Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Guter Einstieg in die Lesewelt!
Der magische Blumenladen für Erstleser, Band 1: Die verschwundenen Katzen von Gina Mayer
Gina Mayer hat mit der erfolgreichen Kinderbuch-Reihe „Der magische Blumenladen“ schon viele Kindeherzen erobert. Die Reihe ist entweder zum Vorlesen geeignet (was ich mit meinen beiden gemacht habe) oder zum Selbstlesen, wenn man das Lesen schon gut beherrscht. Aber für die ersten eigenen Leseerfolge ungeeignet.
Nun wird eine Lücke geschlossen in dem es den „magischen Blumenladen“ auch für Erstleser gibt mit dem Titel „Die verschwundenen Katzen“. Eine super Idee, denn wenn man die Geschichten vom Vorlesen bereits kennt, ist man dem Text gegenüber aufgeschlossener. Wenn man die Geschichte durch dieses Erstleserbuch kenne und lieben lernt, dann ist es ein besonderer Ansporn auch die „richtigen“ Blumenladen-Bücher danach lesen zu können. Daher finde ich diese Reihenerweiterung eine gelunge Sache.
Auch sprachlich, von der Reihe mal abgesehen, ist dieses Erstleserbuch empfehlenswert. Viele Illustrationen unterstreichen den Text, die Wörter sind einfach und kurz. Viele Wörter wiederholen sich angemessen um eine positive Wiedererkennung zu ermöglichen und in einen flüssigen Lesezustand zu gelangen. Beispielsweise steht auf der ersten Seite 4x das Wort „schön“. Literarisch bedenklich, aber für Erstleser klasse. Ab und an tauchen auch schwere Wörter auf. wie Lord ist alleine kaum zu bewältigen, aber wenn es einmal erkannt ist, kommt es immer wieder (Lord Nelson heißt hier der Kater um dessen Verschwinden es geht!).
Dieses Erstleserbuch ist voll auf die Bedürfnisse von ABC-Schützen ausgerichtet und noch dazu spannend! Daher auch ein Appell an alle, die ein Erstleser-Buch für Jungs suchen, dies ist zwar ein sehr mädchenhaft anmutendes Buch, aber spannend und toll auch für die Jungs!
Rezensionen von WriteReadPassion:
TYPISCHER KRIMI MIT WENIG SPANNUNG, INDEM DIE SPRECHERIN BRILLIERT!
Cherringham - Das Rätsel von Brimley Manor von Matthew Costello; Neil Richards
Klappentext:
Brimley Manor hat seine besten Tage hinter sich. Schon lange. Das einst prächtige Anwesen ist inzwischen ein Museum für allerlei verstaubte Kuriositäten des ehemaligen Eigentümers. Doch dann bricht ein Feuer aus - und Jack und Sarah entdecken immer mehr Hinweise, die auf Brandstiftung deuten! Die Angestellten von Brimley Manor scheinen allerdings nicht besonders interessiert, den Brand aufzuklären.
Sie verhalten sich rätselhaft und offenbar gibt es mehr als ein dunkles Geheimnis, das sich um dieses Haus rankt. Und jemand scheint fest entschlossen, Jack und Sarah aufzuhalten, bevor sie diese Geheimnisse lüften können ...
Autoren:
Neil Richards hat als Produzent und Autor für Film und Fernsehen gearbeitet sowie Drehbücher für die BBC, Disney und andere Sender verfasst, für die er bereits mehrfach für den BAFTA nominiert wurde. Für mehr als zwanzig Videospiele hat der Brite Drehbuch und Erzählung geschrieben, u.a. "The Da Vinci Code" und, gemeinsam mit Douglas Adams, "Starship Titanic". Darüber hinaus berät er weltweit zum Thema Storytelling. Bereits seit den späten 90er-Jahren schreibt er zusammen mit Matt Costello Texte, bislang allerdings nur fürs Fernsehen. "Cherringham" ist die erste Krimiserie des Autorenteams in Buchform.
