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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Claudia R:

skurril, humorvoll und spannend

Tinte & Siegel von Kevin Hearne

Klappentext:

»Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner noch zu retten ist.« Al MacBharrais
Al MacBharrais ist gesegnet. Gesegnet mit einem ungewöhnlich schönen Schnurrbart, einem Sinn für kunstvoll gemixte Cocktails – vor allem aber mit einem einzigartigen magischen Talent.

Er schreibt mit Geheimtinte kraftvolle Zaubersprüche. Und als ehrbarer Schotte setzt er alles daran, unsere Welt vor den schurkischen Knechten verschiedener Pantheons zu beschützen, im Besonderen vor Feenwesen, die alles andere als nett sind.

Cover:

Das Cover ist sehr schön gestaltet und sticht durch die verschiedenen Elemente, welche zum Teil durch den Druck hervorgehoben sind, auch sehr heraus. Viele kleine Details, wie ein Totenkopf, ein Tintenfässchen, ein Hut, sowie Schreibfedern sind hier bei näherer Betrachtung zu erkennen. Besonders die Schrift des Titels ist hier hervorgehoben.

Meinung:

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Magie und Humor spielen hier eine große Rolle.

Feen, Goblins und Trolle gibt es nicht? dann lass dich hier eines besseren Belehren.

Al MacBarrais ist ein Siegelagent und kontrolliert das magische Leben und versteht es mit Tinte kraftvolle Zaubersprüche zu malen. Doch sein Zauberlehrling ist in einen Feenhandelring verwickelt und nun ist es an Al MacBarrais diesen hochzunehmen.

Doch zu viel vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, denn diese zauberhafte Fantasy-Geschichte ist es wert selbst entdeckt zu werden.

Die Charaktere werden mit all ihren Ecken und Kanten beschrieben, teils sind diese auch ein wenig skurril, aber dennoch liebevoll dabei beschrieben. Bildhafte Beschreibungen und skurrile Situationen machen das Ganze sehr unterhaltsam. Der Humor kommt hier keinesfalls zu kurz.

Zu Beginn habe ich mich jedoch ein wenig schwer getan mit all den irischen Begriffen und Namen, aber zum Glück gibt es im Anhang ein Glossar, welches ganz gut einzelne Begriffe erklärt und an dieser Stelle recht hilfreich ist.

Dennoch machen es einem, die doch recht außergewöhnlichen Namen, nicht ganz leicht.

Die Story selbst ist sehr gut durchdacht, spannend und unterhaltsame gestaltet, mit der richtigen Portion an Humor. Fantasy, Magie, Charme und Witz, sowie irischer/schottischen Humor, stehen hier im Einklang zusammen und runden die Geschichte gut ab.

Auch das schottische Setting hat mir hier sehr gut gefallen und ein wenig schottische Flair wird auch hier sehr gut rüber gebracht. Die bildlichen Beschreibungen lassen teils die Dinge direkt vor den Augen des Lesers erscheinen. Bildliche Beschreibungen machen hier die tolle Leseatmosphäre aus.

Auch die Handlungen und Geschehnisse sind glaubhaft beschrieben und so kann man diese sehr gut nachvollziehen. Dieser Auftakt in eine neue irisch/schottische Fantasy Reihe ist sehr gut gelungen und ich bin sehr gespannt auf die noch folgenden Bände.

Fazit:

Skurrile, spannende und humorvolle Fantasy-Geschichte, der etwas anderen Art.

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Rezensionen von Monika:

Fantastisch

Tinte & Siegel von Kevin Hearne

Cassia hasst sich selbst, da sie in der Vergangenheit viele Menschen verraten hat und viele wegen ihr gestorben sind.Jeder hasst Cassia dafür, außer Melina, die im sterben liegt. Nun ist sie die einzige Hoffnung, um das Land zu retten und ausgerechnet Robin, dr sie über alles hasst, begleitet sie.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen. Die Portagonisten gefallen mir sehr gut. Obwohl "das Lied der Bücherwelt" der dritte Teil der "Fabula Magicae"-Reihe ist, ist kein Vorwissen aus den ersten beiden Bänden nötig. Man muss die ersten beiden Bände nicht gelesen haben.

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Rezensionen von Petra:

mehr als erwartet

Meine ferne Schwester von Lennox Judith

lappentext

London, 1938: Während Rowan von einer Party zur nächsten treibt, arbeitet ihre jüngere Schwester Thea hart, um später studieren zu können. Trotz aller Unterschiede stehen sich die beiden sehr nahe, vor allem seit jenem tragischen Unfall in ihrer Kindheit, bei dem ihre Mutter starb und Rowan Thea das Leben rettete.

