Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bibliomarie:
Höllenfahrt
Am Ende nur ein kalter Hauch von Lena Avanzini
Carla Bukowski ist Inspektorin in Wien. ihren Heimatort und ihre Familie meidet sie. Aufwachsen mit einem trunksüchtigen Vater und einer gleichgültigen Mutter hat sie nach ihrem Schulabschluss jeden Kontakt vermieden. Aber zur Beerdigung ihrer Großmutter möchte sie zurück, sie war die Einzige, die ihr etwas bedeutete.
Bei der Beisetzung muss sie feststellen, dass es mit der Familie nicht besser geworden ist, lediglich ihr Neffe ist ein Lichtblick und ihr auf Anhieb sympathisch. Als er entführt wird, steht sie ihrem Bruder und ihrer Schwägerin zur Seite und beginnt privat zu ermitteln.
In diesem Krimi schickt Lena Avanzini ihre Hauptfigur auf eine Höllenfahrt. Sie muss sich den schlimmen Erinnerungen ihrer Jugendzeit stellen und gleichzeitig an einem Fall arbeiten, der ihre Familie betrifft und in dem sie ihre Verwandten auch zu den Verdächtigen zählen muss. Carla ist eine unnahbare, kalte Person, aber schnell merkt man, dass das ein Schutzpanzer ist, den sie sich umgelegt hat. Zu viele Schicksalsschläge musste sie schon verkraften. Den Tod ihres Mannes und ihres kleinen Sohnes und auch ihre zweite Liebe, der Journalist Leon Ritter ist ermordet worden. Das hat sie hart werden lassen.
Der Krimi, der fast schon ein Thriller ist, wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf. Der Spannungsbogen ist von Anfang an hoch, steigert sich im Lauf der Geschichte noch einmal. Die Rückblenden erschließen dem Leser nur langsam das frühere Geschehen, welches das Motiv des Täters nur langsam enthüllt. Der Plot bleibt bis zum Schluss nicht vorhersehbar und ist in der Lösung absolut schlüssig. Die Sprache, die sich gut liest, trifft genau den Ton der einzelnen Protagonisten. Dadurch entsteht ein Kopfkino, das mich gefesselt hat. Bis zur letzten Seite ist man gebannt, wie Carla den Fall lösen wird.
Das ist der dritte Band um die Wiener Inspektorin Carla Bukowski, aus den kleinen Rückblenden erschließen sich die tragischen Ereignisse ihrer Vergangenheit. Ansonsten ist das Buch in sich geschlossen und verlangt keinerlei Vorkenntnisse.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Penibel recherchiert und toll erzählt
Der Horizont der Freiheit von Thorn Ines
Schauplatz dieses eindrucksvollen historischen Romans ist Frankfurt am Main im Jahre 1848. Die Nationalversammlung tagt in der Paulskirche. Soll man die Monarchie abschaffen? Weg mit den alten Zöpfen, weg mit den als Schmarotzern empfundenen Adeligen? Revolution, Aufstand liegt in der Luft.
In diesen unruhigen Zeiten kämpft die Witwe des Buchdruckers Walther Pfaff, Wilhelmine um den Erhalt der Druckerei.
Frauen ist es nicht gestattet, eine Firma zu führen. Sie muss sich gegen heiratswillige Gesellen und Konkurrenten wehren und übersieht, dass ein geeigneter Lebens- und Geschäftspartner in unmittelbarer Nähe zu finden ist: Joseph Rütten, der Verleger, der ohnehin heimlich in sie verliebt ist.
Während Wilhelmine sich um ihr finanzielles Auskommen sorgt und kleine und kleinste Aufträge übernimmt, spitzt sich die politische Lage dramatisch zu – es kommt zu Straßenschlachten und ein Delegierter wird ermordet.
"Ist der Fürst erst totgemacht, die Demokratie so richtig lacht" mit solchen Parolen entgleiten die Proteste.
