Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Gruber:
Auf den Spuren einer großen Fotografin
Die Zeit des Lichts von Scharer Whitney
Lee Miller ist eine unglaublich spannende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Als Kind missbraucht, ein Trauma, das ihr ganzes Leben beeinflussen wird, in New York, wo sie Bühnenbild und Beleuchtung studierte als Model entdeckt, in Paris, wo sie sich der Fotografie widmete mit Men Ray liiert und später als Kriegsberichterstatterin für die US-Army, wo sie unter anderem die Befreiung von Buchenwald und Dachau dokumentierte.
Eine schöne, selbstbewusste, unangepasste Frau, die dennoch immer wieder von den Zwängen ihrer Zeit und Männern, die sie dominieren und beeinflussen wollten, gebremst wurde.
In diesem großartigen Roman setzt Whitney Scharer ihr ein Denkmal. Sie hält sich ganz eng an die biografischen Fakten und lässt die Phantasie da übernehmen, wo es keine Fakten gibt bzw. um die Geschichte mit Details lebendig werden zu lassen. Daraus webt sie eine spannende Romanbiografie, bei der sich nicht unterscheiden lässt, was real und was fiktiv ist. Im Mittelpunkt steht Lee Millers Zeit mit Men Ray, bei dem sie erst als Assistentin arbeitete und in den sie sich schließlich verliebte. Hier wird auch die Basis ihrer Fotokunst gelegt, sie lernt von ihm, sie entwickeln zusammen Techniken, doch Mens Dominanz, Eifersucht und Ichbezogenheit machen die Zusammenarbeit und das Zusammenleben schwer.
Den Rahmen dazu bildet Lees Leben nach Paris und nach ihrer Arbeit als Fotografin im Zweiten Weltkrieg, es gibt auch kurze Rückblicke in ihr Aufwachsen, in ihre ambivalente Beziehung mit ihrem ebenfalls dominanten und übergriffigen Vater.
Das alles fügt sich zu einer wunderbaren, kompakten Geschichte. Man beginnt zu lesen und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen und begleitet diese faszinierende Künstlerin durchs Leben. Es ist eine spannende, bewegte Zeit, die Jahre zwischen den Kriegen, der zweite große Krieg und der Versuch danach, wieder so etwas wie Normalität zu finden. Und Scharer lässt uns Leser eintauchen in die wechselnden Stimmungen des 20. Jahrhunderts. Sie versteht es, Geschichte, historische Persönlichkeiten und die unterschiedlichen Seiten der Lee Miller lebendig werden zu lassen.
Ein Roman nicht nur für Kunstinteressierte! Von mir gibt es eine klare Empfehlung.
Rezensionen von Streiflicht:
Wieder super!
Die letzte Witwe von Karin Slaughter
Da ich die Bücher dieser Autorin sehr mag, war ich natürlich auch wieder unglaublich gespannt auf ihren neuesten Roman. Ich mochte bisher jedes Buch von ihr, am meisten aber die Georgia-Reihe mit Sara Linton und Will Trent. Diese beiden Figuren sind mir über die Jahre wirklich ans Herz gewachsen und jedes neue Buch ist wie ein Treffen mit alten Freunden.
Gewohnt spannend schreibt Karin Slaughter auch dieses Mal wieder, sodass man nur mitfiebert und die Seiten wie im Wahn umblättert. Man möchte unbedingt wissen, wie das Buch ausgeht und gleichzeitig möchte man, dass es nie endet.
Besonders gut gefällt mir auch die Entwicklung der beiden Hauptfiguren und deren Beziehung, das ist ein toller Kontrapunkt zur spannende Geschichte, die diesmal noch aufreibender ist als sonst!
Wer Karin Slaughter mag, wird dieses Buch lieben!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Zwischen Lagerfeuerromantik und Bombenhagel - Kindheit in der Nazi-Zeit
Der Kinderzug von Küpper Michaela
Michaela Küpper nimmt ihre Leser in eine unheilvolle Zeit mit: In den Zweiten Weltkrieg. Man schreibt das Jahr 1943. Die Flugzeuge der Alliierten werfen Bomben auf deutsche Städte ab. Besonders betroffen ist das Ruhrgebiet. Deshalb werden tausende Kinder zwischen 10 und 14 Jahren in vom Krieg (noch) nicht betroffene Gebiete verlegt.
