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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von v_im_wunderland:

die Familie Joyce

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern von Nuala O'Connor

Bei diesem Buch bin ich ein wenig gespalten. Denn einerseits finde ich die Geschichte um die Familie Joyce sehr interessant und auch gut geschrieben, da sie chronologisch nach Jahreszahlen aufgebaut ist. Andererseits gefällt mir die Sprache sehr oft nicht, da sie nicht zu einem literarischen Werk passt und sehr derb und teilweise unter der Gürtellinie ist.

Allerdings kann es auch sein, dass die Sprache aus den erotischen Szenen Zitate aus Briefen von Nora und James sind. Dies würde die derbe Sprache erklären. Aber zurück zu dem Inhalt. Es ist eine Romanbiographie von Nora Joyce, die den weltberühmten Schriftsteller James Joyce als seine jahrelange Lebensgefährtin und später auch Ehefrau in allen Belangen sein ganzes Leben unterstützt und mehr als eine Stütze ist, sie ist der Fels in der Brandung. Das Buch stellt diese schwierige aber auch leidenschaftliche sehr gut dar und man kann sich richtig in die Geschichte einfühlen und man lernt sehr viel über die Zeit, Irland und James Joyce.

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Rezensionen von Anja:

ernste Thematik in einer spannenden, abenteuerlichen, aber auch emotionalen Geschichte

Calypsos Irrfahrt von Cornelia Franz

Oscar verbringt die Ferien mit seinen Eltern auf einem Segelboot auf dem Mittelmeer. Eigentlich wollen sie verschiedene Häfen ansteuern und zum Sightseeing an Land gehen. Doch der Plan ändert sich, als sie zwei Flüchtlingskinder aus dem Meer ziehen. Nun steuern sie die Städte an, auf der Suche nach einem Ort, wo die Kinder bleiben können.

Doch niemand fühlt sich zuständig…

Ich mag Kinderbücher, die ernste Themen mit einer spannenden Story verbinden: das ist hier definitiv der Fall. Das Schicksal der Flüchtlingskinder in einem Buch zu behandeln, welches mit einer Altersempfehlung ab 10 Jahren versehen ist, empfinde ich als mutig. Denn es handelt sich um eine ziemlich tragische Geschichte, die hier den jungen Leser/innen präsentiert wird. Und das nicht nur zwischen den Zeilen: ganz offen wird die traurige Reise von Nala und Moh beschrieben – ihre Mutter war bereits tot, ihr Vater ist auf dem Weg gestorben und die Kinder sind von dem Schlauchboot, welches sie über das Mittelmeer bringen sollte, gefallen und wurden ihrem Schicksal überlassen.

Geschildert wird die Handlung aus der personalen Sicht von Oscar, dessen Langeweile an Board in dem Moment verschwindet, als sie Nala und Moh aus dem Wasser ziehen. Nun hat er Spielgefährten – allerdings müssen sie erst mal die Sprachbarriere überwinden. Die Interaktion zwischen den Kindern, die sich nach anfänglicher Vorsicht annähern, finde ich toll beschrieben.
Natürlich bekommt Oscar auch immer wieder mit, was seine Eltern umtreibt. Sie schildern die grundsätzliche Thematik, wie Griechenland und Italien mit den Flüchtlingsströmen umgehen. Ebenso erfährt Oscar, wie die Eltern auf jedem Landgang mit dem selben Ergebnis zurückkommen: niemand möchte sich um die Kinder kümmern.
Dazwischen gibt es ein paar wenige Gesprächspassagen zwischen Nala und Moh, die einen Eindruck geben, wie die Kinder die Ereignisse wahrnehmen und wie viel sie von den Gesprächen in der fremden Sprache und den Plänen mitbekommen.
Der Schreibstil ist der Zielgruppe entsprechend einfach gehalten. Die Beschreibungen sind grundsätzlich bildhaft und anschaulich, auf allzu grausame Details wird aber überwiegend verzichtet.

