Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

Großartig

Der Stotterer von Charles Lewinsky

Die Geschichte: vielfältig und vielschichtig im Wechsel zwischen dem Erlebten und dem Fiktiven. Die Sprache: hervorragend und grandios, ein Meister seines Faches. Und die Geschichten: ein phantastisches Spiel zwischen dem Erzählten und den Bildern, die das Erzählte und oft auch das gar nicht Geschriebene im Kopf schafft.

Einfach grandios und gehört zum Besten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer

Rezensionen von Harakiri:

Hundesitter zum Glück

Sterne sieht man nur im Dunkeln von Meike Werkmeister

Wie konnte das nur geschehen? Anni hat einen guten Job, lebt mit Thies in einem kleinen Häuschen und sollte eigentlich glücklich sein. Doch immer wieder kommen Anni Zweifel an ihrem Leben. Und als Thies ihr dann auch noch einen Heiratsantrag macht, flieht Anni nach Norderney. Zuerst scheint es, als käme sie dort endlich zur Ruhe, doch dann taucht plötzlich Jan auf…
Ich habe mich gleich wohl gefühlt im Roman, vor allem die Schilderungen von Norderney fand ich total schön, ich glaube, da muss ich nun auch einmal hin 
Die Handlung selbst – nichts Neues.

Teilweise etwas langatmig und manchmal hätte ich die Protagonisten auch schütteln können, wie kann man sich nur selbst so im Weg stehen? Allerdings fand ich den Roman wenig vorhersehbar, was ich sehr gut fand.
Werkmeisters Schreibstil ist leicht und locker – wie ein Sommertag und man merkt ihr die Liebe zu der Insel an. Bezaubernd fand ich auch die eingestreuten Sprüche.
Am Ende des Buches sind noch einige von Annis Weisheiten ergänzt, die man – sofern man das Buch zerstören möchte – auch herausnehmen und rahmen kann.
Fazit: eine leichte Sommerlektüre, die teilweise aber etwas auf der Stelle trat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Harakiri

Rezensionen von heinoko:

Ein feiner, ein großer Roman

Wo die Geschichte endet von Piperno Alessandro


Das Cover setzt den Titel des Buches auf besondere Weise bildhaft um: Das Ende eines Mahls, verstreute Brösel, halbleere Gläser, die weißen Mäuse tanzen auf dem Tisch… Wie soll ich nur dieses besondere Buch beschreiben?
Mit dem Inhalt mache ich es mir leicht und greife auf den Verlagstext zurück: „Vor sechzehn Jahren musste Matteo aus Rom fliehen, nun kehrt er zurück.

