Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von begine:

Die Hexe Circe

Circe Kartoniert / Broschiert. von Miller Madeline


Die Autorin Madeline Miller schreibt die Mythologie mit Raffinesse neu.
Ich habe schon in meiner Jugend gerne Geschichten über die Götter gelesen.
Der Roman „Ich bin Circe“ wird vom Eisele Verlag verlegt. Er zeigt uns Circes Gefühlswelt und ihren Kampf um Anerkennung. Circe ist die Tochter von Helios, dem Sonnegott.

Sie ist aus der Art geschlagen, sie hat keine goldblonden Haare, ihre Augen sind dunkel und ihre Stimme hört sich an, wie von Sterblichen. Ihre Geschwister passen alle in die Familie, dadurch wird sie nicht beachtet.

Circe bemerkt das sie hexen kann und rächt sich. Sie wird auf die Insel Aiaia verbannt.
Das ist alles besonders gut konstruiert. Es kommen noch viele bekannte Götter ins Spiel, über die man sich wundern muss, wie grausam sie sein können. Aber auch berühmte Sterbliche begleiten Circe, so wie Odysseus und seine Frau Helena.

Die Autorin hat dies Geschichte mit Circe spannend und fesselnd geschrieben. Von den Göttern ist schon alles bekannt. Aber so hat es Spaß gemacht den Roman gerne zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine

Rezensionen von J.K.:

Perfekt zum Miträtseln!

Bis ihr sie findet von Lodge Gytha

Als die Leiche gefunden wird, weiß Detective Jonah Sheens sofort, dass es sich um die vor 30 Jahren verschwundene Aurora handelt. Die 14-jährige war damals mit 6 Freunden zum Campen im Wald unterwegs - und am nächsten Morgen verschwunden. Keiner der sechs anderen konnte sich das erklären und es wurde eine große und langanhaltende Suchaktion gestartet, allerdings erfolglos.

Bis zum Leichenfund gab es keine Spuren und keinen Tatverdächtigen.
Nun müssen Detective Sheens und sein Team die mittlerweile erfolgreichen Freunde von damals nochmals genau unter die Lupe nehmen. Dabei decken sie nach und nach Geheimnisse auf, die die Gruppe oder einzelne aus verschiedenen Gründen für sich behalten haben. Doch der Lösung kommen sie scheinbar nicht so richtig näher. Mal scheint der eine und dann wieder der andere verdächtig zu sein, aber eins ist klar: es gibt einen sehr eingeschränkten Täterkreis...

Ich finde dieses Buch richtig spannend und man kann bis zum Schluss miträtseln. Auf die richtige Lösung bin ich dennoch nicht gekommen, was ich fast noch besser fand.

Am Anfang fand ich es etwas schwierig, die ganzen Personen, insbesondere die Freunde von damals, auseinanderzuhalten, aber das hat sich nach einiger Zeit gegeben und ist verkraftbar. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen: unaufgeregt, detailreich, aber nicht langweilig. Es war genau die richtige Mischung aus Umgebungsbeschreibungen und "es passiert was", so dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Allen, die mal wieder ein wirklich spannendes Buch lesen möchten, kann ich "Bis ihr sie findet" sehr ans Herz legen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von J.K.

Rezensionen von nuean:

Nette Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Perfect Mistake von Kylie Scott

Ich habe vorher noch keine Bücher von Kylie Scott gelesen und wollte das nun unbedingt ändern. Der Titel hat mich angelockt und der Klappentext überzeugt, dass ich dieses Buch lesen möchte. Dank Netgalley und Lyx durfte ich ebook schnell auf mein Tablet laden.
Adele trifft nach Jahren der Funkstille auf ihren Jugendschwarm Pete, als sie zur Hochzeit ihres Vaters kommt.

