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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Höchst brisant und fesselnd bis zur letzten Seite

Öxit von Vertacnik Hans-Peter

Bevor die ehrgeizige Journalistin Lou Sorko das Ergebnis ihrer brisanten Recherchen veröffentlichen kann, wird sie ermordet. Wie zu erwarten, landet der Fall auf dem Schreibtisch von Oberst Radek Kubica, der mit Kollegen Franz Dvorak die Ermittlungen aufnimmt. Zu dieser Zeit wissen sie noch nicht, in welches Hornissennest der politischen Intrigen sie mit ihrer Arbeit stechen.

Da gibt es Moritz Petrell, einen Politiker, der ohne Rücksicht auf Verluste und um jeden Preis seinen Parteifreund und Bundeskanzler stürzen möchte, um selbst an die Macht zu kommen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht: Österreichs Austritt aus der EU, Bestechung, Erpressung. Petrell scheut dabei auch nicht davon zurück, auch den Polizeiapparat für seine Zwecke einzuspannen. Er nützt dabei sein Charisma, das ihn bei Frauen besonders gut ankommen lässt, gnadenlos aus.
Der einzige wahre Aufrechte in diesem Sumpf aus Korruption ist Oberst Radek Kubica. Er lässt sich nicht verbiegen und muss seine schlimmsten persönlichen Schicksalsschläge hinnehmen.

Meine Meinung:

Im Lichte der aktuellen Ereignisse in Österreichs Innenpolitik, bekommt dieser Krimi einen besonderen Touch. Sind die Politiker wirklich so korrupt wie beschrieben oder geht es in Wirklichkeit noch ein bisschen ärger zu? Nun, von Morden an Journalisten ist bislang nichts zu lesen, aber wer weiß, was sich da hinter den Kulissen abspielt.

Hans-Peter Vertacnik hat mit seinem Oberst Radek Kubica einen sturen Charakter geschaffen, der auch ohne Rücksicht auf seine eigene Person, die Fälle lösen will. Wir haben das ja schon in den Vorgängern („Donauwölfe“ und „Totenvogel“) gelesen. Auch diesmal ist der Vorgesetzte Stankovic alles andere als hilfreich, sondern wirft Kubica und Dvorak jede Menge Prügel zwischen die Beine. Ein Seitenhieb auf mangelnde Führungskompetenz so mancher Vorgesetzter darf natürlich auch nicht fehlen, war doch der Autor früher Kriminalbeamter und weiß, wovon er spricht.
„...Weil man bei uns grundsätzlich nur Leute auf Seminare schickt, die ihr Metier beherrschen, während jene daheim sitzen, für die solche Trainings gedacht sind...“

Geschickt führt uns der Autor an der Nase herum, in dem er ein junges Paar à la „Bonnie & Clyde“ Überfälle begehen lässt und damit Kubica und Dvorak auf Trab hält.

Daneben nimmt der Konflikt mit Radeks Ex-Frau Anne, die mit dem gemeinsamen Sohn Oscar in London lebt, ordentlich Fahrt auf und endet in einer wahren Tragödie.
Gut gefällt mir, dass Pfarrer Wozzek, der nach wie vor die besten Beziehungen
Zum seinen ehemaligen (Ostblock)Geheimdienstkollegen hat, ein paar Erkundigungen einziehen darf.

Der Schreibstil ist fesselnd. Es ist kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Ein besonderes Schmankerl sind die vielen kleinen, aber feinen Hinweise auf mehr oder weniger bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt, die völlig unaufgeregt und unterschwellig eingebaut werden. Wien ist der passende Schauplatz, denn „ein bisserl was geht immer“ und gut vernetzt zu sein, hilft auch den Kriminalbeamten.

Auch die Namensgebung für die Protagonisten liest sich wie das altösterreichische Telefonbuch: Kubica, Dvorak, Sorko, Stankovic – Wien ist ein Konglomerat aus den verschiedensten Teilen der ehemaligen Habsburgermonarchie.

Wie tief die fiktive heimische Politprominenz in den Sumpf rund um Macht und Geld verstrickt ist, sieht man auch daran, dass Stankovic geheime Dossiers über seine Mitarbeiter angelegt hat. Selbst Marie Haller, die toughe Gerichtsmedizinerin, ist nur eine Marionette in diesem Intrigantenstadl.


