Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Birthe oder Mia
Zu mir ans Meer von Sigrid Hunold-Reime
Die Schriftstellerin Sigrid Hunold-Reime schreibt wie gewohnt, im schönen fesselnden Stil.
Der Roman „Zu mir ans Meer“ hat einen besonderen Stil. Die Idee in einem anderen Körper weiter leben zu können ist schön schräg.
Birthe hat einen Autounfall und wacht in einem Zwischenleben wieder auf.
Interessant das sie mit ihrem Schutzengel kommunizieren kann. In ihrem neuen Körper heißt sie Mia, die eine chaotische Frau war.
Die Autorin hat die Emotionen gut rüber gebracht. Sie zeigt die verschiedenen Ansichten, über Birthe. Manchmal ist es vielleicht gut verschiedene Meinungen zu erfahren.
Eigentlich bin ich kein Freund solcher übersinnlicher Romane, aber dieser hat mich total begeistert.
Es ist eine Geschichte, die gut unterhält.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein tolles Lese- oder Vorlesebuch
Giesbert und der Gluckerbach von Daniela Drescher
Der kleine Giesbert aus der Regentonne rettet ein kleines Entenküken aus dem Gluckerbach vor dem Ertrinken und bringt es zurück zu seiner Mama.
Das ist eine der 13 Geschichten, die von Giesbert und rund um den Gluckerbach erzählen. Wunderschöne bunt bebilderte Geschichten eignen sich gut Vorlesen.
Größere Kinder können sie auch schon selbst lesen.
Giesbert ist ein so liebevoller kleiner Kerl, den muss man einfach gern haben. Unser kleiner Enkel hat ihn sofort in sein Herz geschlossen und würde am liebsten zu ihm in die Regentonne kriechen.
Wir lernen die kleine Entenfamilie kennen und Tiere, die Giesbert und dem Küken auf dem Rückweg begegnen: einen Biber, einen wunderschönen blauen Eisvogel, eine Ringelnatter, eine Wasseramsel, Libellen und Kater Munz, der die beiden ein Stück in Richtung Heimat trägt. Es geht um Freundschaft, um Hilfsbereitschaft und mit seiner Flöte lockt Giesbert einen kleinen Feuergeist an. Zum Schluss beantwortet Daniela Drescher, die Erfinderin des kleinen Giesbert aus der Regentonne, Fragen, die immer wieder von Kindern zu Giesbert gestellt werden.
Die Geschichten sind alle sehr unterhaltsam, spannend und verstehen es, unseren Kleinen zu begeistern und zu fesseln. Ab und zu schauen wir uns auch nur die wunderschönen Bilder an, die die Autorin selbst gezeichnet hat. Oder er will eines der kleinen Reime hören, die Giesbert von sich gibt.
Noch mehr hätte ich mich über das Buch gefreut, wenn es nicht in Plastikfolie eingeschweißt gewesen wäre.
Ein wunderschönes Lese- oder Vorlesebuch für unsere Kleinsten. Aus meiner Erfahrung kann ich es nur empfehlen.
Rezensionen von Biene2004:
Relativ schwache Fortsetzung eines wirklich tollen Auftaktes zu "Crazy in Love"!
Hopelessly in Love von Emma Winter
*Inhalt*
Sasha ist am Boden zerstört. Ben hat sie betrogen. Alles, was bisher war, scheint eine große Lüge. Oder soll sie ihm glauben, wenn er sie beschwört, dass alles nur ein dummer Zufall war? Während Sasha noch mit ihren Gefühlen kämpft, ist in Bens Leben von einem auf den anderen Tag nichts mehr, wie es war.
Seine Schwester hat einen schweren Unfall, gleichzeitig kommt ein Geheimnis ans Licht, das den Ruf seiner Familie zerstören kann. Und gerade, als Sasha hofft, doch eine Zukunft mit Ben zu haben, taucht eine Person aus seiner Vergangenheit auf, die alles, woran Sasha bisher geglaubt hat, in Frage zu stellen droht.
