Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
Starke Frauen
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Solene ist eine erfolgreiche Anwältin. Aufopferungsvoll hat sie jede freie Minute ihrer Freizeit genutzt um für ihre Mandanten das beste herauszuholen. Als sich ein Mandant nach einem verlorenen Fall vor ihren Augen das Leben nimmt, bricht sie zusammen. Diagnose Burn out. Nur mühsam kommt sie wieder auf die Beine kann aber nicht mehr in der Kanzlei arbeiten.
Ihr Therapeut schlägt eine ehrenamtliche Tätigkeit vor. Anfangs kann sie sich damit auch nicht recht anfreunden findet dann aber eine Stelle als Schreiberin in einem Haus für Frauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten engagiert sie sich immer mehr und lernt die dort lebenden Frauen und ihre persönlichen Schicksale kennen.
In einem anderen Erzählstrang wird der Aufbau des Hauses vor fast 100 Jahren erzählt. Von einer starken Frau die ihr Leben ganz der Heilsarmee gewidmet hat und gemeinsam mit ihrem Mann das Haus aufgebaut hat.
Diese Erzählung hat mich voll in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist anfangs etwas befremdlich, er kommt ohne wörtliche Rede aus und wirk merkwürdig distanziert. Trotzdem fiebert man mit. Einmal in der Gegenwart wie es Solene gelingt das Vertrauen der Frauen zu gewinnen und in der Vergangenheit ob es Blance Peyron gelingt in einer von Männern dominierten Zeit ihr Vorhaben durchzusetzen.
Rezensionen von Ecinev:
Renato Bialetti
Zu wahr, um schön zu sein von Gabriella Engelmann
Caro steht ausgerechnet bei dem Fest zu ihrer Silberhochzeit vor den Scherben ihrer Ehe. Und auch sonst gerät einiges durcheinander. Ihr Mann hat sein Coming out und zieht zu seinem Geschäftspartner. Der pubertierende Sohn schwänzt den Sportunterricht. Ihre esoterische Hippie Mutter verliebt sich.
Caros Halbtagsstelle in einer Bücherei wird weg rationalisiert. Zum Glück gibt es die Espressomaschine Renato, ihre Freundin Sylvia und die betagte Vermieterin Hedwig die so manches besser durchschaut als Caro.
Insgesamt wirkt das Buch etwas chaotisch und Caro tappt mitunter von einem Fettnäpfchen ins nächste. Am Ende passt aber alles zusammen und es gibt Hoffnung auf einen guten Neustart.
Der Schreibstil ist einfach, die kurzen Kapitel lassen sich schnell lesen, einfach ein Wohlfühlroman für zwischendurch.
Rezensionen von Gaby 2707:
Wie immer Spitzenklasse
Requiem für einen Freund von Elisabeth Herrmann
Nachdem der Berliner Anwalt Joachim Vernau im vergangenen Jahr dem Tod gerade noch mal von der Schippe gesprungen ist, macht er nun einen Neuanfang. In einem winzigen Mietbüro versucht er an alte Zeiten anzuknüpfen, was ihm eher schlecht als recht gelingt. Dann kommt auch noch die Ansage einer Betriebsprüfung der letzten 4 Jahre.
Die Zusammenarbeit mit Steuerprüfer Udo Fischer gestaltet sich recht vielversprechend. Bis er Vernau am 2. Abend zurück ins Büro beordert, wo Vernau ihn erschossen findet.
Freitag, den 13.3. genau vor 4 Jahren wird Staatsanwältin für Wirtschaftssachen zusammen mit ihren gerade erst erworbenen Hundewelpen tot in ihrem Pkw gefunden. Hat sie sich wirklich selbst mit Autoabgasen das Leben genommen?
An diesem 13.3. genau vor 4 Jahren hat sich Joachim Vernau nach einem feucht-fröhlichen Gelage mit seinem Freund Sebastian Marquardt im Restaurant Peppone eine Quittung geben lassen. Genau diese Quittung hat Udo Fischer gesucht – und die ist nun verschwunden. Als Vernau am nächsten Tag bei einem bewaffneten Raubüberfall seine Bürokarte, seinen Laptop und vor allem seinen Kalender an die Räuber verliert, ist er sich sicher, dass dies alles nicht nur mit dem verschwundenen Beleg und dem Tod von Udo Fischer zusammen hängt.
