Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LadyIceTea:
Für die Liebe muss man sich seinen Ängsten stellen
Wenn David Keiran sieht, beginnt sein Herz zu rasen. Aber Keiran hat seine Gefühle mit Füßen getreten und David ist nicht bereit ihm wieder zu vertrauen. Als Keiran zu Hause rausgeschmissen wird, lässt David ihn trotzdem bei sich wohnen. Schnell stellt David fest, der unsichere Student von damals, der nicht öffentlich zu seiner Bisexualität steht, hat sich gewandelt.
Das erste Mal in seinem Leben steht Keiran für sich ein und lässt sich nicht von anderen verbiegen. David ist zwischen seinen Gefühlen hin und hergerissen, soll er sich ein weiteres Mal auf Keiran einlassen, oder ist die Gefahr verletzt zu werden zu groß? Und auch Keiran wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Nur gemeinsam können sie ihre bisherige Geschichte bewältigen.
Dies ist mein erstes Buch von Nina Bilinszki, daher kenne ich auch die Vorgänger zu „Find our way“ noch nicht. Dies war jedoch überhaupt kein Problem. Die Bücher lassen sich alle einzeln lesen.
„Find our way“ hat mich mit tollen Protagonisten, einer gefühlvollen Geschichte und einem schönen Schreibstil überzeugt.
David und Keiran sind beide sehr unterschiedliche Hauptprotagonisten. David ist der sensible Künstler und Keiran der harte Sportler. Man erfährt als Leser recht schnell, was in der Vergangenheit der beiden passiert ist und warum David eigentlich nichts mehr von Keiran wissen will. Doch David zeigt sich als guter Freund und springt über seinen Schatten. Im Laufe der Geschichte durchlaufen beide eine wirklich gute Charakterentwicklung. Die Entwicklung der beiden geht nicht zu schnell und ist super nachzuvollziehen. Beide müssen sich einigen Ängsten und Gefühlen stellen und ich als Leser konnte sehr gut dabei mitfiebern. Gut gefallen hat mir auch, dass vor allem David von einem tollen Freundeskreis umgeben ist und immer wieder unterstützt wird. Die Clique besteht aus einem bunten Haufen sympathischer Figuren, die mich auf jeden Fall neugierig auf die anderen Bände der Reihe gemacht haben. Es war eine Freude, die Figuren zusammen zu erleben.
Bereichtert wurde die Geschichte noch durch ein paar kleinere Nebenhandlungen.
Durch „Find our way“ hat die Autorin in mir auf jeden Fall einen Fan gewonnen. Ich werde die anderen Bücher auch noch lesen. Eine klare Empfehlung meineseits.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Spannung aus Schweden
Dunkelsommer von Jackson Stina
Hin und wieder dürstet es mich zwischen all meinen heiß geliebten Romantik- und historischen Romanen nach einem Thriller - und da mich ein Kriminalroman mit ähnlicher Thematik vor einiger Zeit völlig in den Bann gezogen hatte (Charlotte Links Pageturner "Die Suche") war ich gespannt, ob das Werk der Autorin Stina Jackson, von der ich bisher noch nie gehört hatte, seinem Hype als 'bester schwedischer Spannungsroman' gerecht werden würde.
Am düsteren, beinahe angsteinflößenden Cover lässt sich bereits das Genre erkennen und das Motiv, ein Auto mit aufblendenden Scheinwerfern, das durch einen finsteren Wald fährt, triggert sogleich eine Vielzahl von Assoziationen.
Seitdem Lelles Tochter Lina vor drei Jahren spurlos von einer Bushaltestelle verschwand, ist er von einer zermürbenden Rastlosigkeit befallen – das Nicht-Wissen, die Angst um sein Kind, die Selbstvorwürfe lassen ihm keine Ruhe. Sommer für Sommer, Nach für Nacht fährt er jene Straße ab, an der alles seinen Anfang genommen bzw. Lelles persönliches Ende begonnen hatte. Seine Ehe mit Anette ist mittlerweile zerbrochen, der Alkohol sein bester Freund. Linas Mutter verarbeitet die Situation auf andere Weise, flüchtet sich in Facebook-Posts, Schlaftabletten und in die Arme ihres Therapeuten. Plötzlich verschwindet ein weiteres Mädchen, das Lina wie aus dem Gesicht geschnitten ist… Lelle ist überzeugt davon, dass die beiden Fälle zusammenhängen müssen. Auch Teenager Meja, die gerade mit ihrer psychisch labilen Mutter Silje nach Norrland gezogen ist, hat eine Außenseiterrolle – zumindest bis sie die Bekanntschaft mit dem jungen Carl-Johan macht, einem der Nachbarssöhne. Könnte dieses Kaff im Nirgendwo, in das ihre Mutter sie geschleppt hat, vielleicht doch ein paar Annehmlichkeiten bereithalten? Nach diversen Umzügen hatte Meja nie irgendwo richtig heimisch werden und bedeutende Bindungen aufbauen können; sie musste viel zu früh die Erwachsenenrolle übernehmen. Kein Wunder, dass sie sich nach wahrer Nähe verzehrt. Immerhin scheint die aktuelle Affäre ihrer Mutter, Torbjörn, das Herz am rechten Fleck zu haben.
