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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Streiflicht:

Hochspannung und viel Tempo

Very Important Cargo von Ilya Rosmarin

Schon nach dem ersten Lesen der Kurzbeschreibung dieses Buches war mir klar, dass ich es unbedingt lesen möchte. So ging ich dann auch voller Erwartungen und Vorfreude an die Lektüre und wurde nicht enttäuscht. Einfach Wahnsinn, wieviel Hochspannung und Tempo, wieviel Action, Historie und Menschliches der Autor hier verpackt hat.

Besonders gut gefallen haben mir auch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen damals und heute. Gerade auch weil die damaligen Ereignisse so wichtig sind im Bezug auf die aktuellen Geschehnisse. Und das erfährt man als Leser erst nach und nach, was es unglaublich spannend macht – auch weil der Autor sich immer wieder kleiner fieser Cliffhanger am Ende der jeweiligen Abschnitte bedient.

Gut gefallen hat mir nicht nur die Historie, sondern auch der Gegensatz zwischen Afrika und Deutschland, zwischen DDR und heute. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor gut recherchiert hat und alles sehr authentisch wirkte. Das mag ich sehr. Hier wurde ich gut unterhalten und konnte gleichzeitig noch viel lernen.

Das bombastische Ende hat mich wirklich nochmal so richtig mitgerissen und ich freute mich sehr, als ich hörte, dass es einen weiteren Roman mit einigen der Figuren geben wird.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Suchtfaktor - kann man nicht weglegen

Internat der bösen Tiere, Band 1 - Die Prüfung von Gina Mayer

Der Titel hat uns erst einmal abgeschreckt – wir mögen spannende Abenteuerbücher, das Böse allerdings gar nicht und schon gar nicht in konzentrierter Form in einer Schule. Das Buchcover sah aber so sensationell schön aus, wenn schon auch düster und der Klappentext hat uns dann doch neugierig gemacht und wir haben uns tapfer Mut zugesprochen: so ganz arg schlimm böse können Bücher ab zehn Jahren doch hoffentlich nicht sein?
Hat sich unsere Hoffnung erfüllt? Tja, das wird natürlich nicht verraten, denn was es genau mit den bösen Tieren auf sich hat, das müsst ihr schon schön selbst nachlesen, das würde ansonsten viel von der Spannung nehmen.

Uns hat das Buch richtig, richtig gut gefallen, Tiere mit besonderen Fähigkeiten mögen wir ohnehin in der Kinderbuchwelt gerne und die Kombination hier mit packender Spannung, Gefahr, etwas Fantasy und einem aufregenden Abenteuer hat uns auf Anhieb gefesselt. So sehr, dass das Kind nicht einmal auf eine Kindergeburtstagsfeier wollte, weil es dann ja das Buch hätte weglegen müssen, das hatten wir noch nie.
Schön auch die Karte am Buchende, die den Ort des Geschehens veranschaulicht.
Alle Geheimnisse werden in Band 1 nicht aufgelöst, es endet aber auch nicht mit einem üblen Cliffhanger (das können wir nämlich gar nicht leiden), macht aber richtig Lust auf Band 2.

Unterschreiten würde ich die Altersempfehlung von zehn Jahren aber nicht – nach oben hin hingegen völlig offen, auch ich als Erwachsene war völlig fasziniert von der Story und musste das Buch am Stück auslesen.

Dicke Weiterempfehlung für abenteuerlustige Jungs und Mädchen ab zehn Jahren.

Hier noch die Abschlussworte des Kindes:
„Das war eines meiner spannendsten Bücher, auf jeden Fall fünf Sterne.
Mir hat es gefallen, dass es so spannend war, so dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen.
Das Gedankenlesen fand ich auch toll und dass man an der Schrift schon erkannt hat, wenn nur gedacht und nicht gesprochen wurde. Und dann natürlich das Ende, da hat mir eines besonders gut gefallen, das kann ich aber nicht verraten.“ (wäre ein Spoiler, Anmerkung der Mutter).“

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Wonder Woman "MacAnnie"

The Ice von Raake John Kåre

„Willst du die Götter zum Lachen bringen, erzähl von deinen Plänen,“ oder: „Auch der Teufel begleicht seine Stromrechnung,“ nur zwei Zitate aus „The ICE“, die neugierig machen.
Die junge norwegische Exsoldatin Anna Aune (41) und der Polar-Wissenschaftler Professor Daniel Zakariasson (73) arbeiten am Nordpol in ihrer Eisstation.