Kinderlandverschickung (KLV) nennen die Behörden diese Evakuierung.
Die junge Lehrerin Barbara muss eine Gruppe Mädchen aus Essen auf dem Weg in das KLV-Lager nach Usedom begleiten. Sie selbst ist stärker verunsichert als die meisten Kinder, die anfangs die Reise und das Lager als Abenteuer empfinden. Es gibt mehr zu essen als daheim, frönt einer Art Lagerfeuerromantik und man strickt Socken für die Soldaten. Natürlich muss auch ein wenig Unterricht sein, daher die Lehrkraft. Während es im Mädchenlager so etwas wie Urlaubsstimmung gibt, werden die männlichen Schüler im benachbarten Lager paramilitärisch gedrillt. Indoktriniert werden die Kinder beiderlei Geschlechts. DIe Jungs wollen natürlich kämpfen. Doch ihre Einstellung ändert sich rasch, als sie dann tatsächlich an der Front und unter Beschuss stehen. Doch bis es soweit ist, müssen sowohl die Mädchen als auch die Jungen mehrmals ihr Quartier wechseln, weil auch nun Usedom bombardiert wird.
Die Odyssee der Mädchengruppe, die mit ihrer Lehrerin von einem Lager zum anderen verlegt werden, wird bis Kriegsende dauern.
Meine Meinung:
Dieser Roman nimmt sich eines Themas an, über das noch wenig geschrieben wurde: Die Kinderlandverschickung. Was als Gesundheitsaufenthalt für unterernährte Stadtkindern in den 1920er Jahren begonnen hat, wird als Evakuierungsmaßnahme im Bombenkrieg fortgesetzt.
Der Schreibstil ist dem Thema angepasst und nicht sensationslüstern. In eindringlichen Worten lässt Michaela Küpper ihre Protagonisten ihre Sicht der Dinge darlegen.
Die mehrfachen Perspektivenwechsel (Barbara, Gisela und ihr Tagebuch sowie Karl) erzählen die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Da ist zum einen die verunsicherte Lehrerin, die eigentlich nichts anders will, als von ihrer Verantwortung entbunden zu werden. Gisela, die auf ihre kleine Schwester Edith aufpassen soll, vertraut ihre Gedanken und Sehnsüchte einem Tagebuch an. Auch der Einblick in die Gedankenwelt eines 16-jährigen Jungens, der es kau erwarten kann, Soldat zu werden, ist aufschlussreich. Dass er und seine Freunde letztlich als Kanonenfutter der Waffen-SS zugeteilt werden, hat er sich nicht erträumt. Hier klaffen die heroischen Märchen, die den Kindern seit Jahren eingebläut werden, und die Wirklichkeit weit auseinander.
Die Charaktere sind fein herausgearbeitet. Stellenweise muss man mit Barbara fast Mitleid haben. Eine etwas widersprüchliche Person ist Lydia, das Gesundheitsmädel. Sie ist ein Produkt ihrer Zeit, völlig dem Nazi-Regime verfallen. Häufig wirkt sie verschlagen. Dann während der Scharchlach-Epidemie wächst sie über sich hinaus und pflegt gewissenhaft die Kranken. Doch sie will mehr, als nur „Gesundheitsmädel“ sein. Frontkrankenschwester möchte sie sein, oder zumindest in einem Lazarett arbeiten. So verlässt sie ohne Skrupel die Mädchengruppe unerlaubt und verursacht damit den Lynchmord an dem polnischen Zwangsarbeiter, den man für ihren Mörder hält.
Michaela Küpper ist ein beklemmender, weil ziemlich authentischer hist. Roman gelungen. Die meisten von uns Lesern können ihre Großeltern nicht mehr über diese Zeit befragen. Die penible Recherche, die diesem Buch zu Grunde liegt, lässt die Zeit wieder auferstehen.
