Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von S.:

Die Forscherin, die Wissenschaftlerin und das Dienstmädchen

Unter den Linden 6 von Ann-Sophie Kaiser

Berlin, 1907. Sie kommen mit großen Erwartungen hierher. Eine möchte ein Physikstudium aufnehmen, forschen, eine andere möchte Geisteswissenschaften studieren, die dritte muss fort von einem unberechenbaren Dienstherren. Die Anfänge sind schwer, Frauen sind abhängig von Gunst und Wohlwollen einer bevormundenden Männerwelt.

Ob sie als Gast Vorlesungen besuchen dürfen, entscheidet der Herr Professor. Ob sie überhaupt an eine Universität dürfen, entscheidet ein männlicher Haushaltsvorstand. Und dass Dienstmädchen Abitur machen wird schon durch hohe Unterrichtskosten so gut wie unterbunden.
Liese Meitner, Hedwig Brügger und Anni wehren sich, setzen sich für ihre Wünsche ein. Lise und Hedwig engagiert, obwohl es sie viel Kraft und Mut kostet, auch Anni lernt, für ihre Interessen einzustehen.
Ann-Sophie Kaiser zeichnet nicht nur ein Bild Berlins zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sondern zeigt eine Vielzahl von Beschränkungen auf, denen Frauen unterworfen waren. Einiges hat sich verändert, bei weitem noch nicht alles. Politische Hintergründe werden einbezogen, der Beginn des 1. Weltkrieges verändert die Lage erheblich.
Breiten Raum nimmt die historische Figur Lise Meitner ein. Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung durch männliche Kollegen ist immer wieder Thema, dabei war Lise Meitner eine bedeutende und erfolgreiche Pionierin auf dem Gebiet der Strahlenforschung, der Physik. Dieses Buch aus dem Ullstein Verlag verdeutlicht ihre Leistungen bis 1915, ein Anhang skizziert ihre weitere Biografie. Auch die Geschichte der heutigen Humboldt-Universität wird beschrieben. Interessant, lesenswert, ein schöner Beitrag zur Entwicklung der Frauenbewegung und eine Würdigung der Verdienste Lise Meitners.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von S.

Rezensionen von yellowdog:

Ein ungewöhnlicher Roman

Das Seidenraupenzimmer von Murata Sayaka

Erzählt wird aus der eigenwilligen Perspektive der jungen Schülerin Natsuki. Sie ist fantasiebegabt. Ihre kalte Mutter hält sie daher für merkwürdig, auch ein Lehrer ist eine Gefahr. Natsuki ist Gewalt und Übergriffen ausgesetzt.

Sie ist verliebt in ihren Cousin Yu, den sie nur im jährlichen Urlaub sehen kann.

Aber diese Liebe hält sie aufrecht. Als die erwachsenen sie entdecken, werden sie getrennt.
Es kommt dann ein krasser Schnitt. Natsuko ist jetzt 34 Jahre alt und verheiratet. Aber eine richtige Ehe ist es nicht. Natsuko ist durch die Geschehnisse der Vergangenheit versehrt.

Der Roman beinhaltet einige Szenen, die auf den westliche Leser befremdlich wirken, aber irgendwie liest man ja auch deswegen japanische Literatur, um in eine andere Kultur einzutauchen. Man muss sich darauf einlassen. Dennoch sind verstörende Szenen enthalten, das muss man sich bewusst sein.

Sayaka Murata schreibt sehr sensibel über den emotionalen Zustand ihrer Protagonistin und es lässt sich eine Sozialkritik an einer Gesellschaft herauslesen, die Menschen nur auf das Funktionieren reduzieren.

Das Seidenraupenzimmer ist ein bemerkenswertes Stück moderne japanische Literatur.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von nicole koppandi:

Skurrile, abgefahrene Kurzgeschichten

Heimweh nach einer anderen Welt von Ottessa Moshfegh

Was war das für ein Lesevergnügen, so ein abgefahrenes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen und empfehle es allen, die auf außergewöhnliche Geschichten stehen, die so ganz unvorhersehbar sind.

Im Mittelpunkt der 14 Kurzgeschichten stehen Menschen, die als Außenseiter gelten. Sie suchen nach Anerkennung und Aufmerksamkeit, nach Zweisamkeit, Liebe und nach jener Personen, die ihr Leben ein bisschen besser macht.

