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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Manfred Fürst:

Psychothriller der Sonderklasse

Negatio von Julia Furba

„Negatio“ von Julia Fürbaß ist ein Psychothriller der Sonderklasse. Für anspruchsvolle Leser, die sich gerne auf einen besondern Plot ein- und überraschen lassen. Die herkömmliche und allbekannte Struktur eines Thrillers/Krimis wird „über Bord geworfen“ und auf über 650 Seiten wird der Leser immer wieder auf die Probe gestellt und seine Phantasie angeregt, „was kommt als Nächstes?“.

Unverkennbar das österreichische Idiom, eindeutig der Autorin – wie könnte es anders sein – und ihrer Lektorin geschuldet. Während weniger Romantage wird dem Leser ein Alptraum nach dem anderen geliefert, mit einem 5 Jahresrückblick, bei dem die handelnden Personen schemenhaft erscheinen ahnt man die Zusammenhänge zwischen Kim und ihrem Bruder Sebastian. Sebastian, eine gespaltene von Alpträumen verfolgte Persönlichkeit wird in „Negatio“ eine Menge zugemutet, an denen er schlussendlich zerbricht. Sind auch manche Personen nicht im Detail gezeichnet, so spielen alle ihre Rolle und ergeben ein (nicht immer) schlüssiges Bild.
Hohe Anerkennung für das Erstlingswerk der jungen Autorin Julia Fürbaß in Erwartung ihrer nächsten Romane.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Weder Fisch noch Vogel, oberflächliche Geschichte

Negatio von Julia Furba

"Jetzt noch mal von vorn" ist anscheinend der zweite Teil der Geschichte um Caroline und ihre Tapas-Bar. Leider wusste ich dies noch nicht, als ich das Buch zu lesen begann.

Vielleicht könnte man die Beziehungen von Caroline besser verstehen, wenn man den ersten Teil gelesen hat, aber es ging auch ohne gut.

Mich lockte die Tapas-Bar in Stockholm, das hörte sich gut an.

Doch schnell war ich enttäuscht, es ist eine komische Geschichte.

Carolines neuer Vermieter will sie aus dem Haus werfen, damit er das gesamte Gebäude sanieren kann und später teurer vermieten. Doch er hat nicht mit Carolines Widerstand gerechnet. Obwohl finanziell nicht viel herausschaut und sie deswegen keinen weiteren Raum mieten kann, um zusätzlich einen Cateringservice aufzubauen, will sie ihre Tapas-Bar nicht hergeben.

Die neue Vermieter ist nicht das einzige Problem in Carolines Leben. Ihre ältere Nachbarin Nancy liegt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim, Caroline ist die einzige, die sie besucht. Nancy will nicht mehr leben, und bittet Caroline ihr zu helfen.

Der Roman spielt sich zwischen diesen beiden Problemen und dem Umstand, dass sich Caroline in ihren Anwalt Oscar verliebt hat, ab. Es könnte eine nette Geschichte sein, wenn die Charaktere besser ausgearbeitet wären. Doch alle sind blass, man kann sie nicht mal sympathisch oder unsympathisch finden, denn dafür ist zu wenig da.

Man weiss auch nicht, in welches Genre man die Story packen soll. Es ist weder Fisch noch Vogel, von allem ein bisschen, aber nichts richtiges.

Fazit: Schwache Geschichte mit oberflächlichen Charakteren.
2 Punkte.

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Rezensionen von C. P.:

Ein Silberstreif am Himmel

Negatio von Julia Furba

Einst bevölkerten Drachen unsere Welt. Doch wurden diese böse und fielen als Raptoren über die Menschen her, bis ein Silberdrache ein Portal öffnete und die Drachen in eine andere Welt führte. In dieser Welt herrscht der Lennix-Clan über die Raptoren, welche das Land verwüsten und einen Großteil der Bevölkerung bereits gefressen haben.

