Kunden em pfehlungen
Rezensionen von S.:
Funkelsterne als Erste Hilfe bei Wehwehchen
Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee von Sylvia Tress
Eine ganz tolle Idee ist das Buch von der kleinen Tröstefee. Alltägliche Missgeschicke sind leichter zu ertragen, wenn sie auch anderen passieren und kleine Sterne helfen, den Kummer zu vergessen. Eine schöne Ablenkung, wenn das Kind den Tieren hilft, mit funkelnden Sternen, die es durch Pusten zum Leuchten bringt, den Kummer zu besiegen.
Egal, ob das Häschen hingefallen ist, der Biber eine heftige Erkältung hat oder das Schweinchen Bauchweh - sie werden getröstet, das Kind kann helfen. Schon ist das eigene Leid gemildert.
Liebevoll gemalte Zeichnungen, bunte, leuchtende Farben und niedliche Tiere sind sehr anschaulich gestaltet, Kinder lieben das. Die kleinen, gereimten Texte sind wie Zaubersprüchlein.
Stabile Pappseiten garantieren eine lange Lebensdauer und der Überraschungseffekt durch die Leuchtlämpchen gefällt sehr.
Text von S. Tress, Illustration durch Martina Leykamm, von der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH.
Rezensionen von Lesemama:
Lebe deinen Traum
Lessons from a One-Night-Stand von Piper Rayne
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Austin Bailey hat nur noch ein Ziel, endlich seinen Traum leben. Nachdem seine Schwestern die Highschool beendet will es weg von Lake Starligtht und zurück nach Kalifornien.
Holly Radcliff ist neu in der Stadt, die neue Rekrorin an der Highschool. Als sie an ihrem ersten Arbeitstag ihren One-Night-Stand von Samstag Nacht gegenübersteht.
Er (Austin) ist Lehrer an ihrer Schule ...
Meine Meinung:
Endlich wieder ein Piper Rayne Buch, was mich sehr gut unterhalten konnte. Und gleichzeitig der Auftakt einer neuen Trilogie, oder sogar einer neuen Reihe, denn Geschwister gibt es genug (;
Eine prickelnde, aber auch romantische Geschichte die mich durch den Schicksalsschlag von Austins Familie sehr berührt hat. Am Ende hatte ich sogar ein paar Tränchen im Auge.
Schreiben können die zwei (Piper Rayne), auch wenn es um Prinzip schon sehr vorhersehbar ist. Und uns bleibt dieses mal das Einhorn erspart.
Die Geschichte liest sich flüssig und ich mochte Austin und Holly, Austin war mal kein Bad Boy, der nur irgendwelche Frauen flachlegen will, sondern mal ein richtig guter Mann mit einem tollen Charakter.
Ich lese die Bücher des Autorenduos sehr gerne und dieses gefiel mir besonders gut und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung mit einem neuen Bailey-Geschwister.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein unglaublich berührender Roman vor der Kulisse der Nordsee
Das Meer in meinem Zimmer von Jana Scheerer
„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.
Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitraum.
In Rückblenden und aus der Ich-Perspektive berichtet Jolanda von ihrem schwierigen Vater, der psychisch erkrankt ist, Leukämie hatte und letztendlich daran verstorben ist. Zudem neigte er zur Gewalttätigkeit und war besessen von der Suche nach einem untergegangenen Schiff. Mit der schwierigen Lebenssituation ihres Mannes und letztendlich auch seinem Tod kommt Constanze, die Mutter von Jolanda, nicht klar. Sie steht hilflos und teilweise auch kopflos daneben, obwohl sie selbst Psychologin ist. Jolanda muss immer wieder Aufgaben übernehmen, die ihr sehr viel abverlangen, die ihr als Mädchen/junge Frau nicht gerecht werden und sie heillos überfordern.
Letztendlich muss sich die Familie in der neuen Konstellation zurechtfinden und es gibt Hoffnung.
Jana Scheerer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und fesselnden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Jolanda anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Jolanda ist eine starke Protagonistin, die den Leser all ihre Gefühlsebenen durchlaufen lässt. Oft handelt es sich hier um die Hoffnungslosigkeit, aber auch um das Gefühl der Trauer, der Schwere der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit, mit der Jolanda vielen Geschehnissen angeht. Beim Lesen ist diese Schwere oft direkt spürbar und man meint fast, davon erdrückt zu werden. Aber dies macht in meinen Augen auch den Reiz des Romans aus. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre.
