Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schonungslos - harte Kost
Geißel der Menschheit von Edward Baron of Liverpool Russell
"Nur wenn wir aus der Vergangenheit eine Lehre ziehen, gibt eine wirkliche Hoffnung für die Zukunft"
Auch wenn viele Leser glauben, (fast) alles über den Holocaust zu wissen, dieses Buch wird sie eines besseren belehren.
Der Autor liefert in diesem Buch, das auf der Basis von Augenzeugenberichten, geheimen und weniger geheimen Dokumenten aus den Archiven der Wehrmacht sowie aus den Akten des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses stammen, ein umfassendes Kompendium des Grauens.
Die Details sind so grauenvoll, dass das Buch eigentlich nicht erscheinen sollte. Niemand konnte und wollte sich vorstellen, dass dies wirklich geschehen ist.
Der Autor erwähnt so verstörende grausame Einzelheiten wie: Die Knochen der Ermordeten wurden fein zermahlen und als Dünger auf die Felder aufgebracht. Oder mit den abgeschnittenen Haaren der Menschen wurden Matratzen gestopft. Ob die darauf Schlafenden deswegen Albträume hatten?
Doch hier kommt die peinlich genaue, fast schon pathologisch anmutende, Akkuratesse der Nazis, alles aufzeichnen zu wollen, zum Tragen. Obwohl man sich in den letzten Kriegstagen bemüht hat, belastendes Material zu vernichten, ist noch genügend davon übrig geblieben. Listen über Listen von geraubten Kunstschätzen, Möbeln oder Schmuckstücken - alles fein säuberlich dokumentiert. Es wird über die Menschenversuche genau Buch geführt.
Und wer glaubt, dass nur Männer an diesem Terror beteiligt waren, irrt. Dutzende Frauen haben mit besonderer Härte Häftlinge gequält und getötet.
Das Buch ist, neben einer Einleitung von Moshe Zuckermann, einem Vorwort zur westdeutschen Ausgabe und einem Prolog in sieben Kapitel eingeteilt:
Die Instrumente der Hitlertyrannei
Misshandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen
Kriegsverbrechen auf hoher See
Misshandlung und Ermordung der Zivilbevölkerung im besetzten Gebiet
Zwangsarbeit
Konzentrationslager
Die Endlösung der Judenfrage
Dem Epilog folgen noch Anhang, Namensregister und Anmerkungen. Mir persönlich fehlt ein Verzeichnis der Fotos. Das Foto auf dem Cover ist das wohl bekannteste. Es wurde vermutlich im April 1943 im Warschauer Getto aufgenommen. Einige Fotos, manche grobkörnig, andere gestochen scharf, zeigen die Unmenschlichkeit des Naziregimes.
Interessant sind die Worte im Epilog zu den Ausstellungen in Vernichtungslagern wie Auschwitz oder Dachau. Dort können die Besucher das Grauen nur entfernt erahnen, denn die Baracken sind klinisch sauber. Es fehlt der Gestank des Todes, der menschlichen Exkremente und der süßliche Geruch der verbannten Leichen.
Das hat schon Ginette Kolinka in ihrer Biografie „Rückkehr nach Birkenau“ festgestellt. Sie beschreibt das so: „Ich mag Auschwitz nicht, diese leicht voyeuristische Anhäufung. Ich habe das Gefühl, dass dort alles zum Mitleid bewegen soll. Das hat mich nie beeindruckt.“
Fazit:
Ein Buch, das trotz allem unbedingt gelesen werden muss. Wenn heute, im Jahr 2020 der Antisemitismus wieder zunimmt, so kann man nur sagen „Wehret den Anfängen“.
Rezensionen von dorli:
Dorthin, wo der Tag anbricht
Dorthin, wo der Tag anbricht von Elizabeth Camen
Pennsylvania, November 1897. Die Medizinstudentin Julia Broeder hat ein großes Herz für Tiere. Als sie einen übel zugerichteten Hund operiert und danach vor seinem Besitzer versteckt, weil dieser das Tier bei brutalen Hundekämpfen starten lässt, wird Julia vom College verwiesen und kann damit ihren Traum, als Missionsärztin zu arbeiten, ad acta legen.
