Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yesterday:
Solider und flott lesbarer Schwedenkrimi
Ein Toter auf Smögen von Anna Ihrén
Es gibt eine neue Leiche für Sandra Haraldsson und ihren Chef Dennis Wilhelmson. Für uns Leser bedeutet das nach “Mord in den Schären” und “Tod eines Eisfischers” Fall 3 für die beiden von der Kripo Kungshamn.
Auf der Insel Smögen, die zu ihrem Revier gehört, wird ein Mitglied einer einflussreichen britisch-schwedischen Familie tot aufgefunden.
Alles deutet auf Mord hin und schnell stellt sich heraus, dass dies nicht der erste Todesfall in kürzerer Vergangenheit war. Doch die Mitglieder der Familie zeigen sich nicht sonderlich kooperativ.
Zum kniffligen Fall kommen für Dennis und Sandra auch noch andere Schwierigkeiten. Sie müssen sich für einen Monat lang mit einer neuen Ermittlerin im Team anfreunden, die ihnen als Urlaubsvertretung zugewiesen wurde. Dazu gibts auch ein paar private Nebengeräusche.
Anna Ihrén bleibt auch in “Ein Toter auf Smögen” ihrem Muster treu und verbindet die realen Gegebenheiten auf Smögen mit ihrem Plot, in den sie Rückblicke einflicht, um dem Leser einzelne Charaktere näherzubringen.
Mehr zu den Protagonisten erfahren kann man definitiv in den ersten beiden Bänden der Reihe. Die Fälle sind ansonsten aber natürlich auch unabhängig voneinander gut verständlich. Aber Achtung: rund um die Polizisten gibt es auf Smögen einige Personen und Namen, die man zu Beginn gerne mal durcheinander bringt.
Rezensionen von yesterday:
Facettenreicher Thriller aus Hamburg
Abgründige Wahrheit von Bernd Richard Knospe
In Hamburg geht es wieder rund. Kein Wunder, hat Journalist und Autor Eric Teubner doch ein neues Buchprojekt gestartet. Teubner hat sich kürzlich durch “Blue Note Girl”, eine Biografie über eine verschwundene Sängerin, einen Namen gemacht.
Sein neues Werk dreht sich um den kürzlich verstorbenen Hamburger Verleger Heinrich Michaelsen.
Im Auftrag von dessen Tochter Daniela durchforstet er unter anderem Dokumente, Zeitschriften, Familienfotos und interviewt mehrere ihm nahestehende Personen.
Ohne scheinbaren Zusammenhang zu Teubners Geschichte bekommt auch die Polizei jede Menge Arbeit. Verstümmelte Frauenleichen und ermordete Jugendliche lassen Hamburgs Straßen nicht mehr sicher erscheinen. Hängt das alles zusammen und wenn ja, hat Eric Teubner hier etwas ausgelöst oder ist alles nur Zufall?
Die Polizei tappt im Dunklen, sicher ist nur, dass ein Mitgrund für die aktuellen Ereignisse wohl mehrere Jahrzehnte zurückliegt.
Bernd Richard Knospe fügt “Abgründige Wahrheit” nahtlos dort an, wo der Vorgängerroman geendet hat. Geschickt spinnt er die Geschichte um Protagonist Eric Teubner weiter, der in “Blue Note Girl” Hauptfigur und Autor zugleich war.
Wer den 2018 erschienen Krimi nicht gelesen hat, dem entgehen zwar die feinen Anspielungen, aber “Abgründige Wahrheit” lässt sich natürlich auch ohne Probleme eigenständig lesen. Was man als Leser aber dafür mitbringen sollte, sind starke Arme (580 Seiten bringen ein bisschen was auf die Waage) und ebensolche Nerven.
Knospe scheut nicht davor zurück, an passenden Stellen auch derbe Sprache und explizite Schilderungen zu verwenden. Die Geschichte wird dadurch aber nie niveaulos sondern facettenreicher.
Die teilweise sehr langen Kapitel mit dadurch bedingten häufigen Schauplatzwechsel wirken sich nicht immer ganz vorteilhaft auf den Spannungsbogen aus, aber es lohnt sich auf jeden Fall dranzubleiben. Durch die Wechsel hat der Leser immer wieder einen Vorsprung gegenüber der Polizei und kann manches Undenkbare erahnen, allerdings kann der Thriller trotzdem am Ende mit ein paar überraschenden Enthüllungen punkten.