*Meine Meinung*
Nachdem ich mitbekommen habe, dass wir es hier mit der Fortsetzung von Emma Winter´s Crazy in Love zu tun haben, wollte ich dieses Buch natürlich unbedingt lesen. Das Cover und auch die kurze Inhaltsangabe haben meine Neugier erst recht angeheizt, sodass ich mich voller Erwartungen auf die Fortsetzung von Sasha´s Geschichte gestürzt habe.
Leider konnten meine hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllt werden. So sehr ich den ersten Teil dieser Weston-High-Reihe auch gemocht habe, die Fortsetzung hier konnte dem Auftakt in keinster Weise standhalten. Auch wenn die Idee zur Geschichte definitiv Potenzial hat, so ist die Umsetzung meiner Meinung nach sehr langatmig, ziemlich vorhersehbar und stellenweise sogar richtig langweilig. Hinzu kommt. dass wir es hier nicht nur mit Sasha und Ben zu tun haben, sondern auch mit June und Jess und deren ganz eigener Lovestory. Diese Tatsache gefällt mir eigentlich relativ gut, doch die ganzen weiteren Protagonisten drum herum haben mich stellenweise ein bisschen durcheinander gebracht.
Durch Winter´s tollen, leicht lockeren Schreibstil ist diese Geschichte trotz meiner Kritikpunkte unterhaltsam, doch insgesamt ist sie definitiv sehr viel schwächer als der Auftakt "Crazy in love". Auch wenn ich Ben im ersten Teil sehr gemocht habe, so ist meine Sympathie hier im zweiten Teil absolut auf der Strecke geblieben. Um jetzt nicht zu spoilern, gehe ich nicht weiter auf meine Aussage ein, doch jeder. der dieses Buch auch gelesen hat, wird sofort wissen, was ich meine und wovon ich spreche.
*Fazit*
Leider eine schwache Fortsetzung eines wirklich tollen Auftaktes der West-High-Reihe! Den ersten Teil kann ich vorbehaltlos weiter empfehlen und wer neugierig ist, wie es weiter geht mit Sasha, der sollte vielleicht auch dieses Buch hier lesen, seine Erwartungen allerdings vielleicht ein bisschen "runterschrauben"...
Rezensionen von Petra Sch.:
Gänsehaut-bringender Schauerroman im England zur Kriegszeit
Die stummen Wächter von Lockwood Manor von Jane Healey
Kurz zum Inhalt:
England, 1939. Hetty Cartwright, 30, ist beauftragt worden, die Säugetier-Sammlung des Londoner Museums außerhalb von London vor dem aufziehenden Krieg in Sicherheit zu bringen. Dafür hat Major Lord Lockwood sein Anwesen zur Verfügung gestellt.
Doch es geschehen unheimliche Dinge.
Gleich am ersten Tag verschwindet das Präparat des Panthers, später die Kolibris. Außerdem werden einige Exponate zerstört bzw. finden sich an anderer Stelle wieder.
Hetty versucht alles, um ihre geliebte Sammlung zu schützen, und somit auch ihre Stellung im Museum. Unterstützung erhält sie dabei von der Tochter des Lords, Lucy Lockwood. Gemeinsam versuchen sie, die nächtlichen Geschehnisse zu ergründen. Dabei gelangen die tiefen Geheimnisse von Lockwood Manor ans Tageslicht.
Meine Meinung:
"Die stummen Wächter von Lockwood Manor" ist eine langsame Geschichte, die in einem ruhigen Tempo erzählt wird und nach und nach immer mehr Geheimnisse aufdeckt.
Es wird abwechselnd aus zwei Perspektiven in ich-Form erzählt: einmal aus Hettys Sicht, was den eigentlichen Teil der Geschichte ausmacht; und dann noch aus Lucys Sicht, die eher über ihre Albträume und die Familiengeschichte berichtet - was zur Unterscheidung in Kursiv-Schrift gedruckt ist.
