Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Sandspiele mal anders
Sandbildhauer Paule Gertjes treibt die Männer und Frauen des Architekturbüros Wiborg und Voss zu harten Schlägen auf den Sand an, damit er sich später zu einer Skulptur verarbeiten lässt. Stararchitekt Friso Wiborg hat seine Mitarbeiter zu einer teambildenden Maßnahme in die Sandskulpturenwerkstatt „Sandiek“ in Westerhever im Nordwesten der Halbinsel Eiderstedt eingeladen.
Er selbst möchte sich hier ein eigenes Denkmal schaffen. Dazu kommt es leider nicht mehr.
Das Kommissar-Ehepaar Tammo Anders und Fenna Stern, die seit einiger Zeit in einem Viergenerationenhaus in St.-Peter-Ording leben, merkt schnell, dass es bei diesem Sandtoten nicht leicht sein wird, den Täter zu ermitteln. Durch sein überhebliches Auftreten und seinen absoluten Gewinnerwillen hatte er sich im Laufe der Zeit viele Feinde gemacht. Z.B. die Aktivistengruppe „Die Grünen Windmühlen“, die verzweifelt versuchen den Bau des Friso-Tower-Hotels an der Küste zu verhindern.
Es ist wirklich ein verzwickter Fall an dem sich Tammo und Fenna die Zähne hier ausbeißen müssen. Viele Verdächtige, viele kleine Indizien, viele kleine Hinweise – aber je mehr die Kommissare heraus bekommen, um so undurchsichtiger und verwirrender wird der Fall. Aber auch dieser Fall wird am Schluss gelöst und bis ins Kleinste nachvollziehbar aufgedröselt.
Ulrike Busch hat es auch diesmal mit ihren wortgewaltigen und bildhaften Beschreibungen schnell geschafft, dass ich mitten drin in der Geschichte und ganz nah an den Verdächtigen und den Kommissaren war. Besonders, da ich aus ihrem Vorwort schon wusste, wo ich in diesem Fall auf den Mord stoßen würde. Ihr Besuch bei der Familie Schütt, die im realen Leben die Sandskulpturenwerkstatt betreibt und auch ein kleines Hotel auf dem Gelände beherbergen, machen richtig Lust, dort selbst am Sand mal Hand anzulegen. Dieser ganz besondere Ort, ein ganz spezieller Fall, ausgefallene, interessante Protagonisten und die genauen Recherchen der Autorin sind es, die diesen Fall wieder sehr spannend und lesenswert machen.
Als Protagonist hat mir hier ganz besonders der Sandbildhauer Paule Gertjes gefallen. Wenn er von seiner Kunst erzählt, merkt man richtig, wie er für seine Kunst brennt.
Es ist mir bei diesem Fall sehr schwer gefallen, mich auf einen Täter festzulegen. Immer neue Spuren, immer neue Indizien und immer wieder neue Verdächtige – boah, mein Spickzettel ist vor lauter Fakten schnell zu klein geworden. Auf die Konstellation, die sich Ulrike Busch hier ausgedacht hat, wäre ich nicht gekommen.
Das Familienleben von Fenna und Tammo nimmt wie schon in den Vorgängerbänden wieder einen größeren Raum ein. Ich freue mich immer, wenn ich wieder etwas mehr über die Menschen, die ich nun schon eine Zeit lang in ihrem Leben begleite, erfahre. Mir haben es auch die teils humorvollen Dialoge angetan. Da komme ich neben dem ganzen Ermitteln auch mal zum Schmunzeln.
Für Anders und Stern Neulinge werden die Familienmitglieder und die wichtigsten Ermittler auf den ersten Seiten vor Beginn der Geschichte als Stammpersonal vorgestellt.
Ein spannender Fall, interessante Protagonisten und ein wunderschönes Umfeld für einen ungewöhnlichen Mordfall. Die Geschichte hat die 5 Sterne absolut verdient.
