Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Meli:
Celli und Affären
Find mich da, wo Liebe ist von Harris Anstey
Mit Grace habe ich meistens Mitleid empfunden. Seit acht Jahren gibt sie sich damit zufrieden, die Geliebte zu sein und richtet ihr Leben nach diesem Mann aus, in der naiven Hoffnung, dass es eines Tages anders sein wird.
Ich bin kein Fan von Affären, in Büchern nicht und im wahren Leben erst recht nicht.
Ich kann da dementsprechend nie wirklich eine Romanze fühlen, weil es immer diesen ekelhaften Beigeschmack von Betrug hat. Also fand ich hier auch wieder, dass Grace einen Fehler macht und dass sie so stark sein sollte, dieser Affäre ein Ende zu setzen - auf die ein oder andere Art.
Dadurch fand ich Grace auch schwach, weil sie nichts dagegen tut, den unangenehmen Dingen immer aus dem Weg geht und sich von David rumschubsen lässt. Sie will eigentlich mehr, aber sie traut sich nichtmal, sich dafür einzusetzen.
Das klingt jetzt sehr negativ, aber das Buch hat mich trotzdem sehr bewegt. Der untreue David hat mich zur Weißglut getrieben, weil Grace ihm so blind folgte, das Schicksal der armen Grace hat mich traurig gemacht, aber ihr Weg und die Musik haben mich berührt.
Das Buch enthält viele malerische Passagen über den Bau von Streichinstrumenten und auch Grace' Leidenschaft, wenn es um die Musik geht, hat mir sehr gut gefallen. Ich spiele selbst Geige und fand vielleicht deshalb die vielen liebevollen Details so gelungen.
Fazit
In "Find mich da, wo Liebe ist" habe ich vor allem Mitleid für die Protagonistin empfunden, aber ihr Weg und ihre Liebe zu Streichinstrumenten haben mir trotzdem sehr gut gefallen.
Rezensionen von Petra Gruber:
Interessantes Debüt!
Otto von Dana von Suffrin
Nach welchen Kriterien wählt man als Vielleserin seine Lektüre aus? Da gibt es einerseits Lieblingsautoren*innen, deren neue Romane man sehnlichst erwartet und sofort lesen möchte, dann gibt es etablierte Autoren*innen, auf die man bisher noch nicht gestoßen ist, und die man auf Empfehlung zur Hand nimmt und dann gibt es Debütromane, die immer ein Wagnis sind.
Du kennst den*die Autor*in nicht, weißt noch nicht, was dich erwartet. Aber das ist auch immer besonders spannend.
Bei diesem Debüt hier wurde ich nicht enttäuscht. Otto ist ein sehr stimmiger Roman, der alles besitzt, was ein gutes Buch ausmacht. Es gibt gut gezeichnete Charaktere, eine interessante Geschichte, die zwar nicht gradlinig erzählt wird, was aber, da es Ottos Geschichte ist, die von Widersprüchen und auch von seiner Demenz im letzten Abschnitt des Lebens gekennzeichnet ist, sehr gut passt. Auch sprachlich konnte mich Otto überzeugen.
Otto ist ein schwieriger Charakter, das war er schon immer, für seine Töchter war er ein Vater, der ihr Leben schwierig machte. Die Ehe war unglücklich, seine Jugend als Jude, der den Holocaust überlebte, um dann vor den Kommunisten aus Siebenbürgen zu fliehen und in Israel mehrere Kriege zu er- und überleben. Das alles prägt einen Menschen. Und lässt auch die nachkommende Generation nicht unbeschadet.
Inzwischen ist Otto alt und krank, aber zäh, immer wieder erholt er sich, will unbedingt seine Geschichte erzählen. Es ist kein Heldenroman und die Demenz lässt ihn auch von einer Momentaufnahme zur nächsten springen.
Erzählt wird das alles aus der Sicht der ältesten Tochter, Timna. Obwohl sie ihre Kindheit und Jugend als unglücklich beschreibt, hat sie eine enge Verbindung zum Vater, ist für ihn da und hört ihm zu.
