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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Claudia R:

Mut sich den Ängsten zu stellen ...

Talisman und die blauen Rätsel von Miriam Rademacher

Klappentext:

Gutmütig, eigensinnig, feinfühlig und schlau: So ist das Islandpferd Talisman. Der Rappschecke ist die Attraktion auf dem Jansenhof im emsländischen Werpeloh. Dort bieten die Hofbesitzer Britta und Sören »Mutmach-Ferien« an – Kinder wie Cordula, Lars-Olaf und Katla sollen in dieser Zeit ihre Ängste überwinden.

Und Talisman hilft ihnen dabei.

Aber Britta und Sören haben ein Geheimnis. Und schon bald merken die Kinder, dass auf dem Hof seltsame Dinge vor sich gehen. Warum werden sie gleich zu Beginn in einen abgelegenen Wacholderhain gebracht? Wieso ist Musik aus dem Keller des Hauses zu hören? Und wohin verschwindet die Milch, die kurz zuvor noch in der Küche stand?

Cordula, Lars-Olaf und Katla brauchen viel Mut, um den Geheimnissen auf den Grund gehen. Bald schon stoßen sie auf die blauen Rätsel. Doch ohne Talismans Hilfe lassen sich diese nicht lösen …

Cover:

Das Cover wirkt etwas düster und verbreitet damit eine gewisse Spannung. Es sind drei Kinder und ein Pferd auf dem Cover erkennbar mit einem sehr erschrecktem und überraschendem Gesichtsausdruck. Man sieht, dass sich das ganze bei Nacht abspielt, da vor allem auch der Hintergrund sehr dunkel ist und ein großer Mond erkennbar ist. Das Cover macht auf jeden fall neugierig.

Meinung:

Dies ist der erste Teil einer neuen und sehr spannenden Kinderreihe auf dem Jansenhof.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und locker. es lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und auch die Überschriften passen sehr gut zu den einzelnen Kapiteln.

Besonders gut hat uns auch die Vorstellung der einzelnen Charaktere gleich ganz zu Beginn gefallen. Da bekommt man einen ersten Eindruck über die einzelnen Personen. Und dann geht es auch schon gleich richtig los. Das Abenteuer beginnt auf dem Jansenhof, auf dem die Hofbesitzer Sören und Britta "Mutmacher-Ferien" anbieten. Kinder wie Cordula, Katla und Lars-Olaf sollen dort lernen ihre Ängste zu überwinden und das Pferd Talisman soll ihnen dabei helfen. Doch es geschehen seltsame Dinge auf dem Hof und um dem Geschehnissen und dem Geheimnis auf dem Grund zu gehen, nehmen die Kinder all ihren Mut zusammen und stoßen schon bald auf die blauen Rätsel... ob sie es schaffen werden und wie ihnen Talisman dabei hilft, wird jedoch an dieser Stelle noch nicht verraten.

Besonders ab der Hälfte des Buches nimmt das Abenteuer und die Spannung noch mal rasant zu und das Tempo wird nochmal zusätzlich gesteigert. Man kommt daher sehr gut und schnell voran. es liest sich sehr angenehm und spannend und man möchte zu jeder Zeit wissen, wie es weiter geht und was noch alles passiert. der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und die Geschichte ist sehr unterhaltsam und verbirgt auch den ein oder anderen Nervenkitzel.

Die Charaktere, sind jeder für sich, sehr gut ausgearbeitet und beschrieben. Besonders gut und sympathisch fand ich Cordula und auch Talisman hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Neben der sehr spannenden und abenteuerlichen Geschichte, bei der man richtig mitfiebert und auf der Suche nach den nächsten Hinweisen ist, birgt diese Geschichte noch mehr in sich. Denn vor allem spielen hier auch die Ängste und die Bewältigung von Ängsten eine wichtige Rolle und da kann auch manch ein Erwachsener noch einiges wichtiges Lernen. Denn so erfährt man, dass es wichtig ist, sich seinen Ängsten zu stellen.

Diese Mischung aus sozialen, psychischen Interaktionen und einer spannenden Abenteuer Geschichte, bei der man noch etwas lernt, finde ich sehr gut gelungen und angesetzt.

Sehr toll fand ich auch die kleinen Illustrationen, die hin und wieder auftauchen und dabei nicht im Übermaß erscheinen, sondern das Buch und die Geschichte sehr gut abrunden.

Ein rund um gut gelungenes Buch. Mit einem tollen Schreibstil, einer spannenden und lehrreichen Geschichte, tollen Charakteren und schönen Illustrationen. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen.

