Kunden em pfehlungen
Rezensionen von jiskett:
Unterhaltsame Lektüre, aber nicht so gut wie Band 1
Cinder & Ella von Kelly Oram
Da "Cinder & Ella" mir sehr gut gefallen hatte und ich unbedingt wissen wollte, wie es nach dem scheinbaren Happy End der Protagonisten weiter ging, war ich sehr gespannt darauf, den zweiten Teil zu lesen. Alles in allem hat das Buch mich auch gut unterhalten, allerdings kommt es für mich nicht an den ersten Band heran.
Anhand der Inhaltsangabe hatte ich erwartet, dass Brians Ruhm der beginnenden Beziehung der beiden Probleme bereiten würde und Ella lernen müsste, damit umzugehen, was ich mir schwierig vorgestellt habe. Dieser Aspekt spielte auch durchaus eine Rolle, zumindest in den ersten Kapiteln, war jedoch bei weitem nicht so wichtig, wie ich gedacht hätte. Das fand ich schade, da ich nach den Ereignissen im ersten Band wirklich neugierig darauf war zu sehen, wie es Ella gelingen würde, sich an das Leben mit einem Prominenten und der damit verbundenen Aufmerksamkeit zu gewöhnen. Die eigentlichen Konflikte waren zwar interessant und stimmig, doch dieser Aspekt hätte noch mehr herausgearbeitet werden können. Außerdem fand ich es schade, dass zu Beginn des Buches alles recht ausführlich erzählt wurde, es nach einem gewissen Punkt dann aber größere Zeitsprünge gab, da ich so das Gefühl hatte, wichtige Entscheidungsprozesse und Entwicklungen beinahe nur nebenbei erzählt zu bekommen.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich auch hier wieder sehr gut lesen und es war auf jeden Fall schön, die liebgewonnenen Charaktere - vor allem Cinder und Ella - wiederzusehen. Die Darstellung der Romanze der beiden hat mir gut gefallen und es kam mir realistisch vor, dass die beiden sich zum einen sehr nahe waren, sie aber immer noch Probleme hatten und sich in mancher Hinsicht besser kennen lernen mussten. Auch, wie sie jeweils individuell mit der Beziehung umgegangen sind und welche Erwartungen sie aneinander gestellt haben, kam mir glaubwürdig vor und es hat definitiv zum jeweiligen Charakter der beiden gepasst. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Liebesgeschichte teilweise zu sehr hinter Ellas persönliche Entwicklung zurücktrat, und das fand ich schade. Ellas Geschichte in diesem Band ist auf jeden Fall unglaublich wichtig und es war definitiv bedeutsam, wie die Autorin mit ihren Problemen umgegangen ist. Da es die Geschichte von Ella _und_ Brian ist, hätte ich es jedoch schön gefunden, wenn auch er einen eigenen, individuellen Handlungsstrang bekommen und selbst etwas mehr im Vordergrund gestanden hätte.
Davon abgesehen hat das Buch mich, wie bereits erwähnt, gut unterhalten. Ich war vielleicht nicht mit allen Entwicklungen hundertprozentig glücklich, einige Aspekte kamen mir übertrieben vor und der Fokus auf ein paar gewissen Punkten war mir etwas zu groß, aber Oram hat die Figuren wieder gut ausgearbeitet und auf jeden Fall gezeigt, wie gut sie zusammen passen und dass sie gemeinsam viel erreichen können. Ich hatte zwar erwartet, dass die Handlung sich anders entwickeln würde, doch letztlich fand ich die Geschichte trotz der genannten Kritikpunkte schön und durchaus interessant. Auch die Konflikte waren überzeugend und ich mochte, wie sie aufgelöst wurden, selbst wenn es mir teilweise zu schnell ging. Aus diesem Grund vergebe ich 3,5 Sterne.
Rezensionen von Gluecksklee:
Spannendes Kino in Buchformat
Cold Storage - Es tötet von David Koepp
Der Name David Koepp war mir bisher noch nicht bekannt - weder im Zusammenhang mit den Film Jurassic Park oder Panic Room, noch als Drehbuchautor oder Regisseur. Aber man merkt "Cold Storage" definitiv an, dass sich der Mann mit dem Aufbau und dem Halten von Spannungsbögen, Action und dem Erzählen von Geschichten auskennt.
