Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985:
Bourbon, Small-Town-Vibes und zwei Menschen, zwischen denen es lichterloh brennt.
Bourbon and Lies von Victoria Wilder
Worum geht es?
Im verschlafenen Fiasco, Kentucky, rankt sich ein dunkles Geheimnis um die Familie Foxx: Jede Frau, die sich in einen der drei Brüder verliebt, stirbt.
Für Grant Foxx ist das mehr als nur ein Gerücht. Nachdem seine Geliebte Fiona ermordet wurde, hat er sich aus dem Polizeidienst zurückgezogen und arbeitet nun in der Bourbon-Brennerei seiner Familie.
Er hat sich geschworen, nie wieder zu lieben.
Dann taucht Laney Young auf. Eine Fremde mit einer gefährlichen Vergangenheit, die unter keinen Umständen preisgeben darf, was ihr passiert ist. Grant spürt sofort, dass sie etwas verbirgt und versucht, sie auf Abstand zu halten.
Nur leider funktioniert das überhaupt nicht.
Denn zwischen Grant und Laney knistert es vom ersten Moment an.
Meine Gedanken:
Ah. Ich hab’s geliebt.
Western-Romance-Vibes sind einfach eines meiner Guilty Pleasures und vielleicht bin ich hier auch ein kleines bisschen voreingenommen. Aber Bourbon and Lies war wirklich genau meine Mischung.
Einnehmende Charaktere mit Ecken und Kanten, eine wildromantische Kulisse, Spannung durch den Suspense-Anteil und dieses lodernde Inferno zwischen den Protagonisten – mehr brauche ich manchmal gar nicht.
Dabei fand ich besonders schön, dass sich die Geschichte nicht nur auf die Romance verlässt. Unter der gemütlichen Oberfläche von Fiasco liegt ständig etwas Bedrohliches. Laney ist auf der Flucht, Grant trägt seine eigene tragische Vergangenheit mit sich herum und man weiß die ganze Zeit: Irgendwann wird das alles eskalieren.
Romance zum Wohlfühlen – aber eben nicht ohne Gefahr.
Willkommen in Fiasco, Kentucky:
Ich habe mich in Fiasco unglaublich schnell wohlgefühlt.
Besonders erfrischend fand ich das Setting rund um die Bourbon-Destillerie. Mal keine klassische Ranch, sondern eine Familienbrennerei mit ganz eigenem Flair.
Cowboys sucht man auf der Bourbon Ranch zwar vergeblich und auch Grant trägt keinen Hut – trotzdem hatte die Geschichte für mich genau dieses herrliche Wild-West-Feeling. ????
Dazu kommen die romantischen Ausritte, die Landschaft und versteckte Wasserfälle. Ich habe mich in diesen Szenen regelrecht verloren.
Genau das liebe ich an solchen Geschichten: Wenn ein Setting nicht einfach nur Hintergrund ist, sondern zu einem Ort wird, an dem ich mich selbst gerne für eine Weile verlieren möchte.
Und Fiasco?
Da würde ich definitiv noch einmal vorbeischauen.
Grant & Laney:
Die beiden sind einfach hot zusammen.
Es knistert wirklich von der ersten Begegnung an. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und teilen schwere Schicksale. Dadurch wirken ihre Schutzmauern nicht künstlich, sondern nachvollziehbar. Und gerade weil beide eigentlich gute Gründe hätten, sich voneinander fernzuhalten, macht die Anziehung zwischen ihnen umso mehr Spaß.
Laneys Geheimnis steht allerdings lange zwischen ihnen. Sie darf auf keinen Fall preisgeben, was mit ihr passiert ist, weil sie glaubt, damit andere Menschen in Gefahr zu bringen. Und genau hier liegt vielleicht mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Ab einem gewissen Punkt konnte ich nicht mehr ganz nachvollziehen, warum Laney sich Grant weiterhin nicht öffnet.
Laney. Bitte. Sag es ihm doch einfach. ????