Matthew Costello ist Autor erfolgreicher Romane wie "Vacation" (2011), "Home" (2014) und "Beneath Still Waters" (1989), der sogar verfilmt wurde. Er schrieb für verschiedene Fernsehsender wie die BBC und hat Dutzende Computer- und Videospiele gestaltet, von denen "The 7th Guest", "Doom 3", "Rage" und "Pirates of the Caribbean" besonders erfolgreich waren. Er lebt in den USA. Bereits seit den späten 90er-Jahren schreibt er zusammen mit Neil Richards Texte, bislang allerdings nur fürs Fernsehen. "Cherringham" ist die erste Krimiserie des Autorenteams in Buchform.
Sprecherin:
Sabina Godec war bereits lange Zeit leidenschaftliche Schauspielerin und Interpretin klassischer Theaterrollen, bevor ihr Weg sie von der Bühne an das Mikrofon führte. Ihre variantenreiche Stimme setzt sie mittlerweile in allen Feldern des Sprechens ein – sei es als Station Voice für 3sat, bei den Aufnahmen von Hörbüchern und Hörspielen oder bei der Synchronisation von Filmen und Computerspielen.
Bewertung:
Zunächst möchte ich angeben, dass das mein erstes Werk der beiden Autoren ist, dass ich je gelesen oder gehört habe. Der Klappentext wie auch die Hörprobe fand ich sehr interessant und hat meine Neugier geweckt. Daher habe ich mich für die Hörrunde bei der Lesejury für ein Hörexemplar beworben.
Das Cover reiht sich in die gesamte Krimi-Reihe ein und stellt das Coperate Identitiy-System perfekt abgewandelt dar! Es ist sofort erkennbar, dass dieses Hörbuch zur Reihe gehört! Das Cover verrät nicht viel und hat die typische Krimi-Ausstrahlung. Obwohl ich nicht so der Krimi-Leser bin, gefällt es mir richtig gut. Auch empfinde ich es als typisch britisch. Ich finde es sehr gut gelungen.
Das Hörbuch hatte ich ganz schnell durch, weil die Sprecherin eine wunderbar entspannte und einnehmende Stimme und Tonlage hat. Ihr konnte ich wirklich lange zuhören, ohne pausieren zu müssen. Sie belebt die Geschichte und hat bei mir viel mehr an Spannung aufgebaut, als die Geschichte für mich hergibt.
Der Fall um den Brandstifter und das Museums-Anwesen erschienen mir in der Hörprobe viel fesselnder als es letztlich ist. Die Charaktere finde ich klasse dargestellt und etwas kurios, was zu der Geschichte und dem Fall hervorragend passt. Der Verlauf der Geschichte hat für mich aber eindeutig viel zu wenig Spannung und plätschert etwas vor sich hin. Sehr schade, da ich finde, auch ein Krimi kann mit Spannung aufwarten - auch ohne Blut. Ich bin deshalb kein großer Krimi-Fan im Allgemeinen, zog mich die Hörprobe jedoch sehr an, sodass ich mich in diese Hörrunde gewagt habe.
Fazit:
Gut ausgearbeitete Charaktere, hervorragende Sprecherin und leider eine mäßig spannende Geschichte. Hier fehlt mir viel zu viel Spannung und Tempo. Allein die Sprecherin hat dafür gesorgt, dass ich das Hörbuch durchweg anhören konnte. Diese Art der Krimi-Erzählung sagt mir nicht zu und ich werde daher auch keine weiteren Geschichten dieser Reihe hören oder gar lesen.
Für alle klassischen Krimi-Fans sehr geeignet, ein ganz unaufgeregter und seichter Genuss.
3,5 Sterne
An den Verlag und dem Lesejury-Team dennoch ein großes Dankeschön für den Hördownload und die Chance, mal was neues habe wagen zu können!
Rezensionen von BarbaraM:
Ein unglaublich berührender, wunderschön geschriebener und feinfühliger Roman
Und wenn nur einer dich erkennt von Hanna Jansen
„Und wenn nur einer dich erkennt“ von Hanna Jansen ist 2018 im Bernstein-Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 200 Seiten.
