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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von manu63:

Brutale Fortsetzung

1794 von Niklas Natt och Dag

1794 ist der Folgeband von 1793, beide Krimis stammen aus der Feder des Autors Natt och Dag. Wieder kann der Leser Jean Michael Cardell begleiten bei seinen Ermittlungen rund um einen grausamen Mordfall. Im zur Seite steht Emil Winge, der Bruder des verstorbenen Juristen Cecil Winge mit dem Cardell im Vorband ermittelt hat.

Die Geschichte ist wieder in mehreren Strängen angelegt die sich aufeinander zu bewegen und es gibt wieder Zeitsprünge , welche dieses Mal den roten Faden vermissen lassen.

Natt och Dag hält sich dieses Mal lange an einzelnen Strängen fest und mir als Leserin hat sich nicht immer erschlossen warum ich diesen sehr ausführlichen Schilderungen folgen sollte, zumal sie im Endeffekt oft nichts mit dem Mordfall zu tun hatten. Die Leser verfolgen im ersten Abschnitt das Heranwachsen von Erik Drei Rosen und seinen Aufenthalt auf der Karibikinsel Saint-Barthélemy der noch Bedeutung bekommen soll. Das Leben auf der Sklaveninsel und der Umgang mit den Sklaven wird mit großer Brutalität erzählt.

Der eigentliche Mord ereignet sich erst später im Buch und der Täter ist schnell ersichtlich. Die Ermittlungen rücken stark in den Hintergrund, vielmehr stehen die einzelnen Protagonisten, die man ggfs. schon aus 1793 kennt in den Vordergrund. Die einzelnen Entwicklungen werden umrahmt von brutalen und grausamen Szenen, immer wieder fliegen Fäuste, es spritzt Blut und Frauen und Männer werden misshandelt. Das Recht des Einzelnen zählt nichts, der Stärkere setzt sich durch. Das Stockholm Natt och Dags ist ein düsterer Ort an dem Mord, Diebstahl und Misshandlungen das normale Leben sind. Zwischendurch gibt es wenige Passagen in denen es friedlich zugeht und man den Charakteren ihr kleines Glück gönnt. Das Ende des Buches hat mich ratlos zurückgelassen, denn es gibt kein richtiges Ende, das Buch endet abrupt und ohne Auflösung der Situation.

Mein Fazit, wer es härter und brutaler mag in den Schilderungen wird dieses Buch gut finden, wer nicht auf gefühlt jeder 3. Seite das Blut spritzen sehen mag wird sich mit dem Buch nicht wohlfühlen. Die Ermittlungen rund um den Mord sind nur ein kleiner Teil der Geschichte und bilden nur einen Rahmen für die Darstellung der Entwicklung der einzelnen Charaktere und ihrer Schicksale die keine Hoffnung geben.

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Rezensionen von yellowdog:

Eigenwillige Prosa

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

In Rote Kreuze kommen im Jahr 2000 in Minsk zwei sehr unterschiedliche Menschen, die aber Nachbarn sind, miteinander ins Gespräch.
Der Anfang zwischen ihnen ist holprig, doch schließlich bindet sie ihre schwierige Vergangenheit miteinander. Um den jungen Alexander gibt es das Geheimnis, dass man anfangs nicht weiß, warum er alleinerziehender Vater eines 3 Monate alten Mädchens ist.

Seine Nachbarin Tatjana Alexejewna ist über 90 Jahre alt und scheut sich nicht, freimütig ihre lange, leidvolle Lebensgeschichte zu erzählen.
Das beinhaltet auch jahrelange Gefangenschaft und Verlust der Familie im Gulag sowie eine Geschichte um Schuld.

Die Handlung benötigte für mich ein wenig, um in Schwung zu kommen, doch dann konnte mich die Geschichte wirklich packen.
Manche Passagen sind stärker als andere. Zum Glück sind sie in der Mehrzahl und teilweise wirklich bewegend.
Sasha Filipenkos eigenwilliger Stil konnte mich überzeugen und ich hoffe auf weitere Übersetzungen seiner Bücher.

