Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Der Lebenshase schlägt manchmal unerwartete Haken
Auszeit bei den Abendrots von Alexandra Holenstein
Gerade noch war Helene Abendrot, 48, happy. Zusammen mit ihrem Mann Josef, 52, ist sie auf dem Weg nach Venedig zu ihren Bekannten Susanne und Rüdiger um dort mit ihnen zusammen 10 Tage Urlaub zu verbringen. Nun sitzt sie etwas verdattert allein im Auto, „stehengelassen wie ein ausrangierter Regenschirm“ an einer wenig frequentierten Autobahn-Mautstelle.
Josef ist ausgestiegen und macht sich mit Sack und Pack auf den Weg gemacht– aber wohin? Endlich, nach ein paar Tagen ein Lebenszeichen per Email. Er hat eine Lebenskrise, möchte in sich hineinhören, seine Bedürfnisse erspüren. Und Helene, die nimmt, unterstützt von ihrer besten Freundin Adrienne, ihr Leben in die eigenen Hände.
Natürlich rätselt Helene, was ihren Mann zu seiner für sie sehr spontanen Handlung veranlasst hat. Midlifecrisis – nein, das kann sie sich nicht vorstellen. Eine Affäre – nein, doch nicht ihr Josef – oder doch? Ja, Josef hat, wie man leider schon aus dem Klappentext erfährt, eine Geliebte, seine junge Assistenzärztin Nathalie, mit der er neuen Liebesgenuss erlebt und gedenkt sein weiteres Leben mit ihr zu verbringen. Trotzdem will er sich bei Helene, falls seine Pläne doch nicht aufgehen sollten, ein Hintertürchen offen halten.
Ha, aber nicht mit ihr. Helene, die ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt, ist, wie ihr Mann Josef ihr attestiert, eine starke, tatkräftige Frau, die ihr neues Leben nun ohne ihre Gatten in die Hand nimmt und unternimmt, was sie schon immer mal machen wollte.
Alexandra Holenstein erzählt in ihrem zweiten Roman die Geschichte einer Ehe, manchmal etwas überzogen, wie ich sie mir sehr gut vorstellen kann. In welcher Ehe kriselt es nach so vielen Jahren Gemeinsamkeit nicht mal. Welcher Mann hat nicht hier und da mal „Ausbrecher-Phantasien“. An Helene kann sich hier jede Frau, der dies in der ein oder anderen Form mal passiert ein Beispiel nehmen.
Was meinem Kopfkino besonders gut gefallen hat, sind die vielen kleinen Bilder über die ich laut habe lachen oder schmunzeln müssen. Sei es bei einem Bademantel, der sich (un)absichtlich öffnet, als Josef an seiner Haustüre klingelt oder eine selbstgestrickte Wollsocke, die sich Helene bei einem Malkurs entgegen streckt. Die Autorin hat ein wunderbares Talent kleine Szenen in bildhafte Worte umzusetzen. Und die Aneinanderreihung dieser führt zu diesem wunderbar humorvollen, aber auch manchmal nachdenklichen, vor allem sehr liebevollen Roman.
Ja, die Liebe ist sowohl auf Helenes Seite als auch bei Josef, vielleicht anfangs nicht ganz so stark wie bei Helene, durch den ganzen Roman hindurch spürbar. Und so habe ich gehofft und gebangt, ob und wie dieses Paar wieder zusammen findet.
Mit Helene und Josef hat die Autorin zwei sehr menschliche Protagonisten geschaffen, denen ich ihr Tun und Handeln sofort abgenommen habe. Dazu kommen weitere Menschen im Umfeld der Beiden, die ich wegen ihrer Charaktere sehr mag: Sohn Tobias z.B. und vor allem Helenes Yoga-Freundin Adrienne, die Helene mit ihren klugen Tipps und Ratschlägen immer wieder auf Spur bringt. Mit Rüdiger und Susanne oder auch Anton Friedrieich hingegen möchte ich nicht befreundet sein. Und Lego, den Hund der Abendrots würde ich sofort adoptieren.
