Kunden em pfehlungen
Rezensionen von TheUjulala:
Nette Idee - hat mich aber leider nicht überzeugt
Morgaines Erbe von Tanja Neise
Die Autorin Tanja Neise kenne ich schon von ihrer Zeitenmedaillon-Saga und habe sie auch auf der FBM 2019 persönlich kennen gelernt. Ich fand ihren Schreibstil toll und mir hatte auch die etwas andere Darstellung der Protagonistin in der Zeitreise-Trilogie “Das Zeitenmedaillon” gut gefallen. Auch hier handelt es sich um einen Zeitreise-Roman und der Klappentext hatte mich richtig neugierig gemacht und so habe ich mich über das Rezensionsexemplar von Netgalley sehr gefreut.
Coverbild
Das Cover ist wirklich wahnsinnig schön! Auf einem hellem Hintergrund, das einem handgeschöpften Papier anmutet, ist in der Mitte eine filigrane Zeichnung in einer violett-schimmernden Farbe eines kleinen Baumes zu erkennen. Darüber steht der Autorenname, darunter ist der Buchtitel in einer leicht verspielten Antiqua gesetzt. Das ganze Cover wird dazu von feinen Ästen mit kleinen Blättchen in der gleichen Farbe mit Schatteneffekt wie das Bäumchen eingerahmt.
Handlung
Nach dem Tod ihrer Eltern hat Laura Taylor lange mit ihrer Schwester Teresa zusammengelebt, ist aber nun auf die Isle of Wight gezogen. Bei einem Besuch der Schwester machen die beiden einen Ausflug in das zum Museum umfunktionierten Carisbrooke Castle. Dort zieht es die junge Ärztin in verbotene Gemächer, wo sie einen schlafenden Mann entdeckt. Aus einem Impuls heraus küsst sie ihn und nach seinem Erwachen steht ihre Welt plötzlich auf den Kopf. Connor Williams entführt Laura, weil sie seine todkranke Schwester retten soll. Gemeinsam mit Connor landet sie im Jahr 1455 und fühlt sich zu ihm magisch hingezogen.
Buchlayout / eBook
Die Gestaltung des eBooks ist eher schlicht. Das Buch hat ca. 312 und 18 Kapitel mit Prolog und Epilog. Die Kapitel werden nur mit der Nummer und Kapitelnummer gekennzeichnet.
Idee / Plot
Zeitreise-Romane mag ich ja schon immer gerne, umso mehr hat mich der Klappentext richtig neugierig auf die Geschichte gemacht.
Ja klar, wer kennt Diana Gabaldons Outlander-Reihe nicht. Natürlich ist die Thematik nicht neu. Aber mir gefiel die Idee, dass Laura als angebliche Nachfahrin der Fee Morgaine in die Zeit zurück reist, um dort einem Menschen das Leben zu retten, auch wenn das bedeutet, dass sie das Geschehen und damit die Zukunft ändert.
Leider ist der Plot ziemlich linear ausgearbeitet und für mich kommt der Konflikt zwischen der heutigen, modernen Welt und den mittelalterlichen Traditionen und Gepflogenheiten viel zu kurz. Auch wird das Zeitparadoxon in nur einem Satz kurz erwähnt, aber ansonsten nicht mehr behandelt.
Emotionen / Protagonisten
Mit den Protagonisten habe ich große Probleme. Mir sind die Figuren leider viel zu oberflächlich. Laura kommt mir sehr bieder und emotionslos rüber. Sobald sie in die Nähe von Connor kommt, brennen wahrlich alle Sicherungen durch. Mir war von Anfang an klar, dass es eine magische Ursache für diese extreme Anziehungskraft gibt, aber mir war das zum einen zu eindeutig und zum anderen einfach too much. Zumal ich finde, dass mir Laura zu wenig kritisch war und zu wenig reflektierte. Sie nahm mir alle Vorkommen regelrecht emotionslos hin. Auch hinterfragte sie kaum, wie die Zeitreise funktioniert, genauso wie sie sich irgendwie so gar nicht für die Burg und für das Leben im Mittelalter interessierte.