Gekonnt pariert er alle Angriffe seiner Ehefrauen – Nummer vier verlangt seine sofortige Rückreise in die USA, Nummer zwei hat noch immer nicht die Scheidung eingereicht –, während seine Kinder die ganze Härte des bürgerlichen Lebens trifft: Martina findet nach einem Kuss nicht in ihre Ehe zurück, und Giorgio hat alle Hände voll zu tun, seit die feine Gesellschaft Roms in seinem Restaurant ein und aus geht. Als ein Unglück sie alle ins Bodenlose stürzt, verkehrt sich die Posse in eine handfeste Tragödie.“
Aber ist der Inhalt tatsächlich das Wichtigste an diesem Buch? Die Menschen, die man kennenlernen darf, sind wichtig, das ja, aber nicht unbedingt in ihren Interaktionen, sondern vielmehr in der Art und Weise, wie sie uns vorgestellt werden. Da ist zum Beispiel Federica Zevi, von der es heißt, sie sei „wie ein Jaguar aus dritter Hand, den die Vorbesitzer regelmäßig haben warten lassen“. Wichtiger als der Inhalt ist mir an diesem Buch demnach eindeutig der Schreibstil. Was für eine wunderbar sorgsame Sprache, samtweich in ihren Wortwendungen und dabei pfeil-genau treffend. Ich habe das Buch „sorgsam“ gelesen, langsam, manche Wendung sogar laut und mehrmals, weil sie sich so schön anhören, so zart und warm, wie sich das Fell von Perserkatzen anfühlt, doch mit darunter lauernden Krallen. Was für eine Schreibekunst: Genau in dem Moment, an dem man sich der Weichheit samtiger Worte hingeben möchte, trifft man auf die untergemixte feine, kleine Prise Humor, gewachsen aus messerscharfer Beobachtung und bildgenauer Beschreibung. Manchmal hatte ich das Gefühl, in einem Roman aus dem 19. Jahrhundert gelandet zu sein, so nach innen gekehrt und gefühlvoll wird erzählt. Dann aber wird mit einer einzigen Redewendung die Romantik spröde zerstört. Die Menschen sind allesamt getragen von ihrer Sehnsucht, Wunsch und Möglichkeit deckungsgleich zu bringen, und sie werden in ihrer individuellen Unausweichlichkeit gleichermaßen klar-präzise und zärtlich beschrieben. Was folgerichtig und konsequent berichtet wird, zerfällt – fast unmerklich – immer mehr und mehr in seine Einzelteile, bis die individuelle und die gemeinsame Geschichte der Protagonisten in einer dramatischen Wendung zerbricht, wobei Matteo, dieser Gesetzlose, dieser Exzentriker, dieser Blender, auch im Zerfall das Epizentrum ist und bleibt. Wie heißt es im Buch so schlicht: „Eine Geschichte endet, wenn einer der beiden nicht mehr mitmacht.“ So einfach, so schwer…

im Shop ansehen weitere Rezensionen von heinoko

Rezensionen von filellinon:

3-sprachig / mehr als 280 Fotos

Griechische Spuren von Bernd Moldan

VICTORIA SAVVINOPOULOU:
Die Präsentation des dreisprachigen Buches „Griechische Spuren in und um Wien” fand am 27. März im Wiener Palais Palffy statt. Bernd Moldan ist es gelungen, seine zwei großen Leidenschaften, Griechenland und die Fotografie, in einem originellen und äußerst nennenswerten Buch zu verbinden.

In Bernd Moldans Werk werden auf prägnante und leserfreundliche Art die historischen Spuren der Griechen in Wien dargestellt, beginnend mit der Zeit, in der die Stadt wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum der Habsburgermonarchie war. Mit Hilfe des hochqualitativen Fotomaterials wird insbesondere die Geschichte einiger der prunkvollsten Bauten präsentiert, die heute noch die österreichische Hauptstadt schmücken und mit der historischen Präsenz der Griechen in dieser Stadt in drei Jahrhunderten verbunden sind. In diesem Sinne ist dieses Buch ein besonderer Reiseführer in Zeit und Raum, der den Spuren und Wegen der Griechen in und um Wien folgt und somit sowohl griechische und österreichische LeserInnen, als auch die historisch und kulturell interessierten BesucherInnen Wiens anspricht (Auszug aus dem Vorwort des Geschäftsträgers a. i.der Griechischen Botschaft in Wien, Herrn Nikolaos Sapountzis).

im Shop ansehen weitere Rezensionen von filellinon

Rezensionen von csac:

Ein humorvolles, wissenswertes Buch über das kleine, große Volk der Bakterien in unserem Mund

Klarissa von und zu Karies von Martina Fuchs

Zum Inhalt:
Klarissa Kamilla Klementine von und zu Karies residiert bei jedem einzelnen von uns, genauer gesagt in unserem Mund. Als Streptococcus mutans lässt sie es sich zusammen mit ihrem riesigen Volk bei uns gut gehen, sie speist nämlich für ihr Leben gerne. Am liebsten Zucker und am besten immerzu und ohne Pausen, denn dann kann sie sich wunderbar vermehren…
Im Folgenden erfahren die kleinen und großen LeserInnen, was denn nun genau Bakterien generell sind, was ihre Aufgabe ist und wo sie zu finden sind.