Diesem humorvollen, lebensklugen, spannenden und sehr unterhaltsamen Roman bekommt von mir sehr gerne 5 goldene Sterne und meine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Tod im Teer und andere Rache auslösende Dramen
Der Kreis aller Sünden von Torkil Damhaug
Tödliches Spiel
„Kriminalromane sind das abscheulichste unter allen literarischen Genres. Sie zeigen Menschen von ihrer schlimmsten Seite“, scherzte Torkil Damhaug , als er für Der Kreis aller Sünden (Übersetzung Knut Krüger) zum zweiten Mal mit dem Riverton-Preis, Rivertonprisen, dem renommiertesten Krimi-Preis Norwegens ausgezeichnet wurde.
In diesem Roman sind vier Teenager: Ann, Victor, Helene und Nicolai mit sich, Freunden, Schule und Eltern beschäftigt. Etwas, das sie besser nicht ausprobiert hätten, ist, ihren Klassenkameraden Morten Nitter, genannt der Streuner in den Keller der stillgelegten Fabrik in Hammerdal unten am Fluss einzusperren, wo bereits vor 38 Jahren ein tödlicher Unfall geschehen ist. Mortens Vater Frank Nitter, ein verurteilter Mörder, ist aus der psychiatrischen Anstalt als „geheilt“ entlassen. Immer noch ein gefährlicher Psychopath? Kurz darauf werden zwei Jungen der vier Jugendlichen tot aufgefunden, eine dritte, Ann ist verschwunden. Nur noch Helene, die hübscheste von allen ist übrig; die Trägerin des Lichts wie Frank Nitter, Sammler des Lichts, sinniert.
Was auf diesen knapp 600 Seiten folgt ist kein gewöhnlicher Krimi nach einer Standartrezeptur, sondern ein hintergründiger hochspannender Psychothriller. Er verlangt vom Leser Durchhaltevermögen und ein Einlassen auf ein ungewöhnliches Plotkonzept. Im Mittelpunkt stehen die vier Teenager, solange sie am Leben sind und deren Familien, die ineinander in der Vergangenheit schicksalhaft verbinden sind. Das Innerste wird nach außen gestülpt und die Person kann sich selbst als Alter Ego aus einem Paralleluniversum betrachten: ANN.
Die kriminalistische Arbeit ist sehr an den Rand gedrängt, vielmehr steht der Vater von Ann, Kommissar Bjørn Lindbekk mit der unautorisierten Suche nach seiner Tochter, den Konflikten mit seinen Kollegen und Vorgesetzten, seiner Exfrau May-Britt und seiner neuen Frau Siren im Mittelpunkt.
Der Plot ist komplex, bedient mehrere Ebenen gleichzeitig mit einem Geflecht aus raffiniert aufgebauten Puzzleteilen, doch nicht alle Löcher im Puzzle werden gefüllt. Spannung bis zum außergewöhnlichen Ende - nicht unbedingt vorhersehbar.
Schlusswort von Bjørn Lindbekk: “Mein kleiner Ort Hammerdal, im friedlichsten Land der Welt.“ Ist dem so? Oder, „wenn man es überdachte, dann wäre es die größte Klappsmühle in Norwegen.“
Rezensionen von liesmal:
Gesucht und gefunden
Der Preis der Rache von Mathias Berg
„Der Preis der Rache“ ist erschienen im KNAUR Verlag und bildet den Auftakt einer Cold-Case-Serie von Mathias Berg.
Im Jahr 2003 trifft die junge forensische Psychologin Lupe Svensson beim LKA Düsseldorf auf den etwa 60-jährigen Ermittler Otto Hagedorn, der auf den ersten Blick ein komischer Kauz zu sein scheint, er wirkt kratzbürstig und unnahbar.
Dadurch bekomme ich den Eindruck, dass er Lupe, die als Praktikantin arbeitet, nur mit nebensächlichen Arbeiten betrauen will. Doch Lupe wird sofort von ihm mit einbezogen in die Ermittlungen in einem brisanten Mordfall. Bei Abrissarbeiten einer alten Tankstelle wird eine Leiche entdeckt, der ein Fuß fehlt. Ist die Tote das vierte Opfer einer Mordserie, die bereits vor 28 Jahren verübt und nie aufgeklärt wurde? Schon 1975 war Otto der zuständige Ermittler und ihm liegt natürlich daran, den Fall endlich geklärt zu den Akten legen zu können.