Fazit:

Spannendes und lehrreiches Abenteuer auf dem Jansenhof, bei dem Mut und Bewältigung von Ängsten eine wichtige Rolle spielen ...

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Rezensionen von yellowdog:

Eine Zeit zwischen den Kriegen

Violet von Tracy Chevalier

Violet, der neue Roman der Erfolgsautorin Tracy Chevalier hat auf Anhieb viele positive Reaktionen bekommen und ich kann mich dem auch anschließen.

Violet Speedwill ist eine alleinstehende und selbständige Frau, die es in der Zeit zwischen den Kriegen nicht leicht hat. Sie arbeitet in einem Büro, aber das Gehalt ist schmal.

Violet gefällt mir als Figur gut, die Autorin hat die Persönlichkeit gut herausgearbeitet.
Auch die schönen englischen Settings lassen einen schwelgen: die Kathedrale von Salisbury, Isle of Wight und die Straßen und Pubs von Winchester mit der Kathedrale, in der sich das Grab von Jane Austen befindet.

Violet lernt den verheirateten Arthur Knight kennen, der Glöckner einer Kathedrale.
Anschluss findet sie auch bei Frauen, die gemeinsam für die Kathedrale sticken.

Tracy Chevalier überzeugt wirklich mit ihrem ruhigen und genauen Stil.

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Rezensionen von Petra:

etwas übertrieben

Violet von Tracy Chevalier

Klappentext

Der Skandal um ihre Familie hält jeden Ehekandidaten fern! Prudence Cabot fürchtet, als alte Jungfer zu enden. Aus Verzweiflung beschließt sie, eine weit entfernt lebende Cousine zu besuchen. Doch auf dem Weg dorthin trifft sie einen waghalsigen Amerikaner, der ihr Herz in allergrößte Unruhe versetzt.

Roan Matheson ist so ganz anders als die stocksteifen englischen Gentlemen. Er hat breite Schultern, ein charmantes Lächeln, warme, starke Hände ... und küsst so zärtlich und verführerisch! Ein Abenteuer beginnt, das Prudence' Ruf für immer zerstören könnte - oder macht es sie vielleicht zur glücklichsten Engländerin auf Erden?

Meinung

Ein Amerikaner in England, Missverständnisse sind vorprogrammiert dank der unterschiedlichen Lebensumstände. Eine junge Lady hilft ihm sich zu recht zu finden.
Das verspricht ein humorvolles Liebesabenteuer zu werden. Für meinen Geschmack wurde aber hier etwas übertrieben. Damit ich mich als Leser über das Verhalten aller mich amüsieren kann muss es wenigstens noch etwas glaubhaft sein. Ein Persönlichkeitswechsel wie hier geschehen ist schon sehr weit hergeholt nur weil jemand schöne Augen hat wirft man nicht jahrelange Erziehung über Bord.
Das Ganze zog sich dann noch ziemlich in die Länge, Klischees wurden wiederholt.
Diesmal war ich enttäuscht

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Rezensionen von Lesemama:

Heimat ist wo das Herz ist

Das Glück ist zum Greifen da von Deloy Sylvia

Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:

Ana ist als junges Mädchen aus Serbien gekommen um in Köln Design zu studieren. Jetzt, zwölf Jahre später, steht sie vor der Abschiebung.
In letzter Minute platzt ihr Job bei einem Start-Up Unternehmen, der Vater ihrer Kinder hat sich schon während der Schwangerschaft aus dem Staub gemacht und somit sind alle Chancen auf eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung dahin.

An Ideen und Helfern fehlt es Ana nicht, auch der Klavierlehrer ihrer Kinder möchte gerne dass sie in Köln bleiben. Allerdings geht Peter Ana mit seinem Optimismus ordentlich auf den Keks.
Und die Zeit wird immer knapper ...

Meine Meinung:

Gut, das Cover ist jetzt vielleicht nicht so toll, aber was will man da auch für eines nehmen. Die Kurzbeschreibung machte mich neugierig, vor allem auch, dass es eine romantische Komödie sein soll.
Nun, die romantische Kömödie suchte ich vergebens, es gab vielleicht ein paar Stellen die man vielleicht in die Richtung stecken könnte, aber das war mir fast zu gewollt.
Mich hat vielmehr die Geschichte von Ana total berührt. Wie schnell man in die Mühlen der Bürokratie gerät und obwohl sie Kinder hat, ist die Abschiebung immer wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Beteiligten. Das hat für mich die Geschichte ausgemacht, die Authentizität, das Gefühl, die Hilflosigkeit.
Natürlich passierte viel drumrum, Anas Freunde sind tolle Menschen. Das alles hat für mich einen fast perfekten Roman ausgemacht.
Mich konnte das Buch jedenfalls sehr gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen und kann es nur empfehlen.
Gerne lese ich mehr von der Autorin.