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Rezensionen von LadyIceTea:

Langweilig und wirr

Sweet Sorrow von Nicholls David

Manches im Leben strahlt so hell, dass es erst aus der Entfernung wirklich gesehen werden kann. Die erste große Liebe ist so eine Sache, die immer noch leuchtet, auch wenn sie längst verglüht ist. Und jeder ist der Hauptdarsteller dieser Geschichte im Leben. Auch Charlie Lewis. Nichts an ihm ist ansonsten besonders.

Er sieht durchschnittlich aus, seine Noten sind in Ordnung, selbst die Scheidung seiner Eltern ist nur normal unglücklich. Dann begegnet er Fran Fisher, und seine Welt steht Kopf. Plötzlich findet er sich mittendrin in der ältesten und immer neuen Geschichte: die erste große Liebe. Und zwar recht wörtlich, denn Fran macht zur Bedingung für weitere Treffen, dass er sich mit ihr einer Laientheatergruppe anschließt, Romeo und Julia, was sonst. In den langen, hellen Nächten des Sommers nach dem Schulabschluss macht Charlie die schönsten, peinlichsten, aufregendsten und unvergesslichsten Erfahrungen seines Lebens. Und steht dann zwanzig Jahre später vor der Frage, ob er sich traut, seine erste große Liebe wiederzutreffen.

Eigentlich mag ich die Bücher von David Nicholls sehr gerne. Eigentlich. Leider konnte mich „Sweet Sorrows“ überhaupt nicht abholen.
Für mich war der Schreibstil ziemlich wirr und irgendwie langweilig und langatmig. Die Hauptfigur Charlie und eigentlich fast alle um ihn herum, waren mir eher unsympathisch als alles andere. Lediglich Fren fand ich recht nett.
Auch die Handlung plätschert nur langsam vor sich hin und so richtig passiert eigentlich nichts.
Ich habe das Buch nur bis zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen, weil es für mich zunehmend zu einer Quälerei wurde.
Ich finde es sehr schade, denn der Klappentext verspricht eigentlich eine Liebesgeschichte. Leider bekommt man eher ein melancholisches Drama. Viel Gefühl ist bei mir nicht angekommen.
Ich denke, der ein oder andere wird diesen eher bodenständigen Schreibstil mögen und auch mit den etwas raueren Figuren gut auskommen aber für mich ist dieses Buch leider eine Enttäuschung.
Schade, denn die Idee hat mir wirklich gut gefallen. Nur leider hat es am Ende nicht gereicht.

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Rezensionen von Tara:

Romantische Liebesgeschichte mit Bollywood-Flair

Cherish Hope von Nalini Singh

„Cherish Hope“ ist der zweite Band der Hard Play Reihe der Autorin Nalini Singh, der sich auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes problemlos lesen und verstehen lässt.

Naynas Freiheitsdrang ist riesig, aber sie liebt auch ihre indische Familie, die großen Wert auf Traditionen legt. Nachdem sie zugestimmt hat den Mann zu heiraten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben, bereut sie diese Entscheidung schon bald wieder, möchte sich zuvor noch ein letztes Mal so richtig frei fühlen und ein Abenteuer erleben.

Auf einer Party lernt sie Ray kennen, der in ihr Gefühle hervorruft, mit denen sie nicht gerechnet hat. Aber noch viel weniger hat sie damit gerechnet, dass dieser plötzlich verschwindet und ihr später von ihren Eltern als potentieller Ehemann vorgestellt wird.

Der Schreibstil von Nalini Singh ist wieder einmal einfach nur wundervoll. Sie versteht es zu fesseln und ihre Leser mit in eine andere Welt zu nehmen. Hier in die Welt von Nayna und Ray, mit reichlich Romantik, ein wenig Humor und Bollywood-Flair.
Ein kleines Highlight waren auch die Kapitelüberschriften, sie machen immer direkt neugierig auf das nächste Kapitel, so dass es schwer wird das Buch aus der Hand zu legen.