Mathias Berg ist es gelungen, mich von Anfang an zu packen. Mit dem Prolog sind Gänsehaut und stockender Atem zur Stelle. Überhaupt ist Langeweile in diesem Buch ein Fremdwort.
Mir haben die detaillierten Beschreibungen der Protagonisten sehr gut gefallen. Dadurch habe ich mich in Lupes neuem Kollegenkreis gleich heimisch gefühlt. Mir gefällt die Person Lupe sehr gut – obwohl sie sich so manches Mal etwas ungewöhnlich zeigt, doch dafür gibt es Gründe. Ich finde es toll, dass sie sich auch nicht scheut, sich in Dienstbesprechungen einzubringen und ihre Meinung zu sagen.
Schon bald habe ich das Gefühl, dass Lupe und Otto ein tolles Team werden und sich gesucht und gefunden haben. Das gefällt mir vor allem deswegen, weil ich es liebe, wenn Jung und Alt gut zusammenarbeiten.
Ein locker-leichter Schreibstil lässt mich nur so durch die Seiten fliegen. Dazu trägt nicht nur die fesselnde Spannung bei, sondern auch das Gefühl, der Lösung ganz nah zu sein, um dann doch feststellen zu müssen, auf die falsche Fährte geführt worden zu sein.
Beschreiben kann ich ihn nicht, aber ich liebe den besonderen Humor des Autors, der an vielen Stellen mitschwingt und mich mehr als einmal zum Lachen bringt.
Dieses Buch ist für mich der erste Kriminalroman, der neben Humor und Spannung teilweise so berührend ist, dass er mich wirklich auch zum Heulen gebracht hat.
Mögt Ihr das, was ich zu dem Buch geschrieben habe?
Dann holt Euch das Buch und fangt an zu lesen! Meine Empfehlung habt Ihr!
Rezensionen von qq:
Familiengeschichte mit politischem Hintergrund
Der Preis der Rache von Mathias Berg
Familiengeschichte mit politischem Hintergrund
Der Roman "Margos Töchter" erzählt die Geschichte von mehreren interessanten Frauen über verschiedene Jahrzehnte hinweg - im Zeitraum des geteilten Deutschlands. Man möge meinen, sie alle hätten etwas gemein - ich persönlich habe nicht überall die logischen Zusammenhänge gesehen bzw.
so verstanden, wie sie der Autor gemeint hätte.
Es wird aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten erzählt - man erhält als Leser somit einen guten Einblick in die Gedanken der einzelnen Personen.
Inhaltlich (bezogen auf historische Ereignisse) finde ich das Buch gut gelungen - sehr gut recherchiert und die Ereignisse sind sehr interessant geschildert.
Die Geschichte rund um die Protagonisten konnte mich persönlich nicht so ganz mitreißen und überzeugen. Mir hat hier teilweise der rote Faden gefehlt.
Rezensionen von Petra:
schottischer Sommer
Hamish Macbeth hat ein Date mit dem Tod von M. C. Beaton
Klappentext
Constable Hamish Macbeth schwebt mit der schönen Priscilla auf Wolke sieben. Aber als in deren Tommel Castle Hotel acht hoffnungsfrohe Mitglieder eines Single Clubs einchecken, kehrt für die beiden wieder die Realität ein. Am eigentlich romantisch geplanten Wochenende läuft alles schief, was schief laufen kann.
Der tragische Höhepunkt: Eine Frau wird tot aufgefunden. In ihrem Mund: ein Apfel. Hamish steht vor einem großen Rätsel. Fest steht nur: Auf jeden Fall ein Sündenfall ...
