Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
bezaubernd
Anouk, die nachts auf Reisen geht,2 Audio-CD von Hendrikje Balsmeyer; Peter Maffay
Seit Tabaluga wissen wir das Peter Maffay wunderschöne Geschichten erfinden kann die Erwachsene wie Kinder gleichermaßen begeistern. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin hat er ein Kinderbuch geschrieben. Die Heldin ist so wie man sich seine Tochter wünscht. Mutig, gerecht, aufmerksam, hilfsbereit und kämpferisch wenn nötig.
Anouk ist sieben Jahre alt und mag nicht schlafen gehen. Jeden Abend diskutiert sie mit ihren Eltern. Nach dem sie ins Bett gegangen ist, erwacht sie und es scheint Licht unter der Tür. Neugierig schaut sie nach und erlebt ein Abenteuer. Jede Nacht ein Neues, bei den Indianern, mit den Piraten oder bei den Eskimos. Insgesamt sind es sieben Geschichten zum Vorlesen oder Selber lesen.
Die Abenteuer beschreiben alltägliche Kindersorgen. Angst vor den Aufgaben in der Schule oder zuhause. Das Ganze wird in besonderen Szenen dargestellt, die für Kinder etwas Besonderes sind und sie dadurch auch eine Menge an Informationen bekommen.
Die Eltern sagen immer Anouk du hast geträumt und Anouk antwortet: Du bist ja so erwachsen. Eine wunderschöne Szene. Genau so sollten sich Kinder fühlen. Einmal den Erwachsenen überlegen. Dann ist der kommende Tag ein Abenteuer. Die Bilder sind wunderschön, mein Lieblingsbild: Anouk und Papa putzen Zähne, im Spiegel kann man Papas Tattoos sehen.
Das Buch verzaubert Leser und Zuhörer.
Rezensionen von Lesemama:
Irgendetwas fehlte mir
Partem. Wie die Liebe so kalt von Stefanie Neeb
Bewertet mit 3.5 Sternen
Zum Buch:
Jael stiehlt Gefühle, das ist sein Auftrag, seine Bestimmung. Als er Xenia trifft, fällt es ihm auf einmal überhaupt nicht mehr leicht.
Xenia ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, allerdings hört sie Geräusche wenn sie jemanden berührt. Außer bei Jael.
Beide fühlen ihr Herz schneller schlagen und beide wissen, es ist nicht gut, für den anderen etwas zu empfinden...
Meine Meinung:
Ich fand das Cover und auch den Klappentext total ansprechend und wollte es unbedingt lesen. Ich mag normalerweise Jugendbücher sehr gerne, vor allem wenn sie fantasievoll geschrieben sind.
Aber hier fehlte mir das gewisse Etwas, ich kam ewig nicht in die Geschichte, fand es teilweise verwirrend und langatmig. Es dauerte lange, bis die Story richtig an Fahrt aufnahm.
Manchmal passt die Zeit nicht zum Buch. So ließ ich es erstmal pausieren um es dann doch endlich mal zu beenden.
Die Geschichte wird abwechselnd von verschiedenen Personen erzählt, Jael, Xenon, Felix und Chrystal. Wobei ich bei den letzten zwei lange brauchte, bis ich ihre "Bestimmung" verstand. Auch wurden oft Teile der Geschichte wiederholt, also zuerst aus der einen Sicht, dann aus der anderen, das fand ich unnötig und empfand es fast als Zeitschinderei. Bei Xenia merkte man auch das junge Alter, sie war die jüngsten von allen und oft dermaßen unsicher, das es schon nervig war. Überhaupt gab es unheimlich viele Nebenchataktere, denen teilweise zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Dadurch fiel es mir bis zum Ende schwer, wirklich in die Story einzutauchen. Eigentlich eine gute Idee, leider nicht so toll umgesetzt. Zu viele Fragen blieben zu lange offen, sollte Spannung steigern, aber mich langweilt es dann doch.
