Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Castilleja:

Zweiter Fall

Doggerland. Tiefer Fall von Maria Adolfsson

Dies ist der zweite Fall der Doggerland-Reihe von Maria Adolfsson. Doggerland - eine fiktive skandinavische Inselgruppe, nicht weit entfernt von Großbritannien, mit einer eigenen Sprache. Der erste Fall spielte sich im Herbst ab; inzwischen ist Weihnachten und Karen Eiken Hornbys Haus ist voll - für ihren Geschmack zu voll.

Vor allem ihre Mutter mit ihrer frischen Liebe ist ihr zu nah. Sigrid ist auch quasi bei ihr eingezogen und auch Leo wohnt immer noch bei ihr. Außerdem ist Karen immer noch krank geschrieben und ihr Knie schmerzt mehr als sie es sich eingestehen möchte. Da kommt Rettung in Sicht, als ihr Chef sie darum bittet, die Aufklärung eines Mordfalles auf der Insel Noorö zu übernehmen. Ein ehemaliger Hochschullehrer wurde ermordet. Der Kollege auf Noorö ist sehr hilfsbereit, vor allem, wenn es um komplizierte Verwandschaftsbeziehungen auf der Insel geht. Karen macht außerdem eine Reise in die Vergangenheit, denn ihr Vater stammte von der Insel und nach vielen Jahren besucht sie wieder ihre Tante und ihren Onkel sowie ihre Cousins. Keine einfachen Besuche. Auch hier wird wieder viel Zeit darauf verwendet, die Landschaft zu beschreiben oder auch die Distillerie und den Motorradclub. Ein wieder eher langsames Buch, das sich Zeit nimmt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Castilleja

Rezensionen von Nele33:

Chapeau Joe Hammond

Eine kurze Geschichte vom Fallen von Joe Hammond

Mit "Eine kurze Geschichte vom Fallen-Was ich beim Sterben über das Leben lernte" nimmt der Autor den Leser mit auf seine letzte bewegende Reise im Leben.

Joe Hammond bekommt nach einer halbjährigen Odysse von Arzt zu Arzt die niederschmetternde Diagnose Motoneuron- Krankheit, eine neurologische und tödlich verlaufende Erkrankung des motorischen Nervensystems.

Es beginnt erst scheinbar harmlos, er stürzt als er seinen Sohn in die Schule bringt, als sich solche Situationen häufen, dauert es nich eine ganze Weile bis er die Diagnose bekommt. Von da an ändert sich sein Blickwinkel auf das, insbesondere auf sein Leben.

Viele Einschränkungen und Verluste seiner Selbstständigkeit muss der Autor im Laufe seiner Erkrankung, in doch sehr schneller Zeit aushalten, ertragen und doch damit weiterleben. In seiner Geschichte lässt er den Leser teilhaben an seinen Ängsten, seinen Gedanken, den unterschiedlichsten Stationen seiner eigenen Trauer- aber auch an seinem teilweise sehr schwarzen Humor, an seiner Liebe zum Leben und zu seiner Familie. Eine Familie, in der eine Frau ihren Mann und zwei Jungen ihren Vater verlieren werden. Der jüngere nch so klein, dass er sich wahrscheinlich nicht bewusst an seinen Vater erinnern können wird.
Die Rückblenden in seine Kindheit und sein Leben bis zur Diagnose zeigen warum Joe Hammond eine solche Stärke entwickeln konnte.

Dieses Buch ist eine Hommage an das Leben, gerade trotz der Trauer und Verzweiflung die auch in diesem Buch zu lesen sind.

Die letzte Reise von Joe Hammond ist äußerst lebensbejahend und macht ließ mich ehrfürchtig zurück.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

Rezensionen von Gaby 2707:

Michael Tsokos hat einen neuen Fan

Abgefackelt von Tsokos Michael

Um Rechtsmediziner Paul Herzfeld nach seinen schrecklichen Erlebnissen der vergangenen Wochen etwas Ruhe zu gönnen, schickt ihn sein Chef von Kiel ins nicht weit entfernte Klinikum Itzehoe, wo er für eine kurze Zeit seinen verstorbenen Kollegen Dr. Jan Petersen ersetzen soll. Sehr schnell merkt Herzfeld, dass hier einiges im Argen ist.

Sein Jagdinstinkt ist geweckt. Er lässt nicht locker und seine Nachforschungen führen für ihn fast ins Verderben.