Aber ganz ehrlich? Bei allem, was die Geschichte für mich sonst richtig gemacht hat, kann ich hier wirklich ein Auge zudrücken. Denn die Chemie zwischen den beiden? Die habe ich von Anfang bis Ende gespürt.
Suspense & Geheimnisse:
Auch der Suspense-Anteil hat mich richtig gut unterhalten.
Durch Laneys Vergangenheit weiß man von Anfang an, dass irgendwann etwas passieren wird. Selbst in den romantischen und gemütlichen Momenten bleibt deshalb dieses unterschwellige Gefühl von Gefahr. Man wartet regelrecht darauf, dass alles aufeinanderprallt. Wann kommt der große Showdown?
Und genau deshalb habe ich bis zuletzt mitgefiebert.
Ich mochte besonders, dass die Spannung die Romance nicht verdrängt. Beides läuft nebeneinander und ergänzt sich richtig gut.
Für mich war das genau die richtige Mischung aus Herzklopfen und Nervenkitzel.
Die Foxx-Familie:
Nicht nur Grant und Laney haben mich für sich eingenommen.
Auch die anderen Figuren rund um die Familie und die Bourbon Ranch habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen.
Da entsteht genau diese Art von Found Family, bei der man nach dem ersten Band eigentlich noch gar nicht wieder gehen möchte.
Die Foxx-Brüder machen neugierig, die Menschen rund um die Farm fühlen sich schnell vertraut an und ich freue mich jetzt schon darauf, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.
Fiasco hat mich definitiv noch nicht zum letzten Mal gesehen.
Wie ließ es sich im Original lesen?
Ich habe Bourbon and Lies im englischen Original gelesen und bin damit wunderbar zurechtgekommen.
Victoria Wilders Schreibstil ist erfrischend leicht und herrlich unkompliziert. Man fliegt geradezu durch die Seiten.
Trotzdem gehen dabei für mich keine Details verloren. Die Landschaft, die Destillerie, die Ausritte, die versteckten Wasserfälle und die kleinen Momente zwischen den Figuren konnte ich direkt vor mir sehen.
Gerade wenn du dich bisher vielleicht noch nicht so richtig an englische Romance herangetraut hast, fand ich dieses Buch sprachlich sehr angenehm.
Leicht zu lesen und trotzdem atmosphärisch – genau so mag ich das.
Was bleibt?
Bourbon and Lies war für mich einfach ein richtig gutes Gesamtpaket.
Eine verschlafene Kleinstadt, Western-Flair, eine Bourbon-Destillerie, ein spannender Suspense-Anteil, einnehmende Charaktere mit Ecken und Kanten und zwei Protagonisten, zwischen denen es von Anfang an lichterloh brennt.
Dazu kommt eine Found Family, auf deren Geschichten ich mich jetzt schon freue.
Laneys langes Schweigen hat mich irgendwann ein bisschen genervt, aber ganz ehrlich?
Bei diesem Gesamtpaket drücke ich gerne ein Auge zu.
Ich habe mich in Fiasco wohlgefühlt, Grant und Laney geliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen.
???????????????????? / 5
Spice: ???????????????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Bourbon, Western-Flair, Spannung, Found Family und zwei Menschen, bei denen aus Knistern ziemlich schnell ein kleines Inferno wird. ????????????
Rezensionen von Mabla59 :
Nicht nur für Kleine, auch große Kinder finden's toll
MARVEL: Who’s Who von Victoria Wilder
Das Marvel Universum - wer kennt es nicht? Gerade Kinder werden von dem Buch "Marvel - Who's WHO - Das große Lexikon" begeistert sein.
Der Inhalt ist in drei Kategorien unterteilt! Spiderman und seine Freunde, Guardians of the Galaxy und Die Avengers. Jeder einzelne Charakter wird mit seinem, bzw.
ihrem Klarnamen vorgestellt. Ein ausführlicher Steckbrief inklusive der Erklärung der Superkräfte erklärt den Charakter. Wie er zu seinen oder sie zu ihren Superkräften kam wird in Form einer kleinen Geschichte erzählt und mit farbenfrohen Illustrationen in Comicform begleitet.
