Kunden em pfehlungen
Rezensionen von skiaddict7:
Ein außerordentliches Debüt
Worauf wir hoffen von Fatima Farheen Mirza
Hadia, Huda und Amar wachsen als Kinder indischer Einwanderer in Südkalifornien auf. Das Buch beginnt mit Hadias Hochzeit. Sie heiratet einen Mann, den sie sich selbst ausgesucht hat. Hier treffen wir Amar, der die Familie vor drei Jahren verlassen hat. Was ist vorgefallen? Zahlreiche Rückblicke aus den Blickwinkeln sowohl der Geschwister als auch der Eltern lassen die Geschichte langsam komplett werden.
Fatima Farheen Mirza beschreibt ruhig und außerordentlich genau das Leben muslimischer Immigranten in den USA: der innere Kampf der Kinder, die Religion so zu akzeptieren, wie die Eltern es vor leben; der stete Versuch, bloß nicht als Gefahr wahrgenommen zu werden; der Versuch, die Eltern stolz zu machen und deren Erwartungen zu erfüllen; die Eifersucht unter Geschwistern und der Umgang der Eltern mit den eigenen Kindern. Behutsam, genau, wunderschön und mit einer traurigen Note beschreibt die Autorin diese mir so fremde Welt. Ein Buch über Familie, die Liebe zwischen Geschwistern und die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Obwohl mir die Welt der Muslime zu wenig vertraut ist, sind die Prinzipien doch universell. Ich habe dieses Buch geliebt und war traurig, als es zu Ende war. Ein großartiges Debüt, das auf viele weitere Romane der Autorin hoffen lässt.
Rezensionen von begine:
Die verlorene Tochter
Als Grace verschwand von Croft Kathryn
Die britische Autorin Kathryn Croft schreibt psychologische Thriller.
Als Grace verschwand fängt etwas tragend aus Sicht der Mutter Simone Porter an. Sie und ihr Mann hatten jung geheiratet, weil sie ein Kind erwarteten. Als Helena 6 Monate alt war, wurde sie entführt. Jetzt 18 Jahre später taucht ein Mädchen auf, das behauptet ihre Tochter zu sein.
Es gibt nur ein Plüschtier, das auf Helena hinweist. Das Mädchen heißt Grace, sie ist in Kontakt eigenartiger Männer geraten. Sie meint sie hätte einen erschlagen und bittet Simone um Hilfe und dann verschwindet sie.
Bis mindestens zur Hälfte lässt die Autorin die Geschichte in der Gegenwart und etwas emotionslos spielen. Simone versucht mit ihrem Kollegen Grace wieder zu finden und mehr von ihr zu erfahren..
Dann wird es etwas spannender. Simone bringt sich selbst in Gefahr.
Der Thriller zeigt sexbesessene Männer ohne Skrupel. Das Ende entwickelt sich unerwartet. Mit diesem Ende hätte ich nicht gerechnet. So wird es noch zu einem interessanten Thriller.
Rezensionen von Lilli33:
Ein spannendes Verwirrspiel
Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel von Emily Suvada
ACHTUNG: Dies ist der 2. Band einer Reihe. Meine Rezension kann SPOILER zum 1. Band enthalten.
Inhalt:
Nachdem die Hydra-Seuche eigentlich besiegt sein sollte, da ein Impfstoff-Code an alle Panels geschickt wurde, müssen Cat und Co. schon bald erkennen, dass das Virus mutiert ist und der Impfstoff damit unwirksam.
Nur Lachlan hat einen Vorteil davon, da er mit Hilfe des Codes die Menschheit beherrschen will. Cat und ihre Freunde wollen dies mit aller Kraft verhindern.
Meine Meinung:
Um diesen 2. Band der Reihe zu verstehen, sollte man unbedingt den 1. gelesen haben. Die Handlung setzt fast genau dort ein, wo der 1. Band endete. Wieder erleben wir die Handlung aus Cats Ich-Perspektive in der Gegenwart. Dadurch wird man tief in das Geschehen hineingezogen und fiebert und leidet mit den Protagonisten mit. Mir gefiel das sehr gut. Weniger gut gefiel mir, dass vieles immer und immer wieder wiederholt wird. Das nervt auf Dauer.
Die Geschichte entwickelt sich recht rasant - man kommt kaum zum Verschnaufen. Die ganzen technischen Begriffe waren mir zuweilen fast etwas zu viel. Ich konnte das nicht immer nachvollziehen, weil ich davon gar nichts verstehe. Da es ja aber sowieso keine reale Geschichte ist, habe ich das einfach akzeptiert, ohne alles penibel zu hinterfragen. Dem Lesevergnügen tat dies keinen Abbruch.