Zu Beginn hatte ich zwar ein wenig das Gefühl, dass sich die Handlung ziehen würde - die Einführung von Cordyceps novus kam mir ein wenig zu ausgedehnt vor, war aber im Nachhinein betrachtet genau richtig. Man bekommt ein Gefühl für die Charaktere Roberto und Trini, die auch im weiteren Verlauf der Handlung noch eine Rolle spielen werden. Zum anderen begreift man, wie genau dieser gefährliche Pilz agiert, der Jahre später die gesamte Menschheit bedrohen könnte.
Aber die gefühlte Länge beim Lesen war leider zu Beginn des Buches vorhanden, sodass ich leider einen Stern abziehen muss.
Ansonsten habe ich an dem Buch nichts auszusetzen. Wie bei einem guten Actionfilm baut der Autor nach der Einführung schnell einen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende gehalten wird. Die Charaktere werden mit genug Informationen vorgestellt, sodass man sich mit ihnen identifizieren oder eine entsprechende Abneigung gegen sie entwickeln kann. Man fiebert mit den "Guten" mit und bangt um das Ende der Geschichte. Auch die Entwicklung der Beziehung der einzelnen Protagonisten untereinander wird ausreichend behandelt und trägt zur Unterhaltung bei.
Von mir erhält "Cold Storgage" daher vier Sterne und eine Leseempfehlung. Das Buch ist spannend bis zum Schluss, ich konnte es ab dem zweiten Drittel gar nicht mehr aus der Hand legen. Hoffentlich schreibt David Koepp noch viele weitere spannende Bücher.
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Nahezu perfekt
Perfectly Broken von Sarah Stankewitz
Als Brooklyn Manchester verlässt, will sie nur eines: mit ihrer schmerzhaften Vergangenheit abschließen und den Tod ihrer großen Liebe verarbeiten. Die neue Wohnung in Bedford ist ihre letzte Rettung. Sie sieht sogar darüber hinweg, dass ihr Apartment durch eine Tür mit dem Schlafzimmer ihres Nachbarn Chase verbunden ist.
Immer wieder dringen Geräusche und Gesprächsfetzen durch die verschlossene Tür, und Brooklyn erfährt viel über Chase. Sie fühlt sich von dem Fremden, dem sie noch kein einziges Mal begegnet ist, auf unerklärliche Weise angezogen. Als Chase dann beginnt, ihr Nachrichten zu schreiben und ihr auf dem Klavier ihr Lieblingsstück vorzuspielen, gerät Brooklyn in einen Strudel aus widersprüchlichen Gefühlen: In ihr kämpft die Anziehung zu einem Fremden mit ihrem eigenen Widerstand. Denn sie hatte ihr Herz für immer einem anderen versprochen …
Das Buch, die Geschichte, hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich liebe Brooklyn und Chase, sie passen so gut zusammen. Ok, ich gestehe, manchmal war es fast zuviel des guten, es war kitschig, aber es ist definitv eine berührende Geschichte.
Ich liebe es einfach, wenn es so romantisch und dennoch auch prickelnd und erotisch ist. Eine sehr schöne Story, ein Buch fürs Herz.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ich liebe dieses Buch! Achtung: Suchtpotential!
Weihnachtsküsse und Schneegestöber von Lewis Emily
Für mich kam Weihnachten dieses Jahr schon etwas früher – nämlich mitten im Herbst, als ich dieses wundervolle Werk der Autorin Emily Lewis lesen durfte! Sooooooo schön!!
Ihren 18. Geburtstag hatte sich Vanessa, die gemeinsam mit ihrem Bruder Vigo nach dem Tod der Eltern von ihrer Oma Katrina großgezogen worden war, gewiss anders vorgestellt.