Mit ihrem Polar-Hovercraft Sabvabaa (in der Sprache der Inuit, übersetzt „flows swiftly over it“) folgen sie einem Signalleuchtfeuer und kommen zu der chinesischen Forschungsstation „Eisdrache“. Dort stellen sie fest, dass die gesamte Besatzung, bis auf einen festgefroren sind oder offensichtlich ermordet wurden. Wer es zynisch mag: Die toten Chinesen hatten Glück, in der Eiswüste auf ihrer Polarstation verwesten sie nicht so schnell. Bei Dunkelheit, extremer Kälte und Schneesturm kämpfen sie sich von Hütte zu Hütte. Wo sind der oder die Mörder? Zakariassons banale Antwort: „Der Nordpol hat eine Fläche von 12 Millionen km2, da kann man leicht verschwinden.“ Während die Dialoge von Anna und Daniel banal und offensichtlich, sind die Beschreibung der äußeren Umstände ihrer Erkundungen beklemmend und atmosphärisch von unübertroffen Dichtheit. Klaustrophobische auf der einen Seite, aber auch in dem Wissen um die unendlichen Weiten des Nordpols. Kein Wunder, Raake kommt aus der Werbebranche, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für literarische Hochleistungen. Doch plakativ erstklassig, denn verfilmte Drehbücher überlassen dem Betrachter weniger Phantasiespielraum.
Die Exsoldatin Anna Aune leidet an dem PTBS mit zahlreichen Flashbacks ihrer Militäreinsätze Im Mogadischu und Syrien, dort wo ihr Verlobter Yann getötet wurde. Die Schilderungen ihres militärischen Einsatzes als „sniper“ sind bei weitem die besten Teile des Thrillers. „Der Nordpol besaß seine eigenen Methoden, um den wahren Charakter eines Menschen ans Licht zu bringen“ (Zitat aus „The ICE). Beim Lesen hat man das Gefühl, vor seinen Augen eine schlechte Krimiserie zu sehen.
Nach dem Abgleichen der Personalliste mit den Toten und den zwei Lebenden ergibt sich eine Differenz von einer Person: Lanpo. Wenn er der Mörder ist, wo versteckt es sich?
Der Leser wird vom Autor entweder absichtlich in die Irre geleitet oder zu einer falschen Annahme veranlasst: Zakariasson und Aune sollten die Bewegungen des Eises erforschen, ausrücken, um der Chinesenstation zu Hilfe eilen, die nur wissenschaftlichen Zwecken erbaut wurde und zum Schluss die US Navy Seals, die im Eisloch der Chinesen auf dem Meeresgrund im 3000 Meter Tiefe etwas anderes suchen als „Seltene Erden“.
Raake ist ein erfolgreicher Drehbuchautor, der sich mit seinem Debüt-Thriller „The ICE“ als Krimiautor versucht. Sieben deutsche Verlage haben sich um die Rechte gematcht. Das „Drehbuch“ von The ICE eignet sich hervorragend für eine Fernsehserie mit dem Titel „MacAnnie“ à la MacGyver, oder noch besser als Comic für die schlichteren Gemüter. Für höhere Ansprüche empfehle ich eine Open Air-Aufführung auf der Seebühne am Bodensee in Bregenz. Anna unterwegs mit Pfeil und Bogen, da fällt mir nur „Wonder Woman“ ein.
Dass einem norwegischen Autor die US Elitesoldaten weniger am Herz liegen als die Russen, liegt in der Historie der Norweger.
Deutsche Verlage haben 2019 über 1000 Rechte an norwegischer Literatur, da habe ich schon bessere Thriller gelesen.

