Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ele:
Urga auf der Suche nach dem Glück
Aufgetaut von David Safier
Aufgetaut, Roman von David Safier, 336 Seiten, erschienen im Kindler-Verlag.
Eine Frau aus der Steinzeit sucht das Glück.
Urga, eine Steinzeitfrau war über dreiunddreißigtausend Jahre zusammen mit einem Babymammut in einem Eisblock eingefroren. Durch die Erderwärmung löst sich der Eisblock und wird an Bord des Kreuzfahrtschiffes Arctica 2 genommen.
Nach dem Auftauen, begegnet sie Felix Sommer jr., seiner Tochter Maya und dem alten Seebären Kapitän Øyvind Lovskar. Sommer hat kein gutes Händchen in geschäftlichen Dingen und Lovskar ist auch nicht glücklich, denn seine Frau hat ihn verlassen. Schon bald kommt Cryogenics und Amanda Cole, die eine Kryotechnik-Firma leitet dahinter und wollen Urga für die Wissenschaft gewinnen. Auf der Suche nach dem Glück und auf der Flucht vor den Wissenschaftlern führt die Gefährten eine Irrfahrt aus der Arktis über Indien bis nach Italien.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, dementsprechend schnell hatte ich es gelesen. Die Kapitel sind kurz und in angenehmer Leselänge, der Autor beschreibt im auktorialen Stil, das ist sehr hilfreich, denn der Leser hat dadurch Gelegenheit, die Gedanken und Innenansichten eines jeden Handelnden genau zu kennen. Zitate, Gedanken Eigennamen sind kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben. Safier schreibt sehr bildmalerisch, das Setting und auch die handelnden Personen konnte ich mir hervorragend vorstellen, oft verwendet er umgangssprachliche Begriffe z.B. ..,.das Dolle is…., die Zahnspange die an die Stacheldrähte von Verdun erinnert. Das lustige Kauderwelsch der Steinzeitfrau Urga gefiel mir, Sätze wie: „Verzeih mir, weil ich gefeigen Ohr dich“ oder die Worte Matschepampe und schnabbeln, ließen mich immer wieder schmunzeln. Ich habe alle Bücher aus der Feder Safiers gelesen und ich finde, vorliegender Roman gehört zu den besten. So kenne ich seine Bücher und so mag ich sie. Zwar nicht gerade realistisch, doch durchaus mit Tiefe. Witzig, herzlich und hier sogar mit einigen Lebensweisheiten. Auch die Figuren haben durchweg eine enorme Entwicklung durchgemacht. Besonders Felix, dessen Name ohnehin schon „der Glückliche“ bedeutet, auch Bruce der Wachmann oder Amanda, die durch ihre Krankheit ihr Päckchen zu tragen hat, sie alle sind bessere Menschen geworden, Urga und Lovskar sowieso. Am putzigsten und somit meine Lieblingsfigur war das Babymammut Trö. Seine Gedanken haben mich köstlich amüsiert. (Neue Mama hat so kuschelig haarige Beine). Nicht gut weggekommen bei mir ist allerdings Felix Sommer senior, einfach unsympathisch und der Bösewicht im Buch. Geeignet für Safier-Fans, als Geschenk und mit einem Augenzwinkern zu genießen. Zwei winzige Kritikpunkte von mir, wie schnell Urga unsere Sprache gelernt hat und die Szene im Hafenbecken fand ich ein wenig zu unglaubwürdig bzw. übertrieben, dafür möchte ich einen Punkt abziehen. Von mir deswegen 4 Sterne.
Rezensionen von Lesemama:
Nach zähem Anfang noch richtig schön
Der kleine Buchladen der guten Wünsche von Marie Adams
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Josefine ist Buchhändlerin mit Herz und Seele. Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie eine eigene Buchhandlung in Köln. Aber sie stehen noch ganz am Anfang und können sich noch nicht mal eine freie Woche leisten.
Als Kind hat sie gerne ihre Ferien bei ihrer Tante in der Rhön verbracht, die einen kleinen Buchladen hat.
Als diese Josefine den Laden vererbt, steht für Josefine eine große Entscheidung an ...