Aufgrund dessen, dass den Protagonistinnen und Protagnisten bewusst ist, dass sie anders sind, werden sie in ihrem Handeln und Tun oftmals noch seltsamer und paradoxer.

Die Geschichten sind insofern auf eine gewisse Art spannend zu lesen, da man neugierig ist, was passieren wird, was wird jemand tun, wie wird das ausgehen – es ist auf jeden klar, dass sie nichts tun, was andere Menschen in ihrer Situation tun würden. Und als Leserin weiß man, es erfolgt nicht der angestrebte bzw gewünschte Ausgang. Die Kurzgeschichten haben Humor, nämlich genau jenen Humor, der mir gefällt, nicht flach, nicht platt, nicht absehbar, einfach skurril.

Ich muss diese Frühlingsneuerscheinung dringend empfehlen, die hier, meiner Meinung nach, zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nicole koppandi

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Tief berührend und beeindruckend!

Ich bleibe hier von Marco Balzano

Wieder macht sich ein Autor daran, Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen. Er beschreibt konkrete Schicksale und gibt damit dem Grauen des Nationalsozialismus und des Faschismus Gesichter. Die einfache, klare und prägnante Sprache macht die Geschichte absolut fesselnd, hält jedoch auch die nötige Distanz, die es mir ermöglichte, mich tief berühren zu lassen, ohne vom Drama überrannt zu werden.

Ein gelungener Roman, der mir "Nachgeborenen" einen weiteren Puzzlestein unserer Geschichte näher gebracht hat. Unbedingt lesenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer

Rezensionen von Fischer439:

Eine Odyssee der Sinne

Ich bleibe hier von Marco Balzano

Wie schreibt man ein Buch welches sich mit Realität, Verlust, Angst und der Menschlichkeit selbst zu tun hat?
Die Verleugnung ist das Gewagte Experiment eines jungen Autors der sich ohne kompromisse traut seinen eigenen, komplexen Schreibstil beizubehalten, ein trastisches werk zu schaffen mit stellen die eine Schrecklich schöne Faszination austrahlen und alle Konventionen im Thema Dramaturgie zu brechen und neu Aufzubauen.

Selten war ich so verwirrt, und selten so Beeindruckt. Ein Twist reiches Buch welches nicht jeder lieben wird, aber welches jeder erlebt haben muss

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Fischer439

Rezensionen von Tara:

Witzig – spritzig – unterhaltsam

Kann Gelato Sünde sein? von Tessa Hennig

„Kann Gelato Sünde sein?“ ist wieder ein sehr amüsanter und Roman der Autorin Tessa Henning, in dem sie ihre Leser in ein kleines Dorf in Kalabrien mitnimmt.

Die 60-jährige Emilia Bäumle will ihre Tochter Julia, die ein Auslandssemester in Kalabrien verbringt, besuchen. Julia will sich dort - in Piccolo Leone - mit einem Landgasthof selbstständig machen.

Da die Bevölkerung des Dorfes überwiegend aus älteren Einwohnern besteht, da es die jüngeren Generationen immer mehr in die Stadt zieht, sorgt sich der Bürgermeister um den Fortbestand seines Dorfes. Deswegen will er alles, was ungesund ist verbieten. Emilia entdeckt in dem Dorf eine leerstehende Bäckerei in bester Lage und beginnt von einer eigenen Konditorei zu träumen, in der sie die köstlichsten Leckereien an die Bewohner des Dorfes verkaufen möchte. Weder der Bürgermeister noch ihre Tochter Julia sind von ihrer Idee begeistert.

Der Schreibstil von Tessa Henning ist äußerst lebendig und amüsant. Witzige Dialoge, Situationskomik, eine sehr deutliche Sprache und Vergleiche über die man einfach grinsen muss, machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. Ihre Charaktere wirken authentisch und sowohl die Protagonistin als auch so manch einen der skurrilen Dorfbewohner muss man einfach mögen. Der Gesundheitswahn wird hier auf eine erfrischende Art und Weise dargestellt und die Atmosphäre Italiens wird gelungen vermittelt.

