Kunden em pfehlungen
Rezensionen von mi.blum@t-online.de:
Melancholische Poesie
Die Lotosblüte von Sok-Yong Hwang
Der Roman "Die Lotosblüte" des koreanischen Autors Hwang Sok-Yong, Jahrgang 1943, im Original bereits im Jahr 2003 erschienen, ist die wunderbar lesbare Lebensgeschichte eines Mädchens, welches schon sehr früh auf die vorgezeichnete Bahn einer Kurtisane gerät. Orte der Handlung finden sich im Ostasien des 19.
Jahrhunderts. Hineingeboren in eine von Männern beherrschte Welt, mit kaum einer Chance, einen Ausweg aus dem Geschäft mit dem eigenen Körper, geschweige denn einen sozialen Auftieg zu erreichen. Die Protagonistin Chong aber schafft es - mit einer gehörigen Portion Mut, Menschlichkeit und Unangepasstheit - ihren Weg zu gehen. "Während Chong so zuhörte, kam ihr der Gedanke, dass die Welt unheimlich groß sein musste, ohne Grenzen, und dass unendlich viele Menschen an unendlich vielen Orten auf dieser Welt lebten." Am besten liest Mann / Frau dieses Buch im Halbschatten eines Laubbaumes und hört beim Genuss der Zeilen, wie der Wind durch die Blätter rauscht.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Vielschichtig und hintergründig, spannend bis zur letzten Seite
Die Lotosblüte von Sok-Yong Hwang
Autorin Lotte R. Wöss entführt ihre Leser in die steirische Landeshauptstadt Graz, die in der Statistik der Morde eine eher untergeordnete Rolle spielt. Doch, das wird sich, wie wir gleich lesen, schnell ändern:
Als Chefinspektor Anton „Toni“ Wakolbinger am Tatort eintrifft, warten zwei Überraschungen auf ihn: Die übel zugerichtete Leiche des angesehenen Gynäkologen Dr.
Leitner und eine neue Assistentin, Cassandra „Cindy“ Panzenböck.. Während die Ermittler noch den Hintergrund des Dr. Leitner beleuchten, wird eine weitere verstümmelte Leiche gefunden. Als sich herausstellt, dass es sich dabei um NAdine Wirth, die Nichte des Arztes handelt, scheint ein Zusammenhang zwischen den beiden Toten nicht ausgeschlossen. Die Eltern der toten jungen Frau verschweigen etwas, dessen sind sich Wakolbinger und Panzenböck sicher. Nur was? Die vagen Andeutungen um den 14 Jahre zurück liegenden Selbstmord der älteren Tochter Jessica, wirft ebenso einen Schatten auf die Reputation des Gynäkologen wie die Machenschaften um seine Kinderwunschpraxis.
Dann geht es Schlag auf Schlag und die Statistik der Morde schnellt, sehr zum Leidwesen von Wakolbingers Vorgesetzten Machacek, in die Höhe. Geht ein Serienmörder in Graz um? Und was sollen die, auf den Toten drapierten rosa Babyschühchen bedeuten?
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn es scheint, als ob hier eine alte Rechnung beglichen wird.
Meine Meinung:
Der Autorin ist mit diesem Krimi-Debüt eine fesselnde Geschichte von Niedertracht, Geltungssucht, Gier und Rache gelungen.
Die Charaktere bestechen durch Ecken und Kanten. Nicht nur die Ermittler lassen uns an ihrem Privat- bzw. Seelenleben teilhaben. Nein, fast könnten wir Sympathie für den Täter entwickeln, dem wir in kursiven Einschüben über die Schulter schauen dürfen. Dass die Opfer durchwegs Dreck am Stecken haben und sei es „nur“ durch Passivität oder doch aktive Schuld, macht den Krimi fesselnd bis zur letzten Seite.