Vor über neun Jahren war der 15 Jahre ältere Pete immer für sie da, wenn sie den Sommer bei ihrem Vater verbracht hat. Für Adele war er ihre erste große Liebe und ihr bester Freund, als sie 18 wurde, wollte sie die Freundschaft vertiefen, was in einer Katastrophe endete und Adele in die Flucht geschlagen hat. Als sie Pete nun wieder sieht werden alte Wunden aufgerissen und alte Gefühle kommen zurück.
Die Idee hat mir wirklich gut gefallen und Adele gefällt mir wahnsinnig gut. Sie ist sympathisch, wahnsinnig schlagfertig, hat Humor und nimmt sich selbst nicht so ernst alles Dinge, die ich an Protagonistinnen mag. Mit Pete wurde ich nur leider irgendwie nicht warm. Er ist extrem düster und schwer zu durchschauen und ich habe mit Adele mitgefühlt. Gut gefallen hat mir, dass es Zeitsprünge gab. Abwechselnd gibt es Kapitel aus Adeles und Petes Vergangenheit und der Gegenwart. So erfährt man hautnah was damals passiert ist, wie Adeles Gefühle entstanden sind und was sie mit Pete verbindet.
Auch der Schreibstil hat mir gefallen. Er ist humorvoll und mitreißend. Ein Buch das man sehr schnell weglesen kann.
Fazit: Tolle Protagonistin, aber eine Handlung mit Höhen und Tiefen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nuean

Rezensionen von nuean:

Ein spannender 3. Teil mit viel Liebe und Leidenschaft

Golden Dynasty - Stärker als Begehren von Jennifer L. Armentrout

Ich habe diesem Buch entgegengefiebert. Nachdem ich schon Lucien und Gabe mein Herz erobert haben, war ich wahnsinnig gespannt, wie Devlins Geschichte wird. Natürlich ist er aus den Vorgängerbänden bekannt, der älteste der De Vincents ist nach dem Tod seines Vaters das Familienoberhaupt. Kühl und distanziert haben die meisten großen Respekt oder eher Angst vor ihm.

Doch dann begegnet er Rosie und plötzlich lernt man eine ganz andere Seite von Devlin kennen.
Auch Rosie ist schon aus dem 2. Teil bekannt. Sie ist humorvoll, schlagfertig und immer für ihre Freunde da. Nun erfährt man einiges über ihre Vergangenheit die auch von Schicksalsschlägen geprägt ist. Doch ihre Art damit umzugehen macht sie für mich sehr sympathisch. Sie gibt Devlin contra, was dieser nicht wirklich kennt und deshalb Rosie nicht so leicht aus seinen Gedanken verbannen kann.
Ich liebe Rosie und auch Devlin ist mir jetzt viel sympathischer. Auch seine Vergangenheit wird nun aufgeklärt und auch mit ihm möchte keiner tauschen. Mit Rosie kann er sich über sein Kindheitstrauma austauschen. Ich fand die Chemie zwischen den beiden von Anfang an toll, das Knistern war sofort spürbar und ich habe bis zum Ende wahnsinnig mitgefiebert. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz und einige Fragen und Vermutungen aus den Bänden davor werden aufgeklärt.
Der Schreibstil ist einfach nur mitreißend, humorvoll und spannend. Ich liebe den Stil von Jennifer L. Armentrout, man verfällt den Charakteren mit Haut und Haaren, leidet mit ihnen, lacht und fühlt mit ihnen. Wieder ein Buch das mich absolut begeistert hat und welches ich in einem Rutsch durchgelesen habe.
Vielen Dank an Netgalley und mtb, dass ich den 3. Teil lesen durfte!
Fazit: Auch Teil 3 hat mich begeistert, Spannung, Liebe und Leidenschaft! Schade, dass es nun mit den De Vincents vorbei ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nuean

Rezensionen von Furbaby_Mom:

Westie-Hündin Lizzy ist der wahre Star des Romans

Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder von Petra Schier

Ich glaube, es gibt wenige Menschen auf der Welt, die Hunde mehr lieben als ich - …sagt wahrscheinlich jeder, der das Glück hat, eine Fellnase als Familienmitglied zu haben. Und dem kann ich mich nur anschließen. Folglich ließen mich das niedliche Cover sowie der originelle Buchtitel regelrecht in Verzückung geraten - Hunde UND Weihnachten…besser geht es ja nun wirklich nicht! Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Werk, ich hatte noch nie zuvor einen Roman der Autorin gelesen.