Ein Buch mit Ecken und Kanten, kein Porträt eines Helden, eher eine von außen oft nicht erklärbare Vater-Tochter-Geschichte. Das ganze gespickt mit schwarzem Humor, einfühlsam erzählt, ohne die Sympathien der Leser*innen lenken zu wollen.
Ein gelungenes Debüt und eine Autorin, die ich im Auge behalten werde.
Rezensionen von heinoko:
Ein Thriller, der den Leser vor sich herjagt
Wenn ich tot bin von Karen Sander
Die Autorin kannte ich bislang nicht, weder unter ihrem richtigen Namen Sabine Klewe noch unter ihrem Pseudonym Karen Sander, und ich war erstaunt, wie viele Thriller aus ihrer Feder bislang ungelesen meiner Aufmerksamkeit entgangen waren. Nach Lektüre des vorliegenden Buches habe ich eine neue Thriller-Lieblings-Autorin gefunden!
Welch ein Drama gleich zu Beginn.
Die 19-jährige Madelin McFarland wird völlig verängstigt in der Nähe ihres Zuhauses aufgegriffen und zu ihrer überglücklichen Mutter gebracht. Madelin war die Flucht aus 10-jähriger Gefangenschaft eines brutalen Entführers gelungen. Doch wenige Stunden später ist Madelin erneut verschwunden, der Stiefvater Stuart liegt schwer verletzt im Haus und die jüngere Tochter Harper ist völlig verstört und spricht kein Wort. Detective Sergeant Kate Fincher von der Polizei in Edinburgh will zusammen mit ihrem Kollegen Inspector Tom Pine alles daran setzen, Madelin zu finden. Die beiden stoßen auf Spuren einer jungen Frau, die sich Amy nennt…
Der Roman spielt in den schottischen Highlands, einer Welt der Mythen und Sagen, mit seinen unendlich scheinenden Wäldern. Ein ideales Szenario für Flucht, Verstecken, Gejagt-Werden. Das Buch ist im Präsens geschrieben, was immer eine besondere Nähe zum Leser schafft. Ein weiterer geschickter Schachzug der Autorin sind die Perspektivwechsel, in denen der Leser das Geschehen aus Sicht der unterschiedlichen Protagonisten miterlebt. Mir gefällt besonders gut, dass der Ermittler Tom nicht der Unfehlbare ist, dass er Fehler macht, dass er etwas übersieht, menschlich eben – eine Wohltat im Vergleich zu den häufig beschriebenen Überfliegern, den überperfekten Ermittlern, die quasi unkaputtbar ihren Weg gehen. Die unterschiedlichen Blickwinkel treiben die Spannung geschickt in die Höhe. Und immer wenn der Leser glaubt, jetzt sei alles klar und würde sich endgültig auflösen, dann schafft es die Autorin, die Handlung so zu drehen, dass das, was sicher zu sein scheint, sich plötzlich ganz anders darstellt und man völlig verwirrt mit neuen Erkenntnissen dasteht. Das Buch treibt den Leser sozusagen vor sich her, jagt ihn durch die Seiten, besser geht es nicht.
Deshalb meine absolute Leseempfehlung für diesen gekonnt geschriebenen Thriller.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Romantisch-humorvoller Frauen-/ Familien-/ Wohlfühlroman – genial geschrieben!
Schokolade aufs Brot von Simona Pindeus
Ich kann Autorin Simona Pindeus nur beglückwünschen zu diesem wundervoll gelungenen Roman, bei dem ich häufig schmunzeln und noch öfter laut auflachen musste…und sie inständig bitten, noch viele, viele weitere Bücher zu schreiben! Dieses Werk hat alles, was das Leserherz begehrt: eine Bandbreite an Emotionen, reizende Figuren, jede Menge Humor und einen interessanten Plot voller unerwarteter Wendungen.
