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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Emmmbeee:

Das Leben ist großartig - von einfach war nie die Rede von Gaby Köster; Till Hoheneder

Gaby Kösters zweites Buch nach dem Schlaganfall ist laut, schrill und humorvoll wie sie selbst, wie man sie von der Bühne kennt und schätzt. Insofern hat Till Hoheneder gut mit ihr zusammengearbeitet und ihr Wesen authentisch auf Papier gebannt. Nachdem ich die Verfilmung ihres ersten Werkes gesehen habe, ist es eine stimmige Fortsetzung davon.

Köster schildert, wie sie nach der schweren Krankheit wieder auf die Beine gekommen ist, mit der Darstellerin ihrer Person, Anna Schudt, einen Emmy entgegennehmen durfte, sogar wieder auf Tour ging und daneben bis heute all die Hindernisse überwindet, die sich Menschen nach einem Schlaganfall eben stellen.
Bestimmt ist die Lektüre eine Hilfe für all jene, die sich in ähnlicher Lage befinden, genauso wie jene Bücher, die es zu dieser Causa von anderen Autoren bereits gibt. Nur: Wenn die Sprache durchgehend auf lustig wirken sollendes Kölsch und young urban people macht, wenn einem Fäkalausdrücke am Laufband ins Gesicht springen, dann nervt das nach ein paar Seiten. Ab und zu eingestreut hätte auch genügt und mehr Wirkung entfaltet.
In der Mitte des Buches gibt es etliche Fotos rund um die Autorin. Fünf davon hätten auch gereicht, nämlich 1, 2, 7, 14 und 15. Ich kann mir nicht helfen, aber mein Eindruck ist, dass halt eben die Seiten gefüllt werden mussten.
Obwohl ich eine gewissenhafte Leserin bin, habe ich rasch begonnen, quer zu lesen und ganze Seiten zu überspringen. Mit viel zu vielen Worten wird wenig gesagt. Auf mich wirkt alles so übertrieben, auch dass zwischen den Kapiteln Loblieder auf Frau Köster eingestreut sind, grad so, als sei es ein Nachruf auf eine soeben Verstorbene. Denn gar so einzigartig ist der Fall nicht, und viele Kranke müssen mit bedeutend schwierigeren Bedingungen fertigwerden.
Es tut mir leid, aber ich bin enttäuscht von "Das Leben ist grossartig – von einfach war nie die Rede".

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Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:

Leben nach dem drecksdrissligen Schlag

Das Leben ist großartig - von einfach war nie die Rede von Gaby Köster; Till Hoheneder

Gaby Kösters zweites Buch nach dem Schlaganfall ist laut, schrill und humorvoll wie sie selbst, wie man sie von der Bühne kennt und schätzt. Insofern hat Till Hoheneder gut mit ihr zusammengearbeitet und ihr Wesen authentisch auf Papier gebannt. Nachdem ich die Verfilmung ihres ersten Werkes gesehen habe, ist es eine stimmige Fortsetzung davon.

Köster schildert, wie sie nach der schweren Krankheit wieder auf die Beine gekommen ist, mit der Darstellerin ihrer Person, Anna Schudt, einen Emmy entgegennehmen durfte, sogar wieder auf Tour ging und daneben bis heute all die Hindernisse überwindet, die sich Menschen nach einem Schlaganfall eben stellen.
Bestimmt ist die Lektüre eine Hilfe für all jene, die sich in ähnlicher Lage befinden, genauso wie jene Bücher, die es zu dieser Causa von anderen Autoren bereits gibt. Nur: Wenn die Sprache durchgehend auf lustig wirken sollendes Kölsch und young urban people macht, wenn einem Fäkalausdrücke am Laufband ins Gesicht springen, dann nervt das nach ein paar Seiten. Ab und zu eingestreut hätte auch genügt und mehr Wirkung entfaltet.
In der Mitte des Buches gibt es etliche Fotos rund um die Autorin. Fünf davon hätten auch gereicht, nämlich 1, 2, 7, 14 und 15. Ich kann mir nicht helfen, aber mein Eindruck ist, dass halt eben die Seiten gefüllt werden mussten.
Obwohl ich eine gewissenhafte Leserin bin, habe ich rasch begonnen, quer zu lesen und ganze Seiten zu überspringen. Mit viel zu vielen Worten wird wenig gesagt. Auf mich wirkt alles so übertrieben, auch dass zwischen den Kapiteln Loblieder auf Frau Köster eingestreut sind, grad so, als sei es ein Nachruf auf eine soeben Verstorbene. Denn gar so einzigartig ist der Fall nicht, und viele Kranke müssen mit bedeutend schwierigeren Bedingungen fertigwerden.
Es tut mir leid, aber ich bin enttäuscht von "Das Leben ist grossartig – von einfach war nie die Rede".