Da die reichen Vandermarks Julias Familie schon immer großzügig unterstützt haben, bittet Julia in ihrer Verzweiflung deren Anwalt um Hilfe, wird aber von dem geschniegelten Ashton Carlyle barsch abgewiesen. Als Nickolaas Vandermark davon erfährt, ist er erbost und fordert Ashton auf, alles daranzusetzen, dass Julia ihr Studium unverzüglich fortsetzen kann, doch das ist leichter gesagt als getan, denn Julia hat mittlerweile andere Pläne…
„Dorthin, wo der Tag anbricht“ ist in der Reihe „Kleine Auszeit“ des Verlags der Francke-Buchhandlung erschienen. Das Büchlein ist so etwas wie eine Vorgeschichte zu dem bereits 2018 erschienenen Roman „Das Anwesen“.
Elizabeth Camden hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich mit den Akteuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt.
Die Autorin hat ein ungewöhnliches Setting für ihre Protagonisten vorbereitet – während Julia und Ashton eine Woche lang gemeinsam einer Ziegenherde beim Ablammen helfen, lernen die beiden einander besser kennen, sprechen über Verantwortung, ihre Kindheitsträume und ihre Pläne für die Zukunft.
„Dorthin, wo der Tag anbricht“ hat mir sehr gut gefallen - ein unterhaltsamer Kurzroman, der mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert hat.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Als Film bestechend, als Buch nicht so
American Hero von Larry Beinhart
Dieses Buch ist der neu aufgelegte und mit einem aktuellen Vorwort versehene Polit-Roman aus dem Jahre 1993 (deutsche Ausgabe 1994).
Es ist die Zeit von Präsident Bush senior, in der das Buch angesiedelt ist. George Bush muss um seine erfolgreiche Wiederwahl bangen. Um von innenpolitischen Querelen abzulenken, empfiehlt der geniale Stratege Lee Atwater auf seinem Sterbebett, einen Krieg à la Hollywood zu inszenieren.
Die Mannschaft im Weißen Haus springt auf diesen Zug auf. Der erste Golfkrieg ist jener Krieg, der als Medienereignis in die Wohnzimmer der Menschen gebracht wird - live und in Farbe. Sterben werden allerdings nur die anderen.
Larry Beinhart gelingt es, die Propaganda gut darzustellen. Mittels parabelhafter Darstellung gelingt es dem Autor, die Mechanismes der Werbung, der unterschwelligen oder auch bewussten Beeinflussung der Menschen durch ausgewählte Bilder und Berichterstattung aufzuzeigen. Wie wir heute wissen, hat die Wirklichkeit den Roman leider längst überholt.
Stellenweise leidet der Thriller (?) leider ein wenig an Langatmigkeit. Das könnte eventuell der Übersetzung geschuldet sein.
Dieses Buch ist die Vorlage zu dem Film „Wag the Dog“, der mit Dustin Hoffmann und Robert de Niro grandios verfilmt wurde.
Fazit:
Ein politischer Roman , der nach wie vor Gültigkeit hat, aber auf Grund der stellenweisen Langatmigkeit kann ich nur gute 3 Sterne vergeben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein interessanter Einblick in die von den Nazis besetzten Niederlanden
Durch die kalte Nacht von Jürgen Ehlers
Dies ist nun der dritte und letzte Band der Trilogie rund um Gerhard Prange, Sofieke Plet und Richard Christmann.
Wir befinden uns nun zwischen 1943 und 1945 in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten NIederlanden. Das Terrorregime macht Jagd auf Juden, Widerständler und Spione. Je schlechter die Lage der Wehrmacht ist, desto mehr Druck wird auf die Bevölkerung ausgeübt.
Für jeden getöteten Deutschen gibt es Vergeltungsmaßnahmen.
Die Schlinge um Sofieke und Gerhard zieht sich immer enger zu. Fast täglich muss mit ihrer Verhaftung gerechnet werden. Von den Briten, die Gerhard als Spion abgesetzt haben, ist nichts mehr zu erwarten, denn der Spionagering ist aufgeflogen. Jeder ist sich selbst der nächste und muss sehen, wo er bleibt. Immer wieder kreuzt der undurchsichtige Richard Christmann die Wege von Gerhard und Sofieke. Es ist völlig unklar, ob er Freund oder Feid ist. Sicher ist nur, dass Christmann jeden nur benutzt, um selbst heil aus dem Krieg zu kommen.
Gerhard und die Jüdin Sofieke sorgen sich um das ihnen anvertraute jüdische Mädchen Sara, das als Grietje einige Zeit bei Bauern Unterschlupf findet, aber dann letztlich doch im Durchgangslager Westerbork landet.
Meine Meinung:
Wie schon in den beiden Vorgängern („Tod von oben“ und „Im dunklen Nebel“) ist die Stimmung der Menschen im besetzten Land authentisch wiedergegeben.