Die junge Kinderärztin Flora Sandig hat noch immer an der Trennung von ihrem Ehemann Eric zu knabbern, als sie mit ihren zwei kleinen Kindern Unterschlupf bei ihren Eltern findet. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben so ganz und gar anders vorgestellt. Zum Glück ist Flora von Natur aus Optimistin und fackelt nicht lange: ein Neuanfang muss her! – Leichter gesagt als getan, wenn man Kindergartenprojekte zu betreuen hat, sich an einem neuen Arbeitsplatz behaupten muss und die ungewohnte Wohnsituation am Nervenkostüm zerrt. Und dann taucht auch noch ein unverschämt irritierender Kollege auf – Julian Klee sieht zwar gut aus, gehört aber leider zur Kategorie "eingebildeter Schnösel". Seine direkte Art bringt Flora schnell auf die Palme…und ihr Herz zum Klopfen. Wer nun glaubt, die weitere Entwicklung vorhersagen zu können, darf sich auf ein paar Überraschungen freuen – ich selbst habe den Roman in einem Rutsch durchlesen müssen, weil ich mich vor Neugier nicht losreißen konnte!
Am meisten begeistert hat mich der herrlich originelle, witzig-freche Schreibstil, der nie ins Übertriebene abgleitet, auf Kitsch verzichtet und auch hier und da leise Töne anklingen lässt, die zum Nachdenken anregen. In vielen Situationen zeichnen sich die Charaktere durch ihre emotionale Reife und Authentizität aus. Auch die Dialoge sind so überzeugend, dass sie direkt aus dem echten Leben stammen könnten. Die Glaubwürdigkeit dieses Romans insgesamt hat mich ungemein beeindruckt!
Der weibliche Hauptcharakter Flora ist eine sympathische junge Mutter, die sich - wie überhaupt alle Figuren - durch Ecken und Kanten auszeichnet. Ich habe mich wunderbar in sie hineinversetzen können und bis zum Schluss mit ihr mitgefiebert. Auch die Nebenfiguren sind durch und durch liebenswert; man muss die Charaktere einfach ins Herz schließen! Vor allem Floras Eltern sind zum Knuddeln!
Fazit: So witzig und lebensbejahend wie Susanne Fröhlich, so warmherzig und emotional wie Anne Hertz. Ich bin wirklich begeistert! Unbedingte Leseempfehlung!!
Rezensionen von nil_liest:
Was ist schon normal?
All das zu verlieren von Leïla Slimani
Macron, derzeitiger Präsident der Grand Nation Frankreich, hat die Schriftstellerin Leïla Slimani zu seiner Botschafterin der Frankofonie auserkoren. Dann hat sie noch mit ihrem zweiten Roman den Prix Goncourt abgeräumt. Spricht für diese Frau, marokkanischer Herkunft, geboren 1981 in Rabat, die in Paris studierte.
Und nicht nur das, als Verfechterin der Gleichberechtigung tritt sie öffentlich meinungsstark auf.
Ihr Debüt ist, im Original bereits 2015, nun auch auf Deutsch erschienen mit dem Titel „All das zu verlieren“. Diesen Roman kann man mit diesem Vorwissen kaum unbedarft in die Hand nehmen.
Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Die Protagonistin, eine Pariser Journalistin, versucht ihre innere Leere mit Sex zu füllen. Zudem ist sie verheiratet und hat einen Sohn im Kleinkindalter. Sie plagt nun erwischt zu werden und hat eben Angst „all das zu verlieren“. Nun kann man sich natürlich die naheliegende Fragen stellen warum Madame sich nicht scheiden lässt in einer modernen Gesellschaft wie Frankreich. Aber das ist zu kurz gegriffen, denn aus meiner Sicht will die Autorin mittels dieser drastischen Konstellation und einer sehr plastischen Sucht das gängige Glücksmodell in Frage stellen und fordert den Leser heraus: Macht jeden die Ehe mit Kindern gleichermaßen glücklich? Die herkömmliche Norm wird ausgehebelt.