Dann erklärt uns Klarissa, warum sie und ihre Kollegen sich besonders gerne als klebriger Film am Zahnschmelz festhalten, wo sie sich am liebsten auf dem Zahn verstecken und wer ihr größter Feind ist.
Lustig sind auch ihre Ausführungen in die Geschichte, ob etwa auch schon Steinzeitmenschen unter Karies litten bzw. ihr Ausflug in die Tierwelten.

Die ansprechenden und leicht verständlichen Bilder untermauern das Geschriebene und machen das Buch bereits für jüngere Kinder ab fünf Jahren zum pädagogisch wertvollen Instrument bei der Erziehung zur Zahnpflege und Zahngesundheit.

Fazit: Ein humoriges Bilderbuch, in dem viel Wissen auf lustige Art und Weise weiter gegeben wird und das sehr gut auch in Kindergärten und Volksschulen ergänzend zur Zahngesundheitserziehung eingesetzt werden kann. Dabei wird in altersentsprechender Form, spielerisch und anschaulich die Wichtigkeit des Zähneputzens und bewusstes Essverhalten vermittelt, um die tägliche Mundhygiene zu einer selbstverständlichen Gewohnheit werden zu lassen.

Absolute Kaufempfehlung. Dieses Buch macht Lust auf mehr Bücher dieser Reihe!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von csac

Rezensionen von Gaby 2707:

Amüsant, spannend und unblutig

Eine Leiche zum Feierabend von Nikolaus Fischer

Rudi Lechner, seines Zeichens Polizist in Niederoberpfaffenheim im wunderschönen Tegernseer Tal, macht sich schon für den wohlverdienten Feierabend bereit, als das Telefon läutet. Sein Schwager Gustl ist beim Almabstieg über eine Leiche gestolpert. Also muss Rudi wahrhaftig nochmal los. Der Tote liegt nur einen Meter von der österreichischen Grenze entfernt.

Also nix wie rüber mit ihm. Sollen sich die Kollegen aus dem Nachbarland darüber ärgern.
Als am nächsten Morgen der Schlagerstar Michael Goldschmied, dessen Fanclub seine Tante leitet, als vermisst gemeldet wird, muss der Promi ganz schnell wieder auf die bayerische Seite der Landesgrenze…


Von Anfang an hatte ich das Gefühl es hier mit Rita Falk, ihrem Kommissar Eberhofer und seiner Oma zutun zu haben. Und dieses Gefühl hat sich bis zum Schluss leider nicht gegeben. Was mich, die ich die Eberhofer-Krimis liebe, aber nicht sonderlich gestört hat.

Rudi, der mit seinen 38 Jahren immer noch bei seiner Tante wohnt, schiebt in der Dienststelle Niederoberpfaffenheim im Tegernseer Tal lieber einen ruhigen Dienst, als sich abzustrampeln. So geht es auch hier eigentlich ganz gemächlich zu. Als Spitzel schleust er seine „Freundin“ Emilia ein, die an der Dorftheke doch immer wieder das ein oder andere erfährt. Zuhause bei seiner Tante muss Rudi kuschen, denn sonst bleibt die Küche kalt.
Rudi ist eigentlich so gar nicht mein Typ. Aber im Laufe der Geschichte schafft er es doch, sich meine Sympathien zu sichern. Er entwickelt Ehrgeiz, was ich ihm eigentlich nicht zugetraut hätte. Aber er will diesen Fall, mag er auch noch so knifflig sein, lösen. Ganz im Gegenteil zu Staatsanwältin Vera Pongratz, die den Fall so schnell wie möglich abhaken will.

Beschreibungen der wunderschönen Landschaft rund um den Tegernsee, des dörflichen Lebens und immer wieder einfließende Dialektik geben der Geschichte einen heimatlichen Flair.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig und die Geschichte lässt sich gut in einem Rutsch weg lesen. Anspielungen auf Machenschaften in der Musikbranche, witzige Dialoge und Situationskomik geben der Geschichte ihre Leichtigkeit.