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Rezensionen von Harakiri:

es wird heiß

Abgefackelt von Tsokos Michael

Wenige Tage nach seinem brutalen Erlebnis aus „Abgeschnitten“ hat Paul Herzfeld die Erlebnisse noch lange nicht verdaut. Sein Vorgesetzter tut ihm vermeintlich einen Gefallen, indem er in die Provinz versetzt, zu einem „normalen“ Pathologenjob. Doch gleich nach Herzfelds Ankunft merkt er, dass etwas nicht stimmt.

Sein Vorgänger soll sich mit Benzin übergossen und angezündet haben, doch die Umstände seines Todes werden nicht untersucht und so beginnt Herzfeld, sich etwas umzuhören. Dabei stößt er auf etwas Unglaubliches.
Das Buch startet etwas zäh. Bis alle Personen vorgestellt sind braucht es seine Zeit und der Spannungsbogen startet dann erst etwas verspätet. Aber der Fall hat es in sich und ich habe mich in der Handlung sehr wohl gefühlt. Ein sehr aktuelles Thema, das Tsokos hier aufgreift. Dadurch, dass dieses Thema, also der Auslöser des Mordes an dem Kollegen von Herzfeld, sehr lange im Dunkeln bleibt, rätselt man als Leser automatisch mit und es bleibt spannend.
Viele kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven halten die Spannung zusätzlich hoch und das Ende lässt eine weitere Fortsetzung erahnen.
Einschübe aus realen Geschehnissen aus dem Pathologenleben machen das Buch authentisch und lebendig, sorgen aber für einen geringen Spannungsabfall.
Fazit: wieder ein lesenswertes Buch, das viel Kurzweil beschert, anfangs allerdings ein wenig dauert, bis es richtig fesselt.

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Rezensionen von dorli:

Tage des Lichts

Tage des Lichts von Ulrike Renk

In ihrer auf wahren Begebenheiten beruhenden Seidenstadt-Saga erzählt Ulrike Renk von den dramatischen Erlebnissen der jüdischen Familie Meyer während der NS-Zeit.

„Tage des Lichts“ ist der dritte Band der Saga und knüpft direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Ich halte es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man so das Leben und das Schicksal der Meyers besser nachempfinden kann.

Die Handlung dieses Bandes beginnt im August 1939. Die 18-jährige Ruth ist seit einigen Monaten in England und arbeitet als Dienstmädchen auf dem Bauernhof der Familie Sanderson. Gerade noch rechtzeitig hat Ruth die nötigen Papiere eingereicht, die ihren Eltern und ihrer Schwester Ilse die Einreise nach England ermöglichen. Die Erleichterung nach Tagen der Ungewissheit währt allerdings nur kurz, denn der Krieg bricht aus und die Bedrohung durch die Nazis rückt wieder näher. Die Meyers wollen nach Amerika fliehen, doch das ist aufgrund der politischen Lage kaum noch möglich…

Ulrike Renk lässt den Leser intensiv an Ruths Schicksal teilhaben. Sehr mitreißend schildert die Autorin die Ängste und Sorgen der jungen Frau. Ruth hat sich zwar recht schnell an die überaus harte Arbeit auf dem Hof gewöhnt und erträgt die damit einhergehenden Unannehmlichkeiten ohne zu murren, jedoch belastet sie die Furcht, doch noch in die Fänge der Nazis zu geraten, mit jedem Tag mehr – man kann durchweg sehr gut nachvollziehen, wie die Angst an Ruth nagt und leidet Seite um Seite mit ihr mit.

Als besonders gut dargestellt habe ich Ruths Entwicklung in den Monaten bei den Sandersons empfunden. Nach und nach gewinnt sie ihr - durch die massiven Anfeindungen und Diskriminierungen der Nazis in den letzten Jahren geschrumpftes - Selbstvertrauen wieder zurück, indem sie beginnt, ihre Interessen gegenüber ihrer herrischen Arbeitgeberin durchzusetzen.