Lelles Verzweiflung wird schonungslos und direkt beschrieben, auch in seinem Alltagstrott, in dem er komplett verloren wirkt, sowie in seinen Handlungen – einerseits möchte man ihn manchmal schütteln, weil er gegen sämtliche Ratschläge immun zu sein scheint und stets sein eigenes Ding durchziehen muss, andererseits sind der Wunsch, endlich die Wahrheit über Linas Verschwinden zu erfahren und der winzige Funken an restlicher Hoffnung, sie eventuell doch eines Tages wiederzusehen, nur allzu nachvollziehbar.
"Als er sich der Bushaltestelle näherte, begann sein Herz zu pochen. In ihm lebte ein kleiner Teufel namens Hoffnung, der jedes Mal erwartete, Lina dort stehen zu sehen […], so wie er sie dort zurückgelassen hatte. Drei Jahre war das jetzt her, aber diese verdammte Bushaltestelle schaffte es immer wieder, ihm den Atem zu rauben. […] Er weigerte sich zu glauben, dass sie tot sein könnte."
Wahrscheinlich würde kein liebendes Elternteil, solange es keine Gewissheit gibt, jemals die Suche nach dem eigenen Kind aufgeben. Wenn die quälenden Fragen nie beantwortet werden, wie soll man dann jemals trauern können und zu einem Abschluss gelangen?
Durch den nüchternen, klaren Schreibstil und die sehr umgangssprachlich gehaltenen Dialoge wirken die Figuren durch und durch glaubwürdig. Nach einem eindringlichen Start ließ die Spannung gegen Mitte des Werks zwar kurz nach, aber dennoch blieb die Entwicklung interessant und ich konnte erste Verdächtigungen anstellen. Im Nachhinein war es genau jenes Herausnehmen des Tempos, das einen noch stärkeren Eindruck von unterschwelliger Bedrohung erzeug hat – ein mutiger Zug der Autorin. Über allem liegt eine trostlose, deprimierende Stimmung, gekonnt erzeugt Jackson eine so drückend melancholische Atmosphäre, dass man am liebsten flüchten möchte. Die Naturbeschreibungen des Waldes schreien förmlich Einsamkeit und Abgeschiedenheit - …“dampfende Moore, die sich wie offene Wunden oder tiefschwarze, bodenlose Teiche über die Landschaft legten. Einen Menschen zu finden, der in dieser Gegend verschwand, war eine Lebensaufgabe.“
Erzählt wird aus abwechselnden Perspektiven und man fiebert auf die Verknüpfung der einsamen Seelen hin – gleichzeitig fürchtet man sich vor den Abgründen, die sich in diesem Zusammenhang auftun könnten. Letztlich dauert es aber eine ganze Weile, bis die beiden Hauptprotagonisten aufeinandertreffen.
Die Auflösung habe ich als schlüssig, jedoch auch als unbefriedigend empfunden, da ich mir einfach ein anderes Ende erhofft hatte, aber das hängt natürlich von jedem Leser individuell ab (– so wie beispielsweise die Meinungen über Cliffhanger von 'interessant' bis 'furchtbar' auseinandergehen) und soll nicht als Wertung verstanden werden.
Fazit: Durchaus empfehlenswert für alle Fans von spannender Lektüre. Ein gelungener Debütroman, der auf rasante Action verzichtet und stattdessen auf psychologischer Ebene brilliert.
