Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Das Zwischenweltliche
Wir Gotteskinder von Nana Oforiatta Ayim
Afrikanische Literatur spielt leider noch keine allzu große Rolle hierzulande. Wenn dann doch kommen einem die wenigen in den Sinn, die man bisher doch stärker auch in den Medien wahrgenommen hat, wie die Klassiker von Chinua Achebe oder neueren Literatur von Chimamanda Ngozi Adichie, Taiye Selasi oder Ayesha Harruna Attah.
Aber es kommen einige Romane dazu in diesem Bücherfrühling und einer davon ist „Wir Gotteskinder“ von der großartigen Nana Oforiatta Ayim!
Die Presse hat sich global förmlich überschlagen vor positiven Stimmen und da werde ich eher skeptisch, aber hier war auch ich euphorisch dieses Buch zu lesen, hat doch die Autorin bereits einen spannenden Lebenslauf, der sich auch stark in der Geschichte des Romans wiederfindet.
Der Roman erzählt die Geschichte von Maya Mensah, die in Deutschland aufwuchs. Ihre Eltern fanden Exil, da es in Ghana nicht mehr Sicher für die Familie war. Im Heimatland Teil einer angesehenen Familie, die zu einer Königsfamilie gehört, in Deutschland die belächelten Flüchtlinge.
Maya ergründet ihre Wurzeln und lernt die Welt kennen mit ihren Kategorisierungen, mit ihren Vorurteilen und ihren Ausgrenzungen. Sie lebt, wie viele zwischen den Welten, es ist eine Suche der eigenen (inneren) Heimat. Eine Bereicherung der Perspektiven. Es passiert aber auch noch eine Menge mehr, denn es folgen die Jahre der Entzweiung in der Familie, eine Rückkehr nach Accra. Aber immer bleibt Maya im Fokus mit ihrer Reflektion und Suche nach Halt und Verortung.
Und es bleibt auch die Frage im Raum ob Maya ein „Gotteskind“ ist oder eben nicht. Ein Gotteskind ist ein Kind das mit einem Fuß in der materiellen Welt steht und mit einem anderen in der spirituellen Welt. Ein Kind das scheinbar das große Ganze zu greifen vermag.
Selbst der Schreibstil wird zum Statement, wenn die junge Autorin sich wunderbarerweise an den lokalen Arten der Geschichtenerzählung orientiert. Die schriftliche Form ist Literatur, nun hat sie eine Fusion kreiert in dem sie den Rhythmus der mündlichen Übertragung von Geschichten begleitet von Trommeln einbaute. Es entsteht geschriebene Oratur. Diesem Rhythmus sollte man sich hingeben und der Roman kann seine volle Wirkung erzielen.
Fazit: Ein handlungsstarker Roman mit Tiefe von einer Person, die weiß was sie schreibt.
Rezensionen von Lagoona:
Eine seh rschöne Lese-Motivation
Eine Freundin für Mia von Alexandra Fischer-Hunold
Dieses Leserabe-Buch ist diesmal für die Vor-Lesestufe mit extra großer Schrift und vielen bunten Bildern im Text die jeweils ein Wort im Text ersetzen, so dass die Kinder schon richtig mitlesen können, auch, wenn sie eigentlich noch gar nicht wirklich lesen können.
In "Eine Freundin für Mia" geht es um die kleine Mia, die in eine neue Stadt zieht und natürlich somit auch auf eine neue Schule kommt.
Mia wünscht sich nichts sehnlicher als auf der neuen Schule eine neue Freundin zu finden. Allerdings hat sie eine ganz genaue Vorstellung, wie diese neue Freundin aussehen soll. Mia wünscht sie sich ein Mädchen mit langen, goldenen Haaren, einer Perlenhaarspange, einem rosafarbenen Kleid und silbernen Schuhen. Ausserdem sollte das Mädchen auch noch auf einem Einhorn mit glitzernden Haaren sitzen und sie sollte Schokolade und Katzen mögen und aussehen wie eine Prinzessin. Natürlich ist es nicht so leicht eine Mädchen zu finden, welches den Vorstellungen von Mia entspricht. Ob sie ein wenig von ihrem Plan abweicht, ein bisschen offener wird und vielleicht auch anderen Mädchen eine Chance zu geben, das erfahrt Ihr in "Eine Freundin für Mia" :-)
Am Ende der Geschichte gibt es noch einige Rätsel und eine Wörterliste der gezeichneten Wörter zum ausklappen.