Geschickt vermischt der Autor fiktive Gestalten mit historischen Personen. So sind Gerhard Prange, Sofieke Plet und die kleine Sara erfunden, die anderen Protagonisten wie Christmann, Seyß-Inquart, Anton van der Waals historische Persönlichkeiten.
Wie auch schon bei Teil 1 und 2, sind auf dem Cover Fallschirme und die Samen der Pusteblumen abgebildet. Das sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Den Pusteblumen begegnen wir auch innerhalb des Buches.
Für die Leser, die sich in der Geschichte der besetzten Niederlande nicht so gut auskennen, gibt es zu Beginn eine Landkarte sowie ein Personenverzeichnis und zum Abschluss ein ausführliches Nachwort („Was wurde aus ...“) sowie ein weiterführendes Literaturverzeichnis.
Fazit:
Ein versöhnliches Ende dieser Trilogie, die einen interessanten Einblick auf die Jahre 1941-1945 in den besetzten Niederlanden gibt. Gerne gebe ich hier wieder 5 Sterne.
Rezensionen von Vicky:
Zweiter Bildungsweg: Weltretter
Weltretten für Anfänger von Susanne Fröhlich; Constanze Kleis
‘Weltretten für Anfänger‘ ist ein Sachbuch der Autorinnen Susanne Fröhlich und Constanze Kleis. Das Buchcover ist gut und zugleich auch etwas ironisch gestaltet. Ich finde es passt, vor allem in Anbetracht des Gesichtsausdrucks der einen Autorin, sehr gut zum Buch – vor allem zum humorvollen und gleichzeitig kritischen Schreibstil.
Die Autorinnen werfen hier viele interessante Fragestellungen au. Aber über vieles davon hatte ich bereits zuvor nachgedacht und eigentlich erwartet hier in diesem Buch Antworten zu finden. Dem war aber leider nicht so und deshalb ziehe ich auch zwei Sterne ab. Die Antworten auf viele wichtige Fragen werden hier eher allgemein gehalten und ich bleibe mit vielen Fragezeichen zurück. Denn im Prinzip sagt das Buch aus dass jeder seinen ‘eigenen‘ Weg finden muss wie er die Welt retten will aber das ist mir persönlich zu wenig. Vor allem wenn man ein ganzes Buch damit füllen will und dafür noch Geld verlangt… Ich muss aber sagen dass die Fakten und alles drum herum wirklich sehr interessant und auch lustig gestaltet war. Aber alles in allem war es mir eben doch zu wenig. Das tut mir sehr leid, denn ich hatte zwar keine ‚fixe‘ Anleitung zum Weltretten erwartet aber doch um einiges mehr Antworten als gegeben wurden. Ich war sozusagen auf der Suche nach einem 'Leitfaden' wenn man so will, nur leider konnte ich diesen hier nicht finden.
Dennoch muss ich sagen dass mir der Humor und Zynismus der Autorinnen sehr gefallen hat. Das Buch war wirklich interessant gestaltet und das ganze Thema wird mit Humor betrachtet. Hier ein paar ‘lustige Aussagen‘ die ich mir notiert hatte:
- 'Best-of der Entmutigungen'
- Der Selbsttötungsmechanismus In Elektrogeräten
- Onlineshopping ist eine Katastrophe mit Lieferservice
- Biofleisch ist besser als Fleisch aus Massentierhaltung – am besten aber ist es, ganz auf Fleisch zu verzichten. Kurz vor der Heiligsprechung steht man, wenn einem das überhaupt bei allen tierischen Produkten gelingt.
Enden möchte ich mit einer angeblichen Indianerweisheit die in meinen Augen sehr viel aussagt: Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Fazit: Ich kann mir vorstellen dass dieses Buch eine gute Grundlage für ein Kabarett wäre, das wäre bestimmt toll und ich würde es mir ansehen! Aber als Sachbuch finde ich hat es doch eher das Genre verfehlt.
Rezensionen von dorli:
Kein schlechter Tausch
Kein schlechter Tausch von Karen Witemeyer
Texas, Oktober 1890. Die junge Witwe Ruth Fulbright hat sich den Kurort Hope Springs ausgesucht, um hier gemeinsam mit ihrer 7-jährigen Tochter Naomi einen Neuanfang zu wagen. Dafür hat sie einen Job als Köchin im Homespun Café angenommen. Ruths größtes Problem ist es, eine Unterkunft zu finden, denn sie ist nach der Zwangsversteigerung ihres bisherigen Zuhauses mittellos und kann sich die teuren Mieten in Hope Springs nicht leisten.