Auch die Exkursionen in die Zoologie haben mich gut unterhalten.
Die Atmosphäre wird sehr eindrücklich rübergebracht, man bekommt Schauder, wenn man das alte, riesige, dunkle Anwesen vor Augen hat und dann noch die Schauergeschichten darüber liest: seltsame Geräusche in der Nacht, Albträume entwickeln sich, es verschwinden Exponate, ebenso Hettys Uhr, die Strohpuppe unter Hettys Bett...
Die Erzählungen aus Lucys Sicht zeigen ihre Kindheit, ihre Ängste und Alpträume. Durch Hettys Auftauchen kommen nach und nach ihre Erinnerungen ans Licht-jedoch nicht der Grund dafür, warum sie als Kind von ihrer mittlerweile bei einem Autounfall verstorbenen Mutter immer wieder in das blaue Zimmer gesperrt wurde. Als Leser bekommt man die schreckliche Wahrheit erst nach und nach aufgedeckt.
Die Atmosphäre der Kriegszeit kommt gut rüber: Hetty hat den Job der stellvertretenden Abteilungsleiterin nur bekommen, weil die Männer im Krieg sind. Und sie ist sich immer bewusst, dass die Stellen nach dem Krieg wieder an die Männer vergeben werden. So wird das Frauenbild der damaligen Zeit auch gut dargestellt: Hetty ist sich der Rollenverteilung bewusst, dass Frauen nur eine untergeordnete Stellung haben.
Dennoch entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen Hetty und Lucy, die die beiden anfangs kaum, später vehement verteidigen.
Sehr gut gefiel mir, dass man sich als Leser bis zum Schluss nie sicher war, ob die unheimlichen Vorkommnisse übernatürlicher Natur sind oder ob es für alles eine rationale Erklärung gibt.
Fazit:
Ruhig erzählter Schauerroman in einer tollen Kulisse eines alten englischen Anwesens. Mir gefiel das langsame Tempo und das unterschwellige Gruseln. Alles in allem fühlte ich mich sehr gut unterhalten.
Rezensionen von Gaby 2707:
Zwischen Vergangenheit und Zukunft – die Nebelkinder
Nebelkinder von Stefanie Gregg
1945: Der Krieg hält auch in Schlesien Einzug. Käthe Vahrenhorst muss mit ihren beiden Töchtern Anastasia (Ana) und Helene (Lenchen) aus Breslau fliehen. Zusammen mit ihrer Schwester Selma Piontek und ihrem Sohn Wolfi machen sie im allerletzten Zug der fährt auf den Weg nach München. Käthes Mann Ludwig kämpft für´s Deutsche Reich in Italien und will seine Familie nach dem Krieg in München treffen.
Käthe ist schwer traumatisiert und so übernimmt die 13-jährige Ana dort die meisten Pflichten des täglichen Lebens.
Viele Jahre später bittet Robert Balan, die große und leider unerfüllte Liebe Ana´s Tochter Lilith diese, den Sohn ihrer verstorbenen Freundin aufzunehmen. Dabei erfährt Lilith, dass Aaron auch der Sohn von Robert ist. Kann und will sie sich dieser Verantwortung stellen? Als sie ihrer Mutter Ana davon erzählt, ist auch sie der Ansicht, dass Lilith Aaron unbedingt zu sich nehmen soll. Für eine Frau gäbe es nichts Schöneres, als das Kind des geliebten Mannes groß zu ziehen. Worte von der Frau und Mutter von der Lilith in den vielen Jahren nie ein „Ich liebe dich“ gehört hat. Gemeinsam begeben sich Mutter und Tochter schließlich auf die Reise nach Breslau in Ana´s Vergangenheit.
Wie Stefanie Gregg in ihrem Nachwort schreibt, ist diese Geschichte ein Teil ihrer Familiengeschichte.