Auch zu Connor konnte ich überhaupt keine Beziehung aufbauen. Mir hat hier ebenfalls wie bei Laura, die Tiefe gefehlt. Seine Anziehung zu Laura konnte ich überhaupt nicht spüren. Er hatte für mich weder Kanten noch Macken.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Handlungsaufbau ist sehr linear und die Spannung bleibt für mich eher aus. Die erste Hälfte zieht sich für mich enorm. Ja, sie ist in die Zeit zurückgereist, aber Laura wirkt auf mich teilweise lethargisch, da sie so gar kein Interesse für die Zeit, die Konflikte, das Leben und die Politik von 1455 und speziell der Umgebung und der Bewohner auf der Isle of Wight entwickelt. Sie lebt wochenlang auf der Burg und sie unternimmt nichts und ist nur auf Connor fixiert. Bei 50% passierte dann etwas, was aber für mich von der Protagonistin sehr rational dargestellt wurde. Hier fehlte mir wirklich ein emotionales Auf und Ab.
Schade finde ich auch, dass der Antagonist vorher nie wirklich erwähnt wurde und wir als Leser die Konflikte zwischen Connor und ihm nicht auch schon vorher mal in irgendeiner Art und Weise miterleben konnten. Doch auch nach den 50% plätschert die Handlung für mich leider nur weiter und plötzlich ist Laura zurück in der Gegenwart und bleibt leider lethargisch. Erst ihre Schwester knallt uns Lesern in den letzten 30 Seiten die komplette Auflösung aller aufgestauten Fragen entgegen, wobei mir die Verbindung zu Morgaine einfach viel zu kurz ist und im gesamten Buch gar nicht wirklich Thema war.
Szenerie / Setting
Tanja Neise kann die Umgebung gut beschreiben und ich konnte mir alles gut vorstellen. Leider habe ich zu wenig Einblick in das harte Leben in einer Burg im Mittelalter und geschichtlichen Hintergründe auf der Kanalinsel erhalten.
Sprache / Schreibstil
Tanja Neise schreibt schön ausführlich und hat einen abwechslungsreichen Wortschatz, den sie auch oft in längeren Sätzen verwendet.
Die Geschichte wird als Ich-Erzähler aus Lauras Perspektive im Präsens erzählt. Aber viele Behauptungen von Laura hätte ich gerne selber miterlebt. Hier passt wohl der Spruch “Show, don’t tell” ganz gut. Wahrscheinlich konnte ich deswegen auch keinen wirklichen Bezug zu den Protagonisten aufbauen und wirkte vieles auf mich doch oberflächlich.
FAZIT
Leider hat mich die Geschichte nicht so mitgenommen und überzeugt. Die Idee ist wirklich nett, aber ich konnte irgendwie keine Beziehung zu den Personen aufbauen und die Handlung wirkte auf mich sehr linear und wenig abwechslungsreich.
Rezensionen von TheUjulala:
Nach starkem Anfang leider auch stark nachgelassen - Nette Liebesgeschichte ohne Tiefe.
Kissing Chloe Brown von Hibbert Talia
Dieses Buch war schon gleich beim ersten Türchen im Adventskalender von NetGalleyDE zu finden. Die Beschreibung hatte mir super gut gefallen und ich habe das Türchen geöffnet. Ich danke NetGalley Deutschland und dem Verlag Forever by Ullstein für das Rezensionsexemplar.
Coverbild
Das Cover ist typisch aber auch witzig gestaltet.
Auf einem beigen Hintergrund ist in großer Handschrift der Buchtitel geschrieben. Darüber verstreuen sich Herzen in verschiedenen Rottönen. Auf der linken Hälfte sieht man eine weibliche, dunkelhäutige Person. Es ist klar erkennbar, dass es sich um einen Liebesroman handelt.
Handlung
Die an Fibromyalgie leidende Webdesignerin Chloe Brown möchte Ihr Leben wieder in den Griff bekommen und versucht, durch einen Umzug in eine eigene Wohnung, aus der geschützten Umgebung ihrer Familie auszubrechen. Um die Schritte in ihr neues Leben zu planen benutzt sie ihre heißgeliebten Listen.
