Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Ein neues Leben
Diese verdammte Sehnsucht von Margarete Bertschik
Christina Wegner, hat im Grunde alles, was man sich nur wünschen kann. Mit ihrem Mann Stefan ist sie glücklich verheiratet, sie hat zwei Kinder großgezogen, die sie über alles liebt, einen guten Job als Lehrerin und ein gemütliches Zuhause. Eigentlich könnte sie also glücklich sein. Doch immer wieder kehrende depressive Phasen machen ihr das Leben schwer.
Als sie eines Tages im Internet einen sympathischen Amerikaner namens Dominic J. Anderson kennenlernt, der als Soldat in Afghanistan stationiert ist, ändert sich Christinas Leben schlagartig. Ihre bisherige unstillbare Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, Liebe und seelischer Verbundenheit zu einem anderen Menschen, scheint durch diesen unbekannten Chattpartner plötzlich gestillt zu werden. Was sie nie für möglich gehalten hat scheint nun in Erfüllung zu gehen und sie merkt, dass sich auch Dominic immer mehr für sie interessiert und beide beginnen, eine gefährliche Grenze zu überschreiten. Aus Liebe zu ihm setzt Christina ihre gesamte wohl situierte Existenz aufs Spiel ohne zu ahnen, worauf sie sich dabei einlässt.
,,Diese verdammte Sehnsucht´´ von Margarete Bertschik ist ein berührender und einfühlsam geschriebener Roman über zwei Menschen, die sich im Internet kennen und lieben lernen. Die Autorin hat dabei ein Thema aufgegriffen, das in unserer digitalisierten Zeit bereits bei vielen Personen eine beliebte Möglichkeit geworden ist um jemanden kennen zu lernen.
Gut hat hierbei die Autorin den Gedankenaustausch zwischen Christina und Dominic beschrieben. Es sind einfühlsame, aber auch intime Unterhaltungen, die die beiden führen und dem Leser daran teilhaben lassen, wie einsam Menschen doch sein können und wie gefährlich und auch unvorsichtig es ist, blind einer unbekannte Person zu trauen, auch wenn man sich seelenverwandt fühlt und glaubt den Partner fürs Leben gefunden zu haben.Schöne und gutdurchdachte Worte können einem einsamen Menschen das Gefühl geben, geliebt und verstanden zu werden. Auch wenn man das Ende nicht gerade als wirkliches Happy End bezeichnen kann, ist es wahrscheinlich das beste für die Geschichte.
Der angenehme und ruhige Schreibstil passt wunderbar zu dieser schönen romantischen Geschichte und das schöne Cover lässt ,, Diese verdammte Sehnsucht´´ , die Christina immer wieder verspürt, auch den Leser spüren.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein bis zur letzten Seite fesselnder hist. Roman
Diese verdammte Sehnsucht von Margarete Bertschik
Den Grazer Autor Robert Preis kennen die meisten von uns eher durch seine Krimi-Reihe rund um Armin Trost. Diesmal sorgt er mit dem historischen Roman „Das Gerücht vom Tod“ für Gänsehaut.
Worum geht’s?
Man schreibt das Jahr 1809 Napoleon Bonaparte hält die Welt mit seinen Kriegen in Atem.
Auf dem Weg von Italien nach Wien machen seine Truppen Ende Mai vor der Eroberung der Stadt Graz nicht halt. Doch ein knapp 900 tapfere Männer unter dem Befehl von Major Franz Hackher verteidigen den Grazer Schlossberg.
Doch als brächten die Kriegshandlungen nicht Leid genug, verschwinden mehrere Kinder und die uralte Angst vor der Hexe am Schöckl, dem Hausberg der Grazer, feiert Auferstehung. Es scheint als ob die Welt vollends aus den Fugen gerät, denn es wird auch grausam gemordet und seltsame Gestalten treiben ihr Unwesen.
Vier Männer fassen sich ein Herz und wollen diesem Spuk ein Ende bereiten. Mitten im Krieg, während der Belagerung von Graz durch die Franzosen stehlen sie sich aus der Stadt. Jeder dieser vier, die sich so augenscheinlich todesmutig Richtung Schöckl aufmachen, hat so ihre Geheimnisse. Haben sie doch als Kinder ein Diebespärchen beobachtet, das dann durch ihr Zutun verhaftet und verurteilt wurden. Das gemeinsame Kind des Diebespaares hat seinerzeit Rache allen Grazern geschworen.