Der Roman ist keine anspruchsvolle Geschichte, sondern ein richtiges Wohlfühlbuch mit liebenswerten Charakteren und Nebencharakteren, bei dem man gleichzeitig ein paar Einblicke in eine fremde Kultur bekommt.

Mich hat dieses gefühlvolle Buch berührt und zum Lachen gebracht. Die Dialoge zwischen den Protagonisten waren einfach witzig und die Handlung romantisch, wenn auch mit ein wenig Pomp und Übertreibung.

Mein Fazit: Ein Buch zum Träumen und wohlfühlen, das mich bestens unterhalten hat.

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Rezensionen von nil_liest:

Es lebe die Humanität!

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Ihr Debüt ‚Der Zopf‘ hat mich stark beeindruckt und war eines dieser Bücher, für die ich jede Minute Freizeit hergab, hauptsache ich konnte weiterlesen! Laetitia Colombani kann bestechend gut erzählen. Das beweist sie in ihrem zweiten Roman genauso wie sie es mit dem ersten schon tat. Laetitia Colombani liegen Frauenschicksale am Herzen, das verbindet beide Bücher.

Im ersten ging es um eine Verkettung von Schicksalen starker Frauen. Im ‚Das Haus der Frauen‘ setzt sie ein Zeichen der Solidarität, die heutzutage immer mehr untergeht. Humanität, ein respektvoller Umgang miteinander, auch wenn man zu den Ärmsten gehört. Eine Botschaft die unsere Gegenwart bitter nötig hat. Erzählt wird zum einen die Geschichte einer Anwältin in der Gegenwart, die nach einem Burnout wieder Lebenskraft schöpfen will und eine Anstellung als Öffentliche Schreiberin im Haus der Frauen. Eine andere Art der Herausforderung. Kontrastiert wird dagegen das Leben einer willensstarken Frau aus gutem Hause, die ihr Leben den Armen widmete in den Anfängen der Heilsarmee. Und wo bzw. wie es zusammenführt, nehme ich nicht vorweg.
‚Das Haus der Frauen‘ hat mich persönlich nicht so gefesselt wie das erste Buch. Es ist gut, aber nicht so bestechend gut wie der erste Roman und leicht kitschig, aber das auch nur ganz dezent.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:

Das Schweigen durchbrechen

Vom Land von Dominik Barta

Geschichten vom Land stellt man sich gerne idyllisch vor, hier ist das Leben noch in Ordnung, jeder hat seinen Platz, die Arbeit ist hart, aber man weiß, wofür man lebt.
Und dann wird eines Tages die Mutter krank und nichts stimmt mehr.
Es ist ein Bruch, den Dominik Barta hier beschreibt, ein Bruch, der offenbar schon lange fällig war.

Schweigen, Unterdrückung von Gefühlen und Menschen, geduldiges Hinnehmen sind jetzt nicht mehr möglich. Jede Gewissheit gerät ins Wanken, aber auch neue Wege sind plötzlich erkennbar, der alte Bauer findet Kontakt zum jungen Flüchtling, Vertrauen kann Grenzen überwinden.
Der Einstieg in die Geschichte war etwas mühsam, weil allzu detailgenau, aber dann habe ich das Buch in einem Zug durchgelesen – eine starke Erzählung.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Die warme Hand der (Groß)Mutter

Vom Land von Dominik Barta

In diesem Dorf scheint alles am richtigen Platz zu sein: die Kirche, das Gasthaus, die Bank, das Heimatmuseum, die Bauernhöfe und Häuser, der Siloturm. Doch als die Bäurin Therese einfach nicht mehr kann, bricht in Familie und Dorfgesellschaft auf, was viel zu lange vertuscht und verdrängt wurde.