Doch Thea merkt, dass ihre Schwester ihr nie die ganze Wahrheit über den Unfall erzählt hat, ein Geheimnis überschattet ihre Beziehung. Erst als der Zweite Weltkrieg ausbricht und sie in große Gefahr geraten, bahnt sich die Wahrheit ihren Weg – und Thea erfährt von der Schuld, die seit damals auf Rowan lastet.

Meinung

Der Klappentext ist irreführend. Es scheint sich wieder um Schwestern in der Zeit zwischen den Kriegen und dem 2. Weltkrieg zu handeln.
Aber das Buch ist viel mehr. Vielschichtiger, mehr Protagonisten und mehr heikle Themen.
Bis sich diese Themen zeigen ist es schwierig in das Buch hinein zu finden. Dann nach knapp 100 Seiten offenbart sich der Aufhänger der Geschichte. Von jetzt auf gleich kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, wie konnte man an dem Buch zweifeln, auf einmal ist es so spannend das ich es in einem Rutsch durch gelesen habe.
Der Schreibstil ist wie gewohnt, eher ruhig, genau wie man sich das Leben der Frauen in dieser Zeit vorgestellt hat. Entweder gutsituierte Hausfrauen die ihrem Mann ein behagliches Heim schaffen, oder Frauen die zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Man darf nicht vergessen, es ist die Zeit in der Frauen sehr hart um ihre Rechte in England kämpfen mussten. Das Vertrauen in die Ehemänner war ihnen in die Wiege gelegt worden.
Die Autorin beleuchtet das Leben der Frauen in England in dieser Zeit der Umbrüche von allen Seiten. Jedes Buch ist daher neu mit einem altem Thema

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Rezensionen von yellowdog:

Erzählerisch ausgestaltete Essays

Betrachtungen einer Barbarin von Asal Dardan

Asal Dardan schreibt in Betrachtungen einer Barbarin erzählerisch ausgestaltete Essays, die überwiegend sehr geschickt und schön gemacht sind. Gelegentlich nimmt sie Bezüge auf politische Geschehnisse, meistens orientiert sie sich an ihren eigenen Lebenserfahrungen. Das sind das die stärksten Abschnitte im Buch.

Asal Dardan hat mit ihren Eltern den Iran verlassen als sie 1 Jahr alt war und wuchs in Köln und Bonn auf. Es gab Aufenthalte in Atlanta, USA und Sardinien und sie lebte als junge Mutter einige Jahre in Öland, Schweden bevor sie nach Deutschland zurückkehrte.

Viele ihrer Themen handeln vom Exil, Fremdheit, Identität, Vorurteilen und von Diversität und Migration. In ihrer Gesamtheit halte ich Asal Dardans Essays für sehr relevant.

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Rezensionen von nil.salditt@googlemail.com:

Verführt durch Geld und angestachelt

Krass von Martin Mosebach

Für mich ist Martin Mosebach, einer DER Gegenwartsautoren überhaupt. Ein Könner seines Fachs, kaum einer spielt so gut mit der Sprache und offenbart uns damit was Literatur sprachgewaltig bei uns als Leser auslösen kann.
Sein neustes Werk heißt nicht nur „Krass“ sondern offenbart auch krasses, wobei hier eigentlich eine Person im Roman gemeint ist: Krass, der Waffenhändler.

Wir betrachten das Szenario aus der Brille des Dr. Jüngel. Ihn engagiert Krass als begleitende Reiseleitung nach Neapel, ein sonst arbeitsloser Kunsthistoriker. Dann wird noch eine Escortdame hinzugenommen, die aber den widersinnigen Auftrag hat mit niemandem auf dieser Reise zu schlafen. Der Roman knistert förmlich vor sich hin, nach jeder Seite denkt man und nun geschieht was ungeheuerliches und ….es bleibt aus….
Was sich zu Beginn noch als teuflische Verführung gibt, endet im Gegenteil. Dr. Jüngel wird bis 18 Jahre später noch beeinflusst sein von seiner Begegnung und Verbandelung mit Krass, der es wiederum nicht überlebt.
Wer diesen Roman zur Hand nimmt, tut dies für gute Prosa und wird es lieben. Hier werden Abgründe des Geldes und Verwirrungen der Seelen aufgezeigt. Kantige Sätze treffen ins Schwarze wie fliegende Pfeile. Mir hat der Roman äußerst gut gefallen. Eine Leseempfehlung für alle die mehr als 500 Seiten gute Literatur vertragen!

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Rezensionen von Tara:

Beeindruckend, aber nicht ganz einfach

Otmars Söhne von Peter Buwalda

„Otmars Söhne“ ist der erste Teil einer Trilogie des belgischen in Amsterdam lebenden Autors Peter Buwalda.

Dolf ist ohne seinen Vater aufgewachsen, da dieser seine Mutter schon vor seiner Geburt sitzen ließ. Er vermisst ihn auch nicht, da seine Mutter nur abwertend über ihn berichtet. Als Dolf zehn Jahre ist, lernt seine Mutter Otmar kennen, der für ihn zum Vater wird.

