Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Home is where the heart is
Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung von Janne Mommsen
Erneut hat Erfolgsautor Janne Mommsen einen Roman erschaffen, der Lust auf einen Urlaub an der Nordsee macht. Was für ein gutes, ehrliches Buch! Es mag viele Wohlfühlromane geben, deren Handlung auf einer Insel angesiedelt ist, aber oftmals gehen die Beschreibungen nur in seltenen Fällen über kreischende Möwen und rauen Wind hinaus.
Hier allerdings sieht man die idyllische Nordseeinsel Föhr durch die Augen des Autors und spürt seine Liebe für das kleine Eiland auf jeder Seite. Zudem ist dieses Werk viel mehr als nur ein gemütlicher Schmöker mit sommerlichem Cover – wie auch im Vorgängerband ("Die Bücherinsel") wird eine wichtige und interessante Thematik aufgegriffen.
Wie ist das eigentlich, wenn Freunde sich auseinanderleben? Wenn Menschen, die einem einst näherstanden als der Rest der Welt, plötzlich so tun, als hätte man sich nie gekannt. Am Ende einer gescheiterten Beziehung wird (zumindest in den meisten Fällen) offiziell ein Schlussstrich gezogen; bei gescheiterten Freundschaften hingegen gibt es kein derartiges Trennungsritual. Stattdessen lässt man die Bekanntschaft (meist in stillschweigender Übereinkunft) im Sande verlaufen. Warum ist das so? Und gibt es ein Zurück, wenn man merkt, dass man einen wichtigen Menschen zu früh aufgegeben hat?
Vor ähnlichen Fragen steht die männliche Hauptfigur Hauke. Einst auf Föhr aufgewachsen, lebt er inzwischen als erfolgreicher Krimiautor in Berlin. Kürzlich hat einen Roman veröffentlicht, der auf seiner Heimatinsel spielt und nun wird er prompt zu einer Lesung in Gretas kleine Inselbuchhandlung eingeladen. Über zwanzig Jahre lang hatte Hauke keinen Fuß mehr auf die Insel gesetzt. In Aufregung und Vorfreude mischt sich auch ein Fünkchen Unbehagen. – Mit seinen drei besten Freunden von damals hat er keinen Kontakt mehr. Als Kinder waren Hauke, Wiebke, Nicole und Kai unzertrennlich gewesen; als Teenager hatten sie eine eigene Band gegründet. Für Nicole hatte Hauke sogar geschwärmt. Aber dann war es zu einem Bruch gekommen und mit einem Mal hatte die eingeschworene Clique nicht mehr existiert. Nie hätte Hauke damit gerechnet, ausgerechnet seine ehemaligen besten Freunde im Publikum zu entdecken. Sie alle ignorieren einander, dennoch sind sie gekommen. Insbesondere Wiebke bringt Hauke völlig aus dem Konzept – aus dem stillen Mädchen, das immer wie eine Schwester für ihn gewesen war, ist eine wunderschöne, starke Frau geworden.
Der Band ist zwar Teil einer Buchreihe, hat jedoch eine in sich geschlossene Handlung. Erzählt wird aus Haukes und Wiebkes Perspektive; in beide Figuren habe ich mich wunderbar hineinversetzen können. Wiebkes ist eine Frohnatur, eine aufrichtige junge Frau und liebevolle Mutter zweier Kinder. Sie schreckt nicht vor harter Arbeit zurück und bemüht sich nach Kräften, die Zukunft ihres Hofes abzusichern. Leider sieht ihre finanzielle Situation nicht gerade rosig aus. Auch die Nebencharaktere sind überaus facettenreich gestaltet worden – speziell Kai hat mich positiv überrascht und daran erinnert, dass der erste Eindruck nicht zwingend der richtige sein muss; dass die scheinbar stärksten, unnahbaren Menschen manchmal jene sind, die am dringendsten Hilfe benötigen.
