Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gelungener Auftakt zu einer Krimi-Reihe
Mord an der Algarve von Carolina Conrad
Anabela Silva reist von Deutschland an die Algarve, um ihrer Mutter, die nach einem Unfall noch rekonvaleszent ist, beizustehen. Die Wochen in Portugal nutzt sie auch, um sich auf die Scheidung von ihrem Mann vorzubereiten. Bei einer Beerdigung entdeckt sie, dass auffallend viele betagte Menschen mit dem Nachname Alves innerhalb der letzten Zeit verstorben sind.
Die Journalistin Anabela hat ein Gespür für seltsame Ereignisse und als sie dann auch noch auf ihre Fragen rüde Antworten bekommt, ist ihr Interesse erst recht geweckt. Cousin Luis, ein Polizist, versucht Anabela die Recherchen auszureden. Doch Anabela kann auf die Unterstützung des Bibliothekars Mario hoffen und entdeckt, dass die Familie Alves auch Teil der eigenen Geschichte ist.
Meine Meinung:
Ein interessantes Krimi-Debüt, das sich mit längst vergangen geglaubten Ereignissen aus der Geschichte Portugals beschäftigt. Der krasse Gegensatz von arm und reich, die politische Situation unter Diktator Salazar und die Macht der Großgrundbesitzer ihrer Pächter gegenüber, lassen diesen Krimi zu einem Ausflug in die Geschichte Portugals werden. Das meiste wird den Lesern unaufgeregt und unterschwellig erzählt, sodass sich niemand vor einer „Geschichtsstunde“ fürchten muss.
Der Schreibstil ist ruhig, besticht aber durch die Beschreibung von Land und Leuten. Die Kulinarik erscheint mir persönlich ein wenig überhand zu nehmen. Es wird ständig gegessen und getrunken. Da wäre ein bisschen weniger, mehr gewesen. Gekonnt sich portugiesische Begriffe bzw. Dialoge eingeflochten.
Die Idee, Anabela als Aushilfsdolmetscherin anzustellen habe ich recht ungewöhnlich gefunden. Doch dadurch tritt ein neuer, interessanter Mann in ihr Leben.
Fazit:
Der gelungene Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, der ich gerne vier Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Macht Lust auf eine Reise
Die Traun von Peter Pfarl
Dieses Buch nimmt uns auf eine ungewöhnliche Reise mit: Wir folgen dem Lauf der Traun durch die Steiermark und Oberösterreich (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fluss in Bayern).
Ausgehend von ihrem Ursprung im Ausseer Land (Steiermark) legt die Traun rund 153km zurück bis sie bei Linz in die Donau mündet.
Auf ihrem Weg durchfließt sie bekannte Orte wie Hallstatt, Bad Ischl, Ebensee, Gmunden, Stadl-Paura, Lambach oder Wels.
Diese Orte sind einerseits durch ihre Frühgeschichte (Hallstatt) oder durch die k. und k. Monarchie (Bad Ischl) oder ihre barocken Gebäude (Stdadl-Paura, Lambach) oder ihre unrühmliche Rolle in der NS-Zeit (Ebensee, Toplitzsee) bekannt. Weniger geläufig ist den meisten wohl die Schlacht von Ebelsberg vom Mai 1809, als während der Napoleonischen Kriege französische Truppen sich mit den österreichischen einen erbitterten Kampf um die Brücke über die Traun lieferten, die mehrere Tausend Tote auf beiden Seiten forderte.
Wunderschöne Fotos ergänzen die informativen Texte. So sehen wir Abbildungen von Schlösser (Schloss Orth) und Burgen. Einen kleinen Seitenblick können wir auf den Besitz der Welfen werfen, die nach wie vor in Gmunden einen Wohnsitz haben.