Mir gefiel vor allem Cats Entwicklung bzw. die Entdeckung ihrer wahren Identität, nachdem sie gerade feststellen musste, dass sie nicht - wie lange Zeit angenommen - Lachlans Tochter ist. Es ist ein steiniger Weg für die junge Frau, auf dem sie oft nicht einmal ihren Freunden trauen mag geschweige denn den Leuten von Cartaxus, die ihren ganz eigenen Plan verfolgen und dabei über Leichen gehen.
Cat muss viele schwierige Entscheidungen treffen, von denen das Leben ihrer Freunde oder gar das Überleben der Menschheit abhängen. Emily Suvada spricht hier auch ethische Fragen an, zum Beispiel, wie viel Gewalt sein darf, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Eine kleine Liebesgeschichte rundet das Buch ab, bleibt im Umfang aber weit hinter dem Action-Teil zurück, was ich als ganz angenehm empfand.
Fazit:
Ein spannender und rasanter 2. Band der Reihe, dessen Schluss nach einer baldigen Fortsetzung schreit.
Die Reihe:
1. Die letzte Generation
2. Ein grausames Spiel
E-short: Vergessene Wunden
Rezensionen von jiskett:
Der bisher beste Band der Reihe
Mopsball von Martina Richter
"Mopsball" ist meiner Meinung nach der bisher beste Band der Reihe. Zum einen hat mir gut gefallen, dass die Ereignisse aus dem Vorgänger Konsequenzen hatten und Holmes' Verhalten von den Geschehnissen beeinflusst wurde (auch wenn dies ruhig noch mehr in den Mittelpunkt hätte rücken können), zum anderen fand ich den aktuellen Fall sehr interessant und gut ausgearbeitet.
Er war wendungsreich, trotz der recht großen Anzahl an beteiligten Personen und einer gewissen Komplexität überschaubar und ich mochte, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund wie gewohnt zwar sehr gut, aber eben nicht reibungslos funktioniert.
Mir hat zudem gut gefallen, dass Watersons Kollege in diesem Band eine größere Rolle gespielt und man mehr darüber erfahren hat, was in ihm vor sich geht. Er trat dabei sehr menschlich auf, hat Fehler gemacht und war nicht immer objektiv, was ich unter den gegebenen Umständen überaus glaubwürdig und realistisch fand. Das Buch ist gut mit seinem Interessenkonflikt umgegangen und ich mochte, wie der Handlungsstrang sich entwickelt hat. Deshalb hat es mich auch nicht gestört, dass Holmes' Besitzer in "Mopsball" kaum vorkamen - die anderen Figuren haben die Lücke, die sie hinterlassen haben, problemlos geschlossen. Dennoch hoffe ich, dass sie im nächsten Band wieder aktiver an den Ermittlungen beteiligt sein werden.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die familiären Beziehungen aller Charaktere, auch der Hunde, wie schon in den vorherigen Büchern wieder von enormer Bedeutung sind und alle sich gegenseitig unterstützen, was ich wirklich schön fand - vor allem, da die Situation für Holmes zu Beginn der Handlung alles andere als leicht war. Wie bereits erwähnt haben die Ereignisse des vorherigen Bandes ihre Spuren hinterlassen und obwohl ich fand, dass der Konflikt etwas zu schnell abgehandelt wurde, mochte ich, wie die Autorin damit umgegangen ist.
Die Ermittlungen wurden, wie man es bereits von Richter kennt, mit einem gewissen Humor geschildert, doch es war durchaus Spannung vorhanden, gerade in den letzten Kapiteln. Es gibt viele potentielle Verdächtige sowie Intrigen und Unstimmigkeiten im Fußballverein, was dem Polizeimops die Arbeit nicht gerade erleichtert. Dennoch wurden die nach wie vor bestehenden Kommunikationsschwierigkeiten von Mensch und Tier gut gelöst und es kam mir in Anbetracht von Holmes' bereits etablierter Intelligenz glaubwürdig vor, wie er und seine menschlichen Kollegen vorgegangen sind, selbst wenn die Situationen natürlich überspitzt waren.