Meine Meinung:
Robert Preis ist ein Meister der gruselig mystischen Spannung. Geschickt verquickt er hier die realen Ereignisse der Belagerung der Stadt durch die Truppen Napoleons mit der Sagenwelt rund um Graz.
Die Menschen haben Angst: Vor den Soldaten, vor dem Hunger, vor Krankheit, vor dem Tod sowieso, der Zukunft und vor den düsteren Gerüchten, die die Runde machen.
Als Leser kann man, aufgrund der einprägsamen Sprache und der bildhaften Darstellung hautnah miterleben, wie den verletzten Soldaten Arm oder Bein amputiert wird (natürlich ohne Narkose und oft auch ohne Sach- und Fachkenntnis). Wir tauchen ein in eine Welt, die seltsam reduziert scheint.
Es scheint, als würde die Stadt wieder einem kollektiven Hexenglauben anheim fallen, den man zu dieser Zeit bereits überwunden geglaubt hat. Doch diese Angst vor der „Schöckl-Hexe“ steckt auch die Franzosen an.
Unglaublich fesselnd sind die Rückblenden in das Leben des Apothekers Mohr, von Matthäus, des Gastwirtes Dampfhofer und Pater Antonius, der in seinem früheren Leben Peter Lautenbach hieß, gestaltet. Nach und nach kristallisieren sich Gedanken um Schuld und Sühne heraus, mit denen jeder anders umgeht.
Fazit:
Ein fesselnd erzählter historischer Roman, der Fakten mit Fiktion gekonnt verknüpft. Gern gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Weiße Fracht von Gil Ribeiro
Auch der dritte Band mit Leander Lost, dem Alemano, dem Austausch-Kriminalisten aus Hamburg, ist wieder hervorragend gelungen.
Der Autor nimmt uns mit in die brütende Hitze der Algarve. In Fuseta wird der Althippie Uwe Ronneberg ermordet aufgefunden. Zwei kleine Details am Tatort scheinen auf eine Mordserie, die vor acht Jahren in Spanien begonnen hat, hinzuweisen.
Also, ist ein Austausch mit den spanischen Kollegen nötig. Das wird jedoch nicht die einzige Kooperation bleiben, mit der sich das Team der portugiesischen Polícia Judiciária herumschlagen „darf“. Denn blöderweise ist das Mordopfer Uwe Ronneberg der Bruder des stellvertretenden Polizeipräsidenten von Hamburg. Man schickt ausgerechnet jene beiden Ermittler, die dazu beigetragen haben, dass Leander Lost in das Austauschprogramm abgeschoben worden ist.
Der Althippie wird nicht der einzige aktuelle Tote bleiben. Erst nach akribischem Studium der Akten und der analytischen Kombination einzelner Parameter durch Leander, scheint es eine Gemeinsamkeit zwischen all den Morden zu geben …
Meine Meinung:
Autor Gil Ribeiro ist wieder ein fesselnder Fall gelungen, der recht komplex angelegt ist. Die internationalen Verwicklungen nach Spanien und Deutschland sind so das Salz in der Suppe. Man erfährt, dass die deutschen Kollegen mit Leander nichts anzufangen wissen, ihn für einen Spinner halten und ihn deswegen in das nächste Austauschprogramm, nach Zypern, abschieben wollen. Doch Leander hat andere Pläne, deren Umsetzung allerdings Hilfe von außen, sprich von seinen portugiesischen Freunden, bedarf. Zwar nicht diese Art von Tipps in Sachen Liebe, mit denen Kollege Carlos Esteves Leander eher verwirrt, als ihm hilfreich zur Seite zu stehen. Aber, wie will ein Außenstehender die Innenwelt eines Aspergers verstehen? Recht anschaulich sind Losts analytische Gedanken und die Bemühungen der Kollegen ihn als Bereicherung des Teams zu sehen, beschrieben.