Fazit:
Ein traumhaftes Buch, das Lust macht, die beschriebenen Ort in Natura zu sehen. Ein heißer Tipp sowohl für den Sommer- als auch den Winterurlaub. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mehr als nur der Vater von Wolferl und Nannerl
Leopold Mozart von Internationale Stiftung Mozarteum
Leopold Mozart (1719-1787) kennen die meisten nur als Vater des berühmten Wolfgang Amadeus und dessen Schwester Nannerl. Dabei ist die Person Leopold nicht minder interessant.
In 11 unterschiedlichen Essays versuchen mehrere Autoren sich ihm zu nähern. So wird der 1719 in Augsburg geborene Leopold von verschiedenen Seiten betrachtet.
Unter anderem als
• Komponist
• Kirchenmusiker
• Hofmusiker
• Verfasser der „Violin-Schule“
• Erzieher & Pädagoge
• Briefschreiber
• Belesener Komponist – komponierender Leser
• Unternehmer & Manager
Sehr interessant, weil außerhalb des Musikbusiness nicht so geläufig, ist Leopold als Verfasser der „Violin-Schule“ nach der abertausende Schüler Violine spielen lernten. Mit Lizenzgebühren für dieses Standardwerk, das in viele Sprachen übersetzt wurde, hätte Mozart wohl ausgesorgt gehabt, wenn es das Urheberrecht damals schon gegeben hätte. So kann jeder Verleger/Buchdrucker das Buch kopieren („abkupfern“) ohne, dass Leopold Mozart jemals Geld dafür gesehen hat.
Leopold Mozart ist auch ein reger Briefschreiber. Im anschließenden Katalog sind viele Originale abgebildet.
Spannend sind die Ausführungen zu den diversen Konzertreisen und Mozarts Geschick als Manager. Wenn man die Beschwerlichkeit der Reisen mit der (Post)Kutsche bedenkt, das Absteigen in verwanzten und unsauberen Gasthöfen und das alles vorab auf eigene Kosten, so ist dieser logistischen Meisterleistung Tribut zu zollen.
Ein interessanter Abschluss ist noch der Pressespiegel, in dem zeitgenössische Zeitungen zu Wort kommen.
Fazit:
Ein aufschlussreiches Buch über Leopold Mozart, der mehr war, als nur der Vater von Wolfgang Amadeus und Nannerl. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Regt zum Nachdenken an
Meinungsfreiheit! von Volker Kitz
Volker Kitz versucht in diesem Buch der Meinungsfreiheit in Deutschland auf den Grund zu gehen. Einiges lässt sich sinngemäß auch für Österreich abbilden.
Der Autor widmet dieses Buch
3. die 37 Prozent der Menschen, die zuletzt in einer Umfrage der Ansicht waren, sie könnten in Deutschland nicht frei ihre Meinung sagen,
2.
die anderen, die im Gegenteil finden, die Meinungsäußerungen seien viel zu laut und viel zu krass geworden, und
1. für alle, die wie ich glauben: Demokratie ist mehr als Rechthaben
Die gestürzte Rangordnung bei der Aufzählung ist gewollt.
Das Buch ist wie eine Gebrauchsanweisung aufgebaut. In zwölf Kapitel stellt er einiges zu Diskussion. Am Ende jedes Abschnitts fasst er in einer Quintessenz das vorher Gesagte zusammen, z.B. nach Kapitel 1:
„Der Demokrat verteidigt Tatsachen gegen Lügen und alternative Fakten, die ganze Wahrheit gegen die halbe. Aber er unterscheidet auch Tatsachen von Meinungen.“
Oder nach Kapitel 9:
„Ein Demokrat kennt die Grenze der Meinungsfreiheit. Und bewacht sie.“
Ein kritischer Blick auf die Medien lohnt sich ebenso, wie die Aufforderung unsere (Meinungs)Freiheit zu verteidigen. Außerdem, ist „Demokratie nicht nur für intelligente Leute gemacht“.