Dominik Barta seziert in seinem Debütroman mit knappen, klaren Sätzen eingefahrene Familien- und Gesellschaftsstrukturen. Obwohl er dabei kaum ein aktuelles Thema auslässt, gelingt es dem Autor, seine Romanfiguren mit Tiefe und Emotion zu beschreiben. In einigen entscheidenden Szenen spürt man die warme Hand der (Groß)Mutter Therese über das eigene Gesicht streifen. Und da wünschen wir, sie hätte mehr Selbstbewusstsein und Lebensfreude für sich entwickeln und weitergeben können. Dieses Land, in das uns Barta führt, kennen wir alle. Es könnte so weit sein wie unsere Seele oder doch so engstirnig wie vieles in diesem Landstrich. Dass er letztlich neue Hoffnung für ein besseres Zusammenleben keimen lässt, macht diesen Roman besonders lesenswert.

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Rezensionen von Ele:

Sophia und der Puderkrieg

Vom Land von Dominik Barta

Sophias Hoffnung – Die Farben der Schönheit, Frauenroman von Corina Bomann, 544 Seiten erschienen im Ullstein-Verlag.
Der Beginn der Trilogie „Die Farben der Schönheit“
Sophia studiert Chemie. Als sie von ihrem Dozenten schwanger wird, der ihr die Ehe versprochen hat, wird sie von ihren Eltern verstoßen.

Auch ihr Geliebter distanziert sich von ihr. Plötzlich erkennt die junge Frau aus gutem Haus, dass sie ihr Kind alleine aufziehen muss. Bei einer Freundin findet sie ein Unterkommen. Mit dieser Freundin, die sich als Nackttänzerin ihr tägliches Auskommen verdient, begibt sie sich nach Paris, wo sich Sophia eine ungeahnte Möglichkeit bietet. Zusammen mit Helena Rubinstein reist sie nach New York um in ihrem Kosmetikimperium zu arbeiten. In der Hoffnung auf ein neues Glück kommt sie zwischen die Fronten des „Puderkriegs“.
Das Buch ist im Ich-Stil aus der Sicht der Protagonistin verfasst, deshalb ist der Lesende auch ganz nahe am Geschehen. 50 pralle Kapitel, die die Bestseller-Autorin in ihrer bildhaften und flüssigen Schreibweise verfasst hat, haben mich durch das Buch fliegen lassen. Schon ab dem ersten Kapitel war Lesefluss vorhanden und ich konnte das Buch nur ganz schwer aus der Hand legen. Zur besseren Übersicht sind Briefe, französische Ausdrücke und englische Phrasen kursiv gedruckt.
Sophias Hoffnung, ein Buch das mich herrlich unterhalten hat. Dies hat Corina Bomann auch in diesem Buch wieder wunderbar geschafft. Einfühlsam erzählt die Autorin den Werdegang einer tapferen Frau, emotionsgeladen und dramatisch erzählt. Ich habe mit der Protagonistin mitgelitten und gefiebert, an einigen Stellen konnte mich die Geschichte auch zu Tränen rühren.
Besonders besticht die Geschichte durch ihre Personen, die Bomann so plastisch beschrieben hat, dass man sie sich wunderbar vorstellen kann. Nicht nur die Protagonistin ist mir ans Herz gewachsen. So verzweifelt ihre Situation auch immer ist, meistert Sophia ihre Schwierigkeiten und es tun sich schon wieder neue Probleme auf. Auch die anderen Charaktere haben Tiefe. Henny, ihre Freundin Madame Roussel, Genevieve, Ray und besonders Madame Rubinstein hatte ich beim Lesen direkt vor Augen, was für faszinierende Persönlichkeiten. Einzig Darren und seine Reaktion auf Sophias Vorgeschichte fand ich „seltsam“. Die wahren Begebenheiten die dieser Erzählung zugrunde liegen, finde ich spannend. Gebannt habe ich mitverfolgt wie sich das Frauenbild in den 1920er Jahren zur Moderne gewandelt hat. Da habe ich keine Wahl ich muss die weiteren Bände unbedingt lesen, um zu erfahren wie sich das weitere Schicksal von Sophia gestaltet. Das Buch endet mit einem gewaltigen Cliffhanger, der für meinen Geschmack sich leider etwas zu abrupt angezeigt hat. Das Setting ist hervorragend beschrieben, die Straßen und Gebäude in Paris, die Fabrik und die Labors in New York, sogar bei der Ankunft in Amerika meinte ich neben Sophie an der Reling zu stehen.
Erneut ein ergreifender Frauenroman der Autorin der es wert ist gelesen zu werden. Ich werde die Reihe auf alle Fälle weiterverfolgen. Eine Leseempfehlung an alle, die Frauenschicksalsromane mögen, an alle die sich von der ersten Seite an, spannend unterhalten lassen wollen, ohne sich groß den Kopf über die Handlung zerbrechen zu müssen. Und besonders an ihre Fans, die die Romane von Corinna Bomann lieben und schätzen. Von mir 5 Sterne.