Meine Meinung:

Ein politisch höchst brisanter Krimi über Korruption und Erpressung in höchsten Kreisen! Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Allerdings rate ich, die beiden Vorgänger zu lesen.

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Rezensionen von thora01:

Der Kampf um Wasser - spannende Story

Dry von Neal Shusterman; Jarrod Shusterman

Inhalt/Klappentext:
Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.

Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden.

Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.

Neal und Jarrod Shusterman zeigen auf beängstigende Weise, wie schnell jegliche Form von Zivilisation auf der Strecke bleibt, wenn Menschen wie du und ich von heute auf morgen gezwungen werden, um den nächsten Schluck Wasser zu kämpfen.
(Quelle: FISCHER Sauerländer)

Meine Meinung:
Sehr spannende und etwas beängstigende Dystopie. Die Story ist sehr realitätsnah gehalten und der Leser hat das Gefühl es könnte jederzeit soweit wie in der Geschichte kommen. Die Autoren haben mich mit diesem Werk sofort gefangen genommen. Sie zeigen sehr deutlich wie abhängig der heutige Mensch von der Technik ist. Die Autoren zeigen ein sehr düsteres Bild der Bevölkerung. Die Menschen bis auf ein paar wenige Ausnahmen mutieren zu Egoisten die vor gar nichts zurückschrecken. Die Protas sind mir von Beginn an sehr sympathisch. Sie sind Jugendliche die sich mit der sehr brisanten Situation auseinandersetzten müssen. Sie haben von Beginn an verstanden das sie nur gemeinsam bestehen können. Ich fand alle Protas sehr gut geschrieben. Die Autoren haben mit den verschiedenen Charakteren der Protas gekonnt gespielt. Sie zeigen sich kämpferisch und überlegend. Erst durch das Zusammentreffen der Gruppe haben die Jugendlichen eine Chance die Misere zu überstehen. Ich fand es toll wie die Jugendlich ihre Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen zum Wohle der Gruppe eingesetzt haben. Das gesamte Setting ist sehr düster gehalten. Das Spannungslevel ist sehr hoch und der Abschluss hat es in sich. Mir hat das Ende sehr gut gefallen. Das Ende war genau wie ich es mir bei so einer Story vorgestellt habe.

Mein Fazit:
Spannungsgeladene sehr realitätsnahe Dystopie. Ich kann es auf alle Fälle Lesern empfehlen die eine etwas untypische Geschichte lesen mögen..

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Rezensionen von PeLi:

Eine Tante und ihre Neffen auf der Flucht

Die besten Tantenretter der Welt von Schomburg Andrea

Fabi und Jonas leben seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Erdmute. Die ist zwar etwas verrückt, aber sie liebt ihre Neffen und die zwei lieben sie und zumindest wird es bei den Dreien nie langweilig. Das zeigt sich ganz besonders, als Tante Erdmute aus einer Notsituation heraus ( sie braucht dringend Geld, um nicht mit den Jungs aus ihrer Wohnung ausziehen zu müssen) tatsächlich eine Bank überfällt.

Da sie ja im Grunde ein guter Mensch und keine geübte Bankräuberin ist, stellt sie sich dabei nicht ganz so geschickt an und zieht zum Banküberfall ihr auffälliges rotes Lieblingskleid an und, um ihre Frisur und Schminke nicht zu ruinieren, verzichtet sie auch noch auf den " für schlaue Bankräuber" ganz wichtigen Strumpf über dem Kopf. Da sie nun doch etwas Sorge hat, dass bald die Polizei kommt, um sie zu verhaften, beschließt sie kurzerhand, mit den beiden Neffen in ein ziemlich verstecktes kleines Waldhotel zu reisen, bis sich daheim die größte Aufregung gelegt hat.

Im Waldhotel angekommen, müssen die Drei zuerst einmal feststellen, dass es dort gar nicht so einsam zugeht, wie sie gehofft hatten, sondern es tummeln sich dort einige skurrile Gäste.

Und als dann auch noch die wertvolle Briefmarkensammlung eines Gastes gestohlen wird, taucht zum Schrecken von Tante Erdmute und ihrer Neffen, tatsächlich auch noch die Polizei auf. Und ab da haben die beiden cleveren Neffen ganz schön zu tun, ihre Tante vor einer Verhaftung zu retten.