Redford Morgan ist der Hausmeister in dem Wohnkomplex ihrer neuen Wohnung und ihr Nachbar. Der blonde Macho ist aber Chloe gegenüber abweisend und sie begegnet ihm auch mit entsprechender Zickigkeit. Aber er scheint nur den harten Kerl zu spielen und natürlich lernen sie sich näher kennen.
Buchlayout / eBook
Das eBook ist schlicht gestaltet. Die 400 Seiten werden in 25 Kapitel mit Prolog und Epilog eingeteilt. Die Perspektivenwechsel werden mit kleinen Sternchen optisch voneinander getrennt. Leider ist das Buch bei 88% beendet. Danach reihen sich ziemlich viele Leseproben aneinander.
Idee / Plot
Ich mag ja gerne Drama-Romances, auch gerne mit etwas mehr expliziten Stellen. Und auch gerne mit Protagonisten, die es im Leben nicht einfach haben. Deswegen gefiel mir hier auch die Idee des Sexy Diverse Romances, für die Talia Hibbert auch bekannt ist.
Definitiv ein interessantes Thema: Eine chronisch kranke Frau die sich wegen ihres Handicaps aus Sarkasmus einen Schutzwall vor Verletzungen aufgebaut hat, trifft auf einen Rockertypen, der sich ihr gegenüber erst mal argwöhnisch und abweisend verhält. Eigentlich passen sie beide nicht zueinander und stammen auch aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Aber so wirklich ist dies in dem Buch nicht ausgearbeitet, sondern nur leicht angekratzt worden.
Emotionen / Protagonisten
Chloe Brown hat schon ein hartes Schicksal. Die Fibromyalgie hat sie fest im Griff. Aber ich kann es sehr gut verstehen, dass sie aus ihrem behüteten Kokon ausbrechen will. Auch wenn ihr Sarkasmus ihr Schutzwall ist, haben mir die herrlich komischen Beschreibungen ihrer Schritte in das neue Leben und ihre Schlagabtausche mit Red super gut gefallen.
Auch Red hat seine Vergangenheit, die ihm wie eine schwere Last auf den Schultern liegt, und ihn nach außen hin als harten Kerl darstellen lässt. Bei Red hatte ich aber arge Probleme ihn wirklich greifen zu können. er sprach immer von seiner Last, von seiner miesen Vergangenheit. Das kommt aber irgendwie sehr spät zur Sprache und wird mir leider viel zu nebensächlich und zu kurz abgehandelt. Da hätte ich mir mehr erwartet.
Anfangs fand ich den Beziehungsaufbau toll und die Funken habe ich richtig gespürt. Aber irgendwie baute sich das Prickeln meiner Meinung nach recht schnell wieder ab, was wohl vor allem aber auch am Dirty-talk lag, der ab Mitte des Buches überhand genommen hat.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Anfang war super witzig und hat mir gut gefallen, die sarkastisch-flapsigen Begegnungen mit Red und Chloes schrägen Versuche, ihr Leben zu meistern, hatten mich sehr begeistert. Doch irgendwie war auch die romantische Spannung recht bald verflogen. Aus prickelnden Szenen wurden dann schnell explizite, bei denen ich eigentlich kein Problem gehabt hätte, mich aber der Dirty-talk am Ende doch gestört hat.
Ab der Mitte des Buches fand ich dann den Handlungsaufbau leider schwach. Die Probleme der Protagnoisten waren in den Hintergrund gerückt und es ging dann irgendwie nur noch um Sex und der Spannungsbogen war gleich null. Es wurde dann auch schnell von Liebe und Heirat gesprochen. Die vielen Wiederholungen der Gedanken, wie ach so sehr sie sich doch lieben war mir dann einfach too much. Auch die expliziten Szenen waren dann einfach nur derb.
Mir ist bewusst, dass die Autorin das so gestalten musste, damit der Plottwist dann auch eine entsprechende Wirkung zeigen kann. Der kam aber leider sehr spät und war meiner Meinung nach doch recht mau. Und die Auflösung kam auch bald und war dann auch eher unspektakulär. Da hätte ich mir viel mehr Drama gewünscht.
