Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Krönender Abschluss der Historien-Saga um die Ärztin Ricarda Thomasius
Die Ärztin: Die Wege der Liebe von Helene Sommerfeld
Dieses war der erste Roman des Autoren-Ehepaars, den ich gelesen habe. Normalerweise versuche ich stets, die Reihenfolge der Werke einer Buchreihe einzuhalten, um ein besseres Verständnis von den Figuren und ihren Hintergrundgeschichten zu erlangen – folglich machte ich meine Lektüre dieses Buches von der Leseprobe abhängig, die mich schließlich so überzeugt hat, dass ich es nicht erwarten konnte, weiterzulesen.
Dieser Roman ist in sich abgeschlossen und kann ohne Vorkenntnis der Vorgänger einwandfrei verstanden werden. Alle wichtigen Figuren werden – der Handlung entsprechend – kurz charakterisiert und vorgestellt; zudem findet sich vorab ein Personenregister, das einen Überblick über die Familienverhältnisse gewährt.
Erzählt wird aus verschieden Perspektiven, die sich regelmäßig und auch recht zügig abwechseln, dennoch ist der Szenen- und Perspektivenwechsel stets stimmig gewählt worden: immer, wenn man meint, die Spannung erreicht ihren Höhepunkt oder wenn man gerade besonders intensiv mit den Protagonisten mitfiebert, findet man sich plötzlich im Erzählstrang eines anderen Charakters wieder. Somit wird der Plot stetig vorangetrieben und man kann das Buch – obgleich seiner für manch Leser vielleicht einschüchternd hohen Seitenanzahl – kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil besticht durch emotionsgeladene Wortwahl, bildgewaltige Beschreibungen und authentische Dialoge. Humorvolle Elemente wechseln sich ab mit einer Tragik, deren Bandbreite mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Allerdings werden Schicksalsschläge nie ausgeschlachtet, es überwiegt dauerhaft der lebensbejahende Tenor 'immer voran'. Immerhin blieb den Menschen der damaligen Zeit keine andere Wahl, man durfte nicht aufgeben und musste auf eine bessere, eine friedliche Zukunft hoffen.
Dieses Werk ist eine besondere Empfehlung für alle historisch interessierten Leser, da es einen ausgezeichneten Einblick in das Alltagsleben der deutschen Bevölkerung, speziell der Frauen, in den Jahren 1914-1920 bietet. Ricardas Berufswahl ist dahingehend außergewöhnlich, da Frauen in medizinischen Berufen damals noch eine große Ausnahme waren. Durch das Leben von Ricardas Tochter Henny, die es in die USA verschlägt, wird auch der American Way of Life beleuchtet, die Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit der Filmbranche, die Faszination, die schon damals die Stadt der Engel, Los Angeles, ausmachte. Henny erlebt aber auch die Schattenseiten des glamourösen Hollywoods – ihre Bekanntschaft mit der charismatischen Hedda wird ihr Leben grundsätzlich prägen und die Weichen für ihre Zukunft stellen. Bald wird Henny, einen Ozean entfernt von ihrer Heimat, sich entscheiden müssen, wem sie vertrauen kann.
In Deutschland herrscht derweil Chaos – der Große Krieg zerfrisst das Land, das von Hungersnöten geplagt wird und im Elend zu versinken droht. An den baldigen Sieg glauben inzwischen nur noch die wenigsten. Die frisch aus China zurückgekehrte Ärztin Ricarda hatte die Eheschließung ihrer Tochter Henny mit Victor, Sohn der wohlhabenden Florentine von Freystetten, nicht verhindern können. Der junge Mann, gegen den Ricarda zwingende Einwände vorbrachte, ist nun ihr Schwiegersohn und hat ihre geliebte Tochter mit über den großen Teich genommen. Während Ricarda mit mütterlicher Sorge um ihre Älteste bangt, wird auch Töchterchen Antonia flügge – Toni wünscht sich nichts sehnlicher, als im städtischen Zoo arbeiten zu dürfen; ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit Tieren, die so viel friedfertiger sind als die Menschen, bei denen sich alles nur um Krieg dreht.