Der Autor beschert uns ein Wiedersehen mit einer Figur aus Band 1: Sarah Pinto, das verwahrloste und verschreckte Mädchen hat sich unter Leanders erweiterter Obhut zu einer viel versprechenden jungen Frau entwickelt.
Nicht fehlen darf natürlich die Beschreibung von Land und Leuten sowie die köstlichen Speisen, die in großer oder kleiner Runde genossen werden.
Ach ja und der Titel: Der geneigte Leser wird schon vermuten, dass es sich bei der „weißen Fracht“ weder um Salz noch um Spitzendeckerl handelt.
Gil Rebeiro verzichtet auf allzu viel Action, Blutvergießen und Gewaltorgien. Das ist auch bei seinem fesselnden Erzählstil gar nicht notwendig.
Fazit:
Diese Fortsetzung der Reihe um Leander Lost habe ich gerne gelesen und spreche eine Leseempfehlung aus. 5 Sterne sind diesem Fall sicher.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich leider nicht vollends überzeugt
Der Untergang der Welt von gestern von Arne Karsten
Anhand von Arthur Schnitzlers Werken und Tagebüchern zeigt Autor Arne Karsten seinen Lesern die letzten Jahre der Donaumonarchie zwischen 1911 und 1919.
Neben Schnitzler steht immer wieder die junge Stephanie Bachrach im Fokus des Buches. Wer ist sie nun, die Frau, die Schnitzler viele Zeilen in seinen Tagebüchern wert ist und als Vorlage für einen Charakter in seinen Stücken dient? Eine weitere Liebschaft? Das bleibt ein wenig der Fantasie des Lesers überlassen.
Stephanie, Tochter des jüdischen Unternehmers Julius Bachrach und seiner Frau Eugenie, ist zunächst eine reiche Erbin. Nach der Pleite und dem Selbstmord des Vaters 1912, ist sie nun keine gute Partie mehr. Sie versucht ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Im Ersten Weltkrieg wird sie, so wie viel andere Frauen, eine Krankenschwesternausbildung absolvieren. Anders als viele ihrer gutbürgerlichen bzw. adeligen Kolleginnen wird sie direkt in ein Frontspital verlegt und erlebt dort die Grausamkeit des Krieges. Als sie 1916 notgedrungen den Dienst quittiert, ist sie körperlich und seelisch ein Wrack. 1917 begeht sie Selbstmord.
Meine Meinung:
Leider hat mich dieses Buch nicht vollends überzeugt. Der Titel erinnert deutlich an Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“ bzw. an Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“.
Über die letzten Jahre der Habsburgermonarchie gibt es deutlich profundere Bücher (u.a. z.B. Hannes Leidinger „Untergang der Habsburgermonarchie“). Und über Arthur Schnitzler gibt es mehrere Biografien, die sich mal gut mal besser mit dem Schriftsteller und Lebemann auseinandersetzen („Arthur Schnitzler. Anatom des Fin de Siècles“/Max Haberich oder „Die Schnitzlers“/Jutta Jacobi).
Arne Karsten verzweigt sich, ausgehend von der Person Schnitzler, weit in die politischen und gesellschaftlichen Bereiche des Fin de Siècles. Er beleuchtet die erhitzte Situation am Balkan, die Begehrlichkeiten des Zarenreiches ebendort mehr Einfluss zu gewinnen nachdem das Osmanische Reich dahinschwächelt. Wir begegnen den unterschiedlichen Personen und Persönlichkeiten. Vom ermordeten Thronfolger Franz Ferdinand bis hin zu den Kriegstreibern im Generalstab wie Franz Conrad von Hötzendorf oder schriftstellerischen Weggefährten Schnitzlers. Karsten kommt allerdings immer wieder auf Schnitzler und seine Tagebücher zurück, die so etwas wie den „roten Faden“ dieses Buches bilden.
Der Autor lässt Zeitgenossen Freunde Schnitzlers zu Wort kommen und fügt reichlich Zitate aus Schnitzlers Werken ein. Manchmal sind mir die detaillierte Schilderung der Genese eines Werkes und die abgedruckten Auszüge ein wenig zu viel. Da hätte ich mir mehr Zeitgeschichtliches erhofft. Der Antisemitismus, der in Wien zu jener Zeit herrscht, ist gut herausgearbeitet.
