Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Literarischer Schatz
Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte
Martin ist der Junge mit den guten Augen, der Unverdorbene unter den Verdammten. In einer schauerlichen Welt voller Elend und Dummheit ist er derjenige, der voller Klugheit in die tiefsten Abgründe blickt und Retter für noch Schwächere ist.
Die Geschichte ist äußerst dramatisch und bedrucken.
Dies liegt nicht nur an den mittelalterlichen Verhältnissen. Ich kann mir die dreckstarrenden Kinder, die bösartige Fürstin, verzweifelte Gaukler und darbende herumziehende Maler, den ganzen Tod und die Verdammnis gut vorstellen. Da tun sich Abgründe auf, denen Martin als einziger Lichtblick entgegentritt und zwar mit einem schwarzen Hahn. Die Erzählung ist nichts für schwache Nerven, ist hart und zeitweise unerträglich. Doch es ist genau richtig so! Das macht es zu einem schauerlichen Märchen, einer Sage mit großer Kraft, einer Fabel mit gelungenem Erzählbogen. Vorallem die starken Sinnbilder tragen die Geschichte. Die Erzählung ist reinste Satire. Das humorige sorgt für Auflockerung, auch wenn alles ungeschönt auf den Tisch kommt. Da ist die ganze Verdorbenheit der Menschheit, der die Würde des Einzelnen entgegen gestellt wird. Die Erzählung birgt viele Erkenntnisse, ist voller kluger und unfassbar treffender Gedanken. Auch sprachlich ist die Erzählung authentisch, sodass die Welt um Martin nur noch fassbarer wird.
Ich bin beeindruckt und mitgenommen von diesem wertvollen Stück Literatur. Respekt für dieses Erstlingswerk!
Eindeutige Leseempfehlung für diesen wahren literarischen Schatz!
Rezensionen von Lerchie:
Eine fantastische Fantasiegeschichte
Junge mit schwarzem Hahn von Stefanie vor Schulte
Im Zwergenreich, es nennt sich das Eherne Imperium. ist es dunkel. Die Zwerge gehen ihrem gewohnten Alltag nach. Sie graben Höhlen, stützen Gänge und trinken natürlich auch einen über den Durst. Doch im Untergrund lauert die ruchlose Verschwörung einiger Sektierer. Doch die Zwerge bemerken das drohende Unheil nicht.
Es nennt sich Der neue Stahl und will die Zwerge unterwerfen. Es soll das Ende geben von allem, jedem und dem Rest. Doch dann kommt der Schicksalszwerg und nur er kann dieses Verderben aufhalten. Aber auch das ist nicht sicher. Es ist das Zeitalter der großen Erzferkelprophezeiung gekommen. Der Leser verfolgt aus erster Hand die Schicksale von Fazzgadt Eisenbart, Garstholm Flammrank, Grudgroll Schleuderstein und ihren sympathischen und hinterhältigen Freunden.
Meine Meinung
Dieses Buch ist wirklich fantastisch im wahrsten Sinne des Wortes! Ich habe etwas länger als sonst gebraucht um in die Geschichte einzutauchen und zu verstehen, worum es eigentlich ging. Doch dann war ich drinnen und musste auch immer wieder über die seltsamen Namen und Bezeichnungen lachen. An den Schreibstil muss man sich erst etwas gewöhnen, doch wenn man das getan hat, findet man wirklich nichts mehr kompliziert, sondern es ist alles ernst, auch wenn ich wie gesagt oft schmunzeln musste, ob der Wörter die ich lesen durfte. Ich konnte mich auch in die Protagonisten hineinversetzen, in die Zwerge, die letztendlich den Schicksalszwerg bildeten. Es gab in dem Buch immer wieder Zahlen, ähnlich Fußnoten, die man jedoch in einem Ebook leider nur sehr umständlich nachschlagen kann. Aber das tut der Spannung und dem Lesegenuss keinen Abbruch. Er wurde nicht unterbrochen und ich konnte es leicht und flüssig lesen, auf jeden Fall nachdem ich das Verständnis für die manchmal etwas komplizierten Bezeichnungen und Namen gefunden hatte. Es war spannend zu lesen und es konnte mich fesseln, hat mir gut gefallen und konnte mich auch gut unterhalten. Von mir bekommt es eine Leseempfehlung sowie, auch aufgrund des Amüsements, die volle Bewertungszahl.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Irritierend
Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte von Björn Natthiko Lindeblad; Caroline Bankler; Navid Modiri
Björn Lindeblad gab sein erfolgreiches Berufsleben in Schweden auf, um buddhistischer Mönch in Thailand zu werden. Das Buch beschreibt seine Etappen in verschiedenen Klöstern und vermittelt buddhistische Lehren. Ein bedeutender Teil des Buches umfasst den Weg aus dem Klosterleben und die Konfrontation mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
Das Buch liest sich zum größten Teil sehr zügig, ist an den richtigen Stellen spannend und trägt gleichzeitig nicht auf. Es gewährt realistische und verständliche Einsichten in die buddhistische Tradition, ist dabei aber unaufdringlich. Spannend und besonders lehrreich sind die Beschreibungen seiner Selbstzweifel und Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Herausforderungen des Lebens als Mönch. Da ist zum Beispiel seine Sehnsucht nach einer Partnerin. Die Kapitel sind recht kurzweilig, enthalten teils praktische Übungen und Lehren anderer Mönche.