Gut gefällt mir der Rahmen, in dem dieser Kriminalroman spielt: Die durchaus überschaubare Stadt Graz, die nicht so zum Hotspot von Mord und Totschlag zählt. Die hektische Betriebsamkeit des Vorgesetzten Machacek, die Morde so schnell wie möglich und ohne Einmischung der „Großkopferten“ aus Wien zu lösen, ist kontraproduktiv, wenn auch durchaus verständlich. Mehr als arbeiten können Wakolbinger und sein Team auch nicht. Der Seitenhieb auf die drohende Hilfe „von außen“, zeigt deutlich, dass man sich von der Bundeshauptstadt so gar nicht gerne helfen lassen will, die manchmal doch herablassend auf die Provinz herabsieht.
Der Schreibstil ist flott und bildhaft. Die Reaktionen der Ermittler sind durchaus nachvollziehbar. Sehr gut ist auch das anfangs ein wenig gespannte Verhältnis zwischen Wakolbinger und Panzenböck dargestellt. Doch in den nur wenigen Tagen dauernden Zusammenarbeit lernen die beiden einander schätzen und vertrauen.
Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite erhalten, obwohl sich mein Verdacht, den ich recht bald hatte, bestätigt hat. Manchmal ist es einfach spannend zu lesen, ob die Ermittler denselben Gedankengang haben.
Fazit:
Für diesen bis zur letzten Seite fesselnden Krimi gebe ich leichten Herzens 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von rainbowly:
Schräger Humor, viel Fantasie und Chaos
Samantha Spinner. Mit Schirm, Charme und Karacho von Ginns Russell
Inhalt
Samanthas Onkel Paul verschwindet plötzlich spurlos. Aber er hinterlässt jedem der Spinner-Kinder ein Geschenk. Buffy erhält einen Scheck über 2,4 Milliarden Dollar, Nipper die New York Yankees und Samantha einen alten, roten Regenschirm. Sie ist enttäuscht und wütend und kann sich nicht erklären, warum sie so ein Geschenk bekommt.
Um das herauszufinden macht sie sich auf die Suche nach Paul und stolpert damit in ein grosses Abenteuer.
Gestaltung
Auf dem Cover kann man viele Details entdecken, die man erst im Laufe der Geschichte versteht. Aber schon auf den ersten Blick sieht es nach Abenteuer aus und hat mich sofort angesprochen.
Sprache
Es war zu Anfang recht schwer in die Geschichte reinzukommen. Wir haben es als Vorlesebuch vor dem Einschlafen begonnen und das hat leider gar nicht funktioniert. Die Namen sind recht kompliziert, es kommen unglaublich viele berühmte Orte und Sehenswürdigkeiten vor, die mein Sohn noch nicht kennt und die man dann erklären musste und die Schreibweise ist zu kompliziert, als dass mein Erstleser ein Stück hätte selbst lesen können. Alles in allem: zum Vorlesen für einen Erstleser ist die Geschichte nicht ideal. Also habe ich mich entschlossen das Buch für mich zu lesen.
Und was soll ich sagen? Ich finde die Story toll! Samantha erlebt ein wahnsinnig spannendes und lustiges Abenteuer. Man macht eine Reise von Amerika, über Frankreich bis nach Italien und wieder zurück. Dabei entdeckt man spannende Orte, tolle Sehenswürdigkeiten und fantasievolle Geheimwege.
Trotzdem war auch für mich die Story an einigen Stellen etwas wirr und nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Ausserdem finde ich Samanthas Tagebucheinträge irgendwie unlogisch in die Geschichte eingeordnet - bei manchen gab es gar keinen direkten Bezug zur Geschichte, andere kamen viel früher oder später als sie in die Geschichte gehören. Leider gibt es auch die versprochen Rätsel und Codes erst ganz am Ende des Buches. Da hätte ich mir zwischendurch schon ein paar kleinere Rätsel gewünscht.
Charaktere
Es gibt eine mutige Protagonistin,
einen tollpatschigen, kleinen Bruder
eine eingebildete, grosse Schwester
schräge Eltern
eine fiese Nachbarin
stinkende Schurken
perfekte Voraussetzungen für eine unterhaltsame Geschichte!