Der Schreibstil des Autors ist luftig leicht und zugleich so eindringlich wie das Glücksgefühl, das man bei einem Spaziergang am Strand verspürt. - Wie eine Melodie, die der Wind hinaus in die Welt trägt. Die detaillierten, atmosphärischen Beschreibungen der Insel bilden den perfekten Rahmen zur ruhigen, tiefgründigen Geschichte, die von reifen Charakteren getragen wird und beinahe gänzlich ohne Drama auskommt. Liebe, Freundschaft, Heimat und das Erwachsenwerden sind die zentralen Elemente der Handlung. Alle Gedanken und Dialoge der Protagonisten erschienen mir so real, so glaubwürdig. Nichts wirkt überzeichnet. Die gelegentlichen Dialekt-Begriffe haben diesen Eindruck nur verstärkt.
Tatsächlich ist der Titel Programm, nicht nur, was das unerwartete Wiedersehen der einstigen Freunde betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Leserschaft: dieses Buch brachte mich zurück an einen Ort, an dem ich im realen Leben noch nie war und dennoch fühlte es sich wie ein Nachhausekommen an.
Fazit: Herrlicher Inselroman zum Träumen!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Ein Heimatroman der besonderen Art
Vom Land von Dominik Barta
Dominik Barta schildert das Leben einer Familie in dem kleinen oberösterreichischen Ort Pielitz. Wenn man jedoch eine ländliche Idylle erwartet, wird man enttäuscht: auf knapp 164 Seiten erzählt von Sprachlosigkeit und Ausweglosigkeit, von zerbrechenden Ehen, prügelnden Männern, betrügenden Frauen und Männern, rechtspopulistischer Hetze, aufgestochenen Reifen, von Angst und Entfremdung, aber glücklicherweise gibt es auch ein paar Hoffnungsschimmer in Form von Freundschaft und Mut.
So viele Themen für so wenige Seiten!
Der Autor zeichnet ein beklemmendes Bild einer Gesellschaft, in der starre Strukturen das Leben des einzelnen bestimmen und wo soziale Kontrolle allgegenwärtig ist, so dass Ausbruch oder Flucht fast unmöglich scheint. Eine sehr spannende Geschichte, auch wenn die Charakterisierungen der einzelnen Personen manchmal zweidimensional bleiben. Der minimalistische, aber klare und präzise Schreibstil macht die düstere Atmosphäre der unaufhaltsamen Auflösung greifbar.
Ein kleines Buch, das ich schnell gelesen habe, das aber lange nachwirkt. Eine aufwühlende Geschichte toll erzählt – wirklich empfehlenswert!
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannender Einstieg der Soko Mysterious
Vom Land von Dominik Barta
So hatte die Wette, wer an diesem schönen Strandparty-Abend als erste einen Mann abschleppt zwischen den drei Freundinnen Annika, Tina und Sabrina nicht ausgehen sollen. Die 25-jährige Annika Ketelsen wird am nächsten Morgen tot am Niendorfer Hafenbecken gefunden. Wer ist der unbekannte „Picasso“, den Anni hier getroffen hat? Ist er auch ihr Mörder?
Dies ist der erste Fall, den Molly Bleck und Malte Graf für die gerade neu gegründete Soko Mysterious lösen müssen.
Schnell merken die Beiden, dass sie einen Serienmörder suchen müssen, da es vor einigen Jahren zwei Frauenmorde gab, die mit dem jetzigen Fall einige Parallelen aufweisen. Wobei Molly zu Beginn noch nicht ahnt, dass dieser Fall auch für sie ein ganz persönlicher werden wird.
Es hat mich sehr gefreut zu lesen, dass Ulrike Busch bzw. ihre Protagonisten nun auch an der Ostsee morden.
Gleich zu Beginn wird mir das Stammpersonal vorgestellt, was mir sehr gut gefällt, da ich sie hier schon etwas ausführlicher kennenlerne und später beim Lesen keine Fragen aufkommen:
Hier sind es Molly Bleck, die taffe Hauptkommissarin aus Hamburg, die durch ihre Lebensgeschichte nach Timmendorfer Strand zur neu gegründeten Soko Mysterious gekommen ist.