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Rezensionen von Gudrun Gaber:

Der Staat tut alles, damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Rote Kreuze von Sasha Filipenko ist der erste von vier Romanen, der auf Deutsch erscheint und hat zwei Erzählungsstränge:
Aktuell 2001: ein alleinerziehender Vater (Sasha, Alexander) der neu in das Wohnhaus zieht, wo Tatjana Alexejewna (Hauptperson im Buch) seine 90jährige Nachbarin ist. Und sich zur Orientierung, aufgrund ihrer Alzheimer Erkrankung, rote Kreuze an die Türen im Haus malt, damit sie weiß wo sie zu Hause ist.

Aus einer neugierigen Alten und einem uninteressierten Fußballschiedsrichter entwickelt sich eine Vertrautheit in der Tatjana ihre Geschichte seit Ihrer Geburt 1910 in London bis 1955 erzählt, nachdem sie nach 10 jähriger Gefangenschaft im russischen Lager freigekommen ist.

Parallel gibt es die Geschichte von Sascha, der seine Frau verloren hat und der der Vergangenheit durch den Umzug nach Minsk davonlaufen will, damit er in Ruhe mit seiner Tochter Lisa leben kann.
Ein wirklich gutes Buch, das Emotionen und Gefühle auslöst, die nicht immer schön sind. Teilweise hat es mir körperlich wehgetan und dann gibt es Stellen, wo sich Tatjana dem System entgegenstellt wo man lächeln kann oder es gibt dann solche Sätze … „aber jetzt, wo in meinem (Tatjanas) Leben alles vorbei ist … jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat! Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich es vergesse. Alzheimer ist die Zerstörung des Weges zu ihm, und mein Alzheimer ist die stärkste Bestätigung, dass er mich fürchtet.“

Und überrascht wird man auf Seite 211 mit DEM Friedenslied von John Lennon. Weitere Musik in diesem Buch ist die Ungarische Rhapsodie von Liszt.

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Rezensionen von nanu?!:

Der Tote in der Suppe

Tote trinken keinen Rosé von Bernhard Emilia

"In seiner Suppe?", das hört Rachel öfter wenn vom ungewöhnlichen Tod ihres erst kürzlich verstorbenen Ex-Freundes Edgar gesprochen wird, denn der ist in seiner Suppe ertrunken.
Als sie auf dessen Trauerfeier hört, dass neben dieser Suppe ebenfalls eine Flasche Rosé gestanden haben soll, weiß Rachel sofort, dass an dieser Sache etwas faul ist.

Denn Rosé wäre für Edgar niemals in Frage gekommen, und schon gar nicht zu seiner Vichyssoise.
Zusammen mit ihrer besten Freundin Magda, versucht sich Rachel als Detektivin, um die Sache aufzuklären.

Das war mal ein netter, unaufgeregter, ruhiger Krimi. Begeisterung klingt anders, aber das sind nun mal die Worte, die mir als Beschreibung bei diesem Buch als erstes einfallen.

Rachel und Magda waren schon zwei lustige Persönchen. Sie sind furchtbar neugierig und stecken ihre Nasen wirklich überall hinein. Für Magda ist die Detektivarbeit eher ein witziges Abenteuer, Rachel kannte den Toten persönlich und nimmt die Sache ein wenig ernster.
Auffallend fand ich vor allem die vielen Dialoge. Es wird wahnsinnig viel diskutiert und beratschlagt und Vermutungen angestellt. Nicht nur zwischen Rachel und Magda, sondern mit allen Figuren die im Laufe des Romans auftauchen wird ewig herum diskutiert. Ich fand das manchmal anstrengend zu lesen und verlor dann sogar kurz das Interesse an der Handlung.
Besonders am Anfang der Recherchen wird viel gemutmaßt da es - bis auf den Rosé - absolut keinen Anhaltspunkt für ein Verbrechen gibt. Erst nach und nach gewinnt die Handlung an Fahrt. Es dauert also bis etwas passiert.