Joachim Vernau, den smarten, nicht sehr erfolgreichen Berliner Anwalt, der aber immer da ist, wenn es brenzlig wird, habe ich schon bei einigen Fällen begleitet und richtig ins Herz geschlossen. Da einige seiner Fälle schon verfilmt wurden, habe ich beim Lesen immer Jan Josef Liefers vor Augen. Ich freue mich schon sehr, wenn ich auch dieses Buch vielleicht bald im Fernsehen anschauen kann.
Elisabeth Herrmann schafft es mit ihrem so eingängigen, leichten und geradlinigen Schreib- und Erzählstil mich ab der ersten Seite zu fesseln und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Sie schafft es, dass ich Gefühle wie Wut, Hass und Rache, aber auch Liebe und Fürsorge, die Vernau empfindet sehr gut nachvollziehen, ja fast spüren kann. Wenn es hektisch oder gefährlich wird, färbt es auf mich ab und ich fange an schneller zu lesen.
Ihre Figuren wirken mit ihren sehr verschiedenen Charakteren so menschlich, egal ob gut oder böse. Insgesamt finde ich es schwierig für mich zu entscheiden, mag ich sie oder mag ich sie nicht. Weil fast keiner von ihnen nur abgrundböse ist, sonder auch mal eine gute Seite aufblitzt.
Der Kriminalfall, den Joachim Vernau aus seiner Sicht erzählt, führt mich von Berlin aus nach Hong Kong und zurück. Es geht um Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche, Korruption, Gewalt und mehrfachen Mord. Vernau wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und in der Gegenwart fürchtet er mal wieder um sein Leben. Ich blicke in die dunklen Abgründe einer Finanzverwaltung und ins Gesicht eines chinesischen Baulöwe.
Auch dies ist wieder so eine Geschichte, bei der ich das Buch fast nicht aus der Hand legen konnte und das viel zu schnell ausgelesen war.
Der spannende, interessante, mitreißende Krimi vor der grandiosen Kulisse von Hong Kong und den etwas ruhigeren Ansichten von Berlin und Personen, die ich nicht alle kennenlernen möchte, hat die volle Punktzahl von 5 Sternen und eine Leseempfehlung absolut verdient.
Rezensionen von Bibliomarie:
Feuer auf St Agnes
Kalt flüstern die Wellen von Kate Penrose
Die Scilly Inseln sind ein sehr abgelegenes Stückchen Cornwall und liegen am äußersten Rand Europas. Das Leben war dort immer hart und die Fischer verdienten mühsam ihr Brot. Diese Umstände haben die Insulaner zu einem besonderen Menschenschlag geformt und sie sind nicht einfach im Umgang. Das muss auch Ben Kitto feststellen, der zwar selbst aus einer alteingesessenen Familie stammt, aber lange auf dem Festland lebte.
Nun hat ihn sein Beruf als Polizeibeamter zurückgebracht und auch ihm begegnen die Einwohner mit einer Portion Misstrauen.
Auf St. Agnes wurde die Leiche eines Bewohners gefunden. Offensichtlich gefoltert und anschließend verbrannt. Eine über den Leichnam geworfene Schaffelljacke führt zum „Vogelmann“, ein behinderter junger Mann, der nicht spricht und sich nur um verletzte Seevögel kümmert. Ein idealer Täter für ein vorschnelles Urteil. Doch Ben Kitto nimmt sich mehr Zeit hinter die Geheimnisse der Insel zu kommen. Unterschwellig scheinen die Bewohner einander misstrauisch zu beäugen, besonders Zugezogene, wie das Opfer Alex Rogan, der als Astronom sehr bekannt war oder die exzentrische Künstlerin Naomi Vine. Ben Kitto steht vor einem Rätsel, als auch er Drohungen in cornischer Sprache erhält.
Die Liste der Verdächtigen ist lang und nur nach und nach und mit großen Widerwillen lassen sich die Einheimischen hinter die Kulissen schauen.
Der Krimi wirkt düster, da trägt die Landschaft einen Teil bei. Stürme ziehen über die Inseln, der Fährverkehr ist unregelmäßig, Kitto meist nur allein oder mit seinem Mitarbeiter durch Sturm und Regen unterwegs. Die Autorin hat einen Reigen knorriger Charaktere geschaffen, die sehr gut in die Landschaft passen, die eigenbrötlerisch und verschlossen erscheinen. Auch die Figuren wirken düster. Motive für den Mord und die Drohungen sind bei vielen Protagonisten zu finden und nebenbei muss sich Kytto noch mit seinem Vorgesetzten herumschlagen, der per Telefon meist unsinnige Anweisungen gibt.
