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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nicol_loves_books:

Spannend, düster, mysteriös und so gefühlvoll!!


Inhalt:
„ Ich war auf alles vorbereitet - nur nicht auf dich“
Die 18-jährige Estella lebt seit dem Tod ihres Vaters bei Ihrer Stiefmutter und hat eigentlich nur ein klares Ziel vor Augen. Sie möchte einfach nur noch ihren Schulabschluss hinter sich bringen und dann schnellstmöglich Irland und vor allem ihre Stiefmutter verlassen.

Doch ihre Pläne ändern sich schnell als plötzlich der geheimnisvolle Noah in ihr Leben tritt. Er ist nicht nur anders als all´die anderen Jungs denen Estella bisher begegnet ist , nein er gibt ihr auch endlich das Gefühl nicht ganz allein auf dieser Welt zu sein. Es kommt wie es kommen musste und Estella verliebt sich täglich ein bisschen mehr in Noah. Doch Noah hütet ein Geheimnis und er ist nicht ohne Grund plötzlich in diesem Ort aufgetaucht!...
Meine Meinung:
Beyond the sea ist ein Einzelband der Autorin und ich muss zugeben, dass ich zuvor noch kein Buch der Autorin gelesen habe. Dies muss ich auf jeden Fall ändern.
Beginnen wir mal mit dem Cover! Da muss ich sagen- für mich ist dies ein absolutes Traumcover und sowohl das Cover als auch der Titel passen für dieses Buch einfach wie die Faust aufs Auge. Denn die rauhe See und auch die Küsten Irlands finden in diesem Buch einen beachtlichen Teil.
Ich bin nicht mit allzu großen Erwartungen an dieses Buch gegangen. Ich habe eine New Adult Geschichte mit einem wunderschönen Setting in Irland á la Cinderella erwartet und bekommen habe ich so so viel mehr! Denn hierbei handelt es sich nicht um eine normale New Adult Geschichte- nein dieses Buch liefert so viel mehr! Es ist unfassbar spannend, geheimnisvoll, mystisch, düster, regt unheimlich zum Nachdenken an und vermittelt so viele wichtige Themen! Ihr merkt schon, ich bin mehr als nur begeistert!
Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich fesselnd, flüssig und so bildlich und detailreich, dass ich teilweise den Küstenwind in meinem Haar spüren konnte! Während dem Lesen habe ich alle Emotionen erlebt, die man beim lesen erleben kann! Ich habe gelacht, geweint, gelitten, habe mich gegruselt, war angeekelt, hatte unglaubliches Herzklopfen und auch Gänsehaut!
Was die Autorin hier geschaffen hat ist sensationell. In diesem Buch hat auch die Religion einen ganz großen Stellenwert. Es werden alle Seiten der Religion beleuchtet und das habe ich so in einem New Adult Buch noch nicht gelesen, geschweige denn erwartet.
Auch das übernatürliche wird in diesem Buch behandelt, so dass mir nicht nur einmal ein kalter Schauer über den Rücken lief. Einmal angefangen zu lesen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein wahrer Pageturner und man möchte hinter all die Rätsel und Geheimnisse kommen.
Wer denkt hier trifft ein normales junges Mädel mit nicht so schöner Vergangenheit auf den typischen Bad Boy, der irrt sich gewaltig. Denn harte Schale- sehr weicher Kern- das ist Noah. Noah verkörpert zwar nach außen hin, das klassische Bad Boy Image mit Motorrad und Lederjacke aber man merkt schon schnell, was für ein toller Typ er eigentlich ist und wie gut Estella seine Nähe und seine Fürsorge tun. Estella ist eine 18-jährige Schülerin, die bis auf ihre beste Freundin eigentlich niemanden mehr hat und sich alleine durchs Leben kämpfen muss. Sie macht im Laufe der Zeit eine unglaubliche Entwicklung durch, wobei ich jedoch ehrlich gesagt nicht all´ihre Entscheidungen nachvollziehen und verstehen konnte. Auch Vee die „böse“ Stiefmutter verbirgt so einige Geheimnisse und im Laufe des Buches kann man auch ihr Verhalten mehr als nur nachvollziehen.
Dieses Buch enthält eine Triggerwarnung- und diese auch zu Recht!
Fazit: Dieses Buch ist kein typisches New Adult Buch es ist anders, es ist speziell, es ist düster, mystisch und geheimnisvoll, behandelt so wichtige und ernste Themen und das so gefühlvoll, dass man wahrhaftig das Gefühl erhält, das gelesene selbst zu erleben! Von daher, gebt diesem Buch eine Chance und lest es!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Krimiunterhaltung vom Feinsten

Leopoldstadt von Sabina Naber

Die Autorin entführt ihre Leser in das Wien von 1966. Es ist eine Zeit des Umbruchs. Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist gerade einmal etwas mehr als 20 Jahre her, das Ende der Besatzungszeit erst 11 Jahre. Die Folgen sind nach wie vor deutlich spürbar.