Rezensionen von Petra:
wenig inspirierend
Soultaker. Dämonenblut von Jennifer J. Grimm
Klappentext
Lenah kann noch immer kaum glauben, dass ihr neuer Freund der millionenschwere Immobilienmakler und Traummann Jason Meyer ist. Aber ihre Liebe wird von einem Geheimnis bedroht. In Jason wütet eine dämonische Dunkelheit, die er mit aller Macht vor Lenah und der Welt zu verbergen versucht.
Seine Fassade beginnt erst zu bröckeln, als ein Fremder in New York auftaucht und schwört, ein gefallener Engel zu sein, der auf Rache sinnt. – Und plötzlich schwebt auch Lenah in größter Gefahr...
Meinung:
seit neuesten mag ich Fantasy, habe wenig Ahnung von den verschiedenen Arten und probier einfach aus ob mir ein Buch gefällt.
Bei diesen Buch habe ich das Gefühl mit der Autorin ist die Phantasie durch gegangen.
Es war alles etwas viel, schon übertrieben was alles möglich war.
Ich mag es, wenn es etwas logisch, irdisch und nachvollziehbar ist , hier fehlte für mich der Zusammenhang zwischen den einzelnen Elementen.
Auch die Liebesgeschichte war mehr so dahin erzählt, keine Tiefe, ich konnte nicht mitfühlen.
Dieses Buch hat mich unberührt gelassen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Das Nicht-Date
Verliebt in Bloomsbury von Annie Darling
Im ersten Band schrieb Posy selbst einen Roman, im zweiten Band ist Verity von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" begeistert und hier im dritten Band ist Nina Fan von Emily Brontes "Sturmhöhe" und sucht ihren eigenen "Heathcliff". Doch bisher hatte Nina immer Pech mit ihren Dates, die sie vor allen über Sebastians Dating-App kennenlernte.
Sie will der App abschwören, was sich einfacher anhört als es auch wirklich zu tun.
Nina, die Kratzbürste der Buchhandlung der einsamen Herzen, die Kuchen, Tattoos und 50er-Jahre-Kleider liebt, nervt sich über den Typen, der von Posy beauftragt wurde, die Arbeitsabläufe im Laden zu optimieren. Der Typ steht in der Ecke und beobachtet stundenlang wie Nina mit ihren Kollegen umgeht (kratzig, laut) und mit den Kunden (nett, hilfsbereit). Als er eines Abends mit ins Pub kommt, merkt sie, dass ihn ja kennt. Und das schon seit ihrer Schulzeit, als Noah von allen Mitschülern, besonders von Ninas Bruders gemobbt wurde.
Nina getraut sich nicht ihm zu sagen, dass sie ihn von früher kennt, auch dann nicht, als er feststellt, dass beide aus dem gleichen Londoner Vorort kommen. Dennoch freunden sie sich an und gehen miteinander aus, wobei Nina darauf besteht, dass es sich hierbei immer nur um "Nicht-Dates" handelt. Aber immer wieder überrascht Noah Nina. Noch nie hat ein Mann so viel für Nina getan oder ihr so gut zugehört. Doch er weiss noch immer nicht, wessen Schwester sie ist...
Nina und Noah sind zwei tolle Figuren. Dass die beiden aus dem selben Ort kommen und dieselbe Schule besucht haben, macht die Geschichte speziell. Noah hatte eine schreckliche Kindheit, Nina fand keine berufliche Perspektive. Und doch haben sie das alles hinter sich gelassen, sich dabei selbst gefunden oder sind zumindest auf dem Weg dahin.
Von Band zu Band wird die Serie besser, Tom lernt man hier schon ein wenig besser kennen, doch um ihn und Mattie geht es erst im nächsten Band.
"Verliebt in Bloomsbury" ist die Krönung, der Höhepunkt der ersten drei Bände. Es hat Tiefgang, erzählt eine plausible und romantische Geschichte, und wer die Vorgängerbände kennt, weiss, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt. Nach dem ersten Band hätte ich wirklich nicht gedacht, dass die Serie sich so gut entwickelt.
Fazit: Die Geschichte über die "Nicht-Dates" zu lesen macht total Spass. Man mag den Roman nicht aus den Händen legen, bevor er zu Ende gelesen ist.
5 Punkte.
Rezensionen von TanyBee:
Anders als erwartet
Bis ihr sie findet von Lodge Gytha
Die Ausgangssituation dieses Krimis ist äußerst vielversprechend. Es wird die Leichte eines jungen Mädchens gefunden, das vor 30 Jahren verschwunden ist. Aurora war damals 14 und mit ihrer älteren Schwester und 5 weiteren Jugendlichen zelten. Morgens war ihr Schlafsack leer und auch die Suchaktionen der Polizei konnten Sie nicht finden.