Szenerie / Setting
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, in welcher Stadt von England wir uns befinden. Es ist zwar öfter die Stadt London im Gespräch gewesen, aber auch wenn die Autorin die Stadt erwähnt hat, war das so unscheinbar, dass ich es mir nicht gemerkt habe. Ansonsten kann die Autorin die Umgebung ganz gut darstellen, und ich konnte mir alles gut vorstellen.
Sprache / Schreibstil
Talia Hibbert benutzt eine außerordentlich metaphernreiche Sprache und schreibt sehr humorvoll und erfrischend. Bei den expliziten Szenen hätte ich den Dirty-talk nicht gebraucht. Am Anfang war es okay, Bei jeder weiteren Szene hat es mich dann irgendwie gestört. Ich fand es für einen Beziehungsaufbau zu den Protagonisten nicht förderlich.
Schön finde ich den in einem Kapitel mehrfachen Perspektivenwechsel zwischen Chloe und Red, so hat man von beiden Seiten genug Einblick in die Gedankenwelt erfahren. Talia Hibbert schreibt beide Perspektiven als Personaler Erzähler im Präteritum. Sprachlich fand ich das Buch wirklich toll und hat mir sehr gut gefallen!
FAZIT
Starker Anfang, hat aber dann schnell nachgelassen. Handlungstechnisch hätte ich mir mehr Tiefe, mehr Drama gewünscht. Eine nette Liebesgeschichte - manchmal etwas zu derb, aber ohne bei mir wirklich große Gefühle auszulösen.
Rezensionen von Katja:
Genau das ist für mich New Adult
Love Is Wild - Uns gehört die Welt von Kathinka Engel
Inhalt: Curtis hat seit dem Tod seiner Eltern Probleme seine Gefühle unter Kontrolle zu haben. Dabei weiß er eigentlich ganz genau was er möchte und zwar Amory. Amory ist seine Mitbewohnerin und sie hatten bereits eine lockere Sex-Affäre die dann allerdings zerbrach, nun ist sie mit einem ihrer Kollegen zusammen und Curtis kann dies nicht so richtig akzeptieren.
...
Das Buch ist der dritte Teil einer wunderbaren Reihe und auch ein gelungener Abschluss dieser.
Nachdem mich der zweite Band der Reihe nicht ganz so überzeugen konnte, hatte ich eigentlich keine allzu großen Hoffnungen mehr in diesen Band gesetzt. Allerdings wurde ich positiv überrascht.
Curtis und Amory harmonieren so gut zusammen, dass man das Buch einfach gernhaben muss. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Amory und Curtis erzählt, was ich sehr toll fand denn so bekam ich als Leser sogleich einen Bezug zu den Beiden. Ebenfalls schaffte es Kathinka die Band und auch deren Erfolg wieder gut in die Geschichte einzubinden. Es macht einfach Spaß zu lesen und deshalb finde ich es schade nun von all den tollen Charakteren Abschied nehmen zu müssen.
Für mich zeichnet genau so eine Geschichte das Genre New Adult aus. Es gibt ein ernstes Thema das nicht einfach unter den Tisch gekehrt wird, sondern thematisiert wird. Aber gab es auch emotionale Sätze und eine sich aufbauende Liebesgeschicht die nicht einfach so passierte, sondern sich erst entwickeln muss.
Fazit: Ein sehr gut geschriebenes Buch, das den Abschied aus New Orlands nur noch schwerer machte.
Rezensionen von Petra:
ungewöhnliche Freundschaft
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
Klappentext
Margery Benson hat einen großen Traum: den goldenen Käfer in Neukaledonien zu finden, den ihr Vater ihr einst in einem Naturkundebuch gezeigt hat. Doch dieser Traum ist über die Jahre hin genauso verdorrt wie Margery selbst. Bis an einem grauen Londoner Morgen mit einem Schlag alles anders wird.
Kurz darauf findet sich Margery auf einem Dampfer nach Australien wieder, an ihrer Seite die junge Enid Pretty. Die plapperhafte Sexbombe ist nicht gerade das, was sich Margery als seriöse Begleitung auf ihrer Expedition vorgestellt hat. Doch auch Enid hat ein Geheimnis und hegt einen Traum. Zusammen begeben sich die beiden ungleichen Frauen in ein Abenteuer, das die kühnsten Erwartungen übertrifft.