Mal schauen, ob ich sie Geschichte weiterverfolgen mag.
Rezensionen von yellowdog:
Begegnung zweier Schriftsteller
Die schiere Wahrheit von Ursula Hasler Roumois
Ein origineller Einfall, zwei reale Schriftsteller zu fiktionalen Figuren in einem Roman zu machen. Georges Simenon und Friedrich Glauser waren zwei wichtige Schriftsteller von Kriminalromanen und beide hatten sie große Serienhelden. Bei Simenon war das natürlich Maigret und bei Glauser sein Wachtmeister Studer.
Simenon und Glauser sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Ob sie in der Realität wirklich so schnell zueinander gefunden hätten, dass sie sogar einen Kriminalroman zusammen schreiben, glaube ich eigentlich nicht.
Doch die Schweizer Schriftstellerin Ursula Hasler lässt es geschehen und so wechseln die Kapitel zwischen den Gesprächen der beiden Schriftsteller und der Handlung des fiktiven Romans.
Da wirkt Maigret aber nicht mit, stattdessen wird eine neue Hauptfigur geschaffen, die neugierige Krankenschwester Amelie Morel. Sie unterstützt Wachtmeister Studer bei einem Mordfall.
Mich beeindrucken besonders die Passagen, in denen gezeigt wird, wie ein Roman gestaltet werden kann. Auch wo dabei Probleme liegen und welche Möglichkeiten es gibt. Und natürlich die Szenen, in denen Glauser und Simenons charakterliche Unterschiede zur Geltung kommen. Simenon ist immer sehr selbstsicher, Glauser eher schüchtern. Dennoch haben sie auch Gemeinsamkeiten.
Fazit: ein geschickt gemachter Roman!
Rezensionen von Tara:
Ein Erbe und Familienstreitigkeiten
Der Nachlass von Winner Jonas
„Der Nachlass“ ist eins spannender Thriller des Autors und Journalisten Jonas Winner.
Hedda Laurent möchte ihre Vermögen nicht einfach an ihre Familie weiter vererben. Sie möchte, dass ihr Mann, ihr Bruder und ihre vier Kinder samt Familie darum spielen. An drei Tagen sollen je neun Spiele stattfinden und der Gewinner erhält alles.
Es dauert nicht lange und es wird gefährlich, da die Spiele vollkommen außer Kontrolle geraten.
Zu Beginn des Buches findet man einen kurzen Stammbaum, der mir einen guten Überblick über die wichtigsten Charaktere verschafft hat.
Die vier Geschwister Theo, Sophia, Patricia und Jannick haben sich seit Jahren nicht gesehen und hatten keinen Kontakt. Nun - nach dem Tod der Mutter - kommt es zu dem Treffen, bei dem sie, Heddas Mann und ihren Bruder Ruben, der bereits zu Beginn stirbt, wiedersehen. Über drei Tage sollen sie dem Testament nach bei insgesamt 27 Spielen gegeneinander antreten.
Die Atmosphäre in der Familienvilla auf der Insel Sandwerder im Tegeler See in Berlin, wo das Treffen stattfindet, ist gut eingefangen und es wird spürbar wie sich nach den ersten harmlosen Spielen die Stimmung verschärft. Durch wechselnde Perspektiven, Orte und Zeiten musste ich mich beim Lesen ein wenig konzentrieren, gleichzeitig wird das Buch dadurch sehr abwechslungsreich und spannend. Nach und nach erhält man Einblicke in die Kindheit der Geschwister und die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern werden immer deutlicher.
Die Spiele, die Hedda sich für ihre Familie ausgedacht hat, sind ebenso verstörend wie die familiären Hintergründe. Mit jeder Aufgabe steigt die Spannung und die Charaktere der einzelnen Personen treten von Seite zur Seite mit allen Facetten zum Vorschein.
Abgesehen von guter Unterhaltung und einem fesselndem Plot, stellt sich natürlich die moralische Frage. Was macht man alles, um an ein Erbe zu gelangen und was wäre man dafür bereit, seiner Familie anzutun ?