Mein Fazit:
Die Idee an sich die Kinder auf diese Art und Weise zum Mitlesen zu bewegen finde ich absolut klasse.
Das Mia eine ein wenig sonderbare Vorstellung hat, wie ihre neue Freundin aussehen soll, hat meine Kinder aber etwas verwundert. Das mit dem gemeinsamen Lesen hat bei uns relativ gut geklappt, wobei ich bei einigen Bildern aber doch helfen musste.
Die Rätsel am Ende haben uns gut gefallen.
Insgesamt aufjedenfall eine schöne Motivation zum Lesenlernen.
Ich gebe 4 Sternchen
Rezensionen von yellowdog:
Kurzprosa
Fern von hier von Adelheid Duvanel
Sämtliche Erzählungen. Das bedeutet fast 800 Seiten, die man selbstverständlich nicht von vorne bis hinten komplett durchliest sondern erst einmal eine Auswahl trifft. Es ist ein Buch für nicht nur ein paar Stunden, durch das man eine originelle Schweizer Autorin kennen lernt. Adelheid Duvanel lebte von 1936 bis 1996.
Das Buch enthält außerdem ein Essays zur Poetik Adelheid Duvanels.
Die Erzählungen sind überaus eigen und originell.
Es sind alles kurze Erzählungen, oft nur eine oder einige Seiten lang. Ist doch einmal eine länger, wie z.B. die letzte Story „Jan“ ist diese in sich noch mehrfach unterteilt.
Schon mit der ersten Geschichte „Der Dichter“ wird eine bildhafte Sprache deutlich. Da spaziert der Protagonist mit seiner Hündin, die auf genau die gleiche weise hinkt wie er, durch die Vorstadt.
Häslein in der Grube zeigt ein 15jährigs Mädchen, das Häslein genannt wird, und so hoppelt sie durch die Straßen.
Ein krankes Mädchen wird Meerschweinchen genannt und trägt tatsächlich gewisse Züge dieses Tieres, wie eine hochgezogene Lippe und Schnüffeln.
Besonders gelungen halte ich die Geschichten, die von Kindern oder jungen Frauen erzählt, die sozial im Abseits stehen (Catalina, Taddea, Sabel, Das Kind, Katja, und andere).
Immer ist der Schmerz der ausgegrenzten Figuren erkennbar und als Leser kann man sich dem nicht entziehen.
Man muss dem Verlag dankbar für diese Leistung mit diesem Buch sein. Es ermöglicht eine große Entdeckung und die Begegnung mit einer außergewöhnlichen Autorin.
Rezensionen von Lesestern:
Die Festtage im Kirchenjahr und ihre Bedeutung - kindgerecht erklärt
Die Kinder-Festtags-Bibel von Susanne Jasch; Kristina Schnürle
„Die Kinder-Festtags-Bibel“ von Susanne Jasch und Kristina Schürle ist jetzt in einer überarbeiteten Neuauflage im April 2021 bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen.
Dieses von Mathias Weber wunderschön-farbenfroh illustrierte Buch erklärt insgesamt 24 christliche Festtage und deren biblischen Ursprung und historischen Zusammenhang.
Es beginnt mit dem Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag.
Die Geschichten dazu sind kindgerecht erzählt und werden von den farbenprächtig- ausdrucksstarken Illustrationen wunderbar unterstützt und in Szene gesetzt.
Neben allgemein vertrauten Festen lernt man hier auch weniger bekannte Feiertage wie z.B der Michaelis-, der Johannis- und der Peter und Paul -Tag kennen und erfährt zugleich deren Bedeutung und Ausgangspunkt.
Darüber hinaus bietet jeder Festtag als Abschluss eine Extra-Seite mit Hintergrundwissen, Impulsen, Mitmachideen und Bastelvorschlägen an, die das Gehörte und Gelesene sinnvoll erweitert und in die Praxis umsetzen lässt.
