Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Meine erste Begegnung mit Liv Lammers wird nicht die letzte gewesen sein
Finsteres Kliff von Sabine Weiß; Sabine Weiss
Liv Lammers schätzt es gar nicht, wenn sie bei einem Handballspiel ihres Lieblingsvereines SG Flensburg-Handewitt gestört wird. Diesmal gibt es auf der Insel Sylt einen Toten bei den Hügelgräbern am Morsumer Kliff. Es sieht ganz nach einem blutigen Ritualmord aus. Als auch noch Vanessa, die Freundin des Toten als vermisst gemeldet wird, spitzt sich die Lage zu.
Als Unterstützung der Kripo Sylt müssen nun auch Liv und Ihre Kollegen Bente und Momke auf die Insel.
Da ich in diesem Jahr zum ersten Mal Urlaub auf unserer nördlichsten Nordseeinsel gemacht habe, musste ich dieses Buch einfach lesen und die mir bisher unbekannte Autorin Sabine Weiss kennenlernen. Ich wurde in meinen Erwartungen nicht enttäuscht. Obwohl es mein erster Fall ist, den ich mit Liv Lammers gelöst habe, hatte ich an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben. Trotzdem werde ich die beiden ersten Fälle „Schwarze Brandung“ und „Brennende Gischt“ nun auch noch lesen.
Die Ermittlungen in diesem neuen Fall gestalten sich schwierig. Es gibt sehr viele Verdächtige. Manche können durch ihre Alibis gleich ausgeschlossen werde. Bei Anderen verdichten sich die Beweise. Ich habe immer den Verdacht, dass hier noch einiges verschwiegen wird. Ich blicke lange nicht hinter diesen sehr gekonnt konstruierten Fall. Nach einigen unerwarteten Wendungen dann mit einem Paukenschlag die Auflösung, die ich sehr gut nachvollziehen kann, auf die ich aber so nicht vorbereitet war. Und endlich lässt die hoch angesiedelte Spannung, die sich ab der ersten Seite stetig weiter aufgebaut hat, nach.
In diesem Fall bekomme ich auch Einblicke in die Welt der Wikinger, die Geschichte der Hügelgräber und ihre vergrabenen Schätze. Es gibt auf der Insel einige junge Menschen, die als Wikinger-Fans und Hobbyarchäologen auf der Suche nach diesen alten Schätzen sind. Die vielen Informationen zu diesem Thema haben mir sehr gut gefallen.
Der lokale Kolorit kommt durch den eingestreuten friesischen Sprachgebrauch und Bentes Dänisch sehr gut heraus. Außerdem kann ich das Feuer der Biike prasseln hören, das Salz der Nordsee auf der Zunge schmecken und den Sand unter meinen Füßen spüren. Da ich ja vor Kurzem erst dort war, habe ich einiges wiedererkannt, viele Bilder beim Lesen vor Augen und in Erinnerungen geschwelgt.
Mir gefällt es sehr, wenn ich die ermittelnden Kommissare etwas persönlicher kennenlerne.
Liv, die mit ihrer Großmutter Elisa und ihrer Tochter Sanna zusammen lebt, hat ein inniges Verhältnis zu den Beiden, die aber ohne sie auf dem Festland gut zurecht kommen und hier nur am Rande kleine Rollen spielen. Hier auf der Insel, wo Liv geboren wurde, und wo ihr Vater und ihre Schwester noch leben, holt sie ihre Vergangenheit ein. Ich mochte die Ermittlerin, die ihren eigenen Kopf hat, auch mal eigene Wege geht und sich damit selbst in Gefahr bringt, von Beginn an sehr gern.
Auch die anderen Personen finde ich mit ihren vielfältigen Charakteren sehr gut gezeichnet, menschlich und vorstellbar. Besonders gefällt mir ein Kommissar a.D., der auf eigene Faust in Wikingerverkleidung auf Spurensuche geht.
Mit ihrem leichten, bildreichen und einprägsamen Schreibstil hat mich Sabine Weiss sofort in die Geschichte hinein gezogen. Ich bin ihren falschen Fährten gefolgt, konnte mit rätseln, musste meine Verdächtigen immer wieder laufen lassen. Am Schluss gab´s dann noch eine Überraschung mit der ich so nicht gerechnet hatte.