Die Story ist schnell zusammengefasst: Weihnachtsmuffel Laura hatte kürzlich Pech in der Liebe, wechselt daher den Job und landet in der Idylle und Harmonie des Sternbach-Clans. Sie soll das Marketing der familiengeführten Hotelanlagen übernehmen und ist wild entschlossen, keinesfalls wieder den gleichen Fehler zu begehen, Privates und Berufliches zu vermischen. Dumm nur, dass sie gegen die Liebenswürdigkeit der Sternbach-Familie nicht lange immun bleiben kann - vor allem, weil deren Sohn Justus ihr Herz schneller schlagen lässt. Und dann ist da auch noch die entzückende kleine West-Highland-Terrierhündin Lizzy, die mit dem Weihnachtsmann und dem Christkind gemeinsame Sache macht, damit Laura endlich wieder den Zauber der Weihnachtszeit erleben kann…

Zunächst möchte ich festhalten: ich habe den Roman mitten im Hochsommer gelesen und fühlte mich sogleich in die kühle Jahreszeit versetzt. Weihnachtsfeeling pur, herrlich! Die vielen detaillierten Beschreibungen des wundervoll gewählten Settings (- im familienbetriebenen Hotel der Sternbachs würde ich sofort einen Urlaub verbringen wollen -) ließen automatisch die Bilder der Handlung vor meinem inneren Auge entstehen – als würde man einen Film anschauen. Man kann beim Lesen förmlich den Schnee unter den Füßen knirschen hören, während man mit Laura und Justus durch den Wald spaziert. Zum Schreibstil finde ich nur lobende Worte, die Dialoge und Gedankengänge der Figuren sind meist sehr authentisch und nachvollziehbar gestaltet worden. Keine schwere Lesekost, tatsächlich fliegen die Seiten nur so dahin, weil man sich mit den größtenteils sympathischen Charakteren so wohl fühlt, dass man einfach wissen muss, wie es weitergeht. Anfangs habe ich kurz stutzen müssen, als mir klar wurde, dass sowohl Santa Claus, das Christkind sowie diverse Elfen Teil der Handlung sind – aber wenn nicht in einem Weihnachtsroman, wann dann? Auf jeden Fall war dies eine erfrischende Abwechslung von anderen Weihnachtsgeschichten; auch die außerordentlich tiefgründigen Hintergrundstories der Protagonisten haben mich überrascht – die Autorin hat sich wirklich ins Zeug gelegt, um ihren Roman von der Masse abzuheben. Am niedlichsten fand ich die Gedankenbeschreibungen der kleinen Hündin – Lizzy ist für mich mit Abstand der eigentliche Star der Geschichte. Gerne hätte ich noch mehr von ihr gelesen, aber sie nimmt doch eine kleinere Rolle ein als erwartet. Die weibliche Hauptfigur, Laura, fand ich nett und angenehm – sie ist alles andere als verbittert, obwohl sie in der Vergangenheit schon viele Schicksalsschläge erleben musste. Und erst ihre Marketingideen – äußerst kreativ! Was ihre Persönlichkeit angeht, wird sie allerdings in Sachen Wiedererkennungswert und Sympathiefaktor von ihrer Freundin Angelique in den Schatten gestellt, die unheimlich auf Zack ist und mich komplett begeistert hat. Eventuell hat die Autorin ja ein zukünftiges Projekt rund um Lauras Freundin geplant, vielleicht in Kombination mit dem anderen Sternbach-Sohn (Patrick)...?

So bezaubernd ich die Grundidee des Werkes finde, gab es dennoch ein paar Dinge, die mir nicht so gefallen haben, weshalb ich nicht die volle Anzahl an Sternen vergeben kann. Die Familie Sternbach kam mir sehr überzeichnet vor – ja, sie sollten extrem liebenswert, herzlich und einnehmend wirken, aber letztlich fand ich sie wahnsinnig anstrengend und in ihrem Verhalten ziemlich penetrant. Dass sie ihre neue Angestellte permanent und ungefragt für Privatangelegenheiten einteilen – meinetwegen. Aber Justus und seine Flirtattacken auf Laura, obwohl diese ihn wiederholt bittet, Abstand zu halten, grenzen schon an Belästigung. Was, wenn sie ihn nicht attraktiv finden würde? An ihrer Stelle hätte ich mich mehr als unwohl gefühlt. Als er sie dann in einer Szene auch noch machomäßig "braves Mädchen" nennt, konnte ich gerade noch einen Würgereflex unterdrücken. Justus hätte so charmant sein können, aber als das konnte ich ihn wahrlich nicht empfinden. Am schlimmsten waren die eindeutig zu detaillierten Sexszenen. Vielleicht liegt es an mir, aber in einem mit unschuldigem Cover getarnten Weihnachtswerk inklusive Santa Claus möchte ich nichts über Brustwarzen, eindringende Finger, Orgasmen und Co. lesen – das passt einfach rein gar nicht zusammen und hat mir teilweise gehörig die Lesefreude verhagelt. Selbiges gilt für die Tränendrüsen-Elemente, die gegen Ende des Romans etwas zu viel des Guten waren.