Ihr Freund hatte sich mit einer fadenscheinigen Ausrede vor ihrer großen Geburtstagsfeier gedrückt, um eine Andere zu treffen. Ihr Bruder ist auch nicht viel besser und hat seine Beziehung zu Vanessas Wunsch-Schwägerin aufs Spiel gesetzt, die ihn nun beherzt vor die Tür gesetzt hat. Und Grandma Katrina, die ansonsten stets die Ausgeglichenheit in Person ist, sieht plötzlich rot, als Vanessa sich für ihre Geburtstagsreise ausgerechnet Cambridge aussucht – jenen Ort, den ihre Eltern so geliebt hatten. Hat dies womöglich mit der fünfzig Jahre alten Postkarte zu tun, die Nessie auf dem Dachboden ihrer Oma entdeckt hatte...? Einmal in Cambridge angekommen, trifft sie auf einen unerwarteten Mitbewohner in der angemieteten Wohnung: den charismatischen und unverschämt gutaussehenden Trevor, der vom ersten Augenblick an ihren Herzschlag beschleunigt. Er bietet sich nicht nur als Vanessas persönlicher Reiseführer an und organisiert eine unvergessliche (und höchst romantische) Tour durch das winterlich verschneite Cambridge für sie, sondern erklärt sich zudem bereit, Vanessa hinsichtlich der geheimnisumwobenen Postkarte zu unterstützen: gemeinsam wollen sie den Absender ausfindig machen. Die Frage ist nur, wie Grandma Katrina reagieren wird, sollten sie den besagten Herrn tatsächlich finden. Und: warum geht Trevor plötzlich auf Distanz, nachdem er zuvor so ungezwungen mit Nessie geflirtet hatte?
Ich weiß gar nicht wohin mit mir vor lauter Begeisterung über diese berührende, absolut mitreißende Weihnachts-Love Story! Die Geschichte strotzt nur so vor liebenswerten Charakteren, die einem bereits nach kurzer Zeit ans Herz wachsen. Ob Haupt- oder Nebenfiguren, sie alle sind so facettenreich, tiefgründig und schlichtweg angenehm, dass man sich am liebsten in den nächsten Flieger setzen und sie in Cambridge bei ihren Abenteuern begleiten würde. Katrina – eine durch und durch goldige Person, wie man sie sich nur als Oma wünschen kann – hat mich in vielen ihrer Gesten oder Aussprüchen an meine eigene Omi erinnert. Auch ihre Jugendfreundin Georgina ist der Knüller! Vigo, der Schlawiner, hat das Herz am rechten Fleck hat; man kann ihm einfach nicht böse sein. Vanessa ist eine bewundernswert charakterstarke junge Frau und hat mich mit ihrer Gewissenhaftigkeit, ihrer Schlagfertigkeit und ihrem aufrichtigen Wesen immer wieder vom Hocker gerissen. Ein klasse Vorbild für junge Mädchen und die perfekte Hauptfigur! Und dann gibt es da noch Trevor, der unter Garantie die Herzen vieler, vieler Leserinnen zum Schmelzen bringen wird… (Ich sage nur: beinahe schon Mr. Darcy-Level!) Ein Traumtyp!
Die auf zwei Zeitebenen aufgeteilte Handlung (Vanessa in der Gegenwart, ihre Grandma in der Vergangenheit) ist stimmig aufgebaut und so logisch strukturiert, dass jegliches Durcheinanderkommen ausgeschlossen ist. Besonders gefallen hat mir, dass der kreative, humorvolle Schreibstil immer zeitgemäß ist und die Autorin es schafft, authentische Dialoge herbeizuzaubern, ohne sich nervigen Jugendslangs zu bedienen. Die Beschreibungen von Cambridge sind so realistisch und einladend, dass man komplett in die Story eintaucht. Es kommt ja oft vor, dass in Romanen z.B. ein Stadtbummel beschrieben wird und häufig wird dies dann mit wenigen Sätzen abgehandelt; die berühmtesten Sehenswürdigkeiten werden mal eben erwähnt und fertig – hier ist das zum Glück ganz und gar nicht der Fall! Ich hatte nach der Lektüre wirklich richtig Lust auf eine Reise nach Cambridge! Und auch das Thema Weihnachten kommt nicht zu kurz, speziell die Feiertage sind ein zentrales Element der Handlung.
Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich werde nicht nur recherchieren, welche weiteren Werke sie bisher veröffentlich hat, sondern hoffe auch ganz fest auf einen Folgeroman (vielleicht über Vigo und Malou?) bzw. auf ein Wiedersehen mit den Figuren. Auf jeden Fall gehört "Weihnachtsküsse und Schneegestöber" ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern!