Dieses Mal bekommen es Chefinspektor Wilhelm Fodor und sein Team mit einem komplexen Mordfall zu tun: Während die Stadt und ihre Bewohner unter der Hitze leiden, wird ein Schwarzafrikaner mit amerikanischen Militärstiefeln tot aufgefunden.

Der Name ist recht bald bekannt, doch scheint niemand den Mann zu vermissen und US-Botschaft gibt vor, ihn nicht zu kennen.

Bei seinen Ermittlungen sticht Wilhelm Fodor in ein Wespennest und in der Folge gibt es weitere Tote. Je tiefer Fodor in den Fall eintaucht, desto mehr Gespenster der Vergangenheit treten zutage. Doch auch die aktuellen Ereignisse wie die „Südtiroler Bumser“ werfen ihre Schatten auf die österreichische Hauptstadt.

Meine Meinung:

Sabina Naber hat in diesem 2. Fall für Chefinspektor Wilhelm Fodor die Atmosphäre des Jahres 1966 perfekt eingefangen. Es wird überall geraucht, im Dienst Schnaps getrunken und Verdächtige handgreiflich zu Aussagen genötigt. Jüngere Leser werden sich möglicherweise an der authentischen Sprache stoßen. So dürfen die Protagonisten heute verpönte Worte wie „Neger“ in den Mund nehmen und nationalsozialistisches Gedankengut von sich geben, für das sie heute wegen Wiederbetätigung vor dem Gericht stehen würden. Tempora mutantur!

Als Wienerin, die in der Leopoldstadt aufgewachsen ist, habe ich mich gleich zurechtgefunden, auch wenn das eine oder andere Lokal erfunden oder verfremdet ist. Das Hotel Valerie erinnert sehr stark an das Hotel Stefanie. Auf seinen Ermittlungen kommt Wilhelm Fodor in die „feinen“ Ecken der Villengegenden in Hietzing und Döbling. Doch der Hauptteil des Krimis spielt in der heruntergekommenen Gegend rund um den Karmelitermarkt. Das kann man sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen, denn das Viertel wurde gentrifiziert und ist nach wie vor aufstrebend, jung, urban und inzwischen leider sauteuer.

Die Charaktere sind durchwegs authentisch. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten. Der eine oder andere hat nach wie vor braunes Gedankengut im Schädel, was aber bei der Altersstruktur der Ermittler nicht wirklich verwundert. Sind doch die Menschen dieser Jahrgänge in ihrer Jugend indoktriniert worden. Man kann ihnen allenfalls vorwerfen, aus der Geschichte nichts gelernt zu haben.

Geschickt flicht Sabina Naber historisches und zeitgeschichtliches Wissen ein. Hier hat die Autorin penibel recherchiert. Für deutsche Leser ist der Wiener Dialekt, den die Figuren sprechen (dürfen) durchaus eine Herausforderung.


Fazit:

Die literarische Zeitreise in meine Kindheit und der verzwickte Kriminalfall haben mich bis zur letzten Seite gefesselt. Daher gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht ganz überzeugt

Schäm dich! von Judith Sevinç Basad

Hm, mit diesem Buch habe ich mich nicht so recht anfreunden können. Manche Thesen und Behauptungen scheinen berechtigt zu sein, andere wieder nicht. Als Österreicherin kenne ich die deutschen Verhältnisse zu wenig, um beurteilen zu können, ob sich alles so zuträgt, wie es dargestellt wird.

Stellenweise zieht sie fest über den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk her.

Dabei scheint dieser, im Gegensatz zu den privaten TV-Stationen, ein wenig sachlicher zu berichten.

Manchmal bedient sie sich genau jener Kampfrethorik, gegen die sie zu Felde zieht.