Fazit: Wenn man die Erotikszenen überblättert und hinsichtlich des aufdringlichen Verhaltens der Figur Justus ein Auge zudrückt, hat man hier einen stimmungsvollen Weihnachtsroman.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Furbaby_Mom

Rezensionen von heinoko:

Ein schmerzhaft dunkles Buch

Du gehörst mir von Peter Middendorp


Ein Buch, das verstört. Das den Leser fordert. Das geradezu unerträglich ist. Das gewaltsam gewaltig ist. Aber auch bescheiden. Einfach und schwierig. Und poetisch dazu. Intensiv allemal. Ein Buch, das schwer zu ertragen ist.

Das Buch beginnt etwas trügerisch so, als hätte es ursprünglich ein Thriller werden wollen: Tille, der Junge, erlebt hilflos mit, wie das Bein seines Vaters vom Mähdrescher „aufgefressen“ wird.

Und er erlebt, dass er keine Rolle spielt, keiner sieht ihn an. Nicht nach dem Unfall, nicht später. Er ist ein Geringgeschätzter, lebt im Unvorhandensein. Er ist ein Niemand, der heranwächst, Familienvater wird. Tagaus tagein verrichtet er die Arbeit auf dem Bauernhof. Er ist pflichtbewusst, hat klare Regeln. Frau und Sohn bleiben Statisten in seinem Leben. Nur seine Tochter löst in ihm Gefühle aus, verwirrende Gefühle. Ein Mord an einem jungen Mädchen geschieht. Doch der Vergewaltiger und Mörder wird 13 Jahre lang nicht gefunden. Obwohl doch ein Flüchtlingsheim in der Nähe ist.

Ja, der Leser versteht schnell, dass Tille der Mörder war. Und dass das fremde Mädchen stellvertretend für seine Tochter Opfer seines Begehrens geworden war. Insofern weicht das Buch in seiner Erzählweise völlig ab von allen Regeln des Spannungsaufbaus. Es sammelt Einblicke in das Innenleben von Tille, Puzzleteile eines klaustrophobisch engen Lebens. Der Leser ist gefordert, denn es wird nicht chronologisch erzählt, sondern die Zeiten fallen durcheinander, werden dem Leser wie Scherben vor die Füße geworfen. Wegweiser durch das Buch ist noch am ehesten die Natur, der Wandel der Natur durch die Jahreszeiten, und dann auch die Vögel, immer wieder die Vögel. Einerseits erzählt der Autor hart und nüchtern, was der harte und nüchterne Tille denkt, beobachtet, sich selbst auferlegt. Andererseits sind Sätze im Buch zu finden, die von einer wunderbar poetischen Sprache sind, wie: „Nachts lag der Mond hinter den Pappeln halb tot auf dem Rücken.“ Oder „Der Herbst verblätterte grau das Jahr.“
Ein großartig geschriebenes, verwirrendes, dunkles, schmerzhaftes Buch, das aufmerksame Leser fordert und vom Wortmagier Peter Middendorp so tief in unser Buchgedächtnis eingepflanzt wird, dass wir die Erinnerung an so manche Szene nicht mehr loswerden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von heinoko

Rezensionen von Minangel:

Es wird Zeit nach 50 Jahren auf das Leben zu blicken: tränenreich lachend, verzeihend zukünftig Heimat suchend

Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy

Inhalt: „Was soll jetzt noch kommen?“ Judith ist fast 50, und auf die Frage fällt ihr keine Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach 20 Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume, Albträume zurückgelassen hat.

Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den Sommer noch zu erleben. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege und Judith erkennt, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen als überhaupt nicht (übernommen).