Mitten im revolutionären Chaos befindet sich Wilhelmines beste Freundin Henriette Zobel. Henriette, Gattin eines reichen Verlegers, ist seit Jahren an der Seite der Arbeiterbewegung politisch aktiv. Sie ist schon längst im Fokus der Polizei. Bei der dramatischen Aktion zur Rettung von Henriette kommen sich Joseph und Wilhelmine endlich näher …
Meine Meinung:
Ich kenne einige Bücher, die die dramatischen Ereignisse rund um die Revolution(en) im Jahre 1848 zum Thema haben. Dieser hier ist ausgesprochen gut gelungen. Das Setting rund um den Frankfurter Verlag Rütten & Loening (aus ihm wird später der Aufbau-Verlag), der mit den Einschränkungen durch die Zensur, aber auch mit antisemitischen Anfeindungen kämpft, sowie um die Druckerei der Wilhelmine Pfaff ist perfekt gewählt. In diesem Mikrokosmos rund um Bücher spiegeln sich Verhältnisse Deutschlands bzw. Österreichs wieder. Gedruckt darf nur das werden, was der strengen Zensurbehörde genehm ist, Frauen haben sittsam und möglichst unsichtbar zu sein und dürfen keine Firma leiten. Sozialkritische Töne wechseln sich mit Zweifeln und zarten Frühlingsgefühlen ab.
Die Charaktere sind treffend und authentisch entwickelt. Auf der einen Seite haben wir Wilhelmine, die nach dem Tod ihres Ehemannes Walter beinahe vor dem Nichts steht, weil der Gute das gesamte Vermögen in wertlose Aktien gesteckt hat, und auf der anderen die engagierte und gut situierte Verlegersgattin Henriette Zobel, die buchstäblich „auf die Barrikaden geht“. Zobel ist eine historisch verbürgte Figur, wie wir aus den Anmerkungen im Anhang erfahren.
Die beiden Frauen sind starke Gegensätze und dennoch beste Freundinnen. Das wird sich in der Extremsituation, in die Henriette gerät, noch bewähren.
Herrlich auch die Figur der Haushälterin im Hause Pfaff, die alle Welt nur das „Salzweib“ nennt.
Dann haben wir noch das Dienstmädchen Aurelie im Hause Rütten & Loening, das von Wilhelmines Druckergesellen Johannes schwanger sitzengelassen wird. In dieser Figur ist die ganze Tragik unverheirateter Frauen bzw. Mütter sichtbar: Obwohl ihre Dienstherren sie nicht verstoßen, lehnt sie das Kind ab und ist erleichtert, als sich eine Lösung für das „Problem“ abzeichnet. Ein Ausnahmefall in der damaligen zeit. Für gewöhnlich werden ledige Mütter aus dem Haus gejagt, enden in bitterer Armut bzw. Prostitution und töten mitunter das Kind, sei es durch Vernachlässigung oder ermorden es sogar. Die Männer ziehen sich fast immer mit fadenscheinigen Ausflüchten aus der Affäre. Die übliche Verleumdung, die Frauen hätten einen liederlichen Lebenswandel und würden sich mit jedem einlassen, das Kind sei nicht von ihm etc. etc..
Dann begegnen wir noch Dr. Heinrich Hoffmann, dem „Irrenarzt“, der nicht nur den „Struwwelpeter“ geschrieben hat, sondern hier in dieser Geschichte eine Rolle spielen wird. Oder auch Robert Blum.
Der Schreibstil ist packend und die bildhaften Beschreibungen lassen Frankfurt um 1848 vor den Augen der Leser erstehen. Die historischen Details sind penibel recherchiert. Die Autorin weiß, wie spannende Bücher geschrieben werden.
Fazit:
Ein fesselnder historischer Roman, der uns in die Zeit von 1848 zurückholt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
In Bayern spukt es
Der Horizont der Freiheit von Thorn Ines
Mit diesem Buch unternehmen wir unter fachkundiger Leitung durch Gabriele Hasmann einen Streifzug durch Bayerns Schlösser sowie einen Ausflug an mystische Orte, an denen es spuken soll.
Allen voran steht natürlich Ludwig II., der „Kini“, um dessen Leben und Sterben sich allerlei Mythen ranken.