Ich habe "Die besten Tantenretter der Welt" zusammen mit meinem Patenkind gelesen und wir beide hatten einen Riesenspaß beim Lesen/Vorlesen. Durch den rasanten und humorvollen Schreibstil, wurde es nie langweilig und die beteiligten Personen waren allesamt sehr liebenswert und sympathisch gezeichnet, was es leicht machte, sie ins Herz zu schließen und mitzufiebern. Das Cover ist ein richtiger Hingucker und sehr passend zum Inhalt des Buches gewählt. Die kleinen schwarz/weiß Zeichnungen am Anfang jedes Kapitels und die Verse, die Tante Erdmute so häufig von sich gibt, bereichern die Geschichte noch zusätzlich. In der Kurzbeschreibung des Buches, steht, dass es für Kinder ab 10 Jahren geeignet ist und für dieses Alter finde ich es auch sehr passend.

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Rezensionen von LEXI:

Die Geheimnisträgerin

Das Mädchen aus Herrnhut von Schomburg Andrea

Die Geheimnisträgerin

Im Prolog trauert auf der Isola di San Pietro ein Mann namens Nikodemus um die Liebe seines Lebens. Eine von ihm geschnitzte Frauenfigur aus Zedernholz bildet das zentrale Thema dieses Buches. Die sogenannte „Nikodemus Figur“ ist ein begehrtes Objekt, das seinen Weg im Verlauf der Jahrhunderte im wahrsten Sinne des Wortes mit Leichen pflastert.

In zwei Erzählsträngen thematisiert Elisabeth Büchle zum einen die Ereignisse der Jahre 1731 und 1732 in Herrnhut, und befasst sich danach im zweiten Teil des Buches mit der Gegenwart im Jahr 2007. Die Handlung der Vergangenheit schildert das Leben des Dienstmädchens Luise, das sich zu einer von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf gegründeten Gemeinschaft in Herrenhut aufmacht, um Arbeit zu finden. Der Kutscher Christian Schönburg rettet der völlig entkräfteten und halb erfrorenen jungen Frau das Leben. Luise fühlt sich dank der geschwisterlichen Liebe und des Einsatzes füreinander in Herrnhut rasch geborgen, doch das ruhige Leben der liebenswürdigen und freundlichen Dienstmagd wird bald von einer Tragödie überschattet.

Im Zuge einer Studienreise treffen in Herrnhut im Jahr 2007 die junge Lehrerin Emma Fischer und der Historiker Daniel Ritter aufeinander. Was zunächst als Zufallsbekanntschaft beginnt, wird schon bald zu einer brandgefährlichen Zusammenarbeit und mündet nach mehreren spannenden Abenteuern letztendlich in ein aufregendes Finale. Denn nicht nur Daniel Ritter möchte das Mythos um die Nikodemus Figur entschlüsseln. Gefährliche Männer und in Kutten gekleidete Mönche sind hinter der Statue und all jenen, die um ihr Geheimnis wissen, her.

„Es geht nicht darum, Schätze zu heben, Emma. Es geht darum, Geschichte zu ergründen, Lebenswege von Personen aus vergangenen Zeiten zu erhellen. Es gilt zu erforschen, was sie getan haben, was sie bewegt hat und warum sie auf die eine oder andere Weise gehandelt haben.“ (Dr. phil. Daniel Ritter)