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Rezensionen von LEXI:

Liebe ist immer auch eine Entscheidung. Ich möchte mich für die Liebe entscheiden, nicht für den Hass.

Das Lächeln des Drachen von Elisabeth Büchle

Liebe ist immer auch eine Entscheidung. Ich möchte mich für die Liebe entscheiden, nicht für den Hass.

„Mein Großvater hat versucht, die Angst und die Wut in mir zu bekämpfen, er brachte mir bei, wie man diese Gefühle aus sich herauslassen kann. Aber auch, wie ich sie im Gebet an Gott abgeben kann.

Das waren die Drachen, gegen die wir ankämpften. (Junia)“

Eine dunkle Bedrohung schwebt über das Anwesen Broomglade Manor in Devonshire, dem Schauplatz des ersten Teiles dieser Neuerscheinung von Elisabeth Büchle. Als die heimat- und mittellose Waise Olivia Anna Kramer aus Schlesien zu ihrer Patentante Lady Olivia Matthews nach England aufbricht, ahnt sie noch nicht, welche Verwirrung ihre Ankunft stiftet. Sir Simon Matthews musste den Platz seines verschollenen älteren Bruders James einnehmen, er trägt nun als Erbe die Verantwortung für Broomglade Manor. Der jüngere Bruder Charles lebt mit seiner Ehefrau in Bristol, seine Besuche hinterlassen aufgrund seiner feindseligen und ablehnenden Haltung Olivia gegenüber einen bitteren Beigeschmack. Ein spurlos verschwundenes Dienstmädchen sorgt für Aufregung, ein dunkles Geheimnis droht die entfremdeten Brüder Simon und Charles für immer zu entzweien.

Während sich der erste Teil dieses Buches als charmante Familien- und Liebesgeschichte in Jane-Austen-Manier im Jahre 1859 entpuppt und auch sprachlich diesem Genre entspricht, sieht man sich man im zweiten Abschnitt mit dem aus einigen Vorgängerbüchern bekannten Protagonisten Falk Jäger konfrontiert. Der flapsige, charmante und ein wenig durchgeknallt wirkende junge Mann manövriert sich fortlaufend in Schwierigkeiten, er bleibt auch in diesem Buch seinem Image treu. Falk gibt sich respektlos und lustig, ein Blick hinter die Fassade lässt jedoch einen ehrlichen, treuen und verlässlichen Beschützer erkennen, für den seine Mitmenschen und sein unerschütterlicher Glaube an seinen Schöpfer höchste Priorität haben. In dieser atemberaubenden und adrenalingeladenen Geschichte jagt eine turbulente Szene die andere, auch bekannte Figuren wie Emma und Daniel Ritter, Rahel und Duke Taylor und Falks Eltern Magda und Hendrik Jäger nehmen einen gewichtigen Part in der Handlung ein. Junia, die hübsche Studentin der Meeresbiologie mit chinesischen Wurzeln, agiert als weibliche Hauptperson an Falks Seite. Ihre Vergangenheit ist von schlimmen Ereignissen überschattet, eine latente Bedrohung sorgt dafür, dass sich die befreundeten Paare Hals über Kopf in ein gefährliches Abenteuer stürzen.