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Rezensionen von ingrid78:

Wer ist der Mörder?

Der Verein der Linkshänder von Nesser Håkan

"Der Verein der Linkshänder" ist der elfte Teil der Reihe, auch ohne die anderen Teile zu kennen konnte ich problemlos in die Handlung eintauchen. Kommissar Van Veerteren ist inzwischen im Ruhestand. Doch die Arbeit holt ihn ein, denn in einem längst abgeschlossen geglaubten Fall gibt es neue Erkenntnisse.

Damals hatte Van Veerteren bei dem Fall mitgearbeitet, deswegen ist für ihn klar, dass er hier gebraucht wird. Bei dem damaligen Fall kamen vier Menschen um Leben, der Fünfte der Runde blieb verschwunden und wurde als Täter ausgemacht. Doch jetzt ist seine Leiche aufgetaucht, offenbar starb er zur selben Zeit wie die anderen. Was nur eines bedeuten kann: der Mörder von damals läuft immer noch frei herum.

Der Krimi verläuft eher ruhig und spielt sich in verschiedenen Zeitebenen ab. Man lernt die Protagonisten kennen und kann sich seine eigenen Gedanken machen, rätseln, wer der Täter ist. Der Schreibstil hat mir zugesagt, ich mag die philosophischen Anklänge und den trockenen Humor. Insgesamt hat mir der Krimi gut gefallen, ich denke ich werde mir weitere Bücher des Autors besorgen.

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Rezensionen von ingrid78:

späte Rache

Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz

„Hotel Cartagena“ von Simone Buchholz spielt in Hamburg. Die Protagonistin, Staatsanwältin Chasity Riley befindet sich mit vielen Kollegen in einer Hotelbar in St. Pauli, der Geburtstag eines Kollegen wird groß gefeiert. Die Feier endet jäh, als zwölf schwerbewaffnete Männer die Bar stürmen und alle Anwesenden als Geiseln nehmen.

Neben dem Strang in der Gegenwart gibt es noch den über Henning, der vor langer Zeit in Südamerika sein Glück suchte. Anfangs ist nicht klar, wie dieser Strang zum aktuellen passt, erst nach und nach offenbaren sich die Verflechtungen.

Der Krimi ist recht kurz, lässt sich also am Stück lesen. Mir hat die Atmosphäre in Hamburg gut gefallen und auch die Story. Chasity Riley fand ich als Protagonistin interessant, einzig der eigenwillige Schreibstil ließ sich nicht ganz so flüssig lesen. Aufgrund der Kürze ein Krimi, den man gut zwischendurch lesen kann, sofern es eine Fortsetzung geben wird werde ich diese auf jeden Fall lesen.

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Rezensionen von heinoko:

Kurz, prägnant und neugierig machend

50 Künstlerinnen, die man kennen sollte von Christiane Weidemann; Petra Larass; Melanie Klier


Die wunderbare Reihe „50 Gemälde, die…“ oder „50 Bilder, die … “ ist nun ergänzt worden durch die Vorstellung von „50 Künstlerinnen, die man kennen sollte“. Mit großer Entdeckerlust bin ich durch das Buch und damit durch die Jahrhunderte gewandert. Ich begegnete vertrauten Namen, aber auch vielen unbekannten Künstlerinnen, und Seite um Seite wurde ich neugieriger…
Der Verlag drückt sein Anliegen so aus: „Die Autorinnen berichten von ungewöhnlichen Biografien und bahnbrechenden ästhetischen Ansätzen, sie zeigen weltbekannte Meisterwerke und wenig gesehene Neuentdeckungen und vermitteln damit einen umfassenden und gleichzeitig kompakten Überblick über weibliches Kunstschaffen.