Das Buch ist perfekt zum selbstlesen, aber auch schon für kleinere Kinder zum vorlesen
Ich habe das Buch zum Vorlesen genutzt und dabei einige Charaktere kennengelernt, die ich vorher nicht kannte und auch nicht deren Superkräfte.
Ein Muß für jeden Fan.
Rezensionen von LeserinLu :
Schöne Sammlung
Berliner Flair von Joseph Roth
Ich liebe die Anthologien aus dem Bebra Verlag, weil sie für mich eine wunderbare Möglichkeit sind, in das Werk eines Autors einzusteigen. Auch „Berliner Flair“ hat mich dabei nicht enttäuscht. Joseph Roth nimmt uns mit ins Berlin der 1920er- und frühen 1930er-Jahre und schreibt dabei leichtfüßig, unterhaltsam, klug und mit einer ordentlichen Portion Witz.
Roth beobachtet das Leben auf den Straßen, in Cafés und Kneipen, erzählt vom Nachtleben und von den Menschen am Rand der Gesellschaft, z.B. von Obdachlosigkeit und Prostitution. Gleichzeitig blickt er sehr aufmerksam auf die politische Lage der Weimarer Republik. Gerade diese Texte fand ich besonders spannend, weil Roth das gesellschaftliche und politische Klima seiner Zeit so präzise einfängt. Dabei wirken seine Beobachtungen sehr lebendig: Zwischen großen politischen Umbrüchen und ganz alltäglichen Szenen entsteht ein vielschichtiges Bild Berlins. Roth zeigt die Stadt nicht verklärt, sondern mit einem scharfen, manchmal durchaus kritischen Blick und findet trotzdem immer wieder Poesie, wobei mir das manchmal auch etwas zu viel Alltagspoesie war. Vielleicht hat man daran mehr Freude, wenn man Berlin noch besser kennt.
Auch optisch sind die Bände aus dem Bebra Verlag für mich kleine Schmuckstücke. Die Ausstattung mit Pappband, Halbleinen und Prägung macht sich einfach wunderbar im Regal. Eine schöne Anthologie für alle, die Berlin, Feuilleton und literarische Zeitreisen mögen!
Rezensionen von Camilla :
unsicher
Mission Microraptor - Immer Ärger mit Arty von Philip Kavvadias
ganz cooles Buch. meinen Jungs hat es ansich gefallen. Ich hab aber gemischte Gefühle weil ich nicht richtig einordnen kann für welche Altersstufe es sein soll...
mein älterer (11) Jahre hat es innerhalb eines Tages gelesen und fand die Action gut aber das Dino Thema eher so mäßig
und mit dem jüngeren habe ich mich jetzt fast 1 Monat mit dem Buch beschäftigt mit mischung aus selber lesen und vorlesen.
Der hätte noch das interesse an den Dinos aber durch das stockige lesen ist da keine Stimmung aufgekommen ;)
Mir war es generell einfach zu schnell und zu stressig und zu hektisch irgendwie...
Rezensionen von Ulrike:
Ein bisschen Liebe, ein bisschen Fantasy und ganz viel Atmosphäre
Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück
Dieses Buch ist seit langem wieder mal eines, dass ich fast nicht aus der Hand legen konnte. Die Atmosphäre, das Setting, die Charaktere und ihre Beziehungen, die düsteren Fantasyelemente werden von Anfang an gut aufgebaut und dargestellt, ich konnte mich sofort in die Welt und Gedanken der Protagonistin Alize hineinversetzen.
Alize ist der legendären Undercover-Band 'Silentbound' auf der Spur, da sie diese unbedingt unter Vertrag nehmen möchte. Ihre Begegnungen mit der Band und deren Leadsänger Echo zeigen Alize aber, dass Montreal von einer unsichtbaren Gefahr, den 'Silencern' und der allumfassenden 'Stille' bedroht werden.