„Nebelkinder“, so wird eine Generation von Kinder bezeichnet, die in den Nachkriegsjahren geboren wurden und die unter den Erlebnissen ihrer Eltern oder Großeltern während der Flucht haben leiden müssen. Auch ich bin so ein Nebelkind, geboren nach dem Krieg, 1954 in Deutschland, nachdem meine Mama und ihre Eltern aus Schlesien haben fliehen müssen. Da hat mich dieses Buch natürlich sehr interessiert. Ich habe aber nicht ahnen können, wie mich dieses Buch bewegen wird und was es mir abverlangt.
Ich begleite drei sehr unterschiedliche Frauen ein Stück durch ihr Leben. Käthe und ihre Tochter Ana und deren Tochter Lilith, die nach dem Krieg in München geboren wird. Die Geschichte im Heute wird immer wieder unterbrochen durch Ansichten auf die Jahre vor und während der Flucht aus Breslau in Schlesien.
Es ist so schlimm zu lesen, was die Frauen und auch die Kinder auf der Flucht erleiden mussten. Angst, Hunger, körperliche Gewalt, Demütigungen, der allgegenwärtige Tod – nur ein paar der unmenschlichen Dinge, die anschließend von vielen Frauen und auch Männern verschlossen bzw. über die nicht mehr gesprochen wurde. Kein Wunder, dass viele dieser Menschen ihr anschließendes Leben mit einem Trauma bzw. Depressionen verbracht haben.
Ganz besonders schlimm finde ich auch die Seiten eines Briefes, den Agnes, eine gute Freundin von Käthe, geschrieben hat und ihr schildert, was sie durch die Soldaten der Roten Armee hat erleiden müssen. Da fragt man sich wirklich, wie viel kann ein Mensch aushalten. Hier erscheint es fast nicht möglich. Und auf der anderen Seite, wie können Menschen einem anderen so etwas antun. Einfach schrecklich und schier unfassbar.
Um dem Erlebnissen im Krieg auch mal etwas den Schrecken zu nehmen, lässt die Autorin hin und wieder kleine humorige Anekdoten einfließen. So habe ich bei einer Szene im Stall des Bauern, der sie nach ihrer Flucht aufgenommen hat, so schmunzeln müssen. Zwischendurch habe ich mein Kopfkino immer mal wieder ausgeschaltet, weil ich die schlimmen Erlebnisse sonst nicht ausgehalten hätte. Bei diesen kleinen Erlebnissen ist es heiß gelaufen.
Schön fand ich auch, dass man in den Jahren nach der Flucht gemerkt hat, dass sie in München gelandet sind. Da wird im Kaufhaus Hertie endlich einmal auch etwas gekauft und nicht immer nur angeschaut, man geht ins Hofbräuhaus zum Tanzen und man besucht das Oktoberfest. Bei dem „Woswuistdafüa“ vom kleinen Franz auf dem Bauernhof vor den Toren Münchens weiß man sofort, dass man in Bayern angekommen ist. Aber auch die schlesischen Begriffe, die ich zum Teil noch von meiner Oma kenne, geben der Geschichte den lokalen Anstrich.
Stefanie Gregg hat mich mit ihrem „Herzensbuch“ gefangengenommen, sehr gut unterhalten, zum Nachdenken gebracht und einige Tränen fließen lassen. Immer wieder habe ich an meine Mama und an meine Großeltern denken müssen, denen es in der ein oder anderen Situation genau so gegangen ist wie Käthe oder Ana. Und es macht mich traurig, dass wir vor vielen Jahren nicht haben über dies alles reden können und sie heute leider nicht mehr da sind.
Danke liebe Stefanie Gregg für diese emotionale und wunderbare Familiengeschichte, die mich sehr berührt hat.
Rezensionen von Marie aus E.:
Nervensäge Julius ist zurück - und mit ihm sein mieses Karma
Mina und die Karma-Jäger - Fiese Tat im Internat von Janet Clark
Mina -vielmehr ihre Freunde - haben eine geniale Erfindung gemacht. Na gut, sie hat noch ein paar Ecken und Kanten, na gut, eigentlich funktioniert sie noch nicht so wirklich, aber die Idee ist genial!