Mir hat diese leichte und spritzige Lektüre gut gefallen und ich kann dieses kurzweilige Lesevergnügen durchaus empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Tara

Rezensionen von Lesemama:

Zuckersüßes Liebesdrama

Crazy in Love von Emma Winter

Bewertet mit 3.5 Sternen

Zum Buch:

Nathasha -Sasha- hat einen ehrgeizigen Plan. Sie will in Yale Medizin studieren. Dafür zog sie von Santa Barbara nach Boston, zur Familie ihres Vaters, zu der sie noch nie wirklich Kontakt hatte, denn ihr Vater hat sich von seiner Familie losgesagt.
Auf der neuen Schule, eine Eliteschule, lernt sie unter anderem den arroganten, reichen, schnöseligen Ben kennen und träumt fortan von meergrünen Augen .

..

Meine Meinung:

Ein Mädchenbuch, auch wenn ich normalerweise nichts davon halte, Bücher in solche Kategorien einzuteilen. Aber es ist sehr rosa, nicht nur das Cover (;
Der Schreibstil ist gut zu lesen, die Geschichte plätschert dahin, sie ist vorhersehbar, aber welcher Liebesroman ist das nicht.
Was mich total irritierte und auch sehr unzufrieden zurückließ, war, das Verhalten ihrer Granny. Erst redet sie kein Wort mit ihr, dann stellt sie mal kurz innerhalb vierundzwanzig Stunden einen Plan aufs wie Yale klappen kann, das war mir zu schnell, das hätte ich gerne ausführlicher gehabt.
Ansonsten eine süße, warmherzige Liebesgeschichte zweier jungen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unschuldig und romantisch, aber auch ohne Tiefgang. Und dann noch mit einem offenen Ende ...
Alles in allem ein netter Roman für jüngere LeserInnen, mir war da fast zuviel Mädelsdrama.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesemama

Rezensionen von niknak:

Bleib bei mir

Never Let Me Down von Sarina Bowen

Inhalt:
(Klappentext)
Nach dem Tod ihrer Mutter trifft Rachel Kress das erste Mal ihren leiblichen Vater Freddy Ricks - den größten Rockstar der USA. Sie betritt eine völlig neue Welt aus Reichtum und Freiheit. Und er erfüllt ihr ihren größten Traum: das Studium am Claiborne College. Dort verliebt sie sich in Jake.

Doch je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Rachel, dass sie erst wirklich nach vorne blicken kann, wenn sie sich den Fragen ihrer Vergangenheit stellt, die nur ihr Vater beantworten kann ...

Mein Kommentar:
Ich kenne Sarina Bowen durch ihre The Ivy Years - Reihe. Ich habe diese Bücher verschlungen und war dementsprechend gespannt, als sie ein neues Buch veröffentlicht hatte. Es ist ein Einzelband und steht dadurch in keinem Zusammenhang zu einer ihrer vorherigen Reihen.

Der Schreibstil von Sarina Bowen ist wie gewohnt fesselnd, locker und leicht. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich genieße ihre Bücher immer sehr, man kann die Seele baumeln lassen und einfach das Lesen genießen.

Ich habe das Buch erwartet und habe mit unheimlich hohen Erwartungen in die Geschichte gestartet. Dieses konnten leider nicht erfüllt werden. Dies ist zum Teil auch meine Schuld, da ich nicht unvoreingenommen zum Lesen begonnen habe, sondern schon ziemlich viel erwartet habe.
Ich liebe die Bücher von Sarina Bowen wirklich sehr, doch hier fehlt mir einfach etwas. Ich hätte mir mehr gewünscht - mehr von Allem: Gefühle, Tiefe, Leidenschaft, ...

Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut. Die Geschichte ist in 6 Teile geteilt, die wiederum einzelne Kapitel beinhalten. Die sechs Hauptunterteilungen wurden mit Begriffen aus der Musik betitelt. Dies finde ich sehr schön, da Musik ein wirklich zentrales Thema in der Geschichte spielt. Die einzelnen Begriffe werden auch immer erklärt, sodass auch ein Laie sie versteht. Die "großen Überschriften" sind sehr gut überlegt und perfekt auf die darauffolgenden Kapitel zugeschnitten.

Es gibt ziemlich viele Charaktere in der Geschichte, die die Handlung veredeln. Einige hätte man, meiner Meinung, jedoch auch gut und gerne weglassen können. Da sie für die Handlung nicht wirklich notwendig waren und nur ein paar verzwickte Situationen auslösten, ohne die das Buch auch gut ausgekommen wäre. Die Charaktere sind auch nicht ganz so gut ausgearbeitet, wie man es von Sarina Bowen gewohnt ist.