Ich fand das Buch unglaublich fesselnd und kann diesen ungewöhnlichen und raffinierten Psychothriller - der sich hintergründig mit der Frage nach der Moral beschäftigt – nur empfehlen.
Rezensionen von manu63:
Spannender dritter Teil
Doggerland. Fester Grund von Maria Adolfsson
Fester Grund ist der dritte Teil der Doggerland Reihe der Autorin Maria Adolfsson. Wieder steht Kommissarin Karen Eiken Hornby im Vordergrund und die Leser können sie bei den Ermittlungen zum Verschwinden einer bekannten Sängerin und bei der Verfolgung eines Serientäters begleiten.
Beide Erzählstränge werden gut miteinander verknüpft und auch die persönlichen Probleme von Karen bilden einen guten Rahmen.
Die allmähliche Entwicklung der Kommissarin und ihre Beweggründe werden plausibel erzählt. Es gibt während der Geschichte immer wieder Perspektivwechsel, welche die Spannung untermalen. Das Buch kann zwar einzeln gelesen werden, aber ich würde empfehlen die Doggerland Bücher der Reihe nach zu lesen, um die nicht unwichtigen Kleinigkeiten gut zu verstehen. Für mich eine gut gemachte Reihe mit einer Hauptfigur die mir im Laufe der Zeit sympathisch geworden ist.
Rezensionen von PeLi:
das war leider nichts für mich
Der Kolibri von Sandro Veronesi
Das Cover von Sandro Veronesis Roman "Der Kolibri" gefällt mir sehr gut. Ganz in grün gehalten, mit einem Kolibri, der gerade in Bewegung ist, das passt zu dieser Geschichte und vor allem zum Hauptprotagonisten , dem Augenarzt Marco Carrera, denn der ist auch immerzu in Bewegung, wie ein flatternder Vogel und mir persönlich ist es sehr schwer gefallen, ihm zu folgen.
Die Geschichte beginnt damit, dass der Augenarzt vom Psychoanalytiker seiner Frau darüber informiert wird, dass die von einem deutschen Piloten schwanger ist und plant, mit ihm durchzubrennen. Und der Grund, warum der Psychoanalytiker überhaupt seine Schweigepflicht bricht, ist der, dass er überzeugt ist, dass Marcos Leben in Gefahr ist und er ihn einfach darüber informieren müsste.
Diesen Einstieg in die Geschichte fand ich noch richtig gut und ich dachte, mich erwartet nun eine spannende Geschichte über das Leben des Ehepaares Carrera, in der man erfährt, wie es soweit kommen konnte. Doch ich habe mich leider getäuscht, an diesem Buch fand ich bedauerlicherweise überhaupt nichts spannend. Erzählt wird über das Leben von Marco in einer rasanten Weise und mit immer wechselnden Handlungsorten und großen Zeitsprüngen. Immer kreuz und quer. Mal sind es Briefe an die Frau, die er schon ewig liebt, beim nächsten Mal Briefe an seinen Bruder, in denen es um Erbstücke des Vaters geht, dann wieder beschreibt er das Verhältnis zu seiner Tochter, oder die Probleme, die er als Kind hatte, über die Ehe seiner Eltern, sein Verhältnis zu seinen Geschwistern oder er berichtet über die Zeit mit seinem Freund und erinnert sich an dessen Probleme.
Ich habe mir wirklich große Mühe gegeben, den zahlreichen Puzzleteilen dieser Geschichte zu folgen und die Spannung , die im Klappentext versprochen wurde, zu finden. Außerdem dachte ich mir die ganze Zeit, "dieses Buch wurde ausgezeichnet mit dem Premio Strega 2020, das kann doch nicht so langweilig sein". Ich wollte nicht abbrechen, weil ich immer die Hoffnung hatte, dass der Funke noch überspringen würde. Doch das ist nicht passiert, obwohl ich mich tatsächlich bis zum Ende durchgekämpft habe. Vielleicht verstehe ich den Schreibstil des Autors ja auch einfach nicht, aber für mich war "Der Kolibri" leider ein Reinfall.