Die Autorin drückt sich sehr gewählt aus und verpasst so Rachel und Magda eine gewisse Eleganz. Paris als Kulisse, passte gut zur Handlung. Ein paar Schauplätze wird man als Tourist bestimmt wieder erkennen.
Ein wenig mehr Action hätte dem Roman nicht geschadet. Selbst die Auflösung kommt ziemlich unspektakulär daher.
Freunde von sehr ruhigen und unblutigen Krimis werden bestimmt ihre Freude an dem Buch haben. Ich persönlich liebe solche Krimis eigentlich, aber mir fehlte hier einfach das gewisse Etwas.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Stella, Maria und Otto Korritke in Höchstform

Sonne, Mord und Sterne von Lotte Minck

Der Astrologen-Kongress in Bochum ist nach 2 anstrengenden Tagen zu ende. Otto Korritke will die Astrologin Stella und ihre Oma Maria mit ihrem Zirkuswagen nachhause bringen. Nur wo ist der Schlüssel für´s große Remisentor? Auf der Suche danach stößt Stella auf eine Leiche. Marlene Silberstein, der strahlende Star der Szene, liegt erschlagen in Dessous und ihrem Blut am Badezimmerboden.

Daneben zerbrochen der „Saturn“, der Preis, den sie an diesem Abend überreicht bekam. Dann ist auch noch der Veranstalter des Kongresses Holger van Aalen verschwunden. Hat er die Frau, die nichts anbrennen ließ, auf dem Gewissen?


Hier zieht mich der Prolog schon mitten in die Geschichte hinein. Ich weiß nun schon, dass ein Mord geschehen ist, verfolge dann erst gespannt die beiden Tage bis es dazu kommt und lerne „die Tote“ näher kennen.
Und diese Zeit ist äußerst interessant. Was in dieser Zeit von den verschiedenen Teilnehmern der Messe an Stuss, den sie aber alle zu glauben scheinen, verbreitet wird, ist schon kolossal. Und was hier an schmutziger Wäsche gewaschen wird – unglaublich. Meist sind es Stella und Maria, die die Tatsachen, die sie eigentlich gar nicht wissen wollten, zufällig erfahren und zwar direkt aus erster Hand.

Marlene Silberstein (bei ihr muss ich aufpassen, dass ich nicht Silbereisen schreibe) ist eine Frau, die sich nimmt wen sie will und dadurch alles erreicht, was sie will, macht einen sehr unsympathischen Eindruck, der sich bei mir auch bis zum Schluss nicht verflüchtigt. Durch ihr Tun macht sie sich selten Freunde, was hier einen großen Täterkreis nach sich zieht. Egal ob Filibert Fröhlich, der Chef eines Esoterik-Senders oder die Auraleserin Sixta Sensualia, die, wenn sie die Beherrschung verliert in den breiten Ruhrpott-Slang zurück fällt. Diese Menschen sind immer für einen Schmunzler oder Lacher gut.
Stella Albrecht, ihre Mutter Felicitas, ihre Oma Maria, die sich „Madame Phythia“ nennt, deren Freund Otto Korritke, der neben Sixta und auch Marlene, den Ruhrpott-Slang in die Geschichte mit einbringt, sowie Hauptkommissar Arno Tillikowski, der hier mit der Esoterik-Szene überhaupt nichts anfangen kann, seinen Freund Journalist Ben Glaeser und die Hackerin Ruby, die aus den Tiefen des Internets wirklich alles heraus findet – sie alle kenne ich schon aus den vorangegangenen Büchern und freue mich immer wieder, wenn ich mehr von ihnen lesen darf. Es ist wie zurück kommen zu Freunden.

Die Mischung aus Krimi und Komödie ist auch diesmal wieder sehr gut gelungen und ich hatte einige sehr unterhaltsame Lesestunden. Für alle, die Krimi nicht ganz so ernst nehmen, ein absolutes Muss.

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Rezensionen von Miro76:

Alles gewachsen

Nicht mein Ding von Jami Attenberg

Andrea ist fast 40 und Single. Sie wollte Künstlerin werden, doch von diesem Wunsch ist nur das Zeichnen geblieben. Täglich zeichnet sie den Ausblick aus ihrem Apartment, bis ihr ein neues Gebäude die Sicht verstellt.

Sie arbeitet in der Werbung und fühlt sich da nicht wirklich gefordert. Ihren Job macht sie gut, kann ihn aber ohne viel Aufwand erledigen.

Eine Beförderung will sie nicht. Sie will keine Verantwortung.

Überhaupt scheint sie mit Verantwortung nicht viel am Hut zu haben. Sie hat keine längeren Beziehungen, lebt in den Tag hinein und ihre beste Freundin trifft sie auch kaum mehr, seit diese ein Kind bekommen hat.

Andreas Bruder und seine Frau haben ein todkrankes Kind, das sie einige Jahre pflegen. Die Lebenserwartung liegt ungefähr bei 5 Jahren. Um sich ausschließlich um ihr Kind kümmern zu können, ziehen sie in ein altes Haus in New Hampshire. So können sie Miete sparen und ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Kind widmen.