Rachel ist die Protagonistin der Geschichte, die in ihrer Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch sind ihre Gefühle sehr greifbar und man kann sich besser in sie hineinversetzen. Man hat jedoch auch einen einseitigeren Blickwinkel auf die Handlung.

Rachel Kess hat ihren Vater nie kennengelernt. Sie kennt ihn nur aus dem Fernsehen beziehungsweise durch seine Musik. Ihre Mutter wollte nie, dass Rachel ihren berühmten Rockstar Vater kennenlernt. Als ihre Mutter jedoch plötzlich an Krebs verstirbt, lernt Rachel ihren Vater Freddy Ricks kennen. Diesen hat sie in ihrer Kindheit immer vergöttert. Es fällt ihr sehr schwer mit ihm umzugehen, da sie panische Angst davor hat, dass er wieder weggehen wird. Dadurch wirkt sie oft sehr kindlich und naiv. Rachel beendet ihr letztes Schuljahr an der Schule, die bereits ihre Mutter besucht hatte.

Frederick Richards ist ein international bekannter Rockstar unter dem Künstlernamen Freddy Ricks. Er hat sich 17 Jahre lang nicht um seine Tochter gekümmert und auch niemandem in seinem Freunde - und Familienkreis von ihr erzählt. Als Rachel jedoch im Kinderheim landete, war er sofort zur Stelle, um sie rauszuholen. Er bemüht sich sehr darum, die verlorene Zeit aufzuholen, dabei macht er jedoch auch ein paar Fehler.
Er findet im Laufe des Buches eine Freundin und ihre Beziehung entwickelt sich ziemlich schnell, womit Rachel sich ziemlich schwer tut. Mir hätte die Geschichte ohne diesen Aspekt definitiv besser gefallen. Dadurch wäre der Fokus mehr auf der wirklichen Vater - Tochter - Beziehung gewesen.

Jake Willis ist Rachels Pate um ihr den Eintritt in ihre neue Schule möglichst leicht zu machen. Er wird als ziemlicher Nerd dargestellt, später stellt sich jedoch heraus, dass viel davon nur geschauspielert war. Jake und Rachel verstehen sich von Anfang an sehr gut. Diese Beziehung vertieft sich im Laufe des Buches noch mehr.
Sein Bruder kommt kurz in der Handlung vor ist aber, meiner Meinung nach, einer dieser Charaktere, die man ruhig weglassen hätte können. Es werden Dinge über ihn erwähnt, die für die Geschichte absolut nicht wichtig waren, aber mich als Leser verwirrt, bzw. leicht aus der Bahn geworfen haben.

Die Beziehung zwischen Rachel und Jake ist sehr süß. Mir hätte es gefallen, wenn sie einen größeren Stellenwert in der Geschichte eingenommen hätte.

Mein Fazit:
Mir hat die Geschichte recht gut gefallen, aber mir hat auch leider einiges gefehlt. Ich bin mit zu hohen Erwartungen an das Buch gegangen, die nicht alle erfüllt wurden. Ein gutes Buch, aber nicht das, was ich von der Autorin gewohnt bin.
Um meine Meinung zusammenzufassen: Es wurde viel zu viel Handlung in viel zu wenige Seiten gepresst. Dadurch nahmen unwichtige Details zu viel Platz ein, der für andere Punkte der Handlung besser genutzt worden wäre.
Ich werde jedoch auf jeden Fall weitere Bücher von Sarina Bowen lesen und auch auf das nächste Buch wieder hin fiebern.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

im Shop ansehen weitere Rezensionen von niknak

Rezensionen von niknak:

Pseudonyme verkomplizieren alles

Book Boyfriend von Claire Kingsley

Inhalt:
(Klappentext)
Die Sache ist die: Ich bin kein schlechter Kerl. Mia anzulügen war nicht Teil eines Plans, es war eine simple Notlüge. Erfolg als Liebesromanautor mit einem weiblichen Pseudonym zu haben, gehörte auch nicht zum Plan. Wer hätte denn auch ahnen können, dass meine Bücher Bestseller werden?

Und als wäre es nicht schon kompliziert genug, ist Mia auch noch Buchbloggerin und die beste Chat-Freundin meines Alter Egos.

Online hält sie mich für die Bestsellerautorin Lexi Logan. Privat kennt sich mich als Alex Lawson und ist in mich verliebt. Ich weiß nicht, wie ich aus dem Schlamassel jemals wieder herauskommen soll.

