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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von rewareni:

Wo ist der Comisario?

Wegkreuz in den Anden von Kerstin Westerbeck

Das kleine kolumbianische Dorf Callin wird durch grausame Morde erschüttert. Dass ein Mafia Anwalt ermordet wird können die Dorfbewohner ja noch verstehen. Aber die anderen Morde an ehrbaren Bürgern, passt so gar nicht in ihr Weltbild. Als auch noch die deutsche Journalistin Judith Rauschenberg einem Autounfall zum Opfer fällt und Comisario Sergio Fabulos unheimliche Drohungen erhält, ist nicht nur er beunruhigt.

Wer steckt hinter all dem? Da bekommt Sergio unerwartet Hilfe von der jungen Touristin Billa, die ihm mit einem Brief, den die verschwundene Judith Rauschenberg an ihren Sohn Marcel geschrieben hat, bei der Übersetzung hilft. Da taucht plötzlich ein Fremder namens Arturo Angeles auf, der nicht nur auf der Suche nach Marcel, sondern auch nach Judith ist. Ohne es zu ahnen, begibt sich Sergio in Lebensgefahr und plötzlich sind es seine Freunde und Arturo, die sich nach dem Mörder auf die Suche machen.

,, Wegkreuz in den Anden´´ist der erste Band der Krimireihe rund um Comisario Sergio Fabulos. Die Autorin Kerstin Westerbeck nimmt den Leser auf eine abenteurliche Reise in das fiktive kolumbianische Dorf Callin mit. Und hinterlässt dabei einen bildhaften Eindruck wie das Leben zwischen Bürgerkrieg, Morden, Entführungen und der ersten Hoffnung nach dem langersehnten Friedensabschluss, aussehen könnte. Die Geschichte beginnt gleich spannend und man bekommt brutale Morde, verschlüsselte Hinweise und eine Menge an menschlichen Schicksalen präsentiert.
Die Dorfbewohner haben alle ihre großen oder kleinen Geheimnisse. Was sie aber alle gemeinsam haben ist der Wunsch nach Frieden und Freiheit, da sie von dem jahrelangen Bürgerkrieg mit all seinen Brutalitäten genug haben. Die Autorin zeigt aber auch, wie der Aberglaube in Form der toten Mulattin Amelie- Ines, die als ,,Dämonin´´ immer wieder dem einen oder anderen Dorfbewohner erscheint, die Menschen in ihren Bann zieht. Kerstin Westerbeck hat rund um das Verschwinden der Journalistin mehrere Mordfälle konstruiert, die es nun gilt aufzuklären. Ihr Protagonist Serge ist dabei nicht zu beneiden, da er zwar viele Hinweise hat, die ihn nicht unbedingt ans Ziel führen. Er ist eher ein Einzelgänger dem es schwer fällt Gefühle zu zeigen und nach persönlichen Schicksalsschlägen hält sich sein Ehrgeiz manchmal in Grenzen. Er hat zwar kaum Freunde, aber die wenigen sind für ihn da, wenn er sie braucht. In diesem Roman findet man mehrere ,,Ermittler´´die gemeinsam die Verbrechen aufklären. Die Autorin überrascht immer wieder mit neuen und unerwarteten Wendungen, wo ihre Protagonisten oft emotional reagieren und einen tiefen Einblick in ihre Seele geben. Mit Sergio Fabulos ist ein sympathischer, eigenwilliger und manchmal etwas ruppiger, aber immer für Gerechtigkeit kämpfender Comisario gelungen, wo ich mich schon auf seinen nächsten Einsatz freue.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Auftakt einer fesselnden Thriller-Reihe

Die Maske der Gewalt von Jennifer B. Wind

Jennifer B. Winds bisherige Bücher stehen für garantierte Gänsehaut. So auch dieser Thriller, der der Auftakt einer Reihe rund um Richard Schwarz, seines Zeichens Ermittler im LKA Wien, ist.

Worum geht’s?