Rezensionen von heinoko:
Gekonnt geschriebener Thriller mit kleiner Einschränkung
Der Fahrer von Andreas Winkelmann
Winkelmann ist zweifellos ein Könner seines Faches. Das haben seine früher erschienenen Bücher von Mal zu Mal überzeugend bewiesen. Insofern hatte ich sehr hohe Erwartungen an „Der Fahrer“. Was vielleicht ein Fehler war. Denn gekonnt konstruiert und in Szene gesetzt ist „Der Fahrer“ auf jeden Fall, spannend zu lesen ist er auch.
Und doch erscheint mir der Thriller ein wenig schwächer als die früher erschienenen Titel, zumindest was die erwartete angstauslösende Intensität betrifft.
Im Hamburger Stadtpark wird eine Tote gefunden, das Gesicht mit einer fluoreszierenden Farbe angemalt. Kommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald stehen vor einem Rätsel, auch nachdem sich herausstellt, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der junge Frauen auf perfide Art tötet und mit Leuchtfarbe bemalt zur Schau stellt. Scheinbar wahllos ausgesuchte Opfer, die nachts unterwegs gewesen waren. Die an vielen Orten auftauchenden Hashtags #findemich lassen mehr und mehr erkennen, dass diese Botschaften Jens Kerner persönlich betreffen. Doch nicht nur das: Beide Ermittler haben auch privat allerlei zu bewältigen…
Es gibt in diesem Thriller geniale Szenen, mehrheitlich die, in denen der Täter sich selbst, seine Sicht der Dinge, sein persönliches Erleben schildert. Es sind Sequenzen, die den Leser mitten hinein in die Gedanken- und Gefühlswelt des Mörders führen und eine gruselige Nähe zu ihm aufbauen. Das ist ja die besondere Stärke von Andreas Winkelmann, dieses geschickte Spiel mit Szenen, die dunkle Ängste auslösen und somit den Leser unmittelbar persönlich packen. Auch wieder genial gelöst ist der Aufbau einer sich steigernden Spannung aus wechselnden Perspektiven heraus mittels einer raffinierten überraschungsreichen Geschichte. Und doch blieb ich ein klein wenig enttäuscht zurück. Mag sein, dass ich in diesem Thriller weniger Zugang zu den beiden Ermittlern fand. Gerade weil dem persönlichen Hintergrund von Jens Kerner dieses Mal so viel Raum gegeben wurde. Ebenso dem komplizierten Hin und Her zwischen Rebecca und Jens, jenseits des Beruflichen. Das hätte ich nicht gebraucht, denn die teilweise trivial anmutenden Sequenzen rauben dem Thriller ein wenig die bei Winkelmann gewohnte schaudernde Intensität.
Fazit: Wieder ein raffinierter, sehr spannender, gekonnt geschriebener Thriller, jedoch nicht ganz so stark wie seine Vorgängerbände.
Rezensionen von Petra:
hormongesteuert
Lessons from a One-Night-Stand von Piper Rayne
Nach diesem Klappentext hatte ich eine nette Liebesgeschichte mit einem Schuss Humor und eine Portion Erotik erwartet. Schliesslich sind alle Angaben für diese Mischung da.
Aber die Protagonisten sind überwiegend hormongesteuert als ob es kein anderes Thema gibt und die Probleme die aufgezeigt werden, wirken übertrieben und aufgesetzt.
Auch die Geschwister von Austin. acht an der Zahl, sind eigenartig, als ob sie hier vorgestellt werden um später ein eigenes Buch zu bekommen.
Die anderen Nebenfiguren sind Statisten ohne Sinn und Verstand.
Es ist locker geschrieben passend für eine seichte Unterhaltungslektüre aber auch in so einem Buch darf es mehr geben als Sex und Drama das eher komisch ist.
Rezensionen von Solstice:
Ein Prachtband, der das Herz berührt.
Alpengletscher - eine Hommage von Andrea Fischer
Unsere Gletscher sind prächtig und mächtig, aber vergänglich. Dass die Eisriesen unserer Alpen unseren Enkeln wahrscheinlich nicht mehr für unvergessliche Bergerlebnisse zur Verfügung stehen werden, ist heute den meisten klar. Genau deshalb ist Andrea Fischers und Bernd Ritschels Prachtbildband über die Alpengletscher so verdienstvoll: Weil die große Anzahl an eindrucksvollen Fotografien die Faszination Gletscher lebensnah wiedergibt und so auch kommenden Generationen bewahrt, zumindest beim Durchblättern.