Das erste Buch von Sabine Weiss wird nicht mein letztes sein. Ich widme mich nun der ersten beiden Fälle und hoffe, dass ich Liv Lammers und ihren Kollegen bald wieder bei einem Fall über die Schulter schauen kann.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Wundervoller christlicher Roman
Unter samtweichem Himmel von Katie Ganshert
Für mich war dies das erste Werk der Autorin Katie Ganshert und es hat mich vollends begeistert. - So sehr, dass ich bereits ihrem nächsten Roman entgegenfiebere.
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Bethany dem kleinen, erdrückenden Kaff Peaks, wo jeder jeden kennt, den Rücken zugekehrt und ein paar Stunden Fahrzeit später ein gänzlich neues Leben in Chicago begonnen hat.
Fortan würde sie nie mehr das arme kleine Mädchen aus dem Trailer-Park sein, sondern eine versierte, selbstbewusste, finanziell erfolgreiche Architektin. Mit ihrer besten Freundin aus Kindheitstagen, Robin, hat sie schon längst nichts mehr zu tun, auch ihre Mutter fehlt ihr nicht – im Gegenteil. Bethany hatte es nicht erwarten können, volljährig zu werden und sich von all dem, was sie jahrelang bedrückt hatte, lösen zu können. Einzig an ihren Großvater Dan denkt sie gelegentlich mit schlechtem Gewissen, mit ihm hatte sie als Kind unvergesslich schöne Stunden auf seiner Farm verbracht. Mitten in ihren hektischen Arbeitsalltag platzt ein Anruf von Bethanys Mutter, der alles verändert. Dan hatte einen Herzinfarkt. Und auch Robin, jene Frau, die ihr einst so nahestand und zu der sie vor Jahren jeden Kontakt abgebrochen hatte, wurde von einem schweren Schicksalsschlag ereilt. So gerne sie es auch vermieden hätte, Bethany gibt ihrem Impuls nach und reist zurück an den Ort, von dem sie einst geflohen war – ein kurzer Pflichtbesuch soll es werden, mehr nicht. Das sollte doch zu schaffen sein, oder? Sie hat jedoch nicht mit der Wärme gerechnet, die das Wiedersehen mit Grandpa Dan in ihrem Herzen auslöst, mit der aufrichtigen Dankbarkeit, die Robin ihr entgegenbringt oder mit dem charismatischen Evan, der seit geraumer Zeit ihrem Grandpa mit der Farmarbeit zur Hand geht…und zu ihrem größten Widersacher zu werden droht.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, die sich äußerst harmonisch ergänzen und in ihrer Abfolge nie verwirrend sind. Insbesondere die Figuren Bethany, Robin und Evan sind außergewöhnlich tiefgründig ausgearbeitet worden und man hat bereits nach kurzer Zeit das Gefühl, sie zu kennen. Auch ihre Dialoge sowie Gedankengänge sind durch und durch authentisch und nachvollziehbar. Der intensive, emotionsgeladene Schreibstil, vor allem in Kombination mit den dramatischen Ereignissen, mit denen die Charaktere allesamt zu kämpfen haben, hat mich mehr als nur einmal zu Tränen gerührt. "Selbst wenn wir alles richtig machen, werden trotzdem Dinge falsch laufen." - Während Robin und Evan aus ihrem Glauben an Gott Kraft ziehen, hat Bethany sich von der Kirche abgewandt…ein Konflikt, der einfühlsam und ohne moralischen Zeigefinger thematisiert wird. Vergebung ist ein zentrales Handlungselement, ebenso Vertrauen – in Gott, in andere Menschen sowie in sich selbst.
Die ländliche Abbildung auf dem wunderschönen Cover (- so bezaubernd, dass es ein Puzzlemotiv sein könnte -) wurde in meiner Phantasie zum Handlungsort (Dans Farm). Einmal mit der Lektüre begonnen, habe ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen können.
Fazit: Ein inspirierendes Werk, das mich zutiefst berührt zurückgelassen hat. Taschentücher bereitlegen!
Rezensionen von Marie aus E.:
Wunderschön illustriert, die Geschichte hat unser Herz leider nicht berührt
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough von Rébecca Dautremer
Das Buch ist optisch eines der Schönsten des Jahres. Großformatig, hochwertig und mit einem dermaßen hinreißenden Cover wollte ich es unbedingt haben.