Fazit:
Ein gelungener Einblick in die Zeit von 1943-1945. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Opulenter erzählt und penibel recherchiert
Im Schatten des Turms von René Anour
Autor René Anour nimmt seine Leser auf eine Reise in das 18. Jahrhundert nach Wien mit. Es ist die Zeit des, als Reformkaiser bezeichneten, Sohnes von Maria Theresia, Joseph II.. Der Herrscher will das buchstäblich verzopfte Reich modernisieren. Dazu ist ihm nahezu jedes Mittel recht. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt den Leiden der Kranken.
So lässt er 1785 die „medizinisch-chirurgische Militärakademie“, kurz „Josephinum“ genannt, errichten. Ein paar Jahre zuvor, ab 1783 wird das große Armen- und Siechenhaus in das „Allgemeine Krankenhaus“ umgewandelt. Zusätzlich lässt Joseph II. erstmals eine Einrichtung für psychisch Kranke errichten - den Narrenturm.
Und genau hier hier, ist ein Teil der Handlung dieses historischen Romans angesiedelt. Doch der Reihe nach ...
Man schreibt das Jahr 1787: Alfred Wagener ist mit Leib und Seele Medizinstudent. Weil er aus armen Verhältnissen stammt, ist es nicht selbstverständlich, dass er studieren darf. Um die Studiengebühren und seinen Lebensunterhalt zu verdienen, verdingt er sich u.a. als Hilfskraft im nahe gelegenen Allgemeinen Krankenhaus.
Eines Tages ist es ihm und seinem Kommilitonen gestattet, unter der Aufsicht von Prof. Auenbrugger, den Narrenturm und seine Insassen zu besuchen. Wagener ist über die Zustände dieser Anstalt entsetzt. Vor allem das Schicksal einer jungen Frau, die merkwürdige Male an ihren Handgelenken hat, lässt ihm keine Ruhe. Doch bevor er hier etwas genaueres in Erfahrung bringen kann, tritt Helene in sein Leben und bringt dieses gehörig durcheinander.
Helene ist eine junge Adelige, die mit ihrem unkonventionellen Vater auf Schloss Weydrich lebt. Außergewöhnlich, weil sie statt höfischer Etikette Unterricht in Latein bekommt. Der Lateinlehrer ist, von einem Freund des Vaters empfohlen, Alfred Wagener. Wie Schicksal und Autor es wollen, stirbt der Vater und die böhmische Tante wird Helenes Vormund. Sie reißt sich Schloss und Vermögen unter den Nagel und hat ehrgeizige Pläne mit Helene, in denen ein mittelloser Medizinstudent keinen Platz hat ...
Meine Meinung:
René Anour ist ein beeindruckender historischer Roman gelungen. Durch die bildhafte Sprache lässt er diese Zeit plastisch auferstehen. Man kann es förmlich riechen, wie der Inhalt der Nachttöpfe aus den Fenstern geleert werden, wie riesig die Kluft zwischen Adeligen und Nichtadeligen ist. Noch ist die Leibeigenschaft nicht wirklich beseitigt. Man spricht nach wie vor ziemlich abstrakt von „Seelen“, wenn man von Bewohnern der Ländereien spricht. Die Bediensteten sind auf Gedeih und Verderb den Arbeitgebern ausgeliefert.
Die Leser erfahren noch einiges an Zeitgeschichte. Ganz unaufgeregt, fast nebenbei, weil schlüssig in die Handlung eingebettet geht es auf den Balkan: Das Osmanische Reich bedrohen wieder die Habsburgischen Lande. Wir erfahren, dass Soldaten nicht nur „angeworben“, sondern auch zwangsrekrutiert worden sind, dass es Jägerbataillone gegeben hat, die sich aus Jägern und Forstarbeitern rekrutiert und im Gebirge gekämpft haben. Zu Recht kann der Kaiser auf seine Tiroler Standschützen stolz sein. So mag ich das! Geschichtsunterricht, ohne dass die Leser das bemerken. Dass Alfred beim Schießtraining nichts (oder nur wenig) trifft, könnte mit einer Fehlsichtigkeit zusammen hängen? Wobei mit den alten Vorderladern (Musketen) auf 300 Schritt zu treffen, ist schon eine große Leistung. Statistisch gesehen haben, bei idealen Bedingungen, nur rund 20% der abgegebenen Schüsse ihr Ziel erreicht.