Rezensionen von yellowdog:
Ernste Handlung
Liebe auch an Regentagen von Robyn Carr
Robyn Carr wurde zuletzt durch ihre Virgin River-Reihe, die auch verfilmt wurde, in Deutschland sehr bekannt. Liebe auch an Regentagen ist kein Teil dieser Reihe und hat einen ganz anderen Erzählton, aber es gibt durchaus ein paar Gemeinsamkeiten, zum Beispiel das Thema Gewalt in der Ehe.
Lauren verlässt ihren aggressiven Ehemann, der kurze zeit später sogar gewalttätig gegen sie wird.
Ich bin erleichtert, dass dieser Vorfall in diesem Roman nicht leichtfertig eingesetzt wird sondern realistisch in all der Konsequent behandelt werden.
Einen Freund findet Lauren in Beau, der selbst in einer schweren Trennung und Scheidung steht. Mit ihm erlebt sie eine positivere Beziehung.
Die Liebesgeschichte fand ich aber schwach, weil sie so im Schatten der Trennungsthematik steht. Auch einige der Nebenfiguren sind zu schematisch, wenn nicht sogar oberflächlich gehalten. Gut gemacht sind aber die Passagen mit Lauren und ihren Töchtern, die von der Trennung natürlich auch betroffen sind.
Den deutschen Titel halte ich für irreführend. Manche Leser werden daher vielleicht etwas bekommen, was sie nicht erwartet hatten. Der Originaltitel The View from Alameda Island ist da neutraler.
Rezensionen von Meli:
Angst vor einer unbekannten Vergangenheit und einer gefährlichen Liebe
You're my Rival von Nicole Fisher
Ihr abgeschlossenes Studium, ihre beste Freundin Camy und das Erbe ihrer Eltern - mehr hat Eliza nicht. Bei einem Autounfall hat sie ihre Eltern und ihr Gedächtnis verloren und ganz neu angefangen, ohne Kontakt zu jemandem aus ihrem früheren Leben zu haben oder zu wissen, wer sie mal gewesen ist. Auch wenn sie glücklich ist, fragt sie sich oft, wie sie früher war und warum keiner ihrer früheren Freunde sich bei ihr meldet.
Hatte sie vielleicht gar keine? Sie ist zwar neugierig, hat aber auch Angst vor ihrer unbekannten Vergangenheit.
Kurz nach ihrem Abschluss beginnen die ersten Erinnerungsfetzen zurückzukehren und dann lernt sie Ian kennen, der sich ziemlich seltsam verhält. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und seine Nähe gibt ihr ein Gefühl von Sicherheit, und er ist mal unglaublich charmant und leidenschaftlich, dann stößt er sie wieder ohne Grund von sich. Er sollte sich von ihr fernhalten, aber das kann er nicht. Seine geringe Selbstkontrolle hat ihn mir nicht wirklich sympathisch gemacht, weil er Eliza so nicht nur emotional durcheinanderbringt, sondern auch einer gewissen Gefahr aussetzt.
Im Grunde konnte mir das Buch die Geschichte bieten, die ich auch erwartet hätte, Drama und Spannung, Geheimnisse und Mysterien, Macht und Gewalt. Die Umsetzung fand ich nicht immer gelungen. Zum einen fand ich die Geschichte schon ziemlich vorhersehbar und man weiß immer mehr als die ziemlich ahnungslose Protagonistin Eliza, die sich kaum etwas zusammenreimen kann. Da hatte ich aber auch Verständnis für, weil man bei ihr auch spüren kann, dass sich etwas in ihr gegen ihre Vergangenheit wehrt. Zum einen sind schon schlimme Dinge dabei und außerdem hat auch die neue Eliza eben Angst vor dem, was sie herausfinden könnte und verdrängt das Offensichtliche deswegen vielleicht unbewusst.
Teilweise war mir die Handlung auch ein bisschen zu dramatisch und wurde nach dem eher gemächlichen Tempo am Anfang und in der Mitte plötzlich deutlich komplizierter, das hat der Geschichte schon etwas den Ernst und die Glaubwürdigkeit genommen.