In der Erzählung gibt es jedoch einen Bruch. Das Leben nach dem Mönchsdasein. Es geht vermehrt um seine Gegenwart, den Umgang mit seiner tödlichen Erkrankung. Dieser Teil wirkt auf mich stellenweise langatmig und etwas abgehoben. Es geht weniger um die buddhistischen Anteile, als um seine Auffassung vom Leben. Irritierend finde ich vorallem den Hinweis, fast schon ein Bekenntnis seinerseits, zur Autorenschaft am Ende. Ich kann wenig damit anfangen, dass diese tiefen Einsichten, die er gewonnen hat, ausschließlich von seinen Mitautoren beschrieben wurden. Das Buch suggeriert den größten Teil über etwas anderes. Das ist besonders enttäuschend vor dem Hintergrund der moralischen Inhalte.
Am Ende bin ich irritiert über den Ich-Erzähler, der keiner ist. Der spannende erste Teil über das Leben als Mönch wird davon überschattet.
Rezensionen von Meli:
Der Bürgermeister und das ehemalige Partygirl - eine mitreißende Liebesgeschichte
Man of the Year - Scandal Love von Lauren Layne
Ihr Job als Partyplanerin ist ein Neuanfang für Adeline. In ihrer Jugend war sie das wilde Partygirl Addie, aber nun ist sie mit einem anderen Namen zurück und niemand weiß, dass sie die Tochter des Gouverneurs ist.
Bis auf Bürgermeister Robert Davenport, der bald für das Amt des Gouverneurs kandidieren möchte und der diese Information für seinen Vorteil nutzen könnte.
Aber Robert ist viel zu ehrlich, um Adeline so auszunutzen und außerdem findet er die junge Frau viel zu faszinierend ... Er kann sich aber auch nicht von ihr fernhalten und engagiert sie als Eventplanerin.
Ich mochte beide Protagonisten sofort. Robert ist aufrichtig, charmant und engagiert. Ein Bürgermeister, den eigentlich jeder mag und der noch gar nicht mit dem neuen Wahlkampf beginnt, solange er noch ein anderes Amt innehat, um sich nicht ablenken zu lassen. Und Adeline meint es sehr ernst mit ihrem Neuanfang, ist vorsichtig, ernst und seriös, aber unter der Oberfläche schlummert trotzdem noch die lebensfrohe Addie.
Die beiden passen so gut zusammen und es macht auch einfach Spaß, ihre vorsichtigen Annäherungen zu verfolgen. Nach all ihren Erfahrungen mit ihrem hinterhältigem Vater ist Adeline sehr beeindruckt vom attraktiven Politiker Robert, der immer wieder seine freundliche Art unter Beweis stellt, und Robert kennt zwei ganz verschiedene Seiten einer faszinierenden Frau und kriegt sie nicht aus dem Kopf, auch wenn ihr Geheimnis seiner Karriere schaden könnte.
Auch das politische Thema fand ich spannend umgesetzt, man hat zwar nicht so viel davon gesehen, aber konnte schon sehr gut fühlen, wie viel es Robert bedeutet, den Menschen auf diese Weise helfen zu können. Und es war auch eine gelungene Kulisse für die Liebesgeschichte!