Als ob das nicht aufregend genug wäre, ist Julius zurückgekehrt. Natürlich nicht, weil er Freundschaft sucht, sondern weil seine Karmapunkte wieder unterirdisch sind.
Auch dieses Mal ist Julius fürchterlich nervig und Mina total hilfsbereit und gutherzig. Aber in Band 2 lernen wir Julius etwas besser kennen und können auch ein wenig in seine Vergangenheit schauen. Ganz so übel ist er gar nicht und es gab Szenen, da hatte ich richtig Mitleid. Armer Julius!
Für meinen Geschmack hat Band 2 das Potential jetzt voll genutzt, es ist richtig rund geworden. Witzig, frech, schnoddrig und etwas absurd war es ja bereits in Band 1, jetzt konnte man aber manches auch noch besser nachvollziehen und vor allem auch mit dem vermeintlichen unsympathischen Julius (manchmal) mitfühlen.
Der Klimawandel ist auch unterschwellig Thema. Ich habe momentan den Eindruck, dass das quasi Bedingung ist, um aktuell überhaupt ein Kinderbuch veröffentlichen zu können. Bitte nicht falsch verstehen, finde ich gut und wichtig, ich habe inzwischen ganz viele richtig tolle Kinderbücher darüber gelesen, aber es so als Pflichtaufgabe jetzt überall mit zu verfrühstücken?
Hier also auch inklusive, allerdings nur am Rande, in erster Linie ist es ein lustiges Quatschbuch im positiven Sinn, das auch zeigt, dass man eben nicht mit allem durchkommt und alle Taten auch eine Folge haben. Und mal ehrlich: Karmalevel "doppelt ekelig besoffene Kopflaus" - das will man wirklich nicht.
Im Sommer geht es schon weiter mit dem dritten und letzten Teil - und ich bin schon richtig gespannt, was dann passiert. Vor allem, wie dann das Ende ist - eigentlich ist ja ein Happy Karma-End eines, in dem der Geist dann dem Kreislauf entgeht, aber dann wäre Julius ja weg? Sehr spannend, aber wir müssen ja nicht mehr allzu lange warten.
Rezensionen von Lilli33:
Dupin in Saint-Malo
Bretonische Spezialitäten von Jean-Luc Bannalec
Dupin in Saint-Malo
Inhalt:
In Saint-Malo findet ein Polizeiseminar statt, zu dem Dupin verdonnert wurde. Drei Kommissare und die Präfekten der vier bretonischen Departements sollen die Zusammenarbeit untereinander voranbringen. Dies geschieht ganz unerwartet nicht im Klassenzimmer, sondern auf sehr spektakuläre Weise.
Vor Dupins Augen wird in den Markthallen eine Frau von ihrer eigenen Schwester ermordet. Diese schweigt beharrlich und die drei Kommissare nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf. Intensiver kann die polizeiliche Zusammenarbeit nicht sein.
Meine Meinung:
Der Titel „Bretonische Spezialitäten“ weist schon darauf hin, dass diese eine große Rolle spielen. Neben den atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und diverser Speisen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, rückt der Kriminalfall zuweilen in den Hintergrund. Dies zeigt sich auch schon bei der Wortwahl: Während ich irgendwann aufgehört habe, „kulinarisch“ oder „lukullisch“ zu zählen, findet sich „kriminell“ oder „Kriminal“ nicht ein einziges Mal.
Trotzdem gefiel mir dieser Band wesentlich besser als der direkte Vorgänger, „Bretonisches Vermächtnis“, der noch mehr Reiseführercharakter hat. Im aktuellen Band fand ich den Kriminalfall doch sehr spannend, auch wenn die Ermittlungen zunächst nicht vom Fleck kommen wollen und es mehr Tote als Lösungsansätze gibt. Die Polizeiarbeit wird detailliert beschrieben (wenn es nicht gerade ums Essen oder um die Landschaft geht) und man fühlt sich beim Lesen, als wäre man mittendrin dabei. Zuletzt werden die verschiedenen Morde doch zu meiner Zufriedenheit aufgeklärt.