Fazit
"You're my Rival" hat eine sympathische Protagonistin, die von ihrer unbekannten Vergangenheit eingeholt wird, aber ihr dramatisches und dunkles Abenteuer fand ich ein bisschen vorhersehbar und es konnte mir nicht so viel bieten wie erhofft.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Die etwas andere Art von Haien
Haie unter dem Eis - Kira Lunds erste Reportage von H. Dieter Neumann
Als ich den Titel las, dachte ich mir hhm, das kann jetzt vieles sein, aber Haie und Eis da passt was nicht zusammen, das muss was anderes sein und so war es auch Haie kann man auch anders bezeichnen. Die Geschichte beginnt mit einem interessanten Tauchgang, es war so detailliert beschrieben, das man gemeint hatte man ist selbst mit dabei beim tauchen, aber dann was dann geschieht war echt heftig.
Carola und ihr Mann Jesper tauchen zwar zusammen aber Carola kommt bei dem Tauchgang unter dem Eis ums Leben. Es kommt wie es immer kommt, verdächtigt wird immer zuerst der Ehemann. Dann kommt noch die Videojournalistin ins Spiel, sie ist Carolas beste Freundin, sie glaubt nicht daran das Jesper ihr Mann Carola umgebracht hat, sie vermutet das es andere Hintergründe hierfür gibt und Kira sie ermittelt auf eigene Faust und erfährt so einiges, zum Beispiel Carola hatte eine Affäre und Kira geht jeder spur intensiv nach und ihr Spürsinn führt sie schließlich nach Dänemark und urplötzlich gibt es einen weiteren Toten. So nach und nach ergibt alles einen Sinn, was für mich anfangs nicht so ganz schlüssig war, mich hat das Buch sehr gefesselt so das ich es nicht aus der Hand legen konnte. Somit gibt es auch andere Haie die einem sehr gefährlich werden können. Es hat mir richtig gut gefallen. Das einzige was mich gebremst hatte war meine Internetverbindung, so das ich verspätet meine Rezzi abgeben konnte
Rezensionen von PMelittaM:
Auch der 7. Band der Reihe gefällt
Verhängnisvolles Lavandou von Remy Eyssen
Ein toter Junge, misshandelt und in ein Kleid gesteckt – Leon Ritter ist sicher, dass das nicht das erste Opfer des Täters sein kann, doch wo sind die anderen Leichen? Dann beginnt eine Mordserie an gut situierten Männern, die zunächst keine Verbindung zueinander zu haben scheinen – und was könnte das Motiv sein?
Der 7.
Band um den Gerichtsmediziner Leon Ritter ist ziemlich düster, schon der Prolog zeigt in eine bestimmte Richtung, später vermutet man immer einmal wieder eine Verbindung dazu, ich z. B. habe jeweils gerechnet, wie alt die einzelnen Personen zum damaligen Zeitpunkt waren, doch ganz so einfach macht es uns der Autor nicht, und ich zumindet habe auch tatsächlich bis zur – nachvollziehbaren – Auflösung nicht geahnt, wer Opfer und wer Täter ist. Auch einige Gesellschaftskritik schwingt mit, wenn z. B. gezeigt wird, wie schnell Menschen mit Vorverurteilungen sind.
Leon als Rechtsmediziner sieht und vermutet manchmal mehr als die Polizei, was immer wieder zu Konflikten führt, vor allem, wenn er seine Kompetenzen überschreitet.
Ein Nebenstrang betrifft das Privatleben Leons, der eine Beziehung mit der stellvertretenden Polizeichefin Isabelle Morell hat, deren 17jährige Tochter Lilou so langsam eigene Wege geht. Natürlich nimmt auch Land, bzw. die Landschaft der Provence, und Leute ihren Platz ein, die anderen Bewohner des Ortes, Leons Bekannte außerhalb der Arbeit. Der Privatpart nimmt gerade ausreichend Platz ein, um nicht zu stören und dennoch einen Blick auf das „normale“ Leben Isabelles und Leons zu werfen und sie zu authentischen Personen zu machen – gefällt mir.