Gut gefallen hat mir auch, dass man neben dem Leben und den alltäglich anfallenden Arbeiten auf einem Bauernhof auch einiges über den Umgang der englischen Bevölkerung mit dem herannahenden Kriegsgeschehen und den damit verbundenen Herausforderungen und Einschränkungen erfährt.

„Tage des Lichts“ hat mir sehr gut gefallen – eine eindringlich erzählte Mischung aus realer Familiengeschichte und fiktiver Handlung, die den Leser intensiv am Leben einer jüdischen Familie zur Zeit des Nationalsozialismus teilhaben lässt.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Kalter Tod

Der Mongole - Kälter als der Tod von Manook Ian

In der mongolischen Steppe herrscht ein eisiger Schneesturm und meterhohe Schneeverwehungen machen es Inspektorin Oyun fast unmöglich zum Fundort einer Leiche zu kommen. Ein merkwürdiger, fast unwirklicher Anblick wartet auf sie. Sie sieht einen toten Reiter, der unter einem riesigen Yak liegt. Aber es war kein Unfall, es war eindeutig Mord.

Kurz danach wird auch ihr Chef Kommissar Yeruldelgger zu einem Totenfund gerufen, auch hier wieder ein seltsamer Fundort.
Erschwert wird die Arbeit der Ermittler, dass bald alle Zeugen sterben und Yeruldellger auch ganz persönlich involviert wird.
Der Krimi „Der Mongole“ ist der mittlere Band einer auf drei Bände angelegten Reihe. Ich kannte den ersten Band nicht, hätte dadurch vielleicht einige Details oder Rückblenden noch besser einordnen können. Was mich an diesem Buch reizte mich besonders der Schauplatz. Die Mongolei mit ihren unermesslich weiten Steppen und Eiswüsten und dem Gegensatz zwischen nomadischen Hirten und westlich orientierten Städten. In diesem Zwiespalt lebt und arbeitet auch Yeruldegger. Er ist ein gradliniger, sturer Ermittler, dem durchaus klar ist, dass die Macht der Politik und des Militärs auch bis in seine Arbeit reichen. Er hat mit seinen Ermittlungen in ein Wespennest gestochen und steht plötzlich zwischen allen Fronten.
Doch er zieht, auch ohne Rücksicht auf persönliche Verluste, seine Ermittlungen durch, die ihn bis nach Frankreich führen, während Oyun in der Mongolei versucht die Stellung zu halten.
Das Buch hat seine faszinierenden Momente. Nämlich immer dann, wenn die großartige Landschaft eine tragende Rolle spielen darf. Diese Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen und mir auch ein Gespür für diese lebensunwirtliche Umgebung gegeben. Sehr deutlich wird auch der Gegensatz zwischen Moderne und traditioneller Lebensweise herausgearbeitet, die an den Randgebieten der Städte zu Elendsgebieten und entwurzelten Menschen führte.
Dazwischen agieren Yerduldellger und sein französischer Kollege wie James Bond. Ohne Rücksicht auf Verluste, immer auch am Rand – oder eigentlich schon darüber hinaus – der Legalität. Aber in der postsowjetischen Zeit, in der Oligarchen über unbegrenzte finanzielle und politische Ressourcen verfügen, scheint das die einzige Möglichkeit zu sein, diesem kriminellen Geflecht nahe zu kommen.
Das Buch lässt mich ein wenig gespalten zurück. Ich mich gut unterhalten, aber es hat mich nicht so mitgerissen, dass ich unbedingt den ersten Band unbedingt nachlesen möchte.

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Rezensionen von yellowdog:

Wildes Treiben in Necromunda

Der Mongole - Kälter als der Tod von Manook Ian

Die actionreiche Handlung ist in einem erfreulich eigenständig entwickelten Welt des Warhammer-Universums, dem Necromunda, angelegt und mit dem Abenteurer und Kopfgeldjäger Kal Jerico haben wir einen selbstbewussten, großspurigen Protagonisten, den man wegen seinen frechen Sprüchen einfach mögen muss.