Nach und nach enthüllen sich Motiv und ein mörderisches Beziehungsgeflecht, der Spannungsbogen ist dadurch gleichmäßig hoch. Auch der Twist zur Auflösung ist raffiniert. Insgesamt ist der Krimi solide aufgebaut und variiert die Themen in klassischen Krimis: ein eng umgrenztes Gebiet durch Witterung von der Umwelt abgeschlossen, eine Gemeinschaft die ihre Geheimnisse gut hütet und ihrer Mitte der Mörder, der die Polizei herausfordert.
Das Ergebnis ist ein klassischer, solider Krimi mit viel Atmosphäre.
Rezensionen von Lesemama:
Tagebuch des talentierten Tom Gates
Tom Gates, Band 17 von Liz Pichon
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Tom geht in die fünfte Klasse und hat ein kleines Smiley-Problem. Er hat schon drei traurige Smileys und wenn er einen vierten bekommt, darf er nicht mit zum Schulausflug. Dabei kann Tom doch gar nichts dafür, für die traurigen Smileys. Er wurde bei Zeichnen erwischt, weil sein Freund so laut gelacht hat, nicht seine Schuld.
Der Hund seines Freundes hat seine Hausaufgabe gefressen, ganz ehrlich. Und so geht es Tom irgendwie immer.
Da freut dennoch natürlich über die neue Hausaufgabe, ein Plakat malen, das Werbung dür seine Schule macht. Und natürlich auf die neue Graffiti Wand der Stadt, ist doch nicht seine Schuld, dass ...
Meine Meinung:
Der spektakuläre Schulausflug ist schon das siebzehnte Abenteuer von Tom Gates. Ich las allerdings bei weitem nicht alle, aber das spielt auch keine Rolle, man kann im Prinzip mit jedem Band anfangen.
In diesem Buch geht es um einen Fehler, für den Tom mal wirklich nichts kann. Sie Aufregung ist groß.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, das Buch ist in Tagebuchform geschrieben mit jeder Menge lustiger Zeichnungen. Tom und seien Freunde sind liebenswert und völlig normal, wie Kinder in dem Alter sind. Es ist witzig und macht auch Kindern die nicht so gerne Romane lesen viel Spaß
Ich kann Tom Gates nur empfehlen, egal mit welchem Band man anfängt. Gerade für nichtlesende oder noch so gerne lesende Kinder ein guter Einstieg in das Buch, aber auch für alle anderen ein großer Spaß.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Umfassend, sachlich und aufschlussreich
Acht Tage im Mai von Volker Ullrich
Historiker Volker Ullrich nimmt seine Leser auf eine fesselnde Zeitreise in das Deutschland zwischen dem 30. April und dem 8. Mai 1945 mit. Dabei verbindet er unzählige zeitgleich stattfindende, dabei aber oft gegenläufige Ereignisse zu einer Gesamtdarstellung.
Erich Kästner vermerkt am 7. Mai 1945 in seinem Tagebuch, „Leute laufen betreten durch die Straßen.
Die kurze Pause im Geschichtsunterricht macht sie nervös. Die Lücke zwischen dem Nichtmehr und Nochnicht irritiert sie sehr.“ (S.11)
Genau von diesem Vakuum zwischen alter und neuer Ordnung handelt dieses Buch.
Im Prolog entzieht sich Adolf Hitler gemeinsam mit Eva Braun im Führerbunker seiner Verantwortung für die Gräuel des NS-Staates durch Selbstmord. Damit ist der Zweite Weltkrieg noch nicht zu Ende. Einige Weggefährten Hitlers rechnen sich im Rennen um dessen Nachfolge Chancen aus. Doch „Erbe“ wird Großadmiral Karl von Dönitz, der mit seiner Regierung für eine knappe Woche die Geschicke des Deutschen Reiches von Flensburg aus lenkt. Es wird noch acht Tage dauern, bis die Regierung Dönitz und damit Nazi-Deutschland endlich die bedingungslose Kapitulation unterschreibt.
Volker Ullrich beschreibt diese langen „Acht Tage im Mai“aus verschiedensten Perspektiven.