Innendrin dann die Überraschung, dass der Inhalt nicht (nur) zauberhaft poetisch ist, sondern eben die Lebensgeschichte des Jacominus Gainsborough erzählt, zwar auch mit schönen, aber auch vielen schweren Momenten.
Dementsprechend sind auch die Bilder, Krieg und Tod machen nicht halt.
Ich habe keinen rechten Zugang zu dem Buch bekommen, normalerweise mag ich ernste und komplexe Bilderbücher, die sich auch an Erwachsene richten, hier bin ich von den Illustrationen durchgängig entzückt und angetan (es sind nicht alle niedlich, aber alle großartig), es hat etwas von einem anspruchsvollen Wimmelbuch.
Die Geschichte an sich, hm, es wird zu viel nur angedeutet und sie schafft es einfach nicht, mich zu packen. Ich habe sie nur aus der Distanz verfolgt.
Auch die Kindersicht fiel - obwohl ich meine Meinung nicht kommuniziert hatte - ähnlich aus.
Viel zu viele schwierige Namen, so dass man völlig den Überblick verlor, zu viele schwierige Worte und keine kindgerechte Handlung. Auch wenn die Autorin eingangs schreibt:
"Bist du klein, so werden dir einige Stellen vielleicht rätselhaft vorkommen. Keine Angst, Du kannst ein wenig nachdenken und vieles erraten."
Das stimmt natürlich, aber dazu müsste man erst einen Zugang zum Buch haben und das hat leider bei uns nicht geklappt.
Rezensionen von Bibliomarie:
Unterhaltsam
Schwarzer Nachtschatten von Jürgen Seibold
Maya Ursinius ist Apothekerin mit Leib und Seele. Schon auf der Uni haben sie besonders Heil- und Giftpflanzen interessiert. Doch dann wird ihr Liebhaber vergiftet und Maya gerät in das Visier der Mordkommission. Als kurz darauf noch ein zweiter Giftmord geschieht und es auch hier eine enge Verbindung zu Maya gibt, spürt sie deutlich das Misstrauen, dass ihr seitens der Polizei entgegenschlägt und sie beginnt auf eigene Faust nach Motiv und Täter zu suchen.
Mayas Ermittlungen bringen eine ganze Menge zu Tage und es bleibt nicht aus, dass sie selbst in Visier des Mörders gerät.
„Schwarzer Nachtschatten“ ist ein durch und durch sympathischer Krimi, der in München spielt. Maya ein ebenso netter, wie liebenswerter Charakter. Vielleicht tat ich mich deshalb so schwer, sie mir als die Geliebte eines Weiberhelden und Fieslings vorzustellen, aber nicht in jeder Lebenslage regiert die Vernunft.
Eine weitere, sehr sympathische Figur ist der Ermittler Markus Brodtbeck. Auch er hat, ihm Gegensatz zu seinem Kollegen, erhebliche Zweifel an den Motiven und der Schuld von Maja. Vielleicht sieht er auch deshalb großzügig über ihre Einmischung hinweg und lässt ihr auch schon mal ein paar Bröckchen Information zukommen.
Jürgen Seibold, der sich eine große Fangemeinde mit seinen Allgäu Krimis gemacht hat, bringt hier eine neue Figur an den Start. Der Krimi ist unterhaltsam, auch wenn sich die Spannung im Rahmen hält und hier der urige Humor der Allgäu Krimis fehlt. Aber der angenehme Erzählton und die gelungenen Hauptfiguren sorgen für eine entspannt-spannende Lektüre. Nicht nur der Untertitel, auch das Ende und die Auflösung legen nah, dass Maya bald mal wieder mit Markus Brodtbeck auf Verbrecherjagd geht.
Schade nur, dass das Titelbild gar so düster aussieht.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine sehr detailreiche Biografie Beethovens
Beethoven von Kirsten Jüngling
Diese Biografie gibt uns einen detailreichen Blick auf das Leben Ludwig van Beethovens. Sie bereitet die Leser auf die Flut von Büchern, die zu Beethovens 250. Geburtstag 2020 erscheinen werden.
Ludwig wird 1770 in Bonn geboren. Vater Johann erkennt bald das musikalische Talent seines Sohnes und ermöglicht ihm eine fundierte Ausbildung.