Ein weiterer Zusatz ist das am Ende des Buches in einer transparenten Einstecktasche befindliche und ebenso farbenfrohe große Poster, auf dem das ganze Kirchenjahr im Jahreslauf in Form von symbolhaften Bild-Ausschnitten dargestellt wird.
Mein persönlicher Lese-Eindruck:
Es macht Spaß diese besondere Kinderbibel in die Hand zu nehmen, selber darin zu lesen und vorzulesen und dabei bisher unbekannte Festtage und Informationen gemeinsam mit den Kindern zu entdecken.
Ein Buch, das nicht nur Kinder interessiert und fasziniert und aufgrund der erweiterten Einsatzmöglichkeiten vielfältig anwendbar ist.
So eignet sich diese Festtags-Bibel sowohl in der Kita, wie in der Kindergottesdienst und Jungschararbeit bis hin zum schulischen und häuslichen Gebrauch.
Die Extra-Texte zum Hintergrundwissen sind meinem Empfinden nach eher für Schulkinder geeignet. Deshalb sollte man die Zielgruppe hierbei berücksichtigen oder kindgerecht umformulieren.
Insgesamt besticht dieses Buch aber auch durch die sympathisch-knallbunten Bilder von Mathias Weber, der bekannt ist durch bereits andere erfolgreiche Publikationen wie z.B. der Kinderbibel-Kalender u. vieles mehr, ebenfalls in der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen.
Heute habe ich eine überraschende Entdeckung beim Bücher stöbern in der Buchhandlung gemacht: Auch die von mir sehr geschätzten neuen Bilderbücher von Jim Knopf sind von Mathias Weber koloriert. ( die Mimik der Gesichter war mir schon gleich irgendwie vertraut )):????)
Mein Fazit:
Eine sehr gelungene und optisch ansprechende Kinderbibel, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert und einlädt über die christlichen Festtage, die biblischen Ursprünge zu entdecken und Interesse für weitere Glaubensgeschichten zu wecken.
Rezensionen von Lesemama:
Die kleine Telefonzelle steht im Mittelpunkt
Die kleine Bücherei in der Church Lane von Rachael Lucas
Bewertet mit 3.5 Sternen
Zum Buch:
Lucy ist Geschichtslehrerin und hat sich eine Auszeit genommen. Dazu zog sie vorübergehend in das kleine, aber sehr hübsche Dorf Little Maudley. Zu dem Cottage, in das sie sich eingemietet hat, gehört im Prinzip die 96jährige Bunty. Außerdem ist da noch Sam, ihr gutaussehender Nachbar und die alte Telefonzelle, um die sich allerhand Geschichten ranken .
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Meine Meinung:
Ich war ganz verzaubert von dem Cover und der Kurzbeschreibung. Die Geschichte ist in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil geschrieben. Allerdings gibt es sehr viele Personen, da kommt man fast ein wenig durcheinander. Auch dauert es meiner Meinung nach etwas lange bis die Geschichte überhaupt in Gang kam, es wurde sehr viel drumherum erzählt.
Bunty, die während des zweiten Weltkrieges eine sehr wichtige Rolle spielte, ist für die Geschichtsbessene Lucy sehr interessant, aber Bunty ist auch sehr eigen und schwer zu knacken. Ich fand sie auf jedenfall sympathisch und interessant. Die Charaktere waren sehr vielseitig, die Geschichte, nach anfänglichen (Personen)Schwierigkeiten auch sehr schön zu lesen. Eine romantische Freundschaftsgeschichte mit historischen Hintergrund und einigen Geheimnissen. Sehr lesenswert
Rezensionen von Anna625:
Der moderne(re) Taugenichts
Fahrtwind von Klaus Modick
Der namenslose Protagonist des kurzen Romans möchte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und zum langweiligen "& Sohn" in dessen Unternehmen werden, und so macht er sich entgegen aller Hoffnungen seiner Eltern auf den Weg in die weite Welt. Mit dabei sind nur seine Gitarre und eine gehörige Portion Planlosigkeit und Sorglosigkeit, denn wohin es gehen soll, bleibt erstmal offen - Hauptsache weg, in die Ferne.