Die Geschichte der Herrnhuter Gemeinde stellt eine interessante Rahmenhandlung dar. Bereits im Vorwort liefert die Autorin historische Fakten zu dieser Glaubensgemeinschaft und dessen Gründer, Graf von Zinzendorf. Auch Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf sowie Anna Nitschmann, die Gründerin der Gemeinschaft von Bethlehem und Nazareth in Pennsylvania, erhielten eine Nebenrolle in dieser Geschichte. Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir sehr gut gefallen, besonders die inneren Kämpfe und die Entwicklung der scheuen und zurückhaltenden Luise im friedlichen neuen Zuhause der Glaubensgemeinschaft empfand ich als tief berührend. Auch der sanfte und wortkarge Christian ist mir rasch ans Herz gewachsen, während ich den verarmten Reichsfreiherrn Baron von Freienstein lange nicht einschätzen konnte. Emma und Daniel, den sympathischen Protagonisten der Gegenwart, werden durch Rahel und Falk zwei interessante Nebenfiguren zur Seite gestellt. Die beiden höchst unterschiedlichen Schüler haben jeweils eine herausragende Begabung, die in diesem adrenalingeladenen Abenteuer zum Einsatz kommt. Besonders gut gefallen hat mir hierbei der nach außen hin respektlos erscheinende Klassenkasper Falk, der mich mit seinem losen Mundwerk nicht selten zum Schmunzeln brachte. Falks hohe Intelligenz, sein fürsorglicher Umgang mit der scheuen Rahel und seine gutmütige Hilfsbereitschaft machen ihn zu einer Figur, die durch ihre Gegensätze auffällt.

In diesem spannenden Buch erzählt Elisabeth Büchle eine interessante, Generationen übergreifende Geschichte über eine Holzstatue aus dem dreizehnten Jahrhundert und den Mythos, der rund um dieses Objekt entstanden ist. Den Leser erwartet die Lebensgeschichte der Luise, eine akribische Recherche der beiden sympathischen Protagonisten Emma und Daniel, die abenteuerliche Suche nach Beweisen, und letztendlich ein adrenalingeladenes Finale. Sowohl im historischen Part, als auch in der Gegenwart, bereichert eine zarte Liebesgeschichte die Handlung. Der einnehmende Schreibstil, gefühlvolle Szenen und der christliche Glaube, der das gesamte Buch durchdringt, rundeten diese grandiose Geschichte ab. Was mir jedoch beim Lesen ein wenig Probleme bereitete waren die Schriftgröße und der Zeilenabstand, die für mich persönlich zu klein bzw. zu gering ausgefallen sind.

FAZIT: Dieser Roman aus der Feder einer meiner favorisierten christlichen Autorinnen hat mir ausgezeichnet gefallen. „Das Mädchen aus Herrnhut“ vereint romantische und spannende Elemente und wartet mit einem sehr gut recherchierten historischen Hintergrund auf, der diese Geschichte in Kombination mit dem Christlichen Glauben zu einem fantastischen Leseerlebnis macht.

Begeisterte fünf Sterne!

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Rezensionen von LEXI:

Brisante Enthüllungen auf Dunmor Castle

Dunmor Castle - Der Halt im Sturm von Kathryn Taylor

Brisante Enthüllungen auf Dunmor Castle

Der zweite Band dieser faszinierenden Trilogie der Bestsellerautorin Kathryn Taylor schließt lückenlos an den Vorgänger an, der mit einer lebensgefährlichen Situation für Alexandra „Lexie“ Cavendish endete. Grayson Fitzgerald glänzt auch im Nachfolgeband als Retter in der Not, wobei er diese Rolle bereits des Öfteren einnehmen musste.

Lexie scheint das Unglück anzuziehen, sie gerät von einer gefährlichen Situation in die andere. Nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht im Vorgängerband versucht Lexie, sich nun von Grayson emotional zu distanzieren und auf ein rein berufliches Verhältnis zu beschränken. Der Verkauf von Dunmor Castle soll endlich über die Bühne gehen, doch Duncan O’Donnells unehelicher Sohn möchte das Geheimnis der Burg schützen, er ist strikt gegen einen Verkauf. Lexie beschließt, sich nicht allein auf die Hintergründe des spurlosen Verschwindens ihrer Mutter Fiona Riordan zu konzentrieren, sondern auch das Geheimnis der Burg ans Tageslicht zu bringen. Bei beiden Vorhaben stößt sie jedoch auf massiven Widerstand, und bringt dabei nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen in Lebensgefahr.

Die Fortsetzung dieser Geschichte steht dem geheimnisumwobenen und spannenden ersten Band in nichts nach. Kathryn Taylors einnehmender Schreibstil und ihre wundervoll charakterisierten Figuren haben mich erneut voll und ganz in den Bann gezogen. “Der Halt im Sturm“ überrascht mit unglaublichen Enthüllungen, und ich freute mich, vertraute und lieb gewordene Bekannte aus dem Vorgängerbuch wiederzutreffen. Es bereitete mir großes Vergnügen, die Geschicke der Bewohner von Cerigh sowie der eindrucksvollen Burg Dunmor Castle erneut mitverfolgen zu dürfen.