Ich muss gestehen, dass ich bisher aus der Feder von Michael Tsokos kein Buch gelesen habe. Und ohne meine Freundin, die meinte, das Buch müsse ich unbedingt lesen, wäre es wohl auch dabei geblieben.
Da ich „Abgeschlagen, den ersten True-Crime-Thriller aus der Paul Herzfeld Reihe noch nicht gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich der Handlung hier würde folgen können. Aber bis auf einige wenige Fragen, die sich mir zwischendurch gestellt haben, die aber für den Ablauf nicht relevant waren, hatte ich damit keine Schwierigkeiten.

Warum der Titel des Buches „Abgefackelt“ heißt, erschließt sich dem Leser bereits im Prolog. Hier lese ich von einem Mann, der regelrecht abgefackelt wird. Und schon ist die Spannung da und es geht temporeich weiter.

Kurze, manchmal extrem knappe Kapitel von max. 2 Seiten, oft werfen sie Fragen auf, was dazu führt, dass ich einerseits unbedingt weiter lesen wollte. Aber irgendwann war mir das dauernde hin und her springen zwischen den einzelnen Schauplätzen doch einfach zu viel. Zwar bin ich durch die Tages- und Zeitangaben und die einzelnen Personen immer genau im Bilde, wann ich wo bin. Trotzdem hat es mich dann hier und da genervt. Außerdem war für mich das zweite Drittel des Buches extrem langatmig zu lesen. Nix passiert, da habe ich mich sogar mal zwingen müssen, weiter zu lesen. Aber dann nimmt die Geschichte wieder richtig Fahrt auf und wird auch noch richtig spannend.

Sehr interessant finde ich die genauen Beschreibungen von Untersuchungen, Ergebnissen und Befunden. Da merkt man einfach, der Mann ist vom Fach, kennt sich bei Leichenbeschauen und Obduktionen aus und weiß, wovon er schreibt. Irgendwo hatte ich gelesen, dass das Buch bzw. manche Beschreibungen nichts für schwache Nerven sind. Das habe ich nicht so empfunden. Gut, es gibt hier und da schon sehr viel Blut. Aber da habe ich schon Schlimmeres gelesen.

Die Verschwörungstheorien finde ich ganz schön krass. Vor allem, weil ich mir vorstellen kann, dass es gerade in Sachen Erkrankungen durch Elektrosmog so Vieles gibt, das noch nicht erforscht ist bzw. die Forschung es nicht heraus gibt. Mir solche Horrorszenarien vorzustellen ist fast schlimmer als das Blut, das hier fließt.

Paul Herzfeld war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sein einziger Fehler: er nimmt seine Arbeit wichtiger als Frau und Kind. Damit habe ich als Mama auch bei ihm ein Problem.
Unsympathisch sofort beim Kennenlernen auf seiner Party waren mir der Hausherr Helge Nommensen, seine Gäste 1. HK Thilo Evers und HK Denecke. Drei aufgeblasene ältere Herren, die aber in der Itzehoer Gesellschaft sehr angesehen sind. Mit denen war mir schnell klar, wohin mich die Reise führen wird. Was aber der Geschichte in meinen Augen nicht geschadet hat.
Alles in allem wird sehr strikt zwischen Gut und Böse unterschieden, was mir wieder etwas zu klischeehaft vorkommt.

Besonders gut gefallen hat mir das Nachwort von Michael Tsokos in dem er beschreibt, wie sich hier Fiktion und Wahrheit vermischen. Das war sehr interessant zu erfahren.

Der 2. Teil der True-Crime-Reihe hat mir bis auf einzelne Kritikpunkte gut gefallen. Ich werde nun Band 1 nachlesen und freue mich auf Band 3 und ein Wiederlesen mit Paul Herzfeld – und seinem Widersacher.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von Marie aus E.:

Polarisexpedition - ein Abenteuerroman mit vielen aktuellen Themen

Das Wolkenschiff von Hardy Vashti

WOW WOW WOW
Von diesem Buch bin ich richtiggehend beeindruckt. Ein Abenteuerroman der guten alten Art, kann man schon am Cover erkennen - aber voll mit brandaktuellen Themen.