“ Das Buch ist chronologisch aufgebaut, beginnend mit dem 16. Jahrhundert und endend in der Gegenwart. Jeder Künstlerin ist eine Textseite gewidmet, auf der sie kurz, prägnant und doch hoch informativ vorgestellt wird. Leben, Werk und kunstgeschichtliche Bedeutung finden gleichermaßen Raum. Am Rand gibt es ergänzend jeweils eine tabellarische Biographie und eine sehr gelungene Kürzestinformation über die spezifische Besonderheit oder Bedeutung der Künstlerin zu ihrer Zeit. Eine ganzseitige Abbildung mindestens eines Werkes, manchmal auch von zweien oder dreien, macht die jeweilige Künstlerin in ihrer individuellen Ausdrucksweise besonders intensiv erlebbar. Dass bildende Kunst in früherer Zeit eine Männerdomäne war und wie sich einzelne Künstlerinnen dennoch zu verwirklichen verstanden, wird in den erläuternden Texten lesenswert berichtet.
Ich war von diesem Buch sehr beeindruckt, weil ich sehr, sehr viel Neues erfuhr und meine Neugier geweckt wurde, über einzelne Künstlerinnen mehr erfahren zu wollen bzw. mich ausführlicher mit Ihnen beschäftigen zu wollen. Für meinen persönlichen Geschmack wurde den Kunstschaffenden der Gegenwart ein wenig zuviel Raum gegeben, denn wer von den genannten Namen tatsächlich überdauern wird, dürfte sich erst in fernerer Zukunft zeigen.
Rundum jedoch ein interessantes, informatives und Neugier weckendes Kompendium, das eine Vielzahl weiblicher Kunstschaffender zwar kurz, aber dennoch in gebührender Weise würdigt.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Leider weder sonderlich weihnachtlich noch wundervoll…

Weihnachtswunderträume von Christiane Lind; Cara Lindon

Ich wollte dieses Werk so gerne mögen – Weihnachten, Cornwall und noch dazu ein Vierbeiner…was für eine zauberhafte Kombination! Entsprechend enttäuscht war ich darüber, dass mich die Geschichte weder packen noch überzeugen konnte. Ich schreibe wirklich sehr, sehr ungern Rezensionen mit einer unterdurchschnittlichen Bewertung.

Besonders schwer macht es mir hier die durchwegs sympathische Art der Autorin, die ich im Rahmen einer begleiteten Leserunde kennenlernen durfte. Aber gleichzeitig möchte ich auch ehrlich sein hinsichtlich des Romaninhalts.

Das Cover ist wunderschön! Es hat zwar überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun, außer dass die Hauptfiguren auch weiblich und männlich sind, doch sei’s drum, damit kann ich leben. - Mit einer überwiegend unsympathischen weiblichen Protagonistin habe ich schon ein größeres Problem. Das Positive an Gemma: sie ist eine Tagträumerin und hat ein Herz für Hunde. Als sie einen bis dahin vernachlässigten Hund aus dem Tierheim adoptiert, war dies die emotionalste Szene des ganzen Buchs. Nicht so toll an Gemma finde ich ihre Unhöflichkeit und Taktlosigkeit. Sie himmelt ihren Boss an, obwohl sie Hand in Hand mit ihm und dessen Gattin, die stets freundlich zu ihr ist, zusammenarbeitet. Als sie den Job wechselt und auf den sympathischen Kanadier Ryan trifft, begegnet sie seinem freundlichen, offenen Wesen mit Sarkasmus, zynischen Bemerkungen und Ignoranz. Nach einem desaströsen gemeinsamen Essen hat sie auf dem Heimweg allerdings plötzlich die Erleuchtung, dass sie eigentlich für ihn schwärmt. Um nichts hinsichtlich des Inhalts zu spoilern, gehe ich nicht auf den weiteren Verlauf ein, der leider von weiteren unrealistischen und schlichtweg nicht überzeugenden Elementen geprägt ist. Die Figuren bleiben unheimlich oberflächlich; ihre Beziehung zueinander wirkt künstlich-konstruiert, trotz großer Worte emotionslos und hat mich nicht berührt. Weihnachten spielt eine minimale Randrolle; der einzige Teil des Buchtitels, der Sinn macht ist "-träume".