Auch diesmal lag der Fokus auf den beiden Protagonisten. Die starke Anziehungskraft zwischen Lexie und Grayson sorgte für den romantischen Part, während das große Geheimnis, welches Duncan O’Donnell, sein Sohn Grayson sowie Agatha und Fanny mit aller Macht hüten, für einen hohen Spannungsfaktor sorgte. Der alte Doktor Clark Turner tritt zwar stets mit einem jovialen Lächeln und entgegenkommender Liebenswürdigkeit auf, scheint jedoch auf irgendeine Weise in die Geschicke der Burg involviert zu sein. Fiona Riordans gute Freundin Eileen Kelly, aber auch der katholische Pfarrer Peter Falherty, der Doktorand Aidan Dearing und Lexies Freundin Betty Michaels spielen in diesem Buch wichtige Rollen, während der jähzornige Besitzer des Castle Inn und seine hasserfüllte Ehefrau diesmal nur kleine Nebenrollen innehatten. Meine ganz persönliche Antagonistin dieses Buches war die feindselige Haushälterin Mary Ward, während die unglaublichen Enthüllungen betreffend eine andere, mir bislang sehr sympathische Figur, mich entsetzten und maßlos enttäuschten.

Fazit: „Dunmor Castle. Der Halt im Sturm“ hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Roman vereint den Charme der wunderschönen irischen Landschaft und seiner Einwohner, einen hohen Spannungsbogen und eine romantische Liebesgeschichte. Gerne vergebe ich auch diesmal wieder fünf Bewertungssterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von begine:

Angenehme Lektüre

Die untalentierte Lügnerin von Eva Schmidt


Eva Schmidts Roman „Die untalentierte Lügnerin“ liest sich leicht und locker.

Die Protagonistin Maren, ist nach einer gescheiterten Schauspielerkarriere zurück nach Hause gekommen. Ihre Familie ist ein wenig verkorkst. Ihre Mutter ist Künstlerin und etwas eigenartig. Der Stiefvater ist mir etwas suspekt, er bezahlt zwar alles, aber ich frage mich oft, ob er etwas damit bezweckt.

Marens jüngerer Bruder hat sein Studium geschmissen.

Die Autorin erzählt Marens Gefühlswelt mit feinsinnigem Stil. Mich störte nur der Titel. Wenn auch Maren mal lügt, bemerke ich nicht, das es untalentiert ist. Ich hatte sogar geglaubt, das der Roman nur aus Lügen besteht. Da habe ich Glück gehabt, ich kann mich mit Maren zwar nicht identifizieren, aber ich kann sie teilweise verstehen.
Der Roman ist angenehm zu lesen.

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Rezensionen von yellowdog:

Überbordendes Lesevergnügen

Die untalentierte Lügnerin von Eva Schmidt

Tom Zürcher, eher ein unbekannter der Autoren der diesjährigen Longlist zum Deutschen Buchpreis, hat einen witzigen, teilweise überdrehten Roman geschrieben und er hat dafür einen Erzählton gefunden, der funktioniert. Im Mittelpunkt ein naiver junger Mann namens Dick Meier. Den für einen Schweizer ungewöhnlichen Namen Dick muss er mehrfach im Roman erklären und wählt unterschiedliche Antworten.

Dick bricht sein Studium ab und ist genervt von seinen Eltern, bei denen er noch wohnt. Der kleinbürgerlichen Welt will er entkommen. Also sucht er einen Job und findet erstaunlicherweise einen in einer Bank. Den Berufsalltag in der Bank wird sehr amüsant erzählt, wenn auch absurd. Zwar nicht unrealistisch, aber deutlich überzeichnet.
Es gibt dort einige schräge Figuren und der exzentrische Dick fühlt sich anfangs wohl unter ihnen.
Dick sucht auch nach einer Wohnung und findet unwissend ausgerechnet eine im Rotlichtbezirk.