Die Bildreise durch die Alpen, von Ost nach West und vom Großglockner zum Mont Blanc wird mit Texten durchbrochen, die zwar betont sachlich, aber dennoch mit großer Ehrfurcht, die zwischen den Zeilen immer wieder merkbar ist, die einzelnen Gletscher und das Leben mit ihnen und rund um sie wortreich beschreiben. Dabei ist vom "Tagebuch eines Gletschervermessers" bis zur poetischen "Ehrerbietung an die Gletscher" viel unerwartetes, aber stets interessantes dabei. Bei der Lektüre nähert man sich dem eiskalten Naturphänomen mehr und mehr an, sodass beim Leser letztlich ein Bewusstsein für die Gletscher und vor allem für ihre Bedeutung innerhalb des Lebensraums Alpen entsteht: Als Indikatoren für den Zustand des bedeutendsten europäischen Gebirges, aber auch für den Zustand des ganzen Globus kommt ihnen größtmögliche Bedeutung zu. Den Anspruch, dem Leser Existenz, Schönheit und Vergänglichkeit unserer Gletscher ans Herz zu legen, erfüllt "Alpengletscher - Eine Hommage" in beeindruckender Perfektion.
Rezensionen von LEXI:
Man kann vor der Wahrheit nur eine Zeit lang davonlaufen
Ein neuer Himmel von Margit Steinborn
Man kann vor der Wahrheit nur eine Zeit lang davonlaufen
„Warum haben wir einen anderen Glauben, Mama? Warum werden wir politisch verfolgt?“ Hannah war ratlos. Wie sollte man eine so irrsinnige Ideologie wie die Weltanschauung der Nationalsozialisten einem Kind erklären?
Für die Jüdin Hannah Rosenberg wird die Situation im Frühling des Jahres 1939 in Berlin unerträglich.
Aufgrund ihrer Abstammung hat die Musiklehrerin und talentierte Geigerin nicht nur ihre Anstellung, sondern auch ihre Wohnung verloren. Gemeinsam mit ihrer dreijährigen Tochter Melina macht sie sich auf den Weg in ein Dorf namens Erlenthal in der Nähe von Würzburg, wo sie auf Unterkunft und Arbeit hofft. Hannah und Melina finden auf dem Sandnerhof herzliche Aufnahme und ein liebevolles neues Zuhause, sie fühlen sich geborgen und werden wie Familienmitglieder behandelt. Doch als der Sturm gegen die Juden losbricht, brennen in den Städten die Synagogen und auch die neue Zuflucht auf dem Land bietet bald keinen Schutz mehr vor der Gewalt der Nationalsozialisten…
Margit Steinborn präsentiert mit ihrem Erstlingswerk die Geschichte einer ledigen Mutter, die in ihren jungen Jahren nicht nur die Liebe ihres Lebens, sondern zudem auch noch ihre Sicherheit, ihre Anstellung und ihr Zuhause verliert. Die Protagonistin dieses Buches begegnet auf ihrem Lebensweg, der beginnend vom Jahr 1932 erzählt wird, Menschen, die stillen Widerstand leisten. Im kleinen Dorf Erlenthal finden sich selbstlose und hilfsbereite Einwohner, die Angehörige jüdischer Abstammung vor den Zugriffen der Nationalsozialisten beschützen, sie verstecken und ihnen zur Flucht ins sichere Ausland verhelfen. Friedrich und Klara Sandner und ihre Angehörigen Konrad, Annie, Maria, Hans und David sowie Pfarrer Simon Petersen verurteilen die menschenverachtende Einstellung der Nazis. Sie sind neben Hannah Rosenberg die wichtigsten Figuren dieses Buches. Der Autorin ist es gelungen, mich mit der Charakterzeichnung ihrer handelnden Figuren sowie den emotionalen Passagen in ihrer Geschichte tief zu berühren. Der Zweite Weltkrieg mit der Verwandlung Deutschlands von einer parlamentarischen Demokratie in eine nationalsozialistische Diktatur, die tödliche Ideologie mit ihrer Rassenlehre, dem Ariertum, der systematischen Ermordung unzähliger Kranker und Behinderter sowie die unfassbare Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung und die Gräueltaten in den Konzentrationslagern bilden