Wer einen humorigen, mit Spannung durchzogenen und fast unblutigen Krimi sucht, der ist hier genau richtig. Ich habe die Stunden in Niederoberpfaffenheim genossen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von Caroline :

Verlorene Jugend während des 2. WK

Mehr als tausend Worte von Beck Lilli

Die Reichspogromnacht verändert Alizas Leben völlig. Ihr Großvater wird von der Gestapo aus seinem sicheren Zuhause ins Gefängnis verschleppt. Nach Wochen der Ungewissheit kehrt er nach Hause zurück. Verändert, verängstig und ein gebrochener Mann.

Auch Alizas Vater erkennt die Zeichen der Zeit.

Er drängt seine Tochter zum Aufbruch nach England mit einem Kindertransport, da sie bald zu alt dafür sein wird. Doch Aliza will Deutschland und Berlin nicht verlassen. Nicht nur ihre Familie hält sie hier sondern auch ihre große Liebe Fabian. Ihr Vater setzt sich durch und Aliza muss Abschied nehmen. Fabian und sie schwören sich, einander wiederzusehen.

Jedoch konnten sie nicht ermessen, welche harten Jahre sie erwarten würden. Der Weltkrieg und die Verfolgung der Juden, damit die Gefahr für Alizas Bruder und Eltern trennen sie viel länger als angenommen. Kann ihre Liebe diese furchtbare Zeit überstehen?

Wie hat es mir gefallen?

Als ich Lilli Beck in München bei der Lit.Love das erste Mal sah, ist sie mir sofort aufgefallen. Sie umgab eine ganz besondere Aura. Sie war so ungemein gefestigt und ruhig. Mich erfasste eine gewisse Ehrfurcht. Fragt mich nicht warum, denn als wir mit einander in Gespräch kamen, erkannte ich sofort, wie freundlich und auch witzig sie ist.

Als ich nun erfuhr, dass sie ein neues Buch geschrieben hat, war mir sofort klar, dass ich es lesen musste. Ein paar befreundete Blogger(innen) schwärmten über die Geschichte und dank dem Verlag habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten.

Die Handlung beginnt sehr intensiv. Mitten in der Nacht klopft es an der Tür der Landaus. Die Männer der Gestapo schnappen sich den Großvater und die ganze Familie ist in Aufruhr.

Als Leser wissen wir über die weiteren Vorgänge Bescheid. Dieses Wissen lässt in mir immer einen großen Knoten wachsen. So natürlich auch dieses Mal. Mit Aliza tritt eine junge Frau in den Mittelpunkt, die ihre Familie verlassen muss. Ihre erste große Liebe in Berlin zurück lassen muss, während sie in England vermeintlich in Sicherheit ist.

Gerade vor kurzem habe ich eine Dokumentation über österreichische Kinder, die Hals über Kopf nach England verschickt wurden. Weitere Opfer der Verfolgung der Juden, die allerdings kaum Beachtung gefunden haben.

Deshalb war ich sehr überrascht, sehr viel von Aliza in England zu erfahren. Als Deutsche Jüdin in England hatte sie es nicht besonders leicht. Dort als Deutsche beschimpft und in Deutschland als Jüdin verfolgt. Kein einfaches Schicksal für eine knapp 17jährige.

Genauso habe ich es auch in der Dokumentation erfahren. Diese Kinder wurde meist recht liebevoll in Empfang genommen, jedoch blieb fast keinem der Hass der englischen Mitschüler erspart. Auch sie mussten Hunger leiden und große Entbehrungen auf sich nehmen.

Schließlich erfuhren sie, dass sie ihre Eltern, Geschwister und Freunde meist nicht mehr wiedersehen würden. Gebrochene Kinderseelen, die ohne Kriseninterventionsteams heilen mussten.

So gab es in dieser Geschichte Einblicke in die englische Seele, die sich scheinbar oft mit einer heißen Tasse Tee besänftigen lässt.

Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Es ist gefühlvoll geschrieben, ohne kitschig zu sein. Die Handlung schreitet im richtigen Rhythmus voran. Hin und wieder gibt es auch die Sichtweise von Alizas Eltern. Damit rundet sich die Geschichte ab und gibt uns Lesern sehr viel mehr Information, als Aliza hat.