Eine angenehme Ergänzung sind die im Anhang aufgeführte Zeittafel und das ausführliche Literaturverzeichnis sowie die teilweisen bislang unbekannten Fotos aus dem Nachlass bzw. Archiv Schnitzlers.
Fazit:
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor sich zwischen den beiden Themenwelten „Schnitzler und sein Werk“ und „Ende der Donaumonarchie“ nicht ganz entscheiden konnte und so erweckt der Inhalt das Gefühl „nicht Fisch, nicht Fleisch“ zu sein.
Leider kann ich hier nicht viel mehr wie 3 Sterne vergeben, schade.
Rezensionen von heinoko:
600 Seiten Lesegenuss pur
ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL von Redondo Dolores
Über dieses Buch kann ich nur schwärmen. Was für ein wunderbarer und kluger Roman! 600 Seiten prall voll, und jede einzelne Seite ein Lesegenuss!
Der Verlag kündigt das Buch so an: „Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien.
Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Dort stellt sich heraus, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardía Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Eine Suche, die ihn in uralte Klöster und vornehme Herrenhäuser führt. In eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, für die Ansehen wichtiger ist als das Leben der eigenen Nachkommen.“
Dieser Roman ist so Vieles: ein großer Familienroman, eine einfühlsame Charakterstudie, er ist ein spannender Kriminalroman und er ist auch eine Hommage an Galicien und seine besonderen Bewohner. Er ist so vielfältig, wie Menschen und deren Gefühle im Guten wie im Schlechten nur sein können, und er ergreift den Leser mit Haut und Haaren. Bewundernswert, wie die Autorin es schafft, all die feinen Gesten der Interaktion und Kommunikation zu schildern, die weit über das tatsächlich Gesagte hinausgehen. Jede einzelne Sequenz, jede einzelne Szene ist detailreich-liebevoll und feinfühlig auserzählt, und der Leser sieht, hört, riecht und schmeckt alles Geschilderte, als sei er unmittelbar dabei. Selbst das geradezu opernhaft theatralisch anmutende Ende passt irgendwie in den Rahmen der großen Spannbreite zwischen Adel und Personal, zwischen Standesdünkel und Einfachheit.
Rundum: „Alles was ich dir geben will“ ist ein Roman, wie er schöner nicht sein könnte: farbig, gefühlvoll, spannend, lebendig, klug, packend, malerisch – und niemals langweilig. Unbedingt lesen!
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine Geschichte, die ich verschlungen habe
Weil du da bist von Heike Fröhling
Es könnte nicht besser laufen: Gerade hat Pia Wegener, das Küken der Agentur, mit ihrem Chef und ihren Kollegen einen großen Abschluss gefeiert, den sie an Land gezogen hat. Da kommt es zu einem Ereignis, das sie völlig aus der Bahn wirft. Dieses führt auch dazu, dass sie ihren Freund Fabian brüsk vor den kopf stößt.
Als in der Villa ihrer Nachbarin Regina Schumacher eingebrochen wird und diese sich dort nicht mehr sicher fühlt, bietet ihr Pia einen Schlafplatz in ihrer Wohnung an. Was für die blinde Frau und ihre Hündin Luna gar nicht so einfach ist.
Eine gemeinsame Reise nach Schottland in Reginas Vergangenheit öffnet auch für Pia ganz neue Sichten auf eine neue Zukunft.
Pia, die mir anfangs sehr ich-bezogen vorkommt, hat, als ich sie im Laufe der Geschichte näher kennengelernt habe, schnell mein Herz erobert. Mit ihrer ehrlichen, erfrischenden Art kann man gar nicht anders als sie zu mögen. Genau wie Regina Schumacher, die mit Mitte 60 eine ganz andere Generation ist – und außerdem blind. In Rückblicken in die Jahre 1971/72 lerne ich sie und ihre Familie kennen und erfahre, wie es zu ihrer Erblindung gekommen ist. Zusammen mit ihrer Hündin Luna bildet sie ein unschlagbares Team.