Erzählt wird aus zwei Perspektiven, wobei mir der männliche Part anfangs deutlich angenehmer vorkam. Gegen Mitte des Werks lernt man die weibliche Hauptfigur etwas besser kennen und ich konnte mich ein klein wenig besser in sie hineinversetzen. Möglicherweise wäre ein anderer Aufbau, in dem anfangs vielleicht über mehrere Kapitel hinweg zunächst nur eine Perspektive (- Gemmas -) präsentiert wird, sinnvoller gewesen (da man Figuren, die man etwas länger kennt, negatives Verhalten eventuell eher nachsieht).

Meine mit Ach und Krach 3 Sterne basieren auf der vielversprechenden und durchaus ausbaufähigen Grundidee zur Story, dem logisch strukturierten Aufbau der Geschichte an sich und den Szenen um den treuherzigen Vierbeiner Kuro.

Fazit: Dieses Werk war leider nicht mein Fall, obwohl ich es wirklich - allein schon der freundlichen Autorin zuliebe - unbedingt ins Herz schließen wollte. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass viele andere Teilnehmer meiner Leserunde einen positiven Eindruck hatten und dies hier lediglich mein persönliches Empfinden widerspiegelt.

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Rezensionen von mamaofhannah07:

Lebensgeschichten

Die Eulenflüsterin von Brandt Tanja

Die Eulenflüsterin von Tanja Brandt LÜBBE Verlag
"...Es ist, als wären wir auf einem anderen Planeten. Wir beobachten die Tiere im Wald, hören den Wind, die Blätter rauschen, die Vögel... Meine Tiere, mein Leben." (S.118)
Diese Worte und noch viele andere liebevolle Äußerungen der Autorin beschreiben die sehr nahe und intensive Beziehung zu ihren Tieren.

Diese ist geprägt durch Verständnis, Respekt und Einzigartigkeit. Tanja Brandt lässt sich voll und ganz auf das Abenteuer Zusammenleben mit ihren gefiederten und fellnasigen Freunden ein. Ihre Lebensaufgabe besteht darin, für Tiere jeglicher Art da sein zu dürfen. Mit ihrer Arbeit als Falknerin und Tierretterin scheut sie keinen körperlichen Einsatz. Als Buchautorin, Tierfotografin und Aufklärerin rüttelt sie wach und öffnet die Augen. Ihre Erfahrungen gibt sie nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern durch erlebte, zum Teil auch traurig erzählte Situationen, die nachdenklich stimmen, preis.
Beeindruckt hat mich die Leichtigkeit im Umgang mit dem Kreislauf des Lebens. Alles hängt zusammen und zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben. Sei es die weniger glückliche Kindheit, das Lernen aus Tiefschlägen, das Fokusieren auf die schönen und erfolgreichen Momente oder das Annehmen von Krankheit und Tod.
Tanja Brandt gliedert die 219 Seiten in zwei Teile: 1. "Keine Wurzeln, keine Flügel" und 2. "Meine Tiere, mein Leben". Im ersten Abschnitt erzählt sie vorrangig von ihrem Werdegang. Diesen beschreibt sie durch bewegende und lustige Anekdoten. Der lockere, sprunghafte, teils flatterhafte Schreibstil und die ausgedehnten, dem Verständnis förderlichen, traurigstimmenden Selbstreflektionen, erschwerten mir ab und an das Lesen. Viel besser hingegen gefiel mir der 2. Teil des Buches, indem sie von Episoden und Erlebnissen der verschiedenen tierischen Weggefährten berichtet. Dabei entfaltet sich eine Bandbreite unterschiedlicher Charaktere, die man einfach nur ins Herz schließen kann! Tanja Brandt schildert informative Erläuterungen zu der jeweiligen Tierart. Die eingerahmten grauen Ergänzungskästchen vervollständigten das Gesagte mit eigenen, klaren Worten. Ihr Fazit am Ende des jeweiligen Kapitels haben mich berührt. In kurzen Sätzen legt sie dort dar, was sie von ihren Tieren über das Leben gelernt und sich abgeschaut hat.
Abgerundet wird die stilvolle Aufmachung der Lektüre mit eigenen, eindrucksvollen Tier-Fotografien der Autorin.
Fazit. Mir hat die Eulenflüsterin gut gefallen. Hut ab vor Tanja Brandt, einer Frau, die zupacken kann und ihren Weg gefunden hat.
Gern vergebe ich 4,5 Sterne, da ich anfänglich meine Schwierigkeiten hatte mich im Text zurecht zu finden. Wer den Plauderton wie am Kaffetisch mag, dazu noch emotionale, real geschilderte Erlebnisse und die Bereitstellung fundierter Fakten zu den einzelnen Vogelarten sowie eine Auswahl an grandiosen Fotos ist mit dieser Biografie bestens beraten.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Mordsspannend! - "In diesem Haus trägt jeder eine Maske."