Kriminalhauptkommissar Malte Graf aus Lübeck-Travemünde, der sich von Anfang an sehr gut mit Molly Bleck versteht.
Janna Tönissen, ehemalige Nachbarin und nun Mollys beste Freundin. Sie betreibt einen Buchhandel mit angeschlossenem Lesecafé, wo ich mich sofort pudelwohl gefühlt habe.
Willem Wichmann ist der Chef von Molly und Malte und hat seinen Sitz im Landeskriminalamt in Kiel.
Dazu kommen viele weitere Personen, die die ein oder andere Rolle spielen. Alle sehr gut ausgearbeitet mit ihren speziellen Charaktereigenschaften.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Kapitelüberschriften, durch die ich immer genau weiß, wann ich wo gerade bin.
Und natürlich die Beschreibungen von Land und Leuten. Ich liebe das Ostseeflair genau so wie die Nordsee. Nur durch den wenigen Wind vielleicht noch ein ganz kleines bisserl mehr. Und wenn ich mir Molly und Janna auf der Seebrücke sitzend vorstelle, bekomme ich gleich wieder Urlaubshunger.
Auch diesen Krimi finde ich wieder sehr spannend. Vor allem, weil durch geschickte Wendungen immer wieder ein Anderer in meinen Fokus rückte. War er´s nun oder doch der Andere? Bis zum Schluss die Bombe platzt und ich mir denke – na klar, hättste auch drauf kommen können. Das hat die Autorin wieder sehr gut hinbekommen.
Immer wieder stellen sich neue Fragen, von denen aber am Schluss keine offen bleibt. Bis auf eine. Und die lässt den Schluss zu, dass ich bald einen neuen Fall mit Molly und Malte werde lösen können.
Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimistaffel – diesmal an der Ostsee. Da es auch hier wieder relativ unblutig zugeht, bin ich auch beim nächsten Fall wieder mit dabei.
Rezensionen von Petra Sch.:
Cosy Crime mit Lokalkolorit
Kopftuchmafia von Thomas Stipsits
Kurz zum Inhalt:
Gruppeninspektor Sifkovits vom LKA Eisenstadt, der aus dem kleinen Örtchen Stinatz kommt, wird in sein Heimatdorf geschickt, um den Mord an einer Braut aufzuklären, die von der Brautentführung spurlos verschwunden ist und am nächsten Tag im Feld von Bauer Charlie Pieber von dessen Mähdrescher zerteilt worden ist.
Bei den Ermittlungen bekommt Sifkovits tatkräftige Unterstützung von der "Kopftuchmafia", bestehend aus seiner Mutter Barbara (Baba) Sifkovits, der Resetarits Hilda und der Grandits Resl, die natürlich besser als Facebook über alles und jeden im Dorf Bescheid wissen...
Meine Meinung:
"Kopftuchmafia" ist das Krimi-Debüt des beliebten österreichischen Kabarettisten und Schauspielers Thomas Stipsits, der private Beziehungen zu dem kleinen burgenländischen Ort Stinatz aufweisen kann.
Daher kennt er sich bei den örtlichen Begebenheiten und natürlich bei den Verflechtungen der Personen im Ort und dem Verhalten der Einwohner bestens aus.
Bei der Beschreibung von Inspektor Sifkovits' Äußerlichkeiten sowie nach seinem Verhalten hatte ich sofort Inspector Columbo im Kopf. Somit hat Thomas Stipsits sein Ziel erreicht, denn er wollte einen Kommissar erschaffen, der Inspector Columbo ähnelt.
Die alten Damen, die liebevoll "die Kopftuchmafia" genannt werden, erfüllen ein typisches Dorf-Klischee: eh klar, jede der Damen sitzt mit einem Kopftuch bekleidet vor dem örtlichen Greißler und von dort beobachten sie alles im Dorf; sie bekommen alles mit und können dem Inspektor Sifkovits - von dem man übrigens nie den Vornahmen erfährt - bestens Auskunft geben.