Natürlich provoziert die maghrebinische Autorin auch in dem das Thema Fremdgehen/Ehebruch seitens einer Frau im Fokus steht. Der Roman war ein Bestseller in Marokko und führe zu hitzigen Debatten. Eine weitere Ebene der Auseinandersetzung im lokalen kulturellen Kontext.
Hervorragend übersetzt von Amelie Thoma, liest sich dieses sehr französische Werk trotz teils harter Kost sehr gut. Nur sollte der Leser darauf eingestellt sein, dass es auch verstörende Passgen gibt.
In der Härte liegt zugleich auch sprachlich die Stärke des Romans. Selten finde ich ein solch emotional aufgeladenes Thema so nüchtern und zugleich poetisch in Szene gesetzt. Leïla Slimani kann wunderbar schreiben.
Mir fällt in der Tat keine andere so moderne wie richtungsweisende Schriftsteller*in ein, die Frankofonie-Botschafter*in sein sollte!
Fazit: Lesen und wirken lassen. Nicht bewerten.
Rezensionen von C. P.:
Einfach magisch!
Land of Stories - Das magische Land,2 Audio-CD, 2 MP3 von Chris Colfer
Das alte Märchenbuch, welches die Zwillinge Alex und Connor Bailey zu ihrem 12. Geburtstag von ihrer Oma geschenkt bekommen, hat es buchstäblich in sich: Mehr oder weniger durch Zufall gelangen sie durch ein Portal ins Magische Land. Ein Land, in dem die Märchen wahr sind und Figuren wie Schneewittchen und Rotkäppchen Wirklichkeit.
Auf ihrer Suche nach den Zutaten für den Wunschzauber, der sie wieder zurück in unsere Welt bringen soll, sehen sie nicht nur viel Interessantes dieser Welt, sondern müssen erfahren, dass auch der große böse Wolf und die böse Königin durchaus existieren…
Land of Stories macht unglaublich viel Spaß. Die Zwillinge könnten unterschiedlicher kaum sein: Alex steckt ihre Nase am liebsten in Bücher und glänzt in Märchenkunde regelrecht mit ihrem Wissen, während Conner regelmäßig im Unterricht einschläft, dafür aber mit seinen lockeren Sprüchen einer der Coolen ist. Und trotzdem halten die beiden zusammen wie Pech und Schwefel.
Der Anfang war ein wenig zu zäh für meinen Geschmack. Schneewittchen wirkte im ersten Kapitel recht naiv, obwohl die Anspielungen zur bösen Königin durchaus interessant waren. Anschließend kam ein ziemlich langer Teil über die Zwillinge in der realen Welt, bevor es endlich losging und die beiden ihre Abenteuer im magischen Land antreten konnten. Nach dieser anfänglichen Durststrecke wird man belohnt mit Zwergen, Ogern, bösen Wölfen, Prinzessinnen, Türmen und Schlössern, Feen und Meerjungfrauen und einigem mehr. Natürlich läuft bei den beiden Zwillingen nicht immer alles glatt, das wäre ja auch langweilig. Lustig fand ich vor allem, was der Autor aus Rotkäppchen gemacht hat, die nun auch über ein eigenes Königreich regiert. Überhaupt ist die Erzählung sehr fantasievoll und auf ihre Art einzigartig.
Die verschiedenen Königreiche sind auf einer wunderschönen Karte abgebildet, welche im Buch und selbst im Hörbuchcover abgebildet ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Rufus Beck gesprochen, der hervorragend die verschiedenen Charaktere interpretiert, jedem seine ganz eigene Stimme verleiht und das Hörbuch somit zu einem fantastischen Hörerlebnis macht. Wenn ich es nicht besser wüsste würd ich sagen: Da ist bestimmt Magie im Spiel.
Rezensionen von Ele:
Begeisternde Karten
Verrückt nach Karten Geniale Geschichten von fantastischen Ländern von Chris Colfer
Verrückt nach Karten, Sachbuch, 256 Seiten, Hrsg. Huw Lewis-Jones, übersetzt aus dem Englischen von Hanne Henninger, erschienen im wbg Theiss – Verlag.