Als großer Fan der Autorin war ich bislang von jedem Buch Elisabeth Büchles begeistert, mein besonderes Faible gilt den historischen Romanen. Der erste Teil dieses Buches, welcher die Ereignisse im Jahr 1859 in Devonshire thematisiert, hat mich aus diesem Grund ganz besonders für sich eingenommen. Der wunderschöne Schreibstil, die gewählte Sprache der Autorin und die romantische Handlung entführten mich tief in die Vergangenheit, wobei meine Neugier auf die Verbindung zum Handlungsstrang der Gegenwart, welche den zweiten Teil dieses Buches darstellt, beständig wuchs. Der Sprung ins Jahr 2013 wirkte auf mich zunächst ein wenig abrupt, doch die Wiederbegegnung mit dem Freundeskreis Falk, Emma, Rahel, Duke und Daniel sorgte zusammen mit der hohen Spannung sehr schnell für weiteren Lesegenuss. Was anfangs auf mich wie zwei völlig verschiedene, voneinander unabhängige Handlungen wirkte, lässt nach und nach vereinzelte Querverbindungen erahnen. Erst gegen Ende des Buches offenbart sich der Zusammenhang zwischen den Ereignissen des Jahres 1859 und der Gegenwart, man kommt als Leser in den Genuss einiger ergänzender Informationen zum Schicksal der Familie Matthews. Im Anhang geht die Autorin zudem auf die historisch belegte Persönlichkeit Georg Müller, die Opiumkriege zwischen China und Großbritannien und die kanadische Insel Sable Island ein.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren ist Elisabeth Büchle wie gewohnt hervorragend gelungen. Junia wird als traumatisierte junge Frau dargestellt, der es äußerst schwerfällt, auf andere Menschen zuzugehen und ihnen Vertrauen zu schenken. Ihre empfindsame, vorsichtige und misstrauische Art lässt sie äußerst zurückhaltend agieren, während Falk versucht, sie mit seinem überschwänglichen und fröhlichen Verhalten aus der Reserve zu locken. Falk nimmt als überaus facettenreicher Charakter den größten Raum ein, seine humorvollen Wortduellen mit Duke erschienen mir jedoch an mancher Stelle als etwas zu dick aufgetragen. Neben zahlreichen anderen liebenswürdigen Nebenfiguren galt meine größte Sympathie dem überkorrekten Butler William Pembroke aus dem ersten Buchteil – der penible ältere Herr mit dem stoisch-gelassenen Gesichtsausdruck entpuppt sich als Mensch mit goldenem Herzen und einer fürsorglichen und aufmerksamen Art. Ich habe es wirklich bedauert, mich nach über 240 Seiten von den Matthews und ihrem Butler verabschieden zu müssen.

Wie auch in den anderen Romanen der christlichen Bestsellerautorin Elisabeth Büchle spielt der Glaube an Gott eine wichtige Rolle, die Gebete der handelnden Figuren werden in kursiver Schrift dargestellt.

Fazit: „Das Lächeln des Drachen“ ist ein Roman mit zwei zunächst voneinander unabhängig erscheinenden Handlungen, die in verschieden Epochen und an verschiedenen Schauplätzen stattfinden. Während der erste Teil die Geschichte der adeligen Familie Matthews auf ihrem Herrensitz Broomglade Manor in Devonshire erzählt, wartet der zweite Teil des Buches mit einem hohen Spannungsbogen und dem originellen Protagonisten Falk Jäger auf. Abenteuerliche Szenen, starke Emotionen und überzeugende Figuren laden dazu ein, sich auf dieses mitreißende Abenteuer einzulassen. Mich hat dieses Buch trotz der beiden völlig konträren Buchteile hervorragend unterhalten und bescherte mir ein romantisches, aber auch humorvolles und spannendes Leseerlebnis.

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Rezensionen von LEXI:

Und dann kamst du

Und dann kamst du von Elisabeth Büchle

Und dann kamst du

„Die Vergangenheit hat ihre Herausforderungen und die Zukunft ist unsicher. Und das ist okay. Die Gegenwart ist alles, was wir haben.“

Die neunundzwanzigjährige Nora Bradford ist Historikerin und Genealogin, sie betreibt das historische Dorf im Stadtzentrum ihrer Heimatgemeinde Merryweather.