Fazit
Ein tolles Abenteuer mit einem etwas schrägen Humor!
Rezensionen von jiskett:
Voller Sinnlichkeit und knisternder Spannung
Lotus House - Sanfte Hingabe von Audrey Carlan
"Sanfte Hingabe" erzählt die Liebesgeschichte von Amber, einer jungen Medizinstudentin, die aus religiösen Gründen noch Jungfrau ist, und Dash, der Tantra-Kurse gibt und mit seiner Sexualität absolut im Reinen ist. Die beiden fühlen sich sehr zueinander hingezogen, weshalb es bei den Yogastunden, bei denen Amber ihm assistiert, gewaltig knistert.
Wie schon beim ersten Band hat mir auch in diesem Buch gut gefallen, dass Yoga für die Liebesgeschichte eine große Rolle gespielt hat. Abgesehen davon, dass die Protagonisten sich bei der Ausübung von Yoga näher kommen, gibt es zu Beginn jedes Kapitels Informationen über verschiedene Positionen und das Sakral-Chakra, um das sich dieser Band dreht. Es steht unter anderem für Sinnlichkeit und die Handlung lässt sich auf jeden Fall mit diesem Wort beschreiben. Obwohl die emotionale Verbindung der Charaktere sehr wichtig ist, liegt der Fokus oftmals auf den erotischen Szenen, wobei ich hier vor allem interessant fand, wie die Protagonisten mit ihren unterschiedlichen Ansichten umgegangen sind und diese vereint haben. Beide müssen Kompromisse schließen und ich fand gut, dass dies nicht immer leicht war, aber auch, dass sie an ihren Problemen arbeiten wollten.
Die romantischen Gefühle von Amber und Dash entwickeln sich ziemlich schnell und die Annäherung der beiden hat eine sehr spirituelle Komponente, aber das hat meiner Meinung nach gut zu der restlichen Erzählung und gerade zu den Charakteren gepasst. Ich fand es dennoch schön, dass man im Anschluss auch sehen kann, wie viel Zeit sie zusammen verbringen, dass sie füreinander da sind und über alles reden können, da dies ihre Beziehung gefestigt und glaubwürdig gemacht hat.
Es ist noch wichtig zu erwähnen, dass Ambers Religiosität eine große Rolle für die Geschichte spielt. Mich persönlich hat dies nicht gestört, da es sich für mich in Grenzen hielt, es zu ihrer Charakterisierung gehörte und es gut zur irgendwie spirituellen Grundstimmung gepasst hat, aber einige Leser könnten sich daran stören, vor allem, da dies Einfluss auf die Beziehung der Protagonisten und gerade ihr Sexleben hat. Die Autorin ist jedoch meiner Ansicht nach gut mit dieser Dynamik umgegangen und ich fand das Ende, das sich daraus ergeben hat, passend und durchaus schön; es war auf jeden Fall interessant zu sehen, wie das Thema in einer erotischen Liebesgeschichte behandelt wurde.
"Sanfte Hingabe" bekommt von mir 4 Sterne. Das Buch hat mich gut unterhalten, ich fand die Protagonisten sympathisch und die Entwicklung der Beziehung von Dash und Amber konnte mich überzeugen. Außerdem hat es mir sehr gefallen, dass das Paar aus dem ersten Band hier wieder vorkam und man mehr über die Romanze der beiden erfahren hat.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Wir alle tragen eine Maske - rein metaphorisch
Die Maske der Gewalt von Jennifer B. Wind
Jennifer B. Winds Thriller „DIE MASKE DER GEWALT“ ist der erste Band der Richard Schwarz-Serie. Der Titel lässt dem Leser viel Spielraum für Interpretationen, offensichtlich fühlt sich der LKA-Ermittler Richard Schwarz nur im Zirkus mit Maske, die seine verbrannte Gesichtshälfte verbirgt als Mister Domino wohl.