Allerdings ist Johann van Beethoven ein schwerer Alkoholiker. Dass dies in einer Zeit von chronischem Alkoholabusus erwähnt wird, sagt eigentlich alles. Natürlich prägt diese Kindheit einen Menschen. Dazu kommt, dass Ludwig in einer höchst dramatischen Zeit lebt: 1789 Revolution in Frankreich, 1793 werden König Louis XVI. und Königin Marie Antoinette geköpft, bis 1815 überzieht Napoleon ganz Europa mit Kriegen.
Da ist es erstaunlich, dass überhaupt Platz für Kunst und Kultur sein kann.
Ludwig hat nie gelernt mit Geld umzugehen und damit ist er ebenfalls ein Kind seiner Zeit. Schulden machen ist en vogue - Was kostet die Welt? Morgen schon kann alles vorbei sein!
Auch das unstete Leben ist typisch für seinen bürgerlichen Stand und die Epoche. Als Künstler muss er dorthin reisen, wo seine Mäzene leben. Er wird von zahlreichen Adeligen finanziell unterstützt. Er lernt die Créme de la Créme des kulturellen Lebens kennen: Haydn, Albrechtsberger, Salieri, Goethe oder die Brentanos.
Meine Meinung:
Ich mag grundsätzlich Biografien, die viele geschichtliche Details enthalten, die aus Briefen zitieren. Doch das eine oder andere Mal war es mir fast zu viel. Da werden zusätzliche Anmerkungen, die reine Nebenfiguren betreffen, in Klammer oder zwischen Bindestriche gesetzt.
Die aufwändige Recherchen der Autoren und das daraus gewonnene Wissen erschlagen den Leser beinahe. Nicht alles, was der Schriftsteller weiß, muss so detailliert an den Mann (Frau) gebracht werden.
In insgesamt 27 Kapiteln zeichnet Kirsten Jüngling ein eher düsteres Bild des Komponisten.
Der erbitterte Rechtsstreit um die Vormundschaft über seinen Neffen Karl füllt viele Seiten. Hier wird jede Menge Schmutzwäsche gewaschen. Das Motiv, seinem Neffen eine adäquate Erziehung angedeihen zu lassen, erscheint mir hier ein wenig vorgeschoben bzw. dann in einem Justament-Standpunkt zu enden. Gut hat mir gefallen, dass hier historische Details genannt werden, die sonst eher unbekannt wären: Zum Beispiel die unterschiedliche Gerichtsbarkeiten, die eine für die Adeligen, die andere (der Magistrat) für die Bürger.
Die zahlreichen echten oder angedichteten Liebschaften finden zwar Erwähnung, aber ganz erschließt sich mit Beethovens Verhältnis zu den Frauen nicht.
Einigen Lesern wird vielleicht unbekannt sein, dass es so etwas wie das Urheberrecht zu Beethovens Lebzeiten noch nicht gegeben hat. So konnte jeder – auch der Großmeister selbst – bei anderen Komponisten „abkupfern“. Musikverlage konnten die Notenblätter der Werke verkaufen, ohne dass der Schöpfer auch nur einen Cent an Tantiemen erhalten hätte – heute unvorstellbar.
Ähnlich wie das Buch von Eleonore Büning „Reden wir über Beethoven“, hat mir ein wenig die Leichtigkeit in dieser Biografie gefehlt.
Leider gibt es auch eine Reihe von Tippfehlern (z.B. „Geschäftsgebahren“ S.193), die mein Lesevergnügen ein wenig gestört haben.
Fazit:
Eine sehr detailreiche Biografie, der es ein wenig an Leichtigkeit fehlt. Dennoch gebe ich 4 Sterne, denn die viele Recherchearbeiten sollen auch belohnt werden.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hier habe ich etwas mehr erwartet
Haben schon alle abgestimmt? von Eugen Freund
Als der ORF-Moderator Eugen Freund unfreiwillig in die Pension geschickt wird, ist für ihn noch lange nicht Schluss. Er lässt sich als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten Österreichs für die Europa-Wahl 2014 aufstellen und erhält als einer von 18 Vertretern Österreichs einen Sitz im EU-Parlament.
Dieses Buch beschreibt seinen Werdegang zum Politiker und welche Herausforderungen die neue Position nach sich gezogen hat.