Der Roman lässt sich gut lesen, ich mag auch die Perspektivewechsel, die den Leser auch schon mal das Geschehen aus Sicht eines Opfers präsentieren. Übermäßig spannend ist das Ganze nicht, muss es aber auch nicht sein, denn es punktet mit anderem, einem schlüssigen Fall, authentischen Charakteren und eben dem Ort, an dem es spielt. Man kann die Örtlichkeiten nicht nur bildlich vor sich sehen, man kann sie nahezu riechen.
Der siebte Band der Reihe hat mir gut gefallen und ich freue mich schon darauf, weitere Bände zu lesen – Leseempfehlung für alle Krimifans, sowie 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Rezensionen von LEXI:
Gib das dem Statthalter, denn sein Leben ist in Gefahr!
Der Schatz Salomos von Maria W. Peter
Gib das dem Statthalter, denn sein Leben ist in Gefahr!
Im dritten Band der Krimireihe um die Sklavin Invita versucht die betörend schöne Sklavin des mächtigen Sevir Augustalis Aelius Misenus, des Priesters des vergöttlichten Kaisers, dem Statthalter eine Nachricht zukommen zu lassen. Kurz darauf entdeckt Invita die elfenhafte blonde Schönheit ermordet auf der Straße.
Als nur wenig später auch die Verlobte eines einflussreichen Beamtensohnes tot aufgefunden wird, kommt es zum Aufruhr in Divodurum. Der Herr des ermordeten Sklavenmädchens wiegelt die Menge auf und hetzt gegen die Juden. Aelius Misenus führt einen persönlichen Rachefeldzug gegen den erfolgreichen jüdischen Schmuckhändler Salomo Ben Isaac und dessen Vater. Skrupellos und mit großer Raffinesse nutzt er die beiden Morde, um den alten Gelehrten und Medicus Issac sowie seinen Sohn Salomo zu zerstören. Doch Divodurum ist zugleich auch die Heimatstadt von Invita, und sie ist dem zuvorkommenden, liebevollen und fürsorglichen alten Medicus sehr zugetan. Mit Marcellas Unterstützung setzt sie wieder einmal durch waghalsige Unternehmungen ihr Leben aufs Spiel, und beginnt einen Wettlauf gegen die Zeit, um ihre beiden Freunde zu retten.
Invitas eigenmächtige Aktionen und ihre unerbittliche Hartnäckigkeit bei ihren Nachforschungen sorgen erneut für Aufruhr und spannungsgeladene Szenen. Invita wird in Divodurum mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und stößt auf weitere Spuren ihrer Herkunft. Doch leider begegnet sie während ihres Aufenthalts in dieser überfüllten Stadt, in welcher dank der hasserfüllten Aufwiegler gegen die Juden eine aggressive und feindselige Stimmung herrscht, auch ihrem größten Alptraum: der Familie des Cornelius Felix, ihres ehemaligen Herrn.
Im dritten Band dieser Krimireihe, die im Jahre 260 n. Chr. beheimatet ist, stürmen germanische Barbaren den Limes und erschüttern Intrigen das Imperium, während die bessere Gesellschaft sich an Gladiatorenkämpfen und Hinrichtungen in der Arena ergötzt. Die Römer praktizieren eine göttliche Verehrung des Kaisers, die Welle der Christenverfolgung, initiiert von Kaiser Valerian, sowie magische Rituale, Flüche, Schutzzauber und Verwünschungen versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. „In Zeiten von Krisen und Gefahr suchen Menschen oft nach einem Sündenbock, nach jemandem, dem sie die Schuld an allen möglichen Missständen anlasten können. Jemand, durch dessen Tod oder Vertreibung sie ihre eigene Angst besiegen können.“
Der Schauplatz dieses spannenden Abenteuers ist Invitas Heimatstadt Divodurum. Für die Handlung relevante Nebenfiguren sind der römische Statthalter Legatus Augusti pro Praetore und seine Tochter Marcella, Invitas Herrin. Ein junger Advokat namens Crispianus setzt sich selbstlos für Isaac und Salomo ein, und eine attraktive reiche Witwe zeigt auffallendes Interesse an Marcellas Vater. Die beiden jüdischen Angeklagten waren unbestritten die Sympathieträger dieses Buches, während sich der Kaiserpriester Aelius als gewissenloser Manipulator entpuppt. Als weitere Antagonisten fungierten die grausamen und niederträchtigen Mitglieder der Familie des Cornelius Felix, die ihrerseits einiges zu verbergen haben.
Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir ausnehmend gut gefallen. Die Autorin liefert interessantes Hintergrundwissen um das Alltagsleben der Römer und ihrer Sklaven, ein spannender Kriminalfall und die waghalsigen Aktivitäten der Ich-Erzählerin Invita sorgten für aufregende Lesestunden. Die Identität des Mörders hat mich lange Zeit beschäftigt und letztendlich auch ein wenig überrascht.
Maria W. Peter stellt ihren Lesern im Anhang eine Karte des römischen Metz (Divodurum) im dritten Jahrhundert nach Christi sowie ein ausführliches Glossar zur Verfügung. Das Nachwort liefert detaillierte geschichtlichen Fakten zu Zeit und Schauplatz der Handlung.
Fazit: „Der Schatz Salomos“ ist eine Geschichte voller Spannung und Lokalkolorit, dargebracht in einem einnehmenden Schreibstil und mit überzeugenden handelnden Figuren. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich freue mich bereits auf den vierten Band der Invita-Reihe.
Rezensionen von LEXI:
Bisweilen muss man einfach Dinge tun, die verboten sind…
Die Legion des Raben von Maria W. Peter
„Bisweilen muss man einfach Dinge tun, die verboten sind. Es gibt höhere Gesetze als die, die unser Kaiser erlässt.“
Die junge Protagonistin Invita stößt auf ein gefährliches und tödliches Geheimnis. Als nach einem opulenten Festmahl im Hause ihres Herrn, des Statthalters der Provinz Gallia Belgica, ein hochrangiger Bürger aus altem treverischem Adel ermordet wird, bezichtigen die Witwe des ermordeten Gaius Baetius Quigo und dessen Sohn Publius den Sklaven Hyacinthus der Tat.
Das Datum für seine Hinrichtung wird festgelegt. Darüber hinaus wird ein Exempel statuiert: jeder Sklave aus dem Haushalt des Ermordeten soll ebenfalls hingerichtet werden. Invitas Entsetzen ist groß und mit der Unterstützung ihrer Herrin Marcella beginnt sie, Nachforschungen im Umfeld des Hyacinthus anzustellen. Doch damit sticht sie in ein Wespennest. Die Zeit bis zur Hinrichtung wird knapp – und nicht nur die Haussklaven des Baetius Quigo müssen um ihr Leben fürchten…
Im zweiten Band der Reihe um Invita stürzt sich die eigenwillige und dickköpfige Protagonistin mit vollem Elan in ihr nächstes Abenteuer. Da sie sich dieses Mal der Unterstützung ihrer Herrin sicher ist, sind Invitas Vorstöße mutiger. Es öffnen sich ihr viele Türen, die ohne den Einfluss von Domina Marcella verschlossen blieben. Ich war erfreut, vielen Personen aus dem ersten Band wieder zu begegnen. Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir ausnehmend gut gefallen, besonders angetan war ich von der persönlichen Entwicklung Marcellas, die sich dank ihres neuen Glaubens von einer blassen, kranken und zerbrechlichen Frau in eine selbstsichere und in sich ruhende Persönlichkeit gewandelt hat. Ihr tiefes Mitgefühl und ihre christliche Nächstenliebe machten Marcella zu meiner favorisierten Nebenfigur dieses Buches.
Doch auch der alemannische Kriegsgefangene Flavus, dessen unverschämtes Auftreten und herablassender Gesichtsausdruck Invita stets zur Rage bringen, zeigt eine sanfte und einfühlsame Seite. Flavus hat definitiv etwas zu verbergen, und Invita möchte herausfinden, worum es sich dabei handelt. Die Autorin erlaubt nicht nur bei Flavus tiefere Einblicke in dessen Persönlichkeit, sie lüftet auch ein weiteres winziges Stück des Geheimnisses über Invitas Herkunft und Selenas Vergangenheit. Ein Amulett mit einer Mondsichel wird zu einem Symbol und ich vermute, dass es wohl in einem der Nachfolgebände eine relevante Rolle spielen wird.