Auch schon junge Leser/innen für das Thema zu sensibilisieren und darauf Aufmerksam zu machen, welche Tragödien sich immer wieder auf dem Mittelmeer abspielen, finde ich wichtig und gelungen umgesetzt. So dramatisch die Ereignisse sind, die Eltern und Kindern dann bevorstehen, so spannend wird die Handlung dadurch. Stürme und diverse Landausflüge sorgen für eine Geschichte voller Abenteuer und kleiner Wendungen, die sich toll lesen lässt und bei der man unbedingt wissen möchte, wie sie ausgeht.
Das Ende ist schön und empfinde ich für ein Kinderbuch auch als passend – auch wenn das, was dort passiert, wohl leider weniger realistisch ist und die ganzen Ereignisse ein wenig verklärt und verharmlost.

Deswegen und wegen des ohnehin harten Themas empfiehlt sich in meinen Augen bei der anvisierten Altersgruppe eine begleitete Lektüre – beispielsweise auch als Schullektüre, sodass auch weitere Fakten aufgearbeitet werden können. So sind in die Geschichte zwar immer wieder kleinere Informationen zur Flüchtlingsthematik eingestreut, das Buch ist aber nicht mit Hintergrundwissen überladen. Auch die Gründe, warum die Kinder ihre Heimat verlassen haben, werden beispielsweise nicht erwähnt.

Fazit

Sehr einfühlsam wird hier ein ernstes Thema in eine abenteuerliche Geschichte verpackt, die Unterhaltung bietet aber auch auf Missstände aufmerksam macht und mir dabei mehrfach Tränen in die Augen getrieben hat. Das Ende verharmlost die tatsächlichen Umstände, dennoch finde ich es als Abschluss für ein Kinderbuch passend. Nach der Lektüre bleibt aber wohl Gesprächsbedarf…

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Rezensionen von Marie aus E.:

Learning by doing

Weber's Gasgrillbibel von Manuel Weyer

Ach du liebe Zeit, habe ich mir gedacht, als ich diesen dicken Wälzer bekommen habe. Bockelschwer und elend dick, zumindest von den Ausmaßen ist der Begriff Bibel gerechtfertigt.

Das Grundprinzip ist klasse: Learning by doing,
Es gibt also einiges an Theorie, so dass Einsteiger tatsächlich mit dem Buch Stück für Stück Grill-Erfahrungen aufbauen können (und auch wir endlich eine Chance für etwas mehr als "halt eine Wurst und ein Steak auf den Grill geworfen" bekommen).

Auch die Auswahl des richtigen Grills, die Vorteile des Grillens mit Gas und - für mich auch wichtig - alles rund um das Anschließen der Gasflasche werden behandelt. Denn vor letzterem habe ich großen Respekt.

Tja, und dann die Rezepte.
WOW WOW WOW.
Niemals mit Hunger ansehen, hier gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas.
Vom Smoked Thai-Chili-Burger über Lachs mit Avocadokruste zu Russia Style Schaschlik, gepoppter Schinkenbraten aus dem Hopfensud, Grillgemüse, ach, welch Schlaraffenland.

Aber auch das einfache Rumpsteak - just grilled - darf nicht fehlen. Sogar Mac'n' Cheese kann man auf dem Grill machen! Oder wie wäre es mit Wassermelonensteaks mit Süßkartoffelpommes?

Ich war ja angesichts des vollmundigen Titels schon etwas skeptisch, aber das Buch ist echt der Hammer. Bei mir blieben keine Fragen offen und jetzt muss nur das Wetter mitspielen, so dass wir unseren Gasgrill nun richtig einweihen können.

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Rezensionen von Anja:

interessante Fakten, leider sehr trocken verpackt

Die Erfindung von Alice im Wunderland von Peter Hunt

Alice im Wunderland gehört zu den wohl bekanntesten Kinderbüchern. Ich habe das Buch vor Jahren auf Englisch gelesen und verschiedene Verfilmungen gesehen, würde mich aber nicht als größten Alice-Fan bezeichnen.

