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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von heinoko:

Klug in Szene gesetzter Thriller

Sühne von Steffen Jacobsen


Eine Zufallsentdeckung war für mich diese Neuerscheinung. Der Autor war mir bislang unbekannt gewesen, ich war überrascht, wie viele Titel der ziemlich finster dreinblickende Autor, von Beruf Chirurg, bereits geschrieben hatte. Vielleicht ist das vorliegende Buch nicht unbedingt ein reißerischer Thriller.

Er hat auch viele ruhige Elemente, fast wie in einem Krimi, aber dennoch niemals langweilig, immer durchsetzt von unterschwelliger Spannung, die sich zum Ende hin noch erheblich steigert. Wohltuend übrigens die sehr augen- und lesefreundliche Schriftgröße!

Frank Linden, Besitzer eines Pharmaunternehmens, ist todkrank. Er möchte vor seinem Tod noch hochbrisante Informationen veröffentlichen und heuert dazu einen Journalisten an. Doch als Linden dem Journalisten das Material übergeben will, werden beide hinterrücks erschossen. Michael Sander, Freund des Journalisten, gelangt in den Besitz des Geheimmaterials und beginnt auf eigene Faust nachzuforschen. Seine Frau, Kommissarin Lene Jensen, soll ganz offiziell die Morde an Linden und dem Journalisten aufklären und stößt dabei im Umfeld des Pharmaunternehmens auf Ungeheuerliches im Bereich der Insulin-Mafia. Doch nicht nur sie, auch Michael Sander gerät in tödliche Gefahr.

Steffen Jacobsen schreibt mit wohltuend viel Fachwissen. Das spürt man in allen Sequenzen, in denen es um Details zur Entwicklung von wirksamen Medikamenten geht. Und er schreibt mit großem politischem Engagement, was speziell in den tagebuchartigen Einträgen von Thomas Schmitz aus Äthiopien sehr eindrucksvoll zum Ausdruck kommt. Und Steffen Jacobsen erzählt gekonnt kurzweilig, temporeich die spannende Handlung vorantreibend. Aus verschiedenen Blickwinkeln, aus verschiedenen Puzzleteilen setzen sich mehr und mehr die erschreckenden Machenschaften der Pharma-Industrie zusammen. Mich hat der virtuose Schreibstil des Autors fasziniert, wie er zum Beispiel die malerische Schilderung eines Ambientes vornimmt, schön, geschmackvoll, um dann völlig unerwartet in dieses wohltuende Bild weitere Bilder hineinzuschmuggeln, grausame Bilder, verstörende… Zwar konnte ich nicht jedes Verhalten der Protagonisten nachvollziehen, insbesondere nicht das viele Schweigen, das viele Unausgesprochene in der Beziehung zwischen Lene und Michael, aber dennoch hatte ich insgesamt viel Sympathie für die beiden und bangte entsprechend voller Spannung um ihr Überleben. Mir gefiel besonders, dass viel Raum eingeräumt wird den psychologisch vielschichtigen Interaktionen der Menschen untereinander, belauernd, anziehend, misstrauisch, hasserfüllt, hingerissen, kämpferisch und nur selten wahrhaftig, echt. Ein Autor mit viel Feingefühl, wie mir scheint. Eine echte Entdeckung auf jeden Fall.

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Rezensionen von Lesemama:

Ein Plädoyer für mehr Solidarität

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Bewertet mit 4.5 Sternen

- das Haus der Frauen versteht sich als Ort, an dem man willkommen geheißen, nicht abgewiesen wird S. 124

Zum Buch:

Soléne war eine erfolgreiche Staranwältin in Paris als ein Mandant von ihr nimmt sich nach einem verlorenen Prozeß das Leben, Soléne fällt in ein tiefes Loch aus Depression und Leid.

Ihr Therapeut empfiehlt ihr ein Ehrenamt um langsam wieder am Leben teilzunehmen. So wird Soléne offizielle Schreiberin im Haus der Frauen, ein Haus in dem Frauen jeden Alters jeder Herkunft und jeder Nationalität in der Not Zuflucht findet.
Sie soll den Frauen helfen Briefe an Behörden zu verfassen, aber auch private Briefe und andere Schreiben.
Das Schicksal der Frauen lässt Soléne nicht los und auch die Frau, Blanche Peyrob, die das Haus vor fast hundert Jahren gegründet hat, lässt viele Fragen offen, denen Soléne nachgeht.