Fazit:

Ich habe mir ein wenig mehr erwartet und kann daher nur drei Sterne vergeben.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Noch mehr böse Blumen von Klaudia Blasl

Die österreichische Krimiautorin Klaudia Blasl, die durch ihre ironischen „Damisch-Tal-Krimis“ bekannt ist, hat hier einen Nachfolger ihres Kurzkrimi-Bandes „Böse Blumen“ geschrieben. Diesmal sind es 15 Kurzkrimis, die als Mordwaffe jeweils eine Pflanze haben.
Diese Kurzkrimis lassen sich leicht zwischendurch lesen und haben mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht.

Allerdings schlägt das Imperium einige Male boshaft zurück, wenn der Täter (ja diesmal morden auch Männer mit Gift) z.B. Den Pool des missliebigen Nachbarn durch einen Pflanzenextrakt vergiftet und die eigenen geliebten Enkelkinder dürfen darin planschen ...
Nach jedem Fall gibt es ein Porträt der Pflanze, die für den Tod verantwortlich gemacht wird. Wie schon Paracelsus gesagt hat: „Die Dosis allein macht das Gift“, werden hier auch Heilwirkungen beschrieben. So manches Opfer hat ohnehin Herzbeschwerden, doch Fingerhut oder Blauer Eisenhut beschleunigen das Ableben. Ein großer Vorteil der Giftpflanzen ist, dass einige davon leicht erhältlich sind, also im eigenen Vorgarten wachsen, umweltfreundlich sind und lautlos töten. Es ist nicht nötig, das Darknet oder die Halbwelt beim Einkauf zu bemühen, es gibt keine bleihaltigen Rückstände und Lärm wie bei Schusswaffen. Auch hinterlassen Giftmorde wenig Sauerei. Und in Zeiten der Einsparungen auch im Bereich der Gerichtsmedizin wird der eine oder andere Tod durch Pflanzengift als natürlicher zu den Akten gelegt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem zweiten Giftpflanzen-Kurz-Krimi-Band 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Verlorene Engel von Frank Goldammer

Wir schreiben das Jahr 1956, im ungarischen „Bruderstaat“ gärt es. Der erhoffte Aufschwung in der DDR ist ausgeblieben. Nach wie vor herrschen Unsicherheit und Mangelwirtschaft. Das MfS bespitzelt seine Bürger.

Max Heller und seine Frau Karin sind mit Ziehtochter Anni in Dresden geblieben, obwohl 1953 schon alles für eine Flucht aus der DDR vorbereitet war.

Der Grund? Erika, die schwangere Freundin von Sohn Klaus, die nun in einer unglücklichen Ehe gefangen ist.

Dennoch hat sich für Max Heller einiges verbessert: Seine Vorgesetzten haben seine beharrliche Weigerung der SED beizutreten endlich akzeptiert und können ihn bei Beförderung und Auszeichnung kaum mehr übergehen.
Doch zuvor müssen Max und sein Team noch einen Serienvergewaltiger dingfest machen, der ganz Dresden in Angst und Schrecken versetzt. Die Abstände zwischen den Taten werden kürzer und als eine Frau an ihren Verletzungen stirbt, scheint die letzte Möglichkeit, den Täter mit einem Lockvogel zu fassen. Diese gefährliche Aufgabe übernimmt Birgit Schöneich, eine Sekretärin im Polizeidienst. Nach mehreren erfolglosen Nächten geht den Ermittlern tatsächlich ein Verdächtiger ins Netz. Doch ist das wirklich der Täter? Max Heller hat da so seine Zweifel, zumal es weitere Männer gibt, die sich seltsam verhalten.

Doch das ist nicht das einzige Problem, mit dem Max Heller zu kämpfen hat: Zwei russische Soldaten sind aus einer Kaserne geflüchtet, um nicht in Ungarn den Aufstand niederknüppeln zu müssen.

Daneben hat er private Sorgen, weil jemand Anni gesteckt hat, dass sie von Max und Karin adoptiert worden ist. Dann verschwindet das Mädchen spurlos.

„Ich frage mich, ob nicht da draußen irgendwo jemand herumläuft, der Annie sucht, der sich fragt, was aus ihr geworden ist. Der sich Vorwürfe macht, sie noch nicht gefunden zu haben.“ (S. 15)

Meine Meinung:

Frank Goldammer ist es auch in seinem 6. Krimi rund um Max Heller gelungen, die Stimmung in der DDR gut einzufangen.