Fazit
Mit Roberts Amt und Kandidatur, Adelines Geheimnis und ihrer mitreißenden Liebesgeschichte bietet "Man of the Year - Scandal Love" eine Geschichte voller Spannung und Gefühl!
Rezensionen von April1985 :
Ein poetisches, magisches und zauberhaftes Fantasy-Juwel
Unsichtbar im hellen Licht von Sally Gardner
Ich kann gar nicht so genau benennen was es war, der eindringliche Titel oder das anziehende Cover, aber Unsichtbar im hellen Licht von Sally Gardner hat mich magisch angezogen. Und ich hatte auch offenbar den richtigen Riecher, denn das Fantasyabenteuer ist wirklich etwas besonders. Ein einzigartiges, schillerndes Juwel, dass unbedingt mehr Beachtung braucht.
Eine Geschichte mit unglaublich facettenreichen, teils skurillen Charakteren, das einem Theaterstück gleicht und von Freundschaft, Liebe, Familie, aber auch Neid und Missgunst durchdrungen wird.
Sally Gardner hat eine unfassbar bildgewaltige und zauberhafte Geschichte zu Papier gebracht, die viele Geheimnisse und Rätsel aufgibt. Wir werden genauso wie Celeste, die Heldin der Geschichte, mitten ins Geschehen geworfen und müssen uns einer schier unlösbar erscheinenden Aufgabe stellen. Drei Rätsel gilt es zu lösen, wollen wir die Menschen, die wir lieben aus einem endlosen Schlaf erwecken. "Die Abrechnung" nennt der mysteriöse Mann im smaragdgrünen Anzug das Spiel, das Celeste gewinnen muss. Die Herausforderungen, die es zu finden gilt: Das Lied, eines Vogels, der nicht singen kann. Ein Stück, zu klein für Schauspieler. Ein Licht, das die Sehenden blendet. Der Gegner: Die Zeit selbst. Und diese ist wirklich unberechenbar, werden wir doch immer und immer wieder von einem Ort zum nächsten katapultiert, kaum, dass wir uns eingewöhnt haben.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie besonders und einzigartig Sally Gardners Jugendbuch ist und ich kann auch kein vergleichbares Buch nennen. Unsichtbar im hellen Licht ist eines jener Bücher, die man einfach selber erleben muss. Sally Gardner eröffnet uns Lesern eine bildgewaltige und von endloser Fantasie beherrschende Traumwelt. Am Anfang muss man sich erst orientieren, ist vielleicht ratlos und kann Traum und Realität nicht voneinander unterscheiden. Nach und nach lässt die Autorin aber immer mehr Puzzlestückchen an ihren Platz fallen, bis der Vorhang zum Schluss komplett fällt und uns das gesamte und vollständige Bühnenbild offenbart.
Unsichtbar im hellen Licht ist ein Abenteuer voll von Zauber und Magie, das uns den Weg zu wahrlich außergewöhnlichen Orten ebnet. Egal ob die Höhle der Träumer, oder das Opernhaus in der Stadt ohne Namen - Sally Gardner erweckt die Orte zum Leben und verzaubert mit unglaublich lebendigen Bildern. Das Buch erfordert allerdings auch viel Aufmerksamkeit und achtsames Lesen. Es ist ein Fantasy-Kunstwerk auf hohem Niveau. Anspruchsvoll, poetisch und wunderschön. Auch wenn der Anfang zunächst verwirrend erscheinen mag, sollte man unbedingt durchhalten und weiter lesen. Die Geschichte nimmt sich die notwendige Zeit und den Raum zur Entfaltung. Sie ist ein einziges großes Rätsel, voller Überraschungen und unerwartender Ereignisse, das gelöst werden will. Mich hat Sally Gardners Ideenreichtum ungemein beeindruckt und ich kann nur sagen: Lest das Buch unbedingt!
Fazit
Magisch, poetisch und wunderschön! Unsichtbar im hellen Licht hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Es ist eine von Fantasie und Zauber durchdrungene Geschichte, die zunächst ein einziges großes Rätsel darstellt. Sally Gardner hält die Spannung bis zum Ende aufrecht, indem sie nach und nach die Puzzleteilchen an ihren Platz setzt, um am Ende den Vorhang fallen zu lassen und das gesamte Bühnenbild zu offenbaren. Ich bin beeindruckt von Sally Gardners Ideenreichtum und kann nur sagen, lest das Buch!