Eugen Freund erzählt über seine Erfahrungen manchmal mit Augenzwinkern, manchmal blitzt ein wenig der Frust zwischen den Zeilen durch. Die Bilanz scheint ein wenig durchwachsen zu sein. Auf der einen Seite die unterschiedlichen Interessen der Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bringen und andererseits das Interesse der Menschen in den Heimatländern an der Arbeit der EU-Parlamentarier zu wecken. Als Bewährungsprobe sieht der Autor das Jahr 2015 und seine Flüchtlingssituation, die die Grenzen der europäischen Solidarität deutlich aufgezeigt hat.
Dass es zwischen den Abgeordneten mehr Solidarität als zwischen den Ländern gibt, zeigt die nette Geschichte, wie Freund als Babysitter einspringt, als die Kindesmutter einen Vortrag hält (S.140/141). Wer hätte das gedacht?
Das eine oder andere Schmankerl aus dem Inneren des EU-Parlaments findet sich auch in diesem Buch. Einige Kapitel sind mit einer knappen Seite (Papst-Besuch S. 60) recht kurz, in anderen werden einzelne Reden wortwörtlich abgedruckt.
Fazit:
Ein kurzer Rückblick auf eine Abgeordneten-Periode im EU-Parlament von dem ich mir etwas mehr erwartet habe. Daher nur 3 Sterne.
Rezensionen von Lesemama:
Auftakt in ein neues Leben
Vergiss die Liebe nicht von Marie Force
Zum Buch:
Jack lebt mit seiner Frau Clare und seinen drei Töchter in Newport. Als Clare nach einem Unfall ins Koma fällt, steht Jacks Leben erstmal still. Nach über einem Jahr kehrt er zurück in seinen Beruf und lernt die atemberaubende Andi kennen und lieben. Nach uns nach beginnt er ein neues Leben mit Andi, ihrem Sohn uns seinen Töchtern.
Allerdings steht den Beiden einiges bevor
Meine Meinung:
Außer eine Kurzgeschichte las ich bisher noch kein Buch von Marie Force, war aber von dem Cover sehr angezogen. Im Vorwort schreibt sie, dass dieses Buch eines ihrer Lieblinge ist und ich muss ihr zustimmen. Es ist zwar nicht mein LieblingsBuch, aber es ist eine wunderschöne, berührende Geschichte. Der Autorin gelingt es sehr gut die verschiedensten Charaktere zu schaffen und so viel Gefühl in diese zu packen, dass man regelrecht mitfiebert.
Auch wenn es teilweise schon fast kitschig war, war es eine schöne Story die mich sehr gut unterhalten hat.
Ich möchte gerne den nächsten Teil lesen und erfahren wie es mit der Familie weitergeht. Denn meiner Meinung nach ist die Geschichte noch nicht fertigerzählt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mörderisches Klassentreffen
Hüttenkatz von Kaspar Panizza
Eigentlich kann Steinböck diesem Klassentreffen nicht wirklich etwas abgewinnen. Nach 30 Jahren ein Wiedersehen und noch dazu auf einem Berg, der ihm die Aussicht auf den Gardasee versperrt? Nun gut, er fährt doch, Frau Merkel heimlich im Gepäck.
Die Teilnehmer sind ziemlich überrascht, dass Elias, der seit 30 Jahren als tot gilt, als Initiator des Klassentreffens persönlich auftritt.
Man hat sich einige zu erzählen. Die Wiedersehensfreude währt nicht lange, denn am nächsten Morgen sind Elias und Florian tot. Ermordet in der Sauna. Steinböck und Frau Merkel müssen anfangs ganz ohne das bewährte Team von Emil Mayer jr. und Ilona auskommen, weil ein Unwetter zu einem Stromausfall führt und die Berghütte von der Umwelt abgeschlossen ist.
Zum Glück funktioniert die Materialseilbahn wieder und die Vorhut erscheint in Form von Emil Mayer jr. samt Rollstuhl und dem Kollegen von der Spusi.
Warum wurden Elias und Florian ermordet? Wer ist das eigentliche Opfer, wer der Kollateralschaden? Noch bevor es eine entscheidende Spur gibt, stirbt der nächste Teilnehmer. Ist Steinböck auch in Gefahr?
Meine Meinung:
Autor Kaspar Panizza ist wieder ein kolossaler Regional-Krimi gelungen! Diesmal gibt es noch jemanden, der die Katze sprechen hört, ihre Statements aber nicht wirklich einordnen kann.