Geniale Geschichten von fantastischen Ländern, begleitet von prachtvollen Karten.
Das wunderschöne Werk ist in 4 Teile gegliedert, von Teil 1 „Täuschend echt“, über „Literarische Karten“ und „Karten erstellen“ bis zum 4.
Teil „Karten Lesen“. Diverse Autoren haben ihre Geschichten zu den herrlichen Karten geschrieben ich bin restlos begeistert. Natürlich sind diese detailreichen Karten, der Hauptbestandteil des Buches, die passenden Geschichten dazu ergänzen diese fantasievollen Bilder hervorragend. 167 Karten, mannigfaltig bunt, handgemalt, gedruckt, auf diversen Materialien, antike, mythologische, anatomische Karten, Vorsatzkarten aus einigen Büchern, jeder wird hier seine Lieblingskarte finden. Zu jeder einzelnen Karte ist auch eine detaillierte Erklärung zu finden, interessant und höchst informativ. Besonders interessant fand ich die Geschichte zu Stevensons Geschichte „Die Schatzinsel“ tatsächlich zeichnete der Autor zuerst eine Karte zur Unterhaltung für seinen Stiefsohn und aus ihr ist später sein Meisterwerk entstanden.
Außerordentlich begeistert haben mich die Karten auf S.30/31 – die Moby Dick Karte, auf S. 107/108 die Islandia-Karte und die Tschuktschenkarte die auf Robbenhaut gemalt ist. Absolut überrascht haben mich die Landschaften im Körperinneren und auch die Karte von der Oberfläche des Mondes, die 1969, für die Apollo 11 Mission, von einem mehrere hundert Köpfe starkem Team der NASA erstellt wurde. Auch Botticelli hat sich auf einer Karte verewigt, die die 9 Kreise der Hölle aus Dantes göttlicher Komödie darstellt.
Reale und auch fiktive Orte sind kartografisch dargestellt worden. Die Weltsicht der Wikinger z.B. Yggdrasil, die große Weltesche, in mehreren Abbildungen. Zu finden ist auch die Karte des Herumtreibers aus den Harry Potter Filmen. Darstellungen vom Mumintal, Mittelerde und Narnia, durften nicht fehlen. Am Ende des Bandes stehen noch Hinweise über die einzelnen Autoren, für weitere Informationen gibt es Tipps zu weiterführender Literatur zum Thema, ein Zitatennachweis, Bildnachweis und ein Register welches bei der Suche nach Autoren, Karten usw. sehr hilfreich ist.
Stundenlang bin ich in diesem Buch versunken, manche der Bilder stehen sog. Wimmelbildern in nichts nach, immer wieder gab es Details zu entdecken. Eigentlich wollte ich dieses Buch nach der Lektüre verschenken, aber definitiv will ich dieses überragende Werk selbst behalten, denn es ist kein Roman zum „Durchlesen und Weglegen“ sondern um es immer wieder aus dem Regal zu nehmen, einzelne Geschichten zu genießen und es bis zum nächsten Mal im Regal zu bewundern, da es mit dem schönen Cover auch dort eine „gute Figur“ macht.
Dieser Band eignet sich bestens als Geschenk, oder auch um sich selbst eine Freude zu machen. Eine absolute Kaufempfehlung und verdiente, von mir gerne gegebene 5 Sterne.
Rezensionen von Ele:
Begeisternde Karten
Verrückt nach Karten Geniale Geschichten von fantastischen Ländern von Chris Colfer
Verrückt nach Karten, Sachbuch, 256 Seiten, Hrsg. Huw Lewis-Jones, übersetzt aus dem Englischen von Hanne Henninger, erschienen im wbg Theiss – Verlag.
Geniale Geschichten von fantastischen Ländern, begleitet von prachtvollen Karten.
Das wunderschöne Werk ist in 4 Teile gegliedert, von Teil 1 „Täuschend echt“, über „Literarische Karten“ und „Karten erstellen“ bis zum 4.