Richard Schwarz ist an Körper und Seele gezeichnet, weil er als Kleinkind mit einem Topf heißen Wasser verbrüht hat.

Als ihm seine Mutter zu Hilfe kommen will, wird sie von ihrem letzten Freier ermordet. Der schwer verletzte Richard musste das miterleben. Zu seinem Glück findet er, nach langer Reha-Zeit, Aufnahme in einer Zirkusfamilie.
Um den Mörder seiner Mutter zu finden, wird er Polizist. Nebenbei tritt er bei Sarah, seiner Ziehschwester, im Zirkus auf. Hier fühlt er sich unter der Maske eines Dominos wohl und geschätzt.

Während Richard in Wien zwei Morde an Frauen aufklären muss, wird Sarah in München entführt. Welche Rolle spielt Oliver, der seit Tagen verschwundene Lebensgefährte von Sarah? Soll Sarah nur als Druckmittel fungieren? Richard ist hin und her gerissen zwischen der Sorge um Sarah und der Pflicht, die Wiener Frauenmorde aufzuklären.

Meine Meinung:

Wir haben es hier mit einem Thriller erster Klasse zu tun. Die eine oder andere Szene ist nichts für Zartbesaitete. Dennoch gleitet die Handlung niemals ins Voyeuristische ab.
Die Charaktere sind sehr gut angelegt. Die Zweifel und Schuldgefühle von Richard kann der Leser hautnah miterleben, genauso wie seinen Ehrgeiz Frauen vor gewalttätigen Männern zu schützen. Eine interessante Figur ist Theres Lind, eine Psychiaterin,die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Sie glaubt, den Frauenmörder zu kennen und in dessen Begutachtung einen Fehler begangen zu haben.
Das Wiener Team rund um Richard ist gut eingespielt. Eine Person, die eine erstaunliche Wandlung durchmacht, ist der pensionierte General Böckinger, der zunächst ziemlich unsympathisch, weil wichtigtuerisch, angelegt ist.

Da Sarah in München entführt worden ist, ist es Aufgabe der dortigen Polizei, sie zu finden. Hier kennt Richard Kollegen und wird deshalb in die Ermittlungen einbezogen. Eine vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die sich wohltuend von den sonst üblichen Querelen in der internationalen Kooperation abhebt.

Die Autorin schafft es, gleich mehrere Themen miteinander zu verquicken, ohne dass der Thriller mühsam konstruiert wirkt. So müssen wir uns mit gewalttätigen Ehemännern, Drogenhandel, Prostitution sowie geistig abnormen Rechtsbrechern und zerstörter Kindheit auseinandersetzen.

Die beiden Fälle werden gut aufgelöst. Doch durch einen fiesen Cliffhanger kann der Leser sicher sein, dass der eigentliche Drahtzieher nach wie vor am Leben ist und für eine Fortsetzung weitere Straftaten ausheckt.

Fazit:

Der Auftakt einer Thriller-Reihe auf hohem Niveau, bei dem die Spannung nicht abreißt. Gerne gebe ich hier wohlverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von skiaddict7:

So macht Brot backen Spaß!

Brot backen mit Christina von Christina Bauer

Das Buch ist wunderschön gestaltet. Ein edler gebundener Einband und viele kreative Fotos machen Lust, gleich loszubacken. Für unerfahrene Brotbäcker wie mich gibt’s auf den ersten Seiten ein „Back-ABC“. Hier konnte ich viele Grundlagen lernen, die fürs Gelingen essenziell sind. Christina erklärt, worauf es beim Backen ankommt, die verschiedenen Getreide und Gewürze, benötigte Utensilien, sowie die Grundteige.

Danach teilt das Buch sich ein in klassische Brote, Vollkornbrote, Sauerteigbrote, Brote mit wenig Hefe und viel Zeit, Brote ohne Kneten, Brote für Partys etc., und süße Brote. Die Rezepte sind einfach zu verstehen und umzusetzen. Die die ich bis jetzt probiert habe sind bis auf eines gut gelungen und waren ein voller Erfolg! An die Sauerteigbrote habe ich mich bisher noch nicht herangetraut, da möchte ich vorher noch ein bisschen mehr Backerfahrung sammeln. Insgesamt ein wirklich besonderes, liebevoll gestaltetes Buch. Von mir gibt’s fünf Sterne.