Meine Meinung:

Ich las schon das erste Buch der Autorin sehr gerne, sie legt so viel Gefühl in ihre Geschichten, es ist ein Genuss sie zu lesen.
Der Schreibstil ist zwar anders, die Sätze kommen mir manchmal ein wenig abgehackt vor, aber dennoch konnte mich die Geschichte von der ersten Seite an sehr berühren.
Was die Frauen, die in dem Haus wohnen, in ihrem Leben schon alles hinnehmen mussten m, ist sehr bewegend und ergreifend, ich hätte nicht nur einmal Tränen in den Augen. So einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben im Haus, aber auch das Leben von Soléne.
Die Geschichte wird in der heutigen Zeit in Paris erzählt, aber immer wieder geht es zurück ins Jahr 1925/1926 als die Gründerin des Hauses gelebt hat und erzählt die Entstehungsgeschichte des Haussrs und die Geschichte von Blanche, eine bewundernswerte, starke Frau.

Ich denke, die Geschichte, die bestimmt auf Tatsachen beruht, wird mich noch lange beschäftigen. Ich hatte großes Mitgefühl für die Frauen und habe das Buch gerne gelesen.
Eine sehr bewegende Geschcihte die absolut empfehlenswert ist.

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Rezensionen von bine525:

Achtsamkeit und Lebenshilfe

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich von Tessa Randau

Der Lebensratgeber ist in einer hübschen und fast schon ein wenig mystischen Geschichte verpackt, bei der eine junge sichtlich gestresste Mutter kurz vor dem Zusammenbruch im Rückzugsort Wald auf einer Parkbank auf eine rüstige, liebenswerte und weise alte Frau trifft. Anja, eine junge Mutter die Beruf und Familie perfekt machen will, lernt von ihr wieder Schritt für Schritt, genauer gesagt mit Frage für Frage, auf ihre innere Stimme und eigenen Bedürfnisse zu hören und wieder mehr auf sich selbst fokussiert zu sein.

Das Buch habe ich sehr schnell in einem Ruck durchgelesen und hat mir gezeigt wie ich entschleunigt und gelassener sein kann. Die Autorin bringt mir wieder einmal nahe, wie ich aus negativen Verhaltensmustern ausbrechen kann und wieder mehr Freude und Genuss verspüre. Das Buch hat mir auch wieder gut nahegebracht das man nur den Mut für Veränderungen aufbringen muss und auch mal ein wenig zurückstecken, um wieder mehr vom Leben zu haben und das es im Leben nicht nur um Geld alleine geht um glücklich zu sein.

Das Buch eignet sich sehr gut zum verschenken an Menschen die zu gestresst durchs Leben laufen oder auch ein einer Midlife Krise stecken um sich selbst wieder besser zu spüren.

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Rezensionen von Nepomurks:

Hochspannend und insgesamt sehr interessant!

Zwölf Wochen in Riad Saudi-Arabien zwischen Diktatur und Aufbruch - Ein SPIEGEL-Buch von Koelbl Susanne

Susanne Koelbl‘s Buch „Zwölf Wochen in Riad“ ist definitiv ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Die Autorin beleuchtet auf vielfältige Weise die Veränderungen, die sich zuletzt in Saudi Arabien zutrugen: Öffnungen in Richtung Westen, Lockerungen der Gesetze, Frauenrechte. Doch vielmehr zeigt sie ein Bild eines muslimischen Landes auf, das durch seine ureigene Geschichte geprägt ist von Machterhalt einiger weniger Familien, Ölreichtum mit nahendem wirtschaftlichen Umdenken, dem Islam, Konkurrenzen und Intrigen.

Ein Land, das die Europäer vielleicht gar nicht in seiner Kern- und Gesamtstruktur verstehen können, sieht man sich nicht die vielschichtigen Facetten hinter dem geschlossenen Vorhang an. Schön fand ich hier auch die zahlreichen Farbfotos in der Mitte des Buches, die das Erzählte und Beschriebene noch einmal visuell ergänzen. Susanne Koelbl, die die Erlaubnis erhielt, sich für längere Zeit in Riad aufzuhalten, schildert ihre facettenreichen Erlebnisse, die teils für einen nicht muslimischen Menschen in ihrer Strenge und Konsequenz erschreckend, manches Mal aber auch urkomisch und witzig erscheinen. Die Darstellungen lassen auf jeden Fall tief in die Umwälzungsprozesse des bis dato strengsten muslimischen Staates blicken. Überraschend dabei natürlich immer wieder die Rolle der Frau. Insbesondere die vielschichtigen Erfahrungen von Susanne Koelbl als europäische Frau und Gast in Saudi Arabien. Einfach nur spannend! Obwohl es sich bei „Zwölf Wochen in Riad“ um ein Sachbuch handelt, liest es sich durch den lockeren, eingängigen Schreibstil der Autorin unglaublich flüssig und leichtgängig. Die einzelnen Kapitel können jeweils separat, also auch solo gelesen werden, da sie eigentlich immer eigene Inhaltsschwerpunkte aufweisen. In der Gänze liest sich das Buch aber eh so überraschend packend, dass man eigentlich keine der einzelnen Perspektiven und Schilderungen verpassen möchte und das Buch wohl eher in einem Rutsch durchliest.. Für mich war das Buch jedenfalls sehr interessant zu lesen und wies doch auch einige Überraschungen auf. Es ist recht lehrreich und meiner Meinung nach eine absolute Leseempfehlung wert! Deshalb von meiner Seite klare 5 Sterne.