Fazit: Eine bezaubernde Geschichte voller Weihnachtsflair, ganz viel Herzklopfen & mit Figuren, in die man sich verlieben könnte! Dieses Buch macht einfach glücklich und gehört auf jeden Wunschzettel!
Rezensionen von div:
grandioser Thriller - nur für starke Nerven
Der Fund von Aichner Bernhard
Der Schreibstil ist ungewöhnlich - macht aber das Buch für mich gerade deswegen so toll gelungen/interessant.
Von Anfang an gibt es einen sehr hohen Spannungsbogen der das ganze Buch hindurch aufrecht gehalten werden kann - das Ende selber ist überraschend (aber dennoch logisch und schlüssig, was mir persönlich immer besonders wichtig ist).
Der Ermittler hat mir besonders gut gefallen - mit seiner Art war er mir sehr sympathisch.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein Volltreffer des Autors geworden - wenn man den Autor bereits kennt, weiß man auch was man zu erwarten hat (hinsichtlich Schreibstil und Details).
Ich freue mich schon auf weitere Bücher des Autors.
Rezensionen von Bibliomarie:
Einatmen-Ausatmen-Weiterleben
Laufen von Isabel Bogdan
Laufen – die Trauer und den Schmerz einfach weg laufen. Das ist die Motivation der Protagonistin, einer Orchestermusikerin, wieder mit dem Laufen anzufangen. Der physische Schmerz überdeckt den psychischen. Sie konzentriert sich nur auf ihren Körper und den Schmerz, mehr gesteht sie sich nicht zu.
Und wie sie läuft. Ihr Atemrhythmus- zwei Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen prägt den inneren Monolog. Im selben Takt setzt Isabell Bogdan ihre Sätze: ein ein aus aus aus aus. Je länger sie läuft, je mehr ihr Körper aushält, umso mehr kann sie sich den Erinnerungen öffnen. Ihre Gedanken schweifen, schmerzhafte Erinnerungen wechseln sich mit schönen Eindrücken, Wut bricht sich Bahn.
Allmählich erfahren wir den Grund für ihren Schmerz, ihr Lebensgefährte ist tot. Sie ist Witwe und darf sich nicht Witwe nennen, seine Eltern vereinnahmen ihn auch nach dem Tod. Für sie bleibt nichts als ein paar alte Schlafanzüge, an die sich klammert.
Wie lange darf man trauern? Wann muss man wieder funktionieren, wie es Familie und Freunde erwarten? Hätte man nicht schon früher etwas merken müssen, wie es dem Lebensgefährten geht? All diese Fragen stellt sich die Läuferin und ich als Leserin dringe immer tiefer in die Geschichte dieser Beziehung ein, ihrer Höhen und Tiefen und erkenne allmählich die Grund für den Schmerz der jungen Frau, der weit über die Traurigkeit über den Verlust hinausgeht.
Doch mit jedem gelaufenen Kilometer befreit sich die Läuferin auch aus ihrer inneren Isolation, ihre Gedanken schweifen beim Laufen immer mehr in die Gegenwart und in eine Zukunft. Wie ihr Körper, so hat auch ihre Seele irgendwann den Schmerz besiegt.
Was für eine atemlose Geschichte, ich spürte beim Lesen wie ich mich dem Atemrhythmus der Protagonistin anpasste. Das „Ein ein aus aus aus aus“ hat sich auf mich übertragen. Der innere Monolog, die mäandernden Gedanken der Läuferin haben mich gefangen genommen. Ich kannte Isabell Bogdan, aber dieser atemberaubende Text hat mich absolut überrascht.
Rezensionen von Meli:
Spannend und erfrischend direkt
Ophelia Scale - Der Himmel wird beben von Lena Kiefer
Enthält Spoiler zum Vorgänger!
Diese Fortsetzung steht dem Vorgänger in nichts nach und wem Band 1 gefallen hat, dem wird auch dieses Buch sicher gefallen. Das Spionage-Motiv zieht sich auch durch dieses Buch und dadurch entsteht eine Parallele zum Vorgänger und sie haben einen ähnlichen Aufbau.