Meine Meinung:
Ich war sofort in das Cover verliebt und ich muss gestehen, ich bin ein Coverkäufer. Auch die Kurzbeschreibung klang total schön, so wollte ich das Buch unbedingt lesen.
Es fing auch ganz schön an, gespickt mit der Vergangenheit, mit Josefines Kindheit in dem Buchladen der Tante. Allerdings war es stellenweise etwas zäh und langatmig und irgendwie auch sehr vorhersehbar.
Josefine ist eigentlich ein sympathischer Charakter, ganz im Gegensatz zu ihrem Freund Mark. Auch die Bewohner des kleinere Städchens kommen gut weg. Alles ik allem eine ruhige, am Ende richtig schöne Geschichte.
Durchhalten lohnt sich jedenfalls.
Rezensionen von Ele:
Ursa auf der Suche nach dem Glück
Aufgetaut von David Safier
Aufgetaut, Roman von David Safier, 336 Seiten, erschienen im Kindler-Verlag.
Eine Frau aus der Steinzeit sucht das Glück.
Urga, eine Steinzeitfrau war über dreiunddreißigtausend Jahre zusammen mit einem Babymammut in einem Eisblock eingefroren. Durch die Erderwärmung löst sich der Eisblock und wird an Bord des Kreuzfahrtschiffes Arctica 2 genommen.
Nach dem Auftauen, begegnet sie Felix Sommer jr., seiner Tochter Maya und dem alten Seebären Kapitän Øyvind Lovskar. Sommer hat kein gutes Händchen in geschäftlichen Dingen und Lovskar ist auch nicht glücklich, denn seine Frau hat ihn verlassen. Schon bald kommt Cryogenics und Amanda Cole, die eine Kryotechnik-Firma leitet dahinter und wollen Urga für die Wissenschaft gewinnen. Auf der Suche nach dem Glück und auf der Flucht vor den Wissenschaftlern führt die Gefährten eine Irrfahrt aus der Arktis über Indien bis nach Italien.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, dementsprechend schnell hatte ich es gelesen. Die Kapitel sind kurz und in angenehmer Leselänge, der Autor beschreibt im auktorialen Stil, das ist sehr hilfreich, denn der Leser hat dadurch Gelegenheit, die Gedanken und Innenansichten eines jeden Handelnden genau zu kennen. Zitate, Gedanken Eigennamen sind kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben. Safier schreibt sehr bildmalerisch, das Setting und auch die handelnden Personen konnte ich mir hervorragend vorstellen, oft verwendet er umgangssprachliche Begriffe z.B. ..,.das Dolle is…., die Zahnspange die an die Stacheldrähte von Verdun erinnert. Das lustige Kauderwelsch der Steinzeitfrau Urga gefiel mir, Sätze wie: „Verzeih mir, weil ich gefeigen Ohr dich“ oder die Worte Matschepampe und schnabbeln, ließen mich immer wieder schmunzeln. Ich habe alle Bücher aus der Feder Safiers gelesen und ich finde, vorliegender Roman gehört zu den besten. So kenne ich seine Bücher und so mag ich sie. Zwar nicht gerade realistisch, doch durchaus mit Tiefe. Witzig, herzlich und hier sogar mit einigen Lebensweisheiten. Auch die Figuren haben durchweg eine enorme Entwicklung durchgemacht. Besonders Felix, dessen Name ohnehin schon „der Glückliche“ bedeutet, auch Bruce der Wachmann oder Amanda, die durch ihre Krankheit ihr Päckchen zu tragen hat, sie alle sind bessere Menschen geworden, Urga und Lovskar sowieso. Am putzigsten und somit meine Lieblingsfigur war das Babymammut Trö. Seine Gedanken haben mich köstlich amüsiert. (Neue Mama hat so kuschelig haarige Beine). Nicht gut weggekommen bei mir ist allerdings Felix Sommer senior, einfach unsympathisch und der Bösewicht im Buch. Geeignet für Safier-Fans, als Geschenk und mit einem Augenzwinkern zu genießen. Zwei winzige Kritikpunkte von mir, wie schnell Urga unsere Sprache gelernt hat und die Szene im Hafenbecken fand ich ein wenig zu unglaubwürdig bzw. übertrieben, dafür möchte ich einen Punkt abziehen. Von mir deswegen 4 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Die übersinnlichen Brüder
Denn Geister vergessen nie von Jessica Koch
Der Beginn des Buches überzeugt auf Anhieb durch den Einsatz einer ganzen Reihe interessanter Figuren.