Rezensionen von Minangel:
Biblische Frauen-Geschichten für Mädchen aufbereitet
Mira - Himmlische Briefe für eine Prinzessin. Mit Stickern von Elke Pfesdorf
Unsere Meinung: Mira ist neu in der Stadt. Für Kinder ist eine neue Umgebung nicht immer einfach und schwerer wird es, wenn man noch dazu schüchtern ist und die Mitschüler einem hänseln. So geht es ihr gerade, als sie Briefe bekommt. Briefe von von biblischen Königinnen und Prinzessinnen, welche aus ihrem Leben erzählen und so Mira Mut machen und unterstützen.
Elke Pfesdorf hat ein religöses Mädchen-Mutmach-Buch geschaffen gemeinsam mit Tanja Husmann, welche das Buch liebevoll in rosa illustriert hat. Die Schriftgröße, das Layout und vor allem die Sticker kamen gut an.
Das Buch ist ab 6 Jahren gedacht und somit habe ich es auch mit Kindern ab 6 Jahren gelesen. Dazu muss ich sagen, dass es manches Mal schwierig war im Verständnis für diese Altersgruppe. Gut war, dass ich als Erwachsene dabei war, um verschiedene Begriffe wie Sabbat, Prophet und schwierige Ortsnamen zu klären und geschichtliche Begebenheiten näher zu erläutern wie zB: Erbfolge. Mir hat als Erwachsene nicht so gut gefallen, dass Mira ihre Mama peinlich und zum Augen verdrehen findet, weil sie sich um sie Sorgen macht und ihre Locken in doch noch jungen Jahren als hässliche Dinger bezeichnet und auch noch andere Körperteile. Ich denke, dass gerade in dieser Zeit Mädchen sich meistens in Ordnung finden und äußerliche Merkmale erst in der Pubertät mehr negativ thematisiert werden. Also muss das meiner Meinung nach nicht noch durch Bücher früher in Frage gestellt werden.
Schön fanden wir, dass sie durch die Briefe eine Freundin gewinnt und die Familie sich durch die himmlischen Briefe liebevoll um Mira gekümmert hat.
Fazit: schöne biblische Geschichten, die Mut machen können. Aufgrund der oben genannten Kritik gibt es von uns 4 Sterne dafür und die Erinnerung, weil doch in jeder Frau eine Königin steckt.
Rezensionen von Petra Sch.:
"Die Malkunst" - Original oder Fälschung?
Rochade von Reinhard Tötschinger
Wien, 2022: Professor Mag. Clemens Hartmann, Restaurator im Kunsthistorischen Museum, ist mit der Restaurierung des berühmten Werkes " Die Malkunst" von Jan Vermeer beauftragt worden, das bei einem Attentat im Ausland beschädigt wurde.
Hartmann war von Anfang an gegen einen Verleih, und soll nun plötzlich das Bild in 3 statt den geplanten 9 Monaten restaurieren, weil der Bundeskanzler es beim Staatsbesuch der Chinesen wirkungsvoll in seinem Büro in Szene setzen will.
Da eine Husch-Pfusch-Restaurierung das Bild nur beschädigt, kommt Hartmann mit Hilfe seines Assistenten Hubert Finning auf die Idee, dem Kanzler eine Fälschung unterzuschieben - der merkt das ja sowieso nicht!
Meine Meinung:
Die Geschichte ist komplett aus Sicht von Hartmann in ich-Form geschrieben, und anfangs erfährt man hauptsächlich über das Bild, das er restauriert, und erst so nach und nach auch über seine Person.
Obwohl die Sprache und die Geschichte ruhig ist, und ich auch keine besondere Kunstkennerin bin (über die "Malkunst" musste ich erst recherchieren), zieht einen alles in seinen Bann. Man ist fasziniert, wie Restaurierungsarbeiten vonstatten gehen, was keinesfalls langweilig ist!