Eine hinreißende Geschichte über Freundschaft und Freiheit: Wie wir den Mut finden, an Träume zu glauben und einander zu helfen, sie zu verwirklichen.
Meinung
Diese Freundschaft ist ungewöhnlich. Denn wer hätte je gedacht das zwei so verschiedene Frauen in dieser Zeit Freundinnen werden können.
Normalerweise haben sie keine Berührungspunkte. Der Gedanke an die Forschungsreise ist eher der Verzweiflung geschuldet als ein unerfüllter Traum. Aber alles entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Abenteuer der besonderen Art.
Wir Leser haben das Vergnügen diese Entwicklung beobachten zu dürfen.
Wir sind die Forscher, wir erforschen zwei Frauen die aus verschiedenen Welten stammen, ganz unterschiedliche Ansichten haben und unter normalen Umständen nie miteinander geredet hätten.
Wie zwei unterschiedliche Pole bewegen sich Margery und Enid auf einander zu. Jede muss bei jedem kleinen Schritt etwas von ihrer Persönlichkeit in Frage stellen und die andere Seite beachten.
Ein Beispiel ist diese Textstelle: Ich habe dir nicht geholfen weil ich kein Blut sehen kann; sehr schwierige Situation wenn man eine Frau ist. Diese feine Ironie findet man öfter in diesem Buch. Die Autorin hat mit viel Liebe ihre Figuren gezeichnet. Auch die unwichtigste Nebendarstellerin bekommt einen Hauch von Originalität sodas sie unverkennbar wird.
Mit einem Satz entsteht Authentizität, obwohl es ein Roman ist kann man sich vorstellen, es ist so und nicht anders geschehen irgendwann in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Beim Lesen entsteht ein warmes Gefühl. Man ist in diese Freundschaft mit eingebunden, gehört dazu und darf die Abenteuer zu mindestens im Kopf mit erleben.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Erschreckende Mahnung
Sag die Wahrheit, auch wenn deine Stimme zittert von Galizia Daphne Caruana
Dieser Roman umfasst die Recherchen der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia. Bis kurz vor ihren Tod durch eine Autobombe hatte sie die Zustände auf Malta angeprangert. Da das Buch durch ihre Söhne fertig gestellt wurde, ist es als fehle etwas um das Ganze rund zu machen. Es ist eine Ansammlung an Artikeln, gegliedert in unterschiedliche Themen.
Es zeigt auf, mahnt an, trägt Daphnes Botschaften weiter.
Die Themen dieses Buches sind sehr bedeutend und nicht nur auf Malta begrenzt. Es geht um Korruption, Zensur und Bedrohung von Journalisten, Verschwörungen und Geldwäsche. Das politische System Maltas ist durchwachsen davon. Die gesammelten Fakten sind unglaublich, spannend und informativ. Es ist hilfreich, die einführenden Worte der Söhne zu lesen, die jedem Kapitel vorstehen. Sie fassen die Inhalte der Kapitel auch gut zusammen. Dabei werden persönliche Erinnerungen über Daphne als private Person miteingebaut. Das ist eine berührende Ergänzung zu den Fakten. Durch die unterschiedliche Formatierung der Texte wird meistens erkennbar, ob es gerade Daphnes Texte oder die ihrer Söhne sind. Andere Textstellen lassen sich schwerer zuordnen. Insgesamt lässt sich das Buch nicht so weg lesen. Es muss nach und nach gelesen und verstanden werden.
Bemerkenswerte Darstellung der Arbeit der ermordeten Journalistin, spannende Fakten und berührende Erinnerungen an sie als Mensch.
Rezensionen von Tara:
Historischer Roman über Kinderheilkunde und die erste Liebe
Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder von Antonia Blum
„Zeit der Wunder“ ist der erste Band der „Kinderklinik Weißensee“- Reihe und das gelungene Debüt der Autorin Antonia Blum.