"Mopsball" bekommt von mir 4, vielleicht sogar 4,5 Sterne. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, ich fand den Fall wirklich interessant und es hat mir wie immer sehr gefallen, Holmes und Waterson bei ihrer Suche nach dem Täter zu begleiten.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Auf die Bienen gekommen
Bienenleben von Wiener Sarah
Die Autorin beschreibt, wie sie auf die Bienen gekommen ist: eine erste Annäherung durch TV-Formate, später besuchte sie einen Imker-Kurs und erst Jahre danach begann sie selbst mit dem Imkern.
Sarah Wiener ist fasziniert von der Welt der Bienen, die kleinen pelzigen und stachligen Tiere begleiten sie durchs Jahr.
Davon schreibt die bekannte Köchin und vermag dabei die Leser zu begeistern.
Interessant schreibt Sarah Wiener von ihren eigenen Bienenvölker, erzählt von der Kommunikation und Intelligenz der Bienen und lässt uns an ihren Besuchen bei Forschungsstellen teilhaben. Spannend fand ich das Kapitel über das Imkern in der DDR und den Unterschied zu heute.
"Bienenleben" ist ein Buch, das aufmerksam macht für die Notwendigkeit von Bienen und gibt ohne erhobenen Zeigefinger Tipps, wie wir alle im Kleinen dazu beitragen können, dass es den Bienen bei uns gut geht. Das Buch ist als Erfahrungsbericht verständlich formuliert und daher nicht nur informativ, sondern auch schnell und flüssig zu lesen.
Fazit: Interessante Lektüre für alle Bienen- und Honigfans und solche, die es werden wollen!
4 Punkte.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ausrutschen auf der Butterseite des Lebens
Pechmarie von G. Siema
Marie in drei Geschichten – einmal Kleinkind, einmal Schulmädchen und einmal als Erwachsene – aber immer im Pech. Drei Geschichten, die man als alleinstehend lesen kann, die aber auch als zusammengehörig gelesen werden können. Für Marie wiederholt sich einfach alles wieder.
G. Siema nimmt mich mit in eine Geschichte voller Gewalt im häuslichen Bereich.
Die Leidtragende ist Marie. Sie ist der Wut, der Gefühlskälte und der Grausamkeit ihrer Mutter ausgesetzt, muss sich mit der Gleichgültigkeit und der Feigheit des Vaters abfinden. Sie verkriecht sich bei ihrer Freundin Elfi, der es kaum anders geht, wie ihr, oder in ihren Zeichnungen, die vor Einsamkeit und Verzweiflung triefen. Durch ihre Gedanken lässt mich Marie noch näher bei sich sein und ich blicke in ihre geschundene Seele.
Es macht mich sprachlos, traurig, fassungslos und unsagbar wütend, wenn ich mir vorstelle, was hier mit einem Menschen geschieht. Einem Menschen, der sich nicht wehren kann. Der sich im Haus seiner Eltern geborgen fühlen sollte. Für mich einfach unfassbar und unvorstellbar.
Mit ihrem eingängigen, leicht zu lesenden Schreibstil macht es mir die Autorin leicht in die Geschichte einzutauchen. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Keine leichte Kost. Eher ein Buch, das zum Nachdenken und zum Reflektieren einlädt. Das aber auf alle Fälle von Vielen gelesen werden sollte.
Rezensionen von LEXI:
Drei Schwestern im Geiste: Alice, Rose und Vera
Hill House - Die drei Freundinnen von Annis Bell
„Es gibt nichts Grauenvolleres und nichts Dümmeres als den Krieg. Am Ende bleiben nur Verlierer. Aber die Zeichen stehen nicht gut.“
Das Jahr 1912 ist von der wachsenden Konfliktsituation in Europa geprägt, es herrscht eine aufgeheizte Stimmung. Die liberal erzogene Alice Buxton lebt mit ihrem Vater Geoffrey auf ihrem Wohnsitz „Hill House“ in Südengland.
Der frühe Tod von Alices Mutter und Geoffreys über alles geliebte Ehefrau, seine Muse und sein ganzer Halt warfen den sensiblen Künstler völlig aus der Bahn. Alice brach daraufhin ihre Schulausbildung ab und kümmert sich nun liebevoll um ihren Vater und den Haushalt. Ihre große Leidenschaft gilt dem Garten und der Arbeit darin.