Da ist Jayden, der mit seinen Freunden auf eine Tour mit einem Segelschiff gehen will. Außerdem seine schwangere Frau Marie und ihr jüngerer Bruder Collin, der an der depressiven Amy interessiert ist.
Dann gibt es auch noch Mian und Jano, hochsensibel und hellsichtig.
Die Erzählperspektiven wechseln schnell zwischen diesen Figuren. Das verleiht dem Buch eine ansprechende Vielschichtigkeit.
Hinzu kommen Szenen aus der Vergangenheit. Das führt dann langsam zu einer Überfrachtung. Erschwerend kommt das Gefühl ein Durcheinander zu lesen hinzu. Damit komme ich erst besser zurecht als der Segeltörn endlich losgeht. Da fehlen auch dramatische Szenen nicht, als das Schiff in einen Sturm fährt.
Eigentlich ist es ein guter Roman, doch mit dem Empathieaspekt von Mian und Jano hatte ich meine Probleme und die Liebesgeschichte fand ich schwach. Dafür bleibt aber, das man ein paar gute Figuren mit ihren Problemen und Emotionen kennen lernen konnte.
Rezensionen von Lilli33:
Anstrengend, aber nicht schlecht
Milchmann von Anna Burns
Anstrengend, aber nicht schlecht
Puh, dieses Buch ist eine Herausforderung. Ich bin hier ganz unbedarft herangegangen, ohne mich vorher groß zu informieren. Entsprechend schwer fiel mir der Einstieg. Ich hatte zunächst kaum eine Ahnung, wovon die Autorin redet, was der Sinn dieses Romans ist, worum es eigentlich geht.
Als ich ein wenig recherchiert hatte, gelang es mir besser, das erwähnte Gebiet diesseits und jenseits der Grenze, das Land jenseits der See und die verschiedenen Religionen und Paramilitärs einzuordnen und in die Handlung hineinzufinden. Aber was heißt hier Handlung? Handlung gibt es eher wenig - alles ist aus der Sicht der namenlosen Erzählerin geschildert und besteht zu einem Großteil aus deren Gedanken. Seitenlange Monologe erleichtern das Lesen nicht gerade. Es ist schwer, die Konzentration aufrechtzuerhalten, wenn einem zwischendurch kein Absatz zum Verschnaufen geboten wird.
Dabei ist nicht nur die Protagonistin ohne Namen. Nein, alle Figuren werden nur mit ihrer Funktion bzw. einer Art Spitznamen benannt, z.B. Milchmann (der gar kein Milchmann ist), Vielleicht-Freund, Schwester Eins oder Schwager Drei. Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Die Autorin hat eindeutig etwas zu sagen. Ich frage mich nur, warum sagt sie es nicht einfach? Warum redet sie ellenlang um den heißen Brei herum und kommt nicht zu Potte? Warum packt sie ihre Aussage in dermaßen verschwurbelte Sätze? Warum macht sie es dem Leser künstlich so schwer?
Rezensionen von Marie aus E.:
Spannend, obwohl schnell klar ist, wohin die Reise geht
Feuerland von Pascal Engman
Ein ganz schön vollgepackter Thriller ist Feuerland.
Alles beginnt mit einem Überfall auf einen Uhrenladen, der etwas eigenartig abläuft. Schnell fächert sich die Handlung in viele Stränge mit vielen Akteuren auf.
Überfälle auf reiche Männer, Flüchtlingskinder, Organhandel, organisiertes Verbrechen, Soldatentraumata, Autismus und und und.
Was unübersichtlich und viel zu viel klingt ist es aber nicht.
Die Handlung wird aufgebaut, ohne dass ich als Lesende mich überfrachtet gefühlt hätte.