Eigentlich mag ich keine Deppen als Protagonisten in Romanen und Dick ist sicher einer, aber durch die Ironie des Autors wird er zu einer funktionierenden Figur.
Es gibt viel Wortwitz, der teilweise durch die Dialoge entsteht, dann aber auch wieder durch Dicks Gedanken. Manche groteske Szene werden aber auch erschreckend, wenn der paranoide Dick mit der Zeit die Kontrolle verliert und die Situation eskaliert.

Wahrscheinlich wird Tom Zürcher auch durch Mobbing Dick ein Außenseiter im Literaturbetrieb bleiben, aber immerhin zeigt das Buch, wie befruchtend es für den Leser sein kann, nicht immer dem Mainstream zu folgen.

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Rezensionen von Nele33:

Atmosphärisch dicht und beklemmend

Drei von Dror Mishani

Der Romam " Drei" von Dror Mishani hat mich durch die geheimnisvolle Bewerbung neugierig gemacht, auch die Leseprobe war schon spannend.

Was erwartet den Leser? Ein verwobenen Roman zwischen Gefüh, Emotionen und Krimi.
Das Buch ist passend zum Titel in drei Teile und drei Frauenschicksale gegliedert.

Drei unterschiedliche Frauen lernen aus den unterschiedlichsten und doch so ähnlichen Gründen ein und denselben Mann kennen. Ein Mann der böses im Schilde führt.

Es gibt viele solcher Frauenschiksale und Geschichte, es ist faszinierend das dieser Roma von einem Mann verfasst wurde, so emotional auf die Gemütszustände und die Psyche der Frau eingegangen wird.

Ohne zu spoilern ist es wirklich sehr schwierig eine aussagekräftige Rezension zu schreiben.
Nur soviel auf mich hatte dieses Roman eine Sogwirkung und ich konnte es ob der Wendungen nicht mehr aus der Hand legen.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Fantastisch zeitgenössische Schauerliteratur für den Sommer, mit Witz und kölscher Lokalkolorit

Klunga und die Ghule von Köln von Adam Hülseweh; Ina Elbracht; Alexander Schmalz

Es beginnt mit einem Mord. Aber kann man einen Untoten überhaupt ermorden? Zumindest geben sich die Ghule von Köln alle Mühe, einen unbeirrbaren Vampir mithilfe von Schneidbrennern in Nichts aufzulösen.
Köln ist eine der weltweit seltenen Ghul-Städte und ihre Hüter sorgen dafür, dass das auch so bleibt.

Der drohende Abriss der Riphahn-Oper stellt alle nichtmenschlichen Bewohner der Stadt vor eine Zerreißprobe und zwingt Anführer Klunga dazu, die gesamte Klaviatur seiner Fähigkeiten und Beziehungen bedienen zu müssen. Was lauert dort unten in den Betonfundamenten, tief in den Eingeweiden der Stadt? ... (Klappentext)

⚝⚝⚝⚝⚝

"Die Hitze kommt und mit ihr der Schmerz. Schmerzen, wie er sie nie zuvor erlebt hat und wie er sie sich in den finstersten Albträumen nicht hätte vorstellen können. Es gibt keine Erlösung. Irgendwann wird es dunkel. Mit einem letzten schrecklichen Schmerzenshauch löst er sich auf und fällt in die Finsternis."
(S. 12)

Ghule haben ihren Ursprung in der persisch-arabischen Mythologie, doch diese leichen- und menschenfressenden Fabelwesen hielten durch die "TausendundeineNacht"-Märchen weltweit Einzug. Vor allem durch die Schauerliteratur von H.P. Lovecraft wurden diese Dämonen weitgehend bekannt und heute spielen sie auch in diversen Filmen und Games eine Rolle.
Darin kommen diese Kreaturen nicht allzu gut weg. Spitze Fangzähne und allgemein schreckliches Aussehen sind ebenso ihr Markenzeichen, wie der bestialische Leichengeruch der ihnen anhaftet. Böse und gierig nach Menschenfleisch sind sie und sie warten mit dem Fressen nicht unbedingt bis ihr Opfer tot ist. So kennt man diese dämonischen Wesen.
Doch was wäre, wenn diese Mythen überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen? Wenn sich Ghule unbemerkt unter uns befinden ... z.B. in Köln? Und was wäre, wenn diese Ghule intelligente Wesen wären, ganz und gar nicht blutrünstig - zumindest nicht immer?