Vielen Familien bleibt statt der Rückkehr ihrer Geliebten nur eine Meldung mit dem trostlosen Hinweis: "Gefallen auf dem Feld der Ehre". Es sind harte Zeiten, doch Ricarda stellt sich mit unglaublicher Stärke den Herausforderungen, die das Schicksal ihr auferlegt.
Zwar nahmen Ricardas Anstellung in der Berliner Charité und ihre Tätigkeit als Ärztin neben all den Nebenerzählungen eine etwas kleinere Rolle ein als erwartet, dafür werden jedoch eine Vielzahl weiterer interessanter Themen mit in die Gesamthandlung eingeflochten, wie allerlei Familiengeheimnisse, Schwangerschaften (und Abbrüche), Vergewaltigungen, Homosexualität und das Trauma der Kriegsheimkehrer und ihrer Angehörigen, denn: "Die Familien wollen, dass ihre Söhne und Männer als Sieger heimkehren. Nicht als Kranke, Verwundete, Verstörte." Etwas zu brutal gestaltet für meinen Geschmack waren gewisse Tier-Szenen - ich sage nur 'Toni und der Wolf'. Dank des im Innencover enthaltenen alten Stadtplans, der das Berliner Zentrum des Jahres 1919 zeigt, lassen sich die Spuren der Protagonisten gut nachverfolgen.
Fazit: Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman über couragierte Frauen, die ihrer Zeit in vielfacher Hinsicht voraus waren, sowie über die Stärke des Familienzusammenhalts und die Bereitschaft, auch in Anbetracht von Widerständen und Zweifeln stets seinem Herzen und vor allem seinem Gewissen zu folgen.
Rezensionen von Lesemama:
Neuanfang
Inselküsse von Evelyn Kühne
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Marie ist alleinerziehend Mutter von drei Kindern, lebt in Berlin und ist leidenschaftliche Töpferin. Nun ist sie ein wenig vom Pech verfolgt. Die Wohnung wird Luxussaniert, die Töpferwerkstatt ist baufällig, eine neue Wohnung in Berlin fast unmöglich. Da kommt das Angebot ihrer Nachbarin mit ihr nach Rügen zu ziehen wie gerufen.
Aber spielen die Kinder mit? Mag Marie Berlin verlassen?
Meine Meinung:
Eine wunderschöne Geschichte über einen Neuanfang. Eine romantische Geschichte mit Stolpersteinen, mit total sympathischen Charakteren und natürlich in einem wunderschönen Setting.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Geschichte hat aber auch ihre Längen. Dennoch eine schön zu lesende Liebesgeschichte die mich ganz toll unterhalten hat.
Sommerfeeling pur.
Rezensionen von Petra:
sehr emotional
Der Schwur des Herzogs von Christi Caldwell
Seit sie vor dem Altar stehen gelassen und von ihrer eigenen Familie aufs Land verbannt wurde, ist Lady Genevieve Farendale sicher: Nie wieder wird sie einem Mann vertrauen können. Dann kehrt sie nach London zurück und ihr Entschluss wird auf eine harte Probe gestellt. Sie trifft auf Cedric Falcot, den Marquis of St.
Albans, und plötzlich schlägt ihr Herz wider Erwarten höher. Cedric, Marquis of St. Albans, ist es gewohnt, dass die Frauen ihm zu Füßen liegen. Doch niemals hätte er gedacht, dass er sich ernsthaft verlieben könnte. Bis er Lady Genevieve Farendale begegnet, die ihm gehörig den Kopf verdreht. Genevieve weiß, dass ein Lebemann mit Cedrics Ruf sie für immer zerstören könnte. Wird er ihr zeigen können, dass sich hinter seinem oberflächlichen Charme ein wahrer Gentleman verbirgt, dessen Liebe zu ihr echt ist? die feine Gesellschaft ist in diesem Buch noch hirnloser wie sonst. Das Paar, besonders die Frau leiden unter der Borniertheit und Gedankenlosigkeit ihrer Gesellschaftsschicht zu der auch ihre Eltern gehören. Sehr emotional ist hier eine Liebesgeschichte beschrieben die eigentlich keine Chance hat aber es geschehen ja immer wieder Wunder. Die Gefühle wurden nachvollziehbar beschrieben auch die Verhaltensweisen der anderen Figuren waren klar auch wenn man es sich schwer vorstellen kann da in unserer Zeit solche Handlungen in dieser Art und Weise kaum möglich sind. Aber das macht den Charme dieser Romane aus..