Nun wurden also ihre Knochen gefunden, und gar nicht weit von Zeltplatz entfernt. Der Ermittler, Jonah Sheens, war damals schon bei den Ermittlungen dabei, allerdings als frischgebackener Polizist von gerade einmal 19 Jahren.
Der Klappentext und die ersten Seiten legen nahe, dass die 6 Jugendlichen die Hauptverdächtigen sind. Hat die Gruppe vielleicht ein dunkles Geheimnis? Sie haben bis zum heutigen Tag Kontakt. Ich habe mich sehr freut, dass in den Umschlagklappen alle kurz vorgestellt werden und dachte, ich lerne sie im Laufe des Romans besser kennen. Doch an dieser Stelle wurde ich enttäuscht: Der Roman fokussiert sich total auf die Ermittlung, die 6 Verdächtigen bleiben blasse Randfiguren.
Spannung baut sich im Buch kaum auf. Es gibt einige falsche Fährten, die aber nicht sehr überzeugend sind. Auch die Auflösung am Ende kann das Ruder nicht mehr herumreißen. Besonders eine Figur, die maßgeblich zur Auflösung des Falls beigetragen hat, kam mir etwas unglaubwürdig vor.
Das Ermittlerteam hat mir ganz gut gefallen. Es besteht aus Detective Chief Inspector Jonah Sheens und 3 weiteren Mitarbeitern, die alle ihre Stärken und Schwächen haben. Ich denke, es wird weitere Bände mit diesen Ermittlern geben, denn einige Konflikte wurden noch nicht gelöst.
Alles in allem ein sehr klassischer Krimi, ohne große Überraschungen. Nicht schlecht gemacht, aber auch nicht sehr originell oder raffiniert. Ich denke, dass Leute, die viele Krimis lesen, hier eher enttäuscht sein werden.
Rezensionen von TanyBee:
Hohe Erwartungen
Drei von Dror Mishani
Orna ist eine alleinerziehende Mutter, die die Trennung von ihrem Mann noch nicht überwunden hat. Sie lebt jetzt mit dem gemeinsamen Sohn allein in Tel Aviv, während der Ex in Nepal mit einer neuen Frau und deren Kindern lebt. Das macht die Sache nicht besser, in Orna grollt die ganze Zeit die Wut und sie kann nicht mit der Sache abschließen.
Vor allem weil der Sohn darunter leidet, wenn der Vater sich nicht meldet. Orna lernt über ein Dating Portal einen neuen Mann kennen, ist aber eher halbherzig bei der Sache.
Im Laufe des Buches lernen wir auch noch zwei andere Frauen kennen: Emilia, die aus Lettland nach Israel gekommen ist, um als Pflegekraft zu arbeiten. Und Ella, Mutter von drei Kindern, auf der Suche nach einer kleinen Auszeit von ihrem Alltag.
Der Verlag schreibt: „Über dieses Buch darf man eigentlich nichts verraten“ und das stimmt, denn es gibt sehr unerwartete Wendungen. Eines kann ich vielleicht verraten: der Autor hat vorher einige Krimis veröffentlicht und auch wenn hier nicht Krimi drauf steht geht es doch in die Richtung.
Was ich mochte an dem Buch war die Zeichnung der Frauen. Vor allem Orna und Emilia sind mir sehr nahe gekommen und man konnte ihre Wut und Verzweiflung gut nachvollziehen. Wobei Orna dabei nicht immer sehr sympathisch war. Ich mochte auch das Israel Feeling in Hintergrund, den Schauplatz Tel Aviv.
Aber leider muss ich auch sagen, dass ich mich beim Lesen gelangweilt habe. Ja, die Wendungen sind krass und unerwartet, aber der Weg dahin ist manchmal zäh. Das letzte Drittel des Buchs war am spannendsten, aber man konnte das Ende auch ein wenig ahnen.
Ich habe noch einige Kritikpunkte, die ich aber nicht nennen kann ohne zu spoilern. Ich drücke es mal so aus: manche Personen bleiben dem Leser sehr fremd und man versteht nicht unbedingt ihre Motive.
Aber andere Leser empfinden das vielleicht anders. Ich würde das Buch Leuten empfehlen, die Girl on the Train mochten. Das geht in eine ähnliche Richtung.