Friedchen, im Jahr 1912 geboren als Elfriede Wolf, wird von ihren Eltern geliebt und liebevoll umsorgt. Erst einige Jahre später wird sie sich dessen bewusst, dass sie ein bislang von den Eltern gut gehütetes Geheimnis umgibt: sie ist kleinwüchsig und ein Hermaphrodit, d.
h. sie trägt die Geschlechtsmerkmale von beiden Geschlechtern. Friedchen muss sich der Andersartigkeit stellen und Hohn und Spott und das Gefühl des Ausgegrenzt-Seins ertragen. Ihre Eltern und auch Paul, der Nachbarsjunge, begleiten sie durch die immer wieder für sie schwierigen Zeiten, die auch vor dem damaligen geschichtlichen Hintergrund alles andere als einfach sind.
Hanna Jansen gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und eindrücklichen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Friedchen anbelangt mit und konnte mich völlig in die mutige Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Hanna Jansen schafft es in ihrem Roman auf das Gefühl des Ausgegrenzt-Seins und der Stigmatisierung vor dem geschichtlichen Hintergrund des ersten und zweiten Weltkrieges einzugehen. Die Geschichte um Friedchen ist eine sehr private und dann steckt auch so vieles aus der deutschen Geschichte darinnen. Ich habe dies voller Faszination gelesen, habe dies so sehr genossen und bin durch das Buch ohne abzusetzen geflogen. Was für ein tolles Leseerlebnis!
Fazit: Ein feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Friedchen einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt stark in mir nach. Ich empfehle es absolut und uneingeschränkt weiter!
Rezensionen von C. P.:
Überraschender Höhepunkt ihrer Drachenforscher-Karriere
Lady Trents Memoiren - Im Refugium der Schwingen von Marie Brennan
Isabella Lady Trents fünfter und letzter Teil ihrer Memoiren bildet einen wunderbaren Abschluss ihrer Erzählungen mit einem zugleich unerwarteten Höhepunkt. Die mittlerweile in die Jahre gekommene Drachenforscherin berichtet, wie sie im Alter von knapp 40 Jahren zu einer Expedition aufbrach, welche eine entscheidende Wende in der Drachenforschung brachte: Im Refugium der Schwingen löste sie das Geheimnis der sagenumwobenen Drakoneer, dem humanioden Drachenvolk, auf dessen Spuren sie wiederholt auf ihren bisherigen Expeditionen stieß.
Wer ihre bisherigen Bände gelesen hat, wird zunächst einen Roman wie gewohnt vorfinden: Ein besonderes Ereignis veranlasst Isabella, auf eine Expedition zu gehen. Diesmal ist es der mysteriöse Fund eines Drachenkadavers einer bisher noch nicht katalogisierten Art, welche sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Suhail sowie ihrem langjährigen Freund Thomas Wilker ins Mrtyahaima-Gebirge aufbrechen lässt, welches mit dem Himalaya-Gebirge verglichen werden könnte. Aus diesmal gibt es natürlich wieder klimatechnische sowie politische Probleme, die überwunden werden müssen. Doch im Vergleich zu den vorherigen Bänden geschieht diesmal etwas, was den letzten Band zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Was, das möchte ich hier nicht verraten, denn sonst wäre die Überraschung ja weg. Auf jeden Fall ergeben nach diesem Abenteuer sämliche Hinweise, welche bisher über die Drakoneer auftauchten, einen Sinn.
Ich empfand "Das Refugium der Schwingen" als den besten Band der Serie. Dieses Abenteuer könnte wohl als der Höhepunkt ihrer Karriere zu deuten sein. Sowohl die Entdeckung, die Isabella macht als auch, wie sie das Abenteuer erlebt und anschließend aufgrund ihrer Entdeckung handelt, haben mich sehr überzeugt. Es gab diesmal keine unnötigen Längen, keine ewig langen Anpassungen an Gesellschaftsregeln vor dem Abenteuer, kaum Fantasietitel und -bezeichnungen, dessen fehlende Bedeutung den Lesefluss ausbremsten und auch auf eigene Lobhudelei hat die fiktive Autorin diesmal weitestgehend verzichtet. Sehr schön waren wieder die Illustrationen im Roman, wobei die Karten für das diesmalige Abenteuer wenig Relevanz hatten.
Ein fantastischer und stimmiger Abschluss einer schönen Serie, spannend, überraschend und schön illustriert.