Andrea fühlt sich von allen zurückgelassen. Ihre Freundinnen heiraten werden Mütter, ihr Bruder und später auch ihre Mutter verlassen die Stadt. Sie bleibt irgendwie immer die gleiche. Erwachsen an Jahren, ein Teenager im Kopf. Sie wirkt egozentrisch und manchmal auch zynisch.

Doch langsam lässt uns Jami Attenberg etwas tiefer in die Seele ihrer Protagonistin blicken und wir erkennen, was sie genau zu der Frau gemacht hat, die sie geworden ist. Ich denke, sie hat ihre Protagonistin nicht ohne Grund etwas eckig und kantig geschrieben. Sie ist definitiv nicht Everybodys Darling und sie fordert uns LeserInnen heraus, nicht zu rasch über sie zu urteilen. Sie führt ein unbeschwertes Leben mit schnellem Sex, Drogen und Alkohol, aber sie leidet auch unter ihrer Einsamkeit und sie trägt ganz klar ihr Päckchen aus der Kindheit mit sich.

Ihr 40. Geburtstag gibt ihr zu denken. Alle scheinen sie irgendwie zurückgelassen zu haben. Alle haben sich weiterentwickelt. Doch auch hier sehen wir, dass Andrea eigentlich eine beliebte und umgängliche Frau ist, denn ihre Freunde wissen eine Menge Gutes über sie zu sagen.

Und als es beginnt schlechter um ihre Nichte zu stehen, beginnt Andrea endlich, sich mit ihrer Familie auseinanderzusetzen. Sie lernt, dieses Leid zuzulassen und sie vergibt ihrer Mutter. Sie versöhnt sich mit ihrer Kindheit, trägt keine Bitterkeit mehr in sich und hofft, dass die Liebe siegt. Es ist eine schöne Entwicklung, die sich am Ende anbahnt. Wie es weitergeht, bleibt offen. Das Buch ist eine Momentaufnahme aus dem Leben einer Singlefrau, die gerne lebt und lacht und mit ihren Sorgen und Wünschen hadert.

Jami Attenberg zeichnet ein Porträt, vielleicht steckt autobiographisches dahinter und sie setzt sich mit dem Leben als Single(frau) auseinander. Sie bedient Klischees, denen sich Single(frauen) ausgesetzt sehen und sie regt uns an, unser Weltbild wieder ein Stück zu öffnen, damit wir Andrea Andrea sein lassen können. Denn das ist es, worauf es meiner Meinung nach ankommt.

„Nicht mein Ding“ ist ein Buch, dass sich ein bisschen setzen muss. In den letzten Tagen hat es mich immer wieder beschäftigt und mit jedem Mal nachdenken, mochte ich die Geschichte etwas mehr. Es braucht eben etwas Zeit, wenn man über den Rand des Tellers schauen möchte. Gefällt mir gut, was dieses Buch mit mir macht.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber:

"Geht mir bitte nicht auf den Geist"

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Von 1930 bis 1953 waren in den russischen Lagern mindestens 18 Millionen Menschen inhaftiert und Tatjana kämpft auch gegen dieses Vergessen und ihr neuer Nachbar Alexander möchte den Tod seiner Frau vergessen.
Der Roman von Sasha Filipenko hat mich ebenso zum Lachen, wie auch zum Nachdenken gebracht.

Absolut lesenswert!

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Rezensionen von Streiflicht:

Mysteriös und verschlungen

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Geheimnisvoll, voller Spannung, mysteriös und auch verschlungen sind die Märchen, die hier unter dem Gesamttitel „Die Sprache der Dornen“ präsentiert werden. Auf einer langen Autofahrt wurden sie uns zu perfekter Unterhaltung – auch danach wollten wir die CD unbedingt fertig hören.
Fasziniert hat mich die Sprache und die Andersartigkeit der Erzählungen.

Immer wieder interessant und manchmal auch fremdartig wirkten die Märchen auf mich. Nicht immer konnte ich alles nachvollziehen, aber dennoch haben mich die Geschichten in die Welt der Fantasie mitgenommen und entführt. Sie sind mir alle bisher unbekannt gewesen, sodass ich viele neue Ideen und Figuren kennen lernen durfte! Das fand ich einfach toll und ich freue mich darauf, die CD nochmal zu hören und vielleicht erneut etwas Neues und Anderes zu entdecken.
Besonders gut gefallen hat mir neben der Stimme auch die ruhige Art des Vorlesens. Man fühlte sich fast schon geborgen und auf jeden Fall gut unterhalten.

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