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Rezensionen von Harakiri:

Neugierde

Kalte Wasser von Golding Melanie

Nach der Geburt ihrer Zwillinge gerät Lauren in einen Strudel aus Angst. Denn noch im Krankenhaus will ihr eine Frau ihre Kinder rauben. Lauren kann sich erst einmal retten, aber bei einem Ausflug passiert es doch: ihre Söhne werden entführt. Als die beiden wieder auftauchen ist Lauren klar: das sind nicht ihre Kinder! Doch niemand glaubt ihr.

Schon der Klappentext hat mich neugierig gemacht, was es denn mit dem Tausch der Kinder auf sich haben könnte.

Der Anfang zieht sich ein wenig, die Geburt wird sehr in die Länge gezogen, aber das Buch steigert sich dann mit jeder Seite und zum Ende hin mag man es dann auch gar nicht mehr weglegen, weil die Spannung steigt. Auch als Leser weiß man nie so genau, woran man ist. Verdächtige gibt es viele und die Autorin vermag es, mit wenigen Worten die Handlung wieder zu drehen, so dass die eigene Vermutung dann doch wieder widerlegt ist.
Kommissarin Harper hat mir von Anfang an gut gefallen. Zu Lauren konnte ich keine Sympathien aufbauen, geschweige denn zu ihrem Ehemann. Die mystische Komponente fand ich gut eingestreut, sie hat die Handlung auch nicht dominiert und der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und anschaulich. Man meint fast, sie wurde auch vor kurzem Mutter, zu gut beschreibt sie die Situation der jungen Mutter. Das Ende hätte ich mir ein wenig anders gewünscht.
Fazit: gelungener Mysterythriller, der gut unterhält, aber etwas Anlaufschwierigkeiten hat.

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Rezensionen von LEXI:

Sehe ich wie ein Mörder aus?

Maigrets Jugendfreund von Georges Simenon

„Ein Mörder wird man innerhalb weniger Minuten, weniger Sekunden. Vorher ist man ein Mensch wie jeder andere.“

Als eines Tages ein ehemaliger Mitschüler am Quai des Orfèvres auftaucht, ist es um Jules Maigrets Seelenfrieden vorbei. Der Kommissar hat zwar den Ruf, sich nicht von Äußerlichkeiten blenden zu lassen und allem auf den Grund zu gehen, befindet sich jedoch angesichts seines ehemaligen Jugendfreundes in einer Zwickmühle.

Léon Florentin stellt sich als vorbestrafter und mittelloser alternder Versager dar, der sich schon in der Schulzeit niemals anzupassen vermochte und es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. Hinsichtlich des Mordes an Florentins Lebensgefährtin Joséphine „Josée“ Papet scheint tatsächlich alles gegen den Mann zu sprechen, nach Maigrets Ansicht handelt es sich hierbei jedoch um auffallend viele Indizien. Im Zuge seiner Ermittlungen entpuppt Mademoiselle Joséphine Papet sich als Frau mit zwei völlig verschiedenen Gesichtern. Die kleine, rundliche und charmante Frau mit dem sanftmütigen Wesen und der etwas naiven Ausstrahlung hat ein pikantes Geheimnis, dessen Enthüllung sowohl die berufliche, als auch die private Existenz mehrerer Personen bedroht. Maigret ist gefordert, Informationen zu sammeln, Zeugen und Verdächtige zu vernehmen, den Tathergang zu rekonstruieren und nach einem Motiv für die Tat zu suchen.