Anlässlich des 150. Geburtstages der Geschichte befasst sich Peter Hunt mit den Hintergründen zur Entstehung der verschiedenen Alice-Geschichten und ihren Veränderungen von der ersten, für ein Kind geschriebenen Version zur später veröffentlichten und weltweit bekannten Kinderbuchausgabe.

Viele dieser Hintergrundinformationen sind recht spannend. Hunt beschreibt Eckpunkte aus Lewis Carrolls Leben (eigentlich Charles Lutwidge Dodgson, der Name wird auch durchgängig verwendet), die ihn beim Schreiben beeinflusst haben. Es werden reale Personen und Begebenheiten aufgezeigt, die in die Geschichte eingeflossen sein könnten. Ebenso werden die Bezüge zur damaligen Literatur und zum Zeitgeschehen hergestellt.
Dabei beruft sich Hunt auf verschiedene Quellen: Briefe und Tagebucheinträge Carrolls, Zeitzeugenberichte, Interviews, die beteiligte Personen Jahre später gegeben haben und Literaturverweise. Es gibt aber auch ganz viele Spekulationen, wie der Autor selbst zugibt: Versuche, Szenen aus Alice im Wunderland eine politische Bedeutsamkeit zu geben, die sie möglicherweise gar nicht hatte. So bleibt es letztlich schwer zu sagen, welche der verrückten Figuren wirklich eine satirische Karikatur realer Persönlichkeiten aus Carolls Umfeld oder Zeit gewesen sein mag. Und auch, was im Kopf des Autors tatsächlich vorging, wenn er beispielsweise seine Faszination für Zahlen in die Erzählung einfließen lässt, kann nur gemutmaßt werden.

Dabei zeigt Hunt auf, wie vielschichtig Alice interpretiert werden kann. Zu zahlreichen Szenen führt er Bezüge und Deutungsmöglichkeiten an, die aufzeigen, wie komplex die Kindergeschichte daherkommt und dass sie eben nicht nur eine bunte, wilde Erzählung für die Kleinsten ist.

So interessant manche Fakten auch sind, geht mir das Buch an anderen Stellen unnötig ins Detail. So werden beispielsweise zahlreiche „bekannte Persönlichkeiten“ aufgezählt, die Hobbyfotograf Caroll irgendwann mal vor der Linse hatte.

Überhaupt empfinde ich das Buch insgesamt als unnötig kompliziert geschrieben. Es wirkt, als hätte der Autor oder zumindest die Übersetzerin versucht, sich an dem Sprachstil Carrolls zu orientieren. So gibt es die ein oder andere Formulierung, die ungewöhnlich oder einfach altertümlich klingt.
Und auch sonst liest sich das Buch leider wenig flüssig. Es ist eine wissenschaftliche Abhandlung mit vielen langen, stark verschachtelten Sätzen – selbst in Klammern gesetzte Einschübe reichen teils über mehrere Zeilen. Hinzu kommen die vielen Verweise und Quellenangaben, wodurch das Buch wie eine wissenschaftlicher Aufsatz wirkt, der mehr auf Faktenwiedergabe bzw. Interpreationsversuche abziehlt als auf die Unterhaltung der Leser/innen.

Erschwerend hinzu kommt, dass viele der Werke der englischen Literatur, seien es Kinderbücher, Gedichte oder ähnliches, die hier benannt und (übersetzt) zitiert werden, mir unbekannt waren, sodass ich nicht alle Anspielungen auf die Literatur der Zeit vollständig nachvollziehen konnte.

Gut gefallen hat mir die Aufmachung des Buches. Neben Fotografien von Personen aus dem Umfeld Carrolls, gibt es diverse Illustrationen, Karikaturen und Alice-Zeichnungen, beispielsweise aus der ersten Kinderbuchausgabe. Auch Skizzen von Carroll selbst sind vorhanden.