Auch wenn ich Nolwenn sehr mag, vielleicht sogar am meisten von allen Figuren dieser Reihe, fand ich es nicht schlimm, dass sie hier nur ganz selten mal telefonisch eingreifen kann und die drei Kommissare aus verschiedenen Departements fast ganz auf sich gestellt sind. Ebenso sind die historischen Einwürfe Riwals, die in manchem Band der Reihe schon überhandgenommen haben, hier zum Glück recht sparsam dosiert. Auch das Privatleben Dupins spielt kaum eine Rolle, befindet Claire sich doch gerade in Boston. Aus diesem Grund dürften sich auch Quereinsteiger in die Reihe gerade bei diesem Band sehr leichttun, da Vorkenntnisse nicht benötigt werden. Und vielleicht bekommen sie ja dann Lust, auch die ersten acht Bände zu lesen? Wundern würde es mich nicht.
Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten
Rezensionen von Gaby 2707:
Der Feuerteufel geht um
Das Lodern der Flammen von Walter Christian Kärger
Im Jachthafen von Friedrichshafen fliegt die Motoryacht „Hella Wahsinn“ in die Luft. Das Lodern der Flammen ist weithin sichtbar. Dann gehen zwei Bootshäuser in Rauch auf, ein Maibaum wird durch ein Feuer stark beschädigt und muss entfernt werden. Außer, dass Zeugen einen Mercedes der S-Klasse an den Tatorten gesehen haben, gibt es keine Spuren.
Genau wie Harriet Holby frage ich mich: Wer macht so was? Warum macht er das? Was ist sein Motiv? Als dann auch noch eine kleine Kirche in die Luft fliegt, in der ein Mensch ums Leben kommt, wird Madlener´s Spürnase geweckt und er, der immer seine eigenen Wege geht und unorthodoxe Methoden bevorzugt, beginnt zu ermitteln.
Kommissar Max Madlener, ein Mann der Tat und der Straße ist kein Freund von Bürokratie oder Repräsentationspflichten. Daher kann er seiner neuen Stelle als Kommissarischer Kriminaldirektor auch nicht viel abgewinnen. Gut nur, dass sein Chef in Stuttgart gerade jetzt seine Ablösung mitbringt und er in sein altes Büro zurückkehren kann.
Nachdem ich erst vor kurzem „Der Tote aus dem See“ gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die anderen Bodensee-Bücher von Walter Christian Kärger lesen.
Mir ist der Einstieg auch in dieses Buch sehr leicht gefallen. Anfangs geht es etwas behäbig zu, da „Mad Max“ ja noch nicht ermitteln kann. Statt eines spannenden Falles bekomme ich erst einmal sehr viel Bürokratie. Roland Wohlfart, ein pensionierter Kollege, übergibt Madlener durch seine Tochter Unterlagen zu einem Cold Case. Einem Fall, der 30 Jahre alt ist und den er nun klären soll.
Nach dem Brand der Kirche wird es dann langsam spannender, der Spannungsbogen geht langsam aufwärts und ich war wieder mittendrin bei den Ermittlungen. Der unterschwellige Humor von Madlener blitzt immer mal wieder kurz auf und lockert die Geschichte. Von seiner Assistentin Harriet Holby hätte ich, außer, dass sie nun eine neue Haarfrisur hat, gerne noch viel mehr gelesen und erfahren.
Trotzdem war es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Zum Schluss denke ich mir, wie so oft – wie kann ein Mensch nur so voller Wut und Hass sein. Andererseits, hier kann ich den Täter fast verstehen.