Teil „Karten Lesen“. Diverse Autoren haben ihre Geschichten zu den herrlichen Karten geschrieben ich bin restlos begeistert. Natürlich sind diese detailreichen Karten, der Hauptbestandteil des Buches, die passenden Geschichten dazu ergänzen diese fantasievollen Bilder hervorragend. 167 Karten, mannigfaltig bunt, handgemalt, gedruckt, auf diversen Materialien, antike, mythologische, anatomische Karten, Vorsatzkarten aus einigen Büchern, jeder wird hier seine Lieblingskarte finden. Zu jeder einzelnen Karte ist auch eine detaillierte Erklärung zu finden, interessant und höchst informativ. Besonders interessant fand ich die Geschichte zu Stevensons Geschichte „Die Schatzinsel“ tatsächlich zeichnete der Autor zuerst eine Karte zur Unterhaltung für seinen Stiefsohn und aus ihr ist später sein Meisterwerk entstanden.
Außerordentlich begeistert haben mich die Karten auf S.30/31 – die Moby Dick Karte, auf S. 107/108 die Islandia-Karte und die Tschuktschenkarte die auf Robbenhaut gemalt ist. Absolut überrascht haben mich die Landschaften im Körperinneren und auch die Karte von der Oberfläche des Mondes, die 1969, für die Apollo 11 Mission, von einem mehrere hundert Köpfe starkem Team der NASA erstellt wurde. Auch Botticelli hat sich auf einer Karte verewigt, die die 9 Kreise der Hölle aus Dantes göttlicher Komödie darstellt.
Reale und auch fiktive Orte sind kartografisch dargestellt worden. Die Weltsicht der Wikinger z.B. Yggdrasil, die große Weltesche, in mehreren Abbildungen. Zu finden ist auch die Karte des Herumtreibers aus den Harry Potter Filmen. Darstellungen vom Mumintal, Mittelerde und Narnia, durften nicht fehlen. Am Ende des Bandes stehen noch Hinweise über die einzelnen Autoren, für weitere Informationen gibt es Tipps zu weiterführender Literatur zum Thema, ein Zitatennachweis, Bildnachweis und ein Register welches bei der Suche nach Autoren, Karten usw. sehr hilfreich ist.
Stundenlang bin ich in diesem Buch versunken, manche der Bilder stehen sog. Wimmelbildern in nichts nach, immer wieder gab es Details zu entdecken. Eigentlich wollte ich dieses Buch nach der Lektüre verschenken, aber definitiv will ich dieses überragende Werk selbst behalten, denn es ist kein Roman zum „Durchlesen und Weglegen“ sondern um es immer wieder aus dem Regal zu nehmen, einzelne Geschichten zu genießen und es bis zum nächsten Mal im Regal zu bewundern, da es mit dem schönen Cover auch dort eine „gute Figur“ macht.
Dieser Band eignet sich bestens als Geschenk, oder auch um sich selbst eine Freude zu machen. Eine absolute Kaufempfehlung und verdiente, von mir gerne gegebene 5 Sterne.
Rezensionen von Bibliomarie:
Ein Leben für die Kunst
Die Malerin des Nordlichts von Lena Johannson
Munch – der Name ist fast wie eine Prophezeiung für die junge Signe. Sie will Malerin werden, genau wie ihr berühmter Onkel. Aber wir schreiben das Jahr 1920, da ist das keine Selbstverständlichkeit und Signe ist noch in einer lieblosen Ehe gefangen, die ihr Vater arrangiert hat. Ihr deutlich älterer Mann hat kein Verständnis für sie, es kommt zur Scheidung.
Aber unbeirrt geht Signe ihren Weg, nimmt Unterricht bei Gauguins Sohn und will ihre Begabung entfalten. Mit Auftragsarbeiten, wie Portraits und Landschaftsbildern hält sie sich über Wasser, doch allmählich erfährt sie Anerkennung als Künstlerin.