Alles ist in Bewegung, alles fließt „panta rei“. Auf der einen Seite rücken die westliche Alliierten unaufhaltsam vor und die Sowjetarmee liefert sich mit den letzten Einheit der Wehrmacht einen Kampf Haus um Haus in Berlin. Nach wie vor leisten Teile der Wehrmacht erbitterten und dennoch sinnlosen Widerstand.
In diesen acht Tagen verüben die Schergen Hitlers noch zahlreiche Gräueltaten, die nicht mehr vom Diktator selbst angeordnet worden sind, sondern auf völlige Verrohung der Beteiligten schließen lassen:
„Der Mord an den KZ-Häftlingen in der Phase der Todesmärsche war nicht von oben angeordnet und zentral gesteuert, vielmehr entwickelte er sich in einem unkoordinierten, dynamischen Prozess von unten, … ein schlagender Beleg dafür, in welchem Ausmaß der Virus entfesselter Gewalt von Teilen der deutschen Gesellschaft Besitz ergriffen hatte.“
Es kommen berühmte Zeitzeugen wie Erich Kästner, Mitglieder der Familie Mann, Simon Wiesenthal oder Marlene Dietrich zu Wort. Doch auch wenig prominente Überlebende, wie untergetauchte Juden oder Regimekritiker werden zitiert.
Diese Seitenblicke auf „normalen“ Bürger, die die Bombennächte in Bunkern und Kellern überlebten, finde ich sehr interessant. Daneben erfahren wir auch einiges über Menschen, die später in beiden Deutschlands (BRD und DDR) eine Rolle spielen werden: Willy Brandt, Konrad Adenauer, Hannah Ahrendt, Walter Ulbricht und Erich Honecker. Es ist aber auch von Personen, wie unter anderem Wernher von Braun und/oder der Familie Quandt die eine ambivalente, wenn nicht zwielichtige Roller während der NS-Zeit gespielt haben die Rede.
Dem Autor gelingt es, ein umfassendes Bild der damaligen Situation zu entwerfen, indem auch das wehleidige Getue der ehemaligen Machthaber bzw. der deutschen Bevölkerung nicht fehlen darf. Ein großer Teil fühlt sich als „Opfer“ der fremden Armeen und „war eh niemals in der Partei“. Diese Einstellung herrscht sehr, sehr lange vor, manchmal noch bis heute. Auch die unmenschliche Behandlung der Kriegsgefangenen durch die Amerikaner (Stichwort „Rheinwiesenlager“) sowie die Plünderungen und Massenvergewaltigungen (hauptsächlich) durch Angehörige der Sowjetarmee ergänzen das Szenario dieser acht Tage im Mai.
Die letzten drei Sätze im Epilog dieses Buches muss ich, in Anbetracht so mancher „blinder Flecken“ und dem seltsamen Geschichtsverständnis mancher Personen und/oder politischer Gruppen, hier zitieren:
"Neben all der Zerstörung, der Selbstgerechtigkeit und der Unfähigkeit zu trauern, zeigten sich so schon erste zarte Knospen des Neuanfanges. Doch es sollte noch dauern, bis die Demokratie, die unter Anleitung von Amerikanern, Briten und Franzosen reimplantiert wurde, in der Bevölkerung der Westzone Wurzeln schlug. Man muss sich das Ausmaß der Verheerungen, der materiellen wie moralischen, vor Augen halten, um zu begreifen, wie unwahrscheinlich dies am 8. Mai 1945 erscheinen musste und welche Errungenschaft es bedeutet, heute in einem stabilen, freiheitlichen und friedlichen Land leben zu können. Vielleicht ist es an der Zeit, daran zu erinnern." (S.253) Dem ist wenig hinzuzufügen.
Obwohl ein Sachbuch, liest sich das Werk eingängig. Der Schreibstil ist mitreißend und dennoch kann sich der Leser den Schilderungen der Gräuel nicht entziehen. Zahlreiche Fotos ergänzen das Buch und die Anmerkungen bzw. Quellenangaben umfassen rund 40 Seiten. Also eine Fundgrube, die sich weiter in diese Materie einlesen wollen.
Fazit:
Volker Ullrich gibt in diesem Buch aufschlussreiche Einblicke in den letzten des Deutschen Reiches, wobei er unzählige zeitgleich stattfindende, aber oft gegenläufige Ereignisse zu einer Gesamtdarstellung vereint. Gerne gebe ich für dieses Buch 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sachlicher Zugang zu einem emotionalen Thema
Pest und Corona von Heiner Fangerau; Alfons Labisch
Das Autoren-Duo Heiner Fangerau und Alfons Labisch beleuchtet in diesem Sachbuch das Thema Nr. 1 dieser Monate: Corona-Virus bzw. Covid-19.