Diese konstante Struktur sorgt dafür, dass auch direkt die Gefühle von Ophelias vorheriger Spionage wieder aufkommen und der Einstieg, beziehungsweise die Rückkehr in Ophelias Welt, sehr leicht fällt, auch wenn man - wie ich - das Ende vom Vorgänger nur noch grob im Gedächtnis hat.
Mir hat auch Ophelia in diesem Buch besser gefallen als zuvor, da ich sie im ersten Buch ja noch ziemlich arrogant fand. Inzwischen bildet sie sich aber endlich ihre eigene Meinung, hinterfragt ihre Aktionen und deren Auswirkungen - und passt das auch nicht viel besser zu diesem eigentlich so intelligenten Charakter? Mit ihren neuen Erkenntnissen passt sie auch nicht mehr so ganz zu ihrem früheren Team von ReVerse, aber da sie nach ihrem Verrat auch nicht mehr zurück zu den Schakalen kann, ist sie etwas einsam, aber ihre Mission beschäftigt sie eigentlich gut genug, sodass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, um sich Gedanken um ihre Gefühle für Lucien zu machen. Ihre Gefühle waren schließlich nicht gespielt, aber zwischen ihnen ist es einfach zu kompliziert und das bereitet ihr nur Herzschmerz.
Was mir wieder ganz gut gefiel, ist, dass sich das Buch nicht an die nervigen Klischees hält. Um wichtige Punkte wird nicht hundert Jahre herumgeschlichen und man kommt schnell zum Punkt. Das ist effizient und auch ernüchternd (weil man ja schon nicht mehr damit rechnet, dass Charaktere tatsächlich vorankommen) und ich mochte es, dass sich das Buch auf seine eigene Geschichte verlässt, um Spannung zu erzeugen, und sie nicht künstlich verlängert. Ich finde das sehr erfrischend und das ist auch einer meiner Lieblingspunkte an dieser Reihe.
Fazit
Insgesamt hat mir "Ophelia Scale - Der Himmel wird beben" wieder ziemlich gut gefallen, da ich inzwischen auch Ophelia viel besser leiden kann, und ich freue mich schon auf den Abschluss, der hoffentlich noch ein paar Überraschungen bereithält!
Rezensionen von LEXI:
Der Glaube an die Unsterblichkeit
Unsterblich von Lena Kiefer
Der Glaube an die Unsterblichkeit
„Ich glaube nicht, dass die Sterblichkeit der größte Makel der Menschheit ist. Der größte Makel der Menschheit ist ihre grenzenlose Überheblichkeit.“
In einer Dschungelklinik im Amazonasgebiet werden gefährliche, streng geheime Experimente durchgeführt.
Das vorrangige Ziel eines Großprojekts der Europäischen Kommission namens „Human Brain Project“ ist es, künstliche Intelligenz zu erschaffen. Eine Organisation, bestehend aus skrupel- und gewissenlosen Menschen, schreckt auch vor Entführung, Folter und Mord nicht zurück, man geht buchstäblich über Leichen. Als die deutsche Studentin Mirja Roth die Gelegenheit zu einem Auslandspraktikum in besagter Klinik in Brasilien ergreift, ahnt sie noch nicht, dass sie sich dadurch in Lebensgefahr begibt. In höchster Not kontaktiert sie ihren Bekannten Raven Adam und bittet ihn um Hilfe. Der sympathische Pflegehelfer und Freerunner war ebenso wie sein kürzlich verunglückter Bruder Julian in Mirja verliebt und setzt nun alles dran, der jungen Frau zu helfen. Doch er merkt rasch, dass alle Menschen, die Kontakt mit Mirja hatten, plötzlich spurlos verschwinden. Sowohl für Mirja, als auch für Raven, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – denn die Organisation versucht, ihre Machenschaften um jeden Preis geheim zu halten.