Fazit

Die Abhandlung über die Entstehung Alice-Bücher ist nicht uninteressant, für mich aber doch mit vielen wilden Interpretationen und unnötig komplizierten Formulierungen überladen. Sich innerhalb der Alice-Bücher ein wenig auszukennen, hilft auf jeden Fall, um all die Anspielungen und Spekulationen zu verstehen. Sich zusätzlich in der englischen Literatur dieser Zeit auszukennen, hilft vermutlich noch besser, um alles einzuordnen.
Wirklich spannend fand ich, wie Carroll sich von der vorherrschenden Kinderbuchliteratur der Zeit, die hier als „Schreckenswarnungen“ bezeichnet werden, abhebt. Und auch die Bezüge zur echten Alice fand ich sehr interessant. Die Aufmachung mit den vielen Alice-Zeichnungen sowie Fotos und Karikaturen der Zeit finde ich gelungen.
Insgesamt habe ich mich mit dem Buch, das so vollgestopft mit spekulativem Wissen, das in eine komplizierte, veraltet wirkende Sprache verpackt wurde, aber schwergetan. Dass es sich um eine Übersetzung handelt, trägt vermutlich seinen Teil dazu bei, dass es sprachlich für mich etwas unrund wurde. Gerade auch die Übersetzung (alter) englischer Gedichte ist verständlicherweise immer etwas schwierig und hat einfach eine ganz andere Wirkung.

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Rezensionen von Harakiri:

leider schon zu Ende

Elbstürme von Miriam Georg

Lily lebt mit ihrem Mann Henry und Tochter Hanna in England. Weit weg von Hamburg. Glücklich ist sie nicht. Jo spukt ihr noch immer im Kopf herum. Als ihr Vater krank wird, kehrt die Familie zurück nach Hamburg, doch da beginnen die Probleme dann erst so richtig.
Zum Glück ist der erste Teil noch nicht so lange her, so dass ich noch einen guten Bezug zu den Charakteren hatte und auch die Handlung noch abrufbereit war.

Man sollte Teil 1 der Saga kennen, weil die beiden Bände stark aufeinander aufbauen.
Einige Handlungen laufen parallel ab, was die Szenerie sehr spannend und mitreißend macht. Lilys Kampf um Hanna, Charlies Opiumsucht, die Probleme der armen Leute im Gängeviertel und der Frauenrechtskampf von Emma und ihren Freunden. Alle für sich wären schon lesenswert genug, aber in Kombination macht die Autorin das Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert anschaulich und man kann sich gut in die Charaktere und die Handlung einfühlen.
Schade, dass die Geschichte schon zu Ende ist, leider nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte. Im Nachwort erklärt die Autorin ihre Entscheidung und ich muss sagen: ich kann es gut nachvollziehen und musste sogar ein wenig schmunzeln dabei.
Fazit: eine tolle Story, lebendige Charaktere, sorgsam recherchiert und authentisch – es war mir ein Vergnügen, diese Dilogie zu lesen.

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Rezensionen von Harakiri:

wieder super

Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt von Anne Stern

Hulda ist inzwischen an der Frauenklinik in Berlin als Hebamme angestellt und ärgert sich ein wenig über die Arbeitszustände. Die Hebammen dürfen dort keine Geburten durchführen, das ist allein Sache der Ärzte. Doch Hulda wäre nicht Hulda, wenn sie sich alles gefallen ließe. Zu allem Übel kommen auch noch private Probleme auf sie zu.

Bereits zum 3. Mal dürfen wir mit der Hebamme Hulda Gold ins frühe 20. Jahrhundert eintauchen.
Ich bin nach wie vor begeistert von der Geschichte und hoffe, dass noch viele Bände folgen werden. Leider kam in diesem Band Karl ein wenig zu kurz.
Die Handlung des Buches ist spannend und aufregend. Huldas Entdeckung in der Klinik, ihr Streit mit Karl, ein neuer Verehrer an ihrer Seite, die Thematik der Homosexualität in dieser Zeit und der beginnende Judenhass – all das trägt dazu bei, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Anne Sterns Protagonistin muss man einfach mögen. Zudem mag ich die Schreibweise der Autorin sehr gerne. Die Szenen sind alle sehr authentisch und anschaulich beschrieben und man wähnt sich während der Lektüre im Jahre 1924 in Berlin.
Das Ende wartet wieder mit einem Cliffhanger auf und ich bin schon sehr gespannt auf den Folgeband, der im November 2021 erscheinen soll.