Aber der Reihe nach...
Arthur und Marie, zwei Kinder, haben ihre Eltern verloren. Ihr Vater war ein großer Forscher, ist aber bei dem Versuch, als erster Mensch Südpolaris zu erreichen, verschollen.

Zeugenaussagen lassen eigentlich keinen Zweifel daran, dass er nicht mehr am Leben ist.
Arthur und Marie wollen das nicht glauben und bewerben sich bei der Expedition der mutigen Forscherin Harriet Culpfeffer. Und damit beginnt ein riesiges Abenteuer.

Unglaublich spannend, was das Expeditionsteam dann erlebt.
Verblüffend, wie viele Themen man mit einem Kinderbuch anreißen kann.
Ob Waljagd, sogenannte Erste vs. Dritter Welt (und kritischer Anmerkung zu den Begriffen, die im Buch als Erster bzw. Dritter Kontinent vorkommen), Kinder mit Beeinträchtigungen, neue umweltfreundliche Technologien vs. umweltschädlicher (klassischerweise werden Wolkenschiffe mit dem grässlichen Pechharz angetrieben, jetzt gibt es aber eines mit Wasserstoffantrieb), Kinderarbeit in Minen (eben um das Pechharz anzubauen), ach, das fiktive Buch ist voll von Bezügen zu unserer Welt.

Dabei ist es kein belehrendes Buch, sondern ein spannendes Expeditionsabenteuer, welches die Themen quasi durch die Hintertür aufgreift.

Richtig gut hat mir auch gefallen, dass hier ein Mädchen und eine Frau die klugen Ingenieurinnen sein dürfen und es böse weibliche Charaktere gibt - einfach die volle Bandbreite.

Klingt jetzt so, als ob es ein langweiliges politisch korrektes Diversitybuch wäre, das hier nur nichts falsch machen will - dem ist nicht so! Kinder werden vermutlich davon gar nichts bemerken, cool gemacht.

Unbedingt lesen - aber auch unbedingt die Altersempfehlung von 10 Jahren und aufwärts beachten, hier ist nicht nur die heile Welt abgebildet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Rezensionen von Sabine M:

Potenzial nicht komplett genutzt

Die englische Gärtnerin - Blaue Astern von Martina Sahler

Im Jahre 1920 hatten es die Frauen in England nicht leicht. Charlotte Windley hat sich ganz der Botanik verschrieben und träumt von einer Stelle in Kew Garden, einer imposanten Parkanlage, in der schon ihr Großvater gearbeitet hat. Und tatsächlich gelingt es ihr, wenn auch erst einmal nur als einfache Zeichnerin, denn die Wissenschaftlerstellen sind den Männern vorbehalten.

Mit ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Können schafft sie es dann doch, bei einer Expedition berücksichtigt zu werden. Allerdings hat das Schicksal anderes mit ihr vor und sie muss schweren Herzens auf diese große Chance verzichten.

Das Buch hatte mich sehr angesprochen. Auch wenn der Titel und das Cover eher einen seichten Roman suggerierten, hat mich die Leseprobe dann doch überzeugt. Allerdings konnte der Roman dann doch nicht komplett meine Erwartungen erfüllen. Der Schreibstil ist zwar packend und angenehm und ich hatte das Buch schnell gelesen. Auch die ausführlichen Beschreibungen der Parkanlage waren sehr interessant und gaben mir das Gefühl dabei zu sein. Aber die Protagonisten konnten mich leider nicht erreichen. Charlotte wirkt unglaubwürdig. Erst die große Kämpferin und dann knickt sie ein und gibt alles auf? Vieles ist mir zu vorhersehbar, zu langatmig und leider auch, wie schon erwähnt, teilweise zu unrealistisch. Alles in allem ist der Roman unterhaltsam und genau das Richtige, um sich in die Blumen- und Pflanzenwelt wegzuträumen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sabine M

Rezensionen von Sabine M:

Lässt mich enttäuscht zurück

1794 von Natt och Dag Niklas

Der junge Adelige Eric Drei Rosen wird von seinem Vater auf eine Karibikinsel verfrachtet. Dort soll er seine große Liebe Linnea vergessen, eine Bauerntochter, die seine Familie nicht akzeptiert. Er lernt Ceton kennen, ein Monster in Menschengestalt, der ihn geschickt manipuliert. Zurück in der Heimat darf er endlich heiraten.