Meinung
Das es der achte Band ist, hat man beim Lesen gemerkt. Für Leser die, die Serie kennen, kein Problem, für alle anderen fehlen ein paar wichtige Informationen. Hamish Macbeth ist nicht irgendein Dorfpolizist, er ist auch eine komplizierte Persönlichkeit. Dies und seine Beziehung zu seinem Chef und zu Priscilla sind in den vorherigen Bänden wunderbar dargestellt. So das ich die Informationen vor Augen hatte als ich dies Buch gelesen habe und mich wieder köstlich amüsiert habe.
Diesmal ist es eine Gruppe heiratswütiger Personen die nach Schottland kommen und viel Unruhe mitbringen.
Es stirbt jemand und warum, dieses Rätsel löst Hamish auf unnachahmliche Art und Weise.
Wie immer steht auch die schottische Landschaft im Mittelpunkt denn nirgendwo sonst könnte er leben.
Diesmal ist sogar gutes Wetter, ein wichtiges Detail.
Die Autorin hat eine besondere Art ihre Figuren zu überzeichnen, jede für sich hat Eigenheiten im Äußeren oder Wesen die scharf konturiert sind, vor allem die negativen Seiten sind stark überspitzt dargestellt.
Alles zusammen ergibt einen skurilen Krimi der mit wenig Brutalität auskommt und eine leichte Unterhaltung garantier
Rezensionen von April1985 :
Humorvoller, leichter Frauenroman
Zu wahr, um schön zu sein von Gabriella Engelmann
Das erwartet euch:
Zu schön, um wahr zu sein ist ein super humorvoller Frauenroman, der mir einige schöne Lesestunden beschert hat. In dem Buch geht es um die Mittvierzigerin Caro, welche ihren Mann zur Silberhochzeit mit einer riesigen Party überraschen will. Überrascht wird dann allerdings Caro und das nicht positiv.
Ihr Göttergatte outet sich! Plötzlich auf sich allein gestellt, verliert Caro auch noch ihren Job und sie muss lernen ihr Leben komplett neu zu sortieren.
Was sich eigentlich ziemlich schlimm anhört, liest sich total lustig und glänzt durch viel Situationskomik. Schön finde ich auch, dass sich das ganze vor der Kulisse Hamburgs abspielt - so wird das Urlaubsfeeling gleich mitserviert.
Meine Meinung:
zum Cover
Das Cover schreit Sommer, Sonne und Gute-Laune. Die bunten Illustrationen sind richtig passend, da sie alle irgendwo in der Geschichte auftauchen - toll gemacht!
zum Schreibstil
Gabriella Engelmann holt ihre Leser von der ersten Seite an ab. Ihr Schreibstil ist sehr locker und leicht und voller Wortwitz. Ich liebe ihre Beschreibungen und so mancher Vergleich hat mir Lachtränen in die Augen getrieben.
zur Handlung
Ich würde die Handlung am ehesten als "wie das Leben so spielt" beschreiben. Natürlich ist alles sehr überzogen dargestellt, aber genau diese übertriebene Darstellung macht das Buch so unterhaltsam. Es ist eine Geschichte zum Abschalten; ohne viel Nachdenken zu müssen.
Wer auf Spannung aus ist, wird hier allerdings nicht fündig werden. Das Buch ist zum Lachen und Seele baumeln lassen. Zudem kann man relativ bald erahnen, wie das Ganze enden wird m
zu den Charakteren
Eine gute Geschichte steht und fällt mit den Buchbewohnern. In diesem Fall hat Gabriella Engelmann alles richtig gemacht. Protagonistin Caro fand ich von Anfang an sehr sympathisch. Auch ihre teils naive Art hat mich in keinster Weise gestört, finde ich diese sogar irgendwie liebevoll. Mit ihrer besten Freundin Sylvia hat Caro die richtige Person zum Pferde stehlen an der Hand.
Gabriella Engelmann hat sowohl ihre Protagonisten, als auch die Nebenfiguren total lebendig dargestellt. Man sollte aber bedenken, dass sich das Übertriebene auch in den Charakteren widerspiegelt. Aber wir gesagt, mir hats so gefallen.
Fazit:
Wer ein Buch zum Abschalten sucht, mal wieder herzhaft lachen will und nicht alles ganznso erst nimmt, dem sei Zu wahr, um schön zu sein ans Herz gelegt. Von mir gibt's eine Leseempfehlung!