Rezensionen von TanyBee:
Ein literarisches Wimmelbuch
Der Sprung von Simone Lappert
Eine Frau steht auf einem Hausdach. Wird sie herunterspringen? Warum steht sie da oben? Diese Fragen stellen sich die Leute, die sie von unten sehen. Und genau darum geht es in dem Buch: die Leute unten. Wie sie sich verhalten und warum sie sich so verhalten.
Manche Leute machen ein Picknick vor dem Haus, manche filmen, andere schimpfen, einer ruft sogar „Nun spring doch!“.
Warum tun die Leute das? Der Leser erfährt die Geschichte, die sie an diesem Tag an diesen Ort gebracht hat.
Der Roman „Der Sprung“ ist wie ein Wimmelbuch, nur mit Text statt mit Bildern. Es werden dem Leser sehr viele verschiedene Personen vorgestellt, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind. Doch obwohl es so viele sind, fiel mir das Zuordnen gar nicht schwer, was sicher an den wunderbaren Charakterbeschreibungen von Simone Lappert liegt. Besonders schön fand ich die Cameo Auftritte der Personen in den Kapiteln der anderen. Da werden sie nämlich nicht immer benannt und ich habe mich immer gefreut, wenn ich sie erkannt habe. Manchmal auch erst im Nachhinein!
„Der Sprung“ ist ein großes Lesevergnügen. Klug, manchmal witzig, manchmal traurig. Mit Personen, die man ins Herz schließt. Zum Beispiel Egon, der früher ein Hutgeschäft hatte, nun aber im Schlachthof arbeitet und seine Arbeit dort abgrundtief hasst. Oder Manu, die Pflanzen aus zu engen Töpfen rettet. Oder den Obdachlosen Henry, der Fragen verkauft. Oder die Wirtin Roswitha, die außer Schnittlauchbroten auch noch Trost unter die Menschen bringt.
Mein einziger Kritikpunkt ist der, dass die Handlung manchmal haarscharf am Kitschigen vorbeischrammt. Ein bisschen viele Zufälle gibt es auch. Aber eigentlich ist das auch egal, weil der Rest so wunderbar ist und man sowieso nicht aufhören kann zu lesen.
Eine schöne leichte Lektüre (wenn auch manchmal mit einem Kloß im Hals), die trotzdem zum Nachdenken anregt. Leseempfehlung!
Rezensionen von Sabine M:
Sehr spannend
Bis ihr sie findet von Lodge Gytha
1983. Sechs Jugendliche zelten im Wald. Die vierzehnjährige Aurora ist das erste Mal dabei und überglücklich. Doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. 30 Jahre später werden ihre Überreste gefunden und die Suche nach der Todesursache beginnt.
Gytha Lodge ist ein eindrucksvolles Debüt gelungen.
Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so sehr hat es mich fasziniert. Die Autorin schreibt sehr packend und führt den Leser mitten ins Geschehen. Die beiden Kommissare Jonah Sheens und Juliette Hanson sind ein sehr sympathisches Team. Sie wirken authentisch und lebensnah, vor allem da Sheen die Jugendlichen damals auch kannte. In Rückblenden wird Schritt für Schritt Licht ins Dunkel gebracht. Sehr interessant waren vor allem die aus der Sicht des Opfers, aber auch die anderen fünf Jugendlichen kommen zu Wort und bringen jeweils neue Erkenntnisse im Fall. Die eigenwillige Dynamik die hier entsteht und natürlich auch die vielen falschen Fährten bringen unheimlich viel Spannung. Die, für mich unerwartete, Auflösung war überraschend, aber plausibel und hat den Thriller zu einem befriedigenden Ende gebracht.
Rezensionen von begine:
Norwegen in der Besatzungszeit
Vergesst unsere Namen nicht von Stranger Simon
Der norwegische Autor Simon Stranger hat seinen Roman „Vergesst unsere Namen nicht“
nach wahren Begebenheiten geschrieben. Er beginnt vor 80 Jahren. In Trondheim.
Es ist erschreckend gut geschrieben, aber teilweise schwer zu verdauen.
Das die Kriegszeit in Norwegen genau so schlimm war wie in Deutschland, habe ich nicht so richtig gedacht.
Der Autor schreibt über die Familie Komissar.
In der Familie wurde nicht viel über die Vergangenheit erzählt.
Der Werdegang des Henry Oliver Rinnan war erschreckend. Die Vorgänge in dem Haus kann man sich nicht vorstellen. Ich möchte in so einem Haus auch nicht leben. Da bekommt man ja Alpträume.