Diese neuartige Form von Ghulen kreierte Adam Hülseweh und dies auf sehr amüsante, jedoch nicht weniger blutrünstige Art und Weise.
Bei ihm herrscht ein Clan von Ghulen in den Untergründen Kölns und sie sind dafür zuständig, dass nicht irgendwelche Wesen über die Stränge schlagen und wahllos mordend durch ihre Stadt ziehen. Falls so ein Wesen auftaucht, wird es natürlich auf sehr kreative Weise bestraft, gefoltert und um die Ecke gebracht.

Klunga ist das Oberhaupt dieses Clans und ist ein Ghul-Urgestein, wurde er doch im alten Persien geboren, verlore 590 v. Chr. sein Leben und gleichzeitig begann sein Leben als Ghul. Sein Schicksal führte ihn nach Köln und seither lebt er in dieser Stadt und hat ein Auge darauf.

"Doch damit war Schluss, als er sich Dreck und Staub aus den Augen rieb und im Schutz der Nacht aus einem noch nicht zugeschütteten Grab kletterte. Das war keine einfache Angelegenheit, denn das Erdloch war tief und er beileibe nicht der einzige, den sie hineingeworfen hatten."
(S. 33)

Die Geschichte Kölns, der Vampire und die Klungas sind stark miteinander verwoben und reicht bis in die Gegenwart. Doch für nichtmenschliche Wesen sind schwere Zeiten angebrochen. Einige wollen die Stadt verlassen, manch geschlossener Bund ist gefährdet und uralte gefährliche Kreaturen erheben sich aus den Tiefen Kölns, und damit sind nicht Troggs oder Ghule gemeint. Im Sommer 2009 scheint es mit der Ruhe vorbei zu sein. Vor allem in den Katakomben unterhalb der Riphahn-Oper regt sich etwas, etwas was auf alle Zeiten darunter vergraben war und dort bleiben sollte. Dies müssen Klunga und sein Clan verhindern, denn sonst wird die Stadt Köln niemals mehr so sein, wie sie einmal war.

Hier reist man mit Klunga durch die Zeiten und erfährt wie er zum Ghul wurde, wie er von einem Troll verkauft wird, mitunter für die Entstehung der Vampire verantwortlich und sein Hass gegenüber diesen Kreaturen äußerst verständlich ist und wieso er die Stadt Köln nicht verlassen kann.
Man lernt Ghule aus dem Clan kennen, wie z.B. Jimmy, der in einer Punkrock-Band spielt, Igor, der die Fähigkeiten hat nicht nur Blut sondern auch Lügen zu riechen, oder einen Ghul mit Alzheimer, der ständig vergisst ein Ghul zu sein und davon überzeugt ist, dass man das Jahr 1813 schreibt.

">>Bedauerlicherweise hat er sich mal wieder in der Hahnentorburg verschanzt. Er trägt seine Revolutionsuniform und will die Stadt gegen die Preußen verteidigen. Bitte sei so gut und hol ihn da ohne viel Aufsehens raus. Er ist ohnehin schon dabei, sich als Kölner Original zu etablieren.<<"
(S. 108)

Hier eröffnet sich einem eine fantastische zeitgenössische Schauerliteratur der besonderen und vor allem der ganz anderen Art ... oder hat schon jemand von Euch eine Geschichte mit sympathischen Ghulen gelesen?
Begleitet von einem flüssigen Schreibstil und fesselnder Story, bewegt man sich durch die Stadt Köln und reist auch hin und wieder in die Vergangenheit, um der Entstehung so manchen Ghuls beizuwohnen und die Hintergründe der Gefahr, in der sich Köln nun befindet, zu erfahren. Dabei kommt der Humor und das Lokalkolorit nicht zu kurz. Witzige Dialoge, welche manchmal im Kölner Dialekt geführt werden und zusätzlich die Atmosphäre der Stadt einfangen, wird vor allem die LeserInnen aus Köln begeistern.

">>Et hät noch imer jot jejange.<<
>>Ganz recht, Schmal, ganz recht, meine Rede.<<"
(S. 103)

Apropos Atmosphäre - diese ist dicht und beschehrt einem ein wahres Kopfkino, egal in welcher Zeit man sich gerade befindet oder durch welche Gassen und Untergründe man schleicht. Zusätzlich kann die Story auch mit der ein oder anderen überraschenden Wendung punkten.