Rose Mandeville gehört als Tochter des Duke of Mandeville zum englischen Hochadel, sie lebt auf dem Anwesen „Mandeville Park“ und ist Alices beste Freundin. Die elegante Aristokratin rebelliert gegen die Heiratspläne ihrer Eltern, sie träumt davon, ebenso wie ihr Bruder Spencer Rechtswissenschaften zu studieren. Doch Frauen ist das Studium untersagt. Roses Begeisterung für die Frauenrechtsbewegung bringt sie bald in gefährliche Situationen, der intensive Kontakt der jungen Adeligen zu den Sufragetten ist dem Duke und der Duchess of Mandeville ein Dorn im Auge.
Vera Lyttleton ist ein Jahr jünger als Alice und Rose, wurde jedoch warmherzig in dem Bund der Freundinnen aufgenommen. Als Tochter des jähzornigen religiösen Eiferers Oswald Lyttleton hat sie kein leichtes Leben, das Zusammensein mit Alice und Rose bedeutet dem schlaksigen und unscheinbaren Mädchen viel.
Annis Bell siedelt ihren Roman in politisch kritischen Zeiten an und wählt als Schauplatz das Anwesen Hill House im Südengland des Jahres 1912. Durch Rose Mandeville thematisiert sie unter anderem auch die Suffragettenbewegung, das Buch endet schließlich zwei Jahre später mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Im vorliegenden ersten Band ihrer Trilogie konzentriert die Autorin sich auf Alice Buxton, sie wird als aufgeklärte und weltoffene Persönlichkeit dargestellt. Ihre mitfühlende und umsichtige Art und ihre praktische Veranlagung brachten der Protagonistin auf der Stelle große Sympathiewerte ein. Alice zeichnet zudem ein liebevoller Umgang mit ihrem verwitweten Vater und ihrer kränklichen Tante Charlotte aus. Ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ansichten wird unter anderem auch bei einer Begegnung mit der bekannten Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zum Ausdruck gebracht. Das Boehemeleben der Eltern und die unkonventionellen und illustren Gäste auf Hill House erweiterten ihren Horizont.
Zu meiner Freude erstreckt sich die glaubwürdige Darstellung der handelnden Personen nicht allein auf die Protagonistin, sondern auch auf die Nebenfiguren dieses Buches, wobei ich Alices Tante Lady Charlotte Beresford als meine persönliche Favoritin anführen möchte. Durch den Besuch in der Villa Carlotta wird das Leben in dem kleinen Fischerort an der toskanischen Küste namens Castiglioncello beschrieben. Die zierliche und humorvolle Tante Charlie legt trotz ihrer ernsten Lungenerkrankung große Lebensfreude an den Tag, sie ist feinfühlig und großzügig.
Sebastian Fitzroy und Lorenzo Ranieri sind zwei völlig unterschiedliche Männer, beide lassen jedoch Alices Herz höherschlagen. Letztendlich muss sie sich zwischen dem intelligenten Historiker und zweitem Sohn des Earl of Ravenor, und dem charismatischen Korrespondenten in Krisengebieten entscheiden.
Die sprachlich-stilistische Gestaltung dieser Geschichte hat mir gefallen, ich fühlte mich sehr gut unterhalten und wurde rasch in die Handlung einbezogen. Das Ende des Buches verheißt eine interessante Fortsetzung – zweifellos mit Rose oder Vera als Protagonistin.
Fazit: Dieser Roman aus der Feder von Annis Bell hat mir großes Lesevergnügen bereitet und mich ausgezeichnet unterhalten - gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Meine Erwartungshaltung und Vorfreude auf die Fortsetzung sind entsprechend hoch.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Regt zum Nachdenken an
Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur von Alexander Unzicker
Alexander Unzicker versucht in drei Teilen, die treffend „sehen“, „denken“ und „handeln“ heißen, die Leser dazu zu bringen, dem eigenen Verstand zu trauen und ihn auch zu gebrauchen.
In Zeiten der Überreizung der Sinne rät der Autor, sich bewusst dieser Medienflut zu entziehen: Nachrichtenfasten also.
Doch auch gezieltes Auswählen der Medien schützt vor Fake-News nur bedingt. Es scheint, als sie es Sinn und Zweck der Medien geworden, die Menschen zu verwirren. Schon Harry S. Truman wird folgender, durchaus passender Satz zugeschrieben: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr‘ sie.“.
Mit sehr sachlichen, sehr analytischen Beispielen bringt der Autor seine Gedanken seinen Lesern näher. Sehr aufschlussreich sind auch die vielen Zitate, die beinahe auf jeder Seite als „Randbemerkung“ zu finden sind. Es lohnt, die Zitate genauer unter die Lupe zu nehmen und anschließend wieder mit dem Text in Zusammenhang zu bringen.