Jetzt sucht Demara Lennix, die Anführerin des Clans, nach einem Silberdrachen, der ihre Raptoren in die Verlorenen Lande, unsere Welt, zurück bringen kann, damit die Raptoren wieder ausreichend Lieblingsfutter bekommen: Menschen. Doch geht das einzige Silberei verloren und purzelt dem Schäferjungen Joss vor die Füße...
Der Roman spielt in zwei Welten: Im heutigen London sowie in der Welt des Lennix-Clans. In London lebt Siri (11), die von ihrer schwerkranken Mutter einen Drachenstein bekommt und die Legende über die Drachen kennt. Dieser Teil ist jedoch verschwindend gering im Buch. Hauptsächlich wird das Abenteuer von Joss und seiner älteren Schwester Allie erzählt, die den Silberdrachen Lysander finden und schnell an den bösen Lennix-Clan geraten. Doch so spannend die Idee auch ist, habe ich doch vieles nicht nachvollziehen können. Hauptsächlich, warum diese immens gewaltigen Drachen sich von einer handvoll arroganter Menschen, dem Lennix-Clan, herumkommendieren ließen. Denen hätte ich als Drache längst ein wenig Drachenfeuer unterm Hintern gemacht. Drachen können eine mentale Verbindung zu einem Menschen aufnehmen, der dann ihr Drachenreiter wird. Unglücklicherweise wurde die Verbindung mit "Bundesgenossen" übersetzt, ein Begriff, der mich eher an Politik denken lässt. Weiterhin störten mich mehrere Unstimmigkeiten im Buch, z. B. dass ein Drache eine Person ansah, kurz darauf aber hieß es, der Drache hätte vor Erschöpfung geschlafen. Oder dass Siri ihren Anhänger erst bei der Freundin mit dabei hatte, während dieser anschließend die ganze Zeit über unter ihrem Bett versteckt war.
Mir war das Buch gefühlt zu emotionslos, mit keinem der Charaktere konnte ich mich so richtig anfreunden. Dafür sprangen die Perspektiven zu oft hin und her statt sich auf die Hauptcharaktere zu beschränken. Silberdrache Lysander war da noch am interessantesten von allen. Die kurzen Einschübe um Siri in London brachten die Geschichte kaum voran und unterbrachen die Abenteuer von Joss und Allie nur unnötig. Doch auch hier ging es anfangs nur zäh voran, während manche Situationen wie konstruiert wirkten. Zudem waren doch einige Szenen recht brutal, da bezweifle ich, ob das wirklich schon für Elfjährige geeignet ist.

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Rezensionen von yellowdog:

Romance-Krankenhaus-Serie

Negatio von Julia Furba

Mit Folge 1 von Crystal Lake startet eine nette, etwas harmlose literarische Soap Opera in einem Krankenhaus, das Crystal Lake Medical Center, spezialisiert auf Sportunfälle.
Gut gewählt ist der Schauplatz Aspen in den Rocky Mountains in Colorado.
Es ist der erste Tag von der jungen Ärztin Dr. Leena Summers und ihr erster Fall ist ein Beinbruch des Profisportlers Mark Turner.

Als zweiten Handlungsstrang gibt es die Leiterin des Krankenhauses, Allana McGinty und den Chefarzt James Raker. Der ist aber nicht ganz so zwingend, könnte sich aber in den kommenden Folgen noch entwickeln. Als Negativfigur gibt es den labilen Arzt Dr.Blade, der trinkt und unzuverlässig ist.
Annabell Nolan schreibt routiniert und ansprechend, bleibt aber klar in den Grenzen des Genres.
Es ist aber auch so, dass von den meisten Lesern, jedenfalls der Hauptzielgruppe, auch nicht mehr gewollt wird. Aber ein paar Potentiale bleiben dabei auf der Strecke.

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Rezensionen von yellowdog:

Kampf um Louna

Negatio von Julia Furba

Das Autorenteam Sabrina Bombarde sind die Eltern von Louna, einem Mädchen das wenige Monate nach Geburt ins Krankenhaus wegen einer seltenen Erbkrankheit ins Krankenhaus musste. Die Behörden werteten das fälschlicherweise als Folgen einer Misshandlung. Den Eltern wurde das Baby ungerechtfertigt weggenommen, kam in Pflege und es dauerte eine jahrelange Rechtsstreit bis die Unschuld bewiesen war und die Familie wieder zusammengeführt wurde.