Rezensionen von Gaby 2707:
Kubanerin zu sein heißt stolz zu sein
Nächstes Jahr in Havanna von Chanel Cleeton
Havanna 1958:
Elisa Perez lebt mit ihren Eltern und ihren Schwestern Isabel, Maria und Beatriz in einer Familienvilla am Meer in Varadero bzw. in einem feudalen Stadthaus in Havanna. Beatriz´Zwillingsbruder Alejandro hat sich den Freiheitskämpfern um Fidel Castro angeschlossen und fast keinen Kontakt mehr zur Familie.
Ihr Vater Emilio leitet ein bedeutendes Zuckerunternehmen. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Familie beschließt, geschlossen das Land zu verlassen. Danach hat Elisa, die sich in einen Freiheitskämpfer verliebt hat, keinen Fuß mehr in ihr Heimatland gesetzt.
Miami 2017:
Marisol Ferrera, eine Enkelin von Elisa, will den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter erfüllen und ihre Asche nach Kuba zurück bringen. Bei Ana, der ehemals besten Freundin ihrer Großmutter, die immer noch direkt neben dem ehemaligen Haus der Familie Perez wohnt, fühlt sich Marisol sofort zuhause. Durch Ana erfährt sie viel über das Leben ihrer Großmutter. Als Ana ihr eine Schachtel übergibt, die sie mit Elisa kurz vor der Ausreise nach Amerika vergraben hat, ist das der Beginn, an dem sich Merisol tiefer auf die alte Familiengeschichte einlässt und beginnt, nach dem Mann zu suchen, den ihre Oma so geliebt hat. Auch ihre Wurzeln will sie endlich finden und kennenlernen. Dabei lernt auch sie einen Mann kennen, der ihr Herz im Sturm erobert.
In diesem Familienroman über die Industriellenfamilie Perez nimmt mich Chanel Cleeton mit auf die wunderschöne Karibikinsel Kuba. Abwechselnd lerne ich Land und Leute einmal an der Seite von Elisa kennen, dann wieder aus heutiger Sicht durch ihre Enkelin Marisol. Durch die eindringlichen und farbenfrohen Beschreibungen meine ich sehr bald direkt vor Ort und mittendrin zu sein. Durch Ana lerne ich, wie schwer es auch heute noch ist, in diesem scheinbaren Paradies zu leben. Versorgungsengpässe bestimmen das Leben und organisieren ist lebenswichtig. Ich erfahre auch Vieles über die politische Lage, z.B. aus der Zeit als Fidel Castro und Freiheitskämpfer Che Guevara die Batista-Regierung stürzen wollen und Folter, Gewalt und Unterdrückung an der Tagesordnung sind. Aber auch heute ist die politischen Lage noch immer angespannt.
Ich mag die Menschen, denen ich hier begegne. Allen voran Elisa und Pablo, Marisol und Luis. Die Liebesgeschichten der beiden Frauen gleichen sich sehr und bringen neben den Sorgen, die die beiden Frauen, jede in ihrer Zeit haben, den Touch Romantik in die Geschichte. Auch die anderen Charaktere sind glaubwürdig, menschlich, liebevoll und mit den verschiedensten Eigenschaften ausgestattet, gut vorstellbar gezeichnet. Ich konnte ihre Sorgen, ihren Kummer, die Trauer, Hoffnungslosigkeit, Angst und Unsicherheit gut nachempfinden. Aber auch die Hoffnung, die ich gut verstehen kann, nimmt einen großen Teil der Geschichte ein.
„Nächstes Jahr in Havanna“ spült so viele Emotionen an die Oberfläche, hat mich gefesselt und in mir den Wunsch geweckt, dieses Land, von dem ich nicht so Vieles wusste, einmal zu besuchen. Vielleicht gelingt es mir auf Elisas und Marisols Spuren zu wandeln.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Obsession wie im Horror-Märchen
Harz von Ane Riel
Jens Haarder ist ein liebevoller Vater, der auf übertriebene Weise sein Kind vor den Gefahren dieser Welt bewahren will. Vor allem aber will er es nicht verlieren, an was oder wen auch immer. Ein Mann mit starkem Beschützerinstinkt, der aber eben auch manisch sammelt und anhäuft. Ein paranoider Messie.