Ich wurde auch mit diesem Krimi gut unterhalten. Die Spannung hat mir anfangs zwar etwas gefehlt. Aber hier war es wie im richtigen Leben – da ist auch nicht jeder Tag ein absolutes Highlight. Ich jedenfalls freue mich auch auf die anderen Bodenseekrimis, die ich nach und nach noch lesen werde.
Rezensionen von C. P.:
Bombenstark: Der vierte Fall für Leander Lost
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Eine Autobombe im Hinterland der portugiesischen Algarve zerstört eine Filiale der Crédito Agrícola. Unmengen an Geldscheinen fliegen aus einem Schließfach der Bank durch die Luft, für welche erstaunlicherweise niemand Besitzanspruch erhebt. Das Ermittlerteam um Cristina Sobral steht zunächst vor einem Rätsel.
Während der Spanier im Team, Miguel Duarte, einen Anschlag islamistischer Terroristen vermutet, tendiert der Alemão Leander Lost zu einem Täter, welcher aus Idealismus handelt. Als einige Tage später im Hafen von Olhão drei Thunfisch-Trawler durch Bomben schwer beschädigt werden, geraten Graciana Rosado, Carlos Esteves und Leander Lost unter Druck von höchster Stelle, den Fall schnellstmöglich aufzuklären. Derweil spielt der Täter mit ihnen Katz und Maus, indem er ihnen verschlüsselte Botschaften zukommen lässt. Und auch privat ist so einiges los, denn Leander wurde bewilligt, weiterhin an der Algarve ermitteln zu dürfen und genießt das für ihn noch verwirrende Gefühl der Liebe mit Gracianas Schwester Soraia.
„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ (Zitat S. 321)
Endlich gibt es einen vierten Band rund um den Ermittler mit Asperger Syndrom. Mittlerweile sind die Mitarbeiter von Cristina Sobral ein eingespieltes Team und auch die Bewohner Fusetas wissen, Leanders Eigenarten einzuschätzen und damit umzugehen, wie man an ein paar schönen Beispielen erfährt. Neben der Herausforderung, nun eine Liebesbeziehung zu führen, beschäftigt Leander Lost vor allem die Serie von Bombenattentaten. Tatsächlich bringen seine Auffassungsgabe sowie seine rationalen Schlussfolgerungen die Ermittler schnell voran, während Miguel Duarte ebenfalls wieder heldenhaften Einsatz zeigen kann.
Neben dem verzwickten Kriminalfall hat mir diesmal vor allem die Idee gefallen, welche Triebfeder der Attentate ist. Ansonsten gestaltet sich auch der vierte Band wie gewohnt unterhaltsam und spannend und bietet wohldosierte Einblicke ins Privatleben der Ermittler ebenso wie in die portugiesische Kultur. Ein wunderbarer Portugal-Krimi mit viel Spannung und Atmosphäre und herrlich sympathischen Ermittlern.
Rezensionen von yellowdog:
Am Nationalfeiertag
Während wir feiern von Ulrike Ulrich
Der Roman zeigt an einem Tag, dem Schweizer Nationalfeiertag, ein paar Freunde und ihre Beziehungen zueinander, in einer Situation, in der Entscheidungen gefordert sind.
Die Autorin Ulrike Ulrich schafft es, die Emotionen ihrer Figuren darzustellen, in dem sie die Perspektive von Alexa, Kamal, Zoltan, Evelyne u.
a. wechseln lässt.
Die Anlehnung an Virginia Woolfs berühmten Buch Mrs. Dalloway ist schon im Klappentext erwähnt und letztlich sicher zutreffend, wenn auch die Handlung auf die aktuelle Zeit bezogen ist.
Ulrike Ulrich ist eine Schriftstellerin, die zwar in Deutschland geboren ist, die jedoch schon seit Jahren in Zürich lebt und daher nahezu als eine schweizerische Autorin gilt.
Mit „Während wir feiern“ ist ihr ein literarisch ansprechender Gesellschaftsroman gelungen.