Beide sind Mediziner und Historiker, also bestens gerüstet sich des Themenkomplex „Pandemien gestern, heute und morgen“ anzunehmen.
In folgenden acht Kapiteln stellen sie Vergleiche mit vergangenen Seuchen an und ziehen Schlüsse für die Zukunft:
Covid-19: die aktuelle Situation (Stand 2020-04-16)
„Skandalisierte Krankheiten“ und „echte Killer“: Historische und aktuelle Beispiele
Mehr als Fieber und Tote: Seuchen, die Geschichte machten
Wenn der Tsunami kommt: Seuchen und die Gesundheitssicherung
Agens - Vektor - Wirt: Krankheiten im individuellen und öffentlichen Leben
Im Spannungsfeld: Der Mensch, die Öffentlichkeit und die Gesellschaft
Die neuen Seuchen: Biologie und Gesellschaft - Ausbreitung und Abwehr
Was ist zu tun?
Die Autoren betrachten diese komplexe Materie sachlich, ohne Polemik.
In einer wohltuend ruhigen Art werden ähnliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufgezählt. Hinweise auf Epidemien in der Gegenwart, die, weil außerhalb Europas wenig Beachtung in der Allgemeinheit finden, aber dennoch tausende Opfer fordern, werden ebenfalls zu Vergleichszwecken herangezogen. Ein Beispiel ist die Malaria, die in weiten Teilen der Welt als die häufigste Todesursache gilt, in Europa aber, weil gut behandelbar, kaum jemanden interessiert.
Sehr interessant finde ich jenen Teil, in dem erklärt wird, warum wir so reagieren, wie wir reagieren.
Das Buch ist Mitte April erschienen und kann daher noch nicht alle Erkenntnisse, die wir jetzt Ende Mai haben, beinhalten. Das ist auch wegen dieses neuartigen Virus auch kaum zu erwarten. Das Virus ist wie eine komplexe mathematische Gleichung, in der mehr unbekannte als bekannte Größen vorhanden sind.
Gut gelungen sind der Rückblick in die Vergangenheit und die interdisziplinäre Seitenblicke in mit der Medizin verwandte Wissenschaften.
Der Schreibstil ist sehr sachlich, aber eingängig. Eine kleine Einschränkung ist vielleicht, dass nicht jeder Leser mit den Fachtermini vertraut ist. Ich fühle mich durch dieses Buch bestens informiert, bringe aber auch einiges an Vorwissen mit.
Fazit:
Ein umfassendes, gut recherchiertes Buch zum Thema, dem zahlreiche Quellen hinterlegt sind. Das Autoren-Duo stimmt nicht in den Chor der Populisten ein, die zwischen Angst und Verschwörungstheorie hin- und her pendeln, sondern geben ein wohltuend neutrales Bild der aktuellen Situation ohne reißerische Aspekte. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.
Rezensionen von nicole koppandi:
So nahe an der Realität
American Dirt von Jeanine Cummins
Mit einem Schlag wird eine ganze Familie ausgelöscht, 16 Mitglieder, die sich im Garten zum Grillen getroffen hatten. Es überleben nur Lydia und ihr 8-jähriger Sohn Lucas. Der Anschlag wurde als Vergeltung von einem der gefürchteten Kartelle verübt.
Um nicht in die Fänge des Kartells zu geraten, müssen die beiden flüchten.
Ziel sind die USA. Wir begleiten die beiden quer durch Mexico, das Kartell immer im Nacken.
Leider konnte mich der Roman nicht ganz so packen, ich fand ihn stellenweise langatmig und vorhersehbar. Jedoch fand ich die realistischen Bezüge schon sehr interessant. Wie arbeiten diese Kartelle, überall haben diese ihre Leute eingeschleust, so dass es kein Entkommen gibt. Das Migrationsthema, illegale Flucht von Mexiko in die USA, welches als Fiktion an Hand der beiden Protagonisten erzählt wird, aufgrund der Recherchen der Autorin überhaupt nicht erfunden sind.