Im Hause des Baetius Quigo brodelt es. Julia, die Witwe des Ermordeten, war mit den politischen Ansichten und Ambitionen ihres Ehemannes nicht einverstanden, ihre Verwandtschaft zum Kaiser machte sie darüber hinaus hochmütig. Julia ist eitel, herablassend und besitzt ein herrisches Wesen. Der Sohn Publius wurde vom Vater aufgrund seines maßlosen Ehrgeizes und seiner Machtgelüste verurteilt. Der gutaussehende und selbstsüchtige junge Mann ist ein unangenehmer Zeitgenosse, der sich vehement für die Hinrichtung des Hyacinthus und sämtlicher Haussklaven einsetzt. In weiteren Nebenrollen fungieren Baetia Minor, die jüngste Tochter des Mordopfers, der Präfekt und erfolgreiche Feldherr Spurius Cornix, der römische Beamte Aedil Marcus Ambrosius und der Procurator Marcus Metellus. Die Haussklaven Pelagius, Bricia, Celsus, Hermion sowie die Heilkundige Selena erhalten ebenfalls einen winzigen Gastauftritt in diesem Band.
Obgleich mir bereits der erste Band dieser Reihe ausnehmend gut gefiel, hat das vorliegende Buch meine Erwartungen noch übertroffen. Die Autorin ist detailliert auf die einzelnen Charakterzüge ihrer Figuren eingegangen, persönliche Entwicklungen wurden wie bereits erwähnt authentisch dargestellt. Einzig die Ich-Erzählerin Invita scheint hinsichtlich ihrer Abenteuerlust und Waghalsigkeit lernresistent zu sein – sie bringt sich durch ihre Aktivitäten unermüdlich und wiederholt in gefährliche Situationen.
Historische Fakten wurden gekonnt mit einem Kriminalfall verwoben. Der ausgeklügelte Mordplan mit ungeahnt weitreichenden Konsequenzen sorgte für große Spannung, die sich besonders im letzten Drittel des Buches drastisch steigert und die Protagonistin zu einem aufregenden Finale führt. Interessante Details über das Leben der römischen Bevölkerung, der herrschenden Familien und deren Sklaven sowie Informationen über die opulenten Essgelage der wohlhabenden Römer, ihren Aberglauben, die Götterverehrung sowie die Thermen als Zentren des öffentlichen Lebens rundeten das Leseerlebnis ab. Eine spannende und lehrreiche Geschichte, welche durch detaillierte historische Fakten im Anhang des Buches, einem ausführlichen Glossar sowie zwei Landkarten ergänzt wurde.
Fazit: Auch im zweiten Band dieser Reihe konnte Maria W. Peter mich voll und ganz begeistern und ich durfte Invita auf ihren hoch spannenden, aber auch brandgefährlichen Nachforschungen begleiten. Der einnehmende Schreibstil der Autorin gepaart mit interessanten historischen Details aus der Zeit der Römerherrschaft machten die Lektüre dieses Buches zu einem Vergnügen. Auf den letzten Seiten des Buches erfährt man von Invitas Vorhaben, Einzelheiten über ihre Herkunft in Erfahrung zu bringen. Sie plant, in jener Stadt Nachforschungen zu betreiben, in welche sie als Säugling ausgesetzt wurde: Divodurum!
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich sehe der Lektüre des dritten Bandes mit großer Erwartungshaltung und Vorfreude entgegen. Begeisterte fünf Sterne!
Rezensionen von LEXI:
Den Mutigen hilft Fortuna… oder doch nicht?
Fortunas Rache von Maria W. Peter
Den Mutigen hilft Fortuna… oder doch nicht?
„Du wirst dich schon bald in ernste Schwierigkeiten bringen.“ Ich widerstand dem Drang, mich umzudrehen, und ging. Um bei mir Schwierigkeiten vorauszusehen, brauchte man nun wirklich keine hellseherischen Fähigkeiten.“ (Zitat Invita)
Invita lebt als Sklavin im Hause von Legatus Augusti pro Praetore, dem mächtigen und einflussreichen Statthalter von Treveris.