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Rezensionen von Harakiri:

Krimi mit viel Lokalkolorit

Schwarzwälder Morde von Linda Graze

Eine Moorleiche und Attentate auf einen Schnapsbrauer beschäftigen das Team um Kommissar Justin Schmälzle in ihrem neuen Fall.

Ein sehr interessanter Fall wartet auf den Leser. Mit der Moorleiche lesen wir quasi von einem Cold Case, den ich sehr interessant fand. Vor allem weil in Einschüben Tagebucheinträge der Frau geschildert werden, die wirklich mitreißend waren.

Der parallele Fall mit dem Schnapsbrenner fand ich dagegen teilweise etwas ermüdend. Die Polizisten schießen sich voll auf einen Tatverdächtigen ein und das macht das Ganze etwas zäh.
Sehr witzig fand ich die ermittelnde Putzfrau, die über ihren Recherchen ganz die Reinigung der Büroräume vergisst. Auch sonst ist das Buch eher auf der humorigen, denn blutigen Schiene angesiedelt. Graze hat einen sehr netten Schreibstil. Hier wird nicht gesprochen, hier wird teilweise parliert. Und die Putzfee ist die Servicefrau für Reinigungsarbeiten.
Ein wenig schwierig ist – auch wenn ich Schwäbin bin – das Schwäbische zu lesen. Meistens wird es aber gleich auch übersetzt, so dass auch Ortsfremde alles verstehen können.
Im letzten Kapitel wird dann bereits auf einen weiteren Fall hingewiesen, der auch durchaus interessant anmutet.
Fazit: ein leichter Krimi mit Lokalkolorit, der recht humorig geschrieben, teilweise aber auch etwas anstrengend ist.

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Rezensionen von Ele:

Die Zerbrechlichkeit von Glück

Der Verdacht von Audrain Ashley

Der Verdacht, Debütroman von Ashley Audrain, 320 Seiten, erschienen im Penguin-Verlag.
Ein hervorragender Spannungsroman.
Blythe möchte ihrer Tochter Violet eine wundervolle Mutter sein, etwas was sie als Kind von ihrer Mutter nie erfahren durfte. Nach einer schweren Geburt, leidet sie an postnatalen Depressionen.

Je älter Violet wird desto schwieriger wird das Verhältnis zwischen den beiden. Das Mädchen lehnt ihre Mutter komplett ab. Bildet sich Blythe das nur ein, oder hasst Violet sie? Eines Tages geschieht ein unfassbares Unglück und Blythe ist sich sicher, dass Violet schuld daran ist.
85 kurze knackige Kapitel umfasst der Debütroman der Autorin. Bildhaft, schockierend, traurig, fröhlich und sehr flüssig erzählt. Aus der Perspektive von Blythe geschrieben, an ihren Mann Fox gerichtet und im Präterium. Das hat mir beim Lesen schon einiges abverlangt, eine ganze Weile konnte ich mich an derart gestelzte Sätze wie: Später am Nachmittag begleitetest du mich…., oder ….du botst mir etwas anderes…., und ... ich wollte nicht die Achse sein um die ihr beide kreistet…mit der Zeit habe ich mich daran nicht mehr gestört. Zwischen den Kapitel immer wieder Zeitrückblicke, wobei ich immer aufpassen musste, ob es sich dabei um Blythes Großmutter und ihre Mutter, oder um ihre Mutter und sie selbst handelt.
Ein so unfassbar spannendes Buch, immer wieder musste ich es sinken lassen und über das Gelesene nachdenken. Lange habe ich es jedoch nicht ausgehalten und habe das Buch regelrecht verschlungen. Trotzdem konnte ich dem Plot gut folgen, manchmal glaubte ich jedoch meinen Augen nicht trauen zu können, was ich zu lesen bekommen habe. Der Autorin ist mit ihrem Debütroman wirklich der ganz große Wurf gelungen, mir standen bei der Lektüre regelrecht die Haare zu Berge und Gänsehaut lief mir den Rücken hinunter. Handelt es sich um die Auswüchse der Depression der Protagonistin, oder geschieht das wirklich was im Buch angedeutet wird. Woran liegt es, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter so gestört ist? Weil die Protagonistin wirklich nie Mutterliebe erfahren durfte? Fällt Fox gutgläubig auf seine manipulative Tochter herein? Oder ist Violet wirklich so ein abgrundböses Früchtchen? Das muss der Leser wohl für sich selbst entscheiden. Ich habe mein Urteil gefällt.
Ich fühlte mich grandios gut unterhalten, ein Buch welches ich atemanhaltend gelesen habe. Ich kann dieses Buch nur von ganzem Herzen empfehlen. Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch von A. Audrain. Von mir dafür 5 Sterne.