Das Titelbild von Neuschwanstein ist bestens geeignet für diese Sammlung von Spuk-Geschichten.
Neben so prominenten Spukgestalten treffen wir auch auf alte Sagen und gruselige ehemalige Hinrichtungsstätten. Hinrichtungen – DAS Spektakel vergangener Zeiten, mit Volksfestcharakter und wenig Abschreckung.
Gabriele Hasmann wirft auch ihren Blick auf den Beruf des Henkers, der obwohl als notwendig erachtet, aus dem Sozialgefüge der Dörfer und Städte ausgeschlossen war.
Immer wieder weist die Autorin darauf hin, dass manche dieser Erscheinungen von sensiblen Menschen auch heute noch wahrgenommen werden können.
Die einzelnen Geschichten um diese Orte lassen sich leicht lesen. Fotos und eine Landkarte runden dieses Buch ab.
Fazit:
Für Fans von nicht alltäglichen Reiseführern ein nettes Mitbringsel.
Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein vielschichtiger Krimi
Spreewaldwölfe von Christiane Dieckerhoff
In ihrem vierten Krimi rund um die Polizeiobermeisterin Klaudia Wagner bekommen es die Leser mit den unterschiedlichen Meinungen zum Thema „Wiederansiedlung von Wölfen“ zu tun: Die einen strikt dagegen, die anderen unbedingt dafür.
Da gießt, die im Wald aufgefundene Leiche eines jungen Mannes, Öl ins Feuer, denn es sieht so aus, als ob er von Wölfen angefallen und getötet worden wäre.
Doch die Todesursache ist eine andere.
Als Klaudia herausfindet, dass das Opfer über eine größere Summe Geldes verfügt hat, um einen teuren Laptop und hippe Klamotten zu kaufen, bekommt der Fall eine unerwartete Wendung.
Meine Meinung:
Wie wir es von Christiane Dieckerhoff gewöhnt sind, mauern die Dorfbewohner. Sie sind misstrauisch, die Grenze zu Polen ist nicht weit, die Vorurteile nach wie vor groß. Ihre Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Jeder hat so sein kleines (oder größeres) Geheimnis. Die Stimmung ist recht düster. Mehrere Personen haben traumatische Erlebnisse erfahren müssen, die sie prägen und deren Handlungen gut nachvollziehbar sind. Klaudia Wagner selbst scheint ihre Traumata langsam überwunden zu haben.
Sehr spannend finde ich das Thema „Wolf“, das die wenigsten kalt lässt und Freunde zu Feinden macht. Hier hat die Autorin akribisch recherchiert. Die Informationen werden subtil vermittelt, ohne dass der Leser mit Info-Dump überschüttet wird. So mancher Hundebesitzer, sowohl im Krimi als auch in Natura, wird vielleicht die Rolles seines Hundes überdenken müssen.
Sehr geschickt verknüpft die Autorin die Einzelschicksale der Menschen, mit dem Naturschutz. Da dürfen natürlich auch Beschreibung der Landschaften und Fahrten auf der Spree nicht fehlen.
Ich gebe zu, recht bald die Zusammenhänge entdeckt zu haben, dennoch habe ich mich keine Minute gelangweilt. Die Ermittlungen werden gut
Beschrieben. Natürlich darf der eine oder andere schwierige Kollege nicht fehlen. Die Rolle der Staatsanwältin ist für mich ein wenig undurchsichtig angelegt, weil sie scheinbar andere Ermittlungsansätze als die bodenständige Klaudia Wagner verfolgt.
Fazit:
Wieder ein facettenreicher Krimi aus der Feder von Christiane Dieckerhoff, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Silvia Grutze:
Wer schreibt der bleibt! Meine Ersatzmutter- ich habe sie geliebt – ich habe sie umgebracht
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Obwohl es sich beim Protagonisten dieses Romans um einen Stotterer handelt, liest sich das Buch sehr flüssig. Es ist wunderbar geschrieben, obwohl in einzelnen Passagen sehr deprimierende Worte verwendet werden. Das Leben selbst oder besser das Erlebte macht den Stotterer zum Zyniker. Er ist sehr überzeugt von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten und trotzdem bringt ihn der Betrug durch das Schreiben in die Justizvollzugsanstalt.