Ein wenig erinnert er an Typen wie Mad Max oder Indiana Jones.
Die Dialoge entwickeln besonders zusammen mit Jerico, seinem Kumpel Grind und der wagemutigen, amazonenhaften Yolanda viel Witz und auch einen gewissen Drive, von dem auch der leicht krude Plot profitiert. Manchmal wird ganz schön dick aufgetragen, aber mich störte das nicht.

Es ist ziemlich viel los in dem Roman. Will McDermott & Gordon Rennie haben offensichtlich Spaß am Schreiben gehabt und das überträgt sich auf den Leser.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Monotoner Expat-Krimi

Tote trinken keinen Rosé von Bernhard Emilia

"Tote trinken keine Rosé" von Emilia Bernhard soll ein Auftakt zu einer Serie sein, in der die beiden Hobbydetektivinnen Rachel und Magda alle Pariser Arrondissements "abarbeiten", also in jedem Stadtkreis einmal ermitteln.

Diese Idee hatte vor vielen Jahren bereits ein anderer Autor.

Leo Malet erreichte mit seinem Detektiv Nestor Burma Kultstatus, aber er arbeitete auch 30 Jahren an der Serie und erschuf mit Burma eine Figur, an die man sich noch Jahrzehnte nach dem Lesen erinnert. Ob Emilia Bernard so lange, oder eben ihre angestrebten 20 Bände lang, durchhält, werden wir sehen.

In diesem ersten Band stirbt Edgar Bowen - er ertrinkt in seiner Suppe; der Vichysoisse, die normalerweise kalt serviert wird. Rachel Levis, die vor 20 Jahren zwei Jahre lang seine Partnerin war, ist irritiert. Denn sie hört, dass neben der Suppe eine Flasche Rosé stand. Doch Edgar hasst Rosé, er würde diesen Wein nie trinken. Sie schlussfolgert daraus, dass jemand bei ihm gewesen sein und ihn ermordet haben muss. Bloss wer könnte das sein? Seine Ex-Frau Mathilde, sein Sohn David, oder eine der anderen beiden Frauen, die für Edgar gearbeitet haben oder eine Affäre mit ihm hatten? Die vier sind genau wie Rachel Erben seines grossen Vermögens. Brauchte jemand dieser vier Genannten Geld?

Der Krimi startet gut. Doch schnell merkt man, dass die Ermittlungen fast nur aus Gesprächen bestehen. Denn Rachel bespricht und erörtert alles, was sie sieht und erfährt, mit ihrer Freundin Magda. So besteht der Krimi praktisch aus tausenden Gesprächen über ihre Beobachtungen. Interessante Handlungen oder gar spannende Elemente sucht man vergebens in diesem "Whodunit"-Krimi.

Dass Rachel ihr Erbe - also ihre Aufgabe, Edgars Bibliothek zu ordnen und zum Dank dafür, daraus für sich ein Buch auszusuchen - überhaupt nicht hinterfragte, störte mich. Sie arbeitet wochenlang ohne Bezahlung und die Leser bekommen keine Erklärung weshalb. Arbeitet sie seit der Heirat mit Alan nicht mehr, ist sie nun die Dichterin geworden, wie Rachel es sich vor 20 Jahren wünschte, oder nahm sie immer noch Teilzeitjobs an wie damals? Wie kann es sein, dass sie von einem Tag auf den anderen plötzlich x Stunden täglich in der Wohnung des Toten arbeitet? Klar nutzt sie die Arbeit in Edgars Bibliothek, um mehr über die Verdächtigen herauszufinden, es ist also Mittel zum Zweck. Aber da fehlen den Lesern schlichtweg notwendige Informationen über Rachel, damit das alles stimmig wirkt.

Ob es der Autorin gelingt, mit ihrer hier gewählten Erzählform Leser zwanzig Bände hinweg zu unterhalten, bezweifle ich. Die beiden Amerikanerinnen in Paris müssten schnellstmöglich in die Gänge kommen, sonst sehe ich schwarz.

Fazit: Auftakt einer Expat-Krimiserie, die ich nicht mehr weiter verfolge, da mir Ermittlungen, die nur aus Diskussionen bestehen, zu monoton sind.
2.5 Punkte.