Klar wird, wenn man sich nicht sofort gegen übermächtige Instanzen wehrt, ist es vielleicht schnell zu spät.
Es ist ein sehr klagender Text, zwar verständlich, aber manchmal wundert an sich, das wirklich alle gegen das Paar gewesen sein sollten, Ärzte, Pflegepersonal, Polizei, Richter etc.
Eigentlich muss man auch Verständnis dafür haben, dass sich Behörden kümmern.
Aber vermutlich ist es wirklich so, dass eins das andere nach sich zieht und es Yoan Bombardie und Sabrina Dietsch so vorkam, als würde sich alles gegen sie verschwören. Es war eine große Ungerechtigkeit.
Zum Glück sind sie jetzt wieder zusammen und ich hoffe, es geht ihnen gut.

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Rezensionen von jiskett:

Guter Abschluss der Reihe

Dream Maker - Liebe von Audrey Carlan

"Liebe" ist ein sehr gelungener Abschluss der "Dream Maker"-Reihe. Ich fand es zwar schade, dass mehr oder weniger offen blieb, was noch alles mit Parkers und Skylers Freunden passiert ist, weil das Buch sich so irgendwie unfertig anfühlt, doch die Autorin macht am Ende dieses Sammelbandes darauf aufmerksam, dass sie die Geschichten der Nebencharaktere irgendwann noch erzählen möchte, der Fokus hier aber auf Parker und Skyler lag.

Da die Handlungsstränge von Royce, Bo und Wendy gerade in "Los Angeles" eine größere Rolle spielten und die Figuren mir ans Herz gewachsen sind, hoffe ich, dass Carlan wirklich noch mehr über sie schreiben wird - ich würde gerne erfahren, wie es weiter ging.

Die Liebesgeschichte von Parker und Skyler wurde gut beendet. In allen drei Erzählungen konnte man sehen, wie gut sie zusammen passen, dass sie füreinander da sind und sich in schweren Zeiten Halt geben. Sie mussten hier wirklich einiges durchstehen und es war schön, dass sie zusammen trotz allem glücklich waren. Ein paar der Szenen waren zwar ein bisschen kitschig, aber in Anbetracht dessen, was die beiden zuvor erlitten hatten, hat mich das überhaupt nicht gestört und ich fand das Ende des Buches wirklich schön; es war ein guter Ausgleich zu all den Ärgernissen und furchtbaren Erlebnissen, die ihr Leben zuvor zu dominieren schienen.

Schon im vorherigen Band mussten die Charaktere sich schwierigen, potentiell gefährlichen Situationen stellen und in "Liebe" hat die Lage sich noch einmal zugespitzt. Zwar wurde für mich schnell ersichtlich, wer hinter all dem stecken könnte, doch die Reaktion der Protagonisten war für mich trotzdem glaubwürdig und ich mochte, dass die Autorin realistisch mit den widerstreitenden Emotionen der Figuren umgegangen ist. Zudem gab es in diesem Zusammenhang ein paar sehr spannende Szenen und ich wollte mir gar nicht ausmalen, was noch alles hätte passieren können. Die angespannte Stimmung und die Ängste der Beteiligten wirkten beinahe greifbar und die Balance von Sorge und schönen, entspannten Momenten oder auch der Arbeit an den Aufträgen ist Carlan gut gelungen, selbst wenn ich einen etwas größeren Fokus auf der Arbeit von 'International Guy' begrüßt hätte; letztlich ging es aber um die Beziehungen der Protagonisten untereinander und ihre Erlebnisse, was mich überhaupt nicht gestört hat.

Im Gegensatz dazu hatte ich zunächst ein paar Probleme mit der Entwicklung eines Charakters, die für mich aus dem Nichts zu kommen schien, doch rückblickend ergab die Darstellung Sinn und ich frage mich nun, ob es bereits in vorherigen Geschichten Andeutungen gab, die ich einfach überlesen oder als unwichtig abgetan habe. Es könnte interessant sein, die Reihe mit diesem neuen Wissen erneut zu lesen. Davon abgesehen hat mir auch gefallen, dass viele bereits bekannte Personen in diesen drei Erzählungen erneut aufgetreten sind und wie sie alle auf ihre Art die Erzählung bereichert haben.

Alles in allem würde ich "Liebe" mit 3,5 Sternen bewerten. Die drei Geschichten haben mich gut unterhalten, die einzelnen Handlungsstränge wurden angemessen beendet und es gab sowohl überraschende Wendungen, dramatische Entwicklungen als auch wirklich schöne Momente, sodass ich das Buch - ebenso wie die ganze Reihe - gerne gelesen habe.

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Rezensionen von LEXI:

Wer waren die Toten von Altbruck?