Obwohl die beiden Frauen so unterschiedlich sind, ist es faszinierend zu lesen wie sie sich anfreunden und ganz langsam einander öffnen.
Mir, als großer Hundefan, hat natürlich Luna sehr gut gefallen. Es ist so gut nachzuvollziehen, warum sie sich wann wie verhält. Sie würde ich sofort bei mir aufnehmen.
Beide reisen Reginas Vergangenheit entgegen, die in Schottland liegt. Ich hätte noch seitenlang mit dem Zug durch Schottland und mit dem Bus über die Inseln fahren können. Dank dem leichten und eingängigen Schreibstil und den farbigen Erzählungen hatte ich fast das Gefühl dabei zu sein.
Eine interessante Geschichte, so voller Gefühl und Emotionen, bei der ich einerseits geschmunzelt und andererseits eine kleine Träne verdrückt habe, hat mir wunderbare Lesestunden geschenkt.
Rezensionen von Ele:
Joe und der Wal
Der Wal und das Ende der Welt von Ironmonger John
Der Wal und das Ende der Welt, Roman von John Ironmonger, Hörbuch 3 CD Gesamtlaufzeit 10 Std., erschienen im Argon Hörbuch-Verlag.
Eines Tages wird in St. Piran an der Küste Cornwalls ein Wal gesichtet. Es ist der Tag an dem Joe Haak, nackt und halbtot aus dem Wasser gerettet wird. Die Bewohner des kleinen Küstendorfes kümmern sich rührend um ihn.
Am nächsten Tag strandet der Wal und Joe Haak kann die Bevölkerung dazu motivieren, den Wal zu retten. Gemeinschaftlich können die liebenswerten und hilfreichen Bewohner unter Joes Anleitung, den Wal zurück ins Meer schaffen. Gemeinsam haben sie es geschafft. Können sie gemeinsam auch die Gefahr, die ihrem 300 Seelen- Dorf und der gesamten Zivilisation droht, überwinden?
Normalerweise lese ich ein Buch lieber, als es als Hörbuch zu genießen. Doch dieses Exemplar hat mir sehr viel Freude gemacht. Die Geschichte gelesen von Johann von Bülow hat mich wunderbar unterhalten. John Ironmonger hat einen überzeugenden Schreibstil der starke Bilder erzeugt, jeder Dialog sitzt. Das Setting und auch die einzelnen Personen, die es in diesem Roman zur Genüge gibt, konnte ich mir hervorragend vorstellen. Dem Hörbuch ist ein kleines Booklet beigefügt, in dem die Personen mit ihrer Stellung im Buch aufgeführt sind. Das war am Anfang, bis ich mich an die Charaktere gewöhnt hatte sehr hilfreich. Johann von Bülow machte das Zuhören zu einem Genuss. Er interpretierte das Gesprochene feinfühlig und doch dynamisch, das war sehr angenehm und fesselnd. Obwohl es sich in der Geschichte um einen eher ruhigeren Weltuntergang handelt habe ich die 3 CD`s in kürzester Zeit hintereinander weggehört. Einfach weil es eine spannende Geschichte ist und die Menschen von St. Piran ungemein sympathisch, zuweilen auch skurril sind, sind sie mir schnell lieb geworden. Da die Geschichte sich um die Weihnachtszeit abspielt und auch diverse Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder zur Sprache kamen, würde ich das Werk als Weihnachtsbuch empfehlen. Einige Zitate sind mir in Erinnerung geblieben, die mir gut gefallen haben, z.B. : „Allein sein ist niemals gut, wenn du einmal allein sein musst, sei mit einem Freund allein.“ Oder auch: „Wenn genügend Menschen glauben eine Geschichte ist wahr, dann ist sie wahrscheinlich auch wahr.“ Die Erzählung hat mich an eine Fabel erinnert. Die Botschaft die ich dadurch gelernt habe - zusammen ist vieles möglich, man kann eine Katastrophe abwenden, wenn man fest zusammensteht. Die vielen Charaktere am Anfang haben mich etwas verwirrt, auch habe ich gemerkt, dass ich bei einem gehörten Buch, immer wieder abschweife, deshalb ist für mich die Printversion wohl die bessere Alternative. Insgesamt kann ich „Der Wal und das Ende der Welt“ nur empfehlen, die Hörbuchversion und sicher auch das Buch. Von mir dafür 4 Sterne.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Spannende Story, die aber besser umgesetzt hätte werden können
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Dicker Joël
20 Jahre sind vergangen, seitdem ein grausiger Mehrfachmord das kleine Städtchen Orphea an der amerikanischen Ostküste in seinen Grundfesten erschüttert hatte – der damalige Bürgermeister und seine Familie sowie eine jungen Joggerin, die scheinbar nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war, waren auf gewaltsame Weise aus dem Leben gerissen worden.