Meine Meinung: Der neue Roman besticht durch die Zukunftsängste, Vergangenheitsschuldgefühle und routierende Gedankenkarusselle einer 50jährigen Frau, namens Judith. Nach dem Tod ihrer Mutter begegnet Judith ihrer lang vergessenen besten Freundin Anne und gemeinsam stellen sie sich der Vergangenheit und auch der nicht vorhandenen Zukunft. Zur Seite steht ihnen Martina, klar, herrlich, ehrlich, unerschütterlich und Judiths homosexueller divenhafter beim Namen nennender Freund Erdal und dessen Mann Karsten und ihre Söhne. Die Momentaufnahmen, die Reisen in die Vergangenheit, das Entschlüsseln des Rätsels aus deren fundierend, waren genüsslich zu lesen.
Anne und Judith sind sehr lebendig sympathisch herausgearbeitete Persönlichkeiten und einen Erdal hätte ich voll gerne auch als besten Freund, natürlich auch Karsten und Martina.
Ildiko von Kürthy hat einen unnachahmlichen Erzählstil in dessen Wortkarussellen wir fast verloren gehen und ein Gedanke den anderen jagt, bevor er noch fertig überlegt werden konnte. Teilweise waren mir die wiederholenden Gedankenkonstrukte zu viel und ich hätte mir gewünscht: komm doch endlich an den Punkt! Dann wieder haben mich die ehrlich ironisch lustig traurigen lieblichen tragischen Facetten des Lebens mitgerissen und ich konnte mich darin verlieren. Man muss es mögen.

Fazit: eine schonungslos ehrliche, tragisch lustige Lebensreise einer 50jährigen und ihren Freunden mit Wort-Kopfgrübeleien und einigen ungeahnten Wendungen. Für mein Lesevergnügen mit Judith und Anne möchte ich 4 beste Freunde Sterne vergeben, da ich dazwischen einen zu viele Worte Hänger hatte, aber das Ende fulminant mich entschädigt hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Minangel

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Effi niest

Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy

Auf diesen Roman wurde ich aufgrund des wunderschönen Covers aufmerksam, dann gleich auf den Titel, der auf den Klassiker "Effi Briest" anspielt. Auch der Klappentext und die schöne Gestaltung der Hardcover-Ausgabe machten mich neugierig und so freute ich mich sehr auf diese Lektüre.

"Eine romantische Komödie aus der prüdesten Epoche der deutschen Geschichte" ist es definitiv und sorgt für ein ständig lächelndes Gesicht während dem Lesen.

Auch wenn man die Frauen damals bedauert - was die Männer ihnen alles unterstellten, furchtbar.

Effi fliegt aus dem Mädchenpensionat. Eigentlich nur weil sie ein Buch aufgehoben hat. Der Inhalt dieses Buches muss recht pikant sein, so dass man ihr nicht mal zuhörte und keinen Glauben schenkte. Schlussendlich ist Effi froh um den Rauswurf. Sie will lesen, lernen und studieren.

Während sie im Hause ihres Vaters auf die Zulassung zur Universität wartet, versucht Effi das geheimnisvolle Buch aufzutreiben, welches sie am Fluss vor dem Pensionat gefunden hat. Sie will unbedingt wissen, was da drin steht und wieso man ihr die Lektüre verbietet. Effi und ihre beiden Freundinnen sind sehr einfallsreich, auch im Umgang mit ihrer Tante Auguste, die ein Auge auf das junge Mädchen halten soll. Dazwischen führt Tante Auguste Effi auf Bälle und lehrt sie unter anderem, was bei einem Kaffeekränzchen aufgetischt werden darf und was nicht.

Auf der Reise vom Pensionat nach Berlin lernt Effi einen jungen Arzt samt seiner Katze kennen. Maximilian, der junge Arzt, ist unterwegs um in Berlin Doktor Fleiss in der Arztpraxis zu unterstützen. "Zufällig" ist Doktor Fleiss der Hausarzt der Familie von Burow. Maximilian verliebt sich in Effi, aber diese beginnt jedesmal zu niesen und sich zu schnäuzen, wenn sie sich begegnen.

Schon beim ersten Zusammentreffen in der Bahn war mir klar, was die Niesanfälle auslöst. Doch dazumal kannte man diese "mysteriöse" Krankheit noch nicht, und im Zusammenhang mit dem geheimnisvollen Buch dachten die Herren Doktoren, dass Effi an etwas anderem leidet. Doktor Fleiss trifft sich sogar mit Sigmund Freund, die beiden wollen Effi gar die Nase operieren.

Eindrücklich schildert Anna Moretti welche - aus heutiger Sicht komplett unsinnige - Ansichten die Ärzte damals in Bezug auf Frauen hatten. Für uns ist "Effi liest" ganz amüsant zu lesen, aber ich glaube, jede Frau ist froh, nicht zu dieser Zeit gelebt zu haben.