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Auf einem Kiesablageplatz in Altbruck werden Skelettteile zweier Personen gefunden, die vor siebzig bis achtzig Jahren ermordet wurden. Kriminalhauptkommissarin Gina Angelucci von der Münchner Mordkommission arbeitet mit ihren beiden Kollegen Thomas Wilzoch und Holger Morell in der Abteilung für ungeklärte Altfälle, sie soll diesen alten Mordfall neu aufrollen.

Die Ermittlungen gestalten sich angesichts der langen Zeitspanne, die seit den Morden verstrichen ist, als schwierig. Doch Ginas Leidenschaft für ungelöste Fälle und ihr Hang zu unkonventionellen Alleingängen veranlassen sie dazu, sich über sämtliche Hindernisse hinwegzusetzen. Gina möchte mit allen Mitteln die Identität der Opfer, ihre Geschichte, das Mordmotiv, und die Person des Täters ausforschen. Oberstaatsanwalt Jochen Poschmann fühlt sich durch Politik und Presse unter Druck gesetzt und verlangt von der Kommissarin und ihren Kollegen innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse. Doch der Mord geschah in den Wirren des Krieges, Familienangehörige und Zeitzeugen sind vermisst, verschollen oder bereits verstorben, die Spur ist längst kalt. „Die Zeit arbeitete gegen die Wahrheit und für das Vergessen“ – mit dieser Aussage möchte Gina Angelucci sich jedoch nicht abfinden, und letztendlich wird ihre Hartnäckigkeit von Erfolg gekrönt.

Mit der vorliegenden Neuerscheinung „Unbarmherzig“ hielt ich das erste Buch von Inge Löhnig in meinen Händen. Obgleich es sich hierbei um den zweiten Fall der Reihe um die Kriminalkommissarin Gina Angelucci handelt, fand ich mich mühelos in der Geschichte zurecht. Die Autorin besitzt einen sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil, sie versteht es geschickt, den Leser ans Buch zu fesseln. Der brutale Mord und die interessante Ermittlungsarbeit der Kriminalbeamten bringen Spannung ins Buch, die Neugier auf die Identität des Täters wird geweckt. Rückblenden in die Vergangenheit erzählen von einer Munitionsfabrik der Nazis, in der zweitausend Kriegsgefangene, Sträflinge und Zwangsarbeiter tätig waren. Detaillierte Orts- und Zeitangaben ermöglichen eine gute Orientierung im steten Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Fokus ist auf die Protagonistin Gina Angelucci, ihre Kollegen, und ihre Familie gerichtet. Im Erzählstrang, der sich mit der Vergangenheit befasst, spielt eine junge Zwangsarbeiterin aus Riga namens Kairi Naujokate die Hauptrolle. Ihre Verschleppung, die beschwerliche Reise zur Heeresmunitionsanstalt und ihr hartes, entbehrungsreiches Leben in Altbruck werden dem Leser überzeugend nahegebracht. Inge Löhnig stellt ihren Protagonisten zahlreiche Nebenfiguren zur Seite und streut darüber hinaus einige Verdachtsmomente. Auch dem Privatleben von Gina Angelucci wird große Aufmerksamkeit zuteil, der Kommissarin und ihrer Familie droht Gefahr aus völlig unerwarteter Richtung. Ich empfand sowohl die Charakterzeichnung der handelnden Personen, als auch die Darstellung ihrer Konflikte als äußerst gelungen.

FAZIT: „Unbarmherzig“ war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieser Autorin. Der vorliegende Krimi hat mir sehr gut gefallen. Inge Löhnig bereitete mir mit ihrem Schreibstil, der spannenden Handlung und überzeugenden Charakteren großes Lesevergnügen und ich freue mich bereits auf weitere Bände dieser Reihe.

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Rezensionen von LEXI:

Nichts war mehr wie früher, und alles war die Schuld dieser Frau!

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Barbara, die älteste Tochter des reichen Papiermüllers aus Wissfeld an der Brieg ist zutiefst empört. Nachdem Hans Georg Körners Ehefrau Lindel Weinachten 1697 starb, entschloss sich der frisch gebackene Witwer bereits kurze Zeit später, eine neue Ehe einzugehen. Hermine Bertel ist eine Schönheit mit tiefgrünen Augen und einer blonden Lockenpracht, ihre Anmut, ihre graziösen Bewegungen und ihr Liebreiz entflammten Barbaras Vater auf den allerersten Blick.