Rezensionen von Bibliomarie:
Die Lahmen Gäule
Dead Lions von Mick Herron
Slough House ist die Abstellkammer des englischen Geheimdiensts MI5. Endstation für Agenten mit missglückten Aktionen oder Problemen, die aber aus verschiedenen Gründen vor dem Rausschmiss geschützt sind. Aus diesen Büros gibt es keinen Ausweg mehr. Chef dieser Truppe ist Jackson Lamb, ein schmutziger alter Mann.
Das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn er scheut die Dusche wie der Teufel das Weihwasser. Doch dann gibt es einen Toten, ein Kollege aus alten Berliner Zeiten des Kalten Kriegs. Bei Lamb schrillen die Alarmglocken, vor allem als zwei seiner Mitarbeiter plötzlich wieder für den Dienst aktiviert werden.
Der Spionagekrimi beginnt mit einer Katze, die durch die Räume des Slough House tigert und endet mit einer Maus, die durch die Büros huscht. Das kann man wirklich als Sinnbild ansehen, denn dazwischen spielt Mick Herron mit seinen Lesern Katz und Maus.
Nichts ist, wie es vielleicht scheint und die ganze Handlung hindurch führt der Autor seine Leser an der Leine und lenkt sie dorthin, wo er sie haben will. Nur um im nächsten Absatz mit einem unerwarteten Twist alles wieder in Frage zu stellen. Das ist wirklich brillant und hält die Spannung unglaublich hoch.
Herron hat spürbar Spaß daran, seine Slow Horses – so der interne Ausdruck für die abgehalfterten Agenten – zu portraitieren. Vom autistischen Computernerd bis zur in Würde gealterten Agentin mit einem überwundenen Alkoholproblem ist alles vertreten. Mit bissigen Witz und typisch englischer Ironie sind die Charaktere gestaltet, alles Einzelgänger mit exzentrischen Attitüden, aber auch mit Sympathie gezeichnet. Selbst der egomanische, unangenehme Jackson Lamb, der seine Umwelt an allen seinen Körperfunktionen teilhaben lässt, hat manchmal seine guten Seiten, auch wenn er sie meistens perfekt unterdrückt. Alle seine Mitarbeiter haben nur einen Wunsch, sich zu rehabilitieren und der Fall des getöteten Ex-Agenten scheint genau der richtige Weg zu sein.
Bei Lamb bin ich mir nicht so sicher, er hat sich gut eingerichtet in seinem Umfeld. Immer noch hat er genügend Hintergrundwissen um den Chefs in Regent‘s Park gefährlich zu werden, aber ein Geheimdienst, der wie ein Servicebetrieb aufgestellt ist und von Pfennigfuchsern verwaltet wird, ist nicht mehr seine Welt.
In den klassischen Spionageromanen spielte der Ost-West-Konflikt immer eine tragende Rolle und auch „Dead Lions“ greift das Thema auf. So werden im Jargon die russischen Schläfer genannt, Agenten die inaktiv sind und in der Tarnung von angepassten, wohlanständigen Bürgern auf ihren Einsatz warten. Aber auch Jackson Lamb wartet auf den richtigen Augenblick! Gibt es eine Rückkehr für die Slow Horses?
Auch der zweite Band von Mick Herron hat alle meine Erwartungen erfüllt. Ein intelligenter Krimi mit hohem Unterhaltungsfaktor, absolut lesenswert.
Rezensionen von Tara:
Spanend & abwechslungsreich
Tödlicher Schnitt von Oliver Schütte
„Tödlicher Schnitt“ ist der erste Band des Autors Oliver Schütte mit dem Ermittlerduo Eva Lenz und Nic Cassidy.
Der US-Schauspieler Brian Williams befindet sich zum Dreh der Serie „Cold War“ mit seiner Frau Rachel in Berlin. Dort wird er erschossen in seinem Swimmingpool aufgefunden und die Szenerie gleicht der einer Szene des Films „Sunset Boulevard“.