Gleichzeitig erfahren wir auch von ihrem Arbeitsalltag im Musiklabel. Ihre stressigen Tage, ihr Druck von den Kollegen und ihre Freundschaften werden wunderbar dargestellt. Zwischen ihrem Kollegen Léo und ihr ist eine gewisse Anziehung zu spüren. Diese Liebesgeschichte wird meiner Meinung nach aber nur einen kleinen Platz am Rande ein. Auch ihre Beziehung zu ihrem Assistenten und besten Freund Malo wird wunderbar dargestellt. Alize ist mir von Anfang bis zum Ende sympathisch und ich kann ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen verstehen und nachvollziehen.
Die fantastischen Elemente - die Silencer und die Stille - sind auch gut gelungen. Gefährliche Monster, die mit Musik 'bekämpft' werden können ist mir noch nicht so oft untergekommen. Zu Anfang musst ich zwar ein bisschen an KPop Demon Hunters denken, allerdings hat sich die Richtung der Geschichte bald anders entwickelt und es hat erfrischende (wenn auch etwas düstere) Vibes in das Buch gebracht.
Ganz besonders gefallen hat mir auch, dass die Handlung in Montreal angesiedelt wurde. Die Namen hatten alle einen französischen Touch, was der Geschichte eine besondere Magie verlieh. In meinem Kopf habe ich alle Namen französisch ausgesprochen, sodass es sich gleich noch einmal besonders anfühlt. Auch die Playlist passt wunderbar zum Vibe der Geschichte!
Auch wenn zwischendurch immer wieder Erzählungen aus der Perspektive von Echo auftauchen, so fiebert man doch bis zum Schluss der Auflösung der wahren Identität entgegen. Das Ende selbst ist äußerst spannend und dramatisch und endet mit einem Cliffhanger, der definitiv Lust auf Band 2 macht.
Fazit: Ein spannendes Buch für zwischendurch, mit einem Hauch Liebe, düsterer Fantasy und ganz viel musikalischer Atmosphäre!
Rezensionen von Petra:
Ein weiterer Fall
Frau Morgenstern und die Entführung von Marcel Huwyler
Die Lila Lady ist in Schwierigkeiten geraten. Eigentlich wollte sie ihren Freund Maurice besuchen, ein paar Tage Auszeit, noch ein paar Leckereien einkaufen und dann los. Da gerät sie mitten in eine Entführung und da sie die junge Frau nicht im Stich lassen will, lässt sie sich kurzer Hand mit entführen.
Frau Morgenstern und Herr Schlumberger sind ein tolles Team, hier agieren sie getrennt und denken trotzdem gleich. Der Grund für die Entführung bleibt lange im Dunkeln. Erst am Ende nach vielen Rateversuchen kommt die Lösung, sie ist einfach herrlich.
Dazu kommen die Kalauer und Wort Spielereien, die Situationskomik obendrauf.
Diese Krimireihe ist zum Schießen obwohl hier nicht geschossen wird sondern sehr kreativ getötet wird, unter anderem mit Cola light.
Rezensionen von Ameland:
Jeder hatte es verdient
DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe
Die 34-jährige Rechtsanwältin Luca hat einen besonders stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Daher geht sie nachts einer etwas speziellen Tätigkeit nach, von der nur ihr Freund Walter weiß. Auch wenn er die Aktionen nicht gutheißt, unterstützt er Luca und versucht, sie zu beschützen. Aber irgendwer hat von ihrem Geheimnis erfahren und beginnt sein nicht ungefährliches Psychospiel.
Der Schreibstil von Melanie Raabe ist gewohnt flüssig und zieht einen sofort in die Geschichte. Luca und ihre Motivation lernt man nicht nur in den Gesprächen mit dem 78-jährigen Walter besser kennen, sondern besonders durch die Rückblicke in ihre Jugend. So erklärt sich warum sie das Heft selbst in die Hand nimmt.