Die Bespitzelung der Bevölkerung ist allgegenwärtig und macht auch vor Familienmitgliedern nicht Halt. Man kann (fast) niemandem trauen Doch hier ist Max ein wenig besser dran, denn er weiß, dass Sohn Klaus im MfS arbeitet. Interessanterweise steht er mit seinem Bruder, der in die BRD ausgewandert ist im Briefkontakt. Die Pakete die Max aus der BRD erhält, sind Klaus ein Dorn im Auge und haben auch Auswirkungen auf Anni. Sie erwecken Neid, vor allem beim Nachbarskind Vera, das ohnehin schon durch die Ankunft eines Brüderchens, hintangestellt wird.

Geschickt flicht der Autor auch die Vorurteile den Russen gegenüber ein. Vergewaltigung? Das können nur die geflohenen Russen gewesen! Gute Deutsche machen so etwas nicht - damit wird die Bereitschaft zur Selbstjustiz geschürt und Max hat Mühe, die aufgebrachten Männer zurückzuhalten.
Nachdem weitere Frauen überfallen werden, schalten sich sowohl Hellers russisches Pendant Alexej Saizew und das MfS.

Die in der DDR stationierten russischen Soldaten sind nicht freiwillig hier. Sie sind häufig einfache Bauern aus entlegensten Dörfern der UdSSR und verstehen nicht, warum sie in einem Land, dessen Sprache sie nicht verstehen, gelandet sind. Aber eines verstehen sie: sie sollen nach Ungarn, den Volksaufstand niederschlagen. Menschen töten, mit denen sie nichts am Hut haben. Die Zustände in den Kasernen und in der russischen Armee müssen grauenhaft sein, denn warum sollten die beiden desertieren und ihren eigenen Tod in Kauf nehmen?

„Arme Schweine sind das. Ich war mal in einer Kaserne. Ein Zuchthaus ist ein besserer Ort, sage ich Ihnen.“ (S. 319)

Max Heller ist mit Leib und Seele Ermittler, wenn auch unangepasst und systemkritisch. Häufig geht der Dienst vor die Familie und Karin fühlt sich mit ihren Sorgen alleine gelassen.

Fazit:

Wieder ein gelungener Krimi rund um Max Heller, der das politische Umfeld eindrücklich beschreibt. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ganz große Erzählkunst

Dein Schatten tanzt in der Küche von Barbara Frischmuth

Die Doyenne der anspruchsvollen, österreichischen Literatur, Barbara Frischmuth hält mit diesem Buch den zahllosen Büchern, die sich mit „Männergeschichten“ beschäftigen, entgegen.

Ich zitiere die Autorin aus den Salzburger Nachrichten vom 14.05.2021: "ich schreibe Frauengeschichten, weil ich eine Frau bin.

Seit Jahrtausenden werden Männergeschichten erzählt. Mich interessiert es, über Frauen zu schreiben; da gibt es viel zu entdecken"g

In fünf Erzählungen stellt sie Frauen vor, die ihre Leben meistern, aber auch scheitern (dürfen).

Dein Schatten tanzt in der Küche (Darya)
Enkelhaft (Agnes)
Kein Engel vor meiner Tür“ (Amelie)
Die Katze, die im Sprung gefror (Paula)
Die Rötung der Tomaten im Winter (Doris)

Der Tod ist wie das Leben gegenwärtig.

"Es ist unsere Zeit, wann dann, wenn nicht jetzt, wo wir einander haben. Es gibt kein später, auf das man sich verlassen kann."

Fazit:

Barbara Frischmuth hat mit diesen Essays ganz, ganz große Literatur geschrieben. Dafür gebühren natürlich 5 Sterne.

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Krimiunterhaltung vom Feinsten

In der Fremde von Joseph Lemark

Josef Vierziger hat nach dem brutalen Tod seiner Freundin Conny den Dienst bei der Wiener Polizei quittiert. Nun versucht er, gemeinsam mit Hund Nero, in Apulien zwischen Trulli und Olivenbäumen sein Leben wieder in Gleichklang zu bringen. Doch das ändert sich schlagartig, als ein durch Schüsse schwer verletzter Afrikaner vor seiner Haustür liegt.

Vierziger versorgt ihn, ruft einen Arzt und findet wenig später die verstümmelte Leiche der Frau seines Schützlings am Strand.