Rezensionen von C. P.:
Gelungene Kombination aus Dark Fantasy und Thriller
Die Meisterin: Der Beginn von Markus Heitz
Diverse Sonderregelungen führten dazu, dass sich vor mehreren Jahrhunderten sogenannte Scharfrichterdynastien bildeten. Auch Geneve Cornelius wurde in solch eine Dynastie geboren, entschied sich jedoch dagegen, das Schwert zu führen und beschränkte sich allein auf den heilenden Part, während ihr Bruder und ihre Mutter den blutigen Rest erledigten.
Dies ist viele hundert Jahre her, und noch immer praktiziert Geneve als Naturheilerin in Leipzig, wenn auch nicht nur für menschliche Kunden. Lediglich ihr Bruder und ihre Mutter wissen um ihr wahres Alter, aber mit denen hat sie seit langem nichts mehr zu tun. Bis ihr Bruder brutal in einem Londoner Hinterhof ermordet und eine alte Fehde mit der Dynastie der Bugattis wieder angeheizt wird. Kurz darauf meldet sich einer der Nachkömmlinge der Bugattis bei Geneve. Und in der Welt der mystischen Wesen steht ebenfalls eine unerwartete Wende bevor.
Ein neuer Roman aus der Feder von Markus Heitz, der Geschichte mit Gegenwart und unsere Welt mit der Anderswelt verbindet. Es gibt eine erzählende Person, welche im Roman ihre eigenen Abschnitte hat und zwischen den verschiedenen Szenen ein wenig moderiert sowie dem Leser Wissen rund um den Beruf des Scharfrichters bietet. Diese Abschnitte sind recht unterhaltsam und zu Beginn erlaubt die Person sich den Spaß, nicht zu verraten, um wen es sich dabei handelt. Die vielen Details rund um das Scharfrichterhandwerk empfand ich als faszinierend, teilweise auch erschreckend und auf jeden Fall sehr gelungen.
Ansonsten bewegt der Roman sich sowohl in der Gegenwart wie auch in der Vergangenheit, als Geneve noch mit ihrer Familie als Scharfrichter praktizierte. Wie es dazu kam, dass die drei die Jahrhunderte überdauerten und was es mit der uralten Familienfehde der Cornelius' und der Bugattis auf sich hat, erfährt man so nach und nach. Geneve hat sich auf jeden Fall von einer gutherzigen jungen Frau zu einer willensstarken Frau gemausert, der es nicht an Mut fehlt und die bei den Wesen der Anderswelt durch ihre neutrale Haltung großen Respekt erlangt hat.
Die Handlung ist spannend und komplex und erhält durch den Hintergrund der Scharfrichter sowie das Wissen, dass es Hexen, Vampire sowie andere mehr oder weniger bekannte mystische Wesen gibt, einen düsteren Beigeschmack. Nicht selten wird wenig zimperlich vorgegangen in so einigen Szenen. Und für die Leser von Markus Heitz' Romanen gibt es eine Andeutung zu einem Charakter aus seinen anderen Romanen, welcher wohl im zweiten Band ebenfalls einen Auftritt hat. Laut Aussage des Autors sind insgesamt drei Bände der Meisterin geplant.
Ein gelungener Fantasy-Thriller mit vielen brutalen sowie historischen Details, der mich überzeugt hat und schon jetzt neugierig auf die Fortsetzung macht.
Rezensionen von C. P.:
Wer war Verity - was ist die Wahrheit?
Verity von Colleen Hoover
Verity ist mein erstes Buch der Autorin, von dem ich mir allerdings mehr erhofft hatte. Tatsächlich gibt der Klappentext bereits den Großteil des Inhaltes wieder: Die unbekannte Autorin Lowen Ashleigh wird angeworben, die ausstehenden drei Romane der Starautorin Verity Crawford zu schreiben, da diese einen tragischen Autounfall nur knapp mit starken Hirnschäden überlebt hat und nun als Pflegefall wie apathisch in ihrem Bett liegt.