Die Erleichterung der Gemeinde war groß, als die damaligen leitenden Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott letztlich den Täter dingfest machen konnten. Zwei Jahrzehnte später verkündet die junge und bis in die Haarspitzen motivierte Journalistin Stephanie Mailer dem verdutzten Jesse, dass ihres Erachtens der Polizei damals ein folgenschwerer Fehler unterlaufen sei…der wahre Täter sei ungestraft davongekommen. Doch dank einer geheimen Quelle, von der sie sich aussagekräftige Beweise erhofft, werde sie nun den Fall wieder ins Licht der Öffentlichkeit rücken – was für die Cops durchaus peinlich werden könnte, die laut Stephanie damals den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen hätten. Jesse Rosenberg ist zunächst einmal alles andere als begeistert – sein Ruhestand steht kurz bevor und das Letzte was er gebrauchen kann ist eine wichtigtuerische Journalistin, die meint ihm sagen zu müssen, wie er seine Arbeit hätte verrichten sollen. Aber dennoch lässt ihn der Gedanke nicht ganz los… Könnte seine Einheit vor 20 Jahren tatsächlich solch einen schwerwiegenden Fehler begangen haben? Nein, unmöglich! Doch plötzlich verschwindet Stephanie Mailer, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Kann dies nur Zufall sein? Oder ist sie der gefährlichen Wahrheit zu nahegekommen und soll nun daran gehindert werden, die Identität des tatsächlichen Täters zu enthüllen…? Jesse bleibt keine Wahl – er nimmt die Ermittlungen wieder auf.
Als Szenerie ist die Nobel-Region der malerischen Hamptons, Zuhause und Wahlheimat der elitären finanziellen Oberschicht Amerikas, gewählt worden. Zwischen Strandvillen und exklusiven Shopping-Boulevards führen die Anwohner dort ein beschauliches Leben, das wenig mit dem Alltag der Normalverdiener oder gar verarmten Bevölkerung der USA gemein hat – und ausgerechnet hier in diesem friedvollen, mit sich selbst beschäftigten Örtchen finden nun solche Verbrechen statt, die ansonsten immer nur woanders passieren… Ein Skandal! Der Autor zeigt damit auf, dass Verbrechen tatsächlich überall geschehen können, unabhängig vom sozialen Milieu.
Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive unterschiedlicher Charaktere geschrieben; der Autor beleuchtet die gegenwärtigen Ereignisse sowie die Geschehnisse der Vergangenheit aus allerlei verschiedenen Perspektiven, was einerseits dem Leser einen größeren Einblick in das Ganze verschafft und gleichzeitig dazu verleitet, eigene Theorien zum potentiellen Täter und wahren Tathergang herzustellen – nur um diese dann mit der nächsten unvorhergesehenen Wendung wieder völlig in Frage zu stellen und von Neuem zu rätseln. So wird man des Öfteren auf die falsche Fährte gelockt und kann sich hinsichtlich der Charaktere nie vollständig sicher sein, ob sie nicht doch etwas verbergen. Dadurch, dass stets aus der Ich-Perspektive erzählt wird, muss man sich als Leser schon genau konzentrieren, was mich in meinem regulären Lesetempo ein wenig gebremst hat.