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Rezensionen von Meli:

Mathematik, Freundschaft und die erste Liebe

Can you help me find you? von Amy Noelle Parks

Das Buch ist einfach süß.

Evie ist in Mathe durchaus eine Überfliegerin, aber ihre Angststörungen halten sie öfter mal davon ab, ihre guten Leistungen zu präsentieren. Sie geht mit ihrem besten Freund Caleb auf ein Internat für Naturwissenschaften und möchte trotz der Krise im vorherigen Jahr nochmal an einem besonders wichtigen Mathematik-Wettbewerb teilnehmen, aber kann sie es diesmal schaffen? Denn ein paar Dinge haben sich in ihrem Leben schon verändert.

Caleb ist schon ihr halbes Leben lang an ihrer Seite und kennt sie in- und auswendig. Das Buch ist voller gemeinsamer Erinnerungen und liebevollen Momenten, denn die beiden stehen sich wirklich sehr nahe. Caleb ist auch heimlich in Evie verliebt, aber Evie interessiert sich nicht für Jungs - bis Leo auftaucht.

Auch Leo ist sehr begabt, nett und auf einer Wellenlänge mit Evie, sodass sie auf ihn aufmerksam wird. Während Caleb immer gehofft hat, dass er derjenige sein würde, wenn Evie eines Tages so weit wäre, muss er nun zusehen, wie sie sich in einen anderen verliebt. Caleb wünscht sich, dass seine beste Freundin in ihm mehr sieht und gleichzeitig will er, dass sie glücklich ist, auch wenn sie das Glück bei einem anderen findet - aber das heißt noch lange nicht, dass er so leicht aufgibt!

Für Evie ist es die erste Liebe, sie merkt zum ersten Mal, dass sie Gefühle für einen Jungen hat, aber für Caleb ist es das irgendwie auch, weil er schon immer in seine beste Freundin verliebt war, auch wenn er andere Freundinnen hatte. Die beiden sind immer füreinander da und begleiten einander durch die harten Zeiten. Vor allem ist Caleb auch Evies Beschützer, wenn ihre Ängste sie quälen oder Mitschüler sie hänseln. In seiner Nähe fühlt sie sich viel wohler und das gibt ihr Mut. Ihre tiefe Freundschaft und die Gefühle, die sie entdecken, konnten mich wirklich berühren.

Es geht hier schon oft um Mathematik oder was Evie sonst noch so an Stoff durchnimmt, kam mir oft schon recht ausführlich vor und auch als Informatikstudentin konnte ich den Beschreibungen ganz sicher nicht immer folgen. Trotzdem fand ich die Vergleiche und Bezüge sowie Evies sachlichen Blick auf Alles sehr gelungen.

Fazit
"Can you help me find you?" konnte mich mit sympathischen, liebenswerten Protagonisten und einer süßen Geschichte um die erste Liebe überzeugen und auch wirklich gut unterhalten. Bei Evie und Caleb muss man einfach mitfiebern!

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Roman mit beachtlicher literarischer Qualität

Todesmörder von Gunnar Staalesen

Varg Veum, zuerst im Jugendamt, dann Privatermittler, wird als Person mit viel Empathie für seinen Klienten Janni, den späteren Jan Egil und als akribischer Ermittler beschrieben, der, wie sollte es für einen Norweger anders sein, dem Hochprozentigen und Frauen nicht abgeneigt ist, ohne dass der Roman ins Sentimentale und Rührselige abzudriftet.

Nicht nur damit schafft der Roman eine beachtliche literarische Qualität. Alle Beziehungen von Veum mit seinem Umfeld, seinen Mitarbeiterinnen im Jugendamt und im Besonderen mit dem Anwalt Jens Langeland sind wohltuend friktionsfrei, mal abgesehen den frostigen Kontakten zur örtlichen Polizei.