Schon bald wird er von zwei netten, vornehmen Damen mitgenommen und findet Arbeit in deren Schlosshotel, doch hier soll seine Reise noch nicht enden - im Laufe des Romans verschlägt es ihn bis nach Italien. Die Umstände, die dazu führen, sind ihm selbst lange schleierhaft, will er doch eigentlich nur die Liebe der jüngeren der beiden Damen gewinnen...
Wer sich nun an Eichendorffs "Taugenichts" erinnert fühlt, liegt vollkommen richtig - denn "Fahrtwind" ist sozusagen die modernisierte Version der Novelle aus der Spätromantik. Statt Violine spielt der Protagonist Gitarre, er soll nicht gärtnern, sondern Teil eines Unterhaltungsprogramms für rüstige Rentner werden, statt zu Pferd und mit der Postkutsche ist man mit dem Motorrad unterwegs, und statt über die Waldwege des frühen 19. Jahrhunderts macht sich der Protagonist auf den Straßen der 1970er Jahre auf den Weg.
Der Schreibstil ist dabei locker und entspannt und entspricht so ganz dem Gemüt des Protagonisten. Die Handlung hält sich, wenn auch in einer aktuelleren Version, bis auf kleinere Abweichungen sehr eng an die Vorlage. Daher enthält das Ganze teilweise sehr skurrile bis unglaubwürdige Elemente, die man an einem "normalen" Roman wohl kritisieren würde. Hier finde ich es aber vollkommen in Ordnung, weil es der Vorlage so nahe kommt. Dementsprechend kann ich auch die Naivität und Trägheit des Protagonisten akzeptieren. Das sowie der vorangegangene Punkt hätte mich an einem anderen Buch vermutlich gestört, und ich kann mir auch vorstellen, dass dies Leser abschreckt, die den "Taugenichts" nicht gelesen haben. Kennt man ihn aber, macht es teilweise sehr viel Spaß, die diversen Parallelen zu entdecken.
Trotz einiger Schwächen und Längen (die ich so aber tatsächlich an genau denselben Stellen auch im Original verspürt habe), hat mich Modicks Roman gut unterhalten. Wer den "Taugenichts" mag, hat sicher Spaß mit dieser moderneren Variante.
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Ein Mädchen mit Herz
Echo Mountain von Lauren Wolk
Ellie liebt ihr Leben in den Bergen. Ein wunderschönes Zuhause, für das ihre Eltern aber sehr viel arbeiten müssen. Dann hat ihr Dad einen Unfall und fällt ins Koma. Alles ist in der Schwebe, ob er wieder aufwacht, ob er wieder gesund werden kann.
Auf der Suche nach Hilfe findet Ellie Cate, die mit ihrer Heilmethode hoffentlich helfen kann .
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Das Cover wird der Geschichte kaum gerecht. Es ist fast ein wenig unschaubar. Aber die Geschichte hat mich so sehr berührt. Eine unglaublich bewegende Geschichte. Ellie auf dem Weg zur Erwachsenen muss von heute auf morgen Verantwortung übernehmen und ihre Angst überbrücken.
Der Schreibstil ist sehr schön, flüssig zu lesen, berührend und unterhaltsam.
Mich hat das Buch jedenfalls sehr gut unterhalten und ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite so sehr geliebt und kann es absolut empfehlen. Ein Buch, nicht nur für junge LeserInnen.
Rezensionen von Amena25:
Zeitporträt der wilden 60er
Teufelsberg von Lutz W. Kellerhoff; Lutz Wilhelm Kellerhoff
Nach ,,Die Tote im Wannsee“ legen die drei Autoren Lutz, Wilhelm und Kellerhoff mit ,,Teufelsberg“ ihren zweiten Kriminalroman mit Kommissar Wolf Keller vor. ,,Teufelsberg“ spielt im Westberlin der späten 60er Jahre und lässt den historischen und politischen Hintergrund der Zeit wieder aufleben.