Jede Meinung darf geäußert werden, jede Kritik darf angebracht werden – auch an der Regierung, ohne dass der Kritiker befürchten muss, verhaftet zu werden. Doch diese Freiheit wird derzeit in einigen europäischen Ländern mit Füßen getreten. Sei es, dass Zeitungsberichte (wieder) zensuriert werden oder, dass den Medien die Presseförderung gekürzt wird, oder dass ihnen Informationen vorenthalten werden.
Dem Autor gelingt es perfekt, wichtige Themen auf den Punkt zu bringen. Ohne viel Geschwurbel zeigt er, wie jede Staatsbürgerin, jeder Staatsbürger seinen Teil zum Erhalt der Demokratie beitragen kann.
Fazit:
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Gerne gebe ich hier fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Napoleon von Günter Müchler
2019 jährt sich die Geburt von Napoleon Bonaparte (15.08.1769-05.05.1821) zum 250. Mal. Daher ist es nicht verwunderlich, dass aus diesem Anlass mehrere Biografien über ihn erscheinen.
Doch ist es möglich, nach wie vor unbekannte Details aus seinem Leben zu erfahren oder ist nicht ohnehin alles schon erforscht?
In sechs großen Kapiteln wird der Aufstieg und Fall des Revolutionärs auf dem Kaiserthron beschrieben.
Aufschlussreich ist Teil III „Improvisationen“. Hier listet Müchler einige jener Situationen auf, die für Napoleon beinahe ins Auge gingen, weil z.B. die Aufklärung vernachlässigt wurde. 1806 in der Schlacht von Jena und Auerstädt, wird Napoleon beinahe von „friendly fire“ (also den eigenen Truppen unter Feuer genommen wurde S.294). Noch verhängnisvoller, weil er, der große Stratege sich in einer Schlacht mit Hohenlohe verzettelt und dabei übersieht, dass nur wenige Kilometer entfernt Marschall Davout gegen eine preußische Übermacht kämpft. Davout gewinnt eigentlich nur deswegen, weil die Preußen ihre zahlenmäßige Überlegenheit mit Desorganisation verspielen.
Aus den meisten dieser brenzligen Situationen kommt mit Napoleon mit Glück und seiner Improvisationskunst heraus. Viele seiner Getreuen wie Antoine Desaix (1802) und Jean Lannes (1809) fallen.
Allerdings zeigt Müchler auch die grausame Seite Napoleons, die z.B. bei seinem Ägyptenfeldzug deutlich wird, als er Kriegsgefangene und kranke Soldaten der eigenen Armee sich selbst überlässt bzw. umbringen lässt.
Der Autor bemüht sich alle Facetten der schillernden Persönlichkeit zu erfassen. Am Beginn seiner Karriere ist Napoleon ein Revolutionär, zuerst auf Korsika, dann in Frankreich. Er hat das Gespür für die Soldaten und für das Machtvakuum in der Armee. So wie er die Truppen revolutioniert, so geht er auch bei den Eroberungen vor: Zunächst nicht ursächlich als „Landgewinn“, sondern um die herrschenden Dynastien von der Landkarte zu vertreiben und die Gedanken der Republik weiter zutragen. Anfangs sieht er sich und seine Soldaten tatsächlich als Retter der unterdrückten Massen. Doch was daraus wird, ist bekannt: Nahezu 25 Jahre Krieg der ganz Europa, Russland und Nordafrika überzieht und seine Auswirkungen auch in Amerika und Indien hat.
Napoleon ist nicht nur ein Revolutionär, ein überragender General, ein guter Menschenkenner, ein Kaiser von eigenen Gnaden, ein guter Organisator und Verwalter, er ist vielmehr auch ein Getriebener seines eigenen Ehrgeizes. Es ist ihm schon bewusst, dass er niemals den alten Dynastien gleichgestellt werden wird. Da nützt ihm auch die Hochzeit mit Marie Louise, der Tochter des österr. Kaisers Franz II./I. nichts.