Der Thriller nimmt in dem Moment Fahrt auf, als Luca aufgeflogen zu sein scheint. Aber wer ist hinter ihr Geheimnis gekommen und was hat der- oder diejenige vor? Anwärter für Racheaktionen gibt es reichlich. Die Spannung bezieht der Thriller aus der Ungewissheit Lucas. Was erwartet sie als nächstes und wem kann sie vertrauen.
Auch ich habe gerätselt und war mir nicht sicher wer hinter dem Ganzen wohl stecken würde. Luca, dem solltest du nicht trauen! Dann wieder, ach, er scheint doch ein Guter zu sein. Aber die, sie hat einen Grund und auch die Möglichkeiten. Und so ging es mir wie Luca, nur dass ich sicher in meinen vier Wänden saß.
Mir hat auch dieser unblutige Thriller von Melanie Raabe gefallen, obwohl die Spannung zwischendurch auch mal absackte.
Rezensionen von Eternal-Hope:
"Haus, ich verkaufe dich"
Alleinruhelage von Eva Menasse
Es strahlt Idylle aus, das Cover des neuen Buches der österreichischen, in Deutschland lebenden, Autorin Eva Menasse. Ein See mitten im Wald, die tiefstehende Sonne, die rosa Schrift "Alleinruhelage". Damit stimmt das Buch schon darauf ein, mit welchen, vielleicht zum Teil naiven, Erwartungen, die Ich-Erzählerin und ihr Partner, gemeinsam mit den drei Kindern, ihrem, seinem und dem gemeinsamen, in einer Patchworkfamilie lebend, an den Kauf eines Hauses am See im ehemaligen Ostdeutschland herangegangen sind:
„Wir waren stolz auf den Preis, weil alle weiter weg lebenden Freunde uns gratuliert hatten.
Für Menschen im Süden und Westen des Landes, auch für die südöstlichen Österreicher klang der Preis fast unglaublich, ein massives, unterkellertes Haus an einem See und mit einem großen Garten, dazu in Alleinruhelage – wie man in Österreich sagt, wo es auch sprachlich immer ein bisschen mehr sein darf.“ (S. 33)
Also nichts wie ran an das Wochenendhaus! Doch dieses ist renovierungsbedürftiger als gedacht, die Widmungssituation rechtlich ungeklärt, die Nachbarn näher und weniger unkompliziert als erhofft und auch mit dem so idyllisch wirkenden See gibt es so einige Probleme, etwa die "Unterwassertannenbäume", die entspanntes Schwimmen schwierig machen bis verunmöglichen oder die steigenden Temperaturen, die den See zum Veralgen und Kippen bringen.
Humorvoll, selbstreflektiert und mit einem Augenzwinkern erzählt die etablierte Autorin Eva Menasse also von ihren Freuden, Hoffnungen, Erlebnissen und Enttäuschungen rund um ihr Wochenendhaus am See über einen längeren Zeitraum. Dabei zeigt sie sich auch als feine Beobachterin gesellschaftlicher Verhältnisse, was immer wieder durchblitzt:
„Zehn Jahre nach der Wende schien diese Internetseite mit dem umständlichen Namen eine der Resterampen der DDR zu sein. Für den Osten war es eine finstere, gewalttätige Zeit, in der man zuließ, dass bergeweise Hoffnungen zertrümmert wurden, Weltvertrauen, Lebensläufe.“ (S. 26)
„Jeder Zeitgeist hat seine Scheuklappen, seine blinden Flecken und total verhärteten Ränder.“ (S. 50)
Sehr sympathisch fand ich auch, wie ihr Selbstironie und -kritik nicht fremd sind und sie offen zugibt, wo sie nicht näher hingeschaut hat oder nicht näher hinschauen wollte:
„Nun, da ich mein geliebtes Haus verkaufen und verlassen werde, muss ich mir eingestehen, dass ich mehr nie wissen wollte, niemals tiefer bohren. Ich war ein fauler Specht. Wir waren hierhergekommen auf der Suche nach einem ortlosen, überzeitlichen Paradies, einem, das sogar wir uns leisten konnten.“ (S. 86)
Was bleibt von diesem Buch? Ein gutes, warmes Gefühl im Bauch. Der Eindruck, sich nun besser vorstellen zu können, was alles dranhängen könnte, so ein Haus zu kaufen und dass es empfehlenswert ist, sich nicht zu sehr in allzu idyllische Illusionen zu verrennen, denn es steckt viel mehr Arbeit dahinter, als man am Anfang vermuten könnte. Und das Gefühl, Frau Menasse oder zumindest die Ich-Erzählerin, die ihr vielliecht in diesem vermutlich autofiktionalen Werk ein bisschen ähneln könnte, etwas näher kennen gelernt zu haben.