Für Recherchezwecke zieht Lowen bei den Crawfords ein und findet in Veritys Büro ein Manuskript, in welchem sie sich als Psychopatin outet, die kürzlich ihre Töchter umgebracht hat. Zugleich fängt Lowen mit Veritys Ehemann Jeremy eine Liebesbeziehung an und beginnt, an Veritys aktuellem geistigem Zustand zu zweifeln. Verity: Nomen est omen?
Das Buch beginnt mit einer übertrieben schockierenden Szene, welche für den weiteren Verlauf keinerlei Relevanz hat und bei der ich das Gefühl hatte, sie diene nur dazu, den Leser von der ersten Seite an ans Buch zu fesseln. Ansonsten ist Lowen eine Frau mit stark soziophobischer Neigung, die erstaunlich lange braucht, um das gefundene Manuskript der Autorin zu lesen. Da viele Kapitel des Manuskripts als eigene Kapitel im Buch zu lesen sind wunderte ich mich, warum sie das nicht einfach an einem Nachmittag durchgelesen hat, statt immer wieder kleckerweise ein Kapitel über mehrere Tage verteilt. Zumal sie genaugenommen für andere Dinge engagiert wurde, als in Veritys Privatnotizen rumzuschnüffeln. Ihre Ahnungen bezüglich Verity waren zwar leicht gruselig, aber vorhersehbar und dank einiger weiterer Andeutungen nicht wirklich überraschend. Mir unverständlich war, was der Auslöser der Liebesgeschichte zwischen Lowen und Jeremy gewesen sein soll. Bei Lowen kann ich es mir vielleicht noch denken, aber was er an ihr gefunden haben soll, ist mir unverständlich, zumal Lowen mir im Verlauf des Romans immer unsympathischer wurde.
Die Handlung verläuft relativ geradlinig und vorhersehbar, es gibt kaum Überraschungen oder eine richtige Spannung. Zum Ende hin gibt es noch eine kleine Wendung, welche, je nach Interpretation, das Happy End zu einem Sad End werden lässt.
Rezensionen von C. P.:
Selten so gelacht bei einem Buch!
Hex Files - Hexen gibt es doch von Helen Harper
Vergesst die anstrengenden Übungen im Fitness-Studio für den Bauch: Bei diesem Buch kommen die Bauchmuckis von ganz allein - ich hab lange nicht mehr so viel gelacht bei einem Roman! Worum es geht? Das erzählt euch Ivy Wilde. Die recht unkonventionelle Ich-Erzählerin flog einst aus dem großen Hexenorden und mogelt sich nun mit magischen Runen und Jobs als Taxifahrerin durchs Leben.
An ihrer Seite Kater Brutus, der mit seinen launischen Kommentaren Ivy gern auf Trab hält. Ihre Nachbarin Eve ist da das komplette Gegenteil von Ivy: Joggen statt Sofa, Disziplin statt Bequemlichkeit und beste Aussichten auf eine Karriere beim Hexenorden. Dennoch ein liebenswerter Charakter, weswegen Ivy auch gerne Eves Wohnung und Katze versorgt, als Eve beruflich verreisen muss. Lange Rede, kurzer Sinn: Durch eine Verwechslung wird Ivy magisch an Adeptus Exemptus Raphael Winter gebunden, einen Ermittler des Hexenordens, der nicht grad für seinen empathischen Führungsstil bekannt ist. Nicht nur, dass Ivy jetzt diesen sexy, überperfekten Karrierehengst an der Backe hat - sie muss zudem zurück in den Hexenorden, obwohl sie sich geschworen hat, nie wieder einen Fuss dort hinein zu setzen. Begeistert ist keiner der Beteiligten - doch ihr erster Fall wartet bereits auf sie, und Ivy und Winter merken schon bald, dass sie ein besseres Team sind, als sie zunächst dachten...