Dolf wächst gemeinsam mit seinen beiden Stiefgeschwistern auf.

Es folgt eine ungewöhnliche Familiengeschichte. Eigentlich ist eine Patchworkfamilie heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr, aber in dieser Konstellation und mit diesen Hintergründen, ist sie es dann irgendwie doch.

Die Ereignisse des Romans werden nicht chronologisch erzählt. Der Autor wechselt die Schauplätze und Zeiten ohne Ankündigung. Als Kapitelüberschriften gibt es lediglich Ziffern, die interessanterweise rückwärts von 111 bis 75 gehen.

Die Charaktere sind jeder für sich interessant, aber auch ein wenig schräg. Trotzdem wirken sie authentisch, ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar.
Peter Buwalda hat aus einer ganz normalen Familiengeschichte ein beeindruckendes Leseerlebnis gemacht, das aber nicht immer ganz einfach zu lesen ist. Neben der Familie, dem Zusammenfinden der neuen Familie und der Suche nach dem Erzeuger, der Reise in die eigene Vergangenheit und der Selbstfindung, geht es um Verantwortung und die eigene Identität. Damit wird hier auf ein umfassendes Spektrum zugegriffen, das nicht immer einfach zu erfassen ist.

Fazit: Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, ebenso tiefgründig wie beeindruckend.

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Rezensionen von nil.salditt@googlemail.com:

Zu Kitschig

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder von Antonia Blum

Durch den Boom von historischen Krankenhaus-Büchern, wie die Bestseller-Reihen um die Charité (Ulrike Schweikert) oder „Die Hafen-Schwester“ (Melanie Metzenthin), möchten natürlich auch andere Verlage was vom Kuchen abhaben und hier finden wir uns nun in der „Kinderklinik Weißensee“ von Antonia Blum wieder, auch eine Reihe, die auf zwei Bände angelegt ist.

Spannend an dieser Reihe ist die Verknüpfung mit einem realen Vorbild (wie auch bei der Charité). Gibt es uns doch einen historischen Einblick in die erste und modernste Kinderklinik Europas im Jahre 1911 in Preußen! Der Fokus dieses Romans liegt aber ganz klar auf der persönlichen Entwicklung zweiter Schwestern, Marlene und Emma Lindow, die hier als Lehrschwestern beginnen. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein und natürlich gibt es viele Situationen in denen sie über sich hinauswachsen. So will die eine gar Kinderärztin werden und die andere Verschreibt sich der Pflege der kleinen Patient*innen. Natürlich sind diese beiden auch anders als die anderen Schwesternschülerinnen, denn sie sind Waisen und konnten nur durch unbekannte Gönner das Abitur machen. Sprich auch hier sind sie Vorurteilen ausgesetzt und müssen sich gegenüber den Mädchen aus gutem Hause beweisen.
Die Idee ist insgesamt gut, aber ich fand es etwas zu sehr fokussiert auf die beiden Schwestern. Klar, man bekommt ein Gefühl für das historische Szenario, wobei auch hier nicht immer sauber recherchiert wurde.
Fazit: Mir war es etwas zu „chessy“, zu klischeehaft, kitschig und überbordend mit Gefühlen. Nicht meines. Wer gefallen an historischen Stoffen findet, aber eigentlich etwas über die gemeinsame Entwicklung zweiter Schwestern in emotionaler Bandbreite liest, könnte dem Ganzen etwas abgewinnen.

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Rezensionen von S.:

Der Fluch des Siegelagenten

Tinte & Siegel von Kevin Hearne

Was für ein Lehrer ist das Bitteschön, der nacheinander sieben Lehrlinge verliert? MacBharrais beherrscht die Herstellung von vielen magischen Siegeln und Tinten, sein letzter Schüler aber beherrschte einige mehr. Wieso? Und jetzt ist er tot.
In seiner modernen Fantasy-Saga beschreibt Kevin Hearne kreativ wie gewohnt das abenteuerliche Leben eines Siegelagenten.

??? Der regelt erfolgreich Angelegenheiten von Feenwesen auf der Erde. Aber was, wenn die manipuliert werden?
Spannend wird das Ganze durch die gelungene Einbeziehung landestypischer schottischer Details, die Verbindung neuzeitlicher Technologien wie Computer und Handys mit magischen Handlungen und das Auftauchen so besonderer Geschöpfe wie Hobgoblins, Trolle, Pixies, Banshees und mehr. Sehr kreative und ausgefallene, exotische Namen gibt es für Nagellackfarben, fantasievolle Beschimpfungen erheitern, auch Anspielungen auf aktuelle Ereignisse sind zu finden. Eine gelungene Idee sind die besonderen Siegel, die MacBharrais herstellt, als da z. B. wären: das Siegel der sanften Genesung, des Erholsamen Schlafes, der Erfrischenden Stärkung, der Agilen Grazie, der Bösen Folgen. Hätte ich auch gern.
Mir gefallen zudem die kleinen Geschichten in der Geschichte.
Gut zu lesen, sehr zu empfehlen. Das sage ich dir dreimal, also ist es die Wahrheit.
Verlegt von Klett-Cotta.