Lachen musste ich über die Aussage von Helenes Vater (S. 58) “Wäre doch eine Schande, wenn eine prachtvolle Stadt wie Wien für den Genuss dieses scheußlichen Kaffeegebräus berüchtigt würde“. Hier hat er sich gründlich getäuscht. Es sei ihm verziehen!
Für Leser, die sich in der Geschichte Wiens nicht so gut auskennen, gibt es ein Namens- bzw. Personenverzeichnis, in dem historische Personen wie Prof. Auenbrugger als solche gekennzeichnet sind. Außerdem hilft das Glossar, die ungewohnten Wiener Ausdrücke zu übersetzen.
Mir hat der Ausflug in das 18. Jahrhundert sehr gut gefallen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr „Medizingeschichte“ gewünscht, vor allem beim Feldzug. Hier hätte sich ja einiges angeboten - z. B. wie Alfred die schrecklichen Verletzungen überlebt hat. Das ist ja gar nicht so selbstverständlich in diesen Zeiten, in denen man noch nichts über Hygiene, Narkose oder Antibiotika weiß. Aber, das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau.
Gut gelungen finde ich das Cover, auch wenn es nicht den Narrenturm zeigt. Seine Abbildung findet sich bei jeder Kapitelüberschrift.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem opulenten historischen Roman, der im 18. Jahrhundert spielt, 5 Sterne.
Rezensionen von Lesemama:
Gegen schlechte Träume hilft die Wunschtraummuschel
Stella und die Wunschtraummuschel von Karin Schranz-Klippl
Bewertet mit 4.5 Sternen
Zum Buch:
Stella hat Angst vor dem Schlafen, jede Nacht wird sie von Albträumen geweckt. Ihre Mama muss die Tür offen lassen und ein Licht muss brennen. Dann fahren sie in Urlaub an das Meer und Stella findet eine wunderschöne, glitzernde Muschel, die ihr jede Nacht einen Wunschtraum erfüllt .
..
Meine Meinung:
Eine wunderschön illustrierte Geschichte über schlechte Träume und die Angst im Dunkeln. Die Kraft der Fantasie, wie sie nur Kinder haben, versetzt Stella Nacht für Nacht in einen schönen Schlaf. Hatte Stella vor dem Fund der Wunschtraummuschel noch fürchterliche Angst vor dem Alleinsein und den Albträumen, so kann sie mit der Muschel ganz wunderbar, und vor allem alleine, einschlafen.
Ich wünsche jedem Kind die Fantasie und so liebevolle Eltern wie Stella.
Mir gefiel die Geschichte sehr gut, zu Beginn bin ich über ein paar Asudrücke gestolpert, die bei unseren österreichischen Nachbarn wohl normal sind, aber das hat dem Lesevergnpügen keinen Abbruch getan. Die Geschichte ist jedenfalls sehr schön erzählt, gemeinsam mit den zauberhaften Illustrationen eignet sie sich ganz toll zum Vorlesen.
Zum Selberlesen finde ich jetzt die Schriftart etwas schwierig für Leseanfänger, aber für erfahrenere LeserInnen ist es auch zum Selbstlesen prima geeignet.
Kurzum, die Geschichte ist sehr schön. Mir gefiel die Aussage der Wunschmuschel, dass Stella für die schöne Träume selbst verantwortlich ist. Alles in allem eine sehr wunderschöne Geschichte und das nicht nur im Sommer.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein Kinderbuchklassiker, den die Kinder heute noch lieben
Die kleine Hexe: Die kleine Hexe von Otfried Preußler
Die kleine Hexe wünscht sich so sehr, in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mit den anderen Hexen zu tanzen. Doch leider ist sie viel zu jung dafür. Sie ist ja erst einhundert- siebenundzwanzig Jahre alt. Trotzdem schwingt sie sich auf ihren Besen und feiert mit, was natürlich nicht unentdeckt bleibt.