Die Kommissarin wird auch privat ausführlich charakterisiert, das hat mir hier gut gefallen, sie ist menschlich und wurde mir im Laufe des Buches immer sympathischer. Genauso der Ex-Soldat Nicholas, bei dem beim Lesen dann die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.
Obwohl das Buch nicht dem klassischen Thrilleraufbau folgt und relativ schnell klar ist, wohin die Reise geht bzw. wie alles zusammenhängt, also nichts mit whodunit und großem Rätseln beim Lesen, war das Buch für mich (erstaunlicherweise) trotzdem spannend. Ich habe die Seiten regelrecht verschlungen.
Insgesamt war das Buch sehr actionreich, ich könnte mir hier auch eine Actionthriller-Verfilmung für das Kino gut vorstellen. Die manchmal etwas als Superheldenkräfte anmutenden Fähigkeiten der Hauptdarsteller passen gut dazu, sind nun nicht so wirklich realistisch, aber sei es darum.
Prima Unterhaltung mit gruseligem Hintergrund -den Autor werde ich weiterverfolgen.
Rezensionen von Streiflicht:
Lustig und goldig
FROSCHAROMA von C.K. Lambert
Dieses Buch ist unterhaltsam und lustig, schön und voller Humor. Ich wollte nur mal kurz reinschauen, war dann aber so begeistert, dass ich das ganze Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Ich würde sagen, das spricht für sich... Von den ersten Zeilen an war ich begeistert und das ist immer noch so.
Die herrlichen Reime haben mir Spaß gemacht und haben mich auch immer wieder schmunzeln lassen. Gerade auch weil der Text so lustig ist und es einfach abenteuerlich ist, was die kleinen Hexen alles so erleben und anstellen. Die tollen Zeichnungen ergänzen den Text ganz wunderbar und machen es rund. Das Buch ist rundum gelungen und für Jung und Alt geeignet, denke ich. Hier findet jeder etwas, das er gut finden kann und zum Schmunzeln. Auch weil vieles einerseits aus dem Alltag gegriffen ist, zugleich aber so absurd wirkt.
Besonders witzig fand ich die kleinen Notizzettel, die wie aufgeklebt aussehen und für ein Lächeln sorgen, weil sie so frech und nett sind.
Rezensionen von Streiflicht:
Wieder richtig gut
Flüsternde Wälder von Förg Nicola
Auch dieses Buch der Autorin Nicola Föhr hat mir wieder richtig gut gefallen. Durch Zufall hatte ich das Vorgängerbuch entdeckt und mit wachsender Begeisterung gelesen. Kaum war ich warm geworden mit Irmi und den anderen Figuren, war ich auch schon Fan. Umso mehr habe ich mich auf „Flüsternde Wälder“ gefreut.
Es war ein herrliches Wiedersehen mit Irmi und dem Hasen und den vielen anderen lebendigen Figuren. Es ist als hätte man das andere Buch gerade erst aus der Hand gelegt und als wäre man als Leser ganz nah dabei. Es gibt keine störende Distanz zu den Figuren und das Lesen macht Spaß. Die Dialoge und Handlungen sind durchdacht, die Spannung und der Humor kommen dabei aber nicht zu kurz. Gleichzeitig lässt die Autorin immer wieder aktuelle Themen einfließen, sodass man sich in der Realität wähnt.
Auch wenn ich selbst noch nicht in Irmis Alter bin, finde ich es toll, dass mal eine ältere Frau im Mittelpunkt steht. Sie ist nicht mehr ganz taufrisch und hat auch so ihre Probleme, aber sie ist ein wunderbarer Mensch mit viel Kraft, Energie und Empathie – das ist so toll dargestellt, dass man sie gerne mal kennen lernen würde. Wenn man so fühlt und auch mit den Figuren mitfiebert, hat die Autorin alles richtig gemacht. Wenn dann auch noch der Fall so spannend ist, das Lesen so viel Spaß macht und man sich direkt nach dem Zuklappen des Buches schon auf den nächsten Band freut, dann ist es perfekt! Daher von mir fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung! Ich habe vor, die ganze Reihe von vorne zu lesen, damit ich Irmi noch besser kennen lerne und selbst unterhaltsame Lesestunden habe.