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton

Stuart Turton ist mit diesem Werk ein Geniestreich gelungen; ich kann mich nur verneigen vor der Genialität dieses komplizierten Plots, der bis ins letzte Detail stimmig ist und wahrlich Spannung bis zum Schluss garantiert. Bravo! Ich habe den Roman als Audiobuch, sensationell stimmungsvoll gelesen von Sprecher Frank Stieren, genießen dürfen und möchte an dieser Stelle seine gelungene Interpretation hervorheben.

An manchen Stellen standen mir die Haare vor Angst zu Berge, weil er die Atmosphäre so authentisch zu erzeugen vermag, dass man vor Nervosität (und Angst um das Schicksal der Figuren) den Atem anhält. Besser hätte man dieses Werk nicht lesen können, Hut ab!

Hinsichtlich des Inhalts fasse ich mich kurz, da ich keineswegs in Gefahr geraten möchte, etwas zu spoilern. - Du bist zum Ball geladen: auf ein in die Jahre gekommenes, verlassenes Anwesen mit dem düsteren Namen "Blackheath", dessen Vergangenheit ebenso dunkel ist wie die Seelen der anderen Partygäste. Der Tag des feierlichen Events wird sich immer wiederholen – bis du den Mörder enttarnt hast, der für den Tod der Tochter des Hauses, Evelyn Hardcastle, verantwortlich ist. Ansonsten gibt es auch für dich kein Entkommen. Der Haken an der Sache: du erwachst jeden Tag in einem anderen Körper…und der Mörder ist bereits auf der Suche nach dir. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Wer komplizierte Rätsel und einen vor Kreativität strotzenden Schreibstil schätzt, wird diese Geschichte lieben. Fantasy meets 'Und täglich grüßt das Murmeltier' mit einem Schuss von Agatha Christie. …definitiv ein Whodunnit der ungewöhnlichen Art, im positiven Sinne. Überhaupt gibt es nichts an diesem Werk, das nicht außergewöhnlich ist. Warnung: Mitdenken ist angesagt. - Jeden. Einzelnen. Moment! Aufgrund der Vielzahl der Charaktere, die noch dazu in verschiedene Rollen schlüpfen bzw. an unterschiedlichen Tagen im Körper eines Anderen erwachen, muss man wirklich höllisch aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren – was gewiss so beabsichtigt ist, da die Handlung wie ein (höchstwahrscheinlich blutverschmiertes) Wollknäuel dahergekullert kommt, das es zu entwirren gilt. Es ist so viel mehr als der gewöhnliche Mordfall und bei Weitem vielschichtiger als die 'üblichen' Verdächtigen bzw. die 'typischen' Spekulationen!

"Nicht zum ersten Mal beschleicht mich das sichere Gefühl, mich auf dem Holzweg zu befinden." - Stets wenn ich dachte: 'Okay, jetzt habe ich eine Ahnung, wer welche Rolle spielt' (= wer Täter oder Opfer ist), gab es plötzlich eine Wendung, die ich so nie und nimmer hätte kommen sehen – immer und immer wieder. Wem kann man trauen?

Fazit: Abwechselnde Perspektiven, Zeitsprünge und ein komplexes Rätsel, das mit jeder scheinbaren Antwort eine neue Frage aufwirft… Ja, es ist ein gedankliches Mammutwerk, aber bis ins kleinste Detail durchdacht – Dranbleiben und Mitfiebern lohnt sich.

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Faye serviert eiskalt.

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg

Außergewöhnlicher Krimi, porträtiert die schwedische Oberschicht und die Rebellin Faye und entwickelt sich zu einem rasenden Triller mit überraschender Pointe. Camilla Läckberg hat mit Matilda/Faye einen bemerkenswerten Charakter entworfen. Stark und schwach zugleich. Aufmüpfig, intelligent und unterwürfig.