Alizas Blickwinkel hat mich gefesselt, mich traurig gemacht, mir Hoffnung geschenkt und mich auf das Ende mit nervöser Energie hinfiebern lassen.

www.mariessalondulivre.at

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Caroline

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Aufmunternde Geschichte über Wünsche und Sehnsüchte

Das Café der guten Wünsche von Marie Adams

Es braucht ein wenig Zeit, bis sich die Geschichte vom Café der guten Wünsche entwickelt. Auf der einen Seite haben wir Julia, die ihr kleines Café zusammen mit ihren zwei besten Freundinnen betreibt. Das Geheimnis ist nicht ein super leckerer Kuchen oder der perfekte Kaffee. Nein, die drei jungen Frauen geben all ihren Gästen einen geheimen Wunsch mit.

Julia ist zu optimistisch, zu gut für diese Welt. Ihr gegenüber steht Robert, ein Freund von Julias Bruder Nick, pessimistisch bis zum Anschlag.

Robert muss aus der gemeinsamen WG mit Carsten ausziehen und ist auf Wohnungssuche. Julia hat gerade ein Zimmer frei, da Bernadette für ein Jahr nach Frankreich geht. Nick versucht Robert als idealen Mitbewohner darzustellen; Julias Freundinnen sind total dagegen und Julia selbst leider überhaupt nicht skeptisch.

Im Nachhinein ist dies für Julia der Punkt, am dem alles begann bergab zu gehen: Misstrauen und Neid zwischen den Freundinnen, das Café muss renoviert werden, Nick verkauft die freie Wohnung im Haus einem komischen Typen. Und da sind noch weitere Vorkommnisse, die Julias Leben gerade erschüttern.

Protagonistin Julia hinterfragt zu wenig, bleibt ihrer "Rolle" treu. Ich hatte mal eine Mitbewohnerin, die ebenso positiv drauf war wie Julia. Herzensgut diese Menschen, aber in gewissen Situationen nervt dieser blauäugige Zwangsoptimismus total. Die Sache mit Jean zum Beispiel, wenn einem etwas daran gelegen wäre, müsste man handeln und nicht abwarten. Trotzdem konnte ich es Julia hier nachsehen, denn der unangenehmste Mensch im Buch ist nicht sie und auch nicht Robert, sondern Nick. Robert wurde gut dargestellt. Sein späterer Wandel kam rüber, ihn nahm ich ernst. Bei Nick hingegen sieht man von Anfang an die Dollarzeichen aus den Augen springen.

Sobald die Charakter vorgestellt wurden, kommt Schwung in den Roman. In den Nebenschauplätzen bleibt die Geschichte zwar oft ein wenig oberflächlich, aber sie wird sehr liebevoll erzählt.

Am Ende blieb einiges im Unklaren: die Wohnungssache zum Beispiel und die eine Sache mit Nick. Sie wurden nicht ganz abgeschlossen, sondern elegant umschifft. Dennoch vergebe ich die volle Punktzahl, weil mir die Idee mit den guten Wünschen gefallen hat und die ich, so nett verpackt, so noch nicht gelesen habe.

Fazit: Eine aufmunternde Geschichte über Wünsche, Wohlfühlorte und Sehnsüchte, die in jedem Leser - zumindest kurzfristig - den Gutmensch wachruft.
5 Punkte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücher in meiner Hand

Rezensionen von Pink Anemone:

Eine wunderbare Reise nach Longbourn und in die Zeit der Regency-Ära

Im Hause Longbourn von Jo Baker

"Die ersten Aufgaben des Tages: Holz und Wasser holen, die Feuerstellen ausfegen und die Herdplatte schwärzen, danach Ruß und Schwärze von den Händen schrubben, damit sie sauber für die eigentliche Arbeit des Tages waren. Draußen wartete der eisige Pumpenschwengel auf Sarah. Lieber noch hätte sie glühende Kohlen aus dem Feuer geholt.