Dazwischen sind immer wieder Briefe von den Grafen Czernin bzw. Tagebucheinträge von Hartmanns Großvaters, der Leiter der Gemäldegalerie zu Hitlers Zeiten war, eingeworfen, wo man über die Vergangenheit des Bildes erfährt - dieses war damals das Lieblingsbild des Führers. Und der Kanzler, der dieses Bild unbedingt in seinem Büro hängen haben will, erinnert in seinem Gehabe an ebenden.
Mit der Zeit beginnt Hartmann mit dem Bild zu reden - oder eher zu Vermeer. Der ihm auch antwortet. Fand ich schrullig, aber nachvollziehbar - wenn man monatelang nur mit einem Bild verbringt, beginnt man wohl gezwungenermaßen damit zu sprechen ;)
Auch die Politik und Wirtschaft aktueller Zeiten sind fesselnd dargestellt: muss doch Hartmann seine Arbeiten beschleunigen, weil das Museum viel weniger Geld vom Staat zur Verfügung gestellt bekommt; er darf nur mehr billige Pinsel verwenden und muss alle Arbeitsschritte dokumentieren (dabei hat mich aber verwundert, dass er jeden Tag nur bis 16 Uhr arbeitet)
Und durch das Verhalten des jungen Bundeskanzlers, der - ob gewollt oder ungewollt- an den aktuellen erinnert, der dieses Bild unbedingt in seinem Büro zu Repräsentationszwecken für die Chinesische Delegation hängen haben will, da das Bild das Teuerste der Republik ist, wird politische Kritik geübt; bes. in Verbindung mit den Rückblenden in die schlimme Vergangenheit. Und die Chinesen kommen schon in 3 Monaten-da ist es dem Kanzler auch egal, dass die "Reparatur" des Bildes, wie er es nennt, eigentlich mehr als doppelt so lange dauern würde. Typisch Politiker.
Und aus diesem Grund kommt Hartmann in diese Zwangslage, dem Kanzler eine Fälschung unterschieben zu müssen, was ihm mit Hilfe von Hubert zuerst auch prima gelingt, doch dann droht das Ganze aufzufliegen und es kommt dabei zu einem witzigen Verwechslungsspiel.
Die beiden Restauratoren wachsen einem übrigens total schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit.
Kleine Kritik meinerseits gibt es jedoch an dem nicht nachvollziehbaren Umstand, dass ein derart wertvolles Bild unbeaufsichtigt in einem Raum steht; und dass Hartmann - auch wenn er der bedeutende Restaurator ist - einfach so mit einem Bild aus dem Museum spazieren kann.
Trotzdem wurde ich von diesem ganz anderen und außergewöhnlichen Roman bestens unterhalten.
PS: Schande über mich, die ich noch nie im KHM war - doch nach dieser Lektüre werde ich "Die Malkunst" definitiv bald besuchen!!
Fazit:
Ruhiger Roman über die Fälschung der bekannten "Malkunst"; mit unterschwelligem Humor und Politik Kritik.
Rezensionen von hexenaugen:
Unter die Haut gehender Roman
Der Silberfuchs meiner Mutter von Alois Hotschnig
Klappentext:
Ein großer Roman über Fremdsein und Selbstbehauptung und die lebensrettende Kraft des Erzählens.
1942 fährt eine Norwegerin nach Vorarlberg. Sie ist schwanger. Eigentlich wollte sie hier ein neues Leben beginnen mit ihrem Verlobten, einem Wehrmachtssoldaten. Doch alles kommt anders.
Für sie und für ihren Sohn, Heinz. Schlimmer. Ein brillanter Roman über einen Menschen, der sich nicht brechen lässt. Und die berührende Liebeserklärung eines Sohnes an seine Mutter.