Ihren vorherigen Besitzern ist es zu verdanken, dass die Siebzehnjährige Bildung erfahren durfte, mehrere Sprachen spricht und des Lesens, Schreibens und Rechnens mächtig ist. Ihre große Schwäche für Dichter und Philosophen bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten. Invita gilt als aufsässig, vorlaut und unzuverlässig. Aufgrund ihrer Neigung, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit Schriftrollen aus dem Haus ihrer Eigentümer auszuleihen, wird sie wiederholt des Diebstahls bezichtigt. Ihre permanenten Verstöße gegen die Hausregeln tragen darüber hinaus dazu bei, dass sie sowohl der Hausverwalter Diodoros, als auch der Aufseher Celsus, scharf im Auge behalten. Nachdem Modestus, der stille und gutmütige Bote des Statthalters, Invita ein Geheimnis anvertraut hat, verschwindet er spurlos. Die junge Sklavin mit dem vorlauten Mundwerk beschließt, Nachforschungen anzustellen und bringt sich dadurch in Lebensgefahr.
Nachdem ich bereits mit großer Begeisterung mehrere Romane der Autorin Maria W. Peter gelesen habe, wurde ich nun mit der Buchreihe um die junge Sklavin Invita auf einige frühere Werke der Autorin aufmerksam. Im vorliegenden ersten Band „Fortunas Rache“ lernt der Leser die ungewöhnlich gebildete Protagonistin kennen, die sich nach geistiger Nahrung verzehrt, zu ihrem Leidwesen jedoch nicht gerade mit Gehorsam und Diplomatie gesegnet ist. Laufende Konfrontationen und drastische Strafen sind die Folgen ihres Ungehorsams, doch widerspenstig und starrköpfig fordert Invita ihr Schicksal täglich aufs Neue heraus. Der Ich-Erzählerin Invita stehen etliche Nebenfiguren zur Seite, der Schauplatz der Handlung ist die bereits erwähnte Hauptstadt der Treverer an der Mosel. Während Invita mit den Sklavinnen Foeda und Bricia ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, machen ihr die boshafte und manipulative Sklavin Rapida, der griesgrämige Hausverwalter Diodoros und der grausame Aufseher Celsus das Leben schwer. Die hellsichtige Heilkundige Selena gibt nur zögernd begehrte Informationen preis, den selbstbewussten Kriegsgefangenen Flavus betrachtet Invita als versklavten Barbaren und ungehobelten Alemannen. Eine wichtige Rolle im Buch spielt auch die kränkliche Tochter des Statthalters namens Marcella, die eine schützende Hand über Invita hält. Doch ebenso wie einige andere Bewohner dieses Hauses ist Marcella äußerst bedacht darauf, ihre Geheimnisse zu wahren.
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, historische Fakten mit einer spannenden Krimihandlung zu vereinen. Man erfährt interessante Einzelheiten über das Alltagsleben der römischen Elite, liest von Errungenschaften wie beispielsweise Toiletten oder Fußbodenheizung in den Häusern der wohlhabenden Familien. Durch Invita erhält man Einblicke in das Leben der Sklaven bei einflussreichen, begüterten und von sich selbst überzeugten Römern.