Besonders gefallen hat mir auch das Setting des Meeres, das immer wieder auftaucht und oft als Vergleich im Leben der Familie Jellerich herangezogen wird.
Fazit: Ein eindrücklicher Roman mit einer starken und modernen Protagonistin, die vom Verlust des Vaters innerhalb ihrer Familie erzählt und der Neuorientierung dieser.
Es war für mich ein berührendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Jolanda einzutauchen.
Rezensionen von yellowdog:
Zu viel Aufwand bei zu wenig Ertrag
Die Erfindung der Null von Michael Wildenhain
Die Grundidee und Ausgangssituation sind einigermaßen originell und anfangs vielversprechend, insbesondere Mathematik und Philosophie bereichern den literarischen Stoff. Einzelne Passagen sind sorgfältig geschrieben, wen auch etwas spröde. Für meinen Lesegeschmack hätten die Figuren ruhig etwas lebhafter sein können.
Hinzu ist der Einschlag Kriminalfall als Justizdrama nicht gerade packend ausgeführt. Die Genre-Mixture zündet nicht.
Schließlich entsteht das Problem, das man nicht weiß, wohin das ganze führen soll. Oft kann ich nicht folgen und mit zunehmender Lesedauer führt das zu einer gewissen Frustration.
Michael Wildenhain konnte mich mit dem Gesamtergebnis weder inhaltlich noch von der literarischen Struktur voll überzeugen. Schade.
Rezensionen von Marie aus E.:
Megasüß! Bezaubernde Gute-Nacht-Geschichte zum Mitmachen
Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln von Christina Nömer
Fine Fuchs, Benni Bär, Emma Ente und Milo Maus hatten einen schönen Tag und jetzt sind sie richtig müde. Damit sie einschlafen können, brauchen sie aber Hilfe.
Es ist Abend und auf jeder Seite im Buch leuchten die Sterne schön hell (sind ausgestanzte Löcher, die Leuchtquelle ist einmal ganz am Ende des Buches).
Auf jeder Seite wird das Kind aufgefordert: "Pustet du die Sterne an, damit das Füchslein (oder die anderen Tiere) schlafen kann?".
Das Auspusten (hier finde ich die Formulierung "anpusten" etwas unglücklich, wir wollen das Licht der Sterne ja auspusten) der Sterne funktioniert tatsächlich, man muss gar nicht besonders heftig pusten, das bekommen auch schon die Kleinen gut hin. Richtig schön, wenn es erst noch hell ist und dann dunkel wird und alle Tiere schlafen können.
Auch auf Klatschen oder Berührung reagieren die Sterne - man kann also auch variieren. Allerdings hat unser Kind zutreffend bemerkt: aber am Abend wollen wir doch zur Ruhe kommen, da klatschen wir doch nicht mehr wild herum! Auch wieder wahr....
Das Buch besteht aus dicker Pappe, die auch beschichtet ist und damit mal feucht abgewischt werden kann. Die Ecken sind allerdings relativ empfindlich, sie sehen bei uns nach zweimal Anschauen und Pusten schon angestoßen aus, ich hoffe, dass das nicht schlimmer wird.
Die Batterien können mit einem Mini-Schieber auf der Rückseite des Buches auch ausgeschalten werden, das ist praktisch, so halten sie länger und ganz kleine Kinder schaffen es auch im Regelfall nicht, den Schieber selbst zu betätigen.
Das Buch sieht übrigens richtig dick aus, das liegt aber an der technischen Ausstattung und den dicken Seiten, tatsächlich sind es nur vier Doppelseiten, also relativ wenig Lesestoff.
Dafür aber ganz niedliche Illustrationen und ein Gute-Nacht-Ritual soll ja auch nicht ewig dauern.
Empfohlen wird das Buch ab 18 Monaten, ich würde es auch schon etwas früher vorlesen und pusten lassen, denn es ist soooooo schön. Nach oben hin offen, auch ich bin noch völlig verzaubert.
Große Bilderbuchliebe und unbedingte Weiterempfehlung.
Rezensionen von Gaby 2707:
Einfach wunderschön!