Rezensionen von Lesemama:
Abschied von den Bianco Brüdern
Mad about the Medic von Piper Rayne
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Lauren ist die letzte der drei Freundinnen, die ihr Date, welches sie auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit einem der drei Bianco-Brüdern ersteigert hat, noch nicht eingelöst hat. Dabei passt doch Luca eigentlich so gut zu ihr. Er ist genauso sportlich, er ist ein genauso großer Eishockey Fan der "richtigen" Mannschaft und er sieht verboten gut aus.
Das ist es auch, was Lauren am meisten stört, das gute Aussehen und seine Arroganz. Und das er jedes weibliche Wesen in sein Bett schleift, anscheinend.
Nun braucht aber Luca Lautend Hilfe, sie soll seine Verlobte spielen, da Mama Bianco sehr krank ist und er sie glücklich sehen will. Ob das gut geht?
Meine Meinung:
Ich habe schon gelesen wie Mauro seine Maddie bekommt, Cristian seine Vanessa, da war schon klar, dass in dem Dritten Buch Luca und Lauren ein Paar werden.
Ich mag dir Geschichten des Autoren-Duos Piper Rayne, sie sind zwar vorhersehbar, aber der Weg dahin ist meistens recht schön zu lesen. So konnten mich auch Lauren und Luca gut unterhalten. Ein niedliches Paar, beide dickköpfig und voller Ehrgeiz, viel Streiterei heißt viel Versöhnung. Am Ende wird es nochmal emotional und berührend. Alles in allem eine schöne Reihe, gut zu lesen und sehr unterhaltsam. Alles was LiebesromanleserInnen gerne lesen, ist in dem Buch vereint.
Rezensionen von Miro76:
Das Glück is a Vogerl
flüchtig von Hubert Achleitner
Flüchtig kann so vieles sein. Ein Augenblick, ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, die Verliebtheit in den Anfangstagen, der Glaube, Halt und Sicherheit.
Bei Maria hat sich das meiste verflüchtigt und so schließt sie die Tür hinter 30 Ehejahren und fährt nach Süden. Sie hat kein klares Ziel vor Augen, sie verflüchtigt sich einfach.
Zumindest für Herwig, denn er weiß nicht wie ihm geschieht, oder besser, was mit Maria geschehen ist.
Hubert Achleitner erzählt uns diese Geschichte nicht chronologisch. Alles beginnt und endet mit einem Brief von Maria und dazwischen dürfen wir allmählich ihre Geschichten und ihre gemeinsame Geschichte kennenlernen. Marias Geschichte beginnt schon recht abenteuerlich, denn sie ist über dem Karstein zur Welt gekommen. Während einer stürmischen Winternacht in einer Seilbahngondel. Aber auch Herwig hat eine bewegende Familiengeschichte und wir dürfen hier auch Nebencharaktere besser kennenlernen.
In gekonnter Fabuliermanier führt uns der Autor von einem zum anderen und langsam bekommt alles ein Gesicht. Seine Figuren sind gefordert sich ihrem Innenleben zu stellen und gehen schlussendlich alle auf Reisen. Vielleicht um einen neuen Blick auf sich selbst zu bekommen.
Immer wieder konfrontiert uns der Autor auch mit seiner Sicht zum Glauben. Nicht unbedingt an einen Gott der Katholiken, aber an etwas Größeres.
So hat es Hubert Achleitner in einem Interview formuliert:
"Mir sind Leute suspekt, die sich selbst für das Ende der Fahnenstange halten. Das führt zu Überschätzung und Maßlosigkeit und des mog i ned."
Von seinen Figuren steht keiner am Ende der Fahnenstange. Sie alle haben Ecken und Kanten und sind sich ihrer Schwächen bewusst. Doch sie alle sind äußerst liebevoll gezeichnet und auf ihre Weise liebenswert.
Stilistisch gibt es an diesem Debüt ebenfalls nicht auszusetzen. Der Autor zeigt auch in der Belletristik sein kreatives Talent, was er als Musiker längst bewiesen hat. Und natürlich fliesst eine Menge Musik in seinen Text ein. Ich empfehle unbedingt auch den Soundtrack zu genießen. Spätestens nach der Lektüre, denn dann wirkt die Geschichte noch etwas nach.
Für mich war dieses Buch ein Genuss. Ich mochte die Reise, auf die mich der Autor mitgenommen hat und wünsche mir dringend, ihn auch daraus lesen zu hören!