Dort versucht der Stotterer mit seiner einzigen Fähigkeit - dem Schreiben - (denn gesprochen bekommt er kein Wort heraus) den Padre, den Advokat, und einen Verleger zu beeindrucken. Zeitweise wird seine Ausdrucksweise aber sehr verletzend. Die erfundenen Geschichten sind sehr düster und kreisen permanent im Kopf des Lesers herum. Was will er damit sagen? Was bezweckt er mit diesen Geschichten? Die Ereignisse überschlagen sich, die Handlungen greifen ineinander über. Ein schräger Typ ist dieser Stotterer, geprägt durch seine strenge christlich-orientierte Kindheit. Er wirft nur so mit Bibelzitaten um sich. Zeitweise ist es für mich unheimlich und skurril, aber es reizt einfach weiter zu lesen. Unterteilt ist der Roman in Erzählungen für den Padre, in Lebensgeschichte, erfundene Geschichten, Tagebucheintragungen und Fingerübungen... zwischenzeitlich weiß man deshalb nicht mehr in welcher Welt man sich befindet. Fiktion? Realität? Lebt man, träumt man oder ist man tot? Und immer wieder Zungenbrecher wie z.B. Die Katzen kratzen im Katzenkasten, im Katzenkasten kratzen Katzen. Spätestens an solchen Stellen wird man zurück ins Hier und Jetzt katapultiert. Das Gehirn ist auf alle Fälle gefordert! Als Leser muss schon viel mitdenken um in diesem Roman zu bleiben und um nicht ins „Stottern zu verfallen“. Sympathisch ist mir der Stotterer nicht, im Gegenteil: Er ist nur auf sein Wohlergehen bedacht und manipuliert Menschen mit seinen geschriebenen Worten. Eine ungewöhnlicher Roman mit vielen Zitaten von Arthur Schopenhauer gespickt.
Rezensionen von KimVi:
Spannender Psychothriller!
Tote Asche | Traue niemandem - schon gar nicht dir selbst! von Patricia Walter
Als Kira Roth nach Hause kommt, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen. Denn in der Küche steht die Urne ihrer verstorbenen Mutter! Der Zettel, der daneben liegt, sorgt für einen weiteren Schockmoment: "Sie war nicht deine Mutter. Und du verdienst es nicht zu leben!" Was hat das zu bedeuten? Kira fährt sofort zum Friedhof.
Die Ruhestätte ihrer Mutter scheint unversehrt zu sein, doch ganz in der Nähe entdeckt Kira ein frisch ausgehobenes Grab, das ihren Namen und ihr Todesdatum trägt. Und dieses Datum ist in fünf Tagen! Kira ruft sofort die Polizei. Doch beim Eintreffen der Beamten steht ein anderer Name an dem frischen Grab und die Urne in der Wohnung ist ebenfalls verschwunden! Als es zu weiteren rätselhaften Ereignissen kommt, weiß Kira nicht, ob tatsächlich jemand ein perfides Spiel mit ihr treibt oder ob sie sich alles nur einbildet. Doch sie ist fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen...
Der Einstieg in diesen Psychothriller gelingt mühelos. Denn die Autorin schafft es vom ersten Moment an, eine bedrohliche Atmosphäre zu vermitteln, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Das Entsetzen, das Kira beim Anblick der Urne befällt, ist sofort spürbar und ihre Reaktion, zum Friedhof zu fahren, nachvollziehbar. Die Entdeckung des frischen Grabs, das den Namen von Kira und ihr baldiges Todesdatum trägt, sorgt dafür, dass man, genau wie Kira, davon überzeugt ist, dass hier jemand ein perfides Spiel mit ihr treibt. Doch diese Überzeugung gerät schon bald ins Wanken, da sich herausstellt, dass Kira schon einmal eine schwere Psychose hatte, die durch ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit ausgelöst wurde. Damals hörte sie Stimmen und sah Dinge, die nicht vorhanden waren. Deshalb ist man hin- und hergerissen. Man weiß nicht, wem man glauben oder vertrauen soll. Diese Ungewissheit übt einen großen Reiz aus und sorgt dafür, dass man früh in den Sog der Handlung gerät.