Napoleon entscheidet zwar die meisten Schlachten für sich (und die Revolution), den Krieg gewinnt aber die Reaktion.
Günther Müchler ist Journalist und hat daher einen anderen Schreibstil als z.B. Adam Zamoyski.
Gut gefällt mir, dass Müchler die Biografie aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet, wenn auch die meisten Quellen aus französischer Feder sind, und daher ein wenig zu Gunsten von Bonaparte aussagen. Hier stellt sich für mich die Frage, ob es zu wenig Material in den russischen oder österreichischen Archiven gibt? Oder, ob sich Napoleons Gegner einfach nicht mit seiner Person außerhalb des Strategen beschäftigen wollten? Oder sind die Quellen, wie z. B. die Memoiren eines Metternich, so gefärbt, so vom Verfasser (eben Metternich) auf die eigene Glorie getrimmt, dass sie wieder nicht aussagekräftig sind?
Fazit:
Eine detaillierte Biografie, die doch das eine oder andere Unbekannte über Napoleon zu Tage fördert. 4 Sterne
Rezensionen von *RC*:
Frauen, die die Welt verändern
Powerfrauen von Hodges Kate
Starke Frauen können starke Frauen stark machen!
Der Untertitel: „Was Beyoncé mit Michelle Obama und Anne Frank verbindet“ wirft erstmal Fragen auf. Was haben eine Sängerin, eine Frau eines ehemaligen Staatsoberhaupts und ein jüdischer Teenager, der dem Naziregime zum Opfer fiel, gemeinsam? Wie stehen sie zueinander in Verbindung? Dieses Buch zeigt einleuchtend und leicht nachvollziehbar auf, wo und wie dieses Verbindungsnetzwerk zu finden ist.
Das Buch „Powerfrauen“, in dem wichtige, außergewöhnliche historische Persönlichkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt werden, fand ich sehr beeindruckend, da ich von sehr, sehr vielen Frauen noch nie was gehört habe. Im Buch werden z.B.: Widerstandskämpferinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen sowie, Sportlerinnen vorgestellt. Viele Frauen haben z.B.: im Schatten ihrer Männer und Partner viel geleistet und wichtige Fäden in der Hand gehabt; und ohne ihre Frauen wären diese Männer nie zu dem geworden, was sie sind (bzw. zu der Zeit waren.). Aber letztendlich waren hier die Frauen die Hauptakteure! Andere Frauen haben sich in Männer dominierten Bereichen durchgesetzt und sind ihren eigenen Weg gegangen.
Im farblich brillant aufgemachten Buch werden 85 Frauen auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt. Die Informationen, die man hier über diese Frau bekommt sind meines Erachtens ausreichend, um sich ein gutes Bild über diese tolle Persönlichkeit machen zu können, da hier direkt aus dem Leben der Frau – im lockeren Erzählstil - berichtet wird. Es sind nicht nur reine Fakten. Durch die Art, wie die Frauen präsentiert werden, bekommen sie ein Gesicht und werden einem gleich sympathisch. Unterstrichen wird dieser Aspekt dieser „Lebendigkeit“ auch dadurch, dass die Frauen in ihrem typischen Lebensumfeld auch gemalt bzw. portraitiert werden. Durch diese Illustrationen / die Visualisierung gelingt es den Machern des Buches, dass die Frauengeschichten / diese Frauengesichter leichter im Kopf und der Erinnerung bleiben – eine wahre Bereicherung!
Das Buch ist interessant gestaltet: Besonders gefällt mir, wie in diesem Buch das Frauen-Netzwerk veranschaulicht wird. Denn wenn man sich über eine der vielen Frauen informiert, sieht man auf der Doppelseite weitere Portraits von Frauen, die einem in diesem Buch ebenfalls begegnen. So weiß man sofort, wie und warum diese Frauen miteinander in Beziehung stehen. Sei es, dass sie sich persönlich kennen (gekannt haben) oder dass sie sich gegenseitig durch ihre Biographie inspirieren konnten.