Nachdem die beiden Schwestern Marlene und Emma Lindow viel zu früh erleben müssen, wie ihre Mutter stirbt, wachsen sie in einem Waisenhaus auf. Als sich ihnen im Anschluss die Möglichkeit bietet gemeinsam als Lernschwestern in der Kinderklinik Weißenau anzufangen, können sie ihr Glück kaum fassen.
Während Emma voll und ganz in der Betreuung und Pflege der kleinen Patienten aufgeht, ist Marlene wissbegierig und möchte alles bis ins kleinste Detail über Kinderheilkunde erfahren. Gleichzeitig hat sie sich in den Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert verliebt und auch Emma macht erste Erfahrungen in der Liebe.
Der Schreibstil von Antonia Blum ist angenehm und lässt sich schnell und einfach lesen. Sie beschreibt ihre Charaktere sehr detailliert, sie wirken lebendig und authentisch. Die beiden Schwestern könnten kaum unterschiedlicher sein – Marlene ist offen und geht aus sich heraus, während Emma schüchtern und zurückhaltend ist - und auch die übrigen Personen werden facettenreich und interessant dargestellt. Dabei gibt es – wie im echten Leben – sowohl liebenswerte als auch ausgesprochen unsympathische Charaktere. Während Emma und Marlene es keineswegs immer leicht im Leben hatten, wird anderen alles in die Wiege gelegt, aber es wird deutlich, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen.
Die Beschreibung des Klinikalltags hat mich direkt um 100 Jahre zurückversetzt. Die Mischung aus dem Privatleben der Schwestern und den Vorkommnissen im Krankenhaus ist ausgewogen, die medizinischen Details interessant und die Verknüpfung von Fiktion und Realität gut gelungen.
Mir hat dieser erste Band sehr gut gefallen und auch das Ende ist rund und stimmig, so dass die wichtigsten Fragen geklärt wurden, ich nun aber trotzdem gespannt auf die Fortsetzung warte.
Rezensionen von Meli:
Unendlich viele Wiederholungen
Unendlich funkenhell von Michelle Schrenk
Amy hat immer wieder seltsame Visionen, in denen sie verschiedene Menschen sieht, und als sie den attraktiven Louis kennenlernt, werden es noch mehr. Sie versucht, herauszufinden, was es mit diesen Bildern auf sich hat und was Louis damit zu tun hat. Zur gleichen Zeit wie Louis kommt noch ein anderer neuer Junge in die Klasse: Nathan, der Louis schon kennt und ihn überhaupt nicht leiden kann.
Die drei haben mehr gemeinsam als Amy zunächst ahnt.
Die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Bei Amy und Louis ist es ein ewiges Hin und Her der Gefühle. Ich hatte da fast das ganze Buch über das Gefühl, ich würde immer wieder die gleiche Szene lesen: Amy unternimmt etwas mit ihren Freunden, Nathan ist dabei, Louis taucht mit einem anderen Mädchen dort auf. Und dann ist Louis eifersüchtig und Amy ebenfalls. Sie reden etwas miteinander und kommen sich näher. Und dann beginnt das von vorne, immer und immer wieder.
Zum Ende hin wurde das Buch schon etwas interessanter, aber die Fantasy-Geschichte wurde auch immer komplizierter. Es gab schon ein paar Ideen in diesem Buch, die mir gut gefallen haben, doch das langsame Tempo und die ständigen Wiederholungen haben die Geschichte wirklich ausgebremst und ihr alle Spannung genommen. Die meisten Dinge konnte man sich auch viel schneller zusammenreimen als die Protagonisten und vieles ist auch so offensichtlich, sodass Amy auch wieder schwer von Begriff scheint. Die Handlung war jetzt nicht allzu originell oder außergewöhnlich, aber sie hätte durchaus das Potenzial gehabt, ein bisschen besser zu sein.
Fazit
"Unendlich Funkenhell" hat mir wegen der vielen Wiederholungen leider nicht so gut gefallen, auch wenn ich einige Ideen schon sehr interessant fand. Die Liebesgeschichte fand ich leider auch eher anstrengend statt spannend.
Rezensionen von Tara:
Wenn Träume lebendig werden
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
„Miss Bensons Reise“ ist ein bezaubernder Roman der britischen Autorin und Schauspielerin Rachel Joyce.