Die Spannung wird dadurch früh aufgebaut, zieht sich konstant durch die Ereignisse und wird durch die bedrohliche Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, hervorragend untermauert. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Die Charaktere wirken sehr lebendig. Kira ist zwar sympathisch, doch ihre Glaubwürdigkeit ist nicht genau einzuschätzen. Die anderen Protagonisten sind ebenfalls nur schwer zu beurteilen. Sie scheinen nicht immer mit offenen Karten zu spielen. Doch gerade das macht diesen Psychothriller unglaublich spannend. Die durchgehend spürbare Spannung gipfelt schließlich in einem rasanten Finale.
Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers sehr gut unterhalten, da ich die bedrohliche Atmosphäre von Anfang an spüren konnte und dadurch früh in den Sog der Ereignisse geraten bin. Ich war hin- und hergerissen und wusste einfach nicht, was ich glauben soll oder wem ich vertrauen kann. Die Auflösung hat mich überrascht, allerdings muss ich zugeben, dass mir einiges zu konstruiert wirkte. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau, da ich einige spannende Lesestunden mit diesem Psychothriller verbracht und ihn innerhalb eines Tages verschlungen habe. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier von fünf Sternchen und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Château Mort von Alexander Oetker
Die hochsommerliche Hitzewelle hält das Aquitaine fest im Griff. Die Freude am alljährlichen Marathon de Medoc, an dem viele Läufer bunt kostümiert teilnehmen, findet ein jähes Ende, als zwei Personen zusammenbrechen. Der eine, ein Sous-Prefect kann mit Luc Verlains Hilfe gerade noch einmal ins Leben zurückgeholt werden, für den anderen, den sympathischen Winzer Hubert de Langeville kommt jede Hilfe zu spät.
Als sich herausstellt, dass noch andere Läufer über gesundheitliche Probleme klagen, die vor kurzem an der Labestation von Lucs Freund Richard einen mit Wasser verdünnten Rotwein erhalten haben, muss sich Luc trotz Sommerhitze mit diesem Mordfall beschäftigen.
Alle Ermittlungen deuten auf eine Verstrickung von Richard hin, zumal dessen Weingut kurz vor der Pleite steht und nur durch den Zukauf von Rebflächen, die ausgerechnet Hubert verkaufen wollte, gerettet werden kann.
Bei seinen Recherchen steht ihm Kollegin Anouk wieder zur Seite, die nach ihrem plötzlichen Verschwinden einfach neuerlich auftaucht. Das blöde ist nur, dass Anouk auf Grund der Indizien Richard für den Täter halt. Nun muss sich Luc zwischen Loyalität zu seinem Freund und seinen Gefühlen zu Anouk entscheiden.
Meine Meinung:
Wie wir es von Alexander Oetker schon aus “Retour” gewöhnt sind, sind einfache Lösungen das Seine nicht. So gibt es auch hier eine Menge Spuren, die früher oder später auf den Holzweg und anschließend in eine Sackgasse führen. Mir gefällt es, wie hier Fährten gelegt und wieder verworfen werden. Denn neben Richard ist noch die Tochter des Opfers und ein weiterer Winzer, der an Huberts Weingut interessiert ist, stark verdächtig.
Doch damit nicht genug, hat Luc Verlain die Qual der Wahl zwischen den Frauen: neben Anouk hat auch Cecilia wieder einen starken Auftritt. Auch die schöne Apothekerin spukt in seinem Kopf herum.
Mir hat vor allem das Loklakolorit und die vielen Details zum Weinbau dieser Gegend gefallen. Die komplizierte Klassifizierung der Weingüteklassen sind elegant und locker in das Geschehen eingebunden, so dass dies niemals belehrend wirkt.