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Rezensionen von heinoko:

Herzerfrischend und liebenswert

Helsin Apelsin und der Spinner von Stefanie Höfler

Herzerfrischend und liebenswert

Helsin ist ein fröhliches Mädchen, das allerdings zugegebenermaßen gerne die erste Geige spielt. Und genau daraus entsteht auch ihr Hauptproblem: Denn wenn sie etwas ärgert, zum Beispiel wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht, dann bekommt sie einen „Spinnerten“, also einen Wutausbruch, der es in sich hat.

So passiert es, dass sie dem neuen Mitschüler Louis die Nase blutig haut, als er sich über ihren komischen Namen lustig macht. Dass sie ihm schließlich auch noch seinen Leguan klaut, führt zu einer Fülle neuer Probleme, aus der Helsin beinahe keinen Ausweg mehr findet.

Leider enthält das Buch etliche schlimme Trennungsfehler. Hier wurde offensichtlich nicht korrekturgelesen, das ist schade. Denn das Buch begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Es ist fröhlich und schildert bewundernswert einfühlsam die wechselnden Gefühle von Helsin. Eine Zwergenklasse voller Individualisten lernen wir kennen. Jeder der Mitschüler ist besonders, kann etwas besonders gut. Natürlich machen Kinder Fehler. Aber wie schön, Fehler können vergeben werden und nichts ist so schlimm, dass es nicht möglich wäre, dem Ganzen durch Einsicht und Mut zur Entschuldigung letztlich doch noch eine gute Wendung zu geben.

Ganz besonders begeistert mich die Sprache der Autorin. So bildhaft, so malerisch, so intensiv, dass man manche Schilderungen gar nicht mehr vergisst. Wenn sich zum Beispiel das Glück warm wie ein frischer Pudding im Magen ausbreitet oder Opa ein Gesicht wie zerknülltes Papier hat oder Helsin Lieder mag, die am traurigschönsten klingen. Feine und feinste Beobachtungen und Gefühlswechsel werden locker-heiter beschrieben, und so manches Kind findet sich darin wieder und dadurch verstanden. Von Eifersucht und Freundschaft, von Rache und Ehrlichkeit und von vielen weiteren Themen, die im Alltag der 8- bis 10-Jährigen eine wichtige Rolle spielen, erzählt Stefanie Höfler auf liebevoll-kluge Weise. Die Zeichnungen von Anke Kuhl ergänzen das Buch auf perfekte Weise, denn sie geben ausdrucksstark die ganze Bandbreite der Emotionen wieder. Ein wunderbar herzerfrischendes Kinderbuch

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Rezensionen von Claudia R:

Schildkrötenwissen - humorvoll und locker vermittelt

Manchmal sind es Goldstücke von Lutz Prauser

Klappentext:

Nein, es sind keine Mistviecher! Auch wenn Schildkrötenfreund und Autor Lutz Prauser dies 2016 in seinem Buch Manchmal sind es Mistviecher augenzwinkernd und ein wenig provozierend behauptet hat. Stattdessen beweist er: Es sind Goldstücke.
Und er macht sich daran, dies in seinem neuen Buch zu beweisen.