Kriminalkommissar Jules Maigret trifft in diesem zunächst einfach erscheinenden Fall gleich auf mehrere Verdächtige, die durchaus einen Grund hätten, die lebenslustige Joséphine aus dem Weg zu räumen. Er ermittelt angesichts der vorliegenden Fakten in mehrere Richtungen und konfrontiert seine Verdächtigen mit unangenehmen und zum Teil sehr überraschenden Ergebnissen seiner Recherchen. Georges Simenons unterhaltsamer Schreibstil und seine vortrefflichen Beschreibungen von Schauplätzen, Protagonisten und den Ermittlungen sorgten für großen Lesegenuss.

Dieser Band aus der neuen, modern gestalteten Taschenbuch-Edition vom Atlantik Verlag verwöhnt das Auge des Krimifans durch eine lesefreundliche große Schrift, einen angenehmen Zeilenabstand und sehr großzügige Seitenränder und macht definitiv Lust auf weitere Fälle mit dem weltberühmten Kommissar der Pariser Kriminalpolizei.

„Maigrets Jugendfreund“ aus der Feder des belgischen Schriftstellers Georges Simenon hat mir sehr gut gefallen!

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Rezensionen von Gaby 2707:

„Wenn das Ende nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“

Bleib doch, wo ich bin von Lisa Keil

Milena, von allen nur „Milli“ gerufen, hat ein Problem: An ihrem Praktikumsplatz bei einem Pharmaunternehmen hat sie zwei Ratten geklaut. Bestimmt wird dies für ihre Mutter ein Grund sein, sie endgültig ins Internat abzuschieben. Milli sieht nur eine Chance dem zu entgehen: Ihre Tante Kaya muss ran.

Die ist zwar zuerst gar nicht begeistert von Millis Vorschlag, gibt aber dann nach und stellt sich unter der Angabe Millis Mutter zu sein deren Klassenlehrer. In ihrer „Verkleidung“, vor allem mit der starken Brille von ihrer Schwester Cordula sieht sie fast nichts. Als sie ein paar Tage später auf einer Scheunenparty Lasse Fries kennenlernt, weiß sie nicht, dass dies Millis Lehrer ist, der sie natürlich sofort wiedererkannt hat. Es könnte alles so schön sein, gäbe es da nicht die vielen Missverständnisse…

Hach, eigentlich bin ich ja schon so lange aus dem „Schmetterlinge-im-Bauch“-Alter raus. Aber diese Lektüre hat mir richtig viel Spaß gemacht.

Lisa Keil versteht es, ihre Protagonisten so menschlich zu zeichnen, mit Ecken und Kanten, mit einer Herzlichkeit, die mir das Herz aufgehen lässt. Kaya Mahler habe ich von der ersten Zeile an ins Herz geschlossen. Ich mag die junge Frau, die ihr Pony Achterbahn und ihren wichtigsten Freund Rob über alles liebt; die in ihrem Buch-Cafe aufgeht; die One-Night-Stands nicht abgeneigt ist und einfach das Leben liebt und genießt. Bis zu dem Zeitpunkt als sie Lasse kennenlernt. Ab da ist nichts mehr wie vorher.

Und Lasse Fries? Der ist nach einer hässlichen Trennung bei der sein Vertrauen sträflich missbraucht wurde aus der Stadt aufs Land geflohen. Und nun, nachdem er Kaya kennengelernt hat – will er bleiben? Oder doch zurück in die Stadt? Will er sich auf die quirlige Kaya einlassen?

Ich habe es genossen, bei dem Auf und Ab des Kennenlernens und dem Beginn ihrer Beziehung dabei sein zu dürfen. Lisa Keil stellt die beiden jungen Menschen so liebevoll dar. Sie lässt mich abwechselnd die Gedanken von Kaya und Lasse lesen. So bin ich immer genauestens informiert, was gerade in den Beiden vor sich geht.

Der lockere leichte Schreibstil hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Die Spannung, die durch das Auf und Ab der Liebesgeschichte entsteht, bleibt bis kurz vor Schluss erhalten. Ich bekomme einen kleinen Einblick in das Landleben von Neuberg und lerne auch Lasses Bruder in Köln kennen.