Der Krimi besticht durch viele falsche Fährten, Sackgassen und überraschende Wendungen, so dass der Leser ziemlich an der Nase herumgeführt wird. Die Auflösung ist dennoch schlüssig. Obwohl das Setting, einsame Berghütte ohne Verbindung zur Außenwelt und einige Tote schon mehrfach beschrieben worden ist, findet sich die eine oder andere neue Facette.
Wie heißt es doch so nett bei Wilhelm Busch? „Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich.“ Hier müsste es wohl heißen: „Dieses ist die erste und zweite Leich‘ und die dritte folgt sogleich!“ .
Gut gelungen sind wieder die sozialkritischen Aspekte, die hier angebracht sind.
Die Charaktere sind wieder ausgesprochen gut gelungen. Köstlich auch die Szenen mit der Modenschau! Steinböck in Tracht und Frau Merkel, die als „Drogenspürkatze“ eingeführt, einige Personen hektisch am Smartphone herumwischen lässt.
Fazit:
Wieder ein fesselnder Krimi, der mit seinen eigenwilligen Protagonisten punktet. Ich freu‘ mich schon auf Fall 5. Vorab natürlich wieder 5 Sterne für Frau Merkel & Co.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Leseempfehlung
Alles gut?! von Andreas Sator
Ich habe bereits einige Bücher zu den Themen Nachhaltigkeit, Klimakrise, Globalisierung etc. gelesen. Die meisten Autoren haben hierbei einen missionarischen Eifer entwickelt und die Ratschläge sind häufig nicht leicht in den Alltag berufstätiger Frauen integrierbar. Dieses Buch ist anders!
Der junge österreichische Journalist Andreas Sator betrachtet die Dinge von beiden Seiten.
Er hinterfragt neugierig das Wirken von Platzhirschen am Öko-Himmel wie „Fair Trade“. Sind die wirklich so fair zu ihren Vertragspartnern, wie sie uns vorgaukeln? Oder vielleicht doch nur ein „Öko-Schmäh“? Der Autor setzt sich sachlich kritisch mit dem Wirken von NGOs und Entwicklungshilfe auseinander. Er führt dazu pro und kontra an.
In acht Kapiteln beschäftigt er sich auch mit seinem eigenen Einkauf- und Konsumverhalten. Er nimmt es streng unter die Lupe. Nach jedem Kapitel folgt ein Resumée mit folgenden Fragen/Anmerkungen:
Was ich gelernt habe
Wie du dich informieren kannst
Was du machen kannst
Und alles ganz ohne den Lesern ein schlechtes Gewissen einimpfen zu wollen, wie das viele tun.
Die Überschriften zu den acht Kapiteln lauten übrigens:
Beim Einkaufen die Welt retten? Es ist kompliziert.
Ich habe eine Idee: Wie Österreich reich wurde.
Warum es immer noch extreme Armut gibt
Fast alles auf der Welt wird immer besser
Die Politik rette die Welt: Einige Vorschläge
So mache ich im Alltag einen Unterschied
Der Kampf gegen die Klimakrise ist zentral
Und jetzt? Was ich von diesem Buch mitnehme
Bei seinen Recherchen ist er immer wieder auf Widersprüche und Probleme gestoßen, die er auch beim Namen nennt. Dennoch klingt das Buch optimistisch und ermuntert die Menschen einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Der Schreibstil ist eingängig, macht nachdenklich ohne zu belehren. Das möchte ich wirklich nochmals anmerken. Hier gibt es keinen erhobenen Zeigefinger, der die wohlhabenden Menschen verteufelt, weil sie mehr Klamotten kaufen, als sie je brauchen. Ich für meinen Teil, überlege, ob ich wirklich das fünfte schwarze T-Shirt brauche. (wahrscheinlich reichen sogar drei)
Sehr gut gefallen mit die Hinweise auf weiter führende Literatur, die im Anhang aufgelistet sind.
Fazit:
Ein aufschlussreiches Buch für alle jene, die sich fragen, ob sie als Einzelne etwas ändern können? Yes, you can! Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein Elsässer in Paris
Pariser Enthüllungen - Kommissar Sturnis zweiter Fall von Stefan Böhm
In seinem zweiten Fall für den Elsässer Mordermittler Antoine Sturni präsentiert Autor Stefan Böhm gleich mehrere Themen: Zum einem der ambivalente Umgang mit Atomstrom in Frankreich, dem Schicksal der Immigranten und der sehr patriotischen Haltung im Elsass.