Beim Lesen muss man acht geben auf die verschiedenen Zeitebenen und den zum Teil verwandtschaftlich verbundenen Akteuren bei Mord, Todschlag, Alkoholschmuggel und Drogenkonsum. Für Nichtskandinavier sind die unzähligen geografischen Originalnamen eine echte Herausforderung.

Die etwas eigenwillige Übersetzung stört den Lesefluss nicht, die Spannung reißt bis zum Schluss nicht ab. Erst im letzten Viertel kommt sowas wie eine Ahnung auf, wer der Mörder sein könnte.

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Rezensionen von liesmal:

Schmecke den Regenbogen

Die Weisheit des Regenbogens Wegweiser des Herzens. 15.05.2020. Hardback. von Jando

Ein wunderschönes Cover mit einem bunt leuchtenden Regenbogen, der sich im Wasser spiegelt, hat mich eingeladen, das Buch „Die Weisheit des Regenbogens“ von Jando zu lesen, der die Geschichte erzählt von Malin und ihrer besten Freundin, der treuen Hündin Ava, deren Freundschaft allerdings auf eine harte Probe gestellt wird.

Malin macht sich Vorwürfe, weil Ava ihr Leben für sie riskiert und sich bei einem Unfall sehr schwer verletzt hat – und Ava ist traurig, weil Malin sich wegen ihres schlechten Gewissens von ihr zurückzieht.

Malins Mutter, alleinerziehend, ist in großer Sorge und fährt mit ihr und mit Ava zur Erholung an die Nordsee. Das erweist sich als glückliche Fügung, denn dadurch lernen sie Bent kennen, den Hundeflüsterer, der auch Malin und Ava helfen will, wieder zueinanderzufinden.

Die Erzählung ist wie ein Märchen, voller Poesie und Herzenswärme. Viele wunderschöne Zitate verleiten mich zum Träumen und lassen dabei meinen Gedanken freien Lauf. Die Geschichte erzählt sehr empfindsam von den Momenten im Leben eines Menschen, die das ganze bisherige Leben auf den Kopf stellen und es unmöglich machen, an Liebe und Freundschaft noch glauben zu können. Doch sie ist auch der Beweis dafür, dass man niemals die Hoffnung aufgeben darf, und dass Trauer, Hoffnung und Liebe ganz eng zusammengehören.

Das Buch ist erschienen im Verlag KoRos Nord. Es hat ein handliches Format und einen festen Einband, dessen Innenseiten illustriert sind mit Muscheln und Seesternen in zarter Farbe. Die Seitenzahlen am unteren Rand sind eingebettet in Wellen. Sehr liebevolle Illustrationen von Antje Arning verleihen dem Buch eine weitere Besonderheit.

Von Jando habe ich bereits „Im Himmel gibt es einen Bahnhof“ gelesen. Darum bin ich nicht überrascht, dass mich auch dieses Buch begeistern konnte.

Von mir eine absolute Leseempfehlung !

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Rezensionen von Nepomurks:

Eine wunderbare Geschichte!

Der Bär und die Nachtigall von Katherine Arden

Mit „Der Bär und die Nachtigall“ ist Katherine Arden eine wundervolle Geschichte, wenn nicht gar ein großartiges, auf Legenden beruhendes Märchen gelungen! Es verbinden sich hier Mythen mit viel Spannung und das Buch lässt sich wegen des eingängigen Erzählstils sehr gut lesen. Auf sprachlicher Ebene sind zwar zu Beginn die russischen Namen (die sich bei ein und derselben Person durch verschiedene Koseformen schnell einmal ändern können) noch ein wenig ungewohnt, aber das schadet meiner Meinung nach nicht dem Lesefluss.

Die Gestaltung der Charaktere und die Atmosphäre der Schauplätze sind Katherine Arden toll gelungen. Der Roman verströmt nach kurzer Anlaufzeit eine düstere Stimmung und sorgt für schaurige wie packende Momente. Für mich unerwartete Hochspannung und viel subtiler Nervenkitzel.. Ein wenig schade fand ich dann, dass das Ende des Romans fast schon ein wenig überhastet erschien und für meinen Geschmack noch ausführlicher hätte ausfallen können.. Ansonsten ist „Der Bär und die Nachtigall“ meiner Meinung nach eine wunderschöne Geschichte mit stimmigen Charakteren und überraschend vielen packenden Lesemomenten! Ich würde mir viel mehr von dieser Art Schauergeschichten wünschen, deshalb dafür ganz klar 5 Sterne.