Die restlichen Einwohner des Ortes sind so, wie man es von kleinen Dörfern kennt: alles wird unbürokratisch erledigt; fast jeder kennt fast jeden; es gibt Freco, den ehemaligen besten Freund von Sifkovits aus Schultagen; und natürlich gibt es einen sog. "Dorftrottel", in diesem Fall ist es Peter, der 39jährige autistische Bruder von Bauer Charly, der als Küchenhilfe in eben jenem Lokal arbeitet, aus dem die Braut verschwunden ist.
Ein weiters Klischee ist, dass der Vater des Bräutigams nicht mit der Wahl der Braut einverstanden ist, da sie nicht aus 'guten Kreisen' stammt und - auch aus anderen Gründen - ebenjener natürlich als erster des Mordes verdächtigt wird.
Der Plot mit der toten Braut im Feld, die von der Entführung verschwunden ist, gefiel mir eigentlich ganz gut; auch die saloppe lockere Schreibweise; nur das Ende ging mir ZU schnell. Als Leser ist man gerade noch dabei, die Fakten zu sortieren, da hat Sifkovits auch schon alles richtig kombiniert und den Schuldigen überführt. Das hätte meiner Meinung nach ein bisschen ausführlicher sein können, dann wären es vielleicht auch ein paar Seiten mehr geworden als nur 179 (die restlichen 5 Seiten beinhalten ein Rezept, eine Danksagung und Worte von Thomas Stipsits über Stinatz).
Ach ja, am Ende gibt es noch das dreiseitige Rezept von Babas Erdäpfelstrudel.
Fazit:
Passables Krimi-Debüt des beliebten österreichischen Kabarettisten; jedoch mit Luft nach oben. Ich wurde gut unterhalten und vergebe 4 Sterne.
Rezensionen von Gluecksklee:
Schmerzhafte Geschichte mit Sogwirkung
Je tiefer das Wasser von Katya Apekina
In ihrem Roman „Je tiefer das Wasser“ hat Katya Apekina ein erschütterndes Bild in Schriftform gegossen: Wir treffen auf einzelne Mitglieder einer zerbrochenen Familie, wie auch Personen aus deren Umfeld. Anschaulich wird dabei dargestellt, welche Folgen es für die beiden Mädchen Edie und Mae hat, alleine mit ihrer depressiven Mutter zusammen zu leben.
Der Vater spielt bis zu einem erneuten Selbstmordversuch seiner Exfrau Marianne keine wirkliche Rolle im Leben seiner beiden Kinder. Doch als Marianne nach ihrem Selbstmordversuch in eine Nervenklinik eingewiesen wird, nimmt er seine Töchter zu sich und versucht, zu ihnen ein Verhältnis aufzubauen.
Leider hat es den Anschein, dass kein einziges Familienmitglied unbeschadet ist. Edie leidet unter Schuldgefühlen und kann die Verantwortung für ihre Mutter nicht loslassen, um die sie sich in den vergangenen Jahren so aufopfernd gekümmert hat. Mae klammert sich an ihren Vater, der für sie den Ausweg aus den alptraumhaften Episoden mit ihrer Mutter darstellt. Allerdings führt sie krankhafte Fixierung auf ihren Vater quasi in den Kaninchenbau hinab. Der Vater der beiden Mädchen versucht zunächst, die beiden für sich zu gewinnen und scheint zumindest ein paar Schuldgefühle zu haben, die Mädchen in den letzten Jahren alleine gelassen zu haben. Aber dann gleitet auch er in eine krankhafte Fixierung Mae gegenüber ab, die dazu führt, dass Mae langsam den Bezug zur Realität verliert.