Das einzige, was Heinz Fritz mit Gewissheit von seiner Mutter weiß, sind die Stationen ihrer ersten langen Reise: Oslo – Kopenhagen – Berlin – München – Hohenems. Verbürgt ist sie durch ein Schriftstück, das er sein Leben lang bei sich trägt: ein Dokument des SS-Lebensborn. Die Norwegerin hat sich mit dem Feind eingelassen. Und sie hat dem Falschen vertraut. Denn als sie in Österreich ankommt, wird sie nicht willkommen geheißen von der Familie ihres Verlobten, sondern abgewiesen. Zurück kann sie auch nicht, denn in Norwegen gilt sie nun als Kollaborateurin … In einer großen, kompromisslosen Selbstbefragung versucht der Erzähler des Romans – ihr Sohn –, die Rätsel seiner Herkunft zu lösen, die Wahrheit über seine Eltern freizulegen. Es ist eine Spurensuche, an deren Ende sich noch einmal alles dreht. Und eine zweite, »hellere« Version der düsteren Geschichte aufscheint.
Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich Alois Hotschnig bis zu diesem Buch nicht kannte. Dabei ist der Österreicher literarisch hochdekoriert, zuletzt bekam er 2008 den Erich-Fried-Preis und wie ich finde das wohl zu Recht.
Das Buch ist durch und durch unterhaltsam, der Autor konzentriert sich ganz auf die Personen und das Verhältnis zu der Mutter muss ein Besonderes gewesen sein.
Das Ganze ist so emotional erzählt, dass ich immer wieder schlucken musste.
Der Roman ist nicht nur ein Wechselbad der Gefühle, sondern ein Kopfsprung in eine andere Zeit.
Fazit:
Ein ungemein lesenswerter Roman, der unter die Haut geht, der mich beeindruckt hat und für den ich gerne eine Leseempfehlung abgebe.
Rezensionen von Natalie:
ein wahrlich genialer Krimi
Seht ihr es nicht? von Georg Haderer
Eine ehemalige Wissenschaftlerin, ihre Eltern sowie ihr Sohn werden ermordet - nur ihre Tochter nicht, die ist verschwunden. Das Motiv? Fraglich…
Philomena Schimmer arbeitet bei der Polizei in der Vermisstenabteilung und soll die Kollegen vom LKA bei der Aufklärung des Falls unterstützen. Schon oft haben Philomena‘s besondere Fähigkeiten ihr dabei geholfen und Kollege Muster hofft auch diesmal darauf.
Die Frage stellt sich, ob in Helena Sartori’s Vergangenheit als renommierte Wissenschaftlerin ein Mordmotiv zu finden ist? Hatte sie etwas herausgefunden, dass Anlass genug war, sie und ihre Familie zu töten? Oder ging etwas bei ihren Experimenten mit den Nanobots schief und sie wusste zu viel? Warum hat sie der Wissenschaft so plötzlich den Rücken gekehrt und war in ein kleines, steirisches Dorf gezogen? Fragen über Fragen, die sich Philomena und ihren Kollegen auftun und entwirrt werden müssen. Auch das Verschwinden von Karina, ihrer Tochter wirft weitere Fragen auf, die so gar nicht in irgendeiner Weise zu allem passen wollen. Scharfsinnig und mit ihrer ganz speziellen Art geht Philomena an die Aufklärung des Falls ran….
Was für ein außergewöhnlicher Krimi, der mich nicht nur mit der spannenden Frage nach dem Motiv und der Aufklärung des Mordes von der ersten Seite an fesseln konnte, sondern auch der Schreibstil, der mit viel Ironie und Schlagfertigkeit aufwartet, gleichzeitig aber seinem Leser volle Aufmerksamkeit abverlangt. Zum Drüberstreuen hat Georg Haderer mit Philomena Schimmer eine außergewöhnliche Ermittlerin geschaffen, die man einfach mögen muss.
Unglaublicherweise war es mein erstes Buch von dem Autor, wird aber definitiv nicht das letzte bleiben.