Und so wird der Radius, der Liv für ihr eigenes Leben zugestanden wird, immer eingeschränkter, bis es enger nicht mehr geht. Ihr Container hat als unmittelbare Nachbarn etliche Särge. Särge, die in früheren Jahren auch mal ausprobiert worden sind. Ein allgegenwärtiger Tod. Neben wenigen Spielsachen gehören im Harz konservierte Tiere zu Livs Zeitvertreib. Ebenso die Briefe ihrer Mutter. Tja, und da ist auch noch Carl. Wer das ist? Lesen Sie selbst, wie es zu diesen absonderlichen Lebens- und "Besitzverhältnissen" kam und wie die Vergangenheit der Familie, besonders die von Jens, zuvor ausgesehen hat.
Man kann mit fortschreitender Lektüre das Motiv zum krankhaften Tun des Vaters weitgehend verstehen. Trotzdem nagt es an der eigenen Psyche, dass man nur lesen und nicht eingreifen kann. Stellenweise ist es kaum auszuhalten, und die grösste Sympathie gilt natürlich dem Mädchen. Wobei mir scheint, dass es weniger als die Eltern unter Isolation und Angst leidet, denn der Container ist für Liv zum Alltag geworden.
Der Thriller ist unterteilt in verschieden lange Abschnitte, manchmal nur mit einem kurzen Text, aus verschiedener Sicht. Bei Liv (und natürlich in den Briefen) wurde die Ich-Form gewählt, was besonders nahegeht. Das Geschehen ist sehr plastisch und lebendig geschildert, manchmal fast schon zu intensiv. Auf mich wirkt das Buch sehr bedrückend und verfolgt mich regelrecht, nachdem ich es beiseitegelegt habe. Grimms und Hauffs Horror-Märchen sind gar nicht weit entfernt. Gleichzeitig enthält der Text, quasi Inseln zwischen all dem Schrecken, ein wohltuendes Bouquet verschiedenster Düfte. Streckenweise ist es ein Lesen "der Nase nach", ausdrucksstark und sinnlich.
Am Ende der einzelnen Abschnitte sind immer wieder raffinierte kleine Cliffhänger eingebaut. Und der Satz gleich zu Beginn ("…, als mein Vater meine Grossmutter umgebracht hat") könnte ein Klassiker für erste Sätze in der Literatur werden.
Zum Cover: Fast erwartet man klebrige Buchstaben, wenn man den harzfarbenen Titel auf dem Umschlag berührt. Harz, die Absonderung vieler Bäume (ja, auch der Lackschildlaus), welche die geschlagene Wunde wieder verschliesst und zur Heilung beiträgt. Mehr als nur doppeldeutig!
Rezensionen von nil_liest:
Asiatisch, gigantisch, lesenswert
Die Lotosblüte von Sok-Yong Hwang
So gänzlich anders als viele andere Romane, die ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe. Und überzeugend! Es liegt an vielem – die Geschichte, die unfassbar ist, so fern der eignen Alltagsrealität. Dann die Umgebung, Korea als Setting katapultiert einen auch ganz weit weg. Und natürlich die sprachliche Ausgestaltung, ein historischer Stoff im asiatischen Gewand! Wahnsinn!
Die Globalisierung und die Digitalisierung vernetzt uns alle auf ein Art, dass man manchmal den Eindruck bekommen könnte alle Orte der Welt gleichen sich so langsam an und der Reiz der Andersartigkeit verschwindet.
Aber dieser tolle koreanische Roman von Hwang Sok-Yong erinnert uns wieder auf beeindruckende Art und Weise wie kulturell unterschiedlich und vor allem reichhaltig die Welt ist! Alleine die großartige Art wie diese Geschichte erzählt wird, auf eine leise eindringliche Weise und doch ein so packender und dramatischer Inhalt.
Ich brauchte zwar etwas um in den Text einzutauchen, aber es war eher die andere Art der Erzählkunst die mich stocken ließ und faszinierte. Auch finde ich die Übersetzung flüssig und gut von Ki-Hyang Lee.
Worum geht es? "Die Lotusblüte" beginnt schon irritierend, denn Chong weiß nicht so recht wo sie ist und die Irritation und Wachsamkeit der ersten Seite trägt sie weiter. Fast märchenhaft beginnt hier ein Epos über eine interessante Zeit in Südostasien. Es geht um einen alten koreanischen Mythos, der hier aufgearbeitet wird. Frauenhandel, Opium, Prostitution, Zweitfrauen – alles Themen, die hier aufgearbeitet werden. Es rückt die Frauen des 19. Jahrhunderts in den Fokus.
Fazit: Ein dicker Wälzer mit dem man sich mal gut eine Woche einschließen kann und mental entschwindet! Beeindruckend!
Rezensionen von Heinemann:
ein sehr dystopisches Buch
Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky
Metro 2033 ist der Beginn eines kompletten Universums voller Geschichten, Charakteren, Mutanten, Gefahren, Problemen, Kriegen und Leid.
Das erste Buch der Metro Reihe überzeugt mit Härte, Ehrlichkeit und viel Spannung.
Die Charaktere und die Handlung sind liebevoll ausgearbeitet und das Buch wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Man fiebert und hofft, dass die Reise von Artjom irgendwann mal ein bisschen einfacher wird...
Das Ende lässt einen mit einem bedrückendem Gefühl alleine zurück, weshalb man die folgenden Romane auch lesen sollte. Es lohnt sich!
Für Fans von Endzeit-Romanen genau das richtige
Rezensionen von Heinemann:
seht zu empfehlen für Metro-Fans
Die Reise ins Licht von Andrej Djakow
Ein grandioses Buch mit einem Vorwort vom Erschaffer des Metro-Universums.
Die Reise ins Licht begleitet uns mit dem Waisenjungen Gleb in das postapokalyptische St. Petersburg auf eine gefährliche Mission voller Gefahren und Widrigkeiten.
Die Stimmung aus den Vorbildern wird wunderbar übertragen.
Die Handlung lässt den Leser kaum mehr los.
Für mich persönlich einer der besten Ableger im ganzem Universum.
Rezensionen von nil_liest:
Guter Schmöker
Im Freibad von Libby Page
Geschmäcker sind verschieden und das gilt natürlich auch für Romane! Normalerweise habe ich nach Beendingung eines Romans eine genaue Bewertung für das jeweilige Buch im Kopf und kann es entweder empfehlen, vielleicht auch nur einer bestimmten Gruppe von Personen oder eben auch überhaupt nicht. Und nun kommt mir „Im Freibad“ von Libby Page (im Original „The Lido“) zwischen die Finger, dass passender in diesen letzten Sommertagen hätte nicht sein können.
Die meiste Lesezeit habe ich sogar in Freibädern verbracht – besser geht es nicht. Und trotzdem war ich stellenweise gelangweilt, dann wieder mitfiebernd ob das Schwimmbad gerettet wird. Mal hat mich der Schreibstil genervt, weil doch recht einfach gehalten und mal gab es Sätze die schöner nicht hätten sein können. Die Darstellung von Brixton und seinen Bewohnern fand ich gut und teilweise originell, aber auch strapazierend unkreativ bei manch anderen.
Was mir auch zu Beginn natürlich schon bewusst war, es ist keine herausragende Literatur, sondern eben ein Buch fürs Schwimmbad, für die Ubahn, für den Strand, für den Flieger. Ablenkende Lektüre.
Die Gestaltung des Buches selbst ist äußert gelungen, nicht nur das Cover auch die innenliegenden Seiten des Umschlages zieren Schwimmbahnen mit Schwimmern. Gestalterisch gelungen.
Ihr ahnt es schon, so recht empfehlen mag ich es nicht, aber wer ein leichtes Sommerbuch sucht, liegt hier nicht falsch und ist mit „Im Freibad“ sicher besser bedient als mit anderen Schmökern. Ja, vielleicht ist das mein Resümee für einen Schmöker sehr gelungen! Wer gerne auch mal zu einem englischen Buch greift ist mit dem Original sicher gut bedient, kein komplizierter Text.
Die Autorin Libby Page ist jung und ich glaube fest daran, dass mit steigender Lebenserfahrung auch die Ausarbeitung der Charaktere tiefer wird und die Geschichten auch Ecken und Kanten bekommen. Ich bin gespannt auf ihre Entwicklung. Ich werde sicher auch dem nächsten Roman eine Chance geben . aber in English!