In der Hochzeitsnacht passiert ein grausames Verbrechen. Linnea wird bestialisch emordet, offiziell von einem Rudel Wölfe, aber Eric glaubt, dass er der wahre Täter ist. Die Mutter der Braut glaubt die Geschichte nicht und bittet Jean Michael Cardell sich der Sache anzunehmen.

1793 war eines meiner Highlights des letzten Jahres. Niklas Natt och Dag hatte mich absolut überzeugt. Mit seinem Plot, mit seiner Sprache, mit der abstossenden Brutalität, aber auch mit seinem poetischen, fast liebevollen Sprachstil. Mit diesem zweiten Teil hat er es leider nicht geschafft, mich erneut zu fesseln. Fast hatte ich das Gefühl, ich lese das erste Buch noch einmal. Die vielen Parallelen zur ersten Geschichte, die vielen Wiederholungen der brutalen Abhandlungen ermüden den Leser und wirken zu stark konstruiert. Der Fall selbst wirkt unglaubwürdig und zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wird in meinen Augen leider zu sehr künstlich in die Länge gestreckt. Ich musste mich regelrecht zwingen weiter zu lesen. Dieser starke Sog, den ich im Vorgängerroman spürte, wollte sich diesmal so gar nicht einstellen. Sehr schade, denn die Sprache beherrscht der Autor wie kein zweiter.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sabine M

Rezensionen von heinoko:

Genervt vom Psycho-Puzzle

Je tiefer das Wasser von Katya Apekina


Es hilft nichts: Ich mag dieses Buch nicht. Ich mag es gar nicht. Ich finde nichts daran, was ich mögen könnte.

Edie und Mae sind Schwestern und haben eine schwere Kindheit und Jugend, da ihre Mutter psychisch krank ist. Nach einem Selbstmordversuch wird sie in einer Klinik für längere Zeit behandelt, und die Geschwister müssen von Lousiana nach New York umziehen zu ihrem Vater Dennis, einem berühmten Schriftsteller.

Der hatte schon vor 10 Jahren die Familie verlassen, was ihm Edie nicht verzeihen kann. Auch den Umzug als solchen empfindet Edie wie einen Verrat. Mae dagegen versucht, mit der neuen Situation so gut wie möglich zurecht zu kommen. Im Grunde erlebt sie das neue Leben beim Vater befreiend. Der Bruch scheint unvermeidlich.

Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Autorin in diesem Erstlingsroman die Leser missbraucht, indem sie ihre Geschichte auf die Leser loslässt, all die darin enthaltenen Obsessionen und psychischen Irrungen und Wirrungen vor den Lesern ausbreitet, sie dann jedoch damit allein lässt. Die Leser dienen wie in einer Selbsthilfegruppe der Autorin als hilflose und stumme Zuhörerschaft. Das Buch ist ein Puzzle aus vielen, vielen Einzelteilen, denn in teilweise kürzesten Kapiteln berichten viele Menschen aus ihrer Sicht über einzelne Szenen, allen voran natürlich Edie und Mae. Zwar weiten sich die individuellen Bilder des Geschehens, wenn aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, aber obwohl es eine so große Fülle an Kapitel-Schnipseln sind, passen sie letztlich nicht zusammen, ergeben zumindest für mich kein vollständiges Bild, dem man etwas Konkretes, Fassbares, Schlüssiges entnehmen könnte. Unendlich mühsam bis langweilig zu lesen war für mich diese endlose Aneinanderreihung von düsteren Szenen über Ängste, Unsicherheiten, Verwirrnis, Verkennung der Wirklichkeiten und Schuldzuweisungen. Und dies letztlich ohne jegliche nachzuvollziehende Botschaft außer vielleicht der, wie krank Beziehungen in einer Familie sein können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von heinoko

Rezensionen von Claudia R:

spannende Abenteuergeschichte mit wichtigen Botschaften

Sandras und Leons Abenteuer in der Urzeit von Jule Sophie Reichenstein

Klappentext:

Lust auf Abenteuer?
Begleite Sandra und Leon in die Zeit der Dinosaurier.
Die Geschwister wissen nicht, wie ihnen geschieht.
Eben springen sie noch auf dem Trampolin in ihrem Garten, jetzt sitzen sie in einem Baum über den Wolken und reden mit Flip - einem äußerst witzigen Flugsaurier.