Eine abwechslungsreiche, humorvolle Liebesgeschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Wahrheit und Lügen, die mir wundervoll entspannende Lesestunden beschert hat.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Schauermärchen der besonderen Art - melancholisch, ruhig und trotzdem düster und fesselnd.

Tief im Wald von Arsdale Peternelle van

Alys ist sieben, als die Seelenesser eines nachts in ihr Dorf kommen. Am Morgen danach sind alle Erwachsenen tot. Alys und die anderen Kinder müssen fortan in einem Nachbardorf leben, wo die Menschen gläubig sind und das Biest fürchten, das tief im Wald lebt. Doch das Biest ist nicht das, was es zu sein scheint – ebenso wenig wie Alys.

Das Mädchen spürt, dass es in seinem Inneren mit den Seelenessern verbunden ist. Als Alys älter und ihre geheime Gabe stärker wird, sehnt sie sich immer mehr nach der Freiheit jenseits des Dorfes. Da schlägt das Schicksal erneut zu, und Alys macht sich auf die gefährliche Reise in den dunkelsten Teil des Waldes … (Klappentext)

✴✴✴✴✴

"Sie waren zu etwas anderem geworden und merkten, dass sie kaum noch ein Bedürfnis nach Essen oder Wasser hatten. Es gab so viele furchtsame, verunsicherte Seelen auf der Welt, die nur darauf warteten, gegessen zu werden. Alles, was die Schwestern tun mussten war, sie einzuatmen."
(S. 22)

Alys ist ein siebenjähriges Mädchen, welches mit seinen Eltern in einem Dorf namens Weizheim lebt. Schon immer wusste sie, dass sie anders war als die anderen Kinder. Sie verspürte keine Angst, weder vor den Wölfen, noch vor den Seelenesserinnen und der Bestie, welche sich im Wald herumtreiben. Einzig vor der Nacht fürchtet sich Alys, denn sie konnte nicht schlafen ... niemals.
Eines Nachts beschloss sie nicht mehr einfach still und wach in ihrem Bett auf den Morgen zu warten. Sie schlüpfte leise aus dem Bett und ihre kleinen Füße trugen sie wie von selbst auf das große Feld neben dem Wald. Plötzlich standen zwei Frauen vor ihr, die äußerst seltsam aussahen. Sie solle schlafen, sagten sie zu ihr und das erste Mal überkam Alys Müdigkeit und sie fiel in einen tiefen Schlaf, mitten auf dem Feld.
In dieser Nacht starben in Weizheim alle Erwachsenen, während die Kinder in einen tiefen Schlaf verfielen. Die Bewohner des Dorfes Schafsdorf nahmen sich der Kinder an. Es waren strenggläubige Menschen, die zum Hirten beteten, die Bestie und deren Seelenesserinnen fürchteten und den Wald mieden.
Doch seit dieser Nacht fühlte sich Alys dem Wald und dessen Kreaturen nah und verbunden, während sie sich in diesem Dorf immer fremder fühlte. Gehört sie etwa zu den Bösen? Ist sie verflucht? Und was hat es mit der Bestie und den Seelenesserinnen wirklich auf sich?

"Wäre sie nämlich nicht so ungehorsam gewesen, dann gliche sie allen anderen Kindern in Weizheim. Sie wäre zwar immer noch eine Waise, aber wenigstens nicht böse.
'Wenn etwas Besonderes an mir ist', überlegte sie, 'dann, dass etwas mit mir nicht stimmt'."
(S. 70)

Hier eröffnet sich einem eine wunderbare und düstere Geschichte zugleich. Eine Geschichte über ein Mädchen, welches sich nirgends zugehörig fühlt, nicht weiß, ob es gut oder böse ist und welches versucht Antworten zu finden. Es ist auch eine Geschichte über das Gute und das Böse, das Schönheit hässlich sein kann und das Gut und Böse nicht immer dort zu finden sind, wo man sie vermutet. Dies in einem Erzählstil, der an die ursprünglichen Grimms Märchen erinnert und einen ganz eigenen Sog entwickelt.
Es ist kein Fantasy- und kein Horror-Roman, sondern ein Märchen, welches eher ruhig daherkommt, durchzogen mit Passagen, die an einen Schauerroman erinnern, begleitet von Spannungsmomenten, Melancholie und zwischen den Zeilen eine wunderbare Message beinhaltet.