Als die Frau eines Richters brutal erwürgt wird, ist ganz Berlin in Aufruhr. Die Tatsache, dass die Ermordete Jüdin war und außerdem ihr Ehemann Morddrohungen der radikalen Linken erhalten hat, verkomplizieren die Ermittlungen von Kommissar Wolf Heller. Einiges weist auf einen politisch motivierten Mord hin, doch Heller hat so seine Zweifel. Immer wieder kreuzt die lebenslustige Amerikanerin Louise Mackenzie Hellers Wege. Sie ist außerdem noch die Nichte der Toten und führt deshalb eigene Recherchen durch, die sie aber in große Gefahr bringen…..
Da es sich um Band 2 der Reihe mit Wolf Keller handelt, sollte man den Vorgängerband besser gelesen haben, um ohne Schwierigkeiten den zahlreichen Figuren und ihren Beziehungen untereinander folgen zu können. Hellers Privatleben wird recht ausführlich Raum gegeben, was der Veranschaulichung der zeitgenössischen Atmosphäre zugute kommt, allerdings leider auch auf Kosten der Spannung geht.
Das Autorentrio hat ein gelungenes Zeitporträt mit einem interessanten, aber leider nicht allzu spannenden Kriminalfall verknüpft. Für historisch interessierte Leser dennoch ein empfehlenswertes Buch!
Rezensionen von Gavroche:
Totengräber und Polizist ermitteln
Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch
Leopold von Hertzfeld ist gerade von Graz nach Wien umgezogen und fängt dort bei der Polizei an. Zuvor hat er in Graz studiert und bereits 3 Jahre Erfahrung als Untersuchungsrichter. Er ist aufgeschlossen für neue Methoden und möchte diese nun auch in Wien anwenden. Und so fährt er übereifrig schon in der Nacht vor seinem Dienstantritt an den Rand des Praters, wo die Leiche einer jungen Frau entdeckt wurde.
Durch diese Aktion macht er sich bei der Polizei nicht gerade beliebt, vor allem, weil er auch noch alles besser weiß und auf die neuen Methoden verweist. Und so wird er auch recht schnell von seinem neuen Chef aufs Abstellgleis geschoben, doch das lässt er sich natürlich nicht bieten. Denn es bleibt nicht bei dem einen Mord an einem jungen Mädchen. Doch auch der rätselhafte Selbstmord an Bernhard Strauss muss aufgeklärt werden - so beginnt das Buch auch mit diesem Halbbruder des berühmten Johann. Und immer mit dabei ist Augustin Rothmayer, der Totengräber des Wiender Zentralfriedhofs, der ein Buch schreibt, aus dem wir immer wieder Ausschnitte lesen. Ein überaus interessanter Einblick in die Stadt Wien am Ende des 19. Jahrhunderts und die Methoden der Ermittlung. Mit dem Totengräber Augustin ist Oliver Pötzsch ein überaus interessanter und eigenwilliger Charakter gelungen. Mal wieder ein toller Roman und Krimi von Pötzsch, der wieder einmal beweist, wie gut er sein Handwerk beherrscht. Hoffentlich gibt es bald neue Fälle dieses ungleichen Duos - oder gar Trios?
Rezensionen von yellowdog:
Ein irres Zwiegespräch
Der Bewohner von David Jackson
Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine gekürzte Version, die 7 Stunden Laufzeit hat. Mir fallen aber keine durch Kürzung entstandene Lücken auf.
Der Bewohner kommt mir vor wie Satire. Dazu trägt zum einen der Untertitel „Ein Serienkiller auf der Flucht. Und er versteckt sich in deinem Haus.
“ bei als auch die Tatsache, dass dieser Schizophrene Thomas Brogan die ganze Zeit mit sich selbst spricht. Aber der Autor David Jackson meint seinen Text wohl doch ernst.
Diese ungewöhnliche Erzählart prägt das Buch. Die ganze Zeit beobachtet der Irre die Menschen des Hauses und der Umgebung. Die Gedanken des Mörders sind leider sehr simpel gehalten. Daher werden die anderen Figuren, die er die ganze Zeit beobachtet nicht so lebendig wie es möglich gewesen wäre. Sie bleiben eindimensional.
Begeistert bin ich aber ein weiteres Mal vom Sprecher Peter Lontzek, dessen sonorer Stimme man lange zuhören kann ohne zu ermüden und der das ungewöhnliche Zwiegespräch wirklich umsetzt.