Der Roman hat den norwegischen Buchhändlerpreis und den Riksmal Preis wirklich verdient.
Simon Stranger hat die Geschichte ehrlich und hart geschrieben. Dieses Thema darf nicht vergessen werden.
Eine wirklich hervorragende Lektüre.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ein provokantes Thema, unterkühlt abgehandelt und mit unsympathischen Figuren gestraft
Mittwoch also von Lotta Elstad
Das in knalligen Signalfarben gehaltene Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist ein absoluter Hingucker: modern und kess verspricht es einen alles andere als langweiligen Roman und spricht durch sein modernes Design auch jüngere Generationen an – vielleicht sogar jene Leser/innen, die ansonsten für gewöhnlich vor einem Roman mit solch tiefgründiger, provokanter Thematik eher zurückschrecken würden.
Daher kann ich das Cover mit seinem Eye-Catcher-Effekt definitiv als gelungen bewerten.
Die weibliche Hauptfigur, Hedda - nach einem One-Night-Stand plötzlich schwanger und mit dem Gedanken an ein Baby komplett überfordert - war mir gänzlich unsympathisch. Obgleich ich ihrer teilweise unreifen und übertrieben toughen Einstellung zunächst etwas kritisch gegenüberstand und mich schwer in sie hineinversetzen konnte, hatte ich die Hoffnung, dass sich dies im Laufe des Romans noch ändern würde. (Mit zynischen, sarkastischen Charakteren habe ich auch im realen Leben immer meine Probleme; ich finde, sofern man mit einer Person nicht wirklich vertraut ist, kann ein bissiger Humor schnell mit Bosheit und/oder Verbitterung verwechselt werden.) Fairerweise muss man Hedda zugestehen, dass es gerade knüppeldicke für sie kommt: Job als Journalistin futsch, Wunschpartner weg – und nach einer kopflosen Odyssee durch Europa dann auch noch schwanger von einem Urlaubsflirt, dem Aussteiger Milo. Die vom Staat vor einer Abtreibung vorgeschriebene Bedenkzeit tut Hedda als lästiges Übel ab, kommt dann allerdings doch mehr ins Grübeln als erwartet.
Vorweg möchte ich festhalten, dass ich es enorm wichtig finde, dass in einem modernen Frauenroman auch einmal das Selbstbestimmungsrecht der Frau thematisiert wird – gerade im Hinblick auf eine Schwangerschaft. Noch immer gelten Abbrüche als Gesellschaftstabu, oftmals ohne die jeweiligen Gründe für die Entscheidung der betreffenden Frau zu kennen. Es war mir also von vornherein klar, dass der Inhalt dieses Werkes wahrscheinlich polarisieren würde und ich war gespannt darauf, mit wie viel Ernsthaftigkeit die Autorin Heddas Auseinandersetzung mit einem Schwangerschaftsabbruch behandeln würde. Aber daraus gleich ein Rundherum-Feminismus-Werk mit allerlei politischen Phrasen zu machen…ich weiß nicht. Das erschien mir etwas zu viel des Guten – vor allem, da die entsprechende Tiefe fehlt und mir Heddas Verhalten oftmals oberflächlich und ihre Gedankenansätze zu verkrampft-hip und ach-wie-individuell vorkamen. Ehrlich gesagt hatte ich aufgrund des Klappentextes erwartet, dass der Fokus hauptsächlich auf Heddas Entscheidungszeit liegen würde und ihren Zweifeln, Zukunftsängsten, möglichen Lösungsansätzen (- und weniger auf ihrem Liebesleben -) …weit gefehlt. Zwar wurde die Handlung durch einige humorvolle Elemente aufgelockert, das Ganze behielt für mich jedoch einen unterkühlten Beigeschmack. Den Schreibstil der Autorin kann ich definitiv als 'eigen' bezeichnen, ein gedankliches Hin und Her in Form langer Schachtelsätze – das ist Geschmackssache; wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, lässt sich das Werk schon am Stück lesen.
Fazit: Inhaltlich anders als erwartet – eine stark polarisierende Hauptfigur, deren Verhalten ich größtenteils nicht nachvollziehen konnte, daher fällt mir eine Empfehlung eher schwer. Eventuell von Interesse für Liebhaber von schwerer Kost oder Fans von düsterem Humor.