Kommissarin Eva Lenz soll ermitteln und bekommt Detective Nic Cassidy, der extra für diesen Fall aus Kalifornien eingeflogen wird, zur Seite gestellt.
Nic Cassidy und Eva Lenz sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die mir beide sympathisch waren und die gut zusammenarbeiten.
Beide haben ihr Probleme in persönlichen Bereichen, diese werden aber nie zu sehr in den Vordergrund gerückt, sondern werden wie auch die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland – über die Nic immer mal wieder stolpert – gut in die Geschichte eingebunden. Die Charaktere wirken authentisch und der Spannungsbogen wird bis zur letzten Seite gehalten. Obwohl ich mich nicht sonderlich gut in Berlin auskenne, gefielen mir die anschaulichen Beschreibungen der Örtlichkeiten und ich konnte mir alles gut vorstellen, so dass ein entsprechendes Lokalkolorit aufkam.
Die Seitenanzahl ist gering, die Kapitel kurz, die Themendichte groß und so erhält man einen spannenden und abwechslungsreichen Krimi, der mich durchgehend gefesselt hat.
Mich hat der erste Fall des Ermittlerduos ausgesprochen gut unterhalten und ich hoffe auf weitere Zusammenarbeit zwischen Nic Cassidy und Eva Lenz.
Rezensionen von yellowdog:
Aktuelles Bild von Nordkorea
Tödlicher Schnitt von Oliver Schütte
Den meisten westlichen Menschen wird Korea fremd sein. Mich hat das Schicksal des Landes immer auch deswegen interessiert und Literatur und Film aus dem Land sind mir willkommen. Doch meistens stammt das aus Südkorea.
Der Spieler ist ein bemerkenswertes politisches Sachbuch von Martin Benninghoff über Nordkorea und seinen Machthaber Kim Jong-un.
Martin Benninghoff sagt gleich am Anfang, dass die westliche Berichterstattung über Nordkorea manchmal etwas hysterisch ist und Falschmeldungen öfter vorkommen.
Der Untertitel Wie Kim Jong-un die Welt in Atem hält ist dann auch das einzige Reißerische am Buch.
Der Autor gibt einen tiefen Blick in die Struktur und das Leben in Nordkorea. Es ist sehr informativ, gibt auch Denkanstöße und durchdenkt mehrere Möglichkeiten über die Zukunft Nordkoreas. Er zeigt z.B. auf, warum es für Korea viel schwieriger mit einer Wiedervereinigung und einen möglichen Verlauf dazu wird im Vergleich zu Deutschland 1990.
Gezeigt wird auch das Alltagsleben abseits von Pjöngjang. Nordkoreas Bevölkerung lebt mehrheitlich in Armut.
Auch Menschenrechtsverletzungen sind ein häufiges Mittel der Machthaber. Das geht in der Betrachtung des Atomprogramms in westlichen Nachrichten häufig unter.
Donald Trumps Verhalten zu Kim Jong-un ist fahrlässig und Kim Jong-un ist mehr als eine Witzfigur, er ist trotz seiner Außenwirkung ein cleverer Politstratege, der seine Chancen im riskanten Spiel nutzen will.
Hängen bleibt folgender Satz:
„Es ist die Bankrotterklärung eines Politikers, der meint, einen globalen Konflikt wie einen Immobiliendeal abwickeln zu können.“
Der Spieler ist bei aller Komplexität ein gut und lesbar gestaltetes Buch geworden, das ein aktuelles Bild des Landes und seiner Situation zeigt.
Rezensionen von PMelittaM:
Hunters Erzfeind ist wieder da
Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10) von Chris Carter
Robert Hunter bekommt es noch einmal mit seinem Erzfeind Lucien Folter zu tun, der aus der Strafanstalt ausbricht und sich fortan darauf konzentriert, an Hunter Rache zu nehmen. Ob Hunters 10. Fall sein letzter sein wird?
Lucien Folter, Hunters Collegefreund, lernte der Leser bereits in Band 6 der Reihe kennen.