Rezensionen von Sorko:
Nur der Leuchtturm kennt die Wahrheit
Die Leuchtturmwärter von Emma Stonex
Gedanken der Einsamkeit, nicht nur von den drei Leuchtturmwärtern, sondern auch von deren Frauen. Das unerklärliche Ereignis steht von Beginn an im Raum – wie konnte so etwas geschehen und wer war dafür verantwortlich? Wenn etwas nicht klar ist, wenn man etwas nicht erklären kann, dann entsteht der Raum für Theorien.
Manche sind nachvollziehbar, andere überhaupt nicht. Doch so lange man nichts Genaues weiß, scheint vieles möglich zu sein. Diese Tatsache erhält die Spannung der Geschichte aufrecht.
Die Autorin streut sehr geschickt nach und nach Informationen in die angenehm kurzen Kapitel ein. Am Anfang weiß auch der Leser noch nicht viel, doch mit zunehmenden Seiten erfährt man immer etwas mehr. Wie standen die Frauen zu ihren Männern, wie standen sie zu den anderen Männern? Was dachten die Männer über ihre Frauen und über die Frauen der anderen. Und wie war das Verhältnis der Frauen untereinander und das Verhältnis der Männer zueinander? Das wird erst nach und nach klarer und ergibt schließlich ein überzeugendes Gesamtbild. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, auch mysteriöse Ereignisse werden mit eingeflochten. Als Leser entwickelt man eigene Theorien, meine wurde am Schluss dann doch nicht ganz bestätigt.
Sehr vielschichtige Gedanken und Empfindungen der beschriebenen Personen werden mit eindrücklicher Sprache dargestellt. An sich normale Menschen müssen mit ungewöhnlichen Situationen zurecht kommen. Die Paare leben ein paar Wochen eng zusammen, dann sind sie wieder wochenlang getrennt. Das tut bestimmt nicht jeder Beziehung gut. Ein Schriftsteller versucht, sich mit Gesprächen mit den drei Frauen der Wärter einen Eindruck zu verschaffen. Die Damen öffnen sich nur langsam, und nur langsam setzt sich ein Bild zusammen, das manchmal auch ein wenig überrascht.
Ein großartiges Buch, das mich von Anfang bis Ende gefesselt hat! Man beteiligt sich selbst an den Spekulationen über das Geschehen. Und man lernt auch einiges über Leuchtturmwärter, ihre Leuchttürme, und das Leben in ihnen.
Rezensionen von yellowdog:
Auf den Spuren des Bruders
Schattenbruder von Iris Hannema
Schattenbruder ist ein melancholischer Jugendroman, in der junge Protagonistin den Unfalltod ihres Bruders nur schwer verkraftet. Er ist beim Tauchen ertrunken. Aber war es wirklich ein Unfall?
Sie reist nach Japan, wo er starb.
Es gibt hier viele detailreiche Beschreibungen, wie zunächst Tokyo und später Okinawa auf sie wirkt.
Iris Hannema vermittelt ein intensives Bild der Gefühlswelt ihrer Protagonisten.
Rezensionen von Gavroche:
Genial
Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton
Nachdem ich so begeistert von der Geschichte und vor allem der Komposition von "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" war, war ich sehr gespannt auf das neue Buch von Stuart Turton. Dieses Mal reisen wir in die Vergangenheit, in das 17. Jahrhundert und befinden uns rasch in einem turbulenten, spannenden, überraschenden und faszinierendem Abenteuer(-roman) wieder.
Die 600 Seiten des Buches sollten niemanden vor der Lektüre abschrecken, denn die Seiten flogen nur so dahin. Allerdings muss man sich auch hier wieder auf eine komplexe Geschichte einlassen, gut aufpassen und nicht vor einer Vielzahl an Charakteren zurück schrecken. Begeben wir uns auf die Reise der Saardam, von Batavia nach Amsterdam, eine gefährliche Schiffsreise. Doch hier geht es nicht nur um die Gefahren der Seefahrt, denn an Bord befindet sich Samuel Pipps, Meisterdetektiv, jedoch angeklagt eines schweren Verbrechens. Dann geschehen mysteriöse Dinge - und schon ist man wieder in der atmosphärischen Dichte und dem gekonnten Verwirrspiel von Stuart Turton gefangen, mit dem er mich schon einmal packen und begeistern konnte. Dies ist nicht nur ein Kriminalroman, hier vermischen sich viele Genre und die Handlung und auch die Personen haben es in sich.
