kennen und der Leser weiß sehr rasch, was sich dort wirklich abgespielt hat. Aber die offiziellen Ermittler tappen plum im Dunklen weiter, sehr zum Ärger des aufdringlichen Sensationsjournalisten.
Das Buch ist eine gute erholsame Unterhaltung für eine interessante Lesereise auf die Insel.
Rezensionen von Gaby 2707:
Hass ist kein guter Ratgeber
Küstenwolf von Heike Meckelmann
Kann das ein Wolf sein, der auf der Insel Fehmarn Schafe reißt und dem evtl. auch ein Mann in die Fänge geraten ist? Hauptkommissar Dirk Westermann, der gerade anfangen wollte seinen Urlaub zu genießen, reagiert recht schockiert, als Tiermediziner Armin Wendt ihn mit diesem ungeheuerlichen Verdacht konfrontiert.
Nachdem bei Schafbauer Hanno Albers ein Schaf gerissen wurde, sind es bei seinem Kollegen auf der anderen Seite der Insel Hinnerk Baumgart schon 20 Schafe. Als dann auch noch ein Mann den alle kennen mit aufgebissener Kehle gefunden wird, müssen auch die Männer von der Mordkommission ran.
Ich habe schon so auf ein Wiederlesen mit den Kommissaren Dirk Westermann und Thomas Hartwig
und der Miss Marple der Insel Charlotte Hagedorn und ihrer Nichte Katrin Duvenstedt, der Freundin von Westermann, gefreut. Es ist ja nun schon das vierte Mal, das ich zusammen mit meinen „Freunden“ auf der wunderschönen Ostseeinsel Fehmarn ermitteln darf.
Diesmal hat sich Heike Meckelmann einem sehr interessanten Thema gewidmet: dem Wolf in unseren Landen. Ein Thema, was ja immer wieder diskutiert wird. Die Autorin versteht es sehr gut, eingebettet in diesen Krimi, dem Tier einerseits den Schrecken zu nehmen, andererseits aber auch zu schüren. Sollte es wirklich möglich sein, dass sich der Wolf, der auf den Deichen der Insel seine Beute wie auf dem Präsentierteller angereicht bekommt, auch an Menschen verbeißt? DNA-Spuren zumindest lassen darauf schließen.
Gut, dass Charlotte Hagedorn mal wieder den richtigen Riecher hat, mit recherchiert und den Hintergründen von dann schon 2 menschlichen Opfern gefährlich nahe kommt.
Es war wieder spannend mit zu ermitteln, bei Hexenschnaps, Apfelkuchen und Kröpel zusammen mit Charlotte und Ernchen Steen die Fakten zusammenzustellen, einen „Täter“ auszumachen, um dann festzustellen, dass ich mich wieder auf eine falsche Fährte habe locken lassen.
Durch die Betrachtungen von Wolfsberater Theo Sauerberg und Rissgutachter Johannes Meinert habe ich einiges über Wölfe und ihr Verhalten gelernt. Sehr gut gefallen hat mir auch der Ausflug von Charlotte und Katrin ins Wolfscenter. Ebenso wie der Bericht von Heike Meckelmann über ihre Begegnung mit den Tieren.
Der Wolf, der den Mond anzuheulen scheint, vor jedem Kapitel passt perfekt zum Titel und zur Handlung.
Neben dem Wolf nimmt auch das Privatleben gerade von Dirk Westermann und seiner Katrin wieder einen größeren Raum ein. Für mich gehört das Kennenlernen der Ermittler und ihres Umfeldes einfach zu einem guten Krimi mit dazu. Gerade, wenn sie so sympathisch sind, wie hier.
Die Beschreibungen der Insel haben mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen und Fehmarn rückt auf meiner „möchte-ich-noch-bereisen-Liste“ immer weiter nach oben.
Eine interessante Geschichte mit viel Hintergrundinformationen, spannend aufbereitet, die mich sehr gut unterhalten hat.