In ihrem ersten Abenteuer erfahren die Geschwister, dass sie mit Hilfe der Elemente durch die Zeit reisen, um Frieden in fremden Welten zu stiften.
Obwohl sie anfangs skeptisch sind, wollen Sandra und Leon unbedingt helfen.
Doch wie kann es ihnen gelingen, die Feindschaft zwischen Himmelswesen und Erdbewohnern zu beenden? Wer steckt hinter den Angriffen? Und was ist Flauschi eigentlich für ein Name?

Cover:

Das Cover finde ich sehr schön. Es weckt die Abenteuerlust und wirkt sehr spannend. Man sieht zwei Kinder auf einem Flugsaurier weit oben über den Wolken und im Hintergrund den Mond in seiner vollen Größe. Ein extrem toller Anblick und eine zauberhafte Gestaltung der Covers, auch die Farbwahl ist sehr gut gelungen. Nicht zu bunt, sondern eher etwas gediegener, was die nächtliche Stimmung und auch ein wenig Nervenkitzel sehr gut herüber bringt.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, dadurch lässt sich das Buch sehr gut und locker lesen.

Die Schriftgröße wurde angemessen und altersentsprechend gewählt, so dass auch Leseanfänger keine Probleme beim Lesen und Vorlesen haben. Auch die Satzlänge wurde gut gewählt und es lässt sich sehr locker und einfach lesen.

Der Anfang eines jeden Kapitels ist durch eine tolle Skelettzeichnung hervorgehoben, so dass man diesen sehr gut erkennt. Auch die Kapitellänge ist sehr gut und angenehm gewählt, da die einzelnen Kapitel meist nur aus wenigen Seiten bestehen, was sehr lesefreundlich ist und zu entsprechenden kurzen Pausen einlädt. Die Gliederung ist sehr kinderfreundlich und auch die Überschriften passen sehr gut zu den einzelnen Kapiteln.

Es beginnt mit Sandra und Leon, die ihrer Mutter etwas schönes zum Geburtstag backen und Basteln und gerade in den Vorbereitungen sind. Die beiden Kinder kommen sehr sympathisch und authentisch rüber... einfach wie Freunde von nebenan.

Während sie kurz im Garten auf dem Trampolin springen sind sie plötzlich in einer ganz anderen Welt, in der Urzeit zu Zeiten der Dinosaurier gelandet. Ab hier an wird es richtig spannend. Was werden sie wohl erleben und wie kommen sie wieder zurück? Doch zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sondern empfehle jedem diese tolle Geschichte selbst zu erleben und zu erlesen.

Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und neben einigen wissenswerten Fakten, die man durch die Geschichte über die Urzeit erfährt, bekommt man auch nur sehr wichtige Werte in der Geschichte vermittelt. Denn es ist nicht einfach nur ein Abenteuer, sondern vermittelt auch sehr wichtige Botschaften, z.B. dass böse Worte und Gerüchte sehr viel Schaden anrichten können und das Zusammenhalt und Freundschaft sehr wichtig ist.

Liebevoll und mit sehr viel Herzenswärme wurde diese Geschichte und die Charaktere gestaltet, dies merkt man und das macht das Buch aus. Auch die Illustrationen sind wunderschön gestaltet und runden das Ganze sehr gut ab.

Ein sehr niedliches und aussagekräftiges Kinderbuch mit einer spannenden Abenteuergeschichte und sehr vielen wichtigen Aspekten und Botschaften aus denen Kinder und Erwachsene noch so einiges lernen können. Mir hat dies sehr gut gefallen.

Fazit:

Ein sehr niedliches und aussagekräftiges Kinderbuch mit einer spannenden Abenteuergeschichte und wichtigen Botschaften für Groß und Klein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Claudia R

Rezensionen von Meli:

So viel mehr als nur die Geschichte einer Jugendliebe!

Sweet Sorrow von Nicholls David

Erstmal: Ich hätte schon eine ganz andere Geschichte erwartet. Der ältere Charlie erzählt rückblickend von diesem Sommer und auch, was vor diesem Sommer in seinem Leben geschah, aber von der Gegenwart erfährt man fast nichts. Der Klappentext hat mich denken lassen, dass auch sein aktuelles Leben noch dran kommt und auch die mögliche Begegnung mit Fran eine große Rolle spielt.

Die Gegenwart kam mir zu kurz, weil ich beim Klappentext einfach andere Erwartungen hatte.