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Rezensionen von Nepomurks:

Kein klassischer "Gerritsen-Thriller" und für mich eine wahre Enttäuschung..

Das Schattenhaus von Gerritsen Tess

Ein altes Kapitänshaus, mysteriöse Vorkommnisse und zudem noch ungeklärte Todesfälle.. „Das Schattenhaus“ von Thriller-Königin Tess Gerritsen ließ zunächst einmal wieder viel Nervenkitzel und Spannung erhoffen. Doch für mich persönlich war es eher eine Enttäuschung - und zudem definitiv kein klassischer Gerritsen-Thriller.

Die Food-Autorin Ava zieht an der Küste Maines in ein altes Kapitänshaus, in dem es vom ersten Tag ihres Aufenthaltes an zu spuken scheint. Es erscheint ihr des Nachts der Erbauer des Hauses, Kapitän Brodie – der eigentlich seit rund 150 Jahren tot sein müsste. So weit so gut, entwickelt sich der Roman meines Erachtens genau wegen dieses Plots in die falsche Richtung. Die Story erinnerte mich weniger an einen packenden Thriller, sondern vielmehr an Schmachtfetzen aus der Sado-Maso-Sparte à la „50 Shades of Grey“… Leider überhaupt nicht mein Fall. Fessel- und Sexspielchen hat die Autorin meiner Meinung nach wirklich nicht nötig für ihre eigentlich immer äußerst stimmigen Thriller, denen es an Spannung nie mangelt. Authentische Charaktere, ausgefeilte Plots mit Nervenkitzel auf allerhöchstem Niveau und atmosphärische Schausplätze.. Auch „Das Schattenhaus“ hatte grundsätzlich viel Potenzial, doch Tess Gerritsen ist hier zu früh falsch abgebogen. Eine Hauptfigur, die dem Alkohol sehr zugetan ist, sich von einem Geist oder was auch immer verführen lässt, sich in ihren persönlichen Dramen verliert.. Zudem unglaubwürdige Inhalte und wenige schlüssige Verläufe. Schade, vielleicht wäre ein wenig „Mystery“ noch passend gewesen, doch die wenig authentischen und eher langweiligen Charaktere, sowie zu viele unnötige Sexszenen stampfen das Potenzial meiner Meinung nach ein. Für mich wie gesagt eine Enttäuschung, deshalb nur 1 Stern.

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Rezensionen von Nepomurks:

Facettenreicher Familienroman, in dem auch der "Wahnwitz" nicht zu kurz kommt..

Dreck am Stecken von Alexandra Fröhlich

Vier teils schrullige Halbbrüder, die bei ihrem Großvater aufwachsen, irgendwie ihre herausfordernde Jugend überstehen und mittlerweile zu Männern mit ihren ganz eigenen Problemfeldern und Familienkonstrukten geworden sind, stehen nach dem Tod des Opas vor vielen rätselhaften Fragen zu ihrer eigenen Familiengeschichte, die eh schon wenig normal erscheint.

Sie suchen Antworten und gehen aus diesem Grund auf Reise – denn eines ist ganz offensichtlich: „Opa hatte Dreck am Stecken“.

Alexandra Fröhlich hat mit ihrem neuesten Buch einen tollen Familienroman vorgelegt, der sich nicht nur mit den Familienangelegenheiten und vielen Eigenheiten der vier Halbbrüder und ihrem Großvater auseinandersetzt, sondern auch Geschichte, sowie Schuld und Reue behandelt. Allerdings schreibt die Autorin wie gewohnt mit so viel Witz und trotz manch derbem Sprachgebrauchs der Charaktere mit so viel Feingefühl, dass das Lesen des Buches großen Spaß macht. Es ist sehr facettenreich und die Figuren, sind trotz aller Kuriosität liebevoll in Szene gesetzt und gut in ihre jeweilige Rolle eingefügt. Ich finde, der Roman lässt sich sehr leichtgängig lesen und bietet viele eher lustige, aber einige auch spannende Szenen. Die Erzählung ist in ihrem Fluss zum Ende hin vielleicht nicht zu 100% authentisch (zu viel „Ganoventum“), aber im Gesamtrückblick trotzdem noch sehr stimmig. Meines Erachtens war der Vorgänger-Roman „Gestorben wird immer“ zwar noch etwas besser, aber auch „Dreck am Stecken“ ist eine wahre Lesefreude. Deshalb von meiner Seite für das Buch 5 Sterne.

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