Es war einmal: Meine Märchen von Grimm Sandra
Ich habe als Kind Märchen geliebt und lese sie auch heute noch sehr gerne selbst oder ich lese sie unserem kleinen Enkel vor. In diesem Pappbilderbuch bekomme ich die bekanntesten alle in gekürzter Form vorgesetzt.
Von Aschenputtel über die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen, Frau Holle, der Froschkönig, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Schneewitchen und die sieben Zwerge der Gebrüder Grimm bis hin zu das hässliche Entlein und die Prinzessin auf der Erbse von Hans-Christian Andersen.
Sandra Grimm hat die Texte dieser Geschichten kindgerecht und trotzdem modern aufgearbeitet. Dazu die farbenfrohen Bilder von Frau Annika, auf denen es so vieles zu entdecken gibt.
Dieses äußerst stabile Pappbilderbuch mit den dicken fast unkaputtbaren Seiten ist genau das Richtige für unseren kleinen Enkel. Er schaut sich die Bilder selbst an oder bittet mich ihm vorzulesen.
Ein sehr gelungenes Märchenbuch nicht nur für ganz junge Leser. Auch ich blättere immer wieder gerne darin.
Rezensionen von Petra:
ein Müdemachbuch
Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln von Christina Nömer
Klappentext
Emma Ente ist sooo müde, kann aber nicht einschlafen. Fine Fuchs fallen schon fast die Agen zu und Milo Maus warte noch auf seinen Gute-nacht-Kuss. Sobald die Sterne am Himmel leuchten, können alle müden kleine Tiere beruhigt einschlafen. Also: Pustet schnell die Sterne an, damit das Tier gut schlafen kann!
Der Text und die Bilder sind sehr sanft und leicht, genau das Richtige zum einschlafen, dazu kommt diese kleine Mitmachaktion: Pusten damit die Sterne für die kleinen Tierkinder angehen.
Sie sind dann auch für unsere kleinen Mäuse angegangen und wieder aus, danach die gleiche Aktion auf der nächsten Seite. Nach vier Seiten ist das Buch zu Ende und alle können schlafen.
Es ist ein sehr stabiles Pappbilderbuch mit einer dicken Seite in der die Technik versteckt ist. Alles macht einen guten Eindruck so dass das Buch auch einen rabiateren Umgang überlebt.
Es ist hinten mit einem Ein/Aus Schalter versehen und das Batteriefach für eine Knopfzelle ist mit einem zugeschraubten Deckel versehen. Alles ist in der Rückseite eingelassen. So das die kleinen neugierigen Kinderfinger keine Chance hatten.
Wenn man nach dem Einschlafritual nicht vergisst das Buch auszuschalten, sollte die Batterie sehr lange halten. Da die Sterne nur sehr kurz leuchten.
Rezensionen von nanu?!:
Ein bisschen übermotiviert der Gute
Schneewittchen und die sieben Särge von Jürgen Seibold
Robert Mondrian betreibt im beschaulichen Remslingen einen Buchladen. Doch die ländliche Ruhe wird empfindlich gestört, denn gleich im Hinterhof nebenan, wird der Obst- und Gemüsehändler der Vitaminoase vergiftet aufgefunden.
Das Ermitteln hat Robert zwar schon längst an den Nagel gehängt, aber als er erfährt, dass ausgerechnet seine Herzdame - die Besitzerin der Vitaminoase - unter dringendem Mordverdacht steht, bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als den Fall selbst zu lösen.
Das war mein erstes Buch von Jürgen Seibold. Der Autor hat wohl schon eine Menge Krimis veröffentlicht, da dachte ich, es sei nicht schlecht, bei einer neuen Reihe gleich von Anfang an mit dabei zu sein.
Überzeugen konnte mich dieser erste Teil aber leider nicht.
Das lag vor allem an der Hauptfigur die ich nicht wirklich symphatisch fand. Robert Mondrian war wohl vorher so eine Art Bond, ist also bestens durchtrainiert und weiß sich zu verteidigen. Warum niemand von seiner Vergangenheit als Geheimagent wissen darf, habe ich nicht wirklich kapiert, aber die ewige Geheimniskrämerei um seine Person, wirkt schnell eher ermüdend als geheimnisvoll.