Diese Heirat mit einer jungen Frau, die kaum älter war als sie selbst, entzweite Vater und Tochter. Es kommt vermehrt zu Konfrontationen, und als Barbara eine arrangierte Ehe mit dem Sohn eines Kölner Verlagsinhabers boykottiert, eskaliert die Situation. Hans Georg greift zu einer drastischen Maßnahme, die für alle Beteiligten tragische Folgen hat.

Christina Auerswald hat mich mit dieser Geschichte um die junge Papiermüllerstochter Barbara vom ersten Moment an voll und ganz in ihren Bann gezogen. In einem unvergleichlich schönen Schreibstil und einer gewählten Sprache, die zu lesen einen wahren Genuss darstellt, zeichnet sie ein Bild der Familie Körner und ihres Umfelds. Man lernt Hans Georg, seine Ehefrau Lindel und ihre fünf Kinder kennen, doch die hochschwangere Lindel und ihr sechstes Kind sterben bei der Geburt. In einfühlsamen Worten erzählt die Autorin von der unsäglichen Trauer der ältesten Tochter Barbara sowie ihrem Stolz und Trotz, die letztendlich deren weiteres Schicksal beeinflussen. Christina Auerswalds erstklassige Charakterzeichnung ihrer handelnden Figuren hat mich tief beeindruckt. Sie verleiht sowohl Protagonisten, als auch Nebenfiguren eine unglaubliche Tiefe, ihre Darstellung fiel facettenreich und in hohem Maße authentisch aus. Man kann nicht umhin, sich in diesem Buch zu verlieren, die Figuren der Handlung auf ihrem Weg zu begleiten, mit ihnen zu hoffen und zu bangen. Eine tiefe Fülle von Emotionen begleitete mich als Leser dieses Buches, und ich bedauerte es zutiefst, mich nach der letzten Seite wieder von ihnen verabschieden zu müssen. Die Autorin liefert keine Schwarz-Weiß-Zeichnung, sie erzeugt vielmehr Verständnis für das Denken und Handeln der verschiedenen Personen. So fühlt man mit der Protagonistin Barbara, nachdem ihre Mutter starb und sie innerhalb kürzester Zeit mit ihrer neuen Stiefmutter konfrontiert wurde. Doch nach und nach treten die guten Charaktereigenschaften dieser jungen, bildschönen Frau aus vornehmer Familie zutage, und ich konnte mich einer emotionalen Einbeziehung nicht mehr widersetzen. Obgleich Hans Georg Körner durch seinen Mangel an Takt und Feingefühl großen Schaden anrichtet, vermittelt die Autorin auch dessen guten Eigenschaften und ein Verständnis für die im Grunde wohlmeinenden Motive seines Handelns. Als männlicher Protagonist fungiert Valentin Martin Körner, im Buch stets „Velten“ genannt. Als Lumpensammler zählt er zu den Ärmsten der Armen in Wissfeld. Ein dunkler Fleck in der Vergangenheit belastet den fleißigen und wortkargen jungen Mann, doch er trägt sein hartes Schicksal ohne zu Klagen. Nachdem Hans Georg Körner ihm ein unwiderstehliches Angebot unterbreitet, scheint aus Veltens größter Traum von einem Leben in der Neuen Welt ein erreichbares Ziel zu werden. Durch Ruprecht Wildkatz, den talentierten Verlegersohn mit dem unattraktiven Äußeren, Veltens unglücklichen Vater Martin Körner und den freundlichen Pfarrer Gunter Hammer wird die Handlung in Form interessanter Nebenfiguren bereichert. Mein unangefochtener Favorit war und ist jedoch Albrecht Langen. Als uneheliches Kind einer jungen Frau, die knapp vor der Geburt schwerste Misshandlungen erleiden musste, kam Albrecht stark verunstaltet zur Welt. Der wortkarge und verwachsene Mann mit dem verschobenen Gesicht, der sich nur mittels Grunzlaute zu verständigen vermag, wird geschmäht, verspottet und gemieden. Einzig Barbara sieht in ihm einen in seinem missgestalteten Körper gefangenen mitfühlenden und warmherzigen Menschen. Albrecht ist Barbaras liebevoller und einziger Freund, den sie wie einen großen Bruder liebt und der ihr durch seine stummen freundschaftlichen Umarmungen Trost schenkt. Albrechts Intelligenz äußerst sich in seiner hervorragenden Arbeit in der Papiermühle und seiner Kunstfertigkeit im Lesen und Schreiben, die besonders Pfarrer Hammes bei den Eintragungen in seinen Büchern zugutekommt. Als böser Antagonist dieses Buches fungiert Hans Georgs streitsüchtiger Bruder Heinrich, der nach einer über zwanzig Jahre währenden Fehde wieder in die Familie aufgenommen wird.