Die Geschichte ist definitiv keine seichte Unterhaltungslektüre, sondern fordert die Leser, sich mit schmerzhaften und grauenhaften Momenten auseinanderzusetzen. „Je tiefer das Wasser“ ist eine Geschichte mit Sogwirkung, auch wenn es mir an manchen Stellen nicht leicht gefallen ist, weiter zu lesen. Ab und an brauchte ich eine Pause von den Ereignissen, die aufeinander folgen. Aber der Roman hat zum Nachdenken angeregt, präsentiert viele unterschiedliche Perspektiven und ist daher umso vielschichtiger.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und hoffe auf weitere Veröffentlichungen der Autorin.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Städterin an Land: wirklich???
Vom Land von Dominik Barta
Sprachlosigkeit lässt sich nur als Schilderung körperlicher Vorgänge in Sprache übersetzen. Auch im Falle von Lieblosigkeit kann das Fehlende nicht direkt geschildert werden – es ist ja nicht da. Das Abwesende bedarf der Bilder wie Metaphern oder Symbole, die auf es verweisen. Wenn also eine ältere Bäuerin nicht mehr spricht und wiederkehrenden Anfällen von Übelkeit und Erbrechen ausgesetzt ist, so ist – zumindest auch – eine psychosomatische Diagnose möglich, und eine andere findet sich bis zum Ende des Romans nicht: Theresa findet ihr Leben zum K.
..en.
Eine Ehe, die wirtschaftlich funktioniert; eine Tochter, die auf das Funktionieren der Großmutter für ihren eigenen Sohn setzt. Er, der Enkel, der aus all diesem Funktionieren in das Abenteuer ausbüchst und sich mit einem jugendlichen Asylanten anfreundet, schafft den einzigen Lichtblick in der dumpfen Atmosphäre des Dorfes, in dem neonazistische Villenbesitzer den Ton angeben.
Ist all das nicht etwas allzu stereotyp? Ich stelle diese Frage als Stadtmensch, nicht auf der Basis längerfristiger Erfahrung mit dem titelgebenden „Land“, sondern aufgrund der Beobachtung, dass meine Lust zu und Freude an der Lektüre doch ab der zweiten Hälfte des Romans spürbar nachließ.
Rezensionen von Petra:
Glück
Aufgetaut von David Safier
Klappentext
Uber dreiunddreißigtausend Jahre war Urga zusammen mit einem Baby-Mammut in einem Eisblock eingefroren, doch dank der Erderwarmung tauen sie wieder auf. Nach einem ersten Blick auf die moderne Menschheit würde die Steinzeitfrau am liebsten gleich wieder zurück ins Eis gehen.
Aber Urga ist eine Kampferin: Bevor sie aufgibt, will sie herausfinden, ob man in dieser höchst seltsamen Welt das Glück finden kann. Ihre Irrfahrt führt sie von der Arktis über Indien bis nach Italien
Meinung
Nicht nur Urga sucht das Glück, auch noch einige andere begleiten sie auf ihrer Reise. Diese Gefährten und ihre Reise sind so schräg und außer der Norm, das man nicht anders kann, als sie lieb gewinnen. Die liebevoll gezeichneten Figuren auf dem Titelbild sind nur ein Beispiel wie es im Buch zu geht. Auch alle anderen Figuren sind so detailliert beschrieben, dass sie bildlich vor einem stehen.
Immer wieder muss man lachen, auch wenn die Protagonisten eigentlich traurig sind. Es entstehen einfach Bilder im Kopf man kann es nicht verhindern.
Das Buch ist einfach geschrieben, es ist schnell gelesen. Ich kann mir vorstellen das auch "Nicht-Leser" davon begeistert sind.
Rezensionen von *RC*:
Bagger, Kipper, Kran und Co
Wieso? Weshalb? Warum? Band 7 - Fahrzeuge auf der Baustelle von Andrea Erne
Wieso? Weshalb? Warum? - Das ist eine fantastische und interessante sowie vielseitige Sachbuchreihe aus dem Ravensburger Verlag, die sich an junge, neugierige und wissbegierige Kinder im Alter von 4-7 Jahren richtet. Die Bücher eignen sich hervorragend zum Vorlesen aber auch für Erstleser zum selber lesen – ich würde sogar studieren sagen, da hier Wissen auf kindgerechte Art und Weise vermittelt wird.