Dann ist Robert auch noch einer von der agressiven Sorte. Er zögert nicht seinen Standpunkt mit seinen Fäusten zu verteidigen, und benutzt diese auch bei jeder Gelegenheit. So lässt er auch gerne seine Überlegenheit raushängen, was schnell arrogant rüber kommt.
Viele der restlichen Figuren empfand ich als ein einziges Klischee. Am schlimmsten fand ich da die "Bösen". Sie sind Mitglied in einer Muckibude, haben künstlich aufgepumpte Arme die sie kaum übereinander kreuzen können, fahren alle Motorrad und sind insgesamt nicht sehr helle.
Der Mitarbeiter der Buchhandlung ist ein einziger Nerd, der mit Augenbinde wie Batmans Robin auf Verbrecherjagd geht. Die einzige Frau mit wichtiger Rolle, ist natürlich eine Kampfmaschiene, die die bösen Jungs alleine verkloppt. Der Pubbesitzer der aus Schottland stammt, kocht nicht sehr gut und wenn, dann Haggis oder Undefinierbares.
Für die Rahmenhandlung nimmt der Autor sich ausreichend Zeit. Es gibt viele Statisten die Remslingen lebendig gestalten, die aber auch die eigentliche Handlung ein wenig abbremsen. Mir macht das nichts aus, ich mag es, wenn auch der Hintergrund Gestalt annimmt.
Gleich zu Anfang geht es schon los mit den Ermittlungen, die Leiche wird bereits auf den ersten Seiten gefunden.
Den Plot selbst fand ich ein bisschen platt. Der Buchhändler hangelt sich von Hinweis zu Hinweis, von Prügelei zu Prügelei.
Der angekündigte Humor kommt nur ab und zu zum Vorschein. Der Rückentext verspricht mehr als das Buch halten kann.
Der Stil des Autors ist aber nicht schlecht, flüssig und leicht zu lesen. Ich mochte auch das regionale in dem Buch, die Atmosphäre von Remslingen an sich.
Ich hoffe die Figur des Buchhändlers beruhigt sich ein bisschen in Sachen Selbstvertrauen und der Art, wie er Leute zum Reden bringt. Dann könnte ich mir einen zweiten Teil vorstellen. Im Moment habe ich da aber weniger Lust drauf.
Rezensionen von Schmiesen:
Familienheilung
Ein Sonntag mit Elena von Fabio Geda
"Mit dem Älterwerden geht vieles verloren." Er reckte den Schildkrötenhals. "Vor allem Dinge, von denen wir nicht wussten, dass wir sie haben."
Sein ganzes Leben lang war er als Ingenieur in der Welt unterwegs, doch nun ist er in Rente und seit acht Monaten Witwer. An einem herbstlichen Sonntag wagt er sich an die alte Rezeptesammlung seiner Frau und bereitet für seine älteste Tochter und deren Familie eine Festmahl zu.
Doch die Enkelin bricht sich den Arm, und er bleibt auf dem vielen Essen sitzen. Bei einem Spaziergang begegnet er Elena und ihrem Sohn Gaston, die er spontan zum Essen einlädt - und diese Begegnung wird nicht nur sein Leben verändern.
In Fabio Gedas Erzähperspektive muss man sich erst einmal hineindenken: Da berichtet die mittlere Tochter, Giulia, von Ereignissen, die Elena und der mittlerweile tote Vater ihr nach über 10 Jahren erzählen. Es ist also durchaus nicht so, dass wir in diesem leisen Roman hautnah an den Figuren dran sind. Vielmehr erleben wir alles durch Giulias Theater-geschultes Auge, durch die Brille ihrer eigenen Emotionen und Kindheitserinnerungen. Einerseits ist das faszinierend, andererseits nimmt es der Geschichte ein wenig die Eigenständigkeit. Wer weiß schließlich nach 10 Jahren noch genau, was er wie zu wem gesagt hat, welchen Wein sie getrunken haben, um wie viel Uhr alles stattgefunden hat? Es ist anzunehmen, dass die Erzählerin sich vieles ausgedacht hat, es geschickt inszeniert hat, damit wir Leserinnen es für wahr halten.