Unzicker setzt sich auch kritisch mit der Datensammelwut von Regierungen auseinander. „Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts“, das war einmal. Heute heißt es „Wissen wird Macht, Macht schafft Daten“ (S.78)
Fazit:
Ein Buch, das auch in Schulen gelesen werden sollte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein aufschlussreiches Buch
Unsere Mütter von Silia Wiebe
13 Frauen und ein Mann berichten in teils bewegenden Worten über ihre Beziehung zu ihren Müttern.
Die Autorin nähert sich mit viel Empathie und Fingerspitzengefühl „ihren Müttern“. Sie notiert diese Interviews ohne zu werten, denn die Beweggründe so und nicht anders zu handeln, hängt mit den Lebensumständen der Frauen zusammen.
Sei es, dass die Familie aus Syrien flüchten muss, oder die Mütter im Zweiten Weltkrieg traumatisiert wurden oder als ledige Mutter keinen anderen Ausweg fanden, das Kind zur Adoption freizugeben.
Sehr deutlich ist zu spüren, dass einige Töchter die Traumata der Mütter „geerbt“ haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie verspüren oft indifferente Ängste, die sie nicht benennen können. Erst wenn das Trauma der Mutter aufgelöst ist, findet auch die Tochter zu ihrem eigenen Leben. Manchmal muss eine Tochter das ungelebte Leben der Mutter erfüllen.
Im Vorwort erklärt Silia Wiebe ihre Vorgangsweise und im Anhang findet sich weiterführende Literatur.
Fazit:
Der Autorin ist ein aufschlussreiches Buch über die „Mutter/Tochter“-Beziehung gelungen, das ich unbedingt weiterempfehle. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
In der Politik ist Haltung nicht gefragt
Haltung von Reinhold Mitterlehner
Dieses Buch ist am Tag seiner Vorstellung (17. April) zum Aufreger der österreichischen Innenpolitik geworden. Doch schon zwei Tage nach dem Erscheinen, wird kaum mehr darüber berichtet. Ein Schelm, der sich hier etwas Böses denkt.
Was ist an „Haltung“ so aufregend?
Der frühere Vizekanzler, Minister und ehemalige ÖVP-Parteichef Reinhold Mitterlehner schreibt über sein Leben, seine Arbeit und seine Demontage als Politiker.
Er spricht aus, was viele Menschen denken, nämlich dass er einer internen Intrige zum Opfer gefallen ist. Allerdings ist er da nicht der erste (und vermutlich wird er nicht der letzte) ÖVP-Chef sein. Parteiobmänner abzusägen, ist bei den Konservativen Österreichs eine Art Volkssport. Die Art und Weise, wie es diesmal (2017) geschehen ist, ist allerdings ein Novum: Kein spontanes Sägen am Sessel des Obmanns sondern eine seit langem vorbereitete, konzertierte Aktion.
Allein, dass kaum jemand aus den diversen Bünden und den Parteigremien für Mitterlehner aufgetreten sind, spricht schon Bände. Was wurde diesen Funktionären versprochen, dass sie den Umbau der Volkspartei so still hinnehmen? Manche Gesetze oder Verordnungen, die in der Zwischenzeit erlassen worden sind, sind Zugeständnisse an die Wirtschaft und gehen zu Lasten der Arbeitnehmer. Eine Partei, die sich auf die Fahnen heftet, die Familie hochzuhalten, kürzt nun die Familienbeihilfe für kinderreiche Familien.
Manche seiner Ex-Kollegen halten dieses Buch für eine späte, wehleidige Abrechnung mit der aktuellen Parteispitze. Besonders seine direkten Vorgänger gehen hart mit Reinhold Mitterlehner ins Gericht, wenn sie ihm Versagen an der Parteispitze vorwerfen. Was haben die beiden getan, um die Volkspartei zu stärken?
Den einzigen Vorwurf den man Reinhold Mitterlehner machen kann ist, das Amt des Vizekanzlers, Ministers und Parteichefs ein wenig zu blauäugig übernommen zu haben.
Wie sagt doch Heimito von Doderer so schön? „Wenn du dich in Familie begibst, kommst du darin um.“ Ein wenig abgewandelt kann es hier heißen: Wenn du dich in Politik begibst, kommst du darin um.“
Reinhold Mitterlehners Sorge um die Zukunft Österreichs ist berechtigt.