Seit Magery Benson zehn Jahre alt war, träumte sie davon, den Goldenen Käfer vom Neukaledonien zu finden. Aber wie das so mit unerfüllten Träumen ist, sie beginnen zu verblassen, genau wie auch Magery Benson im Laufe der Jahre immer blasser und unscheinbarer wurde.
Mit Mitte vierzig beschließt sie – nachdem sie in ihrem Unterricht von ihren Schülerinnen lächerlich gemacht wurde - sich auf die Reise nach Neukaledonien zu begeben, um dort den goldenen Käfer zu finden. Enid Pretty soll sie begleiten und mit ihr reisen. Enid ist das krasse Gegenteil von Miss Benson, sowohl äußerlich als vom Charakter her. Aber die beiden haben eines gemeinsam, sie haben beiden einen Traum.
Der Schreibstil von Rachel Joyce ist grandios und ich bin nur so durch die Seiten durchgeflogen. Einiges ist total überzogen, klischeehaft und nicht alles ist realistisch aber gerade dadurch ausgesprochen amüsant. Gemeinsam erleben die Protagonistinnen auf ihrer Reise so einige Abenteuer und man erfährt auch eine Menge aus ihrer Vergangenheit. Das Ganze ergibt eine ausgewogene Mischung aus bewegenden, traurigen, spannenden aber auch lustigen Momenten und Erlebnissen.
Bisher hatte ich keine Vorstellung von Neukaledonien, aber die Natur wurde während des Lesens vor meinen Augen lebendig und ich habe auch einige Fakten über Käfer aus diesem Buch mitgenommen.
Thematisch werden hier zahlreiche Themen angesprochen - Freundschaft, Zusammenhalt, Mut Träume und vieles mehr. Es fordert auf, einfach mal die Perspektive zu wechseln und seine Träume lebendig werden zu lassen.
Mich hat das Buch bestens unterhalten. Ich wurde mehrfach überrascht und kann es nur empfehlen.
Rezensionen von S.:
Was ist wichtig?
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
London, 1950. Zu viel. Es ist zu viel, es reicht. Lehrerin Margery schmeißt hin und nimmt einen Kindheitstraum in Angriff: den sagenhaften Goldenen Käfer finden. In Neukaledonien! Aber nicht allein, ein Assistent wird gebraucht. Die chaotische Enid soll mit, aber: „... wenn Margery Enid lautlos und unbemerkt hätte um die Ecke bringen können, dann hätte sie es getan.
Sie redete ununterbrochen.“
Viele unerwartete Schwierigkeiten treten auf.
Rachel Joyce beschreibt die Suche nach einem Käfer! Gibt es Langweiligeres? Dachte ich. Ein Irrtum, geht es doch um Miss Benson, ihre Begleitung und ihre Unternehmungen. Eine Krise löst die nächste ab, stets scheint die Jagd zu scheitern.
Was die Frauen erleben, wird spannend geschildert, geschickt eingebaut sind winzige Details, lange Listen, Naturbeschreibungen, menschliche Schwächen, Zeitgeschichtliches. Am beeindruckendsten aber ist die Entwicklung dieser Miss Benson, anfänglich eine unsichere, mutlose Frau zu einer Persönlichkeit. Eine teils vergnügliche, teils tragische, aber immer faszinierende Lektüre.
Roman aus dem Englischen von Maria Andreas, verlegt von Fischer Krüger.
Rezensionen von begine:
Die große Liebe.
Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten von Dimitri Verhulst
Der flämische Schriftsteller Dimitri Verhulst schreibt mit ungewöhnlichem Stil.
Der Roman „Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten“ hat einen besonders eigenartigen Protagonisten.
Pierre holt Sonny den schwer behinderten Sohn seiner Freundin aus dem Heim an. Er fährt mit ihm in die Provence und erzählt ihm von seiner großen Liebe.
Es sind einseitige Dialoge, da Sonny nicht reagieren kann.
Der Autor versteht es den Leser in seinen Bann zu ziehen. Er zeigt eine besondere Beziehung.
Ausdrucksstarke Unterhaltung, die ich gerne weiter empfehle.