Matilda bricht auf dem Land mit der Familie und wird in Stockholm zu Faye. Angelt sich geschickt ihren Traummann Jack, nichts ahnend, dass dieser sich zu einem Tyrannen entwickelt und hat bald ausgeträumt. Köstliche Szenebeschreibung der oberen 10T in Schweden. Camilla Läckberg kennt sich aus. Dazugehören um jeden Preis bis zur Selbstverleugnung. Nur Faye ist anders. Zuhause lässt sie sich jedoch unterbuttern. Bis ihre Traumwelt zerbricht. Geschasst von Jack fällt Faye nur kurz in bodenlose Verzweiflung. Enttäuschte Liebe verwandelt sich in Hass, der die Triebfeder für ihre bedingungslose Rache ist. Ihr Ziel ist die totale Vernichtung von Jack. Es folgt ein emanzipatorischer Rachefeldzug. Chris und Kerstin sind ihre engsten Verbündete.
Die wirtschaftlichen und kriminalistischen Winkelzüge von Faye, die ihre Aktionen gelingen lässt, erfordern vom Leser großzügige Akzeptanz. Ein bewusstes Statement für starke Frauen eingepackt in einen Triller mit Familiengeschichte.
„Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird“ (klingonisches Sprichwort). Faye serviert eiskalt.

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Rezensionen von heinoko:

Schön in Inhalt und Ausstattung

Zauberschön von Irene Matt


„Ein Märchenroman“ steht als Untertitel auf dem mit einer märchenhaften Illustration schön gestalteten Cover. Das machte mich neugierig. Denn was ist ein Märchenroman? Ein Roman, also eine epische Erzählung mit fiktiven Geschehnissen? oder ein Märchen, also eine Erzählung, in der übernatürliche Kräfte in das Leben der Menschen eingreifen? Nach Lektüre des Buches bleibt mir nur zu bestätigen, dass „Märchenroman“ der bestmögliche Untertitel ist, da der Autorin gelungen ist, von beiden Genres das Beste zusammenzufügen.

Das blühende Land Florapis, in dem die Menschen in harmonischem Miteinander leben und arbeiten, ist ein Vorbild für die vielen Händler und Touristen, die immer mit Freude diesen Ort besuchen. Der gütige König regiert Florapis weise und mitfühlend. Prinz Florobert, der einzige Sohn des Königs, wird jedoch als kleines Kind von einer Biene gestochen und entwickelt über die Jahre hinweg in zunehmendem Maß Angst vor allem und jedem, bis hin zur Angst vor der Angst. Doch der König wird älter und muss irgendwann seinen zitternd-lebensuntüchtigen Sohn in die Regierungsgeschäfte mit einbeziehen. Dieser bestimmt aus seiner Angst heraus, dass das weltoffene Florapis durch einen hohen Mauerbau „geschützt“ werden müsse. Ab da geht es mit Florapis bergab. Zu allem Unglück siedelt sich auch noch ein Tatzelwurm in Florapis an, der den Menschen jeglichen Antrieb nimmt. Wie Florapis und seine Bewohner gerettet werden, wird dem Genre der Märchen voll und ganz gerecht.
Gelesen habe ich das Buch sozusagen mit zweierlei Augen, mit denen des Erwachsenen und mit denen eines Kindes. Als Erwachsener fühlte ich mich gut unterhalten. Das Märchenhafte, in dem das Gute letztlich nach vielen Irrungen und Wirrungen siegt, hinterlässt ein wohliges Gefühl. Für Kinder bleibt natürlich auch diese positive Wirkung der Märchen bestehen, allerdings ist die Geschichte für Kinder stellenweise zu lang, hier würde ich als Lesepatin einige Kürzungen vornehmen. Schön sind die Themen zu bearbeiten, die im Buch auftauchen: Bienen, Blumen, Respekt vor der Natur, Kreativität, Hoffnung, Angst, Gutes tun und vieles andere. Das Buch sehe ich als Quell vieler Gesprächsmöglichkeiten mit Kindern. Für Erwachsene hätte ich mir noch eine Metaebene, eine psychologische Ebene gewünscht, denn nicht das passive „Wegschnaufenlassen“ ist der Heilungsweg aus der Angst heraus, sondern aktiv die Angst an die Hand zu nehmen…
Ein schönes Buch ist Zauberschön aber allemal. Schön im Inhalt, besonders in seiner sorgsamen Sprache, und schön in seiner äußeren Ausstattung.

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