"
(S. 51)

Wer Jane Austens "Stolz und Vorurteil" kennt, dem ist auch das Haus Longbourn wohl bekannt. Doch in dem vorliegenden Buch stehen nicht die Bennets im Mittelpunkt, sondern deren Personal. Man darf sich also keine zweite Version von "Stolz und Vorurteil" im Stile von Jane Austen erwarten, sondern begibt sich Downstairs und schaut dem Personal über die Schultern, vor allem über die von Sarah, dem Mädchen für alles.
Während sie sich die Hände wund schrubbt, den Kamin fegt und die Bennets still aus dem Hintergrund bedient, träumt sie von einem aufregenden Leben und fernen Ländern. Als ein neuer junger Hausdiener eingestellt wird, sorgt er gleichzeitig für etwas Abwechslung. Unter all der Schrubberei des dreckigen Saums von Elizabeth und der Leier von Mrs. Bennet über ihre Nerven, passiert nun endlich etwas interessantes. Sarah hat nämlich den Verdacht, dass James ein Geheimnis verbirgt und ist fest entschlossen dieses aufzudecken und nach und nach beginnt sie sich in ihn zu verlieben ohne es selbst zu bemerken, denn es gibt da noch diesen aufregenden und exotischen Diener von Mr. Bingley.

Es wird hauptsächlich aus der Sicht von Sarah erzählt, aber auch in Mrs. Hills und James' Perspektive erhalten wir Einblick. Aufgrund dessen wird schnell klar, dass James wirklich etwas zu verbergen hat und dies nicht nur eine Phantasie von Sarah ist, um endlich etwas Aufregendes zu erleben. Natürlich spinnt sich Sarah wahre Schauergeschichten bezüglich James zusammen, ähnlich wie Catherine in "Northanger Abbey".

Es mag nun etwas merkwürdig klingen, aber genau aufgrund ihrer Naivität mochte ich Sarah, womit wir bei der Charakterzeichnung wären und diese ist der Autorin durchaus gelungen.
Sarah ist eine einfach gestrickte junge Frau, die noch nicht viel vom Leben weiß, es jedoch gerne würde. Sie hat keinerlei Lebenserfahrung, geschweige denn bezüglich Männer und kennt nur das arbeitsreiche Leben einer Dienstmagd, daher ist sie natürlich in gewisser Weise naiv und sieht viele Dinge anders, ist aber auch eine sehr liebenswerte Person, welche im Storyverlauf eine große Entwicklung durchläuft.
Doch auch die Nebencharaktere sind authentisch und gut gezeichnet. Da wäre Mrs. Hill, die gute Seele des Hauses, ihr Mann Mr. Hill, ein schrulliger, alter Mann, für alle grobe Arbeiten zuständig und teilt sich mit seiner Frau ebenfalls ein Geheimnis.
Polly, das aufgeweckte, kleine Dienstmädchen, welches gerne vor sich hin träumt, ihren Kindermund nicht immer im Zaum hat und mich daher so manches Mal schmunzeln ließ. Und natürlich James, der geheimnisvolle Neue, der vor etwas davonzulaufen scheint und sich dadurch regelrecht in die Arbeit stürzt. Im Verlauf der Geschichte erhalten wir auch Einblick in seine Vergangenheit und gleichzeitig in die Sicht eines Soldaten zur Zeit der napoleonischen Kriege.

">>Die schnarchen beide wie die Schweine! Und Mr. Hill ist ein fürchterlicher Knallfurzer.<<
>>Polly!<<
>>Wenn's doch wahr ist! Dem gehen mehr Winde ab als einem Pferd.<<"
(S. 118)

Die Bennets nehmen keinen großen Raum ein und man sieht das Geschehen von "Stolz und Vorurteil" aus dem Blickwinkel des Personals. Aufgrund dessen mögen hier die Charaktere auch anders erscheinen als Jane Austen-Kenner sie aus dem besagten Klassiker kennen. Mr. Collins wird zum Beispiel von Sarah und Mrs. Hill durchaus positiv wahrgenommen, während Wickham sogar ein noch viel größerer Unmensch ist.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und flüssig, daher huscht man nur so durch das Buch. Man darf sich also keineswegs einen Schreibstil a la Jane Austen erwarten, was eventuell auch überhaupt nicht zu Sarahs Perspektive passen würde, ist sie doch eine einfache Magd und dies kein Roman einer Schriftstellerin aus der Regency-Zeit.