Ein informatives und locker gestaltetes Sachbuch und Nachschlagewerk, das zum Lesen, Betrachten, Verweilen und Staunen einlädt. Da es so vielfältige Themen beinhaltet macht es auch Mut, an sich und seine eigenen Fähigkeit zu glauben. Es ist ein Buch, das man peu à peu genießen sollte, damit die Kraft der Frauen so richtig wirken kann.
Dieses Buch sollten nicht nur 'Mädels' lesen, auch 'Jungs' sind herzlich eingeladen, solche Powerfrauen mal kennenzulernen!
Rezensionen von *RC*:
Was lange währt, wird endlich..... Liebe
Immer noch wir von Elja Janus
Elja Janus hat mit ihrem im FeuerWerke Verlag erschienen Buch „Immer noch wir“ einen mit 10.000 Euro dotierten Preis der Leselupe-Literaturagentur und des Feuerwerke-Verlags gewonnen.
Lina und Joe waren als Kinder unzertrennlich. Sie waren die besten Freunde und waren extrem miteinander vertraut.
Doch dann verloren sie sich aus den Augen, weil Joe weggezogen ist.
25 Jahre später stehen sie auf einmal wieder voreinander. Irgendwas zieht sie zwar magisch an, aber sie kennen sich nicht sofort wieder. Aufgrund eines Fotos wird beiden klar, wer sie sind und was sie mal füreinander waren. Nun fragen sie sich, wie geht es weiter? Beide wollen so viel mehr als nur Freundschaft, aber auch beide haben Angst, dass der Wunsch und das Verlangen nach dem absoluten „Alles“ mehr zerstören könnte als sie jetzt haben. Herz und Kopf kämpfen mit- und gegeneinander. Immer wieder ringen Lina und Joe mit einem „Nein“ und einem „Ja“. Lina hofft Hilfe bei ihren Freundinnen Isabelle und Bianca zu bekommen, bei Joe ist es der 'ältere' Zwillingsbruder Mats, der auf ihn einredet und Joe hilft, seine gefühlsverletzte Vergangenheit zu bewältigen.
Für das Buch gibt es zwei verschiedene Cover: Einmal zieren Schmetterlinge den Einband (kartonierter Einband), das andere Mal sind es Vergissmeinnicht-Blumen (E-Book).
Beide Cover finde ich sehr passend für diesen Liebesroman, denn die beiden Protagonisten haben schließlich Schmetterlinge im Bauch und erinnern sich gerne an ihre frühe Kindheit, in der sie eine unbeschwerte und tiefe Seelenverwandtschaft hatten.
Mir hat diese Liebesgeschichte gut gefallen. Sie ließ sich leicht und entspannt lesen. Sie wird im Wechsel jeweils aus der Ich-Perspektive von Lina und Joe erzählt, so dass man sich gut mit beiden Personen identifizieren konnte. Man konnte sich richtig gut in diese Auf-und-Ab-Liebesgeschichte fallen lassen und hat mit Lina und Joe richtig gut mitfühlen können, welches Gefühlschaos sie gerade erleben und durchleben. Die Sprache ist sehr feinfühlig, zart und leicht. Auch wenn die Handlung keine großartigen Überraschungen bereit hält und das Ende der Geschichte schon von Anbeginn absehbar, ist sie lesenswert. Denn in meinen Augen muss ein Roman nicht zwingend von der Handlung getragen werden, oft ist auch die sprachliche Umsetzung, das Spiel mit den Worten, ein Kriterium, sich mit einer Geschichte vertraut zu machen. Einige Elemente, die das sich Zueinanderhingezogen und das Zueinandergehören symbolisieren ist das gegenseitige „Einatmen und Ausatmen“. Es taucht immer wieder auf und zieht sich wie eine Perlenschnur durch den Roman und gibt was Vertrautes / Inniges wieder.