Thomas Franke erzählt in seiner aktuellen Neuerscheinung die atemberaubende Geschichte eines wissenschaftlichen Experiments skrupelloser Wissenschaftler, die sich durch eine in Aussicht gestellte Unsterblichkeit hohe Profite erhoffen. Der Roman wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Prolog startet im Februar des Jahres 2016 in Berlin, die Schauplätze der Handlung sind abwechselnd die Dschungelklinik in Brasilien im Jahre 2023, sowie das Umfeld des Raven Adam in Berlin 2024. Dazwischen findet man immer wieder Rückblenden in in Form von implantierten Erinnerungen einer gewissen „Elly“. Während in Brasilien der reiche Wissenschaftler Dr. Philip Morgenthau, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Neurologie und Neurochirurgie, und sein Kollege Dr. Michael Krüger für die Aktivitäten der Stiftung verantwortlich zeichnen, agieren in Berlin der seit dem Tod seines Bruders traumatisierte Raven Adam sowie eine schwer durchschaubare attraktive Hackerin namens Leela als Hauptfiguren der Handlung. Die einzelnen Kapitel enden meist mit einem Cliffhanger – ein Faktor, der erheblich dazu beiträgt, den Spannungsbogen konstant hoch zu halten.
Die einzelnen Charaktere sind überzeugend ausgearbeitet, das Hauptaugenmerk liegt auf den Protagonisten Mirja und Raven. Zahlreiche Nebenfiguren bereichern die Handlung, einige von ihnen konnte ich lange Zeit nicht einschätzen - ob Freund oder Feind stellte sich manchmal erst im Verlauf des Buches heraus. Meine größte Sympathie galt der alten Dame Eleonore von Hovhede, die sich als eine der Schlüsselfiguren dieses Romans entpuppt. Ihre kluge und freundliche, aber dennoch unnachgiebige Art sowie ihr tiefer, unerschütterlicher Glaube haben mich berührt. Auch die hübsche Leela, deren widersprüchliches Verhalten mich an mancher Stelle stutzig machte, wurde rasch zu einer meiner liebsten Nebendarstellerinnen.
Der sprachlich-stilistische Aufbau dieses Buches hat mir sehr gut gefallen. Dem hohen Spannungsfaktor und der mitreißenden Handlung ist es zudem geschuldet, dass man diesen über 550 Seiten umfassenden Roman kaum aus der Hand legen kann. In atemloser Neugier heftete ich mich gedanklich an die Fersen von Mirja und Raven und versucht an ihrer Seite, den gnadenlosen Verfolgern zu entkommen und dem tödlichen Geheimnis auf den Grund zu gehen. Thomas Franke zeichnet ein äußerst einnehmender Schreibstil aus, ich bedauerte lediglich die vermehrte Verwendung derber Ausdrücke im Buch – ein Faktor, den ich persönlich grundsätzlich ablehne und den ich vor allem bei Büchern aus christlichen Verlagen enttäuschend finde.
Fazit: Mit seiner Neuerscheinung wagte der Autor sich an ein neues Genre und hat - für meinen persönlichen Lesegeschmack – mit „Unsterblich“ sein bislang bestes Buch geschrieben. Als begeisterter Leser von Spannungsromanen und großer Fan christlicher Romane stellt dieses Werk für mich die perfekte Kombination aus Abenteuer und Glaube dar. Einzig die reichliche Verwendung von Schimpfwörtern vermochte mein Lesevergnügen ein klein wenig zu trüben… wirklich schade, denn dieses Buch wäre ansonsten auf der Stelle zu einem meiner größten Highlights dieses Lesejahres avanciert.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!
Rezensionen von Ele:
Warum bist du nicht endlich mal glücklich
Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy
Es wird Zeit, Frauenroman von Ildikó von Kürthy, 320 Seiten, erschienen im Wunderlich-Verlag.
Eine Geschichte von Schuld und Freundschaft, vom Älterwerden und vom Jungbleiben, es geht um die Heimat, die Liebe und den Tod und darum, dass am Ende nichts verlorengehen kann.
Die 50jährige Zahnarztgattin Judith Rogge hat schon fast 30 Jahre mit einer Lüge gelebt.
Nun ist sie unterwegs in ihre Heimat, im Gepäck die Urne ihrer verstorbenen Mutter, die in ihrem Heimatort eine letzte Ruhestätte finden soll. Außerdem will sie ihr Elternhaus verkaufen. Plötzlich verändert sich ihr ganzes Leben. Ihre beste Freundin Anne ist todkrank. Ihre Jugendliebe macht ihr ein unmoralisches Angebot, ihre Söhne sind erwachsen und ihr Mann schnarcht. Ist es zu spät, noch einmal neu anzufangen?