Nach einem rasanten Start, der die Leser direkt in die Geschehnisse hineinkatapultiert (- hierbei möchte ich besonders hervorheben, wie authentisch der anfängliche innere (Gewissens-)Konflikt des angehenden Ruheständlers Jesse geschildert worden ist -), kam mir das Entwicklungstempo im Mittelteil eher ein wenig gedrosselt vor, da hier mehr Fokus auf die Hintergründe/Lebensumstände und Schicksale der einzelnen Figuren gelegt worden ist, was sich zum Ende dahingehend auszahlt, dass sich alles schlüssig zusammenfügt. Mit den vielen thematischen Nebenschauplätzen (Eheprobleme, Drogen, etc.) geht das Werk für mich über einen normalen Krimi weit hinaus. Meine Lieblingsfigur war übrigens die neu zugezogene Polizeibeamtin Anna, die sich zunächst einmal auf dem Revier behaupten muss.
Der Schreibstil ist stets sehr klar und flüssig und besticht durch die Intensität, mit der der Autor sich der Ausarbeitung der einzelnen Figuren widmet. Jedoch tritt die eigentliche Ermittlung dabei ab und zu in den Hintergrund. Hinsichtlich der Dialoge war ich nicht vollständig überzeugt – gerne hätte es ein wenig emotionaler sein dürfen; ich könnte mir allerdings vorstellen, dass der - meines Erachtens - zu unkonventionelle Tonfall (angesichts der ernsten Themen) eventuell bewusst als Auflockerungselement gewählt worden war.
Für meinen Geschmack hätte es auch ein bisschen weniger (dafür mehr chronologisches) Hin-und-Her-Switchen zwischen den Zeitebenen sein können, aber das ist nur meine persönliche Empfindung; es hielt sich insgesamt schon noch im Rahmen. Schlimmer fand ich die Erkenntnis, wie offensichtlich schlampig bzw. unlogisch bei den damaligen Ermittlungen des Vierfachmordes vorgegangen worden war – das so etwas tatsächlich auch im echten Leben passieren kann ist schon sehr beängstigend.
Fazit: Ein wenig zu komplex für meinen Geschmack mit zu viel Nebeninformationen (– ich bevorzuge eher Geschichten mit mehr Fokus auf die Hauptfiguren -), die zwar für entsprechende Verwirrung (und somit zum großen Rätselraten) beitrugen, den Roman für mich aber insgesamt etwas zu langatmig wirken ließen. Dennoch: volle 3 Sterne für den spannenden Plot!
Rezensionen von Caroline :
Gelungener Abschluss der Trilogie
Perfect Rush. Wahre Liebe von Stephens S.C.
ACHTUNG, da es sich um eine 3teilige Reihe handelt, kann es hier Spoiler zu den Vorgängerbänden geben!
Kenzie Cox scheint all ihre Träume verwirklicht zu haben. Sie baut den Rennstall ihres Vaters mit Hilfe Haydens und der ganzen Familie wieder auf. Harte Arbeit scheut sie nicht und sie erkennt, dass sie die Belastung gar nie richtig wahr genommen hat, damals bei ihrem Vater.
Mit Hayden gab es lange und heftige Aussprachen, aber am Ende finden sie einen Weg, den sie gemeinsam beschreiten möchten. Dennoch nähern sie sich nur langsam wieder an. Die zarten Bande, sollen zu starken Seilen wachsen können, damit Vertrauen und Liebe für immer halten.
Dabei stehen beide ihrer Freundin Nikki während ihrer Schwangerschaft bei. Denn sie weiß nicht, wie sie dem Vater ihres Kindes, nun gegenüber treten soll. Eine jahrelange Freundschaft aufs Spiel setzen, um einer ungewissen Liebe zu folgen?
Wie hat es mir gefallen?
Nachdem ich bereits die ersten zwei Teile gerne gelesen habe, wollte ich doch wissen, wie diese Reihe endet.
Auch dieses Mal gefällt mir das Umfeld rund um den Motorrad Rennsport. Ein Milieu, das mir gänzlich unbekannt ist. Ich bin nicht gerade ein Fan dieser Sportart, aber als Hintergrund einer guten Geschichte, konnte ich diesem Schauplatz einiges abgewinnen.
Was mir dieses Mal besonders gefallen hat, war das zögerliche Annähern zwischen Kenzie und Hayden. Nach all den Schwierigkeiten in den anderen Geschichten wäre es für mich nicht nachvollziehbar gewesen, wenn nun die totale Glückseligkeit Einzug halten würde.