Aber das tut der Geschichte gar nicht unbedingt einen Abbruch. Giulias Kindheitserinnerungen mischen sich unter die Begegnung des Vaters (der irgendwie nie einen Namen bekommt, merkwürdig), und vermitteln ein unscharfes, kindliches Bild davon, wie der Vater vielleicht war. Giulia kreidet ihm seine häufigen Abwesenheiten an, die Geliebte in Venezuela, die Einsamkeit der Mutter, die es karrieremäßig richtig zu etwas hätte bringen können - sich aber ohne Murren ganz der Familie verschrieben hat. Sie erzählt kurz und knackig von ihren Geschwistern, von den Eigenarten des Umgangs miteinander. Aber irgendwie verpasst der Autor es, mir ein genaues Bild der innerfamiliären Spannungen zu liefern. Es sind Eindrücke, flüchtige Begegnungen, im Grunde nichts Ungewöhnliches - man arrangiert sich eben. Und dabei wirkten die Eltern nicht einmal unglücklich. Giulia gibt auch zu, alles immer durch eine inszenatorische Brille wahrzunehmen, Menschen Dinge anzulasten, die eigentlich nur ihrer Fantasie entsprungen sind. Es wird deutlich: So richtig miteinander geredet hat diese Familie wohl nie.
Der Vater ist dabei gar kein unsympathischer Typ, im Gegenteil. Vor allem nach dem tragischen Tod seiner Frau ist er völlig auf sich zurückgeworfen . allein in einer Wohnung, in der normalerweise drei Kinder und Marcella auf ihn warteten. So hat er sich die Rente nicht vorgestellt. Er wollte all das nachholen, was er in den Zeiten seiner Abwesenheit verpasst hat. Aber genauso läuft das Leben eben nicht, es lässt sich nichts auf später verschieben. Das ist wohl auch die Kernaussage des Romans: Jeder stirbt, alles ist vergänglich, Einsamkeit ist eine Krankheit, und der Tod eines geliebten Menschen kann einem die Seele aus dem Leib reißen. Aber man kann auch weiterleben, egal, wie unerwartet der Tod kam, und eine Familie kann heilen.
Keinen geringen Anteil an der Heilung von Giulias Familie hat Elena, die trotz des Titels (auf Italienisch übrigens einfach Una Domenica - Ein Sonntag) nur sehr wenig Raum in der Geschichte einnimmt. Giulia berichtet nur von dem einen Sonntagnachmittag, den ihr Vater mit Elena und dem 12-jährigen Gaston verbracht hat, über die späteren Besuche erfährt man nichts. Auch diese kleine Familie hat einige schwere Päckchen zu tragen, und auf ganz subtile Weise helfen sich der Vater und Elena gegenseitig - sie ihm dabei, sich selbst und den anderen zu verzeihen und sich aktiv um seine Familie zu bemühen; er ihr dabei, eine neue berufliche Perspektive zu finden und das Muttersein nicht so eng zu sehen.
Die Geschichte findet auch einen schönen Abschluss, der erstaunlich rund und klischeefrei daherkommt. Das Buch lässt sich wunderbar leicht lesen, einige Gedanken sind einen zweiten Blick wert, und das feine Happy End (trotz diverser Todesfälle, die die Geschichte thematisiert) hinterlässt ein warmes Gefühl. Dennoch würde ich nicht sagen, dass die Geschichte bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird - dafür war sie einfach zu unkonkret. Ein schönes Sommerbuch für einen entspannten Sonntag.
Rezensionen von begine:
Poetisch
Die letzte Sau von Patrick Hofmann
Der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler schreibt mit sprachlicher Lebendigkeit.
In seinem Roman „Der letzte Satz“ geht es um die letzte Zeit im Leben des Komponisten Gustav Mahler. Er war besessen von seiner Arbeit. Auf einer Schiffsfahrt geht es ihm schon schlecht. Er wird von einem Jungen betreut, der immer da ist, wenn er ihn braucht.
Der Autor lässt den Leser im Geist des Meisters teilnehmen.
Allerdings könnte es auch auf jeden Mann gehen. Wenn die Kraft nachlässt und er Angst hat seine Arbeit nicht fertig zu bekommen, macht ihnen Angst. Gustav Mahler war kein einfacher Mensch, es musste alles so sein, wie er es will.
Robert Seethaler hat das enorm gut gemacht.
Der Roman ist ruhig und doch interessant.
Es ist ein lesenswertes Buch.