einen schrecklichen und beklemmenden Hintergrund. Margit Steinborn lässt die unheilvollen Jahre der Regentschaft des „unberechenbaren Verrückten aus Berlin, den alle unterschätzt haben“ wiederaufleben und erzählt beispielhaft das Schicksal einer Jüdin namens Hannah. Eine nicht unrelevante Rolle in diesem Geschehen spielt Dr. Peter Hagen, der sich in ranghoher Stellung an den furchtbaren Aktivitäten der SS beteiligt. Peters anfänglicher Enthusiasmus, seine Leichtgläubigkeit, seine langsam aufkeimenden Bedenken und Skrupel, und angesichts des vollen Ausmaßes des Grauens schließlich sein Beschluss, dieses Regime zu bekämpfen, werden dem Leser eindrucksvoll vor Augen geführt. Margit Steinborn beschreibt, wie das Leben eines verliebten jungen Mannes, das gerade noch klar und voller Verheißungen vor ihm lag, eine unerwartete Wendung nahm und dass letztendlich sogar Selbstbeschwichtigung und Verleugnung der Wahrheit sein Gewissen nicht mehr beruhigen können. Zu den fiktiven Figuren gesellen sich in diesem Buch auch berüchtigte Persönlichkeiten wie beispielsweise Reinhard Heydrich oder Heinrich Himmler als Hauptorganisatoren des Holocausts und Verantwortungsträger für die Ermordung von Millionen Menschen.
Bereits angesichts der Thematik dieses Buches war mir bewusst, dass Margit Steinborns Roman aufrüttelt, tief bewegt und angesichts der Einblicke in historische Fakten keine leichte Lektüre darstellt. Die Autorin besitzt jedoch einen flüssigen und einnehmenden Schreibstil, ihre Erzählung beinhaltet trotz der schrecklichen geschichtlichen Fakten auch Hoffnung und erzählt von der Liebe ihrer Protagonistin zu ihrer kleinen unschuldigen Tochter, die sie dazu veranlasst, auch die schlimmsten Erfahrungen im Lebens auszuhalten und zu versuchen, um jeden Preis zu überleben. Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, und die Hoffnung auf ein Ende des Krieges durchdringen die Seiten dieses Buches und machen es zu einem beeindruckenden Lese-Erlebnis.
„Ein neuer Himmel“ von Margit Steinborn hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann dafür eine klare Leseempfehlung aussprechen.
Rezensionen von barbara.liest:
einfach nur schön
Rendezvous in zehn Jahren von Judith Pinnow
Das Cover ist eher unscheinbar finde ich, dafür hat mich die Geschichte sehr gefesselt.
Judith Pinnow erzählt in einem gut und leicht lesbarem Stil die Geschichte von Valerie und Ted, die sich in einem Cafe in Amsterdam kennenlernen und ein zweites Date genau in zehn Jahren ausmachen.
Schon nach wenigen Stunden bereuen beide sich auf so einen langen Zeitraum eingelassen zu haben und gedanklich sind sie immer miteinander verbunden.
Es geht allerdings nicht nur um die Liebe zwischen Valerie und Ted in diesem Buch, es geht auch um Träume, um Freundschaft, um Familie, um Zusammenhalt und um Vertrauen.
Das Buch ist romantisch, spannend, ein wenig kitschig und aufregend zugleich.
Ich hab es ganz zügig durchgelesen, denn ich war so fasziniert von der Geschichte der beiden.
Besonders gefallen hat mir das letzte Kapitel ... was dort passiert wird aber natürlich nicht verraten.
Rezensionen von C. P.:
Der Werwolf von Hannover, realistisch und nüchtern
Haarmann von Kurbjuweit Dirk
Von dem Serienmörder Fritz Haarmann, der als Werwolf von Hannover in den 1920er Jahren über 20 Jungen ermordete, hatte ich bisher noch nichts gehört. Umso neugieriger war ich da, einen Kriminalroman zu lesen, der auf einem echten Kriminalfall basiert. In diesem Roman ist Polizist Robert Lahnstein dafür verantwortlich, den Fall um die vielen verschwundenen Jungen aufzuklären.