In ihrer Funktion als Leiterin der Bibliothek im Naturschutzmuseum kann sie ihre große Leidenschaft für Bücher zu ihrem Beruf machen. Die etwas altmodische, jedoch äußerst kompetente und hilfsbereite Frau besitzt eine gewinnende, manchmal unverblümte Art und einen trockenen Humor. Sie liebt es, Menschen bei ihrer Ahnenforschung zu helfen. Der Auftrag des attraktiven John Truman Lawson, der sich als herausragendes Mitglied einer Eliteeinheit einen Namen machte, weckt nicht nur ihre beruflichen Instinkte. Nora verliebt sich darüber hinaus rettungslos in den ruhigen und selbstbewussten Mann - doch John ist mit einer atemberaubend schönen, erfolgreichen und äußerst liebenswerten Frau liiert.

Becky Wade präsentiert mit ihrer aktuellen Neuerscheinung einen sehr unterhaltsamen Roman, in dessen Mittelpunkt die zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten steht. Mit John Lawson und Nora Bradford schuf sie zwei gegensätzliche Charaktere, deren Gedanken, Wünsche und Emotionen viel Raum im Buch einnehmen. Während Nora sich immer noch nicht von der Auflösung ihrer Verlobung erholt hat, sieht John sich mit einer schlimmen Diagnose konfrontiert. Die Suche nach seiner leiblichen Mutter schafft zwangsläufig eine gewisse Nähe zwischen Nora und John, doch beide kämpfen gegen die immer stärker werdenden Gefühle an, die aus ihrer Sicht nicht sein dürfen.

Die Autorin stellte ihren beiden Protagonisten eine große Anzahl Nebenfiguren zur Seite, wobei Noras Schwestern Britt und Willow bedeutende Rollen spielen. Ehemalige Verehrer, gute Freunde, eine skurrile russische Nanny, ein pfiffiger Elfjähriger und eine schräge Büromanagerin bringen Turbulenzen, aber auch eine Prise Humor in diese Geschichte. Johns Suche nach seiner leiblichen Mutter sorgt für einen gewissen Spannungsbogen, ein böser Antagonist stiftet posthum Verwirrung und Kummer. Durch Korrespondenz in Form von E-Mails, handschriftlichen Briefen, SMS- oder Chatnachrichten erfährt man als Leser viel über die inneren Beweggründe, einiges über die Aktivitäten, und sogar über die Ereignisse aus der Vergangenheit der handelnden Figuren.

Becky Wade punktet mit einem locker-leichtem Schreibstil, vielen humorvollen Passagen und sehr gut gezeichneten Charakteren, über einige Figuren dieses Buches hätte ich jedoch gerne mehr erfahren. Die Leidenschaft für das Lesen und die Liebe zu Büchern werden dem Leser durch die Person der Nora Bradford nahegebracht. Die Autorin legt darüber hinaus eine starke Gewichtung auf den Christlichen Glauben. Obgleich in dieser Geschichte einzelne Handlungsstränge nicht zu Ende geführt bzw. für meinen Geschmack zu wenig ausgeführt wurden, hat mich dieses Buch sehr gut unterhalten. Die Tatsache, dass es sich hierbei lediglich um den ersten Band einer Trilogie handelt, lässt mich bereits jetzt voller Vorfreude das Herausgabedatum der beiden Nachfolgebücher erwarten, in welchen alle offenen Fragen sicherlich beantwortet werden.

Dieser Roman aus der Feder von Becky Wade hat mir allergrößtes Lesevergnügen bereitet und mich ausgezeichnet unterhalten. Ich kann diesen mit dem „Christy Award“ für das Buch des Jahres ausgezeichneten Roman jedem Fan gefühlvoller Liebesgeschichten wirklich ans Herz legen.

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