Besonders interessant fand ich die Geschichte rund um Nikki. Schon am Ende von Band zwei war ich neugierig, wie es hier weitergehen würde.
Alles in allem ist "Perfect Rush" tatsächlich ein perfekter Abschluss der Reihe. All die losen Enden, all die offenen Fragen werden beantwortet. Wenn auch Hayden ein wenig von seinem Bad-Boy Image einbüßt. Damit tritt Kenzie in den Vordergrund, was für mich in Ordnung geht.
S. C. Stephens schrieb bereits mit der "Thoughtless Reihe" eine sehr gute New Adult Geschichte. Ihre Figuren entwickeln sich ständig weiter. Es gibt Höhen und Tiefen, die sich gut nachvollziehen lassen. Sehr lesenswert und empfehlenswert. Ich bin schon gespannt, ob es weitere Bücher von ihr geben wird.
Was mich allerdings stört, sind die Cover. Damit meine ich nicht die Gestaltung sondern die unterschiedlichen Covermodels. Ja, ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau aber es dreht sich immer um das gleiche Paar, da könnte man doch darauf Rücksicht nehmen. Jammern AUS! :)
Rezensionen von Bibliomarie:
Starke Frauen
Perfect Rush. Wahre Liebe von Stephens S.C.
Agnes Martin, die im Waisenhaus in Straßburg aufgewachsen ist, wird nach Hamburg geschickt. Dort soll sie eine Anstellung als Gesellschafterin einer Pastorenwitwe annehmen. Doch dort muss sie erfahren, dass sie nicht erwünscht ist, die Witwe Bevenkamp will weiterhin im Lebenswerk ihres verstorbenen Mannes, dem Hamburger Waisenhaus, mitmischen, was dem Nachfolger Pastor Sörensen überhaupt nicht gefällt.
Doch die Cholera, die in Hamburg 1892 ausbricht, zwingt die beiden Frauen zum Handeln. Sie fliehen zusammen mit einigen Kindern an die Ostseeküste, wo Tilly Bevenkamps elterliche Kate steht. Agnes versucht nun den Unterhalt für sie alle zu verdienen, indem sie am Strand kleine Backwaren an die reichen Kurgäste verkauft. Ein leerstehendes Herrenhaus mit einer großen Küche wäre ideal für sie, doch die Besitzer, die adlige Familie von Reikers stehen den Plänen sehr abwehrend gegenüber.
Der historische Roman lebt von seinen starken Frauengestalten. Agnes und Tilly nähern sich nur langsam an einander an, denn Tilly trägt schwer an ihrer Trauer und ihrer unglücklichen Familiengeschichte und auch Agnes wird an der Ostseeküste vor schwierige Entscheidungen gestellt.
Die Autorin hat eine spannende und auch emotionale Geschichte geschrieben, die man wirklich in einem Zug auslesen möchte. So sehr wird man von den Ereignissen in Bann gezogen. Das ist leicht und flüssig geschrieben und vor allem die Frauenfiguren sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
Das historische Ambiente war mir allerdings ein wenig durch die rosarote Brille gesehen. Standes- und Bildungsunterschiede spielen keine Rolle und besonders die junge Agnes als gerade erwachsen gewordenes Findelkind, verfügt über beeindruckend viel Tat- und Entscheidungskraft und Lebensweisheit. Alle Schwierigkeiten lassen sich schnell und manchmal auch durch Zufälle beseitigen, was mir ein wenig zu weichgezeichnet vorkam. So wirkt das Historische eher als farbige Folie für ein Art Emanzipationsgeschichte.
Der Lesefluss und das Vergnügen an dem Roman werden dadurch aber nicht geschmälert. Die Geschichte hat mir trotzdem gut gefallen und das Leben an der Ostseeküste war stimmungsvoll eingefangen. Bei all den Back- und Kochkünsten von Agnes ist mir der Mund so wässrig geworden, dass ichdie sonst üblichen Rezepte im Anhang fast vermisste.
Ein schönes, stimmiges Happy End rundete die Geschichte dann perfekt ab und was das wunderschöne Titelbild versprach, wurde eingelöst.