Leider aber wird meines Erachtens etwas zu viel des Guten „geatmet“, so dass der Roman dann letztendlich recht – wenn nicht sogar zu - langatmig ist und man sich dann doch das unweigerlich passierende „Happy End“ herbeisehnt. (Das ist etwas schade. Denn bei den letzten 30/35 Seiten war bei mir die Luft raus.)
In meinen Augen ist diese leicht-beschwingte Liebesgeschichte eine schöne Frühjahrs-/Sommerlektüre, mit der man es sich unbeschwert entspannt im Liegestuhl bequem machen kann und einfach mal 'chillig' abschalten und (mit)träumen kann.
Und der Appell dieser Geschichte schwingt ständig mit: „Gibt der Liebe eine Chance!“
3,5 Sterne
Rezensionen von LadyIceTea:
Ein tolles Wiedersehen mit der Willow Ranch
Immer noch wir von Elja Janus
Chuck und Lyla verbindet die Liebe zur kanadischen Wildnis. Doch während die Berge Lyla Kraft geben, für den Lebensraum der Wildpferde zu kämpfen, kehrt Chuck als verbitterter Mann ins Heimatdorf zurück. Er will die geerbte Pelzjägerroute verkaufen und wieder fortgehen. Dann taucht eine rätselhafte Fremde im Dorf auf, die Chucks Herz in Aufruhr versetzt und Lyla Pläne unterstützt.
Anders als Lyla Partner, dessen Eifersucht die Beziehung vergiftet. Die Ereignisse überschlagen sich, als Chuck hinter das Geheimnis der Fremden kommt und Lyla plötzlich in den Bergen verschwindet. Hat der Indianer Lonefeather Jones etwas damit zu tun oder ist eine neue Magie im Spiel?
In „Die Schattenkrähe der Rocky Mountains“ begegnet uns direkt der bekannte Schreibstil der mir in Band eins schon so gut gefallen hat. Ich bin direkt wieder auf der Willow Ranch angekommen und habe mich gefreut, die bekannten Figuren wiederzutreffen.
In diesem Band geht es vorrangig um Chuck und Lyla. Besonders Chuck hat sich sehr verändert. Ich fand es unglaublich spannend zu erfahren, was dahintersteckt.
Es gibt auch in diesem Band einige zwielichtige Gestalten und auch tolle neue Figuren. Es gibt auf jeden Fall genug Stoff um mitzufiebern und mit den Charakteren zu bangen.
Auch in diesem Band erfährt man mehr über die Cree Indianer und über Lylas Verbindung zu ihnen.
Tolle Landschafts- und Pferdeszenen gibt es auch wieder ohne Ende. Am liebsten wäre ich direkt ins Buch gesprungen und hätte mich auf den Rücken eines der Pferde geschwungen, um die Gegend zu erkunden.
Auch dieses Buch hat wirklich Spaß gemacht und ich freue mich schon, wenn es irgendwann eine Fortsetzung gibt und ich wieder die Willow Ranch besuchen darf.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Bienen von Big Sur
Der Honigbus von Meredith May
Nach der Trennung ihrer Eltern ziehen Meredith, Matthew und ihre Mutter Sally zu ihren Großeltern Ruth und Franklin nach Kalifornien. Grandma Ruth kümmert sich aufopfernd um ihre Tochter; die beiden Enkelkinder erfahren von ihr keine Zuwendung. Die bekommt vor allem Meredith von ihrem wortkargen Grandpa Franklin, der sie in die Welt der Bienen einführt.
In den Jahren 1975 bis 1987 schaue ich der Autorin über die Schulter und darf an ihrem Leben von der Trennung ihrer Eltern an bis zu dem Zeitpunkt, wo sie aufs College geht, teilhaben. In 2015 erhalte ich einen Rückblick auf die zurück liegenden Jahre. Da es sich hier um ein Memoir handelt, hat mich die Geschichte noch etwas mehr gefesselt, als ein „normaler“ Roman. Ich lebe und leide vor allem mit Meredith mit.