"Es war der Wald, von dem Mütter und Väter ihre Kinder fernhielten. Von ihm handelten all die Geschichten, es war der Ort, an dem Albträume geboren wurden.
'Es ist ein Wald wie jeder andere', sagte sich Alys. Und doch schien er ihr dunkler als alle, in denen sie bisher gewesen war."
(S. 239)

Es wird aus der Sicht von Alys erzählt, hin und wieder unterbrochen von Passagen, welche den Leser in die Perspektive der Seelenesserinnen blicken lässt.
Während man Alys von Anfang an ins Herz schließt, mit ihr leidet, mitfiebert und ebenso wie sie die Antworten finden möchte, weiß man nicht so recht was man von den Seelenesserinnen halten soll. Man empfindet für sie Mitleid, findet sie faszinierend und zugleich auch abstoßend. Ebenso verhält es sich mit der Bestie, welche in den Wäldern lauert und immer wieder die Nähe von Alys sucht, bzw. fühlt sich Alys zu der dunklen Gestalt hingezogen.

Im Verlauf der Geschichte kann man beobachten, wie sich Alys entwickelt und mit ihr entwickelt sich die Story, wird erwachsener, düsterer und auch spannender. Und so huscht man an der Seite dieses Mädchens durch das Buch und kann erst mit dem Lesen aufhören, wenn man die Antworten kennt und am Ende angelangt ist.

"Ihr Haar war lang und schwarz und wild, voller Blätter und Zweige. Ihre Kleider schienen ebenfalls aus Blättern und Zweigen zu bestehen ... oder aus Erde, falls man aus Erde Kleider fertigen konnte."
(S. 118)

Fazit:
Kaum zu glauben, dass dies ein Debüt einer jungen Autorin ist, denn der Schreibstil konnte mich von Anfang an begeistern und entführte mich in eine ganz besondere Welt eines Schauermärchens.
Schaurig, düster, ruhig und fesselnd zugleich und eine Geschichte, welche sich mit der Protagonistin weiterentwickelt und wächst.
Kurz - es bescherte mir herrliche Lesestunden und wurde für mich zu einem kleinen Lesehighlight.

"Die Bestie ist bös
Flüstert nachts in dein Ohr
Schlüpft in deine Träume
Hat noch was mit dir vor.

Du glaubst, in deinem Bett bist du sicher
Dich wird sie nicht fressen
Hat deine Mama nicht g'rad deine Wange geküsst?
O nein, die Bestie war's ... sie freut sich auf's Essen!"
(S. 328)

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe)

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Rezensionen von *RC*:

Schräge Schweden-Oma

Tief im Wald von Arsdale Peternelle van

Eine wundbar erfrischende Feriengeschichte mit Hund und Oma, aber ebenso über Freundschaft, Zusammenhalt und das Sich-Verlieben
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Die neunjährige Ellie aus Berlin verbringt schon seit Jahren immer einen Teil der Sommerferien bei ihrer agilen und liebenswürdigen verwitweten Oma in Schweden.

Doch dieses Mal haben die Ferien einen hohen Abenteuerwert. Als erstes darf sich Ellie ein Hundewelpen beim Nachbarn Herrn Jensson ihrer Oma aussuchen: Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Wolke soll er heißen. Und dann lernt Ellie auch noch den etwa gleichaltrigen Erik kennen, der der Enkel des Nachbarn Herr Jensson ist. Auch Erik bekommt einen kleinen Hund, Titus. Schnell freunden sich die beiden Kinder an und erleben mit ihren jungen Hunden gemeinsam unbeschwerte und aufregende Tage in dem kleinen schwedischen Ort.
Für Ellie ist Erik nicht nur nett, nein, er ist auch 'süß'. Auch ihre Oma sieht in Herrn Jensson auf einmal nicht nur den Nachbarn, nein, sie verliebt sich in ihn. (Herrlich!)
Und wir sind hier in Schweden! Hier sind die Tage im Sommer noch mal um einiges länger sind als bei uns. So freut sich jeder auf das „Midsommar-Fest“, für das jeder Bewohner etwas anderes vorbereitet. Leider aber wird die Feierlaune etwas getrübt, denn Wolke und Titus geraten in Gefahr. Aber zum Glück gibt es die pfiffige Oma, die schnell zur Hilfe ist.