Zwar verstecken sich nahezu alle freilebenden Schildkröten vor ihm, wenn er die Ursprungsländer bereist, so dass er stundenlang vergeblich durch die Macchia Kroatiens oder Griechenlands streift und irgendwann zu der fulminanten Erkenntnis kommt:
Alles, was von Ferne aussieht wie ein Stein, ist auch ein Stein.
Alles, was von Ferne aussieht wie eine Schildkröte, ist trotzdem ein Stein.
Na ja, fast alles. Manchmal ist es eine knorrige Wurzel.
Aber wenn er dann endlich eine findet, dann ist er dermaßen begeistert, dass er sie nicht nur zigmal fotografiert, sondern sich auf die Erde neben sie setzt und fast schon ein Gespräch mit ihr beginnt.
Auch daheim im eigenen Garten zeigen sich seine Schildkröten nicht immer von der Schokoladenseite. Sie machen einfach nicht, was er will: Mal legt ein Weibchen nicht die Eier, wenn sie es seiner Urlaubsplanung nach soll, mal zeigen sie sich beim Fotografieren widerspenstig. Sie entpuppen sich als regelrechte Suppenkasper und fressen noch lange nicht alles, was er ihnen an Pflanzen zusammengesucht hat und malträtieren so lange den Gehegezaun, bis sie ein Schlupfloch finden, um sich davon zu stehlen.
Und auch das neue Gehege, das er trotz vieler Widrigkeiten, größerer und kleinerer Hindernisse, wie selbstverschuldeter Planungsfehler, doch irgendwann fertiggestellt hat, ruft bei den Tieren nur begrenzte Begeisterung hervor. Eigentlich interessiert sie nur, ob es dort genug zu fressen gibt …
Davon und von Simone, den Firmen Lacroix und Tengelmann, dem Gaslieferanten Thomas, den lieben Nachbarn, dem Metzger seines Vertrauens, Emma, Jeremy und vielen Schildkrötenfreunden erzählt er in seinem neuen Buch. Und er bleibt dabei: Manchmal sind es Goldstücke. Ein Lesebuch für alle, die Schildkröten lieben und sich für diese Goldstücke begeistern können.

Cover:

Das Cover zeigt eine Schildkröte, die komplett das Cover für sich einnimmt und damit auf sich aufmerksam macht. Mir hat dies sehr gut gefallen.

Meinung:

Dies ist bereits der zweite Teil von Lutz Prausers spannenden und interessanten Schildkrötenbüchern. Diese kann man auch sehr gut unabhängig von einander lesen. Da ich jedoch kurz zuvor Teil 1 gelesen hatte und sehr begeistert von diesem war, habe ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut.

Auch an dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um einen Ratgeber oder Wissensbuch über Schildkröten im klassischen Sinne handelt, sondern es viel mehr ein Buch über den Autor und dessen Erlebnisse mit seinen Schildkröten, sowie deren zahlreiche Anekdoten handelt und dabei natürlich auch allerhand praktisches, nützliches und sehr viel Wissen über Schildkröten mit vermittelt wird.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und flüssig und hat mir auch in diesem zweiten Band sehr gut gefallen. Das Buch lässt sich sehr gut und angenehm lesen. Die einzelnen Abschnitte sind sehr gut gegliedert und man kommt sehr gut mit seiner Erzählweise und seinen Gedankengängen mit.

Die einzelnen Anekdoten werden sehr humorvoll und authentisch Geschrieben. Man kann sich sehr gut in die einzelnen Situationen und Geschehnisse hineinversetzen. Besonders toll sind die Beschreibungen zu einigen Situationen im Umgang mit seinen Schildkröten. Die Erlebnisse werden sehr authentisch, aber auch sehr locker beschrieben. Die Prise Humor schwingt jeder Zeit mit und so wird es nie langweilig, sondern man verfolgt gespannt seinen Erzählungen und Erlebnissen, sowie seinen Gedankengängen rund um dieses Thema.

Auch der zweite Band hat mir sehr gut gefallen. Ein tolles Buch, welches Einblicke und Wissen über Schildkröten auf sehr humorvolle und lockere Art und Weise vermittelt.

Ein tolles Buch, nicht nur vor Schildkrötenhalter und Fans, sondern jeden den es interessiert.

Wunderschön sind auch diesmal wieder die tollen Illustrationen und Fotos von Schildkröten, die das Buch sehr gut abrunden. Tolle Aufnahmen, die mir sehr gut gefallen haben.

Mir hat es sehr viel Spaß und Freude bereitet. Ich wurde sehr gut unterhalten und habe noch dazu einiges gelernt. Wundervolle Lesestunden und Wissensvermittlung in einem, dass verstehe ich unter guter Lektüre und kann dieses Buch nur wärmstens weiter empfehlen.

Fazit:

Ein tolles Buch, dass Einblicke und Wissen über Schildkröten auf sehr humorvolle und lockere Art und Weise vermittelt.

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