Rezensionen von Streiflicht:
Historie trifft Leben
Arnulf. Kampf um Bayern von Robert Focken
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil mir die Beschreibung so gut gefallen hatte. Als Exilbayerin fand ich den Kampf um Bayern natürlich besonders interessant.
Die Vorgängerbücher um Arnulf kenne ich (bisher) nicht, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Ich war schnell drin in der Geschichte, auch aufgrund der Namensliste am Anfang, die nicht nur die wichtigsten Figuren, sondern auch deren Bedeutung auflistet.
Ein paar Begriffe in der damaligen Sprache waren auch aufgeführt, das hätten gerne noch mehr sein dürfen. Ich mag sowas gerne und es bringt auch herrliches Ambiente in eine Geschichte. Es ist dem Autor gut gelungen, so zu schreiben, dass es authentisch wirkt und zur Zeit passt, in der die Erzählung spielt.
Die historischen Begebenheiten sind manchmal etwas angepasst und nicht immer ganz genau, aber das hat mich nicht gestört. Denn dafür ist das Buch umso lesenswerter und interessanter, weil es nicht nur um die trockene Historie geht, sondern auch um die Menschen und die Ereignisse, die damals stattfanden. Würde man Jugendlichen solche Bücher geben, würden sie vermutlich am Ende mehr wissen als nach dem Geschichtsunterricht und sie würde es nicht nur leichter lernen und verstehen, sondern auch im Gedächtnis behalten.
Besonders gut gefiel mir neben den spannenden Schlachten und der Reise, deren Ausgang so ungewiss ist, wie das Leben damals geschildert wird. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Volksgruppen, den Religionen und den Traditionen. Das alles wird verständlich und anschaulich beschrieben und immer so im Kontext, dass man es quasi wie nebenbei erfährt. Gut gelungen!
Ich bin gespannt, wie es mit Arnulf weitergeht, denn das Ende dieses Buches bedeutet schon einen wahren Paukenschlag...
Rezensionen von heinoko:
Gute Unterhaltung mit fehlendem Tiefgang
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina
Corina Bomann lese ich gerne zur Entspannung. Jedes Mal habe ich das Gefühl, mich auf einem Theatersessel bequem niederzulassen, mit Aufschlagen des Buches den Vorhang aufgehen zu lassen und mich wegtragen zu lassen von den Szenen, die Corina Bomann entstehen lässt.
Mit „Sophias Hoffnung“ befinden wir uns im Berlin der späten Zwanziger Jahre.
Sophia, die zwanzigjährige Ich-Erzählerin, steht völlig unerwartet vor dem Nichts. Vom Vater verstoßen, vom verheirateten Geliebten mit dem ungeborenen Kind allein gelassen, reist sie völlig verzweifelt nach Paris zu einer Freundin. Dort begegnet sie der großen Helena Rubinstein, die ihr eine Anstellung in ihrem Schönheits-Imperium anbietet. So reist Sophia voller neuer Hoffnung nach New York…
Dieser Auftaktband einer Trilogie lässt sich gut und flüssig lesen, wie immer bei dieser Autorin. Sie schreibt lebendig, lässt die jeweiligen Geschehnisse farbig und kurzweilig sich entwickeln. Obwohl ich von reiner Unterhaltungsliteratur ausgegangen bin, blieb mir leider doch nach Beendigung der Lektüre ein Gefühl der Enttäuschung zurück. Wo war in diesem Buch die erwartete Faszination für Kosmetik? Wo blieben die atmosphärisch tiefer ausgestalteten historischen Verknüpfungen? Wo bleibt der Glamour der Zwanziger Jahre? Und wo, vor allen Dingen, ist eine psychologische Weiterentwicklung der Hauptperson zu erkennen? Es werden Szenen aneinandergereiht, in denen Sophia immer wieder kämpfen muss, dabei aber für mein Empfinden stets auf dem gleichen Niveau naiv bleibt. Kurzum, ein wenig mehr Tiefe hätte ich mir gewünscht, auch wenn ich mich gut unterhalten fühlte.