Und auch als Erwachsener kann man hier so einiges lernen, da alles einfach und verständlich erklärt wird.
Dieses Buch ist echt der Hammer! Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass die Vielfalt der Baustellenfahrzeuge so gigantisch ist.
Mir gefällt besonders, dass eine kleine pfiffige Ameise in Arbeitsmontur (Hose, Warnweste, Helm, Handschuhe und Schuhwerk) den Leser von Seite zu Seite begleitet und passende amüsante Kommentare abgibt.
So wandert man im Buch vom Baumaschinendepot zu diversen Baustellen (Hausabriss und -bau, Großbaustelle, Tunnel- und Straßenbau, Kinder-Spielplatz und Kiesgrube).
Hier wird dann einem vor Augen geführt, dass bei der Vielfalt der Dimensionen auch die Anforderungen an die Maschinen extrem unterschiedlich ist. Denn Bagger ist nicht gleich Bagger und Kran nicht gleich Kran.
Vermittelt wird dem Betrachter und Leser das Wissen durch Text und Bild. Es gibt immer einen Haupttext und ergänzende Texte zu den einzelnen Bildern (Bildunterschriften).
Der Text ist in einer einfachen, verständlichen aber dennoch sehr ansprechenden Sprache verfasst. Größen- und Mengenvergleiche helfen, sich das ein oder andere bildlich vorzustellen. Die Zeichnungen egal ob Baustellenfahrzeuge, Einsatzstätte oder Personen, sind sehr detailliert und farbenfroh.
Den Entdeckergeist fordern vor allem die vielen Klappbilder heraus, die das Buch auf allen Seiten enthält. So kann man beispielsweise beim Öffnen einer Klappe entdecken, wie es unter der Motorhaube eines großen Kippers aussieht und gleichzeitig sehen, welch großes Fahrzeug auf einen Radlader passt.
Lobend möchte ich auch hervorheben, dass auf den verschiedenen Baustellen Frau und Mann zusammenarbeiten, so dass klar wird, dass diese Berufe nicht nur von einem bestimmten Geschlecht ausgeübt werden – Gleichberechtigung wird hier thematisiert. Prima!
Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen, da alles kurz und knapp erklärt wird und man einen super Ein- und Überblick über Einsatzfahrzeuge auf den verschiedensten Baustellen bekommt.
Man muss kein Technik-Freund sein, um dieses Buch ins Herz zu schließen. So vergebe ich 5 Raupen – ich meine 5 Sterne!
Rezensionen von Petra Gruber:
Wo endet der Glaube und beginnt der Aberglaube?
Ein wenig Glaube von Nickolas Butler
Lyle und Peg Hovde blicken auf ein erfülltes, aber nicht einfaches Leben zurück. Sie sind liebevolle Eltern und Großeltern, ihrem Umfeld gute Freunde, klug, freundlich und fleißig. Seit einer Weile lebt ihre Adoptivtochter Shiloh mit ihrem Sohn Isaac wieder bei ihnen. Sie vergöttern ihren Enkelsohn und unterstützen die Tochter, wo es nur geht.
Shiloh ist während ihres Studiums gläubig geworden und auch hier bei den Eltern schließt sie sich einer evangelikalen Kirche rund um den Pastor Steven an. Ihr zu Liebe gehen auch die Eltern mit zum Gottesdienst, sie sind skeptisch, auch wenn Steven eine wirklich außergewöhnliche Person zu sein scheint.
Sorgen macht ihnen besonders, dass auch ihr Enkel Isaac in die Fänge der Sekte gerät. Der Pastor behauptet, Isaac hätte heilende Kräfte, die Großeltern sind nicht sicher, ob Isaacs Diabetes, die früh festgestellt wird, auch ordentlich medizinisch behandelt wird. Sie versuchen alles, um Shiloh und Isaac nicht ganz zu verlieren. Wird ihre Liebe reichen?