Während sich Jacopo, der Afrikaner, langsam erholt, gerät Vierziger in einen Strudel von Ereignissen, in denen ein Flüchtlingslager, ein jugendlicher Kindsmörder sowie eine rechtsgerichtete Partei eine Rolle spielen.

Bald weiß Vierziger nicht mehr, wer Feind oder Freund ist. Obwohl er den Polizeidienst quittiert hat, sind seine Intuition und sein Scharfsinn nicht erloschen. Dennoch gerät er ins Fadenkreuz der „Sacra Corona Unita“ nicht, die krakenartig ihre Arme quer durch alle Gesellschaftsschichten ausbreitet.

Meine Meinung:

Wie so häufig, beginne ich eine Krimi-Reihe mit dem letzten Fall. So auch hier, wobei die Vorgänger bereits auf dem Stapel liegen und darauf warten, gelesen zu werden.

Dieser Krimi ist fesselnd und hervorragend geschrieben.

Sehr genau werden die Zustände in unserem Nachbarland beschrieben. Flüchtlinge, die zu Hungerlöhnen in Fabriken schuften, die in Lager gepfercht werden. Das Schicksal Jacopos ist stellvertretend für alle jene, die es schaffen und gleichzeitig für alle jene, die auf dem gefährlichen Weg in ein besseres Leben, genau dieses verlieren.

Die Charaktere, vor allem Josef Vierziger, Loredana und Franca gefallen mir sehr gut. Bei Di Gaetano habe ich ein wenig gezweifelt, auf welcher Seite er steht. Dass der Rechtsanwalt und der Arzt Dreck am Stecken haben, war ein wenig vorauszusehen: ihre Gier ist förmlich zu spüren.

Ich freue mich schon darauf, die Vorgänger zu lesen und hoffe auf einen nächsten, fünften Fall für Josef Vierziger. Bin gespannt, ob er sich der Gruppe rund um Franca anschließen wird, die der Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge hilft.


Fazit:

So muss ein Krimi sein: spannend, anfangs ein wenig undurchsichtig und mit einer stimmigen Auflösung. Dieser hier verdient 5 Sterne.

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Ein faszinierender Reisebericht

Eine Reise auf den Glockner von Christoph Braumann

Heutzutage benötigt der Reisende ca. 5 Stunden von Wien bis nach Heiligenblut, das am Fuße von Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner, liegt. In 36 Kehren überwindet man anschließend den majestätisch aufragenden Berg. Auf der 48 km langen Straße, die in nur 5 Jahren in den 1930er Jahren errichtet worden ist, gelangt man von Heiligenblut in Kärnten nach Ferleiten in Salzburg.

Was heute selbstverständlich ist, war 1802 ein unüberwindliches Hindernis, oder?

Mit diesem prachtvoll ausgestatteten Buch bewegen wir und zurück in das Jahr 1802. Die Napoleonischen Kriege haben einen kurzen Augenblick Pause und so macht sich ein kleines Grüppchen von nur sieben Personen, darunter Arzt und Wissenschaftler Joseph August Schultes (1773-1831) und die ungarischen Brüder, die Grafen Apponyi, von Wien aus auf, den (Groß)Glockner zu besteigen.

Die Reise startet am 10. August 1802 in Wien und endet am 24. September daselbst. Dazwischen liegen Wochen der Strapazen, des Staunens und der wissenschaftlichen Experimente.

Dr. Christoph Braumann hat die vier Bücher, die Joseph August Schultes bereits 1804 veröffentlicht hat, behutsam redigiert und für uns lesbar gemacht. Wer sie im Original lesen möchte, dem sei Google-books empfohlen, denn dort sind sie als Digitalisat kostenfrei erhältlich. Allerdings bringt man sich um den Genuss, die zahlreichen, teils farbigen Bilder, die hier in diesem Buch abgebildet sind, anzusehen. Viele der Bilder sind erst Jahre später entstanden und spiegeln eine romantisierte Welt wieder.

Wie es sich für Gelehrte dieser Zeit gehört, wird kartografiert und dokumentiert. Abbildungen dieser Dokumente sind hier liebevoll in den Text integriert. So erhält der Leser Einblick in die Originallithografien und Zeichnungen. Teilweise handkoloriert vermitteln sie einen prächtigen Eindruck, den die Reisegruppe erleben konnte: zuerst in Kärnten die Klagenfurter Residenz, das Schloss Wernberg bei Villach, die Drau-Stadt Villach, das Mölltal mit der ehemaligen Bergwerksstadt Obervellach und dann anschließend das Salzburgische wie der Gasteiner Wasserfall, Lend und die Burg Hohenwerfen.