Neben dem Haus selbst geht es im Buch auch ein bisschen "um dies und das". Da gibt es einen Onkel Walter und eine Tante Hupfi, so eine Art kinderlose Paten und Freunde der Eltern aus der Kindheit der Ich-Erzählerin, und Schwänke, die um diese herum erzählt werden. Das trägt dazu bei, die Ich-Erzählerin noch ein bisschen besser kennen zu lernen, könnte aber für kritische Leserinnen und Leser ein bisschen vom Kern der Geschichte abweichen.
Ebenso wie so manche andere Randfiguren, etwa der Liebhaber "Habibi" (wir erfahren nicht, wie es zu diesem arabisch klingenden Spitznamen gekommen ist), der die Ich-Erzählerin in den letzten Jahren, nach der Trennung von ihrem Patchworkfamilienpartner und Vater des jüngsten gemeinsamen Kindes, am Rande ihres Lebens begleitet, als Figur sehr blass bleibt und nicht so wirklich viel zur Handlung beiträgt.
Es ist kein Buch mit einer sonderlich fokussierten Handlung, wobei wir uns schon immer im Rahmen des Hauses am See bewegen, das gekauft wird, mit dem viel erlebt und das am Ende wieder verkauft wird. Eva Menasse muss sich nichts mehr beweisen, das hat sie mit ihren vorigen Werken schon genug getan. Dieses ist für mich ein nettes Wohlfühlbuch, das ich gerne gelesen und mir ein angenehmes Gefühl dabei vermittelt hat. Auch das darf sein.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Was für ein großartiger Lehrer! Was für ein Vorbild!
Der Stärkere hört zu von Herr Reff
Gerade habe ich das Hörbuch "Der Stärkere hört zu" von Herrn Reff, einem Lehrer an einer deutschen Brennpunktschule mit hunderttausenden Followern auf Instagram, beendet und ich bin tief bewegt von der Liebe zu seinen Schülerinnen und Schülern, die bei diesem außergewöhnlichen Lehrer in jedem Wort spürbar ist, von seiner Haltung, seinem tiefen Respekt den Menschen gegenüber und seinem Mut.
Was für ein besonderer Lehrer, der so viele Leben von Kindern, die von so vielen anderen unterschätzt, diskriminiert und aufgegeben wurden, positiv beeinflusst: in seinen Schulklassen und als Multiplikator auf Social Media.
Das Hörbuch ist vom Autor selbst eingesprochen, das macht es besonders sympathisch und authentisch, man bekommt dabei das Gefühl, diesem Menschen ganz nahe zu sein. Herr Reff erzählt uns von ganz vielen kleinen Alltagssituationen mit Schülerinnen und Schülern, die in äußerst schwierigen Situationen leben, deren Familien von Traumata und Fluchtgeschichten geprägt sind und manchmal nicht einmal genug Geld haben, ihnen ein normales Pausenbrot mitzugeben. Er zeigt auf, wie er es schafft, diesen jungen Menschen auf Augenhöhe und liebevoll zu begegnen, aber gleichzeitig und vielleicht auch genau dadurch und durch seine klare Haltung, zu der er immer steht, auch ihren Respekt zu behalten.