Eine Mischung aus nicht immer regelkonformem Verhalten der Kollegen, wirtschaftlicher sowie politischer Unruhen und Lahnsteins Erinnerungen an seine Zeit im ersten Weltkrieg führt zu einer düsteren Atmosphäre, welche sich durch den kompletten Roman zieht. Einige Szenen aus der Sicht des Täters sowie eines seiner Opfer runden das Ganze gekonnt ab.
Die Schilderung der wirtschaftlichen sowie politischen Lage empfand ich als sehr gut greifbar, nichts wurde geschönt. Lahnsteins Erinnerungen an die Kriegszeit waren zwar ebenso erschütternd, dienten jedoch eher dazu, ihn als Charakter vielschichtiger darzustellen.
Was mir weniger gefiel, war der starke Schwerpunkt auf den homophilen Handlungen sowie der gleichzeitig im Roman immens vertretenen Homophobie. Gut, es gehört zum Fall Haarmann mit dazu, jedoch wirkte es durch seine hohe Gewichtung stellenweise so, als würde dieses Thema zu den Hauptinteressen der damaligen Bevölkerung zählen, was ich bezweifle.
Ebenfalls wurde ich mit dem Schreibstil nicht warm. Oftmals wirkt das Geschriebene aufzählend und regelrecht nüchtern, als hätte Polizist Lahnstein einen Bericht für die Akten geschrieben. Besonders die Personen wirkten dadurch stark distanziert, eher wie Darsteller. Wäre ich nicht am Fall selbst interessiert gewesen, hätte ich das Buch aufgrund dessen längst zur Seite gelegt. Entsprechend gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen.
Rezensionen von C. P.:
Zähe Dreiecksgeschichte
Stolen 1: Verwoben in Liebe von Emily Bold
Die Vollwaise Abby kommt nach Darkenhall, ein Internat für schwererziehbare Jugendliche. Der störrischen Kleptomanin soll dort geholfen werden, nicht endgültig in die Kriminalität abzurutschen. Sofort zeigen die Söhne der Schulleitung Interesse an ihr, was jedoch hauptsächlich an Abbys Seelenweben liegt, welche sie wie eine Aura umgeben und die nur von wenigen Auserwählten gesehen werden können.
So wie von Tristan und Bastian Tremblay. Während Tristan den Ruf als Womanizer auslebt und kaum ein Mädchen auslässt, um an deren Seelenweben zu kommen, ist Bastian eher der zurückgezogene Typ und lebt seinen Drang nach den Weben auf andere Weise aus.
In dieser Welt ist jeder Mensch von sogenannten Weben umgeben, wobei Herz- und Erinnerungsweben gut sind, während die düsteren Seelenweben sich in zu hoher Zahl negativ auf die Menschen auswirken. Ein Punkt, der in meinen Augen Klischee pur ist. Denn wer zuviele düstere Seelenweben mit sich herumträgt, also eine zu belastete Seele hat, wird laut Definition im Buch später Straftaten begehen. Schon klar. Und Bastian, selbst kaum älter als die Jugendlichen im Internat, spielt hier den Hobbypsychologen und „behandelt“ die Jugendlichen mit seinem Pseudotraining, wonach sich die Jugendlichen zwar besser fühlen, aber nicht, weil ihnen fürs Leben geholfen wurde, sondern weil er sich einfach an ihren Seelenweben bereichert hat, um seine magischen Batterien aufzuladen. Was sein Bruder Tristan übrigens durch das Küssen der vielen Mitschülerinnen schafft.