Diese Reise gilt als erste touristische Reise ins alpine Gelände. Die Erstbesteigung des Glocknermassivs erfolgte bereit 1800.

Fazit:

Dieses aufwendig produzierte Buch aus dem Anton-Pustet-Verlag beleuchtet die Anfänge des alpinen Tourismus und verdient 5 Sterne.

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Hist. Frauenpower

Lady Churchill von Marie Benedict

Dieser biografische Roman beschäftigt sich mit Clementine Churchill, der Ehefrau von Winston Churchill, dem ehemaligen Premierminister von Großbritannien.
Clementine, 1885 als Clementine Hozier geboren, heiratet den Politiker 1908, bekommt fünf Kinder und steht ihm unterstützend zur Seite. Nur unterstützend? Manchmal habe ich den Eindruck, dass SIE die treibende Kraft hinter ihrem Mann ist, da sie selbst keine politische Karriere machen kann.

Gemeinsam erleben sie zwei Weltkriege, Höhen und Tiefen der Politik und im Privatleben. Sie ist aufmerksame Gastgeberin, hält sich selbst aber für eine schlechte Mutter und hadert mit der Gesellschaft, die Frauen als minderwertig darstellen. Manchmal scheint ihnen das Geld auszugehen, da wird improvisiert.

Marie Benedict erzählt in Ich-Form aus Clementines Sicht, in der Regel chronologisch. Ihr Schreibstil liest sich recht leicht und flüssig. Nicht abschätzen kann, wie hoch der Anteil der Fiktion ist. Clementine Churchill hat Tagebuch geschrieben und es sind zahlreich Briefe erhalten.

Interessant ist, dass das Ehepaar Churchill ebenso wie die königliche Familie während der Bombardierung Londons vor Ort bleiben, um den Menschen Mut zu machen..

„...Ich bin sicher, wie ihr geht es allen Briten – ihnen muss Mut gemacht werden für die bevorstehenden Schlachten, und wenn das gelingt, werden alle sich erheben, wenn man sie ruft...“


„Besonders fügsam ist sie ja nicht gerade, oder?“

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich sehr gut unterhalten

Bretonisch mit Aussicht von Gabriela Kasperski

In diesem zweiten Krimi rund um die Schweizerin Tereza Berger, die in der Bretagne im Haus der verstorbenen Tante eine Buchhandlung betreibt, haben die aktuellen Ereignisse mit jenen aus dem Zweiten Weltkrieg zu tun.

Tereza stolpert, wie schon im ersten Band („Bretonisch mit Meerblick“) über eine Leiche und stochert neugierig im Leben des Toten sowie dessen Sohn herum, sehr zum Missfallen von Gabriel Mahon, dem schottischstämmigen Kriminalbeamten.

Als dann noch kurz vor dem Auftritt einer bretonischen Sängerin und dem Nonnenchor mehrere Personen nach dem Genuss (?) einer Fischsuppe an einer Vergiftung leiden, zählt neben der verschwundenen Nonne Nominoë, Tereza zu den Hauptverdächtigen.

Erst mit der Hilfe von ihrer Freundin in der Schweiz kann Tereza den Verdacht entkräften. Doch, wer ist der wahre Täter?

Meine Meinung:

Der Autorin ist wieder ein spannender Krimi gelungen, der nicht nur durch die unkonventionelle Zusammensetzung des „Personals“ besticht, sondern durch die Beschreibung von Land und Leuten. Man kann das Rauschen des Atlantik hören und den Duft des Meeres riechen. Für Landratten wie mich, ein schönes Erlebnis.

Der Plot lässt die Leser mitraten und führt immer wieder mal in eine Sackgasse.

Die Charaktere haben alle ihre Ecken und Kanten und sind manchmal schwer einzuordnen. Bahnt sich zwischen Tereza und Gabriel etwas an? Das eine oder ander Mal scheint es so zu sein, dass Mahon seine raue Schale ein wenig beiseiteschiebt, doch dann macht er wieder wie eine Auster zu. Aber, da sind wir ja richtig: Austern sind eine bretonische Delikatesse, die für Tereza gewöhnungsbedürftig sind.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 4 Sterne gebe.

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