Die mysteriösen Ansichtskarten, die Anouk und Luc aus Spanien erhalten haben und der Einbruch in Lucs Cabane mit dem Diebstahl der Zigaretten und der Haarbürste, lassen auf eine spannende Fortsetzung hoffen.
Fazit:
Ein Top-Krimi aus Frankreich, dem ich gerne eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne gebe.
Rezensionen von C. P.:
Band zwei bleibt hinter seinem Vorgänger zurück
Die Helden von Midgard von Liza Grimm
Der Webstuhl der Nornen zeigt einen neuen Helden für Walhall an: Erik. Manchmal muss jedoch etwas nachgeholfen werden, damit ein Krieger auch wirklich den Heldentod stirbt, statt wie alle anderen in Hel zu landen, dem Reich der Totengöttin. Diesem Auftrag widmet sich momentan Tyr, der Gott des Kampfes, unterstützt von Walküre Kára, die ein ganz persönliches Auge auf Erik geworfen hat.
Bisher lief alles ganz aussichtsreich – bis Loki mitmischt und seine eigenen Pläne verfolgt.
Liza Grimms „Die Helden von Midgard“ spielt zeitlich eine ganze Weile vor ihrem Vorgängerroman „Die Götter von Asgard“. Die Idee des Romans ist an sich sehr schön gewählt: Eine Walküre verliebt sich in den Menschen, den sie im Auftrag Odins zum Heldentod führen soll, wodurch sie zusätzlich ein ganz persönliches Interesse hat, Erik nach Walhall zu bringen und ihn bis Ragnarök an ihrer Seite zu wissen. Zudem Loki, der mal wieder alles durcheinander bringt und sich nicht in die Karten schauen lässt. Weniger gefallen hat mir die Umsetzung. So fängt die Handlung mittendrin an, Kára und Erik kennen sich bereits und sind sich auch schon näher gekommen. Die Chance, die beiden aufeinander treffen zu lassen und sich kennen zu lernen, wurde somit vertan, obwohl hier meiner Meinung nach noch Potential zu unterhaltsamen Szenen gewesen wäre. Stattdessen plätscherte die Handlung anfangs etwas dahin, Kára verhielt sich weniger wie eine langjährige professionelle Walküre sondern eher wie ein verliebter Teenager, die mehr an ihre eigenen Bedürfnisse dachte statt an ihren Auftrag an Tyrs Seite. Und das wunderte mich, denn wozu die Eile, wenn Kára in Asgard alle Zeit der Welt mit Erik hätte? Sehr schön gefiel mir hingegen neben ein paar Einblicken in die Welt Asgards Káras Freundschaft zu ihrem Bruder Tyr. Wobei auch hier unglaubwürdig war, dass der Gott des Kampfes plötzlich wie ein Anfänger kämpfte.
Am meisten Pfiff brachte, wie bereits im ersten Band, wieder Loki in die Handlung, der bereits im Prolog einmal mitmischen darf und zu Spekulationen anregt, welches seine Ziele sein mögen.
Leider kommt Band zwei nicht so recht aus dem Schatten von Band eins heraus, welcher ebenfalls bereits einige Längen hatte, dafür zumindest etwas mehr Humor mit sich brachte. Beiden Bänden gemein ist, dass erst mit Lokis Intrigen der Roman interessanter wird. Die Handlung um Kára, Tyr und Erik blieb mir hingegen etwas zu leidenschaftslos und, wie bereits erwähnt, vor allem Káras Handeln zu unprofessionell. Gelungen fand ich wiederum den Schluss der Romans, der diesmal sehr gut passte.
Rezensionen von C. P.:
Über das Jagen und Zubereiten von Drachen
Quin Zaza 1 von Taku Kuwabara
Die „Quin Zaza“ ist eines der letzten Drachenfänger-Luftschiffe im Einsatz. In teils gefährlichen Einsätzen jagt die heimatlose Crew Drachen, um diese zu zerlegen, zu verarbeiten und die Produkte an die Bevölkerung zu verkaufen. Vor allem das köstliche Drachenfleisch ist hierbei sehr gefragt, ebenso das Drachenöl.