Fazit: „Die Ehe der Barbara Körner“ stellte für mich ein außergewöhnlich schönes Leseerlebnis dar. Dieser Roman hat meinem Lesegeschmack in jeglicher Hinsicht entsprochen und alle meine Erwartungen weit übertroffen. Ich empfand sowohl die wunderschöne Sprache, als auch die interessante Handlung und das spannungsgeladene Finale, mit dem ich im Grunde nicht gerechnet hatte, als reinen Lesegenuss. Durch die hervorragende Charakterzeichnung der handelnden Figuren vervollständigte sich mein grandioser Leseeindruck und ich darf ruhigen Gewissens behaupten, dass „Die Ehe der Barbara Körner“ ein herausragendes Lese-Highlight für mich darstellt. Ich kann es kaum erwarten mich in den Nachfolgeband zu vertiefen und die Geschicke der Barbara Körner weiter zu verfolgen.

Fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses fantastische Buch!

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Rezensionen von Harakiri:

zu kurz

Die Nickel Boys von Colson Whitehead

Florida in den 1960er Jahren: Elwood ist schwarz, will aber etwas aus seinem Leben machen. Als er es aufs College schafft, geht ein Traum in Erfüllung. Leider gerät er unschuldig in Schwierigkeiten und wird in eine Besserungsanstalt für Jungen gebracht. Dort bemüht er sich, auf gute Führung früher entlassen zu werden, doch das Schicksal – oder die Willkür – machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

Whithehead wagt sich wieder an das heiße Thema Rassismus. Das Buch ist fiktiv, stützt sich aber auf reale Ereignisse. Die „Weiße-Haus-Jungs“ gab es tatsächlich und das ist wirklich erschreckend zu erfahren. Was die Jungs - Weiße, wie Schwarze – hier durchmachen mussten, macht Gänsehaut. Der Autor schreibt anschaulich und gut recherchiert. Die Hauptpersonen wecken Sympathie und man bangt mit ihnen mit. Mir hätte die Handlung dennoch noch etwas anschaulicher geraten können.
Am Ende wartet der Autor noch mit einer Überraschung auf, mit der ich niemals gerechnet hätte.

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Rezensionen von manu63:

Das Rote Kreuz entsteht

Die Nickel Boys von Colson Whitehead

Die Mohnfelder von Solferino aus der Feder der Autorin Diana Menschig beschäftigt sich in kleinen Teilen mit dem Thema wie das Rote Kreuz entstanden ist. Eingebettet in die Liebesgeschichte zwischen Gio und Magdalena kann der Leser verfolgen aufgrund welcher Eindrücke Henry Dunat auf den Gedanken gekommen ist das Rote Kreuz zu gründen.

Wobei die Erzählung rund um Gio und Magdalena einen großen Teil der Geschichte ausmacht und erst im letzten Drittel des Romans geht es mehr um die Gründung der Hilfsorganisation.


Die Liebesgeschichte zwischen Gio und Magdalena finde ich etwas stark konstruiert und mit den Charakteren werde ich nicht so richtig warm. Gerade die vielen unausgesprochenen Dinge und die daraus resultierenden Zweifel und Missverständnisse zwischen den beiden finde ich im Laufe der Geschichte recht mühselig zu lesen. Die politischen Streitereien zwischen Magdalena und Gio tun das weitere dazu, das ich die Geschichte langatmig und wenig spannend fand. Aufgrund des Klappentextes hatte ich mir mehr zu Dunant und die Geschichte des Roten Kreuzes erhofft, doch das bleibt in diesem Roman eher Nebensache. Insgesamt eine Geschichte die ganz nett zu lesen ist aber die für mich Längen und Wiederholungen enthielt, welche der Geschichte die Dynamik genommen hat.

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