Die Geschichte über Ellies Ferienerlebnisse bei ihrer lustigen, liebenswürdigen und schrägen Oma ist in einer frischen und zeitgemäßen kindgerechten Sprache geschrieben. Das Buch ist mir einem Umfang von 120 Seiten ideal für Leseanfänger. Aufgrund der kurzen Sätze kann man flüssig lesen und sich bestens auf den Inhalt konzentrieren. Es wird aus der Perspektive von Ellie geschrieben, so dass man eine irre Nähe zu dem quirlig-munteren Mädchen entwickeln kann. Die 18 relativ kurzen aufeinander aufbauenden Kapitel helfen, Lesepausen sinnvoll anzusetzen. Das Buch bewirkt aufgrund der vielen treffenden, prägnanten und netten Dialoge ein hohes Grad an Lebendigkeit und Authentizität. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, so dass man leicht Sympathie-Punkte verteilen kann. Und die Oma ist echt der Knüller, so eine Power-Oma ist doch der Traum eines jeden Enkelkindes. (Das meine ich jedenfalls.) Und was das mit dem 'Baden in Kaffee' auf sich hat – das sollt Ihr selber lesen.

Das Buch ist eine absolute Sommerleseempfehlung. Schon im Prolog lädt Ellie den Leser ein, mit ihr nach Schweden zu fahren. Und so ist man als Leser quasi mit dabei, wenn Ellie die Zeit um den „Midsommar“ in Schweden erlebt. Es ist ein Buch über Freundschaft und zarte Liebe im Alter und in jungen Jahren. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich zudem „Kopfkino“ erleben konnte. Auch der Schluss stimmte mich sehr zufrieden, denn was wäre Schweden ohne Elche!
Deshalb: Unbedingt schmökern und Schwedenfeeling 'erlesen'!
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Rezensionen von skiaddict7:

Liebevoll gestaltetes Kochbuch mit vielen Rezeptideen fürs Campen

Die Familien-Campingküche von Sonja Stötzel

Ich finde die Idee toll, beim Campen nicht nur immer dieselben drei Dinge oder Fertig-Essen zu kochen. In letzter Zeit gibt es zunehmend mehr Camping Kochbücher, dieses ist jedoch mein erstes. Das Buch ist liebevoll gestaltet, mit vielen Bildern von schön angerichteten Mahlzeiten und der Familie der Autorin im Freien.

Das Buch teilt sich in folgende Themenbereiche: Frühstück, Salate, Gegrilltes, Topf und Pfanne, auf die Hand sowie Süsses. Leider enthalten die meisten Grill-Rezepte überwiegend Fleisch oder Fisch, weshalb ich diese weniger ausprobiert habe. Bisher habe ich die Rezepte nur zu Hause ausprobiert. Die meisten sind einfach vorzubereiten, jedoch frage ich mich, ob es beim Camping wirklich praktikabel ist, so viele Zutaten und zum Teil zwei Töpfe und eine Pfanne für eine Mahlzeit zu verwenden! Für mich und meinen persönlichen Camping Stil sind nur ein Teil der Rezepte beim Campen auch realistisch umzusetzen. Trotzdem ein schönes Buch mit vielen Ideen für den Camping-Urlaub.