Als sie dann noch einen jüngeren Mann kennenlernt und sich verliebt, scheint auch ein privates Glück möglich. Einar liebt sie in ihrer Ganzheit, unterstützt sie als Künstlerin und sein Glaube an sie ist unerschütterlich. Aber dann kommt die Besetzung Norwegens durch die Deutschen und Einar geht, unterstützt von Signe in den Widerstand.
Es gibt nicht allzu viel Material über die Künstlerin und die Person Signe Munch. Alle ihre Bilder wurden vernichtet oder gingen verloren. Deshalb ist ihr Name als Künstlerin nie bekannt geworden. Aber dieser Umstand ermöglichte auch der Autorin der historischen Figur Leben einzuhauchen und einen emotionalen Roman zu schreiben. Sie beschreibt eine starke Frau, die viele persönliche Widerstände überwinden muss und deren Glück, auch durch den Lauf der Weltgeschichte, zerstört wurde.
Ich finde dieses Portrait sehr gelungen und die Atmosphäre zuerst in den Künstlerkreisen und später auch des Widerstand interessant ausgemalt. Dabei kam mir Signe als Person sehr nahe und ich bedaure es sehr, dass es keine Abbildungen von ihren Werken gibt. Es wäre interessant gewesen ihrer Persönlichkeit durch ihre Kunst näher zu kommen. Durch die Beschreibung der Entstehung ihrer Bilder hat sich meine Fantasie verselbstständigt. Fast sehe ich ihre Werke vor mir.
Mir gefiel auch wie historisch belegten Personen und Ereignisse mit den Romanelementen verwoben wurden. Die Autorin hat einen passenden Erzählton gefunden, er hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und gefesselt und hat mich auch über einige Längen und Wiederholungen getragen. Ich habe mich gut unterhalten und auch einiges an Wissen aus der Geschichte des Widerstands gegen die Besatzung mitgenommen.
Ein anrührender und intensiver Roman über eine Frau und Künstlerin, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.
Rezensionen von Sabine M:
Spannung pur!
Die Stille des Todes von Eva Garcia Saenz
Ein grausamer Mörder geht um in Vitoria, dieser beschaulichen Stadt im Baskenland. Er tötet immer zwei. Zwei, die das gleiche Alter haben. Zwei, die sich nicht kennen. Er drapiert sie an öffentlichen Orten. Wie ein Liebespaar. Inspector Ayala, der Kraken, sieht sofort Parallelen zu einem alten Fall.
Aber der Täter ist seit zwanzig Jahren inhaftiert. Gibt es einen Trittbrettfahrer? Oder sitzt der Falsche im Gefängnis?
Mich hat schon die XXL-Leseprobe des Manuskripts im letzten Jahr begeistert und ich habe mich sehr gefreut, dass ich ein Leseexemplar ergattern durfte. Ich wurde nicht enttäuscht.
Der Inspector darf seine Geschichte selbst erzählen, was dafür sorgt, dass man als Leser immer sehr nahe am Fall ist. Zusammen mit einer Kollegin und guten Freundin geht er auf die Suche nach dem Täter. Mit vielen Rückblicken, die teilweise sehr weit in die Vergangenheit vorstossen und einer sehr direkten und detailreichen Art zu Schreiben schafft Eva Garcia Saenz eine Atmosphäre, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Ständig folgt man den neuen Fährten, um dann doch wieder zu erkennen, dass man auf einem Irrweg unterwegs ist. Bis ganz am Ende weiß man nicht, wo dieser Weg hinführt und man ist mehr als einmal starr vor Schreck.
Nebenbei erfährt man noch sehr viel über die Region und die Menschen, die im Baskenland leben. Auch die verwendeten, spanischen Redewendungen und die genaue Beschreibung der alten Bauwerke katapultieren den Leser direkt in die alavesische Hochebene. Das gibt dem Buch noch einmal ein ganz besonderes Flair. Das sehr ansprechende Cover setzt dem Ganzen noch die Krone auf und macht das Paket komplett.
Für mich ein sehr gelungenes Debüt, das neugierig macht, wie es mit Inspector Ayala weiter geht. Denn es wird schwer, diesen Roman noch zu toppen.