Man liest auch nicht nur aus Klungas Perspektive, sondern auch von anderen Ghulen. Dabei wurde der Slang und die Ausdrucksweise vom Autor hervorragend angepasst. Während Klunga sich gewählt ausdrückt und durchaus als Ghul-Gentleman durchgeht, hat Jimmy, als noch eher junger Ghul, eine eher saloppere und jugendliche Art zu sprechen und zu denken. Dies verleiht der Story noch zusätzlich Authentizität.

Hin und wieder gibt es Illustrationen von Daniel Bechthold zu entdecken, welche die Story bereichern und mich begeistern konnten, sind sie doch absolut passend für diese Story. Es gibt hier also nicht nur eine fesselnde Schauergeschichte zu lesen, sondern auch noch etwas für's Auge.
Im Anschluß ist auch ein Personenverzeichnis enthalten, welches einem einen raschen Überblick und Infos über die Figuren gewährt.

Fazit:
Ich war und bin immer noch begeistert. Solche Schauergeschichten, fern des 08/15-Einheitsbreis, findet man nur selten. Vor allem solche, die ein Lokalkolorit, Witz und Spannung gleichermaßen enthalten.
Die Story lebt von ihren skurrilen und schauerlichen Figuren und der Atmosphäre. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich Klunga & Co sofort in mein Herz schloß und auf eine Fortsetzung hoffe. Diesbezüglich erhielt ich von der Herausgeberin Ina Elbracht eine positive Rückmeldung.

"Ja, wir basteln an einem zweiten Teil mit dem Titel "Klunga und der Dibbuk"; Thema: Jüdisches Köln im Mittelalter.
Wir wollen es bis 2021 fertig bekommen. Da ist in Köln '321-1700 Jahre - Jüdisches Leben in Köln'. Das wäre ein guter Aufhänger."

Na wenn das nicht nach einem interessanten und spannenden zweiten Teil klingt, dann weiß ich auch ned. Tja, und ich freue mich nun jetzt schon auf diese Fortsetzung, denn dieser "Örben-Fäntäsie-Verzällcher" wurde zu einem meiner Sommer-Lese-Highlight.

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info und Lese-Soundtrack)

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Rezensionen von Nele33:

Fantastische Literatur

Der Sprung von Simone Lappert

Simone Lapperts Roman " Der Sprung" erschienen bei Diogenes setzt auf einfache Art hohe Maßstäbe.

Manu steht auf dem Dach, ist außer sich und wirft mit Gegenständen um sich.
Warum steht sie da, die Frau, die sich so gut mit der Natur auskennt und sie liebt? Was fehlt ihr um sich dem Leben zu stellen? Was geht in den Gaffern vor, die sich unter dem Haus versammeln und quasi ein happenin daraus machen?

Die Autorin hat das Buch in 3 Teile gegliedert, der Tag davor, der Tag an dem Manu auf dem Dach steht und der Tag danach.

Als Leser lerne ich die unterschiedlichsten Menschen kennen, die alle auf irgendeine Weise mit Manu verbunden sind, die meisten ohne es auch nur zu ahnen, in wieweit Manus Handlungen und sein ihr eigenes Leben beeinflussen oder auch schon beeinflusst haben.

Der Schreibstil ist einfach und doch tiefgründig genug, so dass aus den ganz normalen "Päckchen" die der Einzelne mit sich trägt ein abgerundetes Portrait entssteht. Mindestens drei der vorgestellten Personen könnten sich gleich zu Manu stellen, da sie ihr Leben auch nicht befriedigend oder als gelungen empfinden.

Die Charaktere haben bei mir in ihrer Normalität einen bleibenden Eindruck hinerlassen und die angebrachte Gesellschaftskritik kam ohne mahnenden Zeigefinger daher, sondern zeigte mir im Spiegel so manches Mal meine manchmal recht schnel gefassten (Vor-) Urteile.

Selbst nach dem Lesen bleiben mir viele Einzelschicksale/Lebensgeschichten im Gedächnis und ich hätte gerne weiteres von den Personen erfahren. Das Buch hat ein für mich schlüssiges Ende und gehört für mich mit zu den Lese- Highlights des Jahres.

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