Lucien, hochintelligent und der schlimmste Psychopath, den Hunter kennt, hat in seiner Zeit im Gefängnis Pläne geschmiedet, die er schnell in die Tat umsetzen möchte. Für Hunter wird es daher bald sehr persönlich. Lucien Folter ist nicht unbedingt mein Lieblingsantagonist, und obwohl mir „Die stille Bestie“ gut gefallen hat, kann „Jagd auf die Bestie“ nicht ganz mithalten. Schon, dass man den Täter bereits kennt, nimmt mir ein bisschen die Spannung.
Da Chris Carter forensische Psychologie studiert und als Kriminalpsychologe gearbeitet hat, wirkt der Roman gewohnt authentisch und hat einige sehr explizite Szenen. Man lernt neben Lucien auch Tracy, Hunters Freundin, ein bisschen besser kennen. Der Autor erzählt nicht nur aus Hunters Perspektive, sondern u. a. auch aus Luciens – in einer Szene wirkt Lucien sogar fast menschlich. Es gibt einige überraschende Wendungen und, vor allem gegen Ende, spannende Szenen, ich habe aber schon spannendere Werke des Autors gelesen. Schon beim Vorgängerband schien mir die Reihe etwas zu schwächeln, hier wird es leider nicht wieder besser. Natürlich ist das Jammern auf relativ hohem Niveau, aber schade ist es eben doch.
Wie bereits im Vorgängerband kann mich die Reihe nicht mehr ganz so packen wie zu Beginn, ist aber dennoch immer noch lesens- und empfehlenswert für Thrillerfans.
Rezensionen von Harakiri:
Neues aus Waringham
Teufelskrone von Rebecca Gablé
Wie habe ich mich auf den neuen Waringham-Roman von Rebecca Gablé gefreut und ich wurde natürlich nicht enttäuscht. Gablés Bücher sind immer ein besonderes Highlight in meinem Lesejahr und so war auch Teufelskrone wieder etwas ganz Besonderes.
Gablés Charaktere muss man einfach mögen. Dieses Mal war Yvain of Waringham der Protagonist und wie schon seine Vorgänger (bzw.
Nachfahren, denn Teufelskrone spielt vor Rebecca Gablés bisherigen Romanen) ist er ein sehr sympathischer Charakter, den ich gleich wieder mochte und dessen Dialoge mir manchmal einen Schmunzler entlockt haben. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung dieses Mal. Auch seine Frau war ein erfrischend anderer Charakter, aber auch wenn die Autorin einmal ein wenig andere Wege geht – sie funktionieren.
Die Autorin siedelt den Roman während der Zeit von Richard und John im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert an und streut wieder die geschichtlichen Ereignisse so ein, dass der Leser nicht gelangweilt oder überfordert davon ist, sondern die Geschehnisse gut nachvollziehen kann. Richard Löwenherz und sein Bruder John sind ja für ihre Grausamkeiten bekannt, aber wie schlimm sie waren wird in diesem Roman erst so richtig lebendig.
Auch für dieses Buch hat die Autorin wieder lange recherchiert, was man einfach merkt. Im Nachwort klärt sie den Leser über Wahres und Erdachtes auf, was dann noch einmal zu einem kleinen AHA-Effekt führt.
Fazit: historische Romane immer wieder am allerliebsten von Rebecca Gablé.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Romantischer Lesegenuss
Die kleine Patisserie in Paris von Julie Caplin
Nina träumt davon Patisserie herzustellen. Deshalb denkt sie, sie könnte einiges lernen, wenn sie Sebastian, der beste Freund ihres Bruders und früher auch mal ein Freund von ihr, für einige Wochen in seinem neuen Bistro in Paris unterstützt. Ausserdem will sie einfach auch mal weg von zuhause, wo sie von ihren Eltern umsorgt und von ihren vier Brüdern genervt wird.
In Paris angekommen wird Nina sogleich von Sebastian herum kommandiert. Ist das noch der Sebastian, den sie als Kind kannte, oder hat er sich dermassen negativ verändert? Nina versucht das Beste aus der Situation zu machen und freundet sich schnell mit Marguerite, einer langjährigen Stammkundin des Cafés an. Mit Marcel, dem komischen Kellner, wird sie nicht richtig warm. Er lässt Nina spüren, dass er mit Sebastians Idee, aus dem Café ein Bistro zu machen, nicht einverstanden ist.