Dabei erzählt er auch offen von seiner eigenen Lebensgeschichte, mit Eltern, die selbst von schlimmen Traumata geprägt waren, früh verstarben und nicht an ihn glauben konnten, von vielfacher Diskriminierung als Junge mit Migrationshintergrund und von einzelnen positiven Momenten, die für ihn den Unterschied gemacht haben, sodass er heute selbst so ein inspirierender Lehrer sein kann.
Aus diesem Hörbuch können sich alle Menschen sehr viel mitnehmen. Es zeigt anhand vieler konkreter Situationen auf, wie wir anderen Menschen begegnen, sie tief berühren und ihre Leben positiv beeinflussen können, weit über den Lehrerberuf hinaus. Jede und jeder, der auf irgendeine Weise mit Menschen zu tun hat, privat oder beruflich - also im Grunde alle - kann sich daraus etwas mitnehmen. Vielen Dank, lieber Herr Reff, für diese authentische Vorbildwirkung! Mögen Sie noch viele Menschen damit erreichen, auf dass sich der gute Funke weitertrage!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Für alle, die eine persönliche Beziehung zu ihrem Darm aufbauen wollen
Darm-Intelligenz von Gregor Hasler
Mit "Darm-Intelligenz" bringt der Schweizer Psychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Gregor Hasler nach "Die Darm-Hirn-Connection" schon das zweite Buch zu diesem Thema heraus. Ich habe sein voriges Buch zu diesem Thema nicht gelesen und das ist auch nicht nötig, um dieses humorvolle, praxisorientierte und persönliche Buch gut verstehen und damit arbeiten zu können.
In nahbaren, gut verständlichen Worten unterstützt uns der Autor dabei, eine persönliche Beziehung zu unserem Darm aufzubauen, um uns selbst ganzheitlicher zu erleben und unsere psychische und körperliche Gesundheit zu unterstützen. Besonders gut gefällt mir, wie zugänglich das Buch ist: es braucht kein medizinisches Fachwissen, um es gewinnbringend lesen zu können, es richtet sich an ein breites Publikum und ist gleichzeitig sehr interessant und informativ sowohl für Laien als auch für Menschen mit Vorwissen in den Bereichen Medizin, Psychologie, Psychiatrie oder Psychotherapie.
In kurzen, gut gegliederten Kapiteln geht es beispielsweise darum, wie der Darm uns bei unserer Körperwahrnehmung unterstützt, wie er auf verschiedene Nahrungsmittel reagiert, wie sich das Mikrobiom wiederum auf unsere Psyche und unseren Schlaf auswirkt, wie ein verändertes Milieu im Darm auch unsere Persönlichkeit beeinflussen kann und vieles mehr.
Am Ende jedes Kapitels gibt es Übungen, die zum Ausprobieren, Spüren und Reflektieren einladen: dazu, wie unser Darm auf verschiedene Situationen reagiert, wie wir uns mit unterschiedlicher Nahrung fühlen, welche Unterschiede bewusstes Atmen macht und vieles mehr. Auch auf die vielfältigen Verbindungen zwischen psychischen Themen und körperlichen Symptomen wird eingegangen. Sehr interessant ist auch, wie der Autor bekannte Märchen, z.B. Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen und der Wolf tiefenpsychologisch analysiert und mit der Darmthematik verbindet.
Insgesamt handelt es sich um ein sehr lehrreiches und gleichzeitig unterhaltsames Buch, das ich allen, die sich für die Verbindung zwischen Intuition, Körpergefühl und Medizin, zwischen Körper, Geist und Seele und für einen ganzheitlichen Blick sowie für persönliche Weiterentwicklung und bewusste Körperwahrnehmung interessieren, sehr empfehlen kann.