Grenzüberschreitender Kriminalfall zwischen München und Wien. Diesmal funktioniert die Zusammenarbeit problemlos.
Der Plot ist im wahrsten Sinn des Wortes vielschichtig: Den Wiener Part übernehmen Richard und Paul vom LKA Wien mit Kollegen und Emily, der Rechtsmedizinerin. Theres, Psychiaterin und Psychologin wird geschickt in die Handlung eingebaut, wird sie doch eine wichtige Rolle im zweiten Band einnehmen. Ein ehemaliger Patient von Theres, den sie identifizieren kann tötet in Serie mit besonderen Messerstichmustern. In mehreren „Intermezzi“ lässt die Autorin den Leser Einblick gewinnen in die verquere Gedankenwelt des Serienmörders.
Parallel dazu ermittelt die Münchner Polizei mit Albert im Entführungsfall Sarah, die „Schwester“ von Richard, die den Zirkus in München leitet. Sarah, das Entführungsopfer wird als Druckmittel gegen Richard eingesetzt, entweder das der Drogenbande geschuldete Geld oder den „Schuldner“ Oliver, Sarahs Verlobter zu übergeben. Durch rastlose Ermittlungen und geschicktes Agieren gelingt es Richard mit Unterstützung seiner Zirkusfamilie, Sarah aus den Klauen der brutalen Entführer zu befreien.
Es gelingt der Autorin geschickt Problematiken als besondere Anliegen wie Computerspielsucht und Gewalt gegen Frauen in die Krimihandlung einzubauen. Der Mörder wird zwar zur Strecke gebracht, hinter ihm lauert jedoch das noch zu verfolgende Böse.
Schreib- und Erzählstil sind auf hohem Niveau, witzig, ironisch, die Spannung reißt nie ab und das unverkennbare österreichische Idiom fördert die Lesebereitschaft.
Rezensionen von Petra Sch.:
Spannend von Anfang bis Ende. Gelungene Fortsetzung
The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis von J. D. Barker
Kurz zum Inhalt:
Es ist Winter in Chicago, seit Monaten herrschen Minusgrade.
Die Leiche der jungen Ella wird gefunden, eingefroren in einem See. Doch Ella wird erst seit drei Wochen vermisst. Wie kam sie in den seit Monaten zugefrorenen See?
Die Medien beschuldigen den Four Monkey Killer (4MK), der Chicago seit langer Zeit in Atemlosigkeit versetzt - doch Detective Sam Porter glaubt nicht daran, dass er es war.
Dessen Handschrift und Modus Operandi sehen ganz anders aus. Porter kennt den Killer sehr gut, und hat sich nun auf ein gefährliches Spiel mit ihm eingelassen.
Währenddessen verschwinden immer mehr Mädchen.
Kann der Täter gestoppt werden - und hängt 4MK vielleicht doch mit drin?
Meine Meinung:
"The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis" ist der zweite Teil der Four-Monkey-Reihe um Detective Sam Porter.
Der Schreibstil ist wieder rasant, extrem spannend und flüssig zu lesen; Die kurzen Kapitel sind gekennzeichnet mit der Anzahl des Tages und der jeweiligen Uhrzeit. Die meisten Kapitel sind aus Sicht von Sam Porter geschrieben; es gibt jedoch auch Einschübe und Kapitel aus der Sicht von anderen Ermittlern und der Opfer. Das macht es nochmals umso spannender, denn man leidet noch mehr mit den Opfern mit und hat das Gefühl, mit ihnen eingesperrt zu sein.
Die Charaktere sind alle authentisch dargestellt, man fiebert mit Porter und seinen Kollegen Clair und Nash und auch FBI Agent Poole von Anfang an atemlos mit.
Auch erfährt man wieder Vieles aus der Vergangenheit von 4MK, und viele neue Puzzleteile setzten sich zusammen.
Wobei mir Sam Porter in diesem Band nicht ganz so gut gefallen hat - sein Charakter wächst nicht, sondern schrumpft psychisch eher etwas zusammen und öfter mal konnte ich sein Verhalten nicht ganz nachvollziehen.