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Rezensionen von Gavroche:

Hygiene

Seif dich ein, sagt das Schwein von Grimm Sandra

Hygieneregeln für die Kleinsten. Das Buch ist aus dickem Karton gemacht, das Format quadratisch und weder zu groß, noch zu klein für die Kinderhände. Schön robuste Seite und auf jeder Seite eine andere Tierart zu finden, die Tipps zur Körperhygiene gibt, mit einem kurzen Satz und vor allem aussagekräftigen Bildern.

So beginnt es mit den Bären und dem Zähneputzen, weiter geht es mit den Katzen und den Händewaschen, wobei das auf dem Bild nicht ersichtlich wird, da sich zwar die kleine Katze über die Pfote leckt, die große Katze der Kleinen jedoch den Kopf, aber nun ja, das lässt sich ja gut thematisieren und soll jetzt nicht kleinlich sein. Dann geht es noch um mäusemäßiges Windelwechseln, mit dem Schwein geht es in die Badewanne - wie schon auf dem Cover, Haarewaschen, Kämmen und dann der Blick in den Spiegel folgen. Hier kann man schön ritualisieren und nachsprechen.

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Rezensionen von S.:

Das allsehende Auge

Dem Tod verpflichtet von Mark Franley

Großflächig ist das frische Tattoo auf dem Rücken der Ermordeten. Ein allsehendes Auge. Genauso eines hatte auch eine vor einiger Zeit gefundene Wasserleiche. Die Ermittlungen bringen die zwei Alphatiere Hauptkommissar Ruben Hattinger, Sonderermittler bei der Bundespolizei und Kommissar Mike Köstner zusammen.

Beide gut in ihrem Job, beide mit speziellen Eigenheiten. Reibereien sind vorprogrammiert. Mit im Team sind Hauptkommissarin Eva Langer ( sehr sympathisch), Kommissar Schober ( ewig hungrig) Spezialist für Kriminaltechnik, Spurenleser und Internetforensiker Thomas Habermann clever). Alle sind so gut beschrieben, dass man sie sich bestens vorstellen kann.
Die andere Seite: zwei Brüder, knapp über 18, einer kognitiv eingeschränkt. Sie entführen und foltern ihre Opfer, aber können sie das allein durchgezogen haben? Und vor allem: Warum? Rache? Geldgier? Religiöse Gründe?
Ist Apotheker Pohl involviert? Wohlhabend, skrupellos, mit Wissen über verschiedenste Gifte ausgestattet und mit merkwürdigen Leidenschaften. Widerlich.
Welche Rolle spielt eine lange unerkannte Person?
Die Ermittlungen, bei denen sehr unschöne und unappetitliche Dinge zum Vorschein kommen, verlaufen absolut spannend. Trotzdem menschelt es auch mitunter.
Packender Thriller von Mark Franley. Edition M.

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