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Rezensionen von Ele:

Kommissariat "Ungeklärte Altfälle"

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Unbarmherzig, Kriminalroman von Inge Löhnig, 384 Seiten, erschienen im Ullstein Verlag.
Gina Angelucci ermittelt in ihrem zweiten Fall.
Die Kommissarin Gina Angelucci ist nach ihrer Elternzeit wieder ins Kommissariat „Cold Cases“ für ungeklärte Altfälle, K12 zurückgekehrt. Dort gibt es jede Menge zu tun, doch Skelettfunde in Altbruck etwas nördlich von München lassen sie nicht los.

Gegen den Widerstand des Oberstaatsanwalts beginnt sie zu ermitteln. Die erste Spur führt in das neu ausgewiesene Gewerbegebiet der Gemeinde, wo sich zur Zeit des Nationalsozialismus eine Munitionsfabrik befand. Das männliche Skelett scheint zu einem jungen Mann zu gehören der aus der Nähe kam und in den letzten Kriegsmonaten verschwunden ist, das weibliche Opfer jedoch, welches aus dem Baltikum zu stammen scheint, gibt Rätsel auf. Könnte es sich um die sterblichen Überreste einer jungen Lettin handeln die zeitgleich mit dem jungen Mann verschwunden ist? Gina will es sich zur Aufgabe machen, den Toten ihre Identität wieder zu geben. Doch nicht alle Bewohner des Dorfes sind an einer Lösung des Falls interessiert.
Schon im Prolog ist der Leser dabei als ein Liebespaar erschossen wird, die Spannung setzt also unmittelbar bei Beginn des Buches ein. 51 Kapitel in angenehmer Länge, lebhafte Dialoge, zum Teil im Dialekt, was mir besondere Freude machte, bildhafter Schreibstil und hervorragend gezeichnete Charaktere waren der Grund, warum ich sofort in Lesefluss kam und ungern die Lektüre unterbrach. Bis der Fall geklärt und der letzte Satz gelesen war fiel es mir schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Die Autorin verwendete die auktoriale Erzählweise, der Leser ist also immer nah am Geschehen und etwas besser informiert als die ermittelnden Beamten. Es handelt sich um einen Plot in zwei Zeitebenen, zum einen kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben, der Rückblick ins Jahr 1944, als Tagebucheintrag der Lettin Kairi. Zum anderen die Gegenwart, die die Ermittlungsarbeit und das nicht minder aufregende Privatleben der Kommissarin aufzeigt. Gleichzeitig wird auch ein langjähriges Eifersuchtsdrama, und eine daraus resultierende, mir sehr zu Herzen gehende, Familienfehde erzählt. Löhnig hat mich mit diesem atmosphärisch dichten Kriminalroman hervorragend unterhalten, obwohl ich den Vorgängerband nicht gelesen habe hatte ich keinerlei Mühe der Geschichte zu folgen. Besonders anrührend fand ich die Bestrebungen der Protagonistin, den Familien der Opfer, nach so vielen Jahren noch die Gewissheit über das Schicksal ihrer Lieben zu geben. Das wurde auch im Buch zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht. Die Charaktere sind gut gelungen. Gina war natürlich meine Lieblingsfigur, eine gute Polizistin und Mutter. Den beiden verfeindeten Cousinen Lisbeth und Toni gehörte meine Sympathie, wie auch der jungen Zwangsarbeiterin Kairi. Ihre Notizen im Tagebuch haben mich zu Tränen gerührt. Inge Löhnig gibt allen Figuren ihre Geschichte, selbst den eher unbedeutenden. Ein überaus ergreifender Plot aus der Nazi-Zeit und die Spannung aus den gegenwärtigen Ermittlungen ,dazu der private Stalker-Fall. Ich bin begeistert und der Vorgängerband steht nun ganz oben auf meiner Leseliste.
Ich hoffe, dass es noch weitere Gelegenheiten gibt, Gina Angelucci, ihre sympathische Familie und die tüchtigen Kollegen, bei weiteren Fällen zu begegnen. Eine absolute Leseempfehlung für die Fans von Inge Löhnig. Ein mitreißender Krimi, der alles hat, was eine fesselnde Geschichte braucht, deshalb von mir 5 Sterne.

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