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Rezensionen von Tara:

Eine Lebensreise

Was wir scheinen von Keller Hildegard E.

„Was wir scheinen“ ist das Debüt der Schweizer Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Hildegard E. Keller.

Ich lese sehr gerne Biografien über starke Persönlichkeiten und das ist Hannah Arendt definitiv. Eine Frau, die als Querdenkerin wahrgenommen wurde, bekannt wurde mit ihrer Berichterstattung über den Eichmann-Prozeß und heute eine der bedeutendsten Frauen des 20.

Jahrhunderts ist.
In diesem Roman gibt die Autorin intensive und intime Einblicke in das Leben von Hannah Arendt. Sie berichtet nicht chronologisch, sondern springt zwischen den Zeiten und Orten hin und her. Die Handlung beginnt 1975 auf der Reise nach Tegna in einem Zug. Man durchlebt mit ihr die verschiedensten Stationen ihres Lebens, reist von Königsberg über Berlin und Paris nach New York und Jerusalem, Zürich, Basel und Rom wieder nach Tessin. Hannah Arendt wird in diesem Roman lebendig und ihr Drang unabhängig und frei zu sein ist spürbar. Dabei findet der Eichmann-Prozess natürlich auch Platz und man begegnet weiteren bekannten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.

Der Erzählstil ist lebendig, Dialoge, Zitate und kurze Gedichte sorgen für Abwechslung.

Genau wie das Buch begann, endet es auch: in einem Zug. Damit hat die Autorin einen wunderbaren Bogen gespannt und das Leben von Hannah Arendt geschickt eingerahmt.

Ich habe mit diesem Roman eine ganz neue Seite von der unbequemen Querdenkerin und Philosophin kennengelernt. Sie hatte auch eine verletzliche und sanfte Seite, die die Öffentlichkeit nicht zu sehen bekam.

Man merkt, dass Hildegard E. Keller für ihr Buch ausgiebig recherchiert hat und wer sich für interessante Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts interessiert, sollte dieses Buch lesen.

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Rezensionen von nil_liest:

Sprache als Ausdruck für die Suche der Seele

Die Erfindung der Sprache von Anja Baumheier

Deutschland ist ein großes Land und reich an den unterschiedlichsten kulturellen Nuancen. Literarisch ist sicher schon alles einmal abgedeckt worden, wobei einigen Landstriche und Regionen überproportional hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie beispielsweise die Alpenregionen in Bayern oder auch Berlin als Stadt.

Umso erfreulicher ist es hier ein Buch in den Händen halten zu können, dass sich Ostfriesland als Handlungsort auserkoren hat – Platteoog! Vorher hatte ich noch nie von diesem Fleckchen Erde gehört.
In „Die Erfindung der Sprache“ nimmt und Anja Baumheier mit in den hohen Norden, in die Heimat von Adam. Hier wächst dieser wie manche sagen würden seltsame Junge heran. Er spricht spät und ist dann ganz vernarrt in die Zahl 7. Alles muss in 7.er Schritten erdacht, gezählt und gemessen werden.
Da wächst er auf mit viel Liebe, vor allem von der Großmutter und seines Vaters. Dieser verschwindet allerdings spurlos als Adam 13 Jahre alt ist und der Kummer bricht sich Bahn. Auch hier wieder das Stumme im Stil – die Mutter spricht nicht mehr.
Und genau diesem sehr prägendem Ereignis geht Adam dann viel später als Erwachsener nach. Was geschah mit dem Herrn Papa. Da Adam nun nicht so ist wie andere und eine ganz eigenwillige, ja andere Art der Kommunikation hat und sich auch sonst gerne in Gewohntem in Sicherheit wiegt muss nun seine Komfortzone verlassen und macht sich auf die Suche. Nicht nur bricht er auf zu einer Reise, auch innerlich bewegt sich viel!
Dieser Roman hat mich sehr überzeugt, ist es doch eine schöne, wenn auch teilweise kummervolle Familiengeschichte mit skurrilem Figurenkabinett und das geschrieben auf eine charmant witzige Art, das sucht ihres Gleichen. Weder hochliterarisch unverständlich, noch flach und zu einfach gehalten. Perfekt für meinen Geschmack, wenn man gerne gut unterhalten ist mit wohlformulierter Prosa!

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