Aufgelockert wird die unterhaltende Komödie durch die Briefe, die Maximilian seinem Bruder Benjamin schickte, die seinen Standpunkt und seine Gefühle erklärte.

Die Autorin bringt den Lesern die damalige Zeit nahe, beschreibt zum Beispiel einen Besuch in einer Buchhandlung, in der die Frauen direkt in die Frauenabteilung geschickt wurden, denn nicht jedes Buch durfte von Frauen gelesen werden. Das Nachwort sollte man sich nicht entgehen lassen, interessant weist Anna Moretti daraufhin, was sich wirklich so abspielte, so wie sie es im Roman beschrieben hat.

Mir hat die "romantische Komödie" extrem gut gefallen. Die Mischung aus Humor, Verschlagenheit, Romantik, inklusive der Weltanschauung im 19. Jahrhundert und dem damaligen Medizinwissen wurde zu einer perfekten Geschichte kombiniert.

Fazit: Charmant und sehr humorvoll packt Anna Moretti gesellschaftliche und medizinische Lehrmeinungen des 19. Jahrhunderts in eine kurzweilige und unterhaltende Geschichte. Diesen Roman sollte man sich nicht entgehen lassen!
5 Punkte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücher in meiner Hand

Rezensionen von Petra:

nicht nur Porzellan

Ein neues Blau von Saller Tom

Klappentext:

Als Lilis Mutter früh stirbt, kümmert sich ihr Vater Jakob rührend um sie. Aber erst als sie Günther von Pechmann kennenlernt, den Direktor der Königlichen Porzellan-Manufaktur, findet sie ihre Bestimmung: die Welt des Porzellans. Doch die Nationalsozialisten kommen an die Macht und Lili muss aus Berlin fliehen.

Fünfzig Jahre später lebt Lili wieder in Charlottenburg, zurückgezogen in ihrem Haus mit dem japanischen Garten. Sie spricht nicht viel über sich und ihr bewegtes Leben. Erst die 18-jährige Anja, widerspenstig und quer, kann Lili dazu bewegen, sich ihr zu öffnen. Stück für Stück enthüllt sich Lilis Geschichte, doch auch Anja hat ein Geheimnis. Welche Rolle spielt dabei die schlichte Porzellanschale, die die alte Frau wie einen Schatz hütet?
Meinung:
Der Klappentext ist etwas irreführend, er gibt nur ansatzweise wieder worum es in diesem Buch geht.
Das Gefühlsleben aller Personen in diesem Buch ist gespalten, die Frage was bin ich, ist sehr wichtig, z. B.: Jude oder Christ, Chinese oder Japaner, bin ich ein halber oder ganzer Mensch.
Diese Frage ist nicht philosophisch sondern wichtig für das tägliche Leben im Umgang mit sich selbst und auch anderen.Eine andere Frage ist die nach der Schuld die jeder auf irgendwann auf sich nehmen muss und wie die Person damit umgeht, auch mit solchen für die niemand zuständig ist.
Der Autor erzählt auf eine poetische Art und Weise, mit Andeutungen und leisen Gefühlen, so das auch zwischen den Zeilen eine Menge Text ist.
Selbst Ereignisse in der Nazi Zeit kann er so beschreiben, das war für mich so intensiv das mich das Buch noch einige Zeit beschäftigen wird.
Gleichzeitig hat er Zeitdokumente eingefügt die das Geschehen mehr Authentizität verleihen die im Nachwort erläutert werden

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra

Rezensionen von PFIFF:

Beziehungsdrama zwischen zwei Paaren

Ein anständiger Mensch von Jan Christophersen


Steen Friis, ein anerkannter Autor zu Themen, was Anstand ist, verheiratet mit der Mutter seiner erwachsenen Tochter, verbringt mit einem anderen Paar den Sommer in seinem kleinen Ferienhaus auf einer dänischen Insel.
Er und seine Frau hatten sich gegenseitig puncto Liebe alle Freiheiten eingeräumt, was jetzt zu einem Problem für Steen zu werden scheint, als ihm seine Frau ankündigt, sich auf ein Abenteuer einlassen zu wollen.

Bei einer Wanderung zu viert werden Pilze gesammelt und es kommt zu verheerenden Auswirkungen nach dem Verzehr des Pilzgerichts. Steens Welt gerät ins Schwanken, er hat Mordphantasien und Probleme, mit den Folgen des Vorfalls fertig zu werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PFIFF