Sie soll bestraft werden, bekommt aber von eine Gnadenfrist und soll bis zur nächsten Walpurgisnacht alle Hexensprüche auswendig lernen und eine gute Hexe werden. Aber wie soll sie das schaffen? Ihr guter Freund, der Rabe Abraxas, unterstützt sie dabei.
Ich denke, es ist bestimmt fast 60 Jahre her, dass ich dieses wunderschöne Buch von der kleinen Hexe geschenkt bekommen habe. Und ich habe sie geliebt. Weil sie ja eine gute Hexe werden wollte.
Nun lese ich die kleinen Geschichten über das arme Mädchen am Markt oder dem Maronimann unseren kleinen Nachbarn vor, wenn sie mal wieder Lust auf eine Geschichte haben und ihre Ersatzoma besuchen. Auch wenn die Sprache für heutige Verhältnisse etwas veraltet daher kommt, stört das in keinster Weise.
Ein Kinderbuchklassiker, den ich und auch die Kinder, denen ich es vorlese, einfach lieben. Ein Buch mit wunderschönen kleinen Illustrationen; über die Freundschaft, mag sie auch noch so ungewöhnlich sein; das die Fantasie anregt; das berührt und zeigt, dass man alles schaffen kann und sich nicht von der Meinung anderer dirigieren lassen sollte.
Rezensionen von rewareni:
Eine Reise ins Ungewisse
Die kleine Hexe: Die kleine Hexe von Otfried Preußler
Heimlich verlässt der 19 jährige Amanaki mit dem Katamaran seines Vaters seine Heimat Tahiti. Er weiß zwar nicht, was ihn erwarten wird, aber er spürt, dass es für ihn die richtige Entscheidung ist, etwas zu wagen und heraus zu kommen aus seiner gewohnten Komfortzone. Schon bald bekommt er in dem verletzten Saphirlori, den er Ari nennt, einen treuen Wegbegleiter, der ihn in so mancher Stunde des Zweifels, der Sorge und auch der Einsamkeit, zur Seite steht.
Auf seiner Reise nach Neuseeland begegnet er der geheimnisvollen Ruby, von der er sich auf eine besondere Art verbunden fühlt, dass sie ein furchtbares Geheimnis mit sich herum trägt, wird er erst viel später erfahren. Ihre gemeinsame Reise nach Japan, wo Ruby die Kirschblüten sehen möchte, wird beide mit Menschen zusammen kommen lassen, die alle ihre eigene Lebensgeschichte haben. Dass dabei viele Freundschaften mit fremden Menschen entstehen, hätten beide nicht gedacht. Dass das Ende ihrer gemeinsamen Reise schon bald bevorsteht, spüren beide und sie genießen die Zeit, die ihnen noch bleibt.
,,Echo der Kirschblüte“ ist der erst zweite Roman des jungen Autors Marcus S. Theis, wo er es wieder geschafft hat den Leser mit seiner Geschichte für sich einzunehmen.
Die Reise von Amanaki und der 29 jährigen Ruby führt nicht nur durch verschiedene Länder, sondern auch durch das Leben vieler unterschiedlicher Menschen. Jeder in dem Roman ist ein Suchender. Sei es nach Abenteuer, nach Hoffnung, nach Anerkennung oder einfach nach dem Sinn des Lebens. Der Autor schafft es dabei immer wieder mit wunderschönen philosophischen Gedankengängen den Leser selbst immer wieder zum Innehalten zu bringen und über das Gelesene nachzudenken.
Seite 88: ,,Denn manchmal muss man sich treiben lassen, um neue Ufer zu entdecken“.