Der junge Charlie, gerade sechzehn und fertig mit der High School, ohne Pläne für morgen, ging mir schon regelmäßig auf den Keks. Seine Eltern haben sich getrennt und er muss mit der Last leben, sich um seinen schwierigen Vater zu kümmern, doch um Charlie kümmert sich niemand. Ich hatte wegen seiner traurigen, hoffnungslosen Situation auch Mitleid mit ihm, aber seine rebellische Art war auch anstrengend - wenn auch nicht überraschend und ziemlich nachvollziehbar.

Der ältere Charlie blickt aus einer Distanz zurück und versteht die Gefühle des einsamen Teenagers und analysiert seine Motive, sodass es nur noch hoffnungsloser scheint, wenn er darüber sinniert, wie irrational die Gefühle manchmal waren, wie die Jugend vergeht und einst so wichtige Dinge ihre Bedeutung verlieren. Das hat viel Tiefgang, aber das wird oft so trocken und nüchtern übermittelt, dass es mich nicht immer erreichen konnte.

Eine Liebesgeschichte ist es schon fast nicht mehr, viel mehr als das Pärchen stehen Charlie und seine Entwicklung im Mittelpunkt. Es ist ein Coming-Out-Of-Age-Roman, bei dem die Schwelle zwischen Jugend und dem Beginn des Ernstes des Lebens, wo Charlie Schwierigkeiten hat, seinen eigenen Weg zu finden. Es geht hier um seine Familie, seine Freunde und vor allem auch darum, wie er sich selbst sieht.

In diesem Buch geht es auch um ein Theaterstück: Shakespeares Romeo und Julia. Ich fand es zwar interessant, wie Charlie dadurch in neue Situationen geschubst hat, so dass er mal andere Perspektiven kennenlernt, aber die Theaterszenen waren mir oft zu lang. Hier wird öfter mal ein Dialog oder Monolog analysiert und das hätte man kürzer fassen können.

Insgesamt scheint es ziemlich viele Baustellen zu geben, vor allem, wenn man eigentlich eine Liebesgeschichte möchte, es aber ständig in andere Richtungen abschweift. Da ich dann aber erkannt habe, dass das eigentlich gar nicht das Kernthema ist, haben mich die vielen Einflüsse in Charlies Leben auch überhaupt nicht mehr gestört.

Das Ende kam mir viel zu kurz, zeigt aber, passend zum Rest des Buches, dass das Leben weitergeht. Also ist es schon ärgerlich, aber in sich so stimmig, dass ich doch wieder glücklich damit bin.

Fazit
Obwohl "Sweet Sorrow" für mich keine Liebesgeschichte ist und ich mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen bin, hat es mir ganz gut gefallen. Charlies Entwicklung über diesen Sommer konnte mich durchaus überzeugen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Meli

Rezensionen von Furbaby_Mom:

Anders als erwartet

Alles, was wir sind von Prescott Lara

"Alles, was wir sind", erschienen im Rütten & Loening Programm des Aufbau-Verlags, war der erste Roman, den ich von Autorin Lara Prescott lesen durfte und noch ehe ich die Lektüre überhaupt begann, kam ich nicht umhin, die überaus hochwertige und optisch aufwendige Buchausstattung zu bestaunen.

– Ein bedruckter Folienumschlag, der sich wunderbar vom ebenfalls bedruckten Buchdeckel abhebt, ein edles Innencover, ein Lesebändchen…nobler geht es kaum. Es wird sofort deutlich, dass dieses Werk sich von der Masse der anderen aktuell veröffentlichten Bücher abheben wird. - "Episch!", ging es mir durch den Kopf und genau solch eine Begeisterung erwartete ich mir auch vom Inhalt. Im Vorfeld hatte ich schon viel von diesem auf wahren Tatsachen beruhenden Roman gehört, der bereits seinen internationalen Siegeszug angetreten hatte.