Das Buch gliedert sich in übersichtliche Kapitel in der idealen Leselänge, die mit einem zusammenfassenden Titel überschrieben sind. Dazwischen bunte Zeichnungen von Peter Pichler, die mir ausnehmend gut gefallen haben. Die Autorin bedient sich des Erzählstils in der Ich-Form aus Sicht der Protagonistin, somit sind deren Gefühle und Gedanken dem Leser verfügbar, dadurch entsteht die Möglichkeit jederzeit ganz nah dran am Geschehen zu sein. Tagebucheinträge und Briefe sind kursiv dargestellt und sofort erkennbar.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und mich gut unterhalten, doch dieses Werk hat mich leider enttäuscht. Richtig genervt war ich von der Protagonistin ein übertherapiertes Luxusfrauchen mit zu viel Zeit zum Jammern, bezeichnend für ihre Einstellung sind wohl folgende Sätze auf S.51: „Ich bin verlassen worden. Erst von meinen Kindern und jetzt von meiner Mutter. Nur mein Mann, der bleibt, ausgerechnet. Undankbar, obwohl sie sich nie zwischen Arbeit und Kindern zerreiben musste, in einem schönen Haus und sonstigem Luxus lebend, mit Zugehfrau, ohne materiellen Sorgen und viel Zeit sich selbst zu bedauern. Dabei hat ist ihr Mann immer gut zu ihr gewesen. Obwohl ihre Freundin Anne um ihr Leben kämpfen muss, sind ihr die eigenen kindischen Sorgen und Nöte am wichtigsten. Dazu passend ihr bester Freund Erdal, die gleiche „Dramaqueen“, nur in männlich. Die Szene bei der Fernsehpreisverleihung die sie zusammen mit Erdal besuchte und für beide in der Notaufnahme endete fand ich hanebüchenen Klamauk. Meine Lieblingsfigur war Anne, eine starke Frau trotz ihrer Krankheit. Gestört hat mich auch, dass die Szenen oft abrupt wechselten, dass ich nicht mehr wusste wo sich die Geschichte aktuell abspielt. Mir war auch ein Rätsel warum Ehemann und Söhne von Judith nicht bei der Beerdigung der Oma dabei waren. Nicht immer waren der Plot und die Handlungen der Charaktere für mich nachvollziehbar. Die Handschrift der Autorin konnte ich zwischendurch jedoch immer wieder erkennen, z.B. in Lebensweisheiten die von Kürty mit auf den Weg gibt, manchmal musste ich schmunzeln und auch laut lachen, am Ende aber auch weinen. Der Epilog ist der Autorin gut gelungen. Was die Ängste der Protagonistin, z. B. um ihre Kinder betrifft konnte ich sogar meine eigenen Gefühle darin wiederfinden. Das Zitat auf S. 38: „ Wer keine Angst hat, der hat bloß zu wenig Phantasie“, habe ich mir notiert. Ergibt von mir gutgemeinte 3 Sterne.
Rezensionen von Streiflicht:
Unfassbar spannend
Zimmer 19 von Raabe Marc
Dieses Buch ist der Nachfolger des Buches "Schlüssel 17", das mich sehr gut unterhalten und mitgerissen hat. Daher war klar, dass ich auch dieses Buch wieder lesen muss. Und trotz meiner wirklich hohen Erwartungen bin ich begeistert. Es ist ja immer schwierig, wenn man ein Buch sehr mochte und dann der Nachfolger kommt, aber hier hat es wunderbar geklappt.
Der Autor kombiniert erneut geschickt die Lebensgeschichte der Hauptfigur mit dem spannenden Kriminalfall, der mehrere schreckliche Morde mit sich bringt. Wieder erfährt man als Leser und damit auch Teilnehmer einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Es ist spannend und grausam, interessant und immer wieder fragt man sich, wie es solche Menschen geben kann und hofft auf ein gutes Ende! Man sollte die Bücher in der richtigen Reihefolge lesen, da das hier durchaus eine Rolle spielt, sonst gibt es von meiner Seite keine Einschränkungen!