Der Manga Quin Zaza beinhaltet die verschieden Abenteuer der Crew, welche wie Episoden aneinander gereiht sind. Schwerpunkte eines jeden Kapitels sind ein oder mehrere Drachen sowie eine Zubereitungsart von Drachenfleisch, wobei das ausführliche Rezept an jedem Kapitelende zum Nachkochen anregt.
Die Crew der Quin Zaza ist recht umfangreich, in jedem Kapitel werden ein oder mehrere Mitglieder etwas genauer beleuchtet, so dass man erst nach und nach die Crewmitglieder kennen lernt. Eine farbige Karte mit der gesamten Crew liegt dem Manga bei, was mir ganz gut gefiel, da ich für mich die einzelnen Charaktere auf dem Bild wiederfinden konnte. Am meisten fällt beim Lesen Crewmitglied Mika auf, der einen ständigen Appetit auf Drachenfleisch hat, was ihn immer wieder zu Heldentaten animiert.
Loben möchte ich zudem den Zeichenstil, welcher durchgängig sehr aufwendig und ansprechend ist. Ein Bilderatlas der Drachen vorn und hinten im Buch zeigt, welcher Drache in welchem Kapitel vorkommt. Etwas zu kurz kamen Interaktionen zwischen den Crewmitgliedern, wodurch die Episoden zwar actionreich sind, jedoch ein wenig Tiefgang fehlt. Auch muss man sich darauf einstellen, dass die Zubereitung von Drachenfleisch manchmal etwas umfangreicher ausfällt. Wen das nicht stört, für den ist Quin Zaza eine unterhaltsame Lektüre und vielleicht auch eine Bereicherung für die Rezeptesammlung.
Rezensionen von Gudrun7:
hier stimmen einfach alle Details und machen das Buch zum Lieblingsbuch
Quin Zaza 1 von Taku Kuwabara
Hier möchte ich zuerst auf das Nachhaltigkeits-Bewusstsein von magellan hinweisen, denn dies verdient wirklich hohe Anerkennung und Lob.
"Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen,
Natürlich magellan,
FSC MIX Papier aus verantwortungsvollen Quellen
Wir pflanzen Bäume Für unsere Umwelt
Hergestellt in Deutschland
Gedruckt auf FSC-Papier
Farben auf Pflanzenölbasis
Lösungsmittelfreier Klebstoff
Drucklack auf Wasserbasis"
Die Augen meines Enkels haben schon gestrahlt, als er das Buch nur von außen angesehen hat.
Das Cover wirkt in natura noch mal so schön als ohnehin schon vermutet. Dann haben wir uns die erste Klappeninnenseite ohne Text angeguckt. Selbst da waren schon so viele interessante Details, die wir erkunden konnten, die uns neugierig auf das Weitere gemacht haben.
Aufgrund des wunderschönen Covers war unsere Erwartung dementsprechend hoch und diese wurde nicht enttäuscht. Nein, im Gegenteil, diese wurde noch bei weitem übertroffen.
Sowohl vom Schreibstil, der eingängig und tiefgründig eine zu Herzen gehende Geschichte erzählt, wie auch von den Illustrationen, die ebenfalls sofort mitten ins Herz treffen, sind wir restlos begeistert. Dieses Buch ist jetzt schon das Lieblingsbuch und wird immer wieder und wieder und wieder.....gelesen und angeguckt werden.
Mir ist es sehr wichtig, dass ich meinem Enkel ein pädagogisch wertvolles Buch vorlese. Dabei soll jedoch der Lesepaß nicht darunter leiden. Dieses Buch vereint diese Dinge wunderbar. Hier werden mit einer spielerischen Leichtigkeit und charmantem Humor tiefgreifende Details, die das Leben lebenswert machen, verständlich gemacht.
Mein Fazit: hier stimmen einfach alle Details und machen das Buch zum Lieblingsbuch