Sturni wird von seinem Chef nach Paris „weggelobt“, um in einer Gruppe von verschiedensten Ermittlern eine Untersuchungskommission zu bilden, die einen „Persil-Schein“ für die Atomlobby ausstellen soll.
Denn die Atomkraftwerke in Frankreich sind längst nicht so sicher, wie die Betreiber das den Menschen vorgaukeln (wollen). Für viele Franzosen ist es wichtig, dass der Strom billig und stets aus der Steckdose kommt. Sicherheitsbedenken? Nicht bei uns in Frankreich. Schrottmeiler haben die anderen, die Russen, die Japaner usw.. Dass dem doch nicht so ist, und ausgerechnet das Atomkraftwerk im Elsass ein enormes Sicherheitsrisiko birgt, hat die junge ambitionierte Journalistin Zoé Le Coq herausgefunden. Wenige Minuten nachdem sie Sturni höchst brisante Informationen übergibt, wird sie mit ihrem Auto in die Luft gesprengt. Als dann noch die Untersuchungskommission aufgelöst und die Pariser Mordkommission hier nicht ermitteln darf, ist für Sturni klar, dass die Ermordete im Recht war. Und so begibt sich Antoine Sturni auf eine private Recherche. Mit von der Partie sind die Mitglieder seiner WG Sophia, Saba und Abdel.
Der zweite Handlungsstrang um die algerischen Immigranten Saba und Abdel, die es auf ähnliche Weise nach Paris, der Stadt ihrer Träume verschlagen hat, zeigt die Probleme der illegalen Einwanderer. Besonders Frauen wie Saba sind häufig sexuellen Angriffen durch ihre Arbeitgeber ausgesetzt.
Der dritte Handlungsstrang ist das komplizierte Privatleben Sturnis. Seit einem Jahr geschieden und mit seiner feschen Sekretärin Margeaux liiert, leidet er unter seiner dominanten Mutter Clothilde. Bei einem Besuch von Margeaux und Clothilde, die auch Sturnis Sohn Christian nach Paris mitbringen, kommt es zum Eklat.
Meine Meinung:
Wie schon im letzten Fall wird Sturni ein bisschen hinterwäldlerisch dargestellt, der in der großen weiten Welt verloren wirkt. So ist Antoine aber nicht. Bodenständig ja, er liebt seine Heimat das Elsass sehr und fühlt sich außerhalb anfangs nicht sehr wohl. Er ist durch und durch ein Genussmensch und so kann er über die lukullischen Speisen auch Paris etwas abgewinnen. Trotzdem, ein Gericht mit Elsässer Sauerkraut schmeckt ihm doch noch am besten.
Autor Stefan Böhm erzählt die Geschichte mit feinem Humor und die Eigenarten einzelner Personen lässt die Leser schmunzeln. Clothilde Sturni ist, wie wir aus Band 1 wissen, sehr, sehr bodenständig, und so trägt sie beim Paris-Besuch Elsässer Tracht und wird für eine Touristenattraktion gehalten. Über diese ihre Empörung habe ich herzlich lachen müssen. Sonst ist die Dame ziemlich nervig. Ihre „Jetzt-komm-ich“-Mentalität ist ziemlich überzogen. Mehrmals müssen sich Antoine und der siebenjährige Sohn für Clothilde genieren. Ich hätte sie ja von den Flics abholen lassen.
Lachen musste ich auch über die Abreiseszene und die Bahnreise. Der intensive Geruch des Munster-Käses die Mitreisenden aus dem Abteil vertreibt.
Sehr gut ist die katastrophale Wohnungsnot in Paris geschildert. Da werden klitzekleine Verschläge als Wohnungen vermietet. Denn in Paris entscheidet oft die Adresse, ob man einen Job erhält oder nicht. Eine Innenstadt-Adresse ist hui, eine in den Banlieus pfui.
Einen Stern muss ich trotzdem abziehen: Einiges wird mehrfach wiederholt. Auch wenn wir Leser manchmal mehrere Bücher parallel lesen, können wir uns Informationen merken. Ich hoffe, dass Clothilde im nächsten Fall, auf den ich mich übrigens freue, ein wenig zurecht gestutzt wird. Ihre Auftritte sind mir persönlich zu dominant.
Fazit:
Ein vergnüglicher Krimi mit ernsten Untertönen, dem ich gerne 4 Sterne gebe.