„Die Römer sind so von der Einzigartigkeit und Ewigkeit ihrer eigenen Weltordnung überzeugt, dass sie vergessen, dass es schon eine Welt vor der Zeit Roms gab und ebenso eine danach existieren wird.“
Die Autorin hat den Kriminalfall um den spurlos verschwundenen Modestus sehr gut umgesetzt. Der Spannungsbogen bleibt zudem durch die laufenden Missgeschicke und Verstöße der Protagonistin konstant aufrecht. Maria W. Peters Schreibstil ist flüssig und einnehmend. Was mir persönlich nicht zusagte waren die derben Ausdrücke im Buch, die wohl die Schlichtheit und fehlende Bildung unter den Sklaven verdeutlichen sollten. Sehr gut gefallen haben mir die in einige Dialoge eingebrachten Zitate Senecas. Wiederholt zum Schmunzeln veranlassten mich jene Gedankengänge und Aussagen Invitas, welche von ihrem trockenen Humor zeugen:
„Schon als ich den kostspieligen Papyrus in die Hand nahm, rollte er sich von selber auf. Ich grinste. Die Anziehung zwischen Schriftrollen und mir beruhte offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Einen Moment lang kämpfte mein besseres Ich gegen die Versuchung, einen kurzen Blick auf den Inhalt zu werfen. Das bessere Ich unterlag.“ (Invita)
Bei der Bewertung der Charakterzeichnung der handelnden Figuren war ich ein wenig zwiegespalten. Invita als Ich-Erzählerin erlaubt großzügige Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und lässt die Leser auch an ihren Beobachtungen der anderen Charaktere teilhaben. Die beiden Antagonisten Diodoros und Celsus empfand ich ebenfalls als glaubwürdig ausgearbeitet. Einige Nebenfiguren empfand ich jedoch etwas zu blass – die Haussklaven und der eigenmächtige Alemanne Flavus blieben mir bis zuletzt ein wenig fremd, sie konnten mich emotional nicht einbeziehen. Da es sich bei dem vorliegenden Roman um den Beginn einer Buchreihe handelt, gehe ich jedoch davon aus, dass der Fokus der Autorin sich vermutlich erst im nächsten Band auf Flavus und einige der aktuell etwas vernachlässigt wirkenden Randfiguren richten wird. Ich bin schon jetzt gespannt darauf, Näheres über diesen Personenkreis zu erfahren.
Abschließend möchte ich noch auf die überaus ansprechende optische Aufmachung dieses Buches hinweisen sowie auf die Tatsache, dass Maria W. Peter ihren Lesern im Anhang nicht nur eine Karte des römischen Trier im dritten Jahrhundert nach Christi zur Verfügung stellt, sondern auch ein aus meiner Sicht äußerst hilfreiches Glossar zu den im Buch verwendeten lateinischen Ausdrücken. Das Nachwort liefert detaillierte geschichtlichen Fakten zu Zeit und Schauplatz der Handlung.
Fazit: Maria W. Peter entführte mich in „Fortunas Rache“ an der Seite der jungen Sklavin Invita auf eine abenteuerliche und spannende Reise in die Vergangenheit, wo ich im Jahre 260 n. Chr. interessante Einzelheiten über das Alltagsleben der römischen Oberschicht und jenes ihrer Sklaven in Erfahrung bringen durfte. Der flüssige und einnehmende Schreibstil, eine vorlaute und waghalsige Protagonistin und ein ausgeklügelter Kriminalfall bescherten mir großes Lesevergnügen. Ich freue mich bereits darauf zu erfahren, welche Abenteuer Invita in den Nachfolgebänden erwarten.
Rezensionen von manu63:
Interessant
Das Ketzerdorf - Der Aufstieg des Inquisitors von Richard Rost
Das Ketzerdorf Aufstieg des Inquisitors ist der erste Band einer Reihe des Autors Richard Rost rund um Otto von Gemmingen. Der Leser begleitet Otto auf seinem Karriereweg durch die Katholische Kirche. Gleichzeitig wird die Lebensgeschichte einiger weiterer Personen seiner Zeit mit eingeflochten.
Interessant fand ich die Geschichte rund um die Entstehung der Inquisition.
Dem Autor gelingt es die Schrecken der damaligen Zeit lebendig einzufangen. Außerdem entlarvt er die Doppelmoral der Kleriker und ihre Intrigen untereinander. Fiktive und geschichtlich verbürgte Gestalten hauchen der Geschichte Leben ein und ich verfolgte mit Neugierde deren Lebenswege. Ein Kritikpunkt gibt es jedoch von mir,, für den ich auch die Bewertung herunter setze. Leider gab es immer wieder Dialoge in Dialekt die schwer bis gar nicht für mich verständlich waren. Es gab auch kein „Übersetzung“ des Ganzen. Das ließ meinen Lesefluss immer wieder stocken. Außerdem gibt es etliche Fußnoten, die bei einem Printexemplar nicht so schlimm sind, wenn man das Buch jedoch als ebook liest, ist das in meinen Augen nicht so gut lesbar, da mein Reader z. Bsp. keine ganze Seite auf einmal anzeigt, auch nicht in der kleinsten Schriftart, so das ich nicht schnell einen Blick auf die Fußnote werfen kann.