Das Buch ist einfach genial! Mit Ivy und Winter prallen zwei Charaktere aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ivy weiß, sich bequem durchs Leben zu mogeln und hat ihre Ambitionen, Größeres zu erreichen, irgendwann verloren. Dennoch ist sie recht pfiffig und zudem alles andere als auf den Mund gefallen, was Winter schnell feststellen muss - und was er bisher nicht gewohnt war. Während alle anderen respektvoll vor ihm kuschen, sagt Ivy freiheraus, was sie denkt. Ironie und Sarkasmus nicht ausgeschlossen. Dennoch merkt der karriereorientierte Ermittler recht schnell, was in seiner Praktikantin für Talente verborgen liegen. Und auch Ivy kitzelt so nach und nach eine sympathischere Variante von Winter hervor.
Ein sehr gelungener Einstieg die Serie um das gegensätzliche Ermittlerduo Ivy und Winter mit einem verzwickten, spannenden Fall ebenso wie jeder Menge Humor und flotten Sprüchen. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von C. P.:
KAMI und die Gegner der KI treten in den direkten Kampf
Cyber Trips von Marie Graßhoff
Wer bereits den ersten Band der Trilogie, "Neon Birds", gelesen hat, weiß, dass die Künstliche Intelligenz KAMI sich nun einen Wirtskörper gegönnt hat, um, mit weiteren Fähigkeiten ausgestattet, die restlichen Menschen des Planeten zu Moja umzuwandeln und den Planeten Erde von der "Krankheit Mensch" zu heilen.
Während Luke und sein infizierter Freund Flover auf der Flucht sind und sich Hilfe bei Flovers Mutter, General Liza Moore, erhoffen, ist sich die Gruppe um Okijen Van Dire uneins, ob sie mit KAMI kommunizieren sollen - wovon Andra überzeugt ist - oder die KI doch lieber gleich vernichten. Auf der Suche nach einer Waffe, welche das Kryptonit für KAMI wäre, wird ihnen ein weiterer Major des Militärs an die Seite gestellt. Als die Situation eskaliert wird klar, dass das einstige Triumvirat des Weltrates, bestehend aus Liza Moore, Marshall Lloyd und Alaska Pershing, längst getrennte Wege geht. Und einige davon sind recht radikal...
"Sie sind so schwach. Aber scheinbar stark genug, um über ihre eigenen Fehler hinwegzusehen." [Zitat KAMI]
Auch der zweite Band bietet wieder ein paar interessante technische Raffinessen der Zukunft wie z. B. die Besonderheit der Flashtrains. Direkt an den ersten Band anschließend, erlebt man zum Einen die Flucht von Luke und Flover mit, während auf der anderen Seite Okijen, Andra und Byth gemeinsam mit Marshall Lloyd versuchen, an KAMI heranzukommen. Schlüsselfigur ist hierbei Andra, die glaubt, eine Verbundenheit zu KAMI zu spüren und versuchen möchte, mit der KI in Kontakt zu treten. Gleichzeitig bietet sie den entscheidenden Hinweis auf eine Waffe, mit welcher KAMI möglicherweise aufzuhalten wäre. In diesem Zuge kommt ein weiterer Charakter ins Spiel, der die Trilogie angenehm bereichert.
Sehr gefallen haben mir wieder die Kapitel aus KAMIs Sicht sowie die Einblicke in frühere Militärakten. Auch die Uneinigkeit in Okijens Gruppe, wie mit KAMI umgegangen werden soll, war recht gut dargestellt. Weniger gefiel mit der Part um Luke und Flover, deren Kapitel um deren Flucht sich manchmal arg in die Länge zogen. Ebenfalls missfiel mir die radikale Wendung, welche der Roman nach einiger Zeit nahm, welche sich darin äusserte, dass plötzlich einige Charaktere über besondere Fähigkeiten verfügen, während andere zu sehr radikalen Maßnahmen greifen. Das war wir stellenweise zu superlativ. Und leider vermisste ich zum Schluss die Rationalität der Künstlichen Intelligenz, was mich persönlich doch ziemlich enttäuschte.
Cyber Trips ist ein unterhaltsamer Mittelband der Trilogie um die Künstliche Intelligenz KAMI, der wieder interessante Ansätze verfolgt, jedoch stellenweise zu superlativ daherkommt und dadurch nicht ganz an Band 1 heranreicht.