Die Erinnerungen der Autorin an ihre Kindheit ist geprägt zum einen an dem Fehlen einer Mutter, die zwar anwesend, aber depressiv in ihrer eigenen Welt gelebt hat und nie für sie da war.
„Irgendwo zehntausend Meter über der Mitte Amerikas hatte sie es aufgegeben eine Mutter zu sein“. Ein Satz, der die ganze Verzweiflung der kleinen 5-jährigen Meredith ausdrückt.
Ihrem sehr gutes Verhältnis zu ihrem 2 Jahre jüngeren Bruder Matthew. Ihrem emotionslosen Verhältnis ihrer Grandma gegenüber, die sich für Essen und Kleidung zuständig fühlte, aber von der es keine Liebe oder Zuwendung gab. Und vor allem zu ihrem Grandpa Franklin, von dem sie alles über die Bienen lernte und so zu ihm ein ganz besonderes Verhältnis entstand. Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen in dieser Geschichte eine ganz entscheidende Rolle.
Ich lese fasziniert von den Bienen, wie sie ihren Staat rund um die Königin aufbauen; wie sie durch Tanz und Flug kommunizieren; wie sie Gefahren entgegen treten; ihre Brut hegen, füttern und pflegen; alles für den Fortbestand des Bienenvolkes tun - und die Männer, die Drohnen, die nicht arbeiten, aus ihrem Stock entfernen. Hier steht aber nicht der wissenschaftliche Aspekt im Vordergrund, sondern das Verhalten der Bienen als Anschauungsobjekt, auch zu einer Familie. Durch die Bienen findet Meredith einen gewissen Halt und vor allem Ablenkung von ihrer eigenen oft traurigen Situation.
Die Bienenzucht und das Bienensterben, das immer stärker um sich greift, wird im Prolog, den ich als absolut lesenswert empfinde, behandelt.
Mir hat vor allem der sprachliche Ausdruck sehr gut gefallen, was bestimmt auch an der hervorragenden Übersetzung liegt. Es macht richtig Spaß, sich in die Seiten voller Lebendigkeit, voller Emotionen, wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und auch trauriger Momente fallen zu lassen.
Alles in allem ein wunderbares Buch über die Bienen als Familienverband, als Weg zu unseren Lebensmitteln und als Honiglieferant und dem, was in einer Familie alles falsch laufen kann. Eine Lebensgeschichte, die mich stark berührt hat und die noch lange nachwirken wird.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Omi -Enkelin Geschchte der etwas anderen Art
Großmutters Haus von Thomas Sautner
Unzufriedene Studentin mit "Liebesbeziehung" zu einem verheirateten Familienvater (Schema: Auffrischung der männlichen Vitalität nach vielen Ehejahren) und keinem Geld bekommt von ihrer Großmutter per Post einen Packen Bargeld und fährt sodann zu ihr auf Besuch in das nördliche Waldviertel.
Omi betreibt dort für einen sehr eingeschränkten Kundenkreis einen auf reiner Mundpropaganda aufgebauten Ab Hof Verkauf von Rauchwaren der Typen "Godfather", "Sputniks" und "Ables", alle persönlich aus garantiert biologischen Ingredienzien hergestellt und alle mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die eigene Wahrnehmung.
Enkelin taucht zwei Wochen in diese Welt ein, lernt dort manch kauzige Typen kennen und begibt sich auf die Suche nach sich selbst.
Eine nette Geschichte, leider etwas flach und ohne bleibendes Echo, aber jedenfalls vergnügliche Lesestunden
Tipp an alle Omis: Nachahmung nicht unbedingt empfohlen, könnte zu längerer unfreiwilliger Trennung von Enkelkindern führen