Ich weiß nur eines: wenn Mia herausfindet, wer ich bin, werde ich sie verlieren. Und das darf auf keinen Fall geschehen…

Mein Kommentar:
Dies war mein erstes Buch der Autorin. Ich habe vorher auch noch nie von ihr gehört. Claire Kingsley hat einen angenehm, sehr flotten und fließenden Schreibstil. Man findet leicht ins Buch, nur am Ende fühlte ich mich manchmal etwas verloren und ich habe den Sog des Buches verloren, der mich bei den meisten Büchern immer gefangen nimmt.

Ich hatte das Buch viel zu schnell durchgelesen. Mir hätte es besser gefallen, wenn das Buch länger wäre. Etwas über 200 Seiten ist für mich normalerweise ein Grund das Buch nicht in die Hand zu nehmen. In diesem Fall war der Klappentext jedoch viel zu spannend, als dass ich es nicht hätte lesen wollen.

Das Buch ist aus den Ich - Perspektiven von Alex und Mia geschrieben. Meistens kommt jedoch Alex zu Wort. Es ist in dieser Genre recht selten, dass das Buch aus der Sicht des Mannes geschrieben ist, was sehr schade ist. Es gefällt mir sehr gut, da das Buch dadurch für mich viel spannender war. Die kleinen Einblicke in die weibliche Sicht von Mia, in die dominantere Sicht von Alex wirken sehr spritzig und erfrischend. Meiner Meinung nach ist der Autorin das Wechselspiel sehr gut gelungen.

Die Charaktere sind nicht so flach, wie ich es am Anfang, auf Grund der Länge des Buches, befürchtet hätte. Trotzdem hatten sie nicht so viel Profil, wie ich es am liebsten mag. Die Hauptrolle spielen ganz klar Alex und Mia. Es gibt ein paar wenige Nebencharaktere, die das Buch abgerundet haben. Jeder von ihnen spielte jedoch nicht wirklich eine Rolle in diesem Buch.

Alex Lawson ist Hobbyautor eines Sci-Fiction Romans. Aufgrund seiner Schwester probierte der Programmierer sich einmal als Romance-Autor und hat direkt einen enormen Erfolg. Er schreibt seine Bücher unter einem weiblichen Pseudonym, damit sie sich besser verkaufen. Er hat abgesehen von seiner Schwester noch einen kleinen Bruder. Seine Geschwister werden in den nächsten zwei Bänden die Hauptrolle spielen und hoffentlich ihre große Liebe finden.
Alex kann, auch aufgrund seines Jobs, sehr gut mit Worten umgehen. Damit verzaubert er nicht nur die Herzen seiner Leser sondern auch Mia regelmäßig. Es fällt ihm schwer, Mia nicht zu verraten, dass er ihre Lieblingsautorin ist. Seine Zwickmühle und Schuldgefühle sind von der Autorin wunderbar beschrieben worden.

Mia Sullivan arbeitet im Krankenhaus, aber ihr größtes Hobby lebt sie im Internet aus. Sie ist eine erfolgreiche Buchbloggerin, die unter einem Pseudonym mit ihren Follower über Bücher diskutiert, sie ihnen vorstellt, etc. Niemand weiß über diesen Teil ihres Lebens Bescheid. Mia ist sehr leidenschaftlich und kämpferisch für diejenigen, die sie liebt. Als ihre Schwester ihre Hilfe braucht, ist Mia sofort zur Stelle. Sie bezeichnet sich im Buch selbst als total schrullig, chaotisch und absolut tollpatschig. Dies macht ihren Liebreiz jedoch zu 100% aus.

Die Beziehung zwischen Mia und Alex entwickelt sich sehr schnell. Dies ist auch nicht wirklich überraschend, da das Buch doch recht kurz ist. Es sind ein paar spannende Elemente verarbeitet, die das Ganze auflockerte und nicht so vorhersehbar wirken lässt.

Die Handlung gefällt mir sehr gut. Die Idee ist sehr schön und habe ich vorher so auch noch nie gelesen. Das Ende hat mich irgendwie ein wenig verwirrt und zwiegespalten hinterlassen. Ich bin mir nicht sicher, was ich wirklich davon halten sollte. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er den Ausklang findet. Ich bin nicht restlos begeistert davon, aber auch nicht am Boden zerstört.