Rezensionen von Gavroche:
Toller Steampunk
Florance Bell und die Melodie der Maschinen von Steenbergen Carsten
Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Napoleon hat gesiegt, der englische König ist im Kerker und die Franzosen sind die Herren in Großbritannien. Florance Bell, eine Waise, ist von Monsieur Pignon als Lehrling aufgenommen worden und dieser fungiert auch als ihr Vormund. Monsieur Pignon ist der Meistermechaniker bei einem Earl, der auf technische Spielereien steht.
Edward, der Sohn des Earl, rast immer mit den mechanischen Droschken durch die Gegend und Florance muss sie jedes Mal reparieren. Gleich zu Beginn gibt es einen Anschlag durch einen Saboteur. Welches Motiv genau dahinter steckt, erfährt man erst nach und nach. Ich fand diese technische Steampunkwelt mit ihrem was-wäre-wenn interessant. Florance ist eine tolle Protagonistin und auch die anderen Personen haben mich in ihrer Authentizität überzeugen können. Ein tolles Abenteuer mit vielen wundersamen Maschinen, einem Aufstand, Rebellen, Freundschaft und vielem mehr, das auch zeigt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch ganz viele Grauschattierungen.
Rezensionen von boek33:
Wunderbares Debüt
Greta und Jannis von Sarah Kuratle
Sarah Kuratle erzählt leise. Es sind die Zwischentöne, Gefühlsregungen und Sinneseindrücke, die in ihrem Schreiben Raum bekommen. Fein beobachtet und einfühlsam werden die Wahrnehmungen der Charaktere und die Atmosphäre der Landschaft beschrieben. „Greta und Jannis“ erzählt mehr als nur eine (unmögliche) Liebesgeschichte im starren gesellschaftlichen Rahmen eines exemplarischen Bergdorfs.
Angelehnt ans Märchen verortet die Autorin das Geschehen in einem überzeitlichen, unserer Welt entrückten Raum. Die Schauplätze – Geröllfelder, Gebirgswiesen, graue Stadtviertel – sind dabei genauso elementar wie die Erfahrungen und Erlebnisse der Personen. Tief empfundene Kindheitsfreundschaft, erste Liebe, Ausgrenzung, Ablehnung und Grenzüberschreitung sind auch unserer Welt nicht fremd.
Und so ist die Geschichte der beiden Nachbarskinder Greta und Jannis, ihrer Liebe und Leidenschaft sowie der Ablehnung derselben durch gesellschaftliche Normen eine, die auch heute mitten unter uns spielen könnte. Ebenso zeitlos sind die Nebenhandlungen. Mit Greta leben auch ihre zurückgezogene Großtante Severine und drei ausgestoßene, beeinträchtige Kinder. Die Geschichte ins Rollen bringt ein seltsamer neuer Nachbar, der so gar nicht ins engstirnige Dorf passen will und stur sein eigenes Ding durchzieht und so lebt, wie es ihm gefällt.
Neben den Menschen sind es Landschaft, Natur und Tiere, die in Sarah Kuratles Debürtroman eine Stimme bekommen, hör- und spürbar werden. Sie künden auf geheimnisvolle Weise vom gewaltvollen Eingriff des Menschen. Erst als die ausgestorbenen Steinböcke von den Bewohnern wieder ins Gebirge zurückgebracht werden, verstummen die Signale und die Natur ist scheinbar wieder hergestellt. Indem Sarah Kuratle das Geschehen ins Fantastische entrückt und so lyrisch davon erzählt, wie in Frühzeiten der Literatur auch die Prosa gedichtet wurde, schafft sie zauberhafte Traumbilder, lässt den Lesenden Innehalten und für den Moment ganz in ihren Wortbildern verweilen. Ein Buch, das ein außergewöhnliches Leseerlebnis schenkt.