Doch es geht nicht nur um die tragisch-schöne Familiengeschichte, sondern auch um ihr ganzes Umfeld. Liebevoll, einfühlsam, ohne die Menschen zu Heiligen zu machen, er lässt ihnen ihre Fehler, Ecken und Kanten, erzählt Butler das Umfeld von Lyle und Peg. Da ist einmal Lyles bester Freund Hoot, ein liebenswerter Einzelgänger und wirklich guter Freund. Als er an Lungenkrebs erkrankt sind sie für ihn da und nützen die Zeit, die ihnen noch bleibt. Eine Figur, die mich sehr berührt hat, ist der Pastor Charlie, er ist Oberhaupt der heimischen Kirchen, ein gläubiger, aber bodenständiger Mann und guter Freund von Lyle. Was er über Glauben zu sagen hat, wie unaufdringlich er seinen Glauben lebt, das ist sehr schön erzählt. Er ist so etwas wie das Gegenteil des Blenders Steven.
Butler gelingt es hervorragend zu vermitteln, was die Faszination des Sektenführers ausmacht. Er ist attraktiv, charismatisch, kann begeistern und vor allem blenden. Selbst als LeserIn, die ja weiß, dass es nicht gut enden wird, hofft man zwischendurch, dass er tatsächlich so etwas wie ein Heiliger ist. Fast hat er einen um den Finger gewickelt. Und freut sich richtig, wenn dann die Fassade Löcher bekommt.
Ein wenig Glauben habe ich sehr nachdenklich beendet. Wo ist die Grenze zwischen Glauben und Aberglauben? Wie stark ist die Macht der Familie wirklich, wenn die Kinder in die Hände von Scharlatanen gelangen?
Eine tragisch schöne Familiengeschichte, die ich mit großer Freude gelesen habe und die noch lange nachwirken wird.
Rezensionen von Petra:
Glaubenskrieg
Die brennenden Kammern von Mosse Kate
Klappentext
Carcassonne, 1562: Minou Joubert wächst als Tochter eines katholischen Buchhändlers auf. Eines Tages erhält sie einen versiegelten Brief mit den Worten: "Sie weiß, dass Ihr lebt." Noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem jungen Piet Reydon ihr Leben für immer verändern.
Denn der Hugenotte hat eine gefährliche Mission, und er zählt auf Minous Hilfe, um aus der Stadt zu fliehen.
Meinung
Wie dreihundert Jahre vorher herrscht in Carcasonne und Umgebung ein Glaubenskrieg. Katholiken gegen die Hugenotten auch diesmal sind die Katholiken in der Überzahl und haben auch bedeutend mehr Macht.
Vor diesem historischen Hintergrund erzählt die Autorin spannend wie die einzelnen Personen agieren und was sie antreibt. Geld und Macht sind eine große Triebfeder für die einen, aber auch das Andenken zu bewahren und einfach nur das Richtige zu tun sind die treibenden Kräfte für die Hauptpersonen.
Es ist eine grausamen Zeit, obwohl Krieg und Folter zum täglichen Geschehen gehören, ist Kate Mosse sehr sparsam mit den Beschreibungen umgegangen. Was ich als sehr angenehm empfand.
Sehr detailliert waren dagegen die Beschreibungen der damaligen Lebensumstände, Landschaften und Städte.
Als Leserin bekam ich einen genauen Eindruck und konnte das Schicksal der fiktiven Personen gut nachvollziehen.
Alle Akteure ob wichtig für das Geschehen oder nur eine Randfigur wurden zutiefst menschlich dargestellt bis ins letzte Detail, dass machte das Buch lebendig.
Mit einer kurzen Erklärung zu den Hugenottenkriegen, einer kleinen Karte und einem Personenverzeichnis bekömmt der Leser Informationen die eventuelle Fragen zum Geschehen im Voraus erklären.
Raffiniert ist der Prolog der dreihundert Jahre später spielt und auf seine Auflösung warten lässt. Denn das Buch ist der erste Band einer Triologie.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung auch wenn es noch etwas dauern wird.