Da Abby mit einem immensen Paket an diesen Seelenweben im Internat ankommt, übt sie einen entsprechenden Reiz auf die Brüder aus. Ehrlich gesagt schon traurig, dass die beiden nicht an ihr als Person, sondern nur an ihrer Energie interessiert sind wie Vampire an Blut. Wobei Abby aber auch kaum Eigenschaften hat, die sie mir als Leser liebenswert machen. Sie ist zickig, anstrengend, naiv und hält sich für cool. Vor allem die Abschnitte aus ihrer Sicht sind voller Gedankenkarussells und nervigen Diskussionen, wer wen warum geküsst hat und was das bedeutet – oder nicht. Sie tendiert dazu, alles Mögliche falsch zu verstehen, anderen die Worte im Mund umzudrehen und nebenbei ihren Kaugummi um den Finger zu wickeln. Wobei die Abschnitte aus Bastians Sicht fairerweise ebenfalls viele Gedankenkreisel enthalten, wenn auch nicht so stark übertrieben.
Das Abenteuer, in welches die drei geraten und in dem auch Abbys Familie eine Rolle spielt, klingt von der Idee her gut, allerdings ist der Weg dorthin ziemlich zäh und die vielen, nervigen Diskussionen mit Abby zu anstregend, um die Story als wirklich spannend bezeichnen zu können.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Spannung bis zum überraschenden Finale.
Winterfest von Jørn Lier Horst
Sechs aufgebrochene Hütten im Süden Norwegens, ein Toter in einer der Ferienhütten eines bekannten Fernsehtalkmasters, Wisting wird von einem Mann niedergeschlagen, der mit seinem Auto davonfährt. Die Leiche kommt nicht in der Rechtsmedizin an: Ein Fall mit Kompliziertheit. Es wird in die Sommerhütten eingebrochen und ausgeraubt, Tote werden hinterlassen und später Leichen gefunden.
Es klappt nicht ganz nach Wunsch der Dänen und Norweger mit dem Austausch Geld gegen Kokain. Und dann fallen noch Vögel tot vom Himmel. Irgendetwas Falsches müssen sie gefressen haben; aber was? Es bleibt zunächst völlig unübersichtlich. Wir können jedoch darauf vertrauen, dass Jørn Lier Horst, lange Jahre selbst Kommissar bei der norwegischen Kripo, seinen Protagonisten William Wisting akribisch, unaufgeregt arbeiten lässt und er immer sachlich bleibend an seinem Ermittlungsziel festhält. Zweifel räumt er aus, weil er von sich überzeugt ist: Wisting kommen bei den Ermittlungen Bedenken: „Bewegt sich der Fall auf einen katastrophalen Endpunkt hin?“
Tommy und Line, Wistings Tochter, Journalistin, können nicht mehr: Was will ein versniffter Däne mit einer toughen Norwegerin?
Der angenehm Schreibstil fördert die Leselust, ruhig treibt der Plot die Spannung hoch bis zum überraschenden Finale.
Norwegens preisgekrönter Krimiautor hat noch weitere Wisting-Abenteuer für uns geschrieben, die es wert erscheinen, gelesen zu werden.
Rezensionen von Lesemama:
Einfach zum Wohlfühlen
Cremig zart verführt von Ellen McCoy
Zum Buch:
Das Café Ambrosial ist über die Grenzen von Wales hinaus für sein wunderbares Eis bekannt. Die junge Carys bereitet es jeden Tag frisch zu, mit besten Zutaten und genau der richtigen Dosis Raffinesse.
Als das Café von dem ehrgeizigen Geschäftsmann Logan Walsh übernommen wird, droht sich das zu ändern.
Denn Logan will vor allem eins: mehr Gewinn. Also beschließt Carys ihm zu beweisen, dass das Ambrosial genau so richtig ist, wie es ist.
Der attraktive Engländer lässt sich auf ihr Angebot ein. Doch obwohl die süße Carys sein Herz mit ihren Eiskreationen und ihrer Lebensfreude nach und nach zum Schmelzen bringt, verfolgt er seine eigenen Ziele ...
Meine Meinung:
Ein total süßes Cover, es sieht so zum Wohlfühlen aus.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, er macht es einfach in die Geschichte zu finden. Die Charaktere sind sehr sympathisch, Cary ist eine starke Frau.
Logan ist ja zu Beginn ein wenig arrogant, aber das gibt sich dann ja zum Glück und am Ende ist es ein richtiges Wohlfühlbuch. Einfach nur wunderschön und berührend, romantisch und unterhaltsam. Ich kann es nur empfehlen.