Auch Nina findet den Umbau blöd. Ebenso die Backkurs-Teilnehmer, bei dem Nina Sebastian assistiert. Sie freundet sich schnell mit Maddie, Jane, Peter und Bill an. Die bunt zusammen gewürfelte Backschülerschar ist beeindruckt von Ninas Backkünsten und so geht es nicht lange und sie alle - zusammen mit Marcel - hecken einen Plan aus, um Sebastian davon zu überzeugen, dass Paris dieses kleine Café braucht.
Sebastian bekommt davon nichts mit. Er ist mit seinem gebrochenen Bein und der Tatsache, dass sein Freund Alex mit Nina ausgeht, beschäftigt und ist äusserst eifersüchtig. Also will auch er mit Nina ausgehen, wovon aber Ninas Bruder nicht begeistert ist, als er davon hört. Und Nina? Fühlt sich wie auf einer Achterbahn.
Sebastian ist arrogant. Aber ihn kann man gut beiseite schieben und sich an den Geschichten der anderen Charakter, allen voran die der Backtruppe, erfreuen und zuschauen, wie sie Paris entdecken und sich miteinander verbünden.
Die Streifzüge mit Nina durch die diversen Patisserien in Paris lasen sich so, als ob man auch dabei wäre und sich mit Nina durch alle Köstlichkeiten probiert. Sie machen Lust wieder mal nach Paris zu reisen oder zumindest in der nächsten Patisserie einzufallen und sich einmal quer durchs Angebot zu essen.
Mir haben Band 1 und 2 der Romantic Escapes-Serie schon gut gefallen. Durch den einnehmenden Schreibstil, die versprühte Romantik und den grosszügigen Genuss (den hier endlich mal niemand bereut!) der Patisserie-Stückchen ist aber der dritte Teil definitiv der schönste und romantischste Band der Serie bisher.
Fazit: Ein romantischer Lesegenuss!
5 Punkte.
Rezensionen von Jules118:
Wer ist der Wolf?
Im Wald der Wölfe von Linus Geschke
Jan Römer möchte eigentlich nur Urlaub in einer Waldhütte im beschaulichen Frauenwald machen. Eines Abends steht eine blutüberströmte Frau vor seiner Tür und erzählt von einer Mordserie, die bereits über Jahrzehnte zurück reicht. Als sie am nächsten Morgen verschwunden ist, beginnt Jan Römer mit seiner Kollegin Mütze, Aslan und dessen Freundin Lena die Ermittlung.
Doch ein Ort schweigt.
Das Buch ist das vierte der Reihe, die anderen habe ich bisher nicht gelesen. Aber für die Geschichte ist das nicht zwingend notwendig.
Alle Figuren des Buches werden gut beschrieben und man erfährt gerade bei Mütze auch einiges aus ihrer Vergangenheit, was gegen Ende des Buches auch wichtig ist.
Jan Römer ist ein sehr ehrgeiziger Journalist und kniet sich in die Story, um den Täter herauszufinden.
Mütze und seine zwei Freunde sind anfangs noch in Köln, kommen aber im Laufe der Handlung auch nach Frauenwald, um Jan direkt vor Ort bei den Recherchen zu unterstützen. Als ein Ortsansässiger getötet wird, spitzt sich die Situation zu.
Ob die Geschichte genauso passieren könnte, dass niemand sich auf die Suche nach dem Täter macht, bleibt fraglich. Allerdings lese ich einen Krimi auch nicht, damit die Handlung 1:1 real passieren kann.
Das Buch war sehr spannend geschrieben und man war sofort direkt dabei. Bis zum Ende hatte ich nicht wirklich eine Idee, wer der Täter war, obwohl es immer wieder genügend Hinweise gab.
Während des Buches, wechselt die Geschichte auch zwischen der normalen Geschichte und Rückblenden aus der Sicht des Täters. Allerdings sind die Kapitel ordentlich betitelt, wodurch es leicht erkennbar ist.
Alles in allem kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen und ich werde mir jetzt auch die anderen Bücher kaufen.