Seite 119: ,, Und ob du eilst oder langsam gehst: Der Weg vor dir bleibt immer derselbe.“
Es ist wirklich erstaunlich, wie es dem Autor gelingt, so tief in die menschliche Seele seiner verschiedener Protagonisten hinein zu blicken und dem Leser dabei das Gefühl gibt, dass man jeden kennen lernen möchte. Er hat aber nicht nur sympathische Personen erschaffen sondern auch in Isamu, einem Yakuza, einen Gegenspieler dargestellt, der in seiner alten Tradition gefangen war, wo Gewalt, Mord und Ehre noch immer gegenwärtig für ihn waren, auch wenn sich der Wandel der Zeit bereits vollzogen hat.
Für Amanaki hat hingegen das Leben mit seiner abenteurlichen Reise erst begonnen. Er ist ein Suchender nach den vielen schönen Dingen des Lebens, die er alle noch kennen lernen wollte. Ihn hat der Autor sehr empathisch und sensibel dargestellt, der im Grunde in jeder Situation wusste, was sein Gegenüber braucht, selbst, wenn es eine fremde Person war.
Ruby hingegen ist im Laufe der Geschichte von ausgeflippt und ruhelos zu einer zuerst verzweifelnden und depressiven Frau zu einer demütigen und lebensbejahenden Person geworden. Ihre Suche nach dem Sinn des Lebens hat sich erst nach vielen Stationen am Ende ihrer Reise herausgestellt. Man hat als Leser gemerkt, dass es für jeden Menschen etwas anderes bedeutet und dass scheinbar unwichtige und für einen anderen unbedeutende Dinge für die betroffene Person, sehr wichtig sein können.
Viele Menschen in dem Roman haben erst durch die Bekanntschaft mit Amanaki ihren Sinn des Lebens gefunden und es war schön zu lesen, wie eine fremde Person jemand anderen uneigennützig hilft und dem Gegenüber Hoffnung gibt und Mut macht, neue Wege zu gehen.
Ich kann einfach nur dem Autor Marcus S. Theis nach seinem ersten Roman ,,Schatten ohne Licht“ auch zu seinem zweiten ,, Echo der Kirschblüte" wieder einmal gratulieren und ich kann mir gut vorstellen, dass seine Fan Gemeinde immer größer werden wird.
Rezensionen von aldo:
konnte mich nicht ganz überzeugen
Wie Frau Krause die DDR erfand von Kathrin Aehnlich
Sowohl Cover als auch Klappentext hatten mich angesprochen, die Leseprobe fand ich ganz gut, so dass ich mir das Buch gekauft habe. Ich war gespannt, wie die Protagonistin die Unterschiede zwischen DDR und BRD herausarbeitet. Leider konnte mich Geschichte nicht ganz überzeugen, teils weil die Handlung zu langatmig war und ihr der Schwung fehlte.
Teils lag es auch am Schreibstil, mit dem ich nicht warm geworden bin. Stellenweise ist die Handlung zum schmunzeln, aber im großen und ganzen konnte mich die Geschichte nicht mitreißen. Ich habe mehrmals eine längere Lesepause eingelegt, was ich sonst nie mache. Schade dass mich das Buch trotz des vielversprechenden Klappentextes nicht überzeugen konnte.
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine kleine Spinne als Einschlafhilfe…
Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht von Diana Amft
kann das gutgehen? Ja. Es geht sogar sehr gut.
Die kleine Spinne Widerlich ist schon so müde. Aber bevor sie ins Bett geht, sagt sie allen ihren Verwandten und Freunden Gute Nacht. Ihren kleinen Hasen im Arm besucht sie Tante Igiitte, Onkel Langbein, Oma Erna, Ihre Freundinnen Mücki und Niesi. Endlich ist sie dann soweit und ihre Mama bringt sie ins Bett und wünscht auch ihr eine Gute Nacht.
Es gibt sehr viele Gute-Nacht-Bücher. Aber dieses liebt unser kleiner Mann, der gerade 15 Monate alt ist, seit ein paar Tagen ganz besonders. Da die Geschichte sehr kurz gehalten ist, eignet sie sich sehr gut, als letzte kleine Nachtlektüre vor dem Einschlafen. Das kleine Pappbilderbuch mit den abgerundeten Ecken und den wenigen robusten Seiten hält er dann auch ganz fest in seinen kleinen Händen, bis er selbst fast eingeschlafen ist.