Mein Fazit:
Eine schöne Idee verpackt in einem sehr spannenden Stil. Die Charaktere hätten meiner Meinung nach noch etwas mehr Tiefe vertragen können und vom Ende weiß ich immer noch nicht wirklich was ich halten sollte. Alles in Allem ein gutes Buch für Zwischendurch, um für kurze Zeit abschalten zu können.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

im Shop ansehen weitere Rezensionen von niknak

Rezensionen von Buechertraeumerin:

Toller Schreibstil, aber leider in der Handlung verschenktes Potenzial

Book Boyfriend von Claire Kingsley

In letzter Zeit lese ich sehr gerne Geschichten mit Rockstars und die The-Ivy-Years-Reihe von Sarina Bowen hat mir bereits gut gefallen. Daher versprach "Never let me down" für mich auch die perfekte Mischung.

Im Buch geht es um die 18-jährige Rachel, die ihre Mutter gerade an eine schwere Krankheit verloren hat und deswegen in ein Heim ziehen muss.

Zu ihrem Vater, dem berühmten Rockstar Frederick Ricks, hat sie keinen Kontakt und nichts außer ein paar Lieder auf ihrem iPod und einigen verblassten Erinnerungen. Doch dann taucht ihr Vater plötzlich im Heim auf, nimmt Rachel mit zu sich und ermöglicht ihr sogar ein Studium am renommierten Claibourne College, wo sie sich schon bald in Jake verliebt. Doch kann das wirklich alles gut gehen, wo ihr Vater, doch eigentlich ein Fremder für Rachel ist und sie fast nichts über ihn weiß?

Sarina Bowens Schreibstil konnte mich bereits in anderen Büchern begeistern und auch hier schafft sie es wieder, dass durch einen sehr flüssigen Schreibstil die Seiten nur so dahinfliegen.

Bei "Never let me down" handelt es sich dieses mal allerdings um einen Einzelband und keinen Reihenauftakt.

Die Handlung entwickelt sich zunächst in einem angenehmen Tempo, hier und da hätte es vielleicht etwas schneller gehen dürfen, aber insgesamt war die Geschichte sehr authentisch. Leider plätscherte sie ab der Hälfte des Buches dann eher dahin, ohne das sonderlich viel passierte. An sich nichts schlimmes, da sich das Buch so auch wunderbar zwischendurch oder abends lesen lässt. Allerdings hatte ich dann das Gefühl, dass die Autorin alles, was sie bisher noch nicht erzählt hatte, noch unbedingt auf die letzten 100 Seiten quetschen musste.
So passiert hier dann wahnsinnig viel und man kann oft nicht ganz folgen. Meiner Meinung nach, wurden hier auch noch deutlich zu viele Handlungsstränge angerissen und dann leider eher flüchtig zu Ende erzählt.
Hier wäre definitiv noch Potenzial für einen zweiten Band drinnen gewesen, oder die Handlungen hätten besser auf das Buch verteilt sein müssen.

Rachel als Charakter fand ich sympathisch, aber man erfährt leider kaum was über ihre Entwicklung. Beim männlichen Protagonisten Jake handelt es sich, anders als in New Adult Büchern gewohnt, dieses mal um keinen Bad Boy, sondern um einen sehr, sehr lieben Typ. Er war definitiv meine Lieblingsperson des Buches, deswegen finde ich es auch sehr schade, dass man nur relativ wenig über ihn erfährt.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden fand ich auch sehr schön zu lesen. Allerdings nimmt sie vergleichsweise wenig Platz in der Geschichte ein, was eigentlich ziemlich schade ist, da ich gerne noch mehr über die Annäherung der beiden erfahren hätte.

Den Hauptteil der Geschichte nimmt die Entwicklung und Entstehung der Beziehung zwischen Rachel und ihrem Vater ein. Das hat mir gut gefallen, da ja sonst eher die Liebesgeschichte in New Adult Büchern im Vordergrund steht. Insgesamt erfährt man aber auch hier wieder nur sehr wenige Hintergrundinformationen vor allem auch darüber, warum sich Rachels Eltern eigentlich getrennt haben.

Fazit: Ein eher mittelmäßiges Buch von Sarina Bowen. Viele Themen werden leider nur angerissen und es fehlt die Tiefe. Dennoch lässt sich die Geschichte toll lesen und beschert angenehme Lesestunden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buechertraeumerin