Vielleicht kennt nicht jeder Leser den Namen Boris Pasternak, aber sein Lebenswerk, der Roman "Doktor Shiwago", dessen Verfilmung Mitte der Sechziger Jahre gleich fünf Oscars gewann, ist ein Stück Kulturgeschichte. Tatsächlich sollte in der damaligen Sowjetunion die Veröffentlichung Pasternaks Romans mit allen Mitteln verhindert werden, wovon nicht nur er selbst, sondern vor allem seine Geliebte (und Muse) Olga Iwinskaja betroffen war. Trotz mehrerer Jahre Gefangenschaft, die sie aufgrund ihrer Bekanntschaft mit Boris in einem weit von Moskau entfernten Gulag unter desaströsen Bedingungen verbringen muss, bleibt sie ihm treu und unterstützt ihn in seinem Schaffen. In den USA leitet die CIA derweil eine sanfte Propagandawelle ein, indem sie gedruckte Exemplare des Romans heimlich nach Russland zurückschmuggeln will, um die Menschen dort aufzurütteln und somit das Sowjetregime quasi von innen, vom eigenen Volk ausgehend, zu schwächen.

Erzählt wird sowohl aus Ost- als auch aus West-Perspektive, jeweils mit immer wechselnden Protagonisten als Hauptstimme des jeweiligen Kapitels. Insbesondere die Beleuchtung des Alltags und der Spionagetätigkeiten diverser Agenten/-innen in den USA fand ich unheimlich spannend, da das alte Washington D.C. der 50er Jahre faszinierend real von der Autorin zum Leben erweckt wurde, auch im Hinblick auf die damalige Gesellschaftsordnung. Frauen waren noch weit von der heutigen Gleichberechtigung entfernt und vor allem in den Kapiteln der Stenotypistinnen wird dies deutlich. Die junge Irina wird aufgrund ihrer russischen Abstammung von der Agency für Spionagetätigkeiten angeworben und von der charismatischen Agentin Sally (die meine Lieblingsfigur in diesem Roman war) entsprechend ausgebildet. Hierbei lag der Fokus allerdings größtenteils auf Irinas Privatleben – sie verliebt sich in jemanden, mit dem eine Beziehung unmöglich scheint…

So interessant die Hintergrundgeschichte zur Veröffentlichung des legendären Romans Pasternaks ist, so fremd blieben mir die Charaktere in Lara Prescotts Werk. Möglicherweise lag es an der Vielzahl der Figuren oder am permanenten Wechsel der Erzählstimme - oftmals hatte ich zu Kapitelbeginn Probleme zu erkennen, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird. Beinahe alle Protagonisten waren mir schlichtweg unsympathisch. Olga opfert ihr Lebensglück auf mehr als nur eine Weise für Boris (- der wiederum nur für seinen Roman lebt -), vernachlässigt sogar ihre Kinder darüber. Boris Pasternak mag ein großer Schriftsteller gewesen sein, aber menschlich wird er hier als selbstsüchtiger, rücksichtsloser Narzisst dargestellt; sein Erfolg geht ihm über alles, bedeutet ihm mehr als Olga. Sein Ego ist ihm wichtiger als Olgas Sicherheit, wichtiger als das Wohl seiner (sowie ihrer!) Familie. Ich hätte Olga vor Wut über ihre devote, naive Haltung ihm gegenüber am liebsten schütteln wollen!

Über das Werk "Doktor Shiwago" hatte ich mir insgesamt mehr Detailinformationen erhofft. Warum genau war der Roman der Sowjetregierung solch ein Dorn im Auge? Welche Kritik hat er am Staat geübt? Stattdessen nahmen allerlei 'Nebenschauplätze' einen dermaßen großen Raum ein, dass die Hauptthematik etwas verblasste und die Geschichte mich letztlich nicht so fesseln konnte, wie ich es mir erhofft hatte. Speziell im Mittelteil zogen sich einige der Passagen in die Länge und lenkten vom Hauptfokus ab. Leider hat der wundervolle, mal poetisch schöne, mal nüchterne Schreibstil der Autorin nicht ausgereicht, um diese negativen Punkte auszugleichen. Den realen, in die fiktive Rahmenhandlung eingebetteten geschichtlichen Fakten liegt gewiss eine aufwendige Recherchearbeit zugrunde, das wird mehr als deutlich; dennoch hatte ich das Gefühl, als Leserin gerade mal an der Oberfläche der Informationen zu kratzen. Für Kenner von "Doktor Shiwago" ist das Werk sicherlich interessant, sozusagen als Ergänzung. Im allgemeinen Vergleich mit anderen historischen Romanen würde "Alles, was wir sind" (aufgrund der bereits angesprochenen Oberflächlichkeit und Emotionslosigkeit) allerdings den Kürzeren ziehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Furbaby_Mom