In ihrer Verzweiflung bittet sie den reichen Vermieter Beauregard „Bo“ Azlin um einen besonderen Tauschhandel …
Bo ist reich aber einsam. Seit einem Unfall in seiner Kindheit hat er mit einer Lähmung von rechtem Unterarm und Handgelenk zu kämpfen und lebt deshalb sehr zurückgezogen. Es wird höchste Zeit, dass ihn jemand aus seinem Schneckenhaus befreit…
„Kein schlechter Tausch“ ist in der Reihe „Kleine Auszeit“ des Verlags der Francke-Buchhandlung erschienen und liest sich locker und angenehm zügig. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und kann ausgezeichnet mit den Akteuren mitfiebern und mitfühlen.
Karen Witemeyer hat einen frischen, lebendigen Schreibstil. Die Autorin erzählt die Geschichte im lockeren Wechsel mal aus Ruths, mal aus Bos Sicht, so dass man als Leser beide sehr gut kennenlernt und bestens verfolgen kann, was sie über den jeweils anderen denken.
„Kein schlechter Tausch“ hat mir sehr gut gefallen. Der unterhaltsame Kurzroman eignet sich hervorragend für einen gemütlichen Lesenachmittag.
Rezensionen von Bibliomarie:
Blickkontakt
Der Korndämon von R. P. Hahn
Richard Deichfürst, Frührentner und Alkoholiker, lebt zurückgezogen auf Rügen. Zu seiner Ex-Frau und seiner Tochter ist der Kontakt längst eingeschlafen, sein Bruder hat sich zurückgezogen. Schon zu oft hat er im Rausch die Beherrschung und die Übersicht verloren.
Es ist ein Augenblick, der Richards Leben verändert.
Auf der Straße erhascht er einen Blick in das Innere eines Wagens uns sieht einen Jungen in Todesangst. Doch seine Anzeige bleibt erfolglos, ganz im Gegenteil, ihm wird schnell klar, dass er als unzuverlässig und betrunken eingestuft wird. Das lässt ihn mehr als einmal die Beherrschung verlieren und er macht sich auf die Suche nach diesem Auto. Dabei zwingt er sich zur Abstinenz und stellt sich seinen Dämonen. In diesem Sinn erhält der Titel auch noch eine zweite, sehr treffende Bedeutung.
Erstaunlicherweise gibt es nur eine Person, die zu ihm hält. Seine 16jährige Tochter, die ihn bei der Suche unterstützt und zu der er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder eine vorsichtig tastende Beziehung aufbauen kann.
Das Buch hat meine Erwartungen unterlaufen. Es ist nicht einfach ein Krimi, in der eine Privatperson ermittelt, weil er ohne echte Beweise von der Polizei nicht ernst genommen wird. Es ist eher das Psychogramm eines Trinkers, der bis an seine Grenzen geführt wird. Er muss sein Leben in die Hand nehmen und umkrempeln, das ist fordernd bis zur Schmerzgrenze und oft darüber hinaus. Er muss sich seinen verkorksten Beziehungen stellen und Rückschläge und Demütigungen einstecken. Seine Leidensfähigkeit ist enorm.
Mir hat das Buch gefallen und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Spannend war auch die Klärung, aber viel spannender und mitreißender fand ich die Person von Richard Deichfürst. Auch das Ende mit einer offen bleibenden Frage ist sehr stimmig.
Rezensionen von spozal89:
Die Euphorie verstehe ich nicht ganz
Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal von Stella Tack
Mein erstes Buch von Stella Tack und ich muss gestehen, dass ich mir ein wenig mehr erhofft habe, weil ich bisher nur positive Reaktionen darüber gehört habe und das Buch ja doch recht hoch gelobt wurde. Ich will jetzt nicht sagen das ich das Buch schlecht fand, es war gut zu lesen und den Schreibstil der Autorin mochte ich gerne, aber es war jetzt nichts, was mich wirklich vom Hocker gerissen hat.
Die Geschichte ist an sich nichts neues und hat man schon zur genüge gelesen (Dreiecksbeziehung, Internate, Mädchen das von nichts weiß ist die Heldin der Nation - im übertriebenen Sinne). Es war wie gesagt nett zu lesen, aber in meinen Augen auch nicht mehr. Einzig und allein die Idee mit den lebenden Schachfiguren fand ich klasse, aber da hätte ich mir die Umsetzung ein bisschen anders gewünscht. So hatte es in meinen Augen eine gewisse Ähnlichkeit mit Panem...schade. Viele Figuren blieben blass und obwohl jede Seite 16 Spieler hat, hat man nur einen Bruchteil davon kennengelernt. Schön fand ich hingegen die kurzen Spielregeln und die Erklärungen zu den Spielfiguren, die es immer mal wieder zwischen den Kapiteln gab. Curse, eine der Nebenfiguren, war für mich eines der Highlights aus dem Buch, wobei ich mir auch über ihn gerne mehr Infos gewünscht hätte. Alice hat ja relativ schnell alles akzeptiert und hingenommen, ohne wirklich gründlich nach zu fragen.