"Das Leben war so willkürlich und unbeeinflussbar wie das Wetter, und wenn man noch dazu so sehr von den Launen und Bedürfnissen anderer Menschen abhängig war, dann war es ihrer Meinung gar kein richtiges Leben mehr."
(S. 227)

Die kurzen Kapitel begünstigen das flotte Lesen und nur zu oft wird man dazu verleitet zu sagen: "Ach, nur noch ein Kapitel".
Zudem wird jedes Kapitel mit einem Zitat aus "Stolz und Vorurteil" eingeleitet, was nicht nur eine wunderbare Idee ist, sondern man als Jane Austen-Leser erkennt was sich gerade Upstairs abspielt. Zudem hat die Autorin einige Wendungen eingebaut, sodass die Story, trotz der ein oder anderen Länge, interessant bleibt.

Fazit:
Dieser historische Roman beinhaltet viel mehr als eine Liebesgeschichte, welche übrigens alles andere als kitschig daherkommt. Man erhält einen authentischen Blick auf das Leben des Dienstpersonals zur Zeit der Regency-Ära und in das Leben eines einfachen Soldaten. Ich habe diesen Roman innerhalb kürzester Zeit gelesen und habe mich nur zu gern Downstairs von Longbourn aufgehalten, James auf seinem Weg als Soldat begleitet und hinter die Kulissen der Bennets geblickt. Dieses Buch ist natürlich nicht nur für Jane Austen-Liebhaber geeignet, doch vor allem diese werden es lieben wieder zu den Bennets zurückzukehren und Longbourn aus einem ganz anderen Blickwinkel kennenzulernen.

© Pink Anemone

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pink Anemone

Rezensionen von heinoko:

Ein absoluter Hörgenuss

Die Suche,12 Audio-CDs von Charlotte Link


Die Bücher von Charlotte Link sind für mich seit Jahren eine Garantie auf spannende, gut geschriebene Unterhaltung. Hörbücher dagegen sind seit jeher schwierig für mich, da mich beim Hören oftmals die Konzentration verlässt. Insofern ließ ich mich mit sehr gemischten Gefühlen auf die vor mir liegenden 14 ½ Stunden Hörbuch ein.

Und was soll ich sagen: Die Schreibekunst der Autorin ging mit der Lesekunst der Schauspielerin Claudia Michelsen eine so ideale Verbindung ein, dass mich die Spannung und Konzentration von Anfang bis Ende nie verließen.
Der Inhalt wird vom Verlag so vorgestellt: „In den Hochmooren Nordenglands wird die Leiche der ein Jahr zuvor verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris gefunden. Kurze Zeit später wird ein weiteres junges Mädchen vermisst, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Treibt ein Serientäter sein Unwesen? In den Medien ist schnell vom Hochmoor-Killer die Rede, was den Druck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale erhöht. Auch Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in der Gegend, um ihr ehemaliges Elternhaus zu verkaufen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft von Amelies völlig verzweifelter Familie und wird zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Drama, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Und dann fehlt erneut von einem Mädchen jede Spur...“
Das Buch lebt besonders von der detaillierten psychologisch stimmigen Ausgestaltung der Protagonisten, allen voran Kate Linville, Beamtin des Scotland Yard, aber natürlich auch von dem äußerst geschickt komponierten Plot und den atmosphärisch und farbig gezeichneten Landschaften und Stimmungen. Die fesselnde, undurchsichtige Geschichte nimmt so manche überraschende Wendung, und man bleibt sehr, sehr lange völlig im Unklaren. Claudia Michelsen liest klar, einfühlsam und stets so, als sei sie immer wieder selbst überrascht vom Geschehen. Für mich ein rundum empfehlenswertes Hörvergnügen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von heinoko