Die wunderschönen farbigen Illustrationen enthalten so viel Entdeckenswertes. Wir setzen uns auch tagsüber immer mal wieder hin und suchen kleine verspielte Details, zu denen man auch gut selbst kleine Geschichten erfinden kann. Die kleinen Reime zu jedem Bild treten dabei fast schon in den Hintergrund.
Ich selbst mag zwar Spinnen nicht besonders, aber diese kleine Spinne habe auch ich richtig ins Herz geschlossen.
Ein kleines Pappbilderbuch für unsere Allerkleinsten mit wunderschönen Illustrationen und kleinen Reimen. Ein wunderschönes Buch für unser letztes Ritual am Abend.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein sehr interessanter Fall
Schatten der Provence von Lagrange Pierre
Commissaire Albin Leclerc sollte zwar schon einen wohlverdienten Ruhestand genießen, doch er kann sich aus Ermittlungen, die ihn interessieren einfach nicht raus halten. Als es in der Nähe von Carpentras in der Provence einen Überfall auf einen Transporter voller wertvoller Gemälde von Paul Cézanne gibt, die zu eine Ausstellung nach Lyon chauffiert werden sollten, ist sein Interesse geweckt.
Der Überfall geht zwar schief, einige Menschen kommen zu Tode und der eine Gefangene schweigt beharrlich. Mit seinem ureigenen Spürsinn macht sich Leclerc auf die Suche und findet ein Versteck der Kunstgegenstände in dem es noch mehr, vor allem Gemälde gibt. Die Polizisten Alain Theroux und Catherine Castel kommen ganz schön ins schwitzen, da Interpol und Europol Interesse an diesem Fall haben. Und Leclerc, der gerät, als er zu nahe an den Täter heran kommt, selbst in höchste Gefahr.
In diesem 4. Fall, der für mich der erste ist, hatte ich nie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Es wird in kleinen Rückblicken in die vergangenen Fälle das Wichtigste zusammengefasst und schnell bin ich mitten in der neuen Geschichte drin.
Diesmal geht es um Kunstraub der deutschen Nationalisten in den Jahren 1943/1944, wobei wie hier in Marseille die Häuser der wohlhabenden meist jüdischen Familien geplündert und die wertvollen Kunstgegenstände in einem alten Bahnstollen versteckt wurden. Ich erfahre einiges Wissenswertes über die Provence in den dunklen Kriegsjahren und heute, lerne Künstler des 20. Jahrhunderts und ihre Werke kennen.
Alles verpackt in einen spannenden und sehr interessanten Kriminalfall.
Den agilen pensionierten Commissaire Albin Leclerc mit seinem eigenwilligen Humor und seiner fragwürdigen Herangehensweise an diesen Fall habe ich zusammen mit seinem Mops Tyson, mit dem er herrliche Zwiegespräche führt und seine Gedanken teilt, sofort ins Herz geschlossen. Seinen Kollegen Alain Theroux und Catherine Castel geht er mit seinen Ermittlungen gewaltig auf den Senkel, ist ihnen doch immer einen Schritt voraus.
Mit seinem spannenden, unterhaltsamen Schreibstil hat mich Pierre Lagrange sofort gefesselt. Ich erfahre im Prolog schon so ungefähr, in welche Richtung mich dieser Fall führen wird, kann gut mit rätseln, lerne den hoch kriminellen Täter kennen, ohne zu wissen, wer sich dahinter verbirgt und erweitere beim Lesen auch noch meinen Wissensstand über die deutsche Besatzung in der Provence im 2. Weltkrieg.
Ein spannender Krimi mit südfranzösischem Flair und einem interessanten Thema, bei dem ich einen sympathischen Ex-Kommissar mit Hund kennengelernt habe. Ich hoffe, dass sich Leclerc auch weiter einmischt und ich bald wieder bei einem neuen Fall dabei sein kann.