Der Spannungsbogen wird konstant aufrecht gehalten, und man fliegt nur so durch die über 600 Seiten.
Was mir nicht ganz so gut gefiel war, dass eigentlich der komplette Inhalt vom Vorgänger-Band geschildert wurde. Somit geht einem der Spaß am Lesen des ersten Bandes verloren, sollte man diesen noch nicht kennen, da man die Auflösung hier erfährt. Allerdings muss ich sagen, dass der zweite Band so komplex ist, und das Fortschreiten der Geschichte eng mit dem Geschehen aus dem ersten Teil und dessen Ausgang zusammenhängt.
Mein Rat ist: UNBEDINGT mit Band 1 starten - das ist hier bei dieser Reihe absolut wichtig!!
Und auch nicht so toll fand ich das offene Ende; so ein bisschen einen Abschluss hätte ich mir schon gewünscht - ein fieser Cliffhanger und die Geduld, die man braucht, bis der nächste Band erscheint, ergeben leider einen halben Stern Abzug ;)
Fazit:
Temporeiche, rasante und extrem spannende Fortsetzung der Four-Monkey-Reihe. Fesselnd und mitreißend - ich vergebe 4,5 Sterne!
Rezensionen von begine:
Erschütternd
Die Kinder des Borgo Vecchio von Giosuè Calaciura
Der italienische Schriftsteller Giosue Calaciura hat einen interessanten Schreibstil.
Sein Roman „Die Kinder des Borgo Vecchio“ spielt im Süden einer Stadt, in dem die Bevölkerung arm ist. Er wurde von Verena von Koskull übersetzt.
Mimmo, Christofano und Celeste wachsen dort unter brutalen Umständen auf.
In dem Ort wird viel betrogen. Der arme Christofano wird von seinem Vater regelmäßig jeden Abend verprügelt. Die Kinder träumen von einem besseren Leben und das ihre Eltern tot wären. Das ist traurig..
Die Atmosphäre in dem Roman ist brutal und grausam. Er ist nicht so lang, aber es steckt einiges in ihm. Der Roman liest sich nicht so leicht, man muss aufmerksam lesen, aber es lohnt sich.
Rezensionen von heinoko:
Leider gar nicht gut
Die Kinder des Borgo Vecchio von Giosuè Calaciura
„Ein Kriminalroman aus Südafrika“ klingt verlockend, das dazu passende Cover ebenso. Insofern war ich positiv neugierig gestimmt, einen für mich neuen Autor kennen zu lernen. Doch die erste Lesevorfreude wurde schon mal etwas ausgebremst durch das ausgesprochen leseunfreundliche, weil zu klein gestaltete Schriftbild.
Das Lesen strengt sehr an. Und durch das billige Papier, das, so hat man das Gefühl, schon während des Lesens vergilbt, macht das Buch auch haptisch keine Freude. Leider erfüllt das vom Autor gelobte Fehlersuchprogramm nicht den Dienst, den ein menschlicher Korrektor perfekt erfüllen würde. So „übersieht“ so ein Programm sehr gerne die erforderlichen Großschreibungen bei „Sie“ und „Ihnen“. Oder fehlende Wörter bemerkt so ein Programm ebenfalls gerne. Also rundum: Es gibt reichlich Fehler im Text, bis hin sogar auf der Buchrückseite die fehlerhafte Schreibweise von Mfuneni.
Doch weg von den Äußerlichkeiten hin zum Inhalt. Der Autor kündigt sein Buch so an: „Johannesburg. Eine Leiche in einer Badewanne, eine weitere in einem angrenzenden Township. Beide arrangiert wie gewöhnliche Todesfälle, tatsächlich aber Morde. Zufällig mitten im Geschehen: Naturwissenschaftler Frank Sattler, der in der Stadt eigentlich nur Urlaub machen wollte. Sattler taucht ein in die Schattenwelt Johannesburgs. Er gerät in die dunkelsten Ecken der Metropole – und trifft dort auf die skrupellosesten Menschen. Die Dinge geraten schnell außer Kontrolle, und Sattler wird zum Gejagten. Zusammen mit Pia und Mfuneni, zwei Aktivisten, tritt er gegen Gegner an, die ihnen in allen Belangen überlegen scheinen…“
Klingt gut. Und es gibt durchaus auch spannende, temporeiche Passagen im Buch. Doch dies allein genügt halt nicht, um einen lobenswert guten Kriminalroman vorzulegen. Langatmige technische Details bremsen die Leselust ebenso aus wie unnötige, triviale Textpassagen. Die Protagonisten bleiben blass, fade, psychologisch unglaubwürdig und für den Leser nicht nachvollziehbar. Vollends verloren hat für mich der Roman bereits an der Stelle, als Sattler Pia, die Tochter seines Freundes (!), die er eigentlich retten soll, mal eben nach allen Regeln der Kunst „vernascht“ und Pia zu ihm anschließend sagt: „Du warst großartig“. Sorry, was haben solche fraglichen Altmännerträume im Buch verloren? Die Handlung als solche ist ein Wirrwarr verschiedener Themen, zusammengewürfelt, teils unlogisch. Verpackt ist das Ganze in einen spröden, zähen, schwerfälligen, uninspirierten Erzählstil. Ach ja, dass mir nach Lektüre des Buches von Südafrika nur der Eindruck stinkender Müllberge zurückbleibt, ist mir für einen „Kriminalroman aus Südafrika“ leider ein bisschen wenig…
Rezensionen von LEXI:
Ich will die Sterne über der Toskana wiedersehen!
Sterne über der Toskana von Karin Seemayer
„Wenn er dich liebt, dann wird er um dich kämpfen. Sollte er es nicht tun, dann ist er deiner auch nicht wert.“ (Enrico di Raimandi)
Gianna di Raimandi, die achtzehnjährige Tochter von Don Enrico und Silvana di Raimandi, kehrt nach ihrem Abschluss auf das elterliche Weingut „Alberi di Argento“ zurück.
Ihre Verlobung mit Angelo Castiglioni, dem einzigen Sohn und Erben des benachbarten Weinguts Tenuta Bandello, soll in Kürze bekanntgegeben werden. Giannas heile Welt zerbricht jedoch in tausend Scherben, als ihr Bruder Guiseppe vor dem Palazzo Colo in Livorno als Aufständischer hingerichtet, und dessen Zwillingsbruder Tommaso verletzt wird. Aufgrund der konträren politischen Ansichten der beiden Familien wird nach diesem Ereignis die Verlobung von Angelo und Gianna seitens der Castiglionis gelöst. Gianna ist verzweifelt, doch Angelo ist weder charakterstark noch mutig genug, sich gegen seine Eltern aufzulehnen. Die junge Frau reist schließlich nach Genua ab, um bei ihrer Tante Emilia und ihrem Ehemann Fabrizzio Baratti zur Ruhe zu kommen. Doch es brodelt nach wie vor in Italien, und Gianna muss einige Hindernisse überwinden, bis sie endlich ihren Seelenfrieden und ihr Glück findet.
Im dritten Band der Toskana-Reihe begibt Karin Seemayer sich mit Gianna und Maurizio in den Hauptrollen sowie mit zum Teil bereits bestens bekannten weiteren Figuren aus den Vorgängerbüchern erneut in das Weingut des alten Adelsgeschlechts der di Raimandis in der malerischen Toskana. Wie auch in den vorherigen Bänden präsentiert die Autorin eine faszinierende Geschichte, die mit damaligen politischen Ereignissen und hervorragend recherchierten historischen Fakten verwoben wurde. Der Kampf um die Unabhängigkeit Italiens hat drastische Auswirkungen und zerstört unter anderem auch Giannas Lebensplanung. Neben fiktiven, die Handlung dominierende Protagonisten, tauchen auch bekannte Persönlichkeiten wie beispielsweise der spätere Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, auf. In Italien brodelt es, und beim Aufstand im Jahre 1857 in Livorno kommt es zu einem Eklat, die Schlacht von Solferino 1859 bildet schließlich einen tragischen Höhepunkt dieses Buches.
In Giovanna „Gianna“ di Raimandi und Maurizio „Mauro“ Manari erschuf Karin Seemayer zwei sehr sympathische Protagonisten, denen ich von Beginn an sehr zugetan war. Gianna wird als lebhafte junge Dame dargestellt, deren Widerspruchsgeist sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Während sie in Maurizio stets den allerbesten Freund und Vertrauten sah, verliebte sie sich unsterblich in den attraktiven Angelo. Maurizios ruhige, nachdenkliche Art und sein aufrichtiger Charakter haben mir ausnehmend gut gefallen. Für den bescheidenen jungen Mann steht das Glück seiner großen Liebe Gianna an erster Stelle. Kurz vor der Bekanntgabe ihrer Verlobung mit Angelo verlässt Maurizio Tenuta Bandello, das nach dem tragischen Tod seiner Eltern zu seiner neuen Heimat wurde. Während seiner Zeit bei der Armee begegnet er Menschen, die ihn ein Stück seines Weges begleiten, ihn prägen, und einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben einnehmen. Einer davon ist sein Onkel Raimondo, ein Oberstleutnant mit einem Herzen aus Gold, der zu einer meiner favorisierten Nebenfiguren avancierte. Die Autorin hat ihre Geschichte mit sehr vielen handelnden Figuren bestückt, das ausführliche Personenregister zu Beginn des Buches bildete dabei eine äußerst wertvolle Möglichkeit, die verschiedenen Namen immer wieder nachzuschlagen.
Karin Seemayer besitzt einen einnehmenden Schreibstil, durch die politische Situation, die verschiedenen Kampfhandlungen und nicht zuletzt die persönlichen Tragödien der Protagonisten werden zudem auch Spannung und große Emotionen ins Buch eingebracht. „Sterne über der Toskana“ bildet einen hervorragenden Abschluss dieses eindrucksvollen Familienepos, es war eine Lektüre, die mir ausgezeichnet gefallen hat. Da die drei Bände aufeinander aufbauen, würde ich dem interessierten Leser die Einhaltung der Reihenfolge wärmstens ans Herz legen.
Begeisterte fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine beeindruckende Biografie
Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg. von Schulthess Konstanze von
Mit diesem Porträt setzt die Autorin einer Frau ein Denkmal, die als Ehefrau eines Widerstandskämpfers gegen Hitler immer in dessen Schatten gestanden ist: Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg, ihrer Mutter.
Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg (1913-2006), geborene Lerchenfeld, ist in einer Zeit aufgewachsen, in der „Contenance“ und Disziplin alles war.
Als sie Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen- und lieben lernt, setzt sie 1933 die Ehe mit dem jungen Offizier durch. Eine Liebesheirat in Adelskreisen? Zu dieser Zeit eine echte Seltenheit. Sie teilt ihren Mann nicht nur mit seinem Beruf son-dern auch mit dem Dichter und Philosophen Stefan George bis zu dessen Tod 1933.
Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg ist Mutter von vier Kindern und mit dem fünften schwanger, als der Umsturzversuch ihres Mannes und seiner Verschwörer am 20. Juli 1944 misslingt. Claus von Stauffenberg wird noch in der Nacht hinge-richtet, sein Bruder Berthold wenig später. Die Familien werden in Sippenhaft genommen, Nina in verschiedene Gefängnisse bzw. KZ, die Kinder ins Kinderheim. In der Haft kommt im Jänner 1945 Konstanze, die Autorin, zur Welt.
Wie schafft es eine Frau mit dieser Geschichte zu überleben? Zum einem erhält sie, bis zu deren Tod, Hilfe und Unterstützung von ihrer Schwägerin Melitta von Stauffenberg, die als Flugzeugkonstrukteurin und Testpilotin, trotz der angehei-rateten Verwandtschaft und der eigenen jüdischen Herkunft, für die Nazis unver-zichtbar ist. Zum anderen halten der christliche Glaube und eben jene Contenan-ce, die es fast nur in den adeligen Familien gibt, die junge Witwe aufrecht.
Obwohl Himmler versprochen hat, die „Sippe Stauffenberg auszurotten“, gelingt ihm dies nicht. Im Gegenteil, zu Nina von Stauffenberg 80. Geburtstag finden sich mehr als 40 Familienmitglieder ein.
Konstanze von Schulthess räumt auch mit dem lange gepflegten Bild, der ahnungs-losen Ehefrau auf. Sie hält ihrem Mann den Rücken frei. Aus Sicherheitsgründen ist Nina von Stauffenberg nicht in die Details des Widerstandes eingebunden. Trotzdem weiß einiges, vernichtet Unterlagen und gibt auch unter den schlimmen Haftbedingungen nicht mehr preis, als der Gestapo ohnehin schon bekannt ist.
Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg überlebt ihren Mann um 62 Jahre und wird, wie die anderen Witwen der Verschwörer, niemals wieder heiraten. Sie alle halten ihren Männern die Treue.
Meine Meinung:
Konstanze von Schulthess hat ihren Vater niemals kennengelernt, kennt nur Erzäh-lungen, Zeitungsberichte und Fotos. Ihre Mutter hat in den 1960er Jahre auf Drängen der Kinder eine Familienchronik verfasst, die, neben zahlreichen Gesprä-chen, Grundlage dieses Buches ist. Die Quellenlage ist nicht ganz einfach, weil Claus Schenk Graf von Stauffenberg als „gescheiterter Attentäter“ in die Ge-schichte eingegangen ist. Die Meinungen ob Held oder nicht, gehen auch 75 Jahre später noch auseinander. Viel Material ist vernichtet worden, um die Eingeweih-ten zu schützen, was ja bekanntlich nicht gelungen ist. Im Gegenteil, man hat den Umsturzversuch als zusätzlichen Aufhänger benutzt, mit unliebsamen Mitmen-schen abzurechnen.
Gut gefällt mir, dass hier der Umsturzversuch aus Sicht der Frauen geschildert wurde. In vielen Werken über Stauffenberg und seinen Helfern herrscht die mili-tärische Sicht vor. Sowohl bei der Vorbereitung als bei den Hinrichtungen da-nach. Über die Frauen und Familienangehörigen, die unter dem Terror der Nazis zu leiden hatten, ist wenig zu lesen. Daher halte ich dieses Porträt auch für ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, auch wenn es Jahre später und von einer Be-troffenen geschrieben worden ist.
Die Autorin nähert sich ihre Mutter, die in den Jahren nach dem Krieg, scheinbar stoisch dem Aufwachsen ihrer Kinder gewidmet hat, wobei sie auch hier eher streng und unnahbar wirkt. Mit Kraftanstrengung und unbeugsamen Willen renoviert sie ihren Familiensitz, sammelt die geraubten Möbel und Haushaltgegenstände wie-der ein.
Neben zahlreichen Fotos, die den Krieg überstanden haben, finden sich Anekdoten in diesem Porträt. Schmunzeln musste ich über den „Watschenbaum“, denn der ist auch in meiner Familie ein geflügeltes Wort. Wenn Großmutter oder Mutter gemeint haben, dass meine Schwester oder ich am „Watschenbaum rütteln“, war es höchste Zeit aus deren Sichtfeld zu verschwinden bzw. einen Gang zurückzuschalten.
Natürlich bleiben einige Fragen offen, da die Autorin manches nicht gefragt hat (was sie bedauert) und manches einfach nicht erzählt wurde.
Fazit:
Konstanze von Schulhess hat eine Hommage an eine bemerkenswerte Frau geschrieben, die zufällig ihre Mutter war. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.