Das Buch endet natürlich mit einem fiesen Cliffhanger, bei dem man natürlich Band zwei lesen muss, aber ob ich das dann tun werde, wenn er erscheint, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht.
Rezensionen von Castilleja:
Magische Verbindungen
Das neunte Haus von Leigh Bardugo
An der Elite-Universität Yale gibt es mächtige, alte Studenten-Verbindungen, die auch noch magisch sind. Das sogenannte "Neunte Haus", Lethe, ist die neunte Verbindung, deren Aufgabe es ist, darüber zu wachen, ob die Magie der anderen nicht ausufert und Unheil anrichtet. Alex Stern ist gerade neu in Yale und Mitglied von Lethe.
Ihre Fähigkeiten muss sie schon sofort einsetzen bei der Aufklärung eines Mordfalles, der tief in die Vergangenheit hinein reicht. Aber ihre Fähigkeit, Geister zu sehen kann sie hier einsetzen - aber nutzt sie ihr? Eine Protagonistin, die wahrlich Mut beweist und vor nicht viel zurück schreckt. Ein Schreibstil und eine Geschichte, die mir sehr gefallen haben und ich bin schon auf eine Fortsetzung gespannt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Liebe ist einfach nur schön – oder?
Liebeserklärungen von Kaminer Wladimir
Ich habe Herrn Kaminer auf der LitLove in München kennenlernen dürfen und bin seit dem von dem charismatischen Mann begeistert. Ich durfte ihm bei einer Lesung zuhören und war bei zwei Podiumsdiskussionen dabei. Es war so lustig, humorvoll und aus dem Leben gegriffen – einfach fantastisch. Ich habe noch Tage später schmunzeln müssen, wenn ich an die ein oder andere Episode, die er zum Besten gegeben hat, gedacht habe.
Also musste ich auch dieses Buch, sein neuestes, aus dem er vorgelesen hat, lesen.
Hier dreht sich alles um die Liebe:
Lea, die beste Freundin seiner Tochter, ist unsterblich in den jungen Peter Doherty verliebt. Während sich Wladimir Kaminer so seine Gedanken macht, wie eine solche Liebe überhaupt entstehen kann, muss sich Lea nach einem Konzert mit ihrem Star, bei dem sie unter Einsatz ihres Lebens seinen Hut ergattern konnte, fragen, woher die Kopfläuse plötzlich kommen.
Uwe ist in Gelsenkirchen in einem Hotel untergekommen. Seine Freundin Susanne überlegt, ihn dort mit einem Sprung aus dem Schrank zu überraschen. Was dabei schief läuft, könnt ihr hier lesen.
Der Autor schildert, wie seine Mutter ihre erste unglückliche Liebe überlebt.
In der Geschichte „Pinguine an der Ostsee“ erzählt er von seinem süddeutschen Freund Peter, den es als Hoteldirektor auf die Insel Rügen verschlagen hat. Genau diese Unfreundlichkeit der Bedienungen, die Maulfaulheit habe ich selbst vor drei Jahren dort erfahren müssen. Vielleicht war ich ja sogar im gleichen Hotel?
Andere Geschichten erzählen von einer Hebamme, die eine Katze in den Katzenhimmel massiert; von Andreas, der gleich nach der Schule ins Kloster will, dem die Mönche raten, erst seine Jungfräulichkeit zu verlieren; von Galina, die nur Dichter liebt und dann den perfekten Mann findet; vom Schlafwandeln; von Adam und Eva; von der Russischen Weihnacht; von der schönen Elena und von Frau Müller.
Er stellt, genau wie eine Statistik, fest, dass in Deutschland mehr Frauen einen Hund halten, als einen Mann besitzen. Sollte uns das zu denken geben? Was die Liebe mit den Walgesängen von Leopold oder einem Perückenmacher zu tun haben – das alles erklärt uns Wladimir Kaminer auf insgesamt 249 Seiten in seiner sehr humorvollen, aber auch nachdenklich-ernsten Art.
Ein tolles Buch über die Vielfalt der Liebe und eine